Fracking erhöht für Anwohner die Mortalität

Frackingstandort in Colorado ganz nahe an Häusern. Bild: hsph.harvard.edu

Eine Studie von Harvard-Wissenschaftlern belegt, dass es vor allem für ältere Menschen gefährlich ist, nahe an Fracking-Standorten zu leben, die einen Giftcocktail freigeben. Für den grünen Wirtschaftsminister scheint dies unerheblich zu sein.

 

Fracking (Hydraulic Fracturing) ist nicht nur schlecht für die Umwelt und das Klima, es kann auch Erdbeben auslösen und das Grundwasser verseuchen. Und es ist dank des eingesetzten Chemiecocktails, dessen Zusammensetzung meist als Betriebsgeheimnis im Dunklen bleibt, auch für Menschen gefährlich. Das belegt gerade wieder eine Studie von Harvard-Wissenschaftlern, nach der ältere Menschen, die nahe an Fracking-Bohrlöchern oder in Windrichtung leben, ein höheres Risiko haben, vorzeitig zu sterben.

Die in Nature Energy veröffentlichte Studie untersuchte die gesundheitliche Folgen von nicht konventioneller Öl- und Gasförderung (unconventional oil and gas development – UOGD), die mit Fracking arbeitet. Darüber sei wenig bekannt. Es sei die erste Studie, so die Autoren, die Mortalität mit der Aussetzung von Menschen an mit UOGD verbundener Luftverschmutzung untersuchte. Immerhin gehen Giftstoffe von mehr als 2,5 Millionen Öl- und Gasquellen in die Luft, mehr als 17 Millionen Amerikaner leben im Umkreis von einem Kilometer von mindestens einer Quelle. Und das auch teils unmittelbar neben der Förderung.

Es gibt bereits Studien über die Aussetzung von Menschen an schädlichen Substanzen von UOGD-Aktivitäten  in der Luft und im Wasser, die zu Krebs, Herzkreislauf- oder Atemwegserkrankungen führen können. Für die Harvard-Studie wurden über 15 Millionen Medicare-Versicherte in den großen UOGD-Regionen von 2001 bis 2015 sowie Daten von 2,5 Millionen Öl- und Gasquellen analysiert. Für jeden Medicare-Versicherten wurde der Wohnort und das Alter ermittelt, um herauszufinden, welche Folgen die Aussetzung an die von UOGD verursachte Luftverschmutzung für Menschen hat, die nahe oder in der Windrichtung von UOGD-Aktivitäten haben, wobei demografische, sozioökonomische und Umweltfaktoren berücksichtigt wurden.

Festgestellt wurde der Zusammenhang, dass das Risiko eines vorzeitigen Todes desto größer wurde, je näher die Menschen am Ort der nicht konventionellen Öl- und Gasförderung leben. Auch wer in der Windrichtung von den Förderungsorten lebte, hatte ein größeres Risiko als diejenigen, die in der Nähe, aber gegen die Windrichtung lebten. Allerdings war das erhöhte Mortalitätsrisiko nur um 2,5% höher. Die Autoren der Studie schreiben:

“ Luftverunreinigungen, die von UOGD emittiert und windwärts transportiert werden, tragen zu einer erhöhten Sterblichkeit bei. Wir fanden auch ein statistisch signifikantes, aber geringeres relatives Risiko für Bevölkerungsgruppen, die im Windschatten von UOGD-Förderanlagen wohnen. Wir stellten die Hypothese auf, dass diese Zusammenhänge auf andere Faktoren zurückzuführen sein könnten, deren Transport unabhängig von der atmosphärischen Bewegung ist, wie z. B. Oberflächen- und Grundwasserkontaminationen, verkehrsabhängige Auswirkungen, Lärm, Lichtverschmutzung und Störungen der Lebensweise. Diese Zusammenhänge könnten auch durch UOGD-bedingte Luftschadstoffe erklärt werden, die in Gemeinden im Aufwind transportiert werden, wenn auch weniger häufig als in Gemeinden im Abwind.“

 

Letztes Jahr hatte ein Bericht der Physicians for Social Responsibility (PSR) aufgrund von internen Dokumenten von Unternehmen aufgedeckt, dass in dem Cocktailmix für Fracking „Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) und/oder Substanzen, die zu PFAS abgebaut werden können“, enthalten sind. PFAS werden mit Krebs, Geburtsschäden, und anderen gesundheitlichen Auswirkungen  in Verbindung gebracht. Schon in winzigen Konzentrationen sind sie giftig, sie  reichern sich im menschlichen Körper an und werden in der Umwelt nicht abgebaut. Sie heißen daher auch „Ewige Chemikalien“ (forever chemicals).

Wirtschaftsminister Habeck von den Grünen will nun den Bau von LNG-Infrastruktur in Deutschland mit Steuergeldern fördern, damit Frackinggas verstärkt nach Deutschland importiert werden kann, um russisches Erdgas, das über Pipelines kommt und weniger umwelt-, klima- und gesundheitsschädlich ist, ersetzt (Der Grüne Habeck will LNG-Infrastruktur mit Steuergeldern fördern). Für die aktuelle Gasversorgung angesichts des Konflikts der Nato mit Russland über die Ukraine nutzt das sowieso nichts, auch die Preise können aktuell damit nicht gesenkt werden.

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2 Kommentare

  1. Die atlantische Ideologie ist bei Gas-, also Habeck offenbar stärker als jede ökologische Überzeugung. Die Grünen sind ein Paradebeispiel dafür, dass der Gang durch die Institutionen des bürgerlichen Staates schwer deformative Folgen hat. Es ist tragisch.

  2. Wenn man kein eigenes Geld gibt, nimmt man das vom Steuerzahler.

    Psychologisch stellt sich die Frage, ( analog zu ) ist man als Verführtes Görlie:ER seinem:R Loverboy:IN hörig,
    oder hat man das Stockholm Syndrom.

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