Einreiseverbot für Russen oder Gegenpropaganda in Russland?

Bild: Michael Coghlan/CC By-2.0

Deutschland und Frankreich wollen kein Einreiseverbot, sondern „kreative Wege“, um „unabhängige Informationen“ in Russland zu verbreiten. Für die Russen sind aber oppositionelle Medien marginal, ausländische spielen praktisch keine Rolle.

 

Frankreich und Deutschland sind dagegen, den eisernen Vorhang zu schließen und neben russischen Gütern und russischen Informationen, auch russischen Bürgern die Einreise in die EU zu verwehren. Solche Sanktionen gegen alle Russen fordert natürlich die ukrainische Regierung, aber auch einige EU-Staaten wie die baltischen Länder, Polen oder Finnland haben sich damit solidarisiert. Eine der Parolen: „Tourismus ist kein Menschenrecht“ (EVP-Fraktionschef Manfred Weber). Während die einen von Putins Krieg sprechen und von der „transformativen Kraft“ der Erfahrung des Lebens in einer Demokratie, sagen die anderen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung nach Meinungsumfragen hinter Putin und der Invasion stehe, weswegen eben auch die russischen Bürger die Folgen des Kriegs direkt spüren sollen.

In einem Non-Paper haben die französische und deutsche Regierung vor dem Außenministertreffen den Vorschlag gemacht, eine weiterhin gegenüber normalen russischen Bürgern offene Visa-Politik und offenen Kommunikationskanälen mit der russischen Regierung mit einem Programm gegen die in Russland betriebene Propaganda zu verbinden. Damit wird die These von Putins Krieg aufrechterhalten, da die russischen Bürger angeblich von der staatlichen Propaganda so eingenebelt sind, dass sie die Wirklichkeit, die aus dem Westen stammt, nicht wahrnehmen können.

Während im Westen der Kampf um die unterstellt leicht zu täuschenden und manipulierbaren Köpfe gegen die (russische) Desinformation und die Beeinflussungskampagnen mitsamt Verbot von russischen Medien schon länger geführt wird, um die Menschen gegen die Verführung zu schützen. Muss in Russland offenbar der Westen dafür sorgen, dass die von russischen Medien gewebte dichte Informationsblase durchstochen wird. Natürlich wird nicht davon gesprochen, dass man Gegenpropaganda, strategische Information oder Beeinflussungsoperationen betreibt. Man müsse „kreative Wege“ erkunden, um „unabhängige Informationen“ in Russland zu verbreiten, so Bloomberg (France, Germany Could Look to TikTok, YouTube Bloggers to Fight Putin Propaganda) über das deutsch-französische Papier: “Defending the international order in an age of systemic rivalry: EU-Russia relations.“

Als Argument, kein Einreiseverbot in die EU zu beschließen, wird angeführt, dass man dadurch nur „das russische Narrativ“ fördere und „unbeabsichtigtes Zusammenrücken hinter der Regierung und/oder Entfremdung künftiger Generationen“ auslöse.

Um die russische Propaganda in Russland zu bekämpfen, werden „technische Maßnahmen gegen die russische Zensur“ vorgeschlagen, beispielweise ein Internet Censorship Circumvention Hub. Der könnte dann auch europäischen Bürgern nützlich sein, die in Konflikten auch die Nachrichten und Meinungen der anderen Seite erfahren wollen, um sich ein eigenes Bild machen zu können. Am 2. März 2022 ist das EU-weite Verbreitungsverbot der russischen Sender RT und Sputnik in Kraft getreten, die als „eine direkte Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit der Union“ gelten. Damit verhält man sich nicht besser als Russland, das ebenfalls westliche und oppositionelle Sender verboten, allerdings auch die Verbreitung von falschen Informationen über die russischen Streitkräfte unter Strafe gestellt hat.

