Gräueltaten an Zivilisten: Was ist in Bucha geschehen?

Bilder zeigen die Toten in Bucha nach Abzug der russischen Truppen
Tote in Bucha nach Abzug der russischen Truppen. Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Vier Tage nach dem Rückzug der russischen Truppen aus Bucha wurden vom ukrainischen Verteidigungsministerium Fotos und Videos von Gräueltaten an Zivilisten angeblich durch russische Truppen verbreitet – und es kam blitzschnell zu einer Medienkampagne und zur Ankündigung neuer Sanktionen.

 

 

 

Vier Tage nach der Rückeroberung von besetzten Gebieten nördlich von Kiew bzw. nach dem Abzug der russischen Truppen wurden vom ukrainischen Verteidigungsministerium Bilder und Videos aus der Stadt Bucha (Butscha) verbreitet, deren (Wieder)Einnahme am 31. März verkündet wurde. Auch von anderer Seite wurden Videos veröffentlicht. Zeigen sollen die Bilder, dass die russischen Soldaten offenbar wild um sich schießend Zivilisten getötet und in einem Keller Gefangene exekutiert haben. Auf einem Foto sieht man drei Tote, einem sind die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden. Auf einem anderen Foto sollen fünf nackte Frauenleichen unter Decken liegen, die russische Soldaten nach einer Vergewaltigung angeblich verbrennen wollten.

Der Vorfall dient nun einer massiven Kampagne, eine neue Sanktionswelle gegen Russland loszutreten und das russische Militär für Kriegsverbrechen verantwortlich zu machen. Die Maschine läuft so gut geschmiert, dass der Verdacht entsteht, dass hier irgendetwas nicht stimmen könnte, auch wenn es natürlich sein kann, dass ausschließlich russische Soldaten für die Gräueltaten verantwortlich sind. Zufällig oder nicht wurde auch ein Bericht von Human Rights Watch über mögliche Kriegsverbrechen der russischen Truppen zwischen dem 27. Februar und dem 14. März veröffentlicht. Danach sollen russische Soldaten am 4. März fünf Männer zusammengetrieben haben. Sie hätten sich niederknien, ihre Jacken ausziehen und ihre T-Shirts über ihre Köpfe ziehen müssen. Einer der Männer sei dann exekutiert worden. Auch andere Bewohner seien aus ihren Häusern geholt worden. Offenbar ging es nach Zeugenaussagen darum, Mitglieder der Territorialen Verteidigung ausfindig zu machen.

Die Ukraine hatte vor dem Krieg dazu aufgerufen, überall in die dem Militär unterstehende Territoriale Verteidigungseinheiten einzutreten, um die Russen bekämpfen. Sie wurden oft von Mitgliedern der Freiwilligenverbände trainiert. Damit wurde aber auch potenziell jeder Ukrainer zum Kämpfer und der Krieg zum totalen Krieg. Wenn die Zeugenaussage zutrifft, dann war die Tötung des Mannes ein Kriegsverbrechen, auch wenn er bei der Territorialen Verteidigung war und vielleicht auch Tätowierungen hatte, die auf ein Mitglied in einer der rechtsnationalistischen Milizen hinwiesen, die sich mitunter mit Nazi-Symbolen schmücken.

Die tagesschau berichtete beispielsweise: „In der Kleinstadt Butscha wurden zahlreiche Tote gefunden. ‚Alle diese Menschen wurden erschossen‘, sagte Bürgermeister Anatoly Fedoruk. Die Straßen seien mit Leichen übersät. Es stünden Autos auf den Straßen, in denen ‚ganze Familien getötet wurden: Kinder, Frauen, Großmütter, Männer‘. Nach Angaben des Bürgermeisters mussten 280 Menschen in Butscha in Massengräbern beigesetzt werden, da die drei städtischen Friedhöfe noch in Reichweite des russischen Militärs lagen.“ Der ukrainische Präsident Selenskij sprach von „Völkermord“ und beschuldigte Merkel und Sarkozy, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war gleich bei der Hand und bezeichnete dies als russische „Kriegsverbrechen“. Bundeskanzler Scholz sprach sich für neue Sanktionen aus. Auch Außenministerin Annalena Baerbock verurteilte Russland angesichts der wohl auf ihre Authentizität ungeprüften Bilder, um neue Sanktionen zu fordern:

