BRICS könnte sich als Alternative zur US-geführten Internationalen Ordnung entwickeln

BRICS-Treffen im JUni 2022. Bild: president.ru/CC BY-SA-4.0

Nach Iran und Argentinien haben auch Saudi-Arabien, Türkei und Ägypten Interesse an einem Beitritt zu BRICS bekundet.

 

Nachdem bereits Ende Juni bekannt wurde, dass der Iran und Argentinien Teil der Staatengruppe BRICS wollen, könnte die Vereinigung weitere Mitglieder bekommen. Mit Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten haben drei Top-Kandidaten laut offiziellen Angaben vor Kurzem den Wunsch bezüglich eines BRICS-Beitritts geäußert. Könnte eine mögliche Erweiterung der Gruppe eventuell zur Schaffung eines „neuen Blocks“ führen, der sich auch als eine Alternative zu Formaten wie der G20 etabliert?

 

Die Erweiterung der BRICS-Gruppe, zu der die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören, ist derzeit so relevant wie noch nie. Bereits im Vorfeld und während des 14. BRICS-Gipfeltreffens, das am 23. Juni online stattfand, wurde diese Frage intensiv erörtert und bekam wenige Tage nach dem Gipfel sogar einen immensen medialen Auftrieb, als bekannt wurde, dass die Islamische Republik Iran und Argentinien BRICS offiziell beitreten wollen.

Der Iran könnte Dank seiner geopolitischen und geoökonomischen Lage ein „stabiler und zuverlässiger Partner der BRICS“ werden, erklärte Präsident des Landes, Ebrahim Raisi. Und auch der argentinische Staatschef Alberto Fernandez legt Wert darauf, es allen unmissverständlich zu machen, dass Argentinien „ein vollwertiges Mitglied dieser Gruppe“ sein wolle.

Nach der möglichen Aufnahme von Teheran und Buenos Aires könnte es mit der BRICS-Erweiterung aber sogar noch weitergehen, da es aus offiziellen Quellen heißt, dass es bereits weitere potentielle Beitrittskandidaten geben soll.

 

Top-Kandidaten Saudi-Arabien, Türkei und Ägypten

So hat die Präsidentin des Internationalen BRICS-Forums, Purnima Anand, diesbezüglich in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Saudi-Arabien, die Türkei und Ägypten sich darauf vorbereiten würden, Anträge für den Beitritt zur BRICS-Gruppe zu stellen. „Alle diese Länder haben ihr Interesse an einem Beitritt bekundet und bereiten sich darauf vor, die Mitgliedschaft zu beantragen. Ich denke, dass dies ein guter Schritt ist, denn eine Erweiterung wird immer positiv wahrgenommen, dies wird den Einfluss der BRICS in der Welt deutlich erhöhen“, zitiert die Agentur Sputnik Anand.

Wie die Politikerin zudem erklärte, hätten Riad, Ankara und Kairo den entsprechenden Prozess bereits eingeleitet, weshalb ihr Beitritt zu BRICS zügig vonstatten gehen werde. Zumal seien alle Mitglieder der Schwellenländer-Vereinigung  „an einer Erweiterung interessiert“.

Diese Entwicklung kann man als einen weiteren Beleg dafür werten, dass die BRICS – als Gegenmacht der westlichen dominierten Weltordnung – vor allem durch ihre Erweiterung eine breite Basis für eine neue, gerechtere und multipolare Welt schaffen wollen. In diesem Sinne könnte die Vereinigung auch das US-dominierte Konstrukt der internationalen Beziehungen verändern wollen, indem sie neue und von der US-Diplomatie unabhängige Rahmenbedingungen etabliert.

Dient die BRICS-Erweiterung damit also zur Schaffung eines neuen Blocks, der zum Beispiel eine Alternative zur Gruppe der G20-Länder sein könnte?

Erweiterte BRICS als Alternative zur G20?

Dafür spricht die Tatsache, dass China im Rahmen seines diesjährigen BRICS-Vorsitzes sich primär für die Ausweitung der Zusammenarbeit mit solchen Entwicklungsländern einsetzt, die zur G20 gehören und eine Mitgliedschaft in der BRICS-Vereinigung in Betracht ziehen. Angaben der Global Times zufolge sieht Peking unter anderem in Indonesien einen potenziellen Beitrittskandidaten, da Jakarta sowohl als ein einflussreicher Vertreter der Schwellenländer als auch als Brücke zur islamischen Welt gilt.