Im deutsch-französischen Papier wird vorgeschlagen, Inhalte in russischer Sprache für im Ausland lebende Russen herzustellen sowie Medienkompetenzkurse auf Russisch zu finanzieren, die Videoblogger auf YouTube, Facebook, TikTok, Telegram und Vkontakte anbieten. Ob die Medienkompetenz dann auch einschließt, die Informationen zu hinterfragen, die von westlichen Regierungen und Medien verbreitet werden, darf bezweifelt werden.

Welchen Medien vertrauen die Russen?

Das unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut Levada, das als „ausländischer Agent“ gilt, hat herauszufinden versucht, wie die Menschen das Gesetz finden, das kurz nach Kriegsbeginn erlassen wurde und die Verbreitung von Falschnachrichten über die „Sonderoperation“, die Verächtlichmachung der russischen Armee  sowie die Forderung von Sanktionen gegen Russland unter Strafe stellt. Höchststrafe sind 15 Jahre Gefängnis. Als korrekte Informationen gelten solche, die von Behörden stammen.

Nach der Levada-Umfrage unterstützten das Gesetz erstaunliche 79 Prozent, nur 14 Prozent sprechen sich dagegen aus. Ältere Russen sind stärker für das Verbot, bei den Jüngeren sind mehr dagegen, nämlich 22 Prozent bei den 18-25-Jährigen. Fragen könnte man, ob in Kriegszeiten manche ihre kritischen Ansichten lieber nicht äußern. Jedenfalls stehen Russen, die das Fernsehen als Hauptinformationsquelle bevorzugen, am stärksten (87 %) hinter dem Gesetz. Wer eher soziale Netzwerke oder Online-Medien benutzt, ist ein wenig kritischer (74 %–77 %). Telegram-Nutzer sind mit 67 % am wenigsten begeistert. Aber immer steht eine Mehrheit dahinter.  Das hat damit zu tun, dass eine Mehrheit dem Staat zu vertrauen scheint: 60% sind der Meinung, dass das Gesetz die Zuverlässigkeit von Nachrichten gewährleisten soll, nur 29% sagen, es soll Kritik an Behörden unterbinden.

60 Prozent sagen, dass sich nach dem Inkrafttreten des Gesetzes nichts geändert hat, obwohl oppositionelle Medien verboten wurden, selbst dicht gemacht haben oder vom Ausland aus berichten. 20 Prozent meinen, es würde halt mehr vom Krieg bzw. der Sonderoperation berichtet. Wenn nur 8 Prozent sagen, Medien, denen sie vertrauen, seien weniger geworden, und 5 Prozent, dass Medien, denen sie vertrauen, verboten wurden, dann zeigt dies, welchen geringen Einfluss die vor dem Krieg noch vorhandenen oppositionellen Medien hatten.

Tatsächlich vertrauen 42 Prozent der Befragten den großen staatlichen Fernsehsendern (Channel One (Perwy kanal), Rossiya, Zvezda, RT) und 15 Prozent den nichtstaatlichen (NTV, RenTB, RBC-TV, Channel 5). Fernsehen ist die Hauptinformationsquelle, vor allem für die älteren Russen, 20 Prozent vertrauen den staatlichen Nachrichtenagenturen (RIA Novosti, TASS), immerhin nennen 25 Prozent soziale Netzwerke. Aber nur 4 Prozent vertrauen Online-Medien, die vom Ausland aus arbeiten (Meduza, Novaya Gazeta Evropa, Spektr.Press)     und ebenfalls vier Prozent russischen Sendern, die vom Ausland aus arbeiten (Doschd). Nur 2 Prozent vertrauen ausländischen Informationsquellen in russischer Sprache (BBC Russian Service, Radio Liberty, Present Time, Deutsche Welle). Hier sind auch die jungen Russen nicht anders eingestellt als die älteren.

Das sind schlechte Bedingungen für politische Veränderungen in Russland – und für Versuche, die Russen durch Informationen von ausländischen Medien zu beeinflussen oder zu manipulieren, natürlich würde man von wahrheitsgemäßen oder unabhängigen Informationen sprechen, auch wenn sie von staatlichen Medien kommen.