„Die Bilder aus Butscha sind unerträglich. Putins hemmungslose Gewalt löscht unschuldige Familien aus und kennt keine Grenzen. Die Verantwortlichen für diese Kriegsverbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir werden die Sanktionen gegen Russland verschärfen und die Ukraine noch stärker bei ihrer Verteidigung unterstützen.“

Ein Mensch liegt auf seinem Fahrrad tot in den Straßen von Bucha
Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Wir wissen trotz der Bilder und einiger Aussagen nicht, was in der Kleinstadt Bucha wirklich passiert ist, vor allem weil die Bilder erst vier Tage nach der Einnahme veröffentlicht wurden. Verstörend sind die angeblichen gefesselten und exekutierten Leichen in dem „Folterkeller“. Aus den Bildern geht nicht hervor, wer für die vielen toten Zivilisten – seltsamerweise sind keine Leichen russischer oder ukrainischer Soldaten zu sehen -, die auf den Straßen und Hinterhöfen liegen, verantwortlich ist. Es wurde offenbar gekämpft, dabei dürften auch die ukrainischen Soldaten mit Artillerie und Maschinengewehren geschossen haben, Teile der Verwüstungen – und manche Tote? – müssten logischerweise auch auf sie zurückzuführen sein.

Am 1. April hatte das ukrainische Militär noch nichts von getöteten Zivilisten berichtet, sondern nur, dass die abziehenden russischen Truppen Gebäude und Infrastruktur vermint hätten. Am 2. April wurde davor gewarnt, jetzt schon in die zurückeroberten Städte wie Irpin oder Bucha zu gehen. Ebenfalls am 2. April berichtete die ukrainische Polizei, ohne auf Tote zu verweisen, dass Bucha nun von „Saboteuren und Kollaborateuren geäubert“ werde. BBC berichtete allerdings am 2. April, dass der Bürgermeister sagte, die Straßen seien mit Leichen übersät und 280 Tote seien in Massengräbern. Interessant ist, dass die New York Times immerhin berichtet, dass in Irpin Kämpfer des Odon-Freiwilligenverbandes, in dem auch Ausländer integriert sind, am Dienstag die Kontrolle übernommen und die Stadt „von verbliebenen russischen Kräften gesäubert“ haben. Und es ist die Rede davon, dass auf einem Foto zu sehen sei, dass Kämpfer des Asow-Regiments in Bucha „durch die Überreste eines russischen Militärkonvois“ gehen.

Dass in Bucha Asow tätig war und die russischen Kriegsverbrechen dokumentierte, ist an sich nicht notwendig verdächtig, auch wenn Asow versucht, ästhetisch perfekte Videos zu machen, die den eigenen heldenhaften Kampf und die Gräueltaten des russischen Gegners demonstrieren sollen. Seltsam ist, dass erst drei Tage nach der Rückeroberung die Bilder veröffentlicht wurden, man also womöglich die Leichen weiter auf der Straße liegen ließ. Einseitig ist die Darstellung auf jeden Fall, da bei kriegerischen Handlungen beide Seiten in städtischen Gebieten feuern, wodurch Zivilisten getötet werden können. BBC weist denn auch darauf hin: „Reuters-Reporter schreiben, dass sie durch Granatsplitter, Explosionen oder Kugeln getötet worden sein könnten.“

Wenn das russische Verteidigungsministerium erklärt, die russischen Truppen hätten Bucha am 30. März verlassen, bis dahin sei kein einziger Zivilist Opfer von Gewalttaten geworden, ist das ebenso unglaubwürdige strategische Kommunikation wie die von der Alleinschuld der russischen Truppen.

