Endlich wieder: Deutschland als „Führungsmacht“

Kampfpanzer Leopard
Noch zögert die Bundeswehr, Kampfpanzer Leopard in die Ukraine zu schicken. Bild: Bundeswehr/Rott/CC BY-2.0

SPD-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht propagiert „Kurswechsel“ und „Kulturwechsel“ zur nationalen Sicherheit, die Bundeswehr soll „Kern der deutschen Sicherheit“ und „zentrale Instanz für unsere Daseinsvorsorge“ sein.

 

Es ist schon  ein bisschen her. Unter dem damaligen, jetzt wegen seiner Russlandnähe geschmähten Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde mit Unterstützung der Grünen der erste und völkerrechtswidrige Kriegseinsatz der Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg gegen Serbien geführt. Das hätte eine konservative Regierung sich wohl nicht erlauben können. Ähnlich hat die rotgrüne Koalition auch die Hartz-Gesetze und eine extreme neoliberale Wirtschafts- und Finanzpolitik durchgesetzt, die die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben hat.

Jetzt wollen die Sozialdemokraten offenbar im Verein erneut mit den Grünen und der FDP den Deutschen und der Welt wieder mit einer Zeitenwende kommen. Deutschland, verantwortlich für die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und der systematischen Vernichtung von Juden, Roma und Sinti, Behinderten und Kriegsgefangenen, will zur alten Größe zurückkehren – und das ausgerechnet gegen Russland und im Windschatten der Ukraine, die einen Proxy-Krieg gegen Russland führt, aber ohne jede kritische Aufarbeitung  der Kollaboration mit den Nazis und dem gespenstischen aktuellen Nationalismus, der sich auf Bandera und Co. beruft.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, eine Getriebene, weil sie angeblich nicht genug schwere Waffen an die Ukraine liefert, wollte das offenbar mit ihrer Grundsatzrede zur Nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik wettmachen. Militärische Sicherheit soll über allem stehen. Deutschland muss also die Bundeswehr ausbauen, da Diplomatie, Entwicklungshilfe, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen angeblich nicht die Sicherheit garantieren können. Zwar hat Afghanistan gerade gezeigt, wie der Schwerpunkt auf nicht nur teure, sondern auch tötende militärische „Hilfe“, um Deutschland und den Westen im Hindukusch zu verteidigen, gescheitert ist. Macht aber nichts, Deutschland soll der amerikanischen Strategie folgen, die nicht nur in Afghanistan, sondern auch in Syrien, im Irak oder Libyen gescheitert ist. Hingegen zeigt China, dass soft power durchaus auch ohne militärische Präsenz und Intervention  erfolgreich sein kann.

Lambrecht sagt, dass die Bundeswehr „wieder als zentrale Instanz für unsere Daseinsvorsorge“ betrachtet werden müsse – „und zwar jeden Tag“. Das unterstellt, wir sind täglich bedroht. Nicht durch Terrorismus, sondern durch Streitkräfte anderer Staaten, sprich durch Russland und vielleicht demnächst durch China. Aber Lambrecht sagt auch, dass es um eine gemeinsame Sicherheit geht: „Heute müssen wir einer der größten Bereitsteller von Kräften sein.“ Was auch immer verteidigt oder angegriffen wird. Wichtig sei, dass Vertrauen in Deutschland zu stärken. Die „nukleare Teilhabe“ ist Teil davon, also die Stationierung amerikanischer Atombomben und die Bereitschaft, diese mit eigenen Flugzeugen einzusetzen, d.h. die Beteiligung an einem Atomkrieg. Die USA habe die Sicherheit bisher gewährleistet, das müsse man vermehr jetzt selber machen, was natürlich auch heißt, unabhängiger von Washington zu werden und selbst mehr „Verantwortung“ mit militärischer Bedrohung durch Aufrüstung  oder auch Intervention zu übernehmen.

Verteidigungsministerin Lambrecht wirbt für Deutschland als militärische Führungsmacht. Screenshot von DGAP-YouTube-Video

Aber wollen oder sollen wir wieder groß als Militärmacht werden? Ohne Atomwaffen wird das sowieso nichts werden, weswegen es ja schon länger Überlegungen gibt, eine Art nukleare Teilhabe mit Frankreich als der einzigen EU-Atommacht zu schmieden. Frankreich unterhält auch deswegen seinen maroden AKW-Park und  will mit neuen Kraftwerken, die extrem teuer werden, das Atomprogramm fortführen. Vermutlich ist die Bundesregierung deswegen so zurückhaltend gegenüber dem Atomprogramm, auch wenn Frankreich deswegen Strom absaugt.

Mit dem historischen und wirtschaftlichen Gewicht könnte Deutschland vielmehr als Friedens- und Vermittlungsmacht auftreten. Das wurde auch in der Ukraine mit dem Minsker Abkommen versucht, aber da war dann die Bundesregierung immer zu devot, um nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine dazu zu drängen, die notwendigen Schritte einzuleiten, die wahrscheinlich den Krieg verhindert hätten. Das zeigt aber, dass nicht die Aufrüstung der Bundeswehr, sondern das konsequente, auch gegen die Nato auftretende Beharren auf diplomatische Bemühungen, die nicht Interessen durchsetzen, sondern diese aushandeln.

Lambrecht erklärt, dass Deutschland die Verbrechen der Nazi-Zeit hinter sich gelassen habe. Man könne also damit abschließen, zumal in der Bundeswehr nicht mehr der bedingungslose Gehorsam praktiziert wird. Die „eigentliche Zeitenwende“ finde in den Köpfen statt. Früher habe man für Vertrauen durch militärische Zurückhaltung gesorgt, heute durch militärische Verlässlichkeit. Natürlich kein Wort über die Angriffskriege des Westens. Und weil die Ukraine nur wegen des militärischen Widerstand existiere, müsse man eben die Bundeswehr vergrößern. Man steht ja sowieso auf der richtigen Seite. „Ist Deutschland kampfbereit für den Schutz seiner Nato-Partner?“ Irgendwie soll dann doch das aufgerüstete Deutschland als Führungsmacht für eine Friedensordnung einstehen. Man müsse aber, was Lambrecht auch mit der Generationengerechtigkeit verbindet, mehr für die Verteidigung ausgeben, anstatt mehr für die nicht-militärische Friedenssicherung. Und ein „verlässlicher“ Partner sein und die strengen Regeln für Waffenexporte schleifen, weil die den Aufbau einer starken Rüstungsindustrie und gemeinsame Rüstungsprojekte mit anderen Ländern verhindern.

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105 Kommentare

  1. Lambrecht ist eben Kriegsministerin und wischt in ihrem Eifer, die Deutschen wieder an der Front zu sehen, die deutsche Geschichte beiseite: „Das Deutschland, das diese Verbrechen begangen hat, gibt es seit 80 Jahren nicht mehr.“ Damit der Vorstellung neue Nahrung gebend, die Nazis seien eine Art ausserirdische Spezies gewesen, 1933 eingefallen, 1945 verschwunden. Nein, dieses Deutschland ist nicht einfach so verschwunden. Es wurde nach und nach mühsam zurückgedrängt, lebt aber in vielen Hirnnischen noch fort. Und die forsche Lambrecht, die auch vor der Verwendung eines arg kompromittierten Wortstammes nicht zurückschreckt, könnte noch erleben wie aus der Führungsnation wieder ein Führerstaat wird. Das ministerielle Verständnis von ‚Daseinsfürsorge‘ geht schon in die geeignete Richtung. Wer ‚da‘ sein will, muss eben immer mal wieder dafür sorgen, dass andere nicht mehr da sind.

    „Das wurde auch in der Ukraine mit dem Minsker Abkommen versucht, aber da war dann die Bundesregierung immer zu devot, um nicht nur Russland, sondern auch die Ukraine dazu zu drängen, die notwendigen Schritte einzuleiten, die wahrscheinlich den Krieg verhindert hätten.“ Ach? Das war der Grund, deutsche Devotheit. Und ich dachte schon…

    1. Also „devot“ kann man mE das nicht bezeichnen. Kurz gefasst, bedeutet die proklamiert Zeitenwende eindeutig ein Rüstungsprogramm, das mit der bisherigen Rolle von D als ökonomische Macht mit militärischem Defizit Schluss macht. Es ist offenbar fester Bestandteil staatlicher Politik, beständig die eigene Positionierung im internationalen Staatenrankinng zu begutachten und mit entsprechenden Maßnahmen nicht nur zu festigen sondern, wenn irgendmöglich, vorwärts zu entwickeln, Verantwortung in allen Teilen des Globus zu übernehmen etc. Es steht im Pflichtenheft jedes Staatsvertreters, die Stärke der Nation voranzutreiben, also die eigenen Interessen weltweit zur Geltung zu bringen. Schon aus diesem Grund war D nicht „zu devot“ gegenüber dem Interesse, Neuregelungen gegenüber der Ostfront vorzunehmen oder zumindest mitzutragen. Neuregeln war Nato-Auftrag respektive Biden-Strategie. Die Ukraine hat sich mit westlicher Nachhilfe angeboten diesen Job gegen die RF zu erledigen. Fertig war das Konfrontationsszenario.
      Wenn es stimmt, dass die russische Seite wohl nicht mehr geneigt war, dem westlichen Zugriff auf die Ukraine tatenlos zuzuschauen, entstand eine Situation, die nicht mehr mit diplomatischen Konsultationen bereinigt werden konnte. Die Schlußfolgerung, die D aus der neuen Lage zog, war eindeutig: „Unser“ Interesse war das militärische Fertigmachen der Russen, kurz: Krieg. D profitiert davon in doppelter Weise: Einmal gerechtferrtigte Steilvorlage für ein gigantisches Aufüstungsprogrmm und Partizipation am Nato-Orchestrierten Niederringen des russischen Agressors mit Geld und Waffen für die ukrainnischen Kombattanten.

      1. Profitiert Deutschland wirklich? Das Thema „ökonomische Macht“ dürfte sich in Kürze erledigt haben, der Wirtschaftsstandort Deutschland ist nicht mehr konkurrenzfähig. Gut, bei der Rüstungsindustrie mag es kriegsbedingt etwas länger dauern. Ich habe mir die Eigentumsverhältnisse an Rheinmetall und Krauss-Maffei nicht angeschaut, aber ich wette, dass die Blackrocks, Vanguards usw. da beteiligt sind.

        Deutschland ist offensichtlich gezwungen, das zu tun, was die USA, GB , Polen, Balten und natürlich die sich fremden Interessen opfernde Ukraine wollen. Und die EU-Chefin in vorauseilendem Gehorsam sowieso.

        Natürlich hätte dieser Krieg durch Verhandlungen verhindert werden können – wäre er nicht von GB und den USA gewollt. Deutschland hat schlicht „nichts zu melden“.

        Eine Führungsrolle einer europäischen Streitkraft gemeinsam mit Frankreich, unabhängig von den USA wäre vielleicht angemessen. Aber dies „führend dienen“, wie der olivgrüne Habeck so schön sagte, das ist eine Lachplatte. Man sollte unter keinen Umständen den Hampelmann der USA geben, sondern seine eigenen Interessen vertreten und nur die.

  2. „Deutschland, verantwortlich für die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und der systematischen Vernichtung von Juden, Roma und Sinti, Behinderten und Kriegsgefangenen, will zur alten Größe zurückkehren – und das ausgerechnet gegen Russland und im Windschatten der Ukraine, die einen Proxy-Krieg gegen Russland führt, aber ohne jede kritische Aufarbeitung der Kollaboration mit den Nazis und dem gespenstischen aktuellen Nationalismus, der sich auf Bandera und Co. beruft.“
    Leider sind Antifaschisten und Kommunisten nicht aufgeführt, für die an erster Stelle die KZ geschaffen wurden. Aber das ist es nicht, was verschleiert. Dass die Menschen, jüdischen Glaubens, Deutsche waren wird nicht gesagt. Warum wird nicht gesagt, dass es im wesentlichen Christen waren, die Juden umgebracht haben? Die Nationalität ist weg.
    So fragt es sich, welche oder wessen Daseinsvorsorge „wieder als zentrale Instanz für unsere Daseinsvorsorge“ ist gemeint?
    „Lambrecht erklärt, dass Deutschland die Verbrechen der Nazi-Zeit hinter sich gelassen habe. Man könne also damit abschließen, zumal in der Bundeswehr nicht mehr der bedingungslose Gehorsam praktiziert wird.“ Ist dem so? Ist die Verteidigung der Nato durch Deutschland nicht darin gelegen, die deutschen Städte mit Atomwaffen bombardiert, werden bis Soldaten kommen? Wohin sollten die Deutschen Flugzeuge, die Atombomben denn sonst abwerfen? Das Deutsche, Deutsche umgebracht haben, ist immer noch möglich. Das vor alle Heroisch „Ist Deutschland kampfbereit für den Schutz seiner Nato-Partner?“ Wer sitzt denn im Befehlsstab?

    1. Zum Beispiel das die Flagge der EU blau ist und die Sternchen gelb, oder das v. d. L. eine gelbe Jacke und darunter ein blaue Bluse trägt. Oder das die USA/GB offen die letzte offensive in der Ukraine planten/ ?durchführte‘? .