Man ist eher skeptisch, ob es seit Beginn des Gesetzes weniger Fake News gibt. Der Berichterstattung staatlicher Medien über den Krieg glauben 31 Prozent voll und ganz, aber eine Mehrheit von 54 Prozent nur teilweise. 11 Prozent vertrauen staatlichen Medien überhaupt nicht. Skepsis ist also durchaus vorhanden, aber die Suche nach alternativen Medien, vor allem nach ausländischen, ist marginal. Das Durchstechen der Informationsblase, in der die Russen nach Ansicht vieler im Westen leben, dürfte schwierig sein, die Skepsis gegenüber dem Westen scheint hoch zu sein. Das könnte auch nachdenklich machen, stattdessen ist man anscheinend überzeugt, dass die Russen nur das „Richtige“ hören, lesen und sehen müssten, um aufzuwachen und die Ansichten im Westen zu übernehmen, oder man ist eben überzeugt, dass man die Russen ob ihrer Ansichten bestrafen muss.

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17 Kommentare

  1. „Frankreich und Deutschland sind dagegen, den eisernen Vorhang zu schließen und neben russischen Gütern und russischen Informationen, auch russischen Bürgern die Einreise in die EU zu verwehren.“
    Dass Frankreich frischfröhlich weiterhin AKW-Brennstoff aus Russland einführt, ist bekannt? Auch die usa hat übrigens ihre Einfuhren aus Russland nicht eingestellt, sondern lediglich auf die Hälfte reduziert.

  2. Ja, nach meiner eigeer Erfahrung, das kommt ungefähr so hin würde ich sagen.

    [ Fragen könnte man, ob in Kriegszeiten manche ihre kritischen Ansichten lieber nicht äußern. ]

    Nein, das stimmt nicht. Solche Kritik wie der Westen gerne hätte, muss man in Russland mit der Lupe suchen. Das gibt es auch nicht in der Küche und nicht am Stammtisch. Kritik an der Regierung gibt es schon und die ist auch nicht verboten. Allerdings ist es eine Kritik die im Westen eher für Entsetzen sorgen würde. Viele kritisieren die Regierung und Putin persönlich auch öffentlich, dass er zu weich und nicht entschlossen genug sei. Viele fragen sich wieso Selenksy noch lebt und das Regierungsviertel in Kiew noch nicht bombardiert wurde.

    [ Damit wird die These von Putins Krieg aufrechterhalten, da die russischen Bürger angeblich von der staatlichen Propaganda so eingenebelt sind, dass sie die Wirklichkeit, die aus dem Westen stammt, nicht wahrnehmen können.“ ]

    Also da muss ich lachen. Komisch, dass die ca. 5 Millionen Menschen in Deutschland mit Migrationshintergrund Russland, ausgerechnet der russischen Propaganda vertrauen und nicht der Deutschen obwohl sie doch beides mitkriegen und vergleichen können.

    Nein, diese These ist weit hergeholt, wer das ernsthaft meint, hat sich noch nie mit der russichen Propaganda auseinander gesetzt. Ich kann soviel verraten, die russische Propaganda besteht zu 90% aus westlicher Propaganda. Man braucht nur Rossiya 1 oder den Ersten Kanal zur Prime Time einzuschalten um informiert zu sein was Spiegel, Bloomberg, NYT, CNN, BBC und ARD heute Alles für Schwachsinn verzapft haben.

    Man zeigt den Russen den ganzen Tag im Fernsehen, was westliche Fernsehsender über Russland und Ukraine berichten. Was westliche Politiker über Russland sagen. Die meisten Russen sind ziemlich gut auf dem laufenden was westliche Medien berichten und kennen sich in der westlichen Medienlandschaft gut aus. Sie kennen westliche Politiker bei Namen besser als die meisten Europäer und Amerikaner. Mehr muss die russische Propaganda gar nicht machen als den Russen zu zeigen was für Schwachsinn im Westen über Russland und Ukraine berichtet wird. Das ist dermaßen verzehrt und grotesk falsch, dass der gewöhnliche Russe denkt, der Westen ist völlig verrückt geworden, und hält sein Zielpublikum für bescheuert. Die Russen bekommen den Unsinn auch so bis zum Kotzen serviert. Daher auch die in der Tat erhebliche Skepsis gegenüber Informationen aus dem Westen. Das Misstrauen gegenüber westlichen Informationen ist in Russland daher noch viel stärker ausgeprägt als im Westen selbst, gerade weil die Russen bestens informiert sind was im Westen über sie berichet wird.