Tote liegen im Sand verbuddelt in einem Graben in Bucha
Bild: Ukrainisches Verteidigungsministerium

Beide Seiten unterstellen jeweils der anderen, sich hinter Zivilisten und in zivilen Gebäuden zu verschanzen oder schwere Waffen wie Panzer oder Artillerie nahe an Wohngebäuden, Kindergärten, Schulen etc. aufzustellen. Stadtkampf ist schmutzig, Zivilisten werden notwendig Opfer, wenn welche noch in den umkämpften Städten bleiben. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnet die Vorwürfe und Bilder als Fake und wandte sich an den Sicherheitsrat, den Vorfall zu untersuchen. Russische Medien fragen, warum die Bilder erst Tage nach der Besetzung verbreitet wurden, warum die russischen Truppen vor dem Abzug nicht die Leichen als Beweise ihrer Gräueltaten entfernt haben. Der Leiter der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Verbreitung falscher Informationen, der öffentlichen Kontrolle und der Sicherheit im Internet, Alexander Malkevich, weist darauf hin, dass der Westen „umfassende militärische Informationsangriffe gegen Russland“ durchführe: „Wir müssen verstehen, dass die Kontaktlinie jetzt nicht im Donbass ist, sondern in London und Washington. Und es ist das Ergebnis des Informationskrieges des Westens gegen Russland. Ein echter Krieg, der mit allen verfügbaren Mitteln und, wie man so sagt, schon lange geführt wird.“ Der Westen wirft wiederum Russland Fake News und Desinformation vor.

Seltsam ist ein auch vom ukrainischen Verteidigungsministerium verbreitetes Video von einer Fahrt durch eine Straße mit Leichen. Da sieht man in der 12. Sekunde, wie eine Leiche den Arm zum Schutz vor dem vorbeifahrenden Fahrzeug wegzuziehen scheint. Und im Rückspiegel könnte man in der 30. Sekunde sehen, wie sich eine der Leichen aufrichtet. Die Leichen scheinen drapiert zu sein. Angeblich beschossen ukrainische Truppen Buch auch noch, als die russischen Truppen bereits abgezogen waren. Andere suchen die Argumentation zu widerlegen. Beispielsweise sei das Wegziehen der Hand eine optische Täuschung, was man bei größerer Auflösung sehen könne. Das könnte tatsächlich so sein, aber auf die sich aufrichtende Leiche wird hier nicht eingegangen.


Tote mit auf dem Rücken gefesselten Händen in Bucha

Nachtrag: Russische Medien weisen darauf hin, dass einige der Toten weiße Armbinden tragen. Auch einer der Toten in dem „Folterkeller“, erkennbar in dem vom ukrainischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Video, trägt eine solche. Das ist ein Kennzeichen der russischen Streitkräfte, das der ukrainischen ist die blaue Armbinde. Angeblich sollen sich Einwohner von Bucah eine weiße Armbinde angezogen haben, um ihre Solidarität auszudrücken, wahrscheinlich vor allem, um sich zu schützen. Die Behauptung ist, dass diese Menschen von den ukrainischen Truppen, darunter Asow, als „Saboteure und Kollaborateure“ galten oder mit Russen verwechselt wurden.

Weiße Armbinden an den Leichen in Butscha


Man wird erst wissen, was wirklich vorgefallen ist, wenn es unabhängige Untersuchungen gibt, die in einem Kriegsgebiet kaum möglich sind. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat in der Region Kiew 410 Leichen aufbewahrt, um sie im Hinblick auf russische Kriegsverbrechen zu untersuchen. Allerdings ist dies eine parteiische Untersuchung. Bewiesen werden soll, dass die politische und militärische Führung der Russischen Föderation für den Völkermord am ukrainischen Volk verantwortlich ist. Selbstverständlich werden nur russische Kriegsverbrechen untersucht. Auch Russland dokumentiert Kriegsverbrechen. Selbstverständlich nur ukrainische. Erstaunlich ist im Westen, dass die Bilder ohne weitergehende Prüfung als Beweise für russische Gräueltaten verwendet werden. Es fehlt jede journalistische Skepsis gegenüber der ganz gewöhnlichen strategischen Kommunikation der Kriegsparteien. Es ist bei aller möglichen Solidarität mit Kiew naiv, davon auszugehen, dass dort die pure und unverfälschte Wahrheit verkündet wird, während aus Russland, auch Mordor in der Ukraine genannt, nur Fakes und Desinformation kommen.