  3. Die französisch-deutsche Führung bei der Aufrüstung der EU (damals: „EU-Armee“) wurde schon vor Jahren von Macron und Merkel beschlossen und u. a. Anfang 2019 in Aachen feierlich verkündet, wobei in den Statements beider „Souveränität der EU“ als Zielvorgabe ständig wiederholt wurde.
    Da der EU jedoch jeglicher Ansatz zu „Souveränität“ auf dem Gebiet nuklearer Verteidigungsfähigkeit fehlte, machte Macron 2019 Vorstöße zur Verständigung mit Russland über eine gemeinsame „Sicherheitsarchitektur“ für Europa – ohne die USA.
    Denn unter Trump konnten die USA nicht mehr als zuverlässiger „Großer Bruder“ angesehen werden, zumal er die EU und ihre Repräsentanten ständig attackierte, die europäischen Nato-Staaten als überflüssige Kostenfaktoren der USA bezeichnete und ihnen, insbesondere Deutschland, erhebliche Wirtschaftssanktionen androhte.
    Frankreich hatte davon bereits einen Vorgeschmack bekommen, als seine Bank Paribas per US-Sanktion zur Zahlung von knapp 9 Milliarden gezwungen wurde.

    Dazu möchte ich nochmals auf Macrons Rede im August 2019 hinweisen, in der er wörtlich sagte, dass „Europa“ leider den Anschein erweckt habe, sich entgegen eigener Interessen als „trojanisches Pferd“ gegen Russland benutzen zu lassen.
    In dieser Rede nannte Macron eine Reihe von Gründen für die Aufnahme guter Beziehungen mit Russland.
    Zudem erwähnte Macron in dieser Zeit häufig einen „Tiefenstaat“, weshalb damals in den französischen MSM gerätselt wurde, ob Le Président zum Verschwörungstheoretiker mutiert sei.
    Die französische Bevölkerung reagierte damals positiv auf Macrons Vorstoß, sodass Umfragen wie „Die Russen, können sie wirklich unsere Freunde sein?“ mehrheitlich mit „Ja“ beantwortet wurden.

    Doch nach Bidens Inauguration änderte sich sofort sehr viel.
    Sofort begann Kiew, vermehrt Güterzüge mit Panzern an die Ostfront, den Donbass, zu schicken.
    Sofort verkündeten die westlichen Regierungsoberhäupter ihr neu entdecktes Vertrauen in die USA.
    Sofort wurde Bidens erste Regierungserklärung, in der er die Spaltung der Welt in „Demokratien“, die „Autokratien“ bekämpfen müssten, um das Schicksal „der Enkel“ zu retten, propagierte, von westlichen Regierungen entgegen der Interessen der Enkel ihrer eigenen Bevölkerung in die Tat umgesetzt.

    1. Daran schlöße sich aber meine Frage nach dem Warum? Warum haben die Europäer diesen Weg gewählt? Ich kenne nur viele isolierte Erklärungsansätze, die tw. recht widersprüchlich sind.

      -die antirussischen Polen/Baltikum, die eine Spaltung der EU heraufbeschwören könnten und so eine pro-USA Politik der EU erzwingen
      -traditionell war die NATO ein Werkzeug zur Neutralisierung der EU, und wäre so auch für Trump ein probates Mittel zur Kontrolle gewesen
      -die militär. Kräfteverhältnisse würden mit oder ohne NATO dieselben bleiben. bzw. NATO=USA, wenn also hypothetisch die USA sich zurückziehen, ändert sich nichts, die Gefahr für die Welt bleibt/deshalb glaube ich nicht dass Trumps NATO-Äußerungen wirkliche Bedeutung hätten
      -Trump könnte natürlich sich gewünscht haben die komplette militär. Aufmerksamkeit der USA auf China zu richten / andererseits gehören die Firmen die von einem Krieg gegen Russland profitieren zur Klientel auch von Trump / Kein anderer Konflikt hätte dieser Klientel so leicht und schnell solche super Profite verschafft. Für diese US-Industrie ist der Krieg ein Segen. Das ist etwas das auch Trump, glaube ich, nicht hätte ignorieren können. Im Unterschiede dazu, böte China sehr viel weniger Angriffsfläche, aus der sich Gewinn schlagen ließe, vermute ich
      -hätte Trump z.B. China isolieren wollen, hätte er zur Integration Russlands/EU die Verträge zur Begrenzeung von Atomwaffen nicht kündigen sollen
      -Mearsheimer, Chomsky et.al. streichen hervor, dass die EU schlicht Angst hat vor den USA, weil die USA ein „rogue state“ sind (unabhängig vom Präsidenten), und deshalb gegen ihre eigenen Interessen „spuren“
      -Vielleicht können Sie es aus der frz. Presse bestätigen, dass MAcron (so fürchterlich ich seine Politik finde) von den EU-Präs. den besten Draht zu Putin hat. Die NYT hatte aus dem Telefonat im Febr. kurz vor Kriegsausbruch zwischen beiden zitiert, dass Putin sich verabschiedete mit den Worten „mein Freund, wir werden uns jetzte eine ganz lange Zeit nicht mehr sehen“
      -hier im Forum wurden gegensätzliche Interpretationen von Minsk I/II formuliert. Manche sahen die Bemühungen Dt./FRA als aufrichtig an, andere nicht
      -Es war noch Merkel, die Präs. Hollande überzeugte nach RU zu reisen und mit Putin einen Deal zu schließen, der zu Minsk führte
      -Dieselbe Merkel hat 2021 mit Biden gedealt, dass Nord Stream 2 aufgegeben würde, wenn Russland angreifen würde
      -wenn die EU nur aus Angst vor den USA so einstimmig nach Außen agiert, warum verhält sich das EU-Parlament als wären sie das ZK in Moskau? Wie per Knopfdruck keine Widerrede. Fraktionszwang in nationalen PArlamenten verstehe ich. Aber diese allumfassende Russophobie auch im EU-Parlament von allen Seiten kann nicht nur oktroyiert werden von einem Tag auf den nächsten durch die USA. Das muss vorher schon vorbereitet werden.
      -ich weiß nicht welche Möglichkeiten Trump als Präs. hatte wenn der Beamtenapparat gegen ihn war. Er war ja dabei seinen eigenen Stab und einige leitende Positionen in Pentagon, NSA usw. auszutauschen. Es ist auch bekannt dass viele Beamte ihn nicht ausstehen konnten

      Wie passt das alles zusammen? (sry dass das so durcheinander ist)

      1. Ich denke, der Zerfall der EU drohte, die Polen und Balten hätten mit GB etwas auf die Beine gestellt, wenn die EU-Länder nicht mitgezogen hätten.

        Angst der EU vor den USA? Die überwachen den kompletten E-Mail-Verkehr. Wahrscheinlich haben sie gegen so ziemlich jeden Politiker etwas in der Hand. Sobald jemand hochkommt, wird wahrscheinlich gezielt nach kompromittierendem Material gesucht. Und dann geht der Besuch des Zimmermädchens schief…. .
        Außer den Polen und Balten glaubt in der alten EU eher niemand, dass die Russen einen NATO-Staat angreifen würden. Oder doch? Die Finnen, die Schweden?

        Das Problem der EU ist: sie wird von der NATO regiert und sie ist nicht verteidigungsfähig. Das könnte man ändern, und zwar subito. Die Abhängigkeit von den USA ist nicht weniger schlecht als eine von Russland oder China.

        Und dieses Kuscheln mit den Demokraten. Sogar Gelder für den Wahlkampf wurden bezahlt.

        Bei Minsk I/II hat man Merkel und Hollande wahrscheinlich aufs diplomatische Glatteis geführt. GB und die USA hatten andere Pläne, nämlich diesen Krieg. Davon haben Deutschland und Frankreich wahrscheinlich nichts gewusst und wurden dazu mißbraucht, einen Zeitgewinn für die Aufrüstung der Ukraine auszuhandeln.

        Mann, Mann, Mann, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.

      2. Vielleicht hat Thierry Meyssan Recht, es hat etwas mit gewissen Gruppierungen innerhalb des amerikanischen Staates und einer vertraglichen Bindung der EU an die NATO:
        „Seit dreißig Jahren wird dieses Dokument nun geduldig umgesetzt.
        Der Maastricht Vertrag enthält in Titel V, Artikel J4, einen Absatz 4, in dem es heißt: „Die Politik der Union im Sinne dieses Artikels berührt nicht die Besonderheit der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten, sie genügt den Verpflichtungen, die sich für bestimmte Mitgliedstaaten aus dem Nordatlantikvertrag ergeben, und sie ist mit der in diesem Rahmen beschlossenen gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik vereinbar». Diese Bestimmungen wurden in die verschiedenen Texte bis zu Artikel 42 des Vertrags über die Europäische Union aufgenommen.
        Die Staaten, ehemalige Mitglieder des Warschauer Paktes, sind fast alle der Europäischen Union beigetreten. Diese Entscheidung war eine von Washington auferlegte Entscheidung und wurde von Außenminister James Baker, der sie gebilligt hatte, kurz vor der Tagung des Europäischen Rates angekündigt.“

        https://www.voltairenet.org/article217977.html

        Wenn das so ist, müsste man es darauf anliegen, die EU zu sprengen, um etwas neues, eigenes zu gründen. Ohne die ganzen Scharfmacher und Hungerleider. Aber unsere Politiker sind wie fast alle in der EU längst konvertiert, die müssen wir ebenfalls loswerden. Folgen wir also den Tschechen und den Ungarn.

      3. Hallo xyz,
        faktengestützte Antworten auf Ihre zahlreichen Fragen – gerade auch bezüglich des Interesses deutscher und europäischer Industrie-Eliten am Wirtschaftskrieg gegen Russland – gibt der (englischsprachige) Artikel „The Winner Takes It All“ bei „Russia in Global Affairs“, einem „regierungsnahen“ Magazin, in dessen Editorial Board sich auch Sergej Lawrow befindet.

  4. Lambrecht erklärt, dass Deutschland die Verbrechen der Nazi-Zeit hinter sich gelassen habe.

    Einfach so?

    Am 18. November 2019 hat die UN Generalversammlung die Resolution über „Bekämpfung der Verherrlichung von Nazismus, Neonazismus“ angenommen. Die Resolution drückte „tiefe Besorgnis über die Verherrlichung des Nationalsozialismus, des Neonazismus und ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS“ in jeglicher Form und forderte daher die Staaten der Vereinten Nationen auf, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Sie wurde mit großer Mehrheit von 130 Stimmen angenommen. Es gab zwei Nationen die dagegen waren. USA und Ukraine. Die gesamte europäische Union, einschließlich Deutschlands haben die Abstimmung boykottiert und sich enthalten.

    Deutschland ist also egal ob Nazismus verherrlicht wird oder nicht.

    Wikipedia: Vernichtungskrieg
    Ein Vernichtungskrieg ist ein Krieg, dessen Ziel die vollständige Vernichtung eines Staates, eines Volkes oder einer Volksgruppe und die Auslöschung dieser soziopolitischen Entität durch die massenhafte Ermordung der Bevölkerung oder die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage ist. Vernichtungskrieg wird definiert als eine radikalisierte Form der Kriegführung, in der „alle physisch-psychischen Begrenzungen“ aufgehoben sind.

    Als bekanntestes Beispiel eines Vernichtungskrieges gilt der Deutsch-Sowjetische Krieg, der am 22. Juni 1941 mit dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion begann. Der Berliner Historiker Ernst Nolte bezeichnete ihn 1963 in einer viel zitierten Formulierung als „ungeheuerlichsten Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“ und grenzte ihn von einem „Normalkrieg“ ab, wie ihn das nationalsozialistische Deutschland etwa gegen Frankreich geführt habe.

    Völkermord der Nazis in der Sowjetunion mit mehr als 20 Millionen Opfern also nicht anerkannt und auch gleichgültig gegenüber der Verherrlichung von Nazismus, aber man wäscht sich die Hände und habe die Verbrechen der Nazi-Zeit einfach so hinter sich gelassen. Na klar.

  5. Verteidigungsfähig sollte Deutschland schon sein.

    D.h. aber, dass man sich auf die Anschaffung von Flug- und Raketenabwehrsysteme sich konzentrier, einen Einmarsch in Deutschland mit einer entsprechend aufgestellten Armee verhindert, erschwert oder nicht erträglich macht. Dafür braucht man keine schnelle Eingreiftruppe und kein Ramstein. Da müßte sich in den Köpfen unserer Politiker was gewaltig ändern. Dann heißt verteidigen wirklich verteidigen von eigenem Hoheitsgebiet auf eigenem Terretorium.

    Ich will nicht unken. Trotzdem habe ich immer noch den Auftritt 2015 von George Friedman auf dem Chicago Concil in meinem Kopf. Mit vielen Sachen hatte er recht, dieser kriegslüsternde US-Stratege, mit Russland-Ukraine-Krieg, mit Zusammenarbeit von Deutschland und Russland verhinder. Er sprach aber noch etwas anderes an, dass sich Europa ständig kleine Kriege führen werde. Ihr erinnert euch?

    Wenn der Ukraine Krieg vorbei ist, kann es sein, dass die USA weiter in Mitteleuropa stenkert und Deutschland sich mit Polen bekämpft wegen den Reputationszahlungen und Tschechien sich mit Polen in Krieg befindet, wegen den von Polen 1952 zurück gegebenen Gebieten? Der USA trauen ich so etwas zu.

    1. Ganz meine Meinung.
      Die Gefahr, dass die in Polen herrschende Kaste eine Konflikt mit der BRD u. anderen beginnt, ist nicht so ganz abwegig. Für gewisse nationale und auch der klerikal faschistischen Kreise ist es zur Zeit verlockend, Polen wieder zu einem Großreich werden zu lassen. Gleichzeitig möchte man den in diesen Kreisen verhassten Deutschen wie auch den Russen Schaden, in dem man die beiden, ganz im Sinne der Schutzmächte GB/USA, aufeinander hetzt. „Tief im Westen“ ist das nicht schwer, da ist die Russophobie weitverbreitet und wird munter weiter geschürt.
      Wir sollten schon die Aufrüstung in Polen in einem kritischen Licht sehen. Daher war es auch richtig, dass keine modernen Kampfpanzer im Ringtausch gegen veraltetes Material gegeben wurde.
      Ist das die polnische Solidarität mit der Ukraine, wenn man nur bei einem sehr gutes Geschäft liefert? Das gleiche gilt mit Abstrichen auch für die anderen neuen Westeuropäer (ehem. Osteuropäer).
      Wie die Sache ausgeht und wie man die „Kuh vom Eis“ bekommt, werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben.
      Deshalb
      Glück auf

  6. Auf den Spruch ist die Sozen-Blindschleiche doch nie im Leben selbst gekommen. Wäre interessant zu wissen wer sie beauftragt hat das vom Stapel zu lassen. Vermutlich ein Anruf von der anderen Seite des großen Teiches… .