    1. Russischer Hacker schrieb:
      [ Fragen könnte man, ob in Kriegszeiten manche ihre kritischen Ansichten lieber nicht äußern. ]
      Nein, das stimmt nicht. Solche Kritik wie der Westen gerne hätte, muss man in Russland mit der Lupe suchen. Das gibt es auch nicht in der Küche und nicht am Stammtisch.

      —-

      Vielleicht sollten Sie sich einmal die folgende Straßenumfrage anschauen, die Anfang August in der Millionenstadt Nischnij Nowgorod (ehemals Gorki) durchgeführt wurde:
      > https://www.youtube.com/watch?v=KnasWqZ1xjU

      Da nehmen eine Reihe von Leuten, die den Krieg ablehnen, überhaupt kein Blatt vor den Mund.

      Der Interviewer Andrej Rudoj vertritt übrigens die linke russ. Kleinpartei „Union der Marxisten“, die selbst auch den Krieg ablehnt und daraus auf ihrem Youtube-Kanal „Vestnik Buri“ ebenfalls keinen Hehl macht.

      Gehen wir das russische politische Spektrum doch einfach mal durch.
      Die mehr oder weniger stark auf den Westen orientierten russischen Liberalen (und ihre Anhänger) lehnen den Krieg selbstverständlich ab. Diese Gruppe dürfte in der Bevölkerung bis zu 10% ausmachen, in den Metropolen mehr, in der Provinz weniger.
      Die außerparlamentarische sozialistische Linke (die bei Wahlen normalerweise für die KPRF stimmt) ist in der Kriegsfrage gespalten.
      Die Linksfront und die OKP scheinen den Krieg mit Bauchschmerzen zu unterstützen. Typisch ist beispielsweise die Äußerung des Gründers des relativ großen linken Videoportals „Rotes TV“ Dr. Oleg Dwuretschenkij, dass er gegen den Krieg sei, aber wenn dieser nun einmal laufe, werde er bestimmt nicht der faschistoid agierenden Regierung in Kiew den Sieg wünschen.
      Die Mehrheit der außerparlamentarischen sozialistischen Linken scheint den Krieg aber abzulehnen.

      Die KPRF-Führung dagegen unterstützt den Krieg, so wie alle übrigen in der Duma vertretenen Parteien und das konservative bis nationalistische Spektrum. (Die echten russ. „Hakenkreuz-Nazis“ stehen bekanntlich seit 2014 auf der Seite ihrer ukrainischen Gesinnungsgenossen, kämpfen zum Teil sogar in deren Batallionen.)
      Insgesamt kann ich mir aber nicht vorstellen, dass mehr als 2/3 der Russen den Krieg unterstützen.

      Im übrigen scheint auch das russische Fernsehen dieser Lage in gewisser Weise Rechnung zu tragen, jedenfalls einzelne Programme. Ich sehe mir gelegentlich die Talkshow „Mesto Vstrechi“ („Begegnungsort“) des russ. Senders NTV über’s Internet an und zu den dortigen 8 Diskutanten gehören in schöner Regelmäßigkeit 2 bis 3 aus der den Krieg ablehnenden liberalen Fraktion, quasi als Repräsentanten der Minderheitsmeinung. Da sitzen dann also als „Dauergäste“ Nikolai Rybakow, der gegenwärtige Vorsitzende der liberalen Partei Jabloko, oder der Liberale Boris Nadeschdin, ein früherer Mitarbeiter von Nemzow oder Andrej Fjodorow, ein früherer stellv. Außenminister unter Schewardnadse, der noch immer über direkte Kontakte zu seinen früheren Kollegen im Westen zu verfügen scheint. Dazu Journalisten aus dem liberalen Spektrum.
      Diese Leute verfügen in den Diskussionen aber normalerweise über relativ schlechte Karten, vor allem weil Kiew (und die NATO) bekanntlich seit April jegliche Verhandlungen ablehnen.