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26 Kommentare

  1. Mir passt die pauschale Behauptung nicht: „Wenn das russische Verteidigungsministerium erklärt, die russischen Truppen hätten Bucha am 30. März verlassen, bis dahin sei kein einziger Zivilist Opfer von Gewalttaten geworden, ist das ebenso unglaubwürdige strategische Kommunikation wie die von der Alleinschuld der russischen Truppen.“

    Wieso ist das unglaubwürdig, wenn der Bürgermeister des Ortes diesen am Tag drauf als „befreit“ erklärt, kein Wort über tote Zivilisten? Und weitere zwei Tage bis zur „Entdeckung“ des Massakers vergehen?

    Zwei Tage nach dem Abzug haben SBU und Territorialverteidigung („Volkssturm“) die Kontrolle übernommen, Danach finden sich die Toten, oft mit weissen Armbinden, die unter der russischen Besatzung friedliche Absichten und Kooperation signalisierten. Sind da nicht Rachefeldzüge gegen „Kollaborateure“ plausibler?

    Wie auch immer, die westliche Medienartillerie wird weiter Breitseiten schiessen, Tatsachen oder nur kritische Fragen stören da bloss. Sanktionen sind Kriegsakte, Zensur etwa gegen RT auch, und die staatlichen („offentlich rechtlichen“) und Konzernmedien sind auch im Krieg. Wobei die taz die scharfrechte Presse rechts überholt. Schöne neue Welt.

    1. „Wieso ist das unglaubwürdig, wenn der Bürgermeister des Ortes diesen am Tag darauf als „befreit“ erklärt, kein Wort über tote Zivilisten? “

      Hier das Video vom 31.3. mit dem gut gelaunten Bürgermeister, der einen Tag nach Abzug der Russen offensichtlich immer noch nichts von den „mit Leichen übersähten“ Straßen weiß.

      https://www.youtube.com/watch?v=ItpCmtDawhw&t=2s

      PS Wenn ich mich als für die strategische Kommunikation in dieser Situation Verantwortlicher unter den vom russischen Militär verlassenen Orten Butscha, Irpin, Hostomel für einen hätte entscheiden müssen – ich hätte auch Butcher, äh Butscha genommen.

  2. Ich finde, so geht Journalismus. Nicht gemein machen mit einer Sache.
    Was mir noch durch den Kopf gegangen ist, sind die Filmchen in denen Ukrainer russischen gefangenen in die Beine schießt, wer wird daran jetzt noch denken. Denkt doch jemand daran, dann wird es eine Relativierung sein.

  3. „Seltsam ist, dass erst drei Tage nach der Rückeroberung die Bilder veröffentlicht wurden, man also womöglich die Leichen weiter auf der Straße liegen ließ.“ Es gibt ein 7-minütiges Video vom 2.4. wo man ukrainische Kräfte durch Bucha fahren sieht. Weit und breit keine Leiche, nur Fahrzeuge quer auf der Strasse, die weggeschoben werden. Der erste Abschnitt des Textes dazu lautet (maschinenübersetzt) folgendermassen: „Am 2. April starteten Spezialeinheiten der ukrainischen Nationalpolizei eine Säuberungsaktion in der besetzten Stadt Bucha in der Region Kiew, wo Saboteure und Kollaborateure der russischen Truppen festgenommen wurden.“ Wer weiss, was bei diesen ‚Festnahmen‘ so alles passiert ist.

    Seltsam ist auch, dass die Leichen verstreut auf der Strasse gelegen haben sollen. Was machten diese Zivilisten auf der Strasse?

    Der Umstand, dass Mitglieder der deutschen Regierung alles sofort als bewiesene Tatsache behandeln, ist ebenfalls ein starker Hinweis auf propagandistischen Hintergrund. Normalerweise müsste man doch mindestens Formulierungen wie ‚Wenn das stimmt, dann …‘ erwarten. Immerhin kommt die Information ja ausschliesslich von interssierter Seite, eine neutrale Untersuchung drängt sich auf.

    1. Theoretisch wäre es ja möglich, den Todeszeitpunkt der Betroffenen festzustellen und ihn mit dem Zeitpunkt des Abzugs der Russen und dem der „Säuberungsaktion“ abzugleichen – aber wer hat daran schon ein Interesse bzw. wäre für alle Seiten glaubwürdig?