  7. Moin,
    wenn ich das Wissen hätte, um alle Wahrscheinlichkeiten zu bewerten, die sich aus dem Klimawandel zwangsläufig ergeben werden, nach dem die Kipppunkte angefangen haben, sich wie Dominos zu verstärken, dann würde ich versuchen militärisch für die Zukunft vorzubauen und die Weichen dahingehend zu stellen, dass meine Mischpóke so lange wie möglich überleben kann. Wenn dafür Grenzen und Einflussbereiche verschoben werden müssen, dann ist das eben so. Allen machst du es eh nie recht.
    Mit dieser Strategie hätten zumindest einige der Meinigen vielleicht noch ein paar Generationen die Fähigkeit zur Reproduktion. Wer weiß, wofür es gut ist.
    Die, die diesen Plan nicht kennen, würde ich in Angst halten, dann stören die mich auch bei der Ausführung nicht.
    Wenn zwei – oder besser viele sich streiten, freut sich der strategische Zündler und wird am Ende zum Gewinner.
    Aber ich weiß es eben nicht besser, habe kein Militär zur Hand und hätte zudem gerne meine Ruhe in Frieden.
    Leider interessiert sich dafür niemand, Frau Lamprecht schon gar nicht. Zum Glück hat die aber auch kein Militär zur Hand. Noch nicht. Ob sie ihren eigenen Sohn auch schon mit der Waffe in der Hand marschieren sieht oder nur mit ihm im Militärgerät spazieren fliegt, interessiert doch eigentlich niemanden. Ich fühle mich gerade nur von elitärem Sprechdurchfall bedroht, zu häufig wurden aus dummen Worten bereits grauselige Taten, die mit üblem Schicksal endeten. Aber wenn Deutschland zukünftig, in den aufkommenden Konflikten, wieder ganz vorne dabei ist, dann bin ich natürlich beruhigt. Vielleicht können wir jetzt direkt damit beginnen Aserbaidschan/ Armenien zu befrieden und danach Friede und Freude zwischen Griechenland und der Türkei stiften, bevor wir den Konflikt China/ USA beenden. Das wäre es doch und würde auch die GUS hart beeindrucken. Dann ruft Putin Scholz an und nicht umgekehrt. Mein Wecker klingelt, ich muss zurück in die Realität.

  8. Und aus der Huldigungshalle des Finanzministeriums erschallt der Ruf. Wollt ihr noch ein „Sondervermögen“ – wollt ihr, dass wir weitere Schuldenpakete schnüren? ….. noch größer und noch totaler als total.

    Den braunen Fleck in dem Leichentuch, mit der man die Vergangenheit zudeckte, hat man nur herausgeschnitten, und stopft das entstandene Loch nun mit ampelfarbigen Garn.

  9. Schon erstaunlich, dass wir hier vor allem über Deutschland reden. Hier läuft ja wirklich nicht alles rund, immerhin wird und wurde hier sehr viel aufgearbeitet. Da sehe ich schon mal einen Fortschritt.

    Hat Russland seine Geschichte aufgearbeitet?
    Der Überfall auf Polen 1939, ausgeführt von den beiden großen Diktatoren Europas Hitler und Stalin.
    Der Winterkrieg gegen Finnland, die Annexion des Baltikums.
    Das geriet dann, als sich der eine Schurkenstaat gegen den anderen stellte, im großen vaterländischen Krieg, in Vergessenheit.

    Und jetzt hat Russland immer noch das Recht sich über seine Nachbarstaaten zu erheben, nein, ich denke da wurde nichts aufgearbeitet.

    1. Hallo Ottono,
      wo du bei dem Thema Schurkenstaaten bist, die Ukraine hat als Nachfolgstaat der Sowjetunion bestimmt nicht in Finnland, Polen, Estland, Lettland und Litauen für die Aggressionen und das Unrecht um Entschuldigung gebeten.
      Funfact ist ja daß die fünf Länder die Ukraine im Kampf gegen Russland mit Soldaten und Waffen unterstützen.

      Du lässt nur deine Moralische Überzeugung die ganze Zeit raushängen und beziehst einseitige Stellung in ein Bruder/Bürgerkrieg der in das neunte Jahr geht.

    2. Von welchem Russland täten´s denn gern reden? Dem der Sophie von Zerbst? Dem Kiewer Rus von ca. 1000 n. Chr? Dem der Romanows bis 2017? Nationalistisches Geschwätz jeglicher Art – ganz gleich ob es zurückreicht zum Staufer Friedrich II, den Oraniern, Heinrich IV oder den legendären Artus – ist für die gegenwärtig zu leistende Aufgabe, eine Welt friedlichen Handels mit größtmöglicher materieller Gerechtigkeit für alle Menschen zu schaffen, so ziemlich genau das, was wirklich niemand braucht. Es ist wirklich höchste Zeit sich Strukturen zu überlegen für ein Maximum an demokratischer Selbstbestimmung auf regionaler, landschaftlicher und sprachlich miteinander verbundenen Menschen. Ohne diesen Mist von Herrschaftslegitimation aus 200 + x Jahren Geschichtskonstruktion als Gepäck.

      1. Hallo Jock, hallo Christa,
        erst kürzlich durfte ich mich vom „Russischen Hacker“ aufklären lassen, das die RF sich als DER Nachfolgestaat der Sowjetunion sieht und daraus auch diverse Rechte ableitet.
        Wo Rechte sind, da sind auch Pflichten.
        Aber Sie wollen eh nur ablenken. Wenn das anders ist, dürfen Sie gerne was zur Aufarbeitung in Russland erzählen.
        Die BRD hat die Verantwortung der Geschichte übernommen, hätte sich nach ihrer oben angeführten Methode aber auch eine schlanken Fuß machen können.

        1. Wo hat die BRD denn wofür Verantwortung übernommen? In welcher Form, in welchem Umfang? Sie freut sich, dass die Engländer den Zionisten ein Land geschenkt haben. Die eigenen Widerständler, besetzte Länder und deren verschleppte Zwangsarbeiter warten bis heute auf Entschädigungen und Reparationen … . Motto des Herrn Filbinger: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“
          Man scheint gegenwärtig – vor allem in politischen Kreisen – „Huch, da hab ich mich verplappert. Das hätte ich nicht sagen dürfen“ für die Übernahme von Verantwortung zu halten. Vielleicht bewege ich mich beim Wort „Verantwortung“ zu sehr im Rahmen des Haftungsrechts. „´Tschuldigung“ reicht nicht!

        2. Deine deutschnational-antikommunistischen Geschichtslügen machen die Sache nicht besser. Oder vielleicht bist Du historisch komplett unbedarft und plapperst nach.

          Vom Januar bis Ende August 1939, nachdem klar war, dass Nazideutschland unter Komplizenschaft von Polen sogar das Münchner Abkommen brach und beide die Resttschechei besetzten und aufteilten (Polen bekam das Teciner Gebiet), hat die UdSSR ununterbrochen mit den westlichen Staaten verhandelt, um ein politisches und militärisches Bündnis der kollektiven Sicherheit gegen die Naziexpansion zustande zu bringen.

          Das Münchner Abkommen stellte bereits eine antisowjetische Komplizenschaft der Westmächte (des polnischen Sanacjaregimes sowieso) mit den Nazis dar. Das ist auch aus den Quellen klar ersichtlich (das französische Aussenministerium hat die in den achziger Jahren freigegeben, UK ziert sich bis heute, da ist wohl zu viel Dreck drin) .

          Vor allem die Briten haben die Verhandlungen monatelang verzögert, danach wurde weiter verschleppt. Die Verhandlungsführer waren dritte Garnitur, die UdSSR schickte den Verteidigungsminister. Die Angebote der UdSSR gingen sehr weit, praktisch die gesamte Westgruppe der Roten Armee sollte sich zusammen mit polnischen Kräften und britisch-französischen Seestreitkräften dem Naziaufmarsch entgegenstellen.

          Es war übrigens die UdSSR, die die Verhandlungsprotokolle in den siebziger Jahren veröffentlicht hat. Weder die polnische noch die baltischen Exilregierungen haben jemals ihre Verhandlungen mit den Nazis 1936-39 offengelegt. Die Akten haben sie bei ihrer Flucht mitgehen lassen, sie sind wohl in US- und britischen Archiven unter Verschluss.

          Was den Einmarsch der Roten Armee in die von Pilsudski-Polen 1921 in einem Aggressionskrieg eroberten Gebiete östlich der „Curzonlinie“ angeht, erfolgte der erst, als die polnische Regierung das Land verlassen hatte und in Rumänien interniert war. Die UdSSR hatte Aufforderungen der Nazis, sich ab 1. September an ihrem Überfall zu beteiligen, strikt zurückgewiesen. Auch das ist durch Quellen nachgewiesen.

          Insofern ist die Hetze vom gemeinsamen Überfall eben eine Geschichtslüge. Ganz nebenbei: Dieser Einmarsch beendete auch Massaker der OUN-Horden Banderas an überwiegend Polen, aber auch schon Juden in dem Gebiet.

          1. Gerne auch Rechtfertigungen für den Winterkrieg gegen Finnland und die Besetzung der baltischen Staaten.
            Das Thema kommt ständig zu kurz.
            Warum nur???

    3. Hier läuft ja wirklich nicht alles rund, immerhin wird und wurde hier sehr viel aufgearbeitet.

      Was genau wurde denn bei euch aufgearbeitet?
      Habt ihr schon euren Genozid in der Sowjetunion mit über 20 Millionen Opfern anerkannt?
      Von welcher Aufarbeitung sprichst du? Verdrängung im Sinne „das waren nicht wir, das war ein anderes Deutschland“ und Tabuisierung ist keine Aufarbeitung. Deutschland enthält sich bei der Abstimmung über eine Resolution der Vereinten Nationen gegen Verherrlichung von Nazismus. Es ist Deutschland also egal ob Nazismus verherrlicht wird und das nennst du Aufarbeitung?

      Ich bin unter Anderem auch in Deutschland zur Schule gegangen. Das höchste der Gefühle was die geschichtliche Aufarbeitung in einem Deutschen Gymnasium betrifft war das Lesen des Tagebuchs von Anne Frank. Ich finde das ein bisschen zu wenig offen gesagt.

      Ich habe mal meine Deutschen Arbeitskollegen am 8. Mai vor den Kopf gestoßen und habe ihnen gratuliert. Die schauten mich verdutzt an: Was ist denn heute? Na der Tag der Befreiung der Deutschen vom Faschismus! Wusstet ihr das nicht? Ahja, da war doch was… Das ist kein Thema in Deutschland und der 8. Mai ist nichts besonderes, ein Tag wie jeder Andere. Es wurde nur wenig aufgearbeitet, sehr Vieles wurde einfach verdrängt und tabuisiert.

        1. Was meinst du mit „gar nichts“? Willst du suggerieren in Russland wird nichts aufgearbeitet?

          Also in russischen Schulen wird nicht nur das Tagebuch von Anne Frank behandelt, der s.g. „Große Vaterländische Krieg“ und der Holocaust eines der zentralen Themen im Geschichtsunterricht in russischen Schulen und wird sehr intensiv behandelt. Es wird auch „Mein Kampf“ gelesen und die Ursachen die zum Nationalsozialismus führten sehr ergiebig erforscht.

          Darüber hinaus ist der Tag des Sieges über den Faschismus in Europa in Russland nicht verdrängt und nicht vergessen. Der 9. Mai ist in Russland ein Nationalfeiertag an welchem daran nicht nur mit einer traditionellen Siegesparade erinnert wird. In vielen Städten Russlands findet an diesem Tag unter anderem auch die Gedenkveranstaltungen zum Ende des Holocausts und der sogenannte Marsch des unsterblichen Regiments statt. Dabei tragen Millionen von Russen Portraits ihrer im Krieg ermordeten Verwandeten durch die Straßen. Russland kümmert sich darum, dass das Ende des Faschismus und des Holocausts nicht vergessen wird. Etwas was ich mir für Deutschland auch wünschen würde aber bei euch wird es einfach verdrängt.

          Oder was wird gar nicht aufgearbeitet? Die Verbrechen Stalins? Wer hat dir das erzählt?
          Stalin wurde bereits unter seinem Nachfolger Chrustchev noch zu Sowjetzeiten in den 1950ger Jahren als Verbrecher gegen die Menschlichkeit verurteilt.

          Wusstest du zum Beispiel, dass in Russland der 30. Oktober ein nationaler Gedenktag ist, an welchem in ganz Russland an die Opfer des Roten Terrors gedenkt wird? Es gibt in jeder größeren Stadt Denkmäler gewidmet den Opfern der Repressionen. Dort versammelt sich am 30. Oktober hunderttausende Menschen stellen Kerzen auf und legen Blumenkränze nieder. Anschließend gibt es eine Verlesung der Namen der Opfer. Jedes einzelnen. Eine Prozession die etwa 12 Stunden in Anspruch nimmt. Auch Putin beteiligt sich regelmäßig an diesen Gedenken, hält am Denkmal in Moskau eine Rede und legt einen Blumenkranz nieder.

          youtu.be/dAApGPHM4YE

          Was die Aufarbeitung angeht, können die Deutschen von Russen noch viel lernen.