Hinsichtlich der Annäherung des BRICS-Formats an die islamischen Länder ist definitiv zu konstatieren, dass die Kooperation im globalen Süden deutlich an Stärke und damit an Einfluss auf der internationalen Ebene gewinnt. Ungeachtet dessen haben die fünf BRICS-Länder jedoch betont, dass sie ihren Hauptprioritäten treu bleiben und den ursprünglichen Charakter der Gruppe – eine informelle Organisation, die auf Grundlage gemeinsamer Interessen für Frieden und Zusammenarbeit in der Welt eintritt – beibehalten wollen.

Die russische Seite hat diesbezüglich klargestellt, dass die BRICS im Falle einer Erweiterung keine Alternative zu den G20 sein könnten, da es sich um zwei sich ergänzende Mechanismen handle. „Nein, unmöglich. Es ist ein wichtiger Mechanismus der Koordinierung, Zusammenarbeit und Partnerschaft, zu dem Länder gehören, die einen sehr großen Anteil am weltweiten BIP aufweisen. Aber natürlich ist die G20 ein ganz anderer Mechanismus, ein breiter. Daher sind sie nicht austauschbar, sie sind eher komplementär“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber der Russischen Zeitung.

Auch die chinesische Diplomatie betont in diesem Zusammenhang, dass es bei der Erweiterung der Staatengruppe nicht um die Schaffung eines “neuen Blocks“ gehe.

Wie geht es weiter?

Trotz aller Perspektiven bleiben diverse politische Herausforderung bei der Erweiterung um die besagten Länder bestehen. Eine davon wäre etwa die politische Annäherung und Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran. Diese islamischen Systeme sind Konkurrenten um die regionale Hegemonie am Golf und gelten zudem seit langer Zeit als verfeindet. Dennoch ist eine Annäherung zwischen ihnen angesichts ihrer gegenwärtigen Probleme mit der US-dominierten Weltordnung nicht unmöglich.

Darüber hinaus muss der Prozess der Aufnahme von neuen Mitgliedern mit allen BRICS-Staaten abgestimmt sein. Was jedoch die Anforderungen bzw. Kriterien angeht, die die Beitrittskandidaten erfüllen müssen, so gibts es noch kaum offizielle Angaben diesbezüglich.

Wie viele und welchen Staaten es am Ende also sein werden, die zu BRICS kommen, ist jetzt noch völlig unklar. Vermutlich wird man den Vorsitz Südafrikas im kommenden Jahr abwarten müssen. Allerdings kann man schon jetzt davon ausgehen, dass sich noch weitere Staaten um eine BRICS-Mitgliedschaft bewerben werden, da dieses Kooperations-Format in dieser turbulenten Zeit für immer mehr Staaten attraktiver wird.

 

Der Beitrag ist zuerst auf EuroBRICS.de erschienen.

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58 Kommentare

  1. Es ist zumindest eine Vereinigung, die in dieser Welt ein wenig hoffen läst, da die Präembel eben nicht ist, es gibt einen Leader, sondern auch von zb. China klar gesagt wird, Einmischung in die Politik der Brics-Staaten ist nicht, der Plan ist voneinander zu profitieren und Krisen gemeinsam zu bekämpfen. Das haben die G20 nicht so richtig begriffen, das wir nur zusammen diese Krisen bewältigen können, die nicht auf properitäre, wiederrechtliche Anektionen in korrupten Ländern bestehen, sondern auf unweigerlich auftretende Klimaveränderungen zb. in Indonsien mit vielen Opfern durch Hochwasser, das ist dem Westen und der G20 eigentlich eher egal, man macht zwar Fotos ( Außenanna auf Bali) nuschelt Parolen in St. Petersburg, beschuldigt am besten noch die anderen, aber das die Baugehnemigungen für das 1000ste Logistikzentrum, oder ein Autobahnausbau gestoppt wird, natürlich nicht.

  2. Zwar ist da noch längst nicht alles in trockenen Tüchern, aber ich glaube, dass diese Entwicklung nur noch durch einen Dritten Weltkrieg gestoppt werden kann. Und der könnte dann leicht zu einem nuklearen Desaster ausarten. Wenn man sich dann mal erinnert, welches Land als bisher einziges eine Atombombe eingesetzt hat (Hiroshima, Nagasaki), und dies, obwohl es militärisch gar nicht mehr notwendig war, könnte einem schon schummerig werden.

    Obama hat mal gesagt: ‚Russia is isolated in the world‘. Schon damals kompletter Blödsinn. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte heisst es und wie isoliert Russland tatsächlich ist, kann man sehr schön auf dieser Karte sehen 😉:

    https://i0.wp.com/gordonhahn.com/wp-content/uploads/2019/01/photo-russia-to-asia.jpg?ssl=1

    Schon vor Jahren las ich die Äußerung irgendeines afrikanischen Staatsoberhauptes (weiss nicht mehr, wer) bezüglich der Zusammenarbeit mit den Chinesen.