    2. UvdL und ihre Berater wollen das ja jetzt brutalstmöglich auflären… Ich zweifle nicht daran, dass da ja die Wahrheit genauso ans Licht kommt wie bei Flug MH17. Bekanntlich ließ man damals die Wrackteile noch mehr als 4 Monate ohne Absicherung in der Gegend liegen, bis dann mal „Spezialisten“ und OSZE (OSCE)- Mitarbeiter mal so langsam vor Ort was anleierten. Und die Flugschreiber hatte London eingesackt und nicht mehr zugänglich gemacht. Kann UvdL bestimmt noch was lernen.

      Und für alle, die noch mehr lernen wollen, empfehle ich „Ukraine On Fire“ von Oliver Stone und „Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg / The Concealed War“ von Mark Batalmai. Beides auf YT aktuell wieder zu haben.

    3. Da gebe ich Dir voll und ganz Recht . Ein Beispiel war damals 2021 , wo auch der Ofarim ein Hotelitarbeiter in Leipzig verleumdet hatte und in nur paar Stunden die ganzen Medien berichteten wie man so Rassistisch gegen diesen Juden sein kann und es wieder ein Aufleben des Nazismus geben würde . Nicht lange , hatte sich durch Beweise herausgestellt das dieser Ofari gelogen hatte , weil man Ihn nicht fürstlich bediente als angeblichen,, Star ,, . Aber auch von der Regierung die gleich als erster mit viel Kritik und Abscheu gegen das Hotel gehandelt hatte war nach den Lügen nicht bereit , sich zu entschuldigen . Ich wurde bei FB gesperrt weil ich gesagt hatte an sollte erstmal die Zeugen hören wenn es welche geben sollte

  4. Vorgeblich hatte man im Kreml doch den Menschen gesagt, dass der Einmarsch vorrangig dem Ziel dient, die Ukraine von den Banderas, Aidars und Asows usw. zu befreien.
    Wie man sieht vertrauten die Leute darauf. Weiße Armbinden sollten es sichtbar machen. Was haben sie nun davon?
    Es bleibt nur der fade Beigeschmack eines unverantwortlichen Versagens des Kreml.
    Es ist schwer einen vom ersten Eindruck umzustimmen, den er sich gemacht hat, denn der Faden der Wahrheit ist schwer zu finden, wenn er sich erst einmal verstrickt hat.
    Das Vertrauen in die Absicht des Kreml bleibt nun nachhaltig ramponiert, fürchte ich.

  5. Ein guter und einigermaßen neutraler Artikel. Vor allem die Betrachtung der Timings scheint mir wichtig. In Syrien lief es so ähnlich.
    Nur die Verortung als ‚unglaubwürdige strategische Kommunikation‘ irritiert mich. Der eine sagt so, der andere sagt so, würde doch reichen.
    Unglaublich ist die Reaktion unserer Politiker. Aber wie wir schon bei Corona gesehen haben, können sie wohl nicht anders. Sachlichkeit gibt es nicht mehr.

    1. Spielen bei deiner Einschätzung Vorurteile mit?
      Wie kann man bei der Indizien- und Beweislage sich ein abschließendes Urteil bilden?
      Die Russen haben zur Aufarbeitung eine Sondersitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt, die Briten haben diese abgelehnt, Warum?
      Das der Vorfall nur der Ukraine und dem Westen nutzt ist zumindest unbestreitbar.

  6. Mich erinnert ein solches Ereignis stark an das Unternehmen Barbarossa. So ein menschenverachtendes Verhalten war bei den Nazis nicht selten, und das auch unterstützt durch Ukrainer.

  7. Klar, bewiesen ist nichts zu 100%. Allerdings habe ich ein kleines Veto.
    Aussage:
    „Es ist bei aller möglichen Solidarität mit Kiew naiv, davon auszugehen, dass dort die pure und unverfälschte Wahrheit verkündet wird, während aus Russland, auch Mordor in der Ukraine genannt, nur Fakes und Desinformation kommen.“

    Mag im Grundsatz eventuell stimmen, allerdings ist es schwer einem Land zu glauben, dass die Meinung in seinem eigenen Land verwehrt, Menschen die von „Krieg“ sprechen oder nur ein leeres Schild in die Luft heben in den Knast wirft – mittlerweile eventuell sogar für 15 Jahre -, so gut wie keine unabhängigen Quellen zulassen und Social-Media verbietet. Um nur eigene Punkte zu nennen.
    Alle Punkte dienen dazu die eigene Propaganda als Tatsache zu verkaufen. Und warum sollte Russland plötzlich ehrlich zu uns sein, wenn sie andere Gedanken/Meinungen in ihrem eigenen Land verbieten?