        2. Hi Ottono,

          „Vermutlich kann man immer mehr machen, aber wenig ist immer noch mehr als gar nichts.“

          Warum stellt sich für mich bei dir immer wieder die aufkommende Vermutung ein, dass deine Informationskanäle sehr eng begrenzt sind. Gerade deine Kenntnisse von Russland und der Ukraine, der vielschichtigen russischen Bevölkerung und der ethnisch Komplexität der ukrainischen Menschen zeigen oftmals einen sehr schmalen Tunnelblick. Dein historisches Wissen aus dieser Region scheint über Schlagwortwissen á la Bild oftmals auch nicht hinaus zu kommen.

          Ich würde dir zu etwas mehr Selbstreflexion anraten.

          1. Hi Mengel,
            da du so gut informiert bist, kannst du mir ja etwas über die Aufarbeitung des Überfalls auf Polen, das Baltikum und den Winterkrieg gegen Finnland in der UDSSR oder in Russland berichten.
            Trotz mehrfachen Nachfragens wurde einfach immer am Thema vorbei geantwortet.
            Schön das sich jetzt ein Kundiger meldet und mich erhellt.

            1. Hi Ottono,

              deine Art immer zu fordern, aber wenig zu liefern, ist etwas unschön.

              Dein lege doch deine Kenntnisse dar und dann kann man darüber diskutieren. Aber alles und was willst du damit sagen.

              Die Rf hat ungefähr genauso viel mit der UdSSR zu tun, wie die BRD mit dem Weimarer Republik.

    4. Hat Russland seine Geschichte aufgearbeitet?

      Durchaus sind die von dir erwähnten Dinge in Russland wichtige und es gibt einen öffentlichen Diskurs und auch einen historischen Aufarbeitungsprozess, welcher weit über das Deutsche „Wir haben es hinter uns gelassen“ geht. Du bist nur desinformiert.

      Aber eins nachdem anderen. Fangen wir Z.b. hiermit an.

      „Der Überfall auf Polen 1939, ausgeführt von den beiden großen Diktatoren Europas Hitler und Stalin.“

      Ist schlicht historisch falsch. Diese Darstellung ist die Version der modernen polnischen Rechtsradikalen. Der Versuch hier Hitler und Stalin auf eine Stufe zu stellen indem eine Verschwörung der Beiden gegen Polen suggeriert wird, ist auch ein Versuch die Verbrechen des Nazi-Deutschlands zu relativieren.

      Aber wir können es ja gern mal gemeinsam aufarbeiten.

      1. Der Überfall Hitlers gegen Polen begann wesentlich früher. Als die Rote Armee einmarschierte, gab es gar kein Polen mehr. Bis dahin hatte die Wehrmacht bereits den größten Teil Polens besetzt, einschließlich der Hauptstadt und die Regierung Polens hatte bereits die polnische Bevölkerung im Stich gelassen und war geflohen. Allerdings hatte die polnische Regierung der polnischen Armee noch befohlen keinen Widerstand gegen sowjetischen Truppen zu leisten.

      2. Deine stark verkürzte Aussage suggeriert Hitler und Stalin hätten sich gegen Polen verschworen und ein gemeinsames Ziel verfolgt, unterstellt somit eine geistige Nähe zwischen Hitler und Stalin. Diese Darstellung ist bei Nazis im heutigen Polen beliebt, aber mit Geschichte hat es nichts zutun. Nicht nur, dass es für diese Annahme keinerlei Beweise gibt, es spricht sehr Vieles dagegen.

      Hitler machte in seinem Werk „Mein Kampf“ (1925) bereits klar, was er von Kommunisten und der s.g. „Judisch-Bolschewistischen“ Sowjetunion hielt, brachte seine tiefste Verachtung gegenüber der sowjetischen Führung zum Ausdruck und vermengte sie mit seinem Antisemitismus indem er ein Gleichheitszeichen zwischen Juden und Sowjets setzte. Bolschewismus beschreibt Hitler als eine existentielle Bedrohung für die Deutsche Nation, welche angeblich von Juden geschaffen wurde um den Deutschen in ihrem „Überlebenskampf“ in den Rücken zu fallen.

      In „Mein Kampf“ (2. Band) hat er auch seine Ziele bezüglich der Sowjetunion erörtert. Der s.g. „Ostpolitik“ hat er ein ganzes Kapitel gewidmet wo er beschrieb, dass er die Absicht hatte die Sowjetunion zu überfallen und seine Bevölkerung teilweise zu dezimieren, teilweise zu versklaven und teilweise hinter den Ural zu vertreiben.

      Meinst du vielleicht Stalin hätte nach dieser Lektüre sich auf eine gemeinsame Sache mit Hitler eingelassen?

      3. Der Nichtangriffspakt? Ja und? Wer hat bitteschön nicht mit Hitler internationale Abkommen geschlossen? Im Gegensatz zu vielen europäischen Staatschefs konnte Stalin wenigstens ein persönliches Treffen mit Hitler vermeiden. Im Rahmen des Münchener Abkommens von 1939 kamen die Staatschefs von Großbritannien und Frankreichs nach München und halfen Hitler dabei die Tschechoslowakei zu zerschlagen. Der britische Premier Chemberlain kehrte voller Euphorie nach London zurück und brüstete sich mit diesem Abkommen welches das Schicksal der Tschechoslowakei besiegelte.

      Polen beteiligte sich an der Zerschlagung der Tschechoslowakei, besetzte mit seinen Truppen das Olsagebiet und annektierte es im Einvernehmen mit Hitler anschließend, womit Polen gegen Punkt 2. des Friedensvertrags mit der Sowjetunion verstieß und es damit nichtig machte.

      Chirchil, welcher trotz Bündnisverpflichtungen darauf verzichtete Polen zu helfen, bezeichnete Polen als eine „Hyäne Europas“ und drückte Verständnis mit dem Einmarsch der Sowjetunion aus.

      Wie kam es überhaupt zu einem Friedensvertrag zwischen Polen und Sowjetunion?

      1919 nutzte Polen das durch die Revolution geschwächte Sowjetrussland aus, überfiel es und führte einen Angriffskrieg gegen die junge Sowjetunion. Besetzte in folgenden zwei Jahren große Teile Weißrusslands und der Ukraine, zudem wurde im Polnisch-Litauischen Krieg im Oktober 1920 das Gebiet um die litauische Hauptstadt Vilnius erobert. 1921 kapitulierte die Sowjetunion und ließ sich auf einen Waffenstillstand ein. In Folge kam es zum s.g. Friedensvertrag von Riga, welcher die Annexion der sowjetischen Gebiete durch Polen legitimierte. In Folge vergrößerte sich das polnische Territorium erheblich und seine Ostgrenze verlief nun mehrere hundert Kilometer weiter östlich.

      de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_von_Riga_(1921)

      In den von Polen annektierten sowjetischen Gebieten kam es in den folgenden Jahren zu Aufständen, schweren Repressionen und Gräueltaten an der Zivilbevölkerung, welche sich gegen die Zwangspolonisierung wehrte.

      Stalin hat nur das zurück geholt was Polen der Sowjetunion Anfang der 1920ger Jahre geraubt hat. Und er tat es erst nachdem Polen als Staat aufhörte zu existieren, nachdem die Wehrmacht Warschau besetzt hatte und die polnische Souveränität sich in Luft aufgelöst hatte.

      Der Nichtangriffspakt mit Hitler, war für Stalin schlicht notwendig geworden, weil er eben „Mein Kampf“ gelesen hatte und wusste, dass der Krieg mit Nazideutschland unvermeidbar gewesen ist. Nachdem Stalin als einziger gegen die Einverleibung Österreichs und Zerschlagung der Tschechoslowakei protestierte und die europäischen Mächte Frankreich und England vergeblich anbettelte eine Koalition gegen Hitler zu bilden, blieb ihm nichts anderes übrig als sich auf einen Nichtangriffspakt einzulassen um sich Zeit zu verschaffen und sich auf den unvermeidlichen Überfall Hitlers vorzubereiten. Stalin hat sich damit immerhin zwei Jahre Luft verschafft. Und das war eine kluge Entscheidung, sonst wäre die Sowjetunion bereits 1939 überfallen worden.

      Die Rückholung der von Polen gestohlenen und terrorisierten ehemaligen Gebiete der Sowjetunion war auch deshalb wichtig um eine Pufferzone zu schaffen. Ohne den Einmarsch der Roten Armee in Polen hätte der Überfall Hitlers gegen die Sowjetunion bereits 1939 begonnen und zwar vor den Toren Minsks, der Waffenschmiede und wichtigem Industriezentrum der Sowjetunion. Die Engländer und die Franzosen hätten sich geschmeidig rausgehalten und Moskau wäre dann ohne Zweifel gefallen (es ist auch so schon sehr knapp gewesen) und der Krieg wäre ganz anders verlaufen. Hitler hätte ihn dann ganz bestimmt gewonnen und ganz Eurasien wäre heute das Dritte Reich. Polen würde gar nicht existieren.

      Also wenn du das nächste mal forderst Russland solle etwas aufarbeiten und den Ansprüchen polnischer Nationalisten (welche übrigens mit auch Ansprüche gegenüber Deutschland erheben) gerecht werden, solltest du dich vielleicht erstmal selbst mit der Geschichte vertraut machen, denn in den Deutschen Schulen, kommt sie leider zu kurz und das ist dann das Resultat.

      1. Es gab also kein geheimes Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt in dem die Interessensphären der beiden Diktaturen abgesteckt wurde.

        Köstlich deine Erzählungen, sie haben aber mehr mit Fantasy als mit History zu tun.

        Und den Winterkrieg gegen Finnland gab es auch nicht.
        Wahrscheinlich gibt es den Ort Katyn auch nicht, oder wenn doch dann in Mittelerde.

        Lass gut sein, deine Antwort ist es eh nicht wert, dass man sie ließt.

        1. Es gab also kein geheimes Zusatzprotokoll zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt in dem die Interessensphären der beiden Diktaturen abgesteckt wurde.

          Doch gab es. Die Frage ist was du darein interpretierst und welche Erkenntnisse du dir daraus herbeifantasierst. Es ging lediglich um Interessenssphären, von einem gemeinsam koordinierten Überfall auf Polen war da keine Rede. Natürlich markierte Stalin die sowjetischen Gebiete die von Polen annektiert wurden als die Interessenssphäre der Sowjetunion. Und? Daraus folgt nicht, dass Hitler und Stalin sich gegen Polen verschworen hätten und einen gemeinsamen Überfall geplant hätten, welchen es auch gar nicht gab. Wie schon gesagt, die Rote Armee marschierte in Polen erst dann ein, wenn Warschau von der Wehrmacht besetzt war, die polnische Regierung flüchtete und der polnische Staat und die polnische Souveränität aufhörten zu existieren.

        2. Lass gut sein, deine Antwort ist es eh nicht wert, dass man sie ließt.

          Entschuldige mal, du stellst Rechtfertigungsforderungen, erwähnst Pflichten und erwähnst mich sogar persönlich und nun willst du nicht mehr darüber reden. Was soll ich davon halten?

        3. Du hast keine Ahnung, aber grosse Fresse, und wenn Leute mit Argumenten kommen, beschimpfst Du sie. Solltest Dich schämen. Frage: Gab es geheime Verhandlungen und Vereinbarungen der baltischen Staaten mit Polen und Nazideutschland bis 1939? Ja, die gab es, einige Memoiren und Interviews baltischer Exilpolitiker bestätigen das. Inhalt waren wohl Aufmarschpläne gegen die UdSSR. Die Akten sind immer noch unter Verschluss in London, Washington und Montreal.

          Und der Angriff auf Finnland 1940 war ein Grossmachtkrieg um einen eisfreien Hafen, unappetitlich, aber nachvollziehbar. Was sagst Du übrigens zu den Annexionen und Überfällen UKs, Frankreichs, Italiens und der USA in der Periode 1918-39? Alles aufgearbeitet? „Niemand wird mir verbieten, Giftgas gegen unzivilisierte Stämme einzusetzen“ (Winston Churchill). Meinjanur.

          1. Unappetitlich aber nachvollziehbar……
            Aber ich soll mich schämen…..
            Leute wie du tun mir leid.

            Ich hoffe du musst nie in so einem freien Land wie Russland leben.

            1. Und ja, nachvollziehbar war das. Nach 1870, nach 1918, im Mittelmeerraum, Nahen Osten, Afrika und Asien die ganze Periode bis 1939 und darüber hinaus wurde erobert, annektiert (teils als „Mandatsgebiet“, teils ohne jede Ausrede) und unverkniffen massakriert, und nicht von der UdSSR. Täter und Völkermörder über die ganze Periode waren die USA, Deutschland, Frankreich, UK, Spanien, Italien, Belgien. Ist für Dich natürlich was gaaaanz anderes.

              In der Zeit nach 1920 wurde in den internationalen politischen Diskussionen die Revision der Gebietsaufteilungen nach dem Weltkrieg sehr offen diskutiert, und Revisionsforderungen der Verlierermächte waren nicht tabu oder per se illegitim. Im Fall der UdSSR sah man das Land aus Antikommunismus als Freiwild. Auch Mannerheim brauchte erst den Dämpfer der Niederlage, die UdSSR war dann eher moderat in ihren Forderungen, und blieb auch 1945 dabei.