      1. Ich sag ja nicht, dass es solche Meinungen nicht gibt, nur dass man sie mit der Lupe suchen muss.
        Хотят ли русские войны?
        Eigentlich lehnen die Russen Kriege grundsätzlich eher ab. In diesem Fall hält man in der größten Mehrheit diesen Krieg als einen auferzwungenen und einen unvermeidlichen Krieg. Diese Meinung ist selbsg bei den (wahren*) Liberalen weit verbreitet. Wirst du doch auch nicht abstreiten. Hoffentlich ist es bald vorbei, würden wohl die Meisten zustimmen. Aber die Meinung der Krieg sei sinnlos und unprovoziert, Russland möge ihn beenden, das ist das eigentliche was verpönt ist. Darauf kommt sofort die Moralkeule: Wo warst du die letzten 8 Jahre eigentlich? Genau das macht doch Russland. Es beendet auf diese Weise einen Krieg, oder besser gesagt Genozid, gegen den Donbass, welchen USA mit den Händen der Ukrainer seit 8 Jahren führt. Und das ist dann das Ende der Diskussion, denn welche Argumente soll man in Russland dagegen halten?

        * es gibt nicht viele wirklich wahre Liberale unter denen die sich als solche bezeichnen. Oft handelt es sich nicht um echte Liberale. Empfehle dazu anzuhören was Simonjan gestern bei Solowjow gesagt hat.

        1. Nachtrag. Selbst der Pseudoliberale Nawalny lehnt z.b. die Rückgabe der Krim ab. Zitat Nawalny: „Die Krim ist doch kein Butterbrot, was man hin und her reicht“.

          Dass der Krieg sinnlos und unprovoziert sei und Russland soll damit sofort aufhören, diese Meinung vertraten öffentlich auch Einige bekannte Künstler. Doch sie sahen sich mit einem solchen Shitstorm konfrontiert, dass sie schnellstenst das Weite suchen mussten. Bekannte Beispiele z.b. Alla Pugatschowa, oder auch die Band Bi2. Die letzteren hatten sich in dieser Weise öffentlich hervorgehoben und als sie dann vor einem Fussballspiel im Gasprom Stadion auftreten wollten hat sie das gesamte Stadion ausgebuht, aufgefordert zu verschwinden und sie mit Müll beschmissen, so dass sie nicht auftreten konnten.

          (*)https://youtu.be/p0CZP5IMqxs

          Wohlgemerkt haben hier nicht die Behörden eingegriffen, die Fussballfans beider Blöcke, also einfache Leute haben ihnen auf diese Weise gezeigt was sie von ihnen halten. Dabei war Bi2 früher mal eine sehr populäre Band gewesen.

  3. Feindsender Hören?

    „Das Abhören ausländischer Sender ist ein Verbrechen gegen die nationale Sicherheit unseres Volkes. Es wird auf Befehl des Führers mit schweren Zuchthausstrafen geahndet. Denke daran!“

    Rundfunkverbrecher sind Volksverräter! Sie verdienen die härteste Strafe.

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Gegenpropaganda und Propaganda? > Die EU Kommission bekämpft die Verbreitung von Desinformation und Fehlinformationen im Internet, um den Schutz der europäischen Werte und Regelbasierten Ordnung zu gewährleisten.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Feindsender

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_au%C3%9Ferordentliche_Rundfunkma%C3%9Fnahmen

    Ozeanien gewinnt immer im Krieg mit/gegen Eurasien oder Ostasien!