    Daher, der Grundgedanke ist gut, aber es ist nun mal schwer einem Land zu glauben, welches einen Angriffskrieg gegen ein anderes Land gestartet hat.

  8. Knapp zwei Wochen nach Kriegsbeginn haben sich laut den aktuellsten Zahlen der Behörden bereits 100 000 freiwillige Ukrainerinnen und Ukrainer bei den sogenannten Territorialen Verteidigungsstreitkräften registriert. Freiwillige werden danach grundsätzlich mit Waffen ausgestattet, erhalten eine Ausbildung und verteidigen dann ihre eigenen Städte und Dörfer. Doch jetzt, mitten im Krieg, bleibt für eine richtige Ausbildung kaum Zeit. Bilder aus Lwiw zum Beispiel zeigen Männer bei einem improvisierten Schiesstraining in einem Kinosaal. Einige tragen Jogginghosen und Turnschuhe. aus NZZ

  9. Diese „Territorialen Verteidigungsstreitkräfte“ sind genau mein Thema. Soweit mir bekannt, müssen Kombattanten als solche durch eine Uniform erkennbar sein. Ist dies nicht der Fall, besitzen sie keinen Rechtsstatus. Zivilisten sollten es darum tunlichst vermeiden, in einem Krieg mitzumachen.

  10. Aktuelle Kriegsgräuel in der Ukraine / Kiew / Butscha
    ‚Berichte‘ – ‚Einordnungen‘ – ‚Propagandamaschinerie‘ hüben wie drüben – Was mir auffällt seit dem 24.02.2022 ( Teil 1-? )

    1) Wieder einmal wurde die UNO umgangen bzw. ausgehebelt und instrumentalisiert von den ständigen Mächten des UNO-Sicherheitsrates sowie anderer Staaten ( z. B. Deutschland ) – wie immer seit 1945! Mit der Gründung der UNO gilt ein weltweites Kriegsverbot. Nur in zwei Ausnahmen sind kriegerische Maßnahmen zugelassen ( Selbstverteidigung oder Mandat des UNO-Sicherheitsrates ). Die Realität ist jedoch eine ganz andere. Die Kriege nach 1945 in Vietnam, Korea, Syrien, Irak, Afghanistan usw. mögen hier als wenige Beispiele dienen.

    Und Denken im Vor-vor-vorgestern bzw. daraus abgeleitete Handlungsschemata folgten nach dem 24.02. Ein Stück aus dem Kriegslehrbuch alter Schule begann. – Lehren ziehen aus dem II. Weltkrieg ( Stichworte Anlass und Ursache )? Nein, Geschichtsvergessenheit nennt man so etwas euphemistisch – und zwar mit Kalkül.

    2) Frau Außenministerin Baerbock von Bündnis 90/Die Grünen verfiel unglaublich schnell – direkt am 24.02.2022 nämlich – in eine recht aggressive Rhetorik, welche jede Fähigkeit zur Diplomatie ( der immerhin deutschen Chefdiplomatin ) vermissen ließ. Diese Form von Rhetorik eskalierte in einem unglaublichen Tempo. Der Fokus: Putin, der einen Preis zahlen muss.

    Ich gewann den Eindruck, dass die US-amerikanische, europäische und deutsche Politik nur auf diesen Startschuss bzw. geostrategischen Fehler ( durch Putins Angriff ) gewartet haben. – Nebenbemerkung: Dass Herr Diktator Putin ( der war eher noch nie ein „lupenreiner Demokrat“, wie Putin-Freund Gerhard Schröder von der SPD umgekehrt weiland formulierte, und ebenso Herr Islamfaschist Erdoğan bzw. Herr Orbán nicht ) bzw. die Russische Föderation seit Putins Rede im Deutschen Bundestag am 25.11.2001 ( da tobte der entsetzliche Krieg in Tschetschenien! ) seitens USA, NATO, G7-Staaten und EU an den ‚weltgeschichtlichen Katzentisch‘ gesetzt wurde – Obama sprach sogar von einer „Regionalmacht“ – klammere ich hier einmal aus. Dass dies Herrn Putin sowie die Russische Föderation nicht amüsiert hat, behaupte ich mit Nichtwissen. Dass ich den barbarischen Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine sowie die damit einher gegangenen Kriegsgräuel verstehen möchte, macht mich zum ‚Putin-Versteher‘. Verstehen bedeutet mitnichten gutheißen oder positiv akzeptieren.