    ‚Natürlich wollen auch die Chinesen nur ihre Geschäfte machen.
    Aber der Unterschied ist der, daß sie uns als Partner auf Augenhöhe behandeln während der Westen noch immer nicht sein koloniales Gehabe ablegen kann.‘

    1. „…. während der Westen noch immer nicht sein koloniales Gehabe ablegen kann.‘“

      Was man u.a. an diesem Arrangement ablesen kann:

      https://jacobin.de/artikel/neokolonialismus-franc-cfa-eco-wahrung-macron-ouattara/
      https://geschichtedergegenwart.ch/das-ende-einer-kolonialwaehrung-der-franc-cfa-und-die-kontrolle-des-geldes-in-westafrika/

      Daß Frankreich da v.a. mit China aneinandergerät, kann nicht verwundern.

      https://www.e-ir.info/2019/08/07/chinas-rise-in-the-african-franc-zone-and-frances-containment-policy/

      Und eine andere Währung dürfte ihren Status als Weltreservewährung dank der Bemühungen der BRICS-Staaten auch früher oder später einbüßen. Selbst Saudi Arabien verhandelt mit China schon über den Ölhandel in Yuan statt $$.

      Und so geht es peu à peu abwärts mit dem Einfluß der westlichen Weltmächte – ganz ohne „schwere Waffen“. Hoffentlich bleibt es dabei.

      1. Ja Venice12, es kommt eine spannende Zeit auf die Welt zu. Leider vermute ich,dass wir hier in Deutschland auf der falschen Seite sind, wenn sich unsere Außen- und Wirtschaftspolitik nicht vom Diktat der USA lösen kann.

        Hier sind noch einige ergänzende Artikel von mir aus der letzten Zeit und was mit BRICS passieren könnte:
        https://thecradle.co/Article/columns/11928
        St. Petersburg bereitet die Bühne für den Krieg der Wirtschaftskorridore
        In St. Petersburg versammeln sich die neuen Mächte der Welt, um die von den USA geschaffene „regelbasierte Ordnung“ umzustürzen und den Globus auf ihre Weise neu zu vernetzen
        Von Pepe Escobar
        18. Juni 2022
        https://media.thecradle.co/wp-content/uploads/2022/06/IMG-20220618-WA0016.jpg
        In St. Petersburg trieben die Befürworter der Multipolarität am Freitag die Integration ihrer Netzwerke voran

        etwas ältere:
        Israel gibt den Dollar für Chinas Renminbi auf
        22.April
        https://www.zerohedge.com/markets/israel-dumps-dollar-chinas-renminbi
        Die Vorherrschaft des US-Dollars schwindet direkt vor unseren Augen
        Nach Russland ist Saudi-Arabien die jüngste ölabhängige Nation, die eine Abkehr vom US-Dollar zugunsten des chinesischen Yuan erwägt.
        18. März
        https://quoththeraven.substack.com/p/the-dominance-of-the-us-dollar-is?s=w
        Der Dollar entthront: Wir haben das Ende der Geldpolitik, wie wir sie einst kannten, erreicht
        Und die Welt hat es noch nicht einmal bemerkt.
        5. April
        https://quoththeraven.substack.com/p/the-dollar-dethroned-we-have-reached?s=w
        Der weltweite Ansturm auf Gold hat gerade erst begonnen
        Die beiden größten Probleme der Märkte – Russland und Inflation – führen beide zu Gold zurück. Selbst wenn beide Probleme letztendlich „gelöst“ werden.
        30. März
        https://quoththeraven.substack.com/p/the-global-rush-to-own-gold-has-only?s=w
        Russland wird den Rubel mit Gold stützen
        Die Stützung des Rubels mit Gold kann in vielen Formen erfolgen und muss nicht unbedingt eine direkte Bindung des Rubels an Gold sein – sie kann auch die Bezahlung von Öl in Gold beinhalten.

        24. März
        https://quoththeraven.substack.com/p/russia-will-backstop-the-ruble-with?s=w

        1. Zum Thema „Russland-Gold“ kam heute nacht folgendes in den DLF-Nachrichten

          https://www.deutschlandfunk.de/weitere-sanktionen-der-eu-gegen-russland-in-kraft-getreten-104.html

          „Die sieben führenden westlichen Industriestaaten – G7 – hatten sich bereits im Juni auf ein Verbot von Goldimporten aus Russland geeinigt. Sie argumentierten, Russland nutze das Gold, um seine Währung zu schützen…..“

          Ich hatte mir das abgespeichert, denn in der Tat geschah genau das: die Nachricht wurde später nicht wiