Haben wir ein Alkoholproblem und was könnte dagegen helfen?

Bild: Kelsey Knight/Unsplash.com

Eine Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Argumenten der Antialkoholikerin Nathalie Stüben und des LINKEN-Politikers Niema Movassat

Entwickelte Gesellschaften leisten sich nicht ohne Grund ein höheres Bildungswesen und Forschungssystem: Wissenschaftliches Wissen soll interessen- und wertneutral sein. Durch das Entwickeln einer transparenten und wiederholbaren Prozedur (Replizierbarkeit) soll es durch Dritte nachvollzogen werden können. Und schließlich durch das Gutachtersystem sollen unabhängige Forscherinnen und Forscher Fehler finden und die Plausibilität überprüfen.

Das ist natürlich ein Idealbild. In Wirklichkeit befinden sich Wissenschaftler in einem harten Konkurrenzkampf um Forschungsmittel, nachdem sich der Staat immer weiter aus der Grundfinanzierung zurückzog. Man spricht von „Hyperwettbewerb“. Doch nein, es soll nicht um Wissenschaftspolitik gehen. Bleiben wir bei der idealen Welt. Dort gibt die Gesellschaft das Ziel vor und kommen aus der Wissenschaft evidenzbasierte Vorschläge, wie man es erreichen kann.

In der Sendung 13 Fragen vom 27. Juli 2022 ging es um dieses Thema: „Volksdroge Alkohol: Sollte der Staat stärker in den Konsum eingreifen?“ Für eine stärkere Regulierung waren die trockene Alkoholikerin Nathalie Stüben, die für ein alkoholfreies Leben wirbt, die Suchtmedizinerin Katharina Schoett und Niema Movassat, der ehemalige drogenpolitische Sprecher der LINKEN. Dagegen waren der Brauereibesitzer Gottfried Härle, die Schriftstellerin und Barbesitzerin Kerstin Ehmer sowie meine Wenigkeit.

Nathalie Stüben sprach die Verwendung wissenschaftlicher Studien direkt in der Sendung an. Behalten wir ihre Aussage im Hinterkopf:

„Aber das ist bei solchen Studien immer das Problem: Es gibt ja wissenschaftliche Evidenz und wenn dann jemand kommt und sagt, ‚Ich glaube nicht, dass das funktioniert.‘ – wir können uns die Fakten und die Studien ja angucken, wir können uns doch angucken, was kluge Leute, die ihr Berufsleben damit verbringen, das zu untersuchen, sagen…“ (Nathalie Stüben, ca. 40:30 Minuten)

Entwicklung des Alkoholkonsums

Schauen wir uns also erst einmal die Fakten zum Alkoholkonsum an: Mitte der 1970er Jahre betrug der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum in Deutschland noch 17,2 Liter reinen Alkohols pro Jahr. Das entspräche ziemlich genau einem Liter Bier (bei 5% Alkohol) – oder anders formuliert 38 g Alkohol – pro Tag. Das war fast doppelt so viel wie der heute als risikoarm eingestufte Konsum von 20 g pro Tag für die Männer oder fast viermal so viel wie die 10 g pro Tag für die Frauen. Dabei soll übrigens an zwei Tagen pro Woche gar nichts getrunken werden.

Diese Zahlen stammen aus dem Alkoholatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Demnach sank der Pro-Kopf-Konsum bis 2014 auf nur noch 11,0 Liter pro Jahr oder 24 g pro Tag, also um rund 34 Prozent. In der Coronapandemie nahm der Alkoholkonsum dann noch einmal ab. Es gab durch die Lockdowns schlicht weniger Gelegenheiten. Wie sich das weiterentwickelt, ob es beispielsweise zu einem Nachholeffekt kommt, wie jetzt gerade bei den Urlaubsreisen, muss sich noch zeigen.

Aufgrund der aktuellen Zahlen läge der Durchschnittskonsum eines Mannes in Deutschland also schon relativ nahe an der Obergrenze des risikoarmen Konsums. Damit ist aber natürlich nichts über den Einzelfall gesagt. Gesundheitsbewusste Trinker sollten sich jedoch nicht zu früh freuen: Eine vielbeachtete Studie aus der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ aus dem Jahr 2018 legte auf Grundlage der Daten von 600.000 Personen den Grenzwert auf 100 g pro Woche  – also nur 14 g pro Tag – fest, übrigens gleichermaßen für Frauen wie Männer.