    3) Die sog. Leitmedien ( u. a. Der Spiegel, FAZ, Die Zeit, Süddeutsche ) in Deutschland und anderen zogen – gleichsam wie Erfüllungs- und Verrichtungsgehilfen der Bundesregierung – verbal aggressiv fast unisono und sofort mit; dabei die Politik oft an Aggression weit übertreffend. Gewiss, es wurde brav darauf hingewiesen, dass Meldungen / Nachrichten von unabhängiger Seite nicht überprüft werden konnten; ein wohlfeiles Feigenblatt, um Objektivität vorzutäuschen.

    4) Die Berichterstattung mit meist immer gleichen, konservativen (!) ‚Experten‘ seitens der sog. ‚Öffentlich-Rechtlichen Medienanstalten‘ einerseits ( phoenix, tagesschau z. B. ) sowie via den Formaten „Anne Will“ oder „hart aber fair“ oder „Monitor“ usw. andererseits, erging sich in ‚Kriegstreibereien‘ der besonderen Art sowie in ‚Schwarz-Weiß-Malerei‘ `a la „Der Stürmer“. Insbesondere auch auf deren Plattformen in den ‚Sozialen Netzwerken‘.

    Mir kam es so vor, und die aktuelle Causa Butscha zeigt dies medial sehr gut, als ob man es kaum erwarten könne, mit der Russischen Föderation ( an deren Spitze Herr Putin steht ) in eine atomare Auseinandersetzung einzutreten mit dem Ziel, endlich einmal taktische Nuklearwaffen ausprobieren zu können. Ja, die Stimmung in Europa erinnert mich sehr an die Jahre vor dem I. Weltkrieg, welche Thomas Mann treffend in Gedanken im Kriege beschrieb: vor Kriegsbeginn im Jahre 1914 gierten die europäischen Großmächte geradezu danach, endlich ‚alte Rechnungen‘ begleichen zu können mit top-modernen Waffen: Luft / Chemie.

    5) Im öffentlichen Debattenraum ( Leitmedien / Öffentlich-Rechtliche bzw. Privat-Fernsehanstalten usw. ) finden so gut wie ausschließlich Hass und Hetze gegen den Diktator Putin und die Russische Föderation statt. JournalistInnen und WissenschaftlerInnen wie andere ExpertInnen, welche diesen furchtbaren Krieg sorgsam und mit eine Art 360-Grad-Perspektive analysieren, werden nicht zu Debatten bei ARD und ZDF usw. eingeladen, denn deren Analysen, Einordnungen und Auffassungen passen nicht zur Informations-Marschrichtung von USA, NATO, G7-Staaten und Bundesregierung. Das ist fatal!

    6) Der heutige Herr Diktator Putin fiel nicht vom Himmel. Er wurde zu dem gemacht, was er heute ist ( Stichwort Katzentisch ). Jeder Krieg hat einen Anlass und eine Ursache. Das lernt jeder Student im Studium der Geschichtswissenschaft im ersten Semester. Diese Binsenweisheit geriet ebenfalls vollends aus dem Blickfeld. Und zwar mit Absicht, von Politik und Leitmedien gesteuert. Analoges konstatierte Sebastian Haffner in seiner kurzweilig zu lesenden Darstellung Von Bismarck zu Hitler.