              In Russland wird über all diese Dinge gesprochen, und nicht wenige verurteilen Stalins Politik scharf, gerade in dem Fall Finnland 1940. Und ja, Du sollst Dich schämen mit Deinem zweierlei Mass. Bei uns gibt es keine wirkliche Scham oder Entschuldigung für den Vernichtungskrieg, die Zwangsarbeiterverschleppung, die Ermordung der Kriegsgefangenen. Nur bezüglich der Shoah gibt es so etwas wie Aufarbeitung. Und damit wird geprahlt.

              Und Du drückst Dich um Aussagen zur polnischen Aggressions- und Annexionspolitik ebenso wie zum Münchner Abkommen, zu den Kolonialverbrechen und generell zur Annexions- und Aufteilungspolitik in der Periode seit 1918 (wenn wir es mal dabei belassen). Verlogene und ignorante Anklagen von Deiner Seite.

              Und was soll schlecht daran sein, in Russland zu leben? Immerhin muss man da nicht frieren im nächsten Winter. Und es gibt auch keine Cancel Culture.

  10. Gerade Mitgliedern der SPD, bei der Anbiederung an Russland zur Parteiräson gehört, irgendwelche ost-imperialen oder gar national(soz)ialistische Ambitionen zu unterstellen ist so falsch wie lächerlich. Frau Merkel wusste zwar (auch aus Erfahrung), dass man einem Russland unter Putin keinen cm über den Weg trauen darf, aber auch hier Bestrebungen außerhalb des Wirtschaftlichen: Keine. Das Gegenteil ist der Fall. Deutschland drückt sich seit Jahrzehnten vor den geopolitischen und militärischen Erwartungen seiner Partner, was gerade jetzt für viel Frust und Ärger sorgt.
    Vielmehr reitet Russland reitet schon seit Putins Aufstieg die Nazi Schiene, wenn es irgendwo etwas zu überfallen oder zu dominieren geht, während es im Hintergrund seit Gründung der der SU rechte, spalterische Bewegungen in Europa mit Geld und Propaganda füttert. Nebenbei setzt es ultrabrutale Söldner mit der Truppe Wagner ein, die man hierzulande mit Recht als Neonazis bezeichnen würde.
    Der Kampf gegen „drogensüchtige Nazis“ sind ein überstrapaziertes Synonym geworden, das die ununterbrochen
    Fortführung des gerechten Kampfes gegen Nazideutschland symbolisieren soll, Damit können vor allem die Alten viel anfangen. Außerhalb Russlands ruft dieses Bild aber eigentlich nur noch Kopfschütteln hervor, weil es jeden treffen kann – ob Juden, Linke, Oppositionelle – von den Russen als Nazi bezeichnet zu werden. Mir scheint, selbst in Russland ist in Vergessenheit geraten, was Nationalsozialismus ausmacht. Wäre es andern, würde die Bevölkerung die gegenüber der Ukraine öffentlich verbreiteten Ausrottungsphantasien als eine Facette des solchen erkannt werden.

    Ein Wort zum Kollege „Russischer Hacker“. Ich lese ja auch die Propagandaseiten der RF. Was „Russischer Hacker“ hier postet, sei es an Berichten von der Front oder allgemeine, politische Ansichten – es deckt sich immer eins zu eins mit der tagesaktuellen, russischen Erzählung aus dem Fernsehen oder kremelnahen Webseiten. Allerdings nehme ich ihm schon ab, dass er ganz in dies radikalisierte Phantasiewelt abgetaucht ist und alles glaubt, was er schreibt. Wenn ihr wirklich eine gewisse Stimmung zu Krieg einfangen wollt, sind zumindest die russischen Militärblogger die bessere Wahl, auch wenn starker Nationalismus immer über den Berichten liegt.

    Fast tagesaktuell auf ntv ein wirklich unterhaltsamer Artikel über die aktuellen Purzelbäume der russischen Propaganda (ist natürlich auf den normalen Leser gemünzt, trotzdem ist das Bild stimmig): https://www.n-tv.de/politik/Erfolg-der-Ukraine-ueberrumpelt-Kreml-Propaganda-article23585972.html

    phz

    1. Ein Wort zum Kollege „Russischer Hacker“. Ich lese ja auch die Propagandaseiten der RF.

      Tatsächlich? Bist du des russischen denn mächtig?

      Mir scheint, selbst in Russland ist in Vergessenheit geraten, was Nationalsozialismus ausmacht.

      Also das ist jawohl mal der Gipfel des Zynismus wenn ausgerechnet ein Deutscher mit dem Nick „Panzerhaubitze 2000“ meint in Russland sei in Vergessenheit geraten was den Nationalsozialismus ausmacht. Was kommt als nächstes? Vielleicht unterstellst du auch den Israelis sie hätten vergessen was Holocaust bedeutet?

      Bisher konnte mir kein einziger Deutscher eine möglichst kurze, präzise und klare Definition von Nazismus geben. Da kommen dann so ein Schwachsinn wie wenn es einen Personenkult einer Führerfigur gibt, wenn es Antisemitismus gibt, wenn Länder überfallen werden. Das ist Reden um den heißen Brei, diese Merkmale treffen zum Beispiel auch auf USA zu. Oder gibt es da keinen Personenkult um Trump oder um Biden? Oder überfallen USA keine anderen Länder?

      In Russland hat man Faschismus am eigenem Leib erfahren. 27 Millionen Opfer. Mit Abstand die Meisten wehrlose Frauen, Kinder und Alte Leute. Es gibt in Russland kaum eine Familie, in welcher nicht jemand von Nazis auf bestialische Weise ermordet wurde. Putins Familie stammte aus Leningrad, während der 900 Tage andauernden Blockade der Stadt verhungerte sein ältere Bruder und sein Großvater wurde von einem Deutschen Scharfschützen abgeknallt. Und du willst also sagen in Russland habe man vergessen was Faschisten sind?

      Im Gegensatz zu Deutschland weiß in Russland jedes Schulkind genau sagen was Nazismus und Faschismus wirklich bedeutet und was seine wahren Merkmale sind.

      Ein Nazi ist Derjenige, wer meint es gäbe einen Rassenkampf, und dass es besonders wertvolle Rassen gäbe (Herrenrasse), welche das Recht hätten, die Menschen der angeblich niederen Rassen (Untermenschen) zu morden um sich im vermeintlichen Rassenkampf durchzusetzen. Typisch für Nazis ist auch ein Opferkult in welchem man sich selbst als ein Opfer der „niederen Rassen“ inszeniert und damit jedes Verbrechen legitimiert.

      Eine so präzise Definition, kann man von einem Deutschen aber kaum erwarten. Soviel zum „Wir haben es hinter uns gelassen“. Ja habt ihr. Gründlich verdrängt und vergessen.

      1. Preface: Geschichte wiederholt sich, aber nie auf die gleiche Art und Weise. Es wird nie wieder nationalsozialistische Reiche geben.

        Anteilig hat die Ukraine die meisten Opfer beim Überfall auf die Sowjetunion zu beklagen. Die Ukrainer müssen Deiner Logik nach auch wissen, was Nationalsozialismus ausmacht. Können Ukrainer danach Nazis sein? Antwort: Genauso viel oder wenig wie Russen Nazis sein können. Welches Recht besitzen also die Russen, sich moralisch über die Ukrainer zu erheben und sie als Nazis zu bezeichnen?

        Die Wehrmacht ist außerdem nicht in die Sowjetunion gekommen, um Vorlesungen über den Nationalsozialismus zu halten. Vernichten, brandschatzen, morden, foltern, vergewaltigen, deportieren – das hat die Bevölkerung praktisch zu spüren bekommen, Ich wage doch stark zu bezweifeln, dass sich die überlebenden Opfer für die Theorie dahinter interessiert haben. Weder davor, dabei, noch danach. Dasselbe passiert jetzt den Ukrainern durch die Hand von Russen ein zweites Mal.. Vom Holodomor durch die Russen ein paar Jahre nach WK II, der nochmal 4 Mio. ukrainische Leben gefordert hat, wollen wir überhaupt nicht sprechen.
        Was sich in den Staaten des Ostblocks an Aufarbeitung abgespielt hat, ist doch hauptsächlich ritualisiertes Opfergedenken. Einsicht, Verständnis der Mechanik, Übertragung auf das eigene Sein hat nie stattgefunden. Die Gulags wurden weiter betrieben, Regimegegner und die Intelligenzija weiter gejagt und ermordet, Angriffskriege geführt – aber „wir sind moralisch im Recht, denn die Nazis haben uns so zugesetzt“.
        Nicht umsonst trieft die braune Suppe heute dort am stärksten, wo jahrzehntelang „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ am Lautesten skandiert wurde.
        Gibt es in Europa übrigens etwas Vergleichbares wie die „Putinjugend“?

        So, don’t bullshit me!

        „Da, wo es wenigstens einen Tropfen arischen Blutes […] gibt“, existiert „die Chance für ein rassisches Erwachen, für eine ‚Wiederauferstehung des arischen primordialen Bewusstseins’“
        Alexander Dugin, Giperborejskaja teorija [Hyperboräische Theorie], Moskau 1993, S. 5.

        Niemand zweifelt heute mehr daran, dass Alexander Dugin mit seiner braunen Esoterik, seiner eurasischen Theorie, Putins Weltbild maßgeblich beeinflusst hat. Wer Putins Schriften kennt, erkennt die Handschrift.

        Aber das ist jetzt vorbei. 2022 findet diese ganze braune Scheiße, die seit Putins Aufstieg aus Russland quillt und sich durch Europa frisst, endlich ihr Ende.

        phz

        1. Zu:
          „Gibt es in Europa übrigens etwas Vergleichbares wie die „Putinjugend“?
          So, don’t bullshit me!“

          Schauen Sie sich bitte den kurzen Trailer der NBC-Doku „Ukraine’s Hyper-Nationalist Military Summer Camp for Kids“ an, wobei der Anfang mit dem kleinen Jungen, der mit verzerrtem Gesicht am Lagerfeuer einen Text brüllt, der 1:1 der Nazi-Ideologie entnommen ist, eigentlich schon reicht.
          Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass all die angelsächsischen Medien von Guardian bis Daily Mail solche staatlich geförderten Sommerlager überall in der Ukraine dokumentiert haben, in denen Kinder ab Einschulungsalter beim Training an Schusswaffen z. B. rufen: „Wir zielen nie auf Menschen. Moskowiter sind keine Menschen.“
          Bedenken Sie dabei, dass diese Videos in den Jahren gemacht wurden, in denen die Ukraine vorgab, das Minsk-Abkommen umsetzen zu wollen.

          Und dann überlegen Sie sich bitte, wer hier „bullshit“ verzapft hat.

          1. Danke für den Hinweis auf den youtube-film über die Uk- J.
            hab grad reingeschaut.
            wahnsinn.

            ja. Ukraine, das Land in dem unsere „Werte“ verteidigt werden.

        2. Anteilig hat die Ukraine die meisten Opfer beim Überfall auf die Sowjetunion zu beklagen. Die Ukrainer müssen Deiner Logik nach auch wissen, was Nationalsozialismus ausmacht. Können Ukrainer danach Nazis sein?

          Die meisten Opfer hatten eigentlich Weißrussen zu beklagen, aber auch Ukraine litt schrecklich unter der Deutschen Okkupation, das stimmt schon.

          Allerdings! Du vereinfachst Alles weil du eben mit der Geschichte nicht vertraut bist. In der heutigen Ukraine sind eben nicht die Ukrainer an der Macht, die in der Roten Armee und als Partisanen gegen Faschisten kämpften. Heute sind die Anderen Ukrainer an der Macht, die Nachfahren der Nazis von der OUN UPA und Anhänger vom Waffen-SS Sturmbandführer Stepan Bandera und SS-Sturmbandführer Roman Schuchevich. Das sind die neuen Nationalhelden der postmaidan Ukraine. In der heutigen Ukraine wird die sowjetische Vergangenheit und die Denkmäler die an den Sieg und Befreiung von Faschisten erinnern konsequent zerstört und stattdessen wird überall Schuchevich und Bandera verehrt. In jeder Stadt errichten reißen sie Monumente der Feldherren die gegen Faschisten kämpften nieder und errichten an deren Stelle Monumente für Bandera und Schuchevich, welche in der Waffen-SS waren und für Hitler die Drecksarbeit erledigten und sich selbst daran beteiligten ihre eigenen Landsleute zu ermorden. Es werden Straßennamen die den ukrainischen Helden der Sowjetunion gewidmet waren unbenannt in Straßennamen welche den Nazikollaborateuren gewidmet sind. Das Nationalstadion in Kiew ist nach Roman Schuchevich benannt.

          Und die Ukrainer, welche gegen Faschisten sind, haben heute einfach nichts zu melden. Sie werden einfach brutal unterdrückt und etwa in Gewerkschaftshäusern nach alter Nazitradition bei lebendigen Leibe verbrannt. Und genau dagegen hat sich der Donbass aufgebäumt, wo es den Naziputschisten nicht gelungen ist die Macht an sich zu reißen. Genau deshalb ist die Krim davon gelaufen. Genau deshalb herrscht dort ein Bürgerkrieg seit 2014. Eben weil viele Ukrainer eben nicht vergessen haben was Faschismus bedeutet und weil sie nicht bereit sind sich den modernen Faschisten zu unterwerfen. Deshalb kämpfen sie gegen das Faschistenverehrende Regime seit 2014 zu mindestens dort wo die Macht des Regimes zu schwach gewesen ist.

          1. Was die Ukraine angeht, ist eben wichtig, die Rolle der Banderahorden zu kennen. Die waren die Henker des Holocaust in der Ukraine, deren Bestialität sogar bei SS- und Wehrmachtsangehörigen Abscheu erregte (allerdings nur deren Dünkel gegen „slawische Untermenschen“ bekräftigte). Die OUN-Banden habe überall, wo sie agierten, Juden und Widerstandsgruppen gejagt.