  4. Hi Russischer Hacker,

    man muss nur deinen Beitrag betrachten:

    20 Jahre Putin, die Tatsachen:

    BIP nominal
    1999: 209,6 Mrd. $
    2019: 1702,5 Mrd. $

    BIP kaufkraftbereinigt
    1999: 620 Mrd. $
    2019: 4213 Mrd. $

    Gold- und Währungsreserven
    1999: 12,6 Mrd. $
    2019: 504 Mrd. $

    Staatsverschuldung
    1999: 78% BIP
    2019: 14,2% BIP

    Inflation
    1999: 36,5%
    2019: 4,2%

    Durchschnittsgehalt
    1999: 1.523 Rubel / 56 $
    2019: 45.100 Rubel / 702 $

    Durchschnittsrente
    1999: 499 Rubel / 18 $
    2019: 14116 Rubel / 220 $

    Arbeitslosigkeit
    1999: 13%
    2021: 4,7%

    Anzahl unter Armutsgrenze
    1999: 41,6 Mln.
    2021: 20,9 Mln.

    Durchschn. Lebenserwartung
    1999: 66 Jahre
    2019: 73 Jahre

    Geburtenrate
    1999: 1,16 Kinder pro Frau
    2019: 1,75 Kinder pro Frau

    und noch den Beitrag von Oskar gelesen haben, was die CIA und Jelzin in den 1990er Jahren in Russland verursacht haben.
    https://markets.businessinsider.com/news/commodities/russia-outlook-charts-wall-street-investing-analysis-market-strategy-economy-2022-8

    Wer die zwei Sachen als Tatsachen akzeptiert, der weiß auch, warum Putin immer wieder gewählt wird und er so hohe Zustimmungswerte hat. Danke an euch zwei für diese hochwertigen Beiträge. Wer den Artikel noch nicht gelesen haben sollte, muss(!) es schnellstens nachholen.

    Interessant wäre es bestimmt, wenn man die gleichen Werte für die Ukraine sich mal anschauen würde. Vielleicht findet sich jemand, der diese Werte erroiert.

    1. Moin Mengel,

      „Bezahlte Leihmutterschaft ist in der Ukraine* legal, das Land hat sich als eines der weltweit günstigsten und reibungslosesten Orte für diese Praxis einen Namen gemacht. Schätzungen zufolge kommen so jedes Jahr zwischen 2.000 und 4.000 Kinder auf die Welt.“

      *Das selbe Land beschwert sich aber, daß Russland Kinder aus dem Donbass in Sicherheit bringt.

      Statistiken gibt es bestimmt die sind wohl so schlimm, siehe Leihmutterschaft in der Ukraine!

      1. Hi Jock,

        ja, was den Menschen in der Ukraine seit Jahren angetan wird, ist der blanke Wahnsinn. Aber der pöse Russe ist Schuld.

        Werner Rügemer hat am 21. Juli 2022 auf den NachDenkSeiten ein Artikel über die Verhältnisse für die normale Bevölkerung berichtet. 1,21 Euro Mindestlohn! Energie genau so teuer wie bei uns! Jeder der rechnen kann, weiß was das für den einzelnen heißt.

        1990 hatte die Ukraine 43 Millionen Einwohner heute leben geschätzt ca. 25 Millionen. Eine Volkszählung wird schon seit vielen Jahren nicht mehr durchgeführt, weil keiner im offiziellen Kiew die wirklichen Zahlen wissen will, denn dann müssten diese ukrainischen Politiker komische Fragen beantworten. Lieber Vogel Strauß Methode.

