Die Profiteure der Pandemie

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Allein im Gesundheitsbereich sind während der Pandemie mindestens 50 Personen zu Milliardären geworden, u.a. die Gründer von Biontec.

Das Problem ist bekannt. Es können logistisch und mangels ausreichender Impfdosen nicht alle Menschen eines Landes gleichzeitig geimpft werden. Es wird, wie man sagt, priorisiert, nach welchen Kriterien auch immer. Die Wirksamkeit der Impfung vorausgesetzt haben die noch nicht Geimpften ein gesellschaftlich oder politisch  entschiedenes höheres  Risiko, an Covid-19 mit allen möglichen Folgen zu erkranken. Das bringt bereits eine Ungerechtigkeit ins Spiel, das man dadurch versuchen kann auszugleichen, dass diejenigen, die das höchste Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, zuerst geimpft werden – und dazu diejenigen, die das Gesundheitssystem aufrechterhalten.

Ab dann wird es aber schwierig zu priorisieren, wenn nicht strikt nach Gefährdung durch das Alter vorgegangen wird. Interessant wäre beispielsweise zu erfahren, wer sich mit Geld oder Verbindungen in der Priorisierungsschlange vordrängeln kann oder will. Werden die Milliardäre und Superreichen warten, bis sie dran sind? Rupert Murdoch wurde etwa bereits am 16. Dezember in Großbritannien geimpft. Der 89-jährige Medien-Oligarch war wegen seines Alters aber auch an der Reihe. Denkbar wäre, dass sich die Superreichen von ihren Ärzten Gutachten ausstellen lassen, dass sie wegen Vorerkrankungen gefährdet seien.

Sollen die Reichen bei der Impfung gegen Geld bevorzugt werden?

Aber ebenso wie sich die reichen Länder die meisten Impfdosen holen und arme Länder wenig Chancen haben (Vor dem Großen Impfen von 7,8 Milliarden Menschen), könnte dies auch bei den Reichen so sein. Daher gibt es bereits Vorschläge, die (relativ wenigen) Superreichen tatsächlich vorzuziehen, aber sie müssten dafür viel Geld spenden.

Die ersten 100 der reichsten Amerikaner könnten beispielsweise jeweils 100 Millionen US-Dollar zahlen, die nächsten tausend müssten jeweils 10 Millionen zahlen usw. Wenn 500.000 Amerikaner (0,17 Prozent der Bevölkerung) so für ihre Impfung bezahlen würden, ließe sich die Impfung für den Rest der Bevölkerung finanzieren. Utilitaristisch ließe sich eine solche Priorisierung rechtfertigen. Besser und gerechter wäre eine einmalige Abgabe von Reichen zur Finanzierung der Folgen der Coronakrise und langfristig eine stärkere Besteuerung der Superreichen, um die Kluft zwischen Arm und Reich zu verkleinern und staatliche Aufgaben wie Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz, soziale Vorsorge, Gesundheitssystem etc. zu finanzieren.

Viele Reiche sind  in der Krise reicher geworden

Zwischen März und Dezember wurden nach dem Institute for Policy Studies alleine in den USA 56 weitere Personen zu Milliardären. Insgesamt gibt es damit in den USA 659 Milliardäre. Seit Beginn der Pandemie wuchs das Vermögen dieser Superreichen um mehr als eine Billion US-Dollar auf nun 4 Billionen. Damit haben 659 Amerikaner ein doppelt so großes Vermögen wie die ärmsten 156 Millionen. Zu den Topgewinnern gehören Jeff Bezos (Amazon), Alice, Rob und Jim Walton (Walmart), Apoorva Mehta (Instacart), John Tyson (Tyson Foods), Steve Schwarzman (Blackstone), Henry Kravis and George Roberts (KKR) und Steve Feinberg (Cerberus).

Jeff Bezos hat mit Amazon ebenso direkt wie die Pharmakonzerne verdient. Biontech-Gründer Ugur Sahin hat durch Aktiengewinne sein Vermögen um 4 Milliarden US-Dollar erhöht. Seine Frau und Mitbegründerin Özlem Türeci soll keine Aktienanteile besitzen. Andreas und Thomas Strüngmann, die früh in Biontech  investierten, sind durch Corona um 8 Milliarden reicher geworden. Natürlich klingelte es auch in den Kassen von Moderna-Chef Stephane Bancel, der durch Corona um 4.8 Milliarden reicher wurde. Auch hier wurden die zwei Investoren, Harvard-Professor Timothy Springer und Robert Langer vom MIT zu Milliardären.  Andere wie Sergio Stevanato, Besitzer der Stevanato Group, die Glasampullen für den Impfstoff herstellt, wurden zu neuen Milliardären.

Nach Forbes sind aus dem Gesundheitsbereich während der Krise mindestens 50 Personen zu Milliardären geworden. Am meisten neue Milliardäre gab es während der Pandemie-Zeit im Gesundheitsbereich allerdings in China. Neben Pharmafirmen profitierten hier Hersteller von medizinischer Ausrüstung.

Das kann ziemlich schnell gehen. Zhong Shanshan ist allein in diesem Jahr um 7 Milliarden US-Dollar reicher geworden, hat Jack Mah überholt und steht nun auf Platz 11 des Bloomberg Billionaires Index. Er ging dieses Jahr mit Nongfu Spring, Hersteller von Mineralwasser, und dem Pharmakonzern Wantai Biological, der u.a. einen Corona-Impfstoff entwickelt, an die Börse. Die Aktien des Pharmakonzerns stiegen um 2000 Prozent.

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