Bei einem Alkoholkonsum von 200 g pro Woche (29 g pro Tag) verkürze sich die statistische Lebenserwartung um ein bis zwei Jahre, bei über 350 g pro Woche (50 g pro Tag) um bis zu fünf Jahre. Allerdings wird nicht erwähnt, über welchen Zeitraum man so viel (oder so wenig) trinken muss.

Ein allgemeines Problem dieser Studien ist zudem, dass die Daten meistens auf Selbstangaben beruhen und nicht etwa mit Bluttests überprüft werden. Das wäre viel zu aufwändig. Außerdem handelt es sich bei unserem Verhalten nicht um ein lineares Phänomen: Da wir Alkohol auch aufgrund seiner psychologischen Effekte trinken, käme es hier zu einer komplexen Rückwirkung. Was würden die Menschen ohne das beliebte Genussmittel tun? Welche Risiken brächte der alternative Mittelkonsum oder eine andere Freizeitbeschäftigung mit sich?

Alarmisten sollte der Rückgang der letzten Jahre also erst einmal Wind aus den Segeln nehmen, wie auch diese Grafik der Aktion „Kenn dein Limit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung illustriert:

Entwicklung des Alkoholkonsums in Deutschland von 1975 bis 2015.

 

Laut OECD-Zahlen liegt Deutschland im europäischen Vergleich übrigens im oberen Mittelfeld: Deutlich weniger trank man im Jahr 2018 beispielsweise in Griechenland, Italien oder den Niederlanden, etwas mehr in Bulgarien, Frankreich oder Österreich.

Beim starken Trinken – definiert als mindestens 60 g, also in etwa 1,5 Liter Bier bei einer Gelegenheit innerhalb der letzten 30 Tage – liegt Deutschland auf dem Niveau des EU27-Durchschnitts. Das bedeutet, dass rund 50 Prozent der Männer und knapp 20 Prozent der Frauen nach eigenen Angaben diese Menge zu sich nahmen. Übrigens zeigen die OECD-Zahlen auch eine deutliche Abnahme des Alkoholkonsums bei den Jugendlichen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Was ist also das Problem?

Die (angebliche) Problematik wurde in der ZDF-Sendung von der Moderatorin Salwa Houmsi gleich am Anfang damit verdeutlicht: „Über 70.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen ihres Alkoholkonsums.“ Sind das – in einem Land mit rund 1.000.000 jährlichen Todesfällen – viele oder wenige? Und woher weiß man das überhaupt? Der Alkoholatlas des DKFZ nennt hier übrigens eine andere Zahl:

„Im Jahr 2012 starben in Deutschland rund 21.000 Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren (rund 16.000 Männer und 5.000 Frauen) an Erkrankungen, die entweder ausschließlich auf Alkohol zurückzuführen sind oder für die der Alkoholkonsum ein Risikofaktor darstellt.“ (Alkoholatlas, 2017, S. 58)

Ob nun 21.000 oder 70.000 – Alkoholgegner würden wohl immer sagen, das seien zu viele. Doch einerseits wird damit auch wieder einfach so angenommen, die Menschen hätten sich an Stelle des Alkohols keinen anderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Und andererseits haben wir in der Coronapandemie anhand der Diskussion von Todesfällen „an oder mit“ dem Virus gesehen, wie komplex solche Fragen sind. Wir wollen gerne <em>die eine Ursache</em> wissen, doch in der Wirklichkeit spielen sehr viele Faktoren eine Rolle und verstärken einander, Stichwort Vorerkrankungen.

Jeder sollte wissen, dass Alkohol ein Zellgift ist. Darum waren alkoholische Getränke übrigens früher einmal gesünder als Wasser. Bevor in den Städten Kanalisationen und andere Hygienemaßnahmen eingeführt wurden, war es oft mit Keimen verseucht, die der Alkohol abtötete. Aber nach wie vor gilt Paracelsus‘ Weisheit, dass die Dosis das Gift macht. Dazu Brauereibesitzer Härle in der Sendung:

„Es ist sicherlich so, dass Alkohol im Übermaß schädlich ist. Aber es gibt eine Reihe von Studien, auch wirklich wissenschaftliche, medizinische Studien, die sagen, dass Alkohol in geringen Mengen durchaus positive gesundheitliche Folgen haben kann, beispielsweise auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ (Gottfried Härle; ca. 6:45 Minuten)

Doch dem widersprach die Antialkoholikerin Stüben vehement: „Das kann ich nicht so stehenlassen. Das ist nicht mehr wissenschaftlicher Standard.“ Ihrer Meinung nach haben die wissenschaftlichen Studien, auf die Härle verweist, erhebliche wissenschaftliche Mängel. LINKEN-Politiker Movassat pflichtete dem direkt bei:

„Das sind halt ganz massiv auch Verharmlosungsstudien, das muss man sich, glaube ich, klar machen. […] Fakt ist ja nun, wir haben nachgewiesen, dass es 200 verschiedene Erkrankungen gibt, die durch Alkohol ausgelöst werden.“ (Niema Movassat)

Was sagt nun die – gerade auch von Alkoholgegnern – immer wieder gerne zitierte Studie in „The Lancet“ aus? Zwar zeigt sie einen kontinuierlichen Anstieg der Risiken, wenn man alle Gesundheitseffekte zusammennimmt. Dieser Anstieg ist bis 40 bis 50 g pro Tag allerdings noch moderat.

Komplexe Zusammenhänge

Die Aufschlüsselung nach einzelnen Krankheiten gibt dem Brauereibesitzer aber recht: Bei Diabetes und Herzerkrankungen sinkt das Risiko nämlich bis 40 bis 60 g pro Tag unter den Wert für die Antialkoholiker, um danach wieder zu steigen. Darum spricht man hier auch von einer J-Kurve. Movassat und Stüben argumentieren hier also, während sie die Wissenschaft auf ihrer Seite wähnen und dem Gegner Unkenntnis oder methodische Mängel unterstellen, nicht ganz korrekt.

Das ZDF-Team hat zum Faktencheck übrigens ein Video der beliebten Sendung maiLab zu den Gesundheitsrisiken von Alkohol empfohlen. Die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim bespricht darin eine J-Kurve für Demenz: Auch dafür scheint zu gelten, dass ein moderater Konsum das Krankheitsrisiko senkt.

Doch das ist leider wieder nicht die ganze Geschichte: In der Gruppe der Antialkoholiker befinden sich nämlich auch Menschen, die aufgrund einer bereits vorliegenden, schweren Krankheit abstinent leben. Und so eine schwere Krankheit ist wiederum ein Risikofaktor für andere schwere Krankheiten.

Fairerweise muss man dann aber dazu sagen, dass am rechten Ende der J-Kurve Menschen sind, die aufgrund anderer Probleme massiv Alkohol konsumieren. Wie man es auch dreht und wendet, die Schlussfolgerung bleibt gleich: Das Risiko des Substanzkonsums ist wiederum von anderen Faktoren abhängig, die sich in den Studien nicht vollständig kontrollieren lassen.

Gegen zu viel Optimismus sprechen zudem die Zahlen für alkoholtypische Erkrankungen. Das sind beispielsweise Krebsarten im Mund- und Rachenraum. Bei diesen lässt sich keine J-Kurve feststellen. Hier steigt das Risiko mitunter schon ab 20 g pro Tag moderat.

Wie dem auch sei: Ebenso, wie man ein Stück Torte nicht gleichzeitig essen und für später aufbewahren kann, darf man sich auch bei wissenschaftlichen Studien nicht nur die eine Seite heraussuchen, die einem gefällt.

In der Diskussion auf dem YouTube-Kanal wurde dem Brauereibesitzer Härle vielfach ein Profitinteresse vorgeworfen. Meiner Beurteilung nach hat er aber seine Hausaufgaben gemacht und den wissenschaftlichen Stand weitgehend zutreffend dargestellt – zutreffender jedenfalls als die Antialkoholikerin Stüben und der Drogenpolitiker Movassat.