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=86079

  5. Hierzu auch Florian Rötzer am 17. Juli 2017 auf Telepolis:
    „Russland kopiert deutsches Netzwerkdurchsetzungsgesetz.
    Wie Reporter ohne Grenzen berichten, wird im russischen Parlament ein neuer Gesetzentwurf behandelt, mit dem gegen das Gesetz verstoßende Inhalte im Internet schärfer kontrolliert werden sollen. Vorbild ist ausgerechnet das von Justizminister Maas stammende Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Wissenschaftlicher Dienst: NetzDG auch grundgesetzwidrig), mit dem die Aufgabe der Kontrolle den Betreibern großer sozialer Netzwerke zugeschanzt wird, die selbst unter dem Druck hoher Geldstrafen binnen 24 Stunden entscheiden müssen, welche Informationen gelöscht bzw. zensiert werden (Bundestag winkt Zensurgesetz durch).“
    Preisfrage: Waren die Spezialdemokraten um Selbstdarsteller Maas (was macht dieser immer so gut gekleidete Herr eigentlich heute?) hier nicht Ideengeber einer in Russland bösen Zensur, die bei uns selbst alles andere als „böse“ ist?
    Man könnte so manchen Satz in Rötzers aktuellem Bericht auch wunderbar umbauen. Z. B. „Das sind schlechte Bedingungen für politische Veränderungen in Deutschland“.
    Jo mei – würde der Bayer sagen……

    1. Ist ja nicht wirklich wichtig, aber ich kann’s jetzt mal nicht lassen.

      Gauckler fragt:
      … Selbstdarsteller Maas (was macht dieser immer so gut gekleidete Herr eigentlich heute?)

      Der hockt immer noch im Bundestag. Ob er da was macht, weiß ich aber nicht. Mit dem „Machen“ hat er sich ja noch nie sonderlich profiliert.

      Hauptberuflich (kommt von Berufung) wird er wohl Frau Wörner den Koffer hinterhertragen.

  6. Den Strategen des Westens beginnt klar zu werden, dass ihnen die Felle beginnen weg zu schwimmen, und in Panik fallen ihnen nur noch weitere irre Aktionen ein.
    SEN TZU empfahl hingegen einst 600 v.Chr. „Halte deine Freunde dich bei dir, aber deine Feinde noch dichter.“
    Statt danach zu handelt, baut die westliche Politik weitere trennende Mauern auf.

  7. Bei meinem ersten Kommentar habe ich den falschen Link gesetzt. Ich meinte diesen Artikel:
    https://arrangement-group.de/die-wahre-geschichte-ueber-den-untergang-der-sowjetunion-und-den-aufstieg-von-putin-ab-1999/

    Der beschreibt detailliert, wie die CIA in Moskau die Gesetze schrieb und sich der Rohstoffe bemächtigte.

    Wer diese Geschichte kennt und versteht, wer weiß wie Putin die ganzen rohstoffe zurück geholt hat und wie sich auch dadurch die Lebensverhältnisse in Russland für die Menschen verbessert hat (siehe russischer Hacker), der versteht auch, warum putin in Russland unantastbar ist.

  8. “ Für die Russen sind aber oppositionelle Medien marginal, ausländische spielen praktisch keine Rolle.“

    Ich lese täglich russische Medien. Seit Jahren kann ich feststellen, daß sehr häufig aus englisch- und deutschsprachigen Medien zitiert oder der Inhalt von Artikeln (korrekt) wiedergegeben wird. Oft werde ich darüber überhaupt erst auf bestimmte Artikel aufmerksam, die ich dann selbst lesen kann. Deren Bandbreite ist bemerkenswert.
    Von platter Russophobie und Kriegshetze bis hin zu Mearsheimer und Co – alles ist dabei.
    Als das losging mit dem Maidan und den massiven Sanktionen wg. Krim wurde der ganze Dreck, den man über Russland im Westen auskippte geradezu genüßlich zitiert. Einen größeren Gefallen hätte man der Regierung gar nicht tun können; selbst kritischen Geistern wurde klar, was da gemeint und geplant war.

    Die Russen unterstützen mehrheitlich ihre Regierung u.a., WEIL sie ausführlich westliche Artikel lesen können und nicht, weil sie ihnen vorenthalten werden.

    1. Deswegen ist es im Westen so wichtig, dass die deutsche Bevölkerung nicht wirkliches aus Russland weiß.

      Dummheit schafft gute Untertanen!

      Wer ab und an in russische Medien hinein liest, staunt wie kritisch die eigentlich sind. An diesem Satz erkent man gut, wie selbst ich in so einer Propagandablase stecke.

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