    Der Ukrainische Botschafter in Deutschland, Herr Dr. Andrij Melnyk, legt als einziger publikumswirksam den Finger in die Wunde, wenn er u. a. die Verantwortlichkeiten von Frau Dr. Merkel sowie von Herrn Frank-Walter Steinmeier ( einst Kanzleramtsminister unter Schröder sowie Außenminister unter Dr. Merkel ), apostrophiert. Er vergaß bis heute jedoch Herrn Gerhard Schröder, welcher in den Konzernen Gazprom und Rosneft Top-Führungspositionen bekleidet und hier nahezu 900.000,- € im Jahr verdient, wenn ich richtig informiert bin. Wen wundert es also, dass Deutschland so viel Erdgas u. a. m. aus der Russischen Föderation bezieht? Ein Schelm, der Übles dabei denkt. Ich unterstelle Herrn Schröder Übelstes zum eigenen Vorteil.

    7) Der Krieg in der Ukraine ein von USA, NATO, G7-Staaten und EU stillschweigend in Kauf genommener geostrategischer Kollateralschaden? Ich denke ja!

    8) Wann begreift der Mensch, dass die schnellstmögliche Herbeiführung eines größtmöglichen Weltwohles Maßstab allen politischen Handels sein muss? Wann begreift der Wähler, dass man den Bock nicht zum Gärtner machen kann? Ich denke niemals!

    1. Hallo Herr Weinert !

      Ich kann dazu nur sagen : Alles gesagt , denn genauso sehe ich das auch . Man benutzt die Ukraine um den Russen einzukesseln und die Ukraine bemerkt es nicht einmal . Sie sehen nur die Millionen Dollar die man Ihnen als Geschenk , aus den USA überreicht .

  11. Wie können die Verfasser dieses Artikels nachts ruhig schlafen?
    Human Rights Watch hat bereits seit Anfang März über Verbrechen an Zivilsten, u.a. Tötungen in Bucha berichtet.
    Dafür gibts offizielle Quellen, eben HRW!

  12. 2.
    Das erste Video der Leichen auf den Straßen wurde nicht vier Tage später, sondern AM TAG der Befreiung, dem ersten April auf dem Twitter Account @VitctoriiaUAH gepostet.

    So geht Journalismus halt nicht.

  13. Gräuelpropaganda, damit meine ich die politische Ausnutzung von Gräueln unabhängig davon, wer sie begangen hat, appelliert an das primitivste und gefährlichste Gefühl des Menschen, an Rache. Rache erlaubt alles und überschreitet jedes Maß. „Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Strieme! Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so Lamech siebenundsiebzigfach“ (1. Mo 4,23.24). So wurden die 3000 Todesopfer von 9/11 mit über 500000 toten Irakern und über 100000 Todesopfern in Afghanistan gerächt, also allein in diesen Ländern in der Sprache des alten Testaments sogar 200-fach gerächt. Lamech wurde damit um das 2,6 fache übertroffen. Deshalb schreibt Paulus: Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR.“ Roemer 12:19

  14. @DeineMami2

    „Das erste Video der Leichen auf den Straßen wurde nicht vier Tage später, sondern AM TAG der Befreiung, dem ersten April auf dem Twitter Account @VitctoriiaUAH gepostet.“

    (https://overton-magazin.de/politik-wirtschaft/graeueltaten-an-zivilisten-was-ist-in-bucha-geschehen/#comment-1451)

    Ergebnisse eigene Suche (da Link bislang nicht von Ihnen gepostet):

    https://twitter3e4tixl4xyajtrzo62zg5vztmjuricljdp2c5kshju4avyoid.onion/VitctoriiaUAH

    @VitctoriiaUAH
    This account doesn’t exist

    https://twitter.com/search?q=VitctoriiaUAH&src=typed_query

    No results for „VitctoriiaUAH“
    The term you entered did not bring up any results.

    Selbst wenn während der Suche via Tor ein ukrainischer Exit-Node gewählt wird (31.42.185.52; Virtual Systems LLC, 03150 Kiew, Ul. Laboratorna 33/37, Tel.: +380981968199, Herr Wjatscheslaw Smirnow), gibt es zu dem von Ihnen angegebenen Twitter-Account keine Ergebnisse.

    Daher noch einmal: Bitte posten Sie den direkten Originallinkk zur Quelle (Onion OK, aber bitte keine Kurzlinks o.Ä.), wo dieses Video mit dem Zeitstempel 01.04.2022 zu sehen sein soll.
    Danke.

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