Zu Letzterem noch ein Hinweis: Er meinte in dem Zitat ja noch, es gebe 200 Krankheiten, die durch Alkohol ausgelöst würden. Eine ähnliche Zahl nennt auch der Alkoholatlas des DKFZ. Der von Fachleuten aus Großbritannien, Finnland und Schweden für die Europäische Kommission erstellte Gesundheitsbericht „Alcohol in Europe: A public health perspective“ sprach aber von „nur“ 60 Erkrankungen, die durch Alkohol ausgelöst werden könnten (Seite 4).

 

Wir sehen wieder einmal, dass man in der Wissenschaft – aufgrund unterschiedlicher Annahmen und Interpretationen – zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann: Bei der Anzahl der Todesfälle, bei der Festlegung des risikoarmen Konsums und auch beim Zählen der Krankheiten. Wer einseitig argumentieren will, wählt dann natürlich die passenden Zahlen aus. Streng wissenschaftlich ist das dann aber nicht mehr.

 

Im zweiten Teil geht es um die Risiken, wenn eine Gesundheitskultur in einen Gesundheitswahn umschlägt, und um wirksame Präventionsmöglichkeiten für die Jugend.

 

Hinweis: Dieser Artikel erscheint ebenfalls im Blog „Menschen-Bilder“  des Autors.

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15 Kommentare

  1. Ist der Alkohol giftig oder ihre Zusätze?
    Die Diskussion sollte nicht auf Alkohol reduziert werden, sondern vielmehr auf den Boden (Acker), Früchte (Baum) und allgemeine geografische Begebenheiten studiert werden. Hinzu kommen heute die Biologischen/ Chemischen Substanzen hinzu, die zusätzlich in den Getränken hinein ‚gepanscht‘ werden.

  2. Bitte: Was soll dieser Artikel, in einem Medium, dass sich doch eher weniger dem Schwachsinn verschrieben hat? Das ganze – gröööööhhl – „Destilat“, ist nur der geistige Vor-oder Nachlauf eines Destilats.

    Mich erinnert diese „Verteufleung“ des Alkohols, an früheste Jugendtage. Alkohol ist „pfui“, „kein Tier, würde je Alkohol trinken“ und ähnlich moralisch-evangelikalisch schädliches bla-bla-bla.

    Tja, nun kamen vor etlichen Jahren, mutige EvolutionsBIOLOGEN zu einer ebenso MUTIGEN Erkenntnis: Die im Winter vergorenen Früchte, waren NAHRHAFTER, das verschaffte dem Vogeljunky, eine legitime Berechtigung, sich an frostigen Brom/Holler/Hagebutten, einen kleinen Rausch zu holen,.

    Was solls: Jeder Kulturkreis, findet seinen Zugang zu fermentierten Drogen. Und das ist Alkohol nun mal. Und wenn selbst ein österreichischer Bundekanzler empfiehlt: „Alkohol oder Psychopharmaka“, ist die WElt ja nkicht wirklich verloren;o)))))))))

    1. „Michel Lönneberg“ erinnert mich an seine ‚versaute Tugenden“, er gab dem ganzen Viehzeug überreife Früchte aus dem Garten und alle liefen in einer Ekstase alkoholisiert herum.
      Indoktrination kommt von indoktrieren und das…

  3. Es wird leider immer wieder von der „Guten Flasche Wein“ gesprochen; besonders als Seelentröster – dabei sollte jeder wissen, dass Kummer, Sorgen und Ärger ausgezeichnete Schwimmer sind.

    1. Ich persönlich trinken gern mal einen „guten Roten“ und studiere daher auch immer mal wieder die Prospekte der Händler. Dabei bin ich eigentlich nie darauf gestoßen, dass Wein als „Seelentröster“ beworben wurde.

      1. Beim Studium von Rotweinprospekten wird einem zwar der Unsinn einsuggeriert, dass im Wein Wahrheit liegen soll – gesagt wird einem dort aber nicht, dass er die Klugen nicht klüger machen kann und verschwiegen wird gleichzeitig die Tatsache, dass er die Dummen langsam immer dümmer macht.

  4. Klar, der Suff löst keine Probleme. Das wissen wir alle. Aber soviel lächerlich puritanisches Gefasel, hätte ich mir HIER nicht erwartet. Und wenn das ganze Blabla noch mit pseudowissenschaftlichen „Erkenntnissen“ glaubhaft gemacht werden soll: Auch egal. Und jetzt ganz ehrlich: Wenn ich kein „Imperial Stout“ trinke, keine „gute Flasche Wein“ – nur wegen „Putin“ drauf verzichte: Wie weit wollen wir unsere eigene kleine Welt noch zuscheißen lassen, um die letzten Genüsse zu nehmen??

    Ich schätze die meisten Beiträge hier – dieser aber, ist sehr entbehrlich und erzeigt moralinsaures Sodbrennen! Und dagegen, bin ich höchst allergisch. Um eine alte Werbung zu zitieren: „Wenn einem soviel BLÖDES widerfährt, das ist schon einen Asbach URALT wert!“

  5. Alkohol ist ein Zellgift. Sind da nicht Haarspaltereien darum, wie viele Krankheiten aus seinem Konsum, und ab welcher Schwelle, daraus entstehen können absurd? Man kann ja annehmen, dass die individuellen Unterschiede beträchtlich sind.

    Andererseits ist klar, dass alkoholische Getränke tief kulturell verankert sind und Versuche, den Konsum gesetzlich zu behindern oder gar zu verunmöglichen, auf entschlossene Gegenwehr treffen. Viele Menschen sähen ihre Lebensqualität beeinträchtigt. Da bleibt nur, die Sache der Volksgesundheit defensiv zu vertreten. Strikte Werbeverbote und dafür sorgen, dass alkoholische Getränke deutlich teurer sind als alkoholfreie, dazu Information zur Suchtproblematik (nicht nur bezüglich Alkohol) im Rahmen der formalen Bildung, ist in etwa das, was man in einer kapitalistischen Gesellschaft tun kann, um die Problematik nicht ausufern zu lassen.

    Dazu kämen viele weitere Massnahmen, die nichts direkt mit Alkohol zu tun haben, sondern die reale Lebensqualität verbessern und damit Exzessanlässe reduzieren. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

    1. Alkehol als Beruhigungspille im Kapitalismus verbieten?

      Solange es keinen vernünftiger Umgang des Systems mit seinen Bürgern gibt, wird man Alkehol und die anderen Drogen sowie viele andere Ablenkungen geben.

  6. Nur mal so am Rande:
    Die amerikanische Prohibition, die von 1919 bis 1933 dauerte, war der Ausgangspunkt für einen riesigen Schmuggelmarkt, der von einer aufstrebenden italienisch-amerikanischen Mafia geleitet wurde. So kam es, dass berühmte Persönlichkeiten wie Al Capone riesige Vermögen aufbauten.

    Ich für meinen Teil plädiere dafür, daß die Genuß- und Spassverweigerer und sonstige Calvinisten einfach ihr Ding machen und sich nicht ständig um das Wohlergehen der anderen sorgen.
    Die Welt kommt auch ohne euch und eure zweifelhaften Wissenschaften ganz gut zurecht.

  7. Hi Zauberfee,

    ich respektiere absolut Ihre Meinung. Jeder Mensch sollte das machen dürfen, wozu er Lust hat, solange er niemanden anderen schadet oder sich und der Gesellschaft extreme schadet. Mit letzteres meine ich harte/ synthetische Drogen.

    Ich würde alle Drogen (also Alkohol, Zigaretten, Hanf, Koks und was es noch so an leichten Zeug gibt) in staatlichen Läden zu begrenzten Öffnungszeiten mit begrenzten Mengen an über 18 Härtere über 21 Jahren verkaufen. Den Gewinn und die Steuern auf die Drogen würde ich zu Terapiezwecke verwenden und Antidrogenaufklärung. Viel würde ich in die Antidrogenkampangen bei Kindern ab 10 Jahre und Jugendlichen verwenden.