            Franziska Bruder erwähnt in ihrer Dissertation über die OUN/UPA, dass in deren Hochburgen nur weniger als 0,1% der jüdischen Vorkriegsbevölkerung überlebten, in Polen waren es je nach Region 1-2%, in der Ostukraine über 10%, regional sogar mehr. Dabei befanden sich auch diese Gebiete drei Jahre unter NS-Herrschaft.

            Der „Held der Ukraine“ Schuchtjewitsch hat übrigens mehrere Jahre in deutschen Polizeibataillonen am Vernichtungskrieg teilgenommen. Wahrscheinlich zählt er für die braunen Geschichtsfälscher auch als „Opfer“. Generell waren die Banderahorden in grossem Umfang Henker der Nazis. In beschränktem Mass haben sie Massnahmen des Besatzungsregimes, etwa Zwangsarbeiterverschickungen, entgegengewirkt. Aber hauptsächlich haben sie Landsleute ermordet.

          2. > Heute sind die Anderen Ukrainer an der Macht, die Nachfahren der Nazis von der OUN UPA und
            > Anhänger vom Waffen-SS Sturmbandführer Stepan Bandera und SS-Sturmbandführer Roman
            > Schuchevich.

            So, so… die Tätergeneration hat das Nazihafte also genetisch weitervererbt. Schade, dass diese Teufelsbrut nicht wählen geht, sonst hätten die ukrainischen, nationalistischen Parteien mehr als 1% bei den Parlamentswahlen bekommen und der Präsident wäre ein richtiger Nazi und kein drogensüchtiger Nazi-Jude.

            Ernsthaft. In den osteuropäischen Staaten incl., Russland sind ultranationalistische Gruppierungen und Einstellungen ganz normal. Viel verbreiteter als in Westeuropa. Die Ukraine hat da weder eine außergewöhnliche Stellung noch eine auffällige Stellung. Unterhalte Dich mal mit einem Ungarn. Da schlackerst Du mit den Ohren… (alternativ kann Du natürlich auch mit einem Wagner-Söldner sprechen. Die sind ja schon wie die SS gekleidet – macht das ganze autentischer)

            Wie gesagt. Du betest nur die russische Propaganda runter. Eigentlich sollte ich auf das Offensichtliche nicht mal antworten. Kleiner Tipp zum Schluss: Du solltest an Deinem bedenklichen Fernsehkonsumverhalten arbeiten.

            phz (2000)

            1. Ich schaue kein Fernsehen, aber ich lese die Arbeiten von Historikern und studiere historische Quellen. Es geht nicht um „Vererbung“ einer „Tätergeneration“. Es geht darum, dass diese Massenmörder und Terroristen wie Schuchtjewitsch, Lebed, Melnik, Bandera, Stetko und andere als „Helden der Ukraine“ verehrt werden. Es geht darum, dass die Henker des Holocaust, die Massenmörder auch in Weissrussland (wo Schuchtjewitsch mit den SD-Polizeibataillonen gemordet, gefoltert und gebrandschatzt hat), die Terrorbanden OUN/UPA in der Nazi-Ukraine als „Verteidiger des Vaterlandes“ gefeiert werden, wo das Blut von Millionen an ihren Händen klebt.

              Es geht auch darum, dass die NS-Insignien überall in der Ukraine gezeigt und zelebriert werden, auch in ukrainischen sozialen Medien. Das wurde bis vor ein paar Jahren auch in westlichen Veröffentlichungen kommuniziert, ist jetzt aber tabu.

              Dass „ultranationalistische Gruppierungen und Einstellungen ganz normal“ sind, trifft für die Postmaidan-Naziukraine zu. In Russland, und übrigens auch in einer Reihe osteuropäischer Staaten, wird die Aktivität solcher Extremisten eingeschränkt und werden ihre Propaganda, vor allem aber ihre Gewalttaten, wenn es dazu kommt, verfolgt. In der Ukraine morden, rauben, misshandeln und vergewaltigen diese Leute straffrei. Oder sie werden verurteilt, meist zu niedrigen Strafen, aber ihre Anhänger stürmen die Gerichte und pressen sie frei. Das gibt es so nur in der Ukraine, in den baltischen Shitholes erst ansatzweise.

              Du könntest das wissen, es wurde auch in britischen, US- und auch einigen deutschen Veröffentlichungen publiziert, vor einer Weile sogar bei der bpb (leider nicht mehr auffindbar), wo auch die Aktivitäten von Arsen Awakow im Rahmen der länderübergreifenden neonazistischen Terrortruppe „Misanthropische Division“ erwähnt wurden. Der war langjähriger Innenminister.

              Und eigentlich lohnt es kaum, auf Deine Propagandaexzesse einzugehen. Du bist auch ein Rassist. Du würdest es nicht „normal“ finden (hoffentlich), wenn hier Eichmann- und Himmlerbilder erscheinen würden, Hitler der „Verteidiger des Vaterlandes“ genannt würde und alles voll mit Hakenkreuzfahnen und SS-Runen wäre. Deine Haltung ist die des Herrenmenschen, der den slawischen niederen Rassen ihre Barbarei einräumt. Du ethnisierst den Faschismus, dessen Komplize Du bist.

                1. Primitiver geht es wohl nicht mehr. Du banalisierst, verhöhnst und leugnest sogar den Holocaust, dessen Auftakt die von Bandera und Stetko (unter Aufsicht der SS und Wehrmacht) kommandierten und organisierten Judenmorde in Galizien, beginnend am 29./30.6.1941 in Lemberg waren. Das ist kriminell.

                  Ich meine Natospinner, ok. Aber Du gehst zu weit. Dass Du weder von Geschichte noch von den Vorgängen in der Ukraine einen Schimmer hast, mag durchgehen. Dass Du nicht der Hellste bist, demonstrierst Du mit jedem Deiner Beiträge. Aber Grenzen gibt es schon.

        3. Nachtrag:
          Das ist eben wie in vielen Ländern welche von Nazideutschland okkupiert waren. Es gab ein Teil welches sich wehrte und ermordet wurde, und ein teil welches sich unterwarf und mitmordete.

          So wie etwa in Frankreich. Es gab das Freie Frankreich, welches gegen Nazis ankämpfte, und es gab das Vichy Regime welches mit den Nazis kollaborierten. Im Vichy Frankreich wurden auch Juden und andersdenkende Franzosen brutal verfolgt. Nicht nur von Deutschen, von Franzosen selbst, die sich mit den Besatzern verbündeten. Ähnlich war es auch in Schweden und auch in Polen gab es reichlich Nazis die mit dem Nazideutschland gern gemeinsame Sache machten, oder auch in baltischen Ländern. Selbst unter den Russen fanden sich solche die sich unterwarfen und bei der Ermordung der eigenen Landsleute gern mitmachten. Die einzigen die sich nicht zu schämen brauchen, wo es sowas so gut wie überhaupt nicht gab war Weißrussland. Die Deutschen Besatzer fanden in Weißrussland praktisch überhaupt keine Mitmacher und hatten dort große Probleme mit Partisanen.

  11. Es geht bei Allem um die Rechtfertigung eines großen Krieges gegen Russland. Geschichtssensibilität spielt nicht mal am Rande eine Rolle. Es geht um die Rohstoffe Russlands. Dafür ist keine Erzählung zu schmutzig.
    Mal angenommen, der NATO-Westen würde mit konventionellen, militärischen Mitteln gegen Russland gewinnen. Amerika würde zur einzigsten Nukleargroßmacht und die Welt unterjochen. Wollt ihr das ?
    Im zweiten Fall würden beide Großmächte von ihren Atomarsenalen gebrauch machen.
    Wollt ihr das ?
    Denkt mal drüber nach. Alles andere ist belangloser Scheiß.

    1. ….Amerika würde zur einzigsten Nukleargroßmacht und die Welt unterjochen.
      Diesen Satz ins chinesische übersetzt und der erste Tee des Tages würde Herrn Xi als Aerosol verlassen, bevor er sich einem Lachanfall beugen müsste. Dessen Planung für die nächsten Jahrzehnte sieht diese Option sicherlich so nicht vor. Weder NATO in Russland noch USA als Heiland. Wenn es hart auf hart kommt, gibt sich sicherlich niemand der Illusion hin, dass Europa selbst für irgendwas ein Zünglein an der Waage sein wird. Denen geht grad allen der Stift und es geht nur noch um die eigene Interessen, dass macht die Aussichten gerade nicht rosig.
      Staaten haben keine Moral/ Freunde, nur Interessen. – nach C. d. Gaulle
      Wir erleben gerade, wie globale und vormals gemeinsame Interessen allerorts aufgegeben werden.
      Wem jetzt erst auffällt, dass die NATO ausschließlich eine Interessenvertretung der USA ist, hat etwas verpasst.

  12. Bundeswehr als „zentrale Instanz unserer Daseinsvorsorge“? Hat die Frau einen Knall? Das ist ja gemeingefährlich! Klingt wie die Sprüche der besten Hitler-Satrapen. Können wir uns denn überhaupt nicht dagegen wehren?

    1. Der rechte SeeheimerFlügel der SPD driftet nach rechts außen, mit Lambrecht auch ihr Scholz.
      Scholz telefoniert mit Putin und fordert angeblich den Abzug der Russen aus der gesamten Ukraine, demnach auch aus dem Donbas und von der Krim.
      Das deutsche Journalisten-Gespacke reicht sowas sogar als „diplomatische Lösung“ an die Leser raus.
      Ich will hier weg !

      https://www.tagesspiegel.de/politik/kanzler-dringt-auf-diplomatische-losung-scholz-und-putin-telefonieren-erstmals-seit-wochen-wieder-8640223.html

      1. Wenn Du etwas jünger bist und zu arbeiten verstehst, dann mach’s doch! Du kannst dabei fast nur gewinnen. Die Welt ist groß! Für mich kommt das leider nicht mehr in Frage (Alter und Verfassung), obwohl ich einen zweiten Wohnsitz in Schweden habe. Aber seitdem die in die NATO wollen, hat sich meine Beziehung zu dem Land etwas abgekühlt.

      2. Danke für den Link auf den Tagesspiegel, diesen Artikel möchte ich mal als ein Beispiel aufgreifen, dass wir nicht informiert werden über die Neben- und Hintergründe für diesen Krieg.

        Mein erster Gedanke, als ich gestern im Radio von diesem Gespräch erfuhr, war: „Warum bekommt man keine ausführliche Auskunft darüber, was da besprochen wurde?“
        Dieser Krieg betrifft uns doch in Europa längst alle, warum kann man in der besten Demokratie, die wir je hatten, denn keine Zusammenfassung veröffentlichen mit den Argumenten der beiden Gesprächspartner, oder gleich eine komplette Mitschrift?

        Stattdessen finde ich da sowas:
        „Der Bundeskanzler drängte angesichts der Ernsthaftigkeit der militärischen Lage und der Konsequenzen des Krieges in der Ukraine gegenüber dem russischen Präsidenten darauf, dass es so schnell wie möglich zu einer diplomatischen Lösung komme …“
        Soweit, so gut. Origineller Gedanke!
        „… die auf einem Waffenstillstand, einem vollständigen Rückzug der russischen Truppen und Achtung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine basiert.“

        Aha. Der verehrte Kanzler hat also (angeblich, das teilte ja bloß Regierungssprecher Steffen Hebestreit mit) eine „diplomatische Lösung“ angemahnt und gleich dazugesagt, wie die auszusehen hat. Wie diplomatisch!

        Die Antwort des Dialogpartners teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit wohl nicht mit, jedenfalls wird eine solche in dem Artikel mit keinem Buchstaben erwähnt. Damit ist der Informationsgehalt des Artikels sowie des Regierungssprechers gleich Null – bestenfalls, denn genau genommen wissen wir jetzt weniger als vorher, es ist eine eher verwirrende als erhellende Nachricht.

        Dazu ein bisschen Angstmache:
        „Der Bundeskanzler betonte, dass etwaige weitere russische Annexionsschritte nicht unbeantwortet blieben und keinesfalls anerkannt würden.“
        „… Weitere russische Annexionsschritte …“, er steht also schon wieder vor der Tür, der Russe, und unser Bundeskanzler weiß zu verhindern, dass er ‚reinkommt. Er würde das nicht anerkennen.

        Anschließend schweift der Tagesspiegel-Artikel in innenpolitische Richtung ab um am Schluss doch noch zu erwähnen, man habe auch über Kriegsgefangene und das Atomkraftwerk Saporischschja gesprochen. Auch hier keine Silbe davon was denn nun besprochen wurde und welche Gedanken ausgetauscht wurden.

        Bezogen auf den Titel der „Nachricht“, dass Putin und Scholz endlich wieder miteinander telefoniert haben, ist der ganze Artikel eine Nicht-Nachricht. Es steht einfach keine einzige brauchbare Information darüber drin.

        Stattdessen wird aber fein säuberlich aufgeführt, auf welche Weise von innen und außen Druck auf die Bundesregierung ausgeübt wird, mehr und schwerere Waffen an die Ukraine zu liefern. Da kann er dann plötzlich konkret werden, der Tagesspiegel. Hat bloß nix mit dem Titel zu tun.

        Kurz und schlecht: Dass wir über den Inhalt des Gesprächs absolut nichts erfahren dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Scholz nichts darüber verlautet. Das doofe Volk braucht halt nicht zu wissen, was sein Gottkanzler und dessen Umgebung so über sein Schicksal so tun und entscheiden.

        Die haben immerhin anderthalb Stunden miteinander geredet! Da müssen doch zumindest die Standpunkte klar geworden sein, so dass man sie berichten könnte – die Standpunkte beider Seiten!

        Andere Zeitungen liefern wenigsten rudimentär etwas aus russischer Sicht:
        Die Mitteilung des Kremls zu dem Telefonat ließ auf keinerlei Einlenken Putins schließen. Der Präsident habe den Kanzler auf die „himmelschreienden Verstöße“ der Ukrainer gegen das humanitäre Völkerrecht aufmerksam gemacht, hieß es. Die ukrainische Armee beschieße Städte im Donbass und töte dort Zivilisten. Im Streit über Gaslieferungen betonte Putin demnach, dass Russland ein zuverlässiger Lieferant sei. Westliche Sanktionen verhinderten aber eine ordnungsgemäße Wartung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Berlin hält diese bereits mehrfach vorgebrachte Begründung für den Lieferstopp über die Pipeline für vorgeschoben.
        (Aus der Frankfurter Rundschau kopiert, anderswo auch so gefunden, fast wortgleich.)

        Man könnte buchstäblich hunderte solcher Artikel in unseren Qualitätsmedien hernehmen, es ist immer gleich. Die öffentliche Position unserer Machthaber wird referiert, die wahren Motive verschwiegen, die der anderen Seite ignoriert und es werden mehr Waffen für die Ukraine gefordert. Ganz gleich, was die Wähler dazu sagen.

        Wir sind es ja gewohnt verschaukelt zu werden. Nur geht es diesmal nicht um Kleinigkeiten, sondern um Menschenleben. Na gut, um solche ging es z.B. im Kosovo auch, da haben wir uns auch verschaukeln lassen. Warum sollten die Machthaber da irgend etwas ändern?

        1. Es geht im Artikel um eine „diplomatische Lösung“ die nicht zu erfüllen ist ( Russen räumen Donbas und Krim ),
          also keine „diplomatische Lösung“ sein kann.
          Was die „Menschenleben“ betrifft, geht es um viele Millionen davon.
          Bei einer Eskalation des Konfliktes wird Westdeutschland, wie bereits in den 80ern belegbar befürchtet wurde, zum Kerngebiet eines Krieges, insbesondere eines Nuklearkrieges. Das hat u.A. damit zu tun, dass NATO-Frankreich drittgrößte Atommacht der Welt ist und in Deutschland A-Waffen in Büchel stationiert sind.
          Die Amerikaner zündeln im Hintergrund weiter ( Kalinigrad, Kosovo, NATO-Beitritt Schweden etc. ) und verschärfen die Situation.
          Eine „diplomatische Lösung“ muss deshalb für die Konfliktparteien in der Ukraine praktikabel und schnell geboten sein.
          Ansonsten reicht Schweden sicher nicht als Fluchtort, wie hier vorgeschlagen wurde 😉
          Die jüngere Generation, die den ersten kalten Krieg nicht miterlebt hat, versteht offenbar nicht die Brisanz der Lage.

      3. Toll.

        Scholz sagte…..
        Scholz forderte…..
        Scholz betonte….
        Scholz argumentierte…..

        Auf den NachDenkSeiten wurde heute schon darauf hingewiesen, dass das ‚Gespräch‘ ca. 90 Minuten dauerte aber in den deutschen
        Qualitätsmedien wird nur berichtet, was von Scholz kam. Hat er Putin einen 90-minütigen Vortrag gehalten? War Putin etwa so beeindruckt, dass er nichts mehr gesagt hat? Nein, war er nicht! Hier findet man mehr darüber

        http://en.kremlin.ru/events/president/news/69343

        Schon interessant, was da alles unterschlagen wird.

        1. Offenbar war Scholz nicht sehr überzeugend gewesen, denn eine Stunde nach dem Telefonat zerstörten russische strategische Bomber ein weiteres Kohlekraftwerk und einen Staudamm in der Ukraine.

      4. thx f den link. Ohne Schubser schlag ich den Tagesspiegel nicht mehr auf.

        ich vermute es läuft doch so: Alle Korris sitzen im Presseraum. Hebestreit (was n Name) sagt sein sweet nothin und dieselben Korris tippen alle dasselbe in ihre Handys.
        1 Quelle. 1 Artikel. 30 Ableger.

        (Allerding waren die Russen not amused, als die letzten Telefonate dieser Art geleakt wurden.)

        Habe heute einen neuen Begriff gelernt „Dialogue de sourds“ im Zusammenhang mit Charles de Gaulle und seinem Alleingang in Sachen Atombombe -„Gespräch zwischen Tauben/Gehörlosen“…

        p.s. huch, ich bin schon der 2. der de Gaulle hier erwähnt! Der Mann hat Konjunktur

      5. Extrem diplomatisch…. Niemals kann Russland oder Putin die beiden Republiken Donetzk und Luhansk im Stich lassen und die Krim dem Feind überlassen geht erst recht nicht. So hat man ihn ja in den Krieg gelockt. Dieser Krieg ist noch längst nicht zu Ende. Wahrscheinlich fängt er gerade erst richtig an.

  13. »Putin wird scheitern, Europa wird siegen« soweit die Layenhafte Einschätzung unserer ehemaligen Verteidigungsministerin.
    Wie berauscht von der eigenen Eloquenz muss die Dame sein, um solche Kassandrarufe rauszuhauen?
    Alle reden laufend vom Fortschritt dieses einen Krieges und niemand hat eine Idee, wie der Frieden danach aussehen soll.
    Alle beharren auf Maximalforderungen, keiner ist kompromissbereit, so wird das offensichtlich nichts werden.
    Mich langweilen die alten Generäle im Ruhestand, die laufend irgendwas einschätzen und Taktiken bewerten, die am Ende offen sind und keine Lösung eines Konfliktes bedeuten.
    Es muss verhandelt werden, bis zum Ende der Schlacht, sonst wird geschlachtet bis zum Ende jeder Option für eine Verhandlung.
    Die Strategie erst zu verhandeln, wenn es nichts mehr zu verhandeln gibt, ist einfach die Dümmste von allen.
    Die Geschichte wiederholt sich und wir sind dabei, heute als Zuschauer und morgen als Opfer.
    »Eine der besten Gegenoffensiven seit dem Zweiten Weltkrieg« behauptet der Spiegel. Kriegsbegeisterung als Normalzustand. Konditionierung aus einer dunklen Zeit, die ich für vergangen hielt. Hoffentlich ist es nicht die historisch ungeschickteste Offensive gewesen, um den 3. zu verhindern, was diese dann auch wieder in anderem Licht erscheinen lassen würde.
    Wann bricht die Vernunft wieder über uns herein?

    1. Wir erleben jetzt gelebte Zeitgeschichte in einer Intensivität wie es kein Film, Buch, Computerspiel oder Hörspiel je vermitteln kann.
      Leider gibt es keinen Pausen- oder Abschaltknopf den wir betätigen können.
      Für die, die in letzter Konsequenz überleben, wird es eine interessante Erfahrung gewesen sein und evtl wieder für einige Dekaden lehrreich.

    2. »Putin wird scheitern, Europa wird siegen« soweit die Layenhafte Einschätzung unserer ehemaligen Verteidigungsministerin.

      Ja das war schon gruselig und amüsant zu gleich. War in russischen Talk Shows auch ein Thema gewesen.
      Am besten hat es den Russen gefallen wo sie erzählte, dass man in Russland inzwischen Elektroplatinen und Chips aus Waschmaschinen entnehme und sie in Raketen einbaue, weil es Russland angeblich so sehr an Halbleitern mangele.

      Gestern bei Solowjow machten sie sich Alle lustig darüber. Einer der Gäste kommentierte, naja was habt ihr erwartet, sie ist eine Gynäkologin. Das ist doch nicht überraschend, dass eine Gynäkologin meint man könne einfach so eine Platine aus einer Waschmaschine in eine ballistische Rakete reinlöten und erwarten, dass die Rakete dann funktioniert.

      Der Moderator meinte so: Mensch Frau Layen begreifen Sie eigentlich, dass unser Volk sich über solche Aussagen kaputtlacht? Wollen sie uns kaputtlachen?

      1. > man könne einfach so eine Platine aus einer Waschmaschine in eine ballistische Rakete reinlöten
        > und erwarten, dass die Rakete dann funktioniert.
        Der naheliegende Witz wäre, dass die russischen Raketen mit Chips aus eine Miele-Waschmaschine sogar besser treffen würden, als sie es jetzt tun.

        phz

  14. Mit diesem Soldatenmuttchen, braucht die Bundeswehr keinen äußeren Feind mehr. Unter Uschi wurde der Todeskampf begonnen – mit Lambschlecht, beendet. Denn auch wenn sie tönt, dass sie an die Grenzen gekommen sei – mahnende Worte aus Kiew, werden auch noch das letzte Paar warme Socken locker machen.

  15. Nette durchhalte Parolen…
    Wer solche Aussagen trifft und für ‚die westliche Welt‘ spricht, sollte mal ein Referendum dazu machen.
    Dieses Land (man kann D nicht als Staat bezeichnen) muss ersteinmal ihre rechtliche gesetzliche, interanationale, internationale Situation prüfen. Da wahrscheinlich nicht nur D mit geheimen AGB behaftet ist eine Sache, dann darf man nicht auf der anderen Seite von Demokratie reden.
    Sie reden unverblümt das ihr Arsenal an einem kritischen Punkt angelangt sind, wen und mit was wollen die dann überfallen um überhaupt an Rohstoffe für ‚moderne high tech systems‘ zu erobern?
    Die Welt schaut sich den Westen an, und bei wem werden diese Staaten ihre militärischen Ausrüstung kaufen?
    LNG Terminal Fackeln ab, Satelliten fallen aus, die zweite Mondlandung vergeigt und die deutschen feiern ihren Sieg zu den vereinigten Staaten West! Übersetzt wäre das in etwa : wir brauchen nicht 10 Jahre sondern eher 30 Jahre um auf den Beinen aufrecht gehen zu können….
    Die heutigen Rentner 49 Jahre gearbeitet und werden dummdreist „30%“ enteignet, die anderen danach eher ’40+%,“. Der Sozialstaat mit den ausgehungerten Kassen wird dann abgeschafft, da die BW unsere Versorgung sichert…
    Ich schau mir das weiterhin aus der Ferne an

  16. „Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP) ist ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik. Die 1955 in Zusammenarbeit mit dem Council on Foreign Relations und Chatham House gegründete Gesellschaft betreibt Forschungseinrichtungen für Fragen der internationalen Politik sowie der Außen- und Sicherheitspolitik.“ (Wikipedia)
    Nachdem die westdeutsche Bundesrepublik 1955 in die NATO aufgenommen war, musste man natürlich auch den geistig-denkerischen Hintergrund wieder aufbauen. Die Westdeutschen waren noch vornehmlich mit den 10 Jahre später zu Ende gegangenen Wirtschaftswunder beschäftigt.

    „Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, eine Getriebene, weil sie angeblich nicht genug schwere Waffen an die Ukraine liefert, wollte das offenbar mit ihrer Grundsatzrede zur Nationalen Sicherheitsstrategie Deutschlands bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik wettmachen.“
    Denkt man an andere sich als Schwergewichte verstehende Bundesministerinnen und Bundesminister ist dies zumindest nicht unintelligent.

    Bei allem darf nicht außer Acht bleiben, dass L. Min. im „Zeitenwende“-Kabinett der (immer noch neuen) Bundesregierung der „Fehlfarben“ ist. Hervorstechenstes Merkmal dieser Regierung ist, dass sie in einem hybriden Proxikrieg zwischen USA/NATO und der RF eine Wichtigkeit repräsentieren will, die sie überhaupt nicht hat.
    Zu erwähnen ist in Verbindung mit der Rede der Verteidigungsministerin die kürzliche Rede des Kanzlers in Prag. Und gestern (13. September) fand die Jahrestagung 2022 des BDA (ich glaube mit 14 Wirtschaftsverbände-Mitgliedern) in Berlin statt. Die Rede des Präsidenten Dr. Dugler wies auf die schon allen Spatzen auf den Dächern gezwitscherte Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Rezession (beschönigend ausgedrückt) hin. Anwesend war das halbe Bundeskabinett.

    Nun, was hat L. in ihrer Rede, soweit von Herrn Rötzer wiedergegeben, gesagt? Geschichtlich und zeitgeschichtlich hat sie sich nicht gerade gewählt ausgedrückt. Die „tägliche Daseinsvorsorge“ kann man, so man will, auch als „Wink mit dem Zaunpfahl“ an in Wartestellung befindliche Demonstranten sehen, die auch mit verkündeter Reihenfolge in der Daseinsvorsorge zwischen Ukraine und Deutschland nicht einverstanden sind.
    Deutschland als Vermittlungsmacht? Wer soll dies denn personell repräsentieren? Und das nach schleppenden Anfängen gewachsene Vertrauen zwischen deutscher Kanzlerin und französischem Präsidenten ist Vergangenheit.

    Niemand (lassen wir mal Aussagen von Polen beiseite) interessiert sich. im Unterschied zur ressourcenreichen Ukraine, an den paar verbliebenen deutschen Quadratkilometern. Bücheln und Ramstein sind im Falle eines Falles in weniger als einer Stunde ausgeschaltet. Und für Elmau oder Meseburg interessiert sich wirklich niemand.

    Frau Diana Johnston, von 1989 – 1996 für die Grünen im Europaparlament, hat in dem Essay „The Specter of Germany Is Rising“ dargelegt, wie eine europäische Außenpolitik in den letzten 30 Jahren hätte aussehen müssen, wenn aus ihren Reihen heute eine glaubhafte Vermittlung hervorgehen sollte.
    DIANA JOHNSTONE: The Specter of Germany Is Rising – Russia News Now (therussophile.org)

  17. Dass Deutschland das Erbe der Nazi-Verbrechen hinter sich gelassen hat, sehe ich ähnlich, schliesslich sind die letzten drei Generationen nicht schuld an eben diesen, aber das kann doch verdammt nochmal nicht heissen, die nächsten Verbrechen gegen die Menschheit, sowie Menschlichkeit begehen zu dürfen!