    Und eine ganz wichtige Sache noch, die erwähnte schon Pnyx, man muß sich um die „Abgehängten“ kümmern. Und das geht bereits in der Schule los.

    Aber das will man ja in diesem system nicht. RTL zeigt die „Abgehängten“ ja regelmäßig in sein Bildungs- und Erziehungsfernsehen „den möchte gern was erreichenden“.

    Ich wollte Ihnen mit meiner Meinung nicht Ihren Spaß verderben. Machen Sie Ihr Ding.

  8. Alkoholkonsum für Bevölkerung ab 15 J. führt mE. in die Irre, denn
    a) nimmt der Alkoholkonsum im hohen Lebensalter im Allgemeinen deutlich ab
    b) hat in Deutschland den letzten 10 Jahren die Zahl der Menschen, die aus religiösen Gründen keinen Alkohol trinken, deutlich zugenommen.

  9. Leben wir nicht seit bald 3 Jahren, in einer Gesellschaft, die Virologen, Medizinstatistikern, Gerontologen, Onkologen, Physiologen, und vielen Fachwissenschaftlern mehr unterstellt, sie stellten wissenschaftliche Grundlagen bereit, die eine kontinuierliche Verlängerung der statistischen Lebenserwartung ermöglichen? Diese Art wissenschaftlichen und moralischen Fortschreitens führt geradewegs ins ewige Leben für alle. Wird behauptet.
    Es darf in diesem Zusammenhang hoffentlich noch darauf hingewiesen werden, dass statistisch modellierte Zusammenhänge die Ursache und Wirkung einzelner Stoffe, körperlich oder psychisch und sozial belastender Bedingungen auf Lebendiges nicht erklären. „Wer genug zu Essen hat, lebt vergleichsweise gesund.“ Diese banale Wahrheit ist zur Zeit für ca. 10 % der Weltbevölkerung ein Wunschtraum.
    Allen Exemplaren aller Arten steht zwischen Zeugung/Vermehrung und Tod eine Zeitspanne zur Verfügung, deren Dauer nicht abschätzbar ist, sondern für Menschen eine Frage persönlichen Glücks. Nichts würde mich mehr belasten, als auf jeden Genuss zu verzichten, um das zu tun, was ein anderer als gesundheitlich optimierte Lebensgestaltung empfindet.
    Die Verantwortung für diese Abwägungen muss man schon den Individuen selbst überlassen. Man nennt das Autonomie und Menschenwürde.
    Gesellschaftliche Regeln und gesundheitspolitische Entscheidungen können in einen politischen Zusammenhang gebracht werden. Allerdings nicht unter der Überschrift „Garantie eines möglichst langen Lebens“, sondern bestenfalls unter der Fragestellung „Wieviel Gesundheit kann und will eine Gesellschaft ermöglichen? Mit welchen Mitteln?“ Da geht es aber um politische Klärungsprozesse, nicht um Gesundheit und Wissenschaft Das hat mehr mit Armut und Reichtum zu tun, als Mediziner, Moralisten, Gesundbeter … in die öffentliche Debatte tragen. Fürs Verschweigen dieses grundlegenden Zusammenhangs werden sie nämlich von der globalen Gesundheitsindustrie in aller Regel gut alimentiert, den Krankenkassen und Kliniken, der pharmazeutischen Industrie, der Ernährungswirtschaft, den Nutznießern der materiellen Produktion … .
    Den Namen des derzeit obersten Unverantwortlichen im Amt nenne ich nicht. Ich möchte ihm keine Gegenheit bieten, sich als von mir angefeindet zu empfinden. Er braucht sonst noch mehr gepanzerte Transportmittel um sich sicher zu fühlen. Sonst könnte er krank werden und das wird teuer!

  10. In Zeiten von Corona-Zwangsimpfungen mit eklatanten Nebenwirkungen, sinnfreiem aber ungesunden Maskentragen und das Immunsystem stressende Panikkommunikation bin ich mir relativ sicher, dass ich als biertrinkender Ungeimpfter die meisten Abstinezler entspannt und genießend überleben werde.

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