    1. Es geht ja nicht um die Schuldfrage, es geht um Verantwortung, das ist ein Unterschied. Wenn man sagt man habe es hinter sich gelassen, entledigt man sich auch der Verantwortung, dass man nicht wieder in finstere Zeiten absteigt. Dafür ist es notwendig die Geschichte nicht einfach zu vergessen. Man muss die Ursachen die dazu geführt haben erforschen und die gesellschaftliche Sensibilisierung aufrecht erhalten. Das darf man nicht einfach hinter sich lassen.

  18. Es gibt in Deutschland tatsächlich viele Leute, die in der Vergangenheit leben, und basierend auf Russophobie in Russland immer noch die bolschewistische und mit weiteren Attributen versehene Sowjetunion sehen, verkörpert in der Person Putins, als Bestie Blutin, und gegen dieses Reich des Bösen kämpfen wollen, vorerst mit Geld, Waffen und Sanktionen, gegebenenfalls natürlich auch mit Friedenstruppen, um diesen Schrecken um jeden Preis zu beseitigen, nach dem Motto, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende..

    1. Putin und sein Vorzeigediplomat Lawrow sind, verglichen mit den Falken in Russland, recht freundliche und liberale Gesellen.
      Die Falken verlangen schon jetzt eine Generalmobilmachung der russischen Streitkräfte und damit ein schnelles Ende in der Ukraine.
      Denen ist es gleich, ob es völkerrechtlich ein Angriffskrieg ist, oder ob die vollständige Zerstörung der Ukraine noch als Spezialoperation durchgeht.
      Ein Präsidenten aus deren
      Reihen würde Scholz teeren, federn und vom Hof jagen, würde er die Krim zurückverlangen.
      Sollte mal jemand bei Maybrit Illner erklären, wenn es um graduelle Unterschiede von Gut bis Böse geht.

  19. In ausgrechnet diesen sonnigen Zeiten bringt der Beck Verlag seinen „literarischen Kommentar“ zum Grundgesetz.

    Der tp-Autorin jedenfalls scheinen die Widersprüche angesichts der politischen „Gemengelage“ die wir ertragen müssen, zu entgehen („es ist toll!“ Ich hielt das zuerst für Ironie)

    https://www.heise.de/tp/features/Es-ist-toll-Literarische-Ansichten-zum-Grundgesetz-ueber-den-Daechern-von-Berlin-7263392.html

    Gut, jetzt muss man fairerweise nur noch selber lesen was die Autoren im Einzelnen schreiben…

  20. „das unterstellt wir sind täglich bedroht…. sprich Russland“
    Meiner Kenntnis nach wohl doch eher durch Polen. Die im Raum stehenden enormen Reparationen sind nicht einfach vom Tisch, weil es im Moment nicht opportun ist darüber zu sprechen.
    Vieleicht lässt sich die PIS auch einen Handel ein, z.B. , dass wir bei einer Neuauflage des „Wiener Kongresses“ dafür stimmen, dass Polen seine Ostgebiete und auch ein Teil von Litauen wieder bekommt.
    Aber wahrscheinlich werden die über kurz oder lang in den Krieg eingreifen und dann haben wir den langersehnten Bündnisfall.
    Glück auf

    1. Hi Wölfchen,

      die Forderungen der Polen gegen Deutschland und Tschechien kommen nicht zufällig.

      Am Besten ist, wir rüsten Polen noch mit Leopard 2A7 richtig auf, damit die Forderungen auch etwas Rückrad bekommen.

    2. Polen und Ukr schienen ja sich bestens zu verstehen.
      Ich glaube Selensky hat was durchgebracht dass Polen politische Ämter in der Ukr übernehmen können.
      Hab mir so gedacht, vielleicht fusioniert Polen dann mit der Westukraine.
      Dann wären letzere in an den heißersehnten Fleischtöpfen der EU.
      Aber die Polen würden dann ihren Spass haben mit dem ukrainischen Nationalismus

  21. Es gibt in der BRD nur wenige Politiker die glaubhaft die Kritik zur heutigen Russlandpolitik vertreten. Frau Wagenknecht ist die wichtigste/ namhafteste Vertreterin dieser in dDeutschland aussterbende aber unbedingt schützenswerten Art.

    Wenn ich als ehemaliger Wähler dieser Partei sehe und höre, wie diese Partei sich in Bezug auf den Stellvertreterkonflikt zwischen USA und RF, unter den Namen Russland-Ukraine-Krieg in den Medien geführt, aufführt, für us-hörige Statements abgibt, erschrecke ich mich in einer unvorstellbaren Form. Spätestens jetzt sollte Frau Dr. Wagenknecht eine Partei gründen, mit Zielen wie raus aus der NATO, politische Neutralität wie die Schweiz mal war, eine pazifistische Grundhaltung und einer soziale Ausrichtung.

    Die Mehrheit der Deutschen will euine wirkliche Verständigung mit Russland. Dabei sollte jedem klar sein, wäre sich offen mit den innerukrainischen Konflikt beschäftigt, dass der russischsprachiger Teil auf Grund der ukrainischen Gesetzgebung und deren brutale Umsetzung mehrheitlich nach Russland tendiert. Wirkliche Demokraten würden das anerkennen. Aber wir leben ja in eine geheuchelten Demokratie, welche us-amerikanische und globalkapitalistische Interessen vertritt und dies quer durch alle, wirklich alle relevanten Parteien.

    Die heutigen Leserbriefe auf den NDS https://www.nachdenkseiten.de/?p=88044 zur Wagenknechtrede, bringen vieles auf den Punkt. Ich zitiere einige Briefe:

    + „Daher möchte ich Frau Wagenknecht kurz ergänzen.

    Neben der “dümmsten Regierung” leisten wir uns in Form der Linken zur Zeit auch noch in Gestalt der Linken die “dümmste Opposition”. “

    + „…,so richtig das alles ist, was Sie da zur Rede von Sarah Wagenknecht schreiben, muß ich doch feststellen, daß:

    ich den offensichtlichen Masochismus der Frau Wagenknecht, der sich in der Tatsache ausdrückt, weiterhin und unverdrossen in dieser Partei zu bleiben und sich einen Tiefschlag nach dem anderen einzufangen, als zunehmend peinlich empfinde;
    sie fortfährt, als linkes Feigenblatt Stimmen für eine radikal opportunistische, gegen die Interessen der Bevölkerung agierende Partei einzusammeln;
    schließlich durch ihren Verbleib in dieser Truppe der Bevölkerung beharrlich eine wählbare linke Alternative verweigert.“

    + „Was Frau Wagenknecht und Frau Dagdelen hier zeigen, sollte eigentlich Usus sein.

    Beide nennen Ross und Reiter und weisen zurecht auf die Verursacher der hiesigen Krisen hin, welche eben nicht die Gleichen sind, welche den Krieg in der Ukraine zu verantworten haben.

    Leider zieht es sich seit Jahren wie ein roter Faden durch die bundesdeutsche Regierungs- und Medienlandschaft, dass der “Bote” nicht der “Verursacher” zu steinigen sei.“

    1. Vielleicht erfahren wir eines Tages,
      wer die Geldgeber der Trojanischen Pferde sind, die die Linkspartei infiltriert und politisch unterwandert haben. Die prinzipienlosen Dilletanten kamen aus dem Nichts und haben die Partei in erstaunlich kurzer Zeit für breite Bevölkerungsschichten unwählbar gemacht und die wenigen Zugpferde der Partei zum Metzger gebracht.
      Das stinkt nach Masterplan ( Achtung VT 🙂 )
      So dämlich kann einer sein aber nicht Hunderte zugleich.

      Die Klimaktivisten wurden z.T.
      auch von Soros und anderen Miliardären finanziert:

      https://m.youtube.com/watch?v=tpJ6iRj9kFE

      Ansonsten muss man sich bezüglich der parlamentarischen Demokratie und ihren Parteien und Funktionäre keinen Illusionen mehr hingeben, was
      deren Fremdsteuerung durch Kapitalinteressen betrifft.
      Der Parteienkuchen ist gegessen und die Linkspartei verlässt zuerst die Bühne. Wagenknecht weiß das, sie kloppt sich aber gern und hat nichts zu verlieren. Arm sterben wird die nicht.

      1. Hi Alf!

        Diese Unterwanderung von sozialausgerichteten, pazifistischen „linken“ Parteien findet ja schon lange statt.

        Ich frage mich, wie kann dies passieren?

        Ist man als „linker“ in so eine Partei eingetreten, aber die bürgerliche Gesellschaft lehrte dich, dass nur angepasste und systembejahende eine Aufstiegschance zu den kleinen und ganz großen monetären Futternäpfen im Kapitalismus haben, was über die Jahre hin über die breite „um“erzogene Masse zu einer Verbürgerlichung dieser Parteien führt? Dazu zählt ja auch das Märchen vom „Tellerwäscher zum Millionär“, was ohne Konnektion, Anbiederei und Anpassung auch nicht in den wenigen Lottoglücksfällen funktioniert.

        Den würden in dieser Masse gekaufte Boote in die linken Parteien eingeschleusst, die es als „IM´s“ mit Sicherheit auch gibt, hätte es sich schon in der Öffentlichkeit herum gesprochen. Das dies bei den Olivgrünkhakibraunen verstärkt über die Soro`s Linie gibt, ist ja auch bekannt.

  22. Neuigkeiten aus der Ukraine.

    Nach einem Raketenangriffen in Kryvyi Rih steigt das Wasser im Fluss Ingulets schnell an, die Bewohner decken sich dringend mit Wasser ein. Der Angriff wurde ausgeführt von Strategischen Bombern der russischen Luftwaffe vom Typ Tu-95MS mit X-101-Raketen.

    Die Behörden von Kryvyi Rih haben Acht Einschläge gegen kritische hydrotechnische Infrastruktur gemeldet. Das Wasser des Flusses Ingulets schwemmte einen Übergang des ukrainischen Militärs bei Davydov Brod davon.

    Die nächste Eskalationsstufe ist nun also erreicht und es wird die kritische Infrastruktur einem Bombardement ausgesetzt. Wie ich annehme werden die Raketenangriffe gegen Infrastrukturobjekte auch im weiteren Verlauf fortgesetzt.

      1. Jaja, wo war deine Empörung als die Ukrainische Armee acht Jahre lang „zivile Infrastruktur“ der DNR beschoss und Wasserversorgung der Krim lahmlegte?

        Es war ein weiteres Kohlekraftwerk und das ist keine reine zivile Infrastruktur. Es liefert unter Anderem Strom für Züge welche Panzerhaubitzen an die Front bringen. Das wäre nicht nötig gewesen, wenn ihr euch mit euren Waffen rausgehalten hättet. Ohne Strom geht nix. Erzähl das den Amerikanern, dass Angriffe auf Stromversorgung des Gegners kein legitimes Ziel sei.

        1. Die Ukrainer bombardieren nicht nur „zivile Ziele“ sondern gezielt Zivilisten, so wie ihre Ziehväter das machen. Hoffentlich dauert der Zsammenbruch der westlichen Wirtschaft nicht mehr lange, dann können SCO, B&R etc. sich ans Durchfeudeln machen.

          😎

      2. Lol, also das Dämmen des Dnjepr-Krimkanals 2014/15, die Unterbrechung der Hochspannungsleitungen auf die Krim 2015, die Bombardements der Wasserwerke, Kraftwerke und Gasleitungen in DNR und LNR seit 2014, der Sprengungsversuch des Damms bei Uglegarsk … soll ich weitermachen?

        Glashaus, Steine. Deine Ukronazis begehen diese Kriegsverbrechen seit Jahren. Ich sehe Deine gerechte Empörung darüber .. eben nicht.

  23. Ein Glück, dass es den demographischen Wandel gibt und die Regierung Scholz gerade rechtzeitig für einen ökonomischen Absturz sorgt.
    Wenn wir demnächst die Stahlwerke wegen Energiemangel abstellen müssen, kann selbst die avisierte Gerontokratenstreitmacht nicht ins Feld ziehen.

  24. @Russischer Hacker

    Genau so, wie bis jetzt die Vorgeschichte des russischen Eingreifens negiert wurde, sehen USA/NATO/Zelenskyi bis jetzt noch nicht, was sie „angerichtet“ haben.

    1. Ich denke schon, dass sie genau wissen was sie tun, sie sind einfach in ihrer Überheblichkeit und Arroganz so heuchlerisch und so gewissenslos.

      Der russische Fernsehmorator und Reporter Evgeny Popov hat vor einigen Tagen es auf den Punkt gebracht:
      Sie machen den Fehler unseren Humanismus für unsere Schwäche zu halten.

      1. Nein, das machen sie nicht.

        Sie glauben nur ihren Vorurteilen, diesen zufolge sind die Russen gefühllos und Humanismus ist ihnen fremd. Erinnere dich mal an Think-Tank-Expertentante, die Lanz zu Gast hatte und die ihre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit dadurch zum Ausdruck brachte, indem sie behauptete, die Russen hätten ein anderes Verhältnis zum Tod und sie seien eigentlich keine Europäer.

        Daran glauben diese Journalisten und Politiker.

        1. Habe die Sendung nicht gesehen.
          „anderes Verhältnis zum Tod“
          ich erinnere mich ein eine Befragung einer Wärterin wegen Misshandlung und Folter von Gefangenen in Guantánamo: „die haben sowieso eine andere Einstellung um Tod und wollen ja..“
          Da kann man nur sagen:, „Die Gehirnwäsche war der erfolgreich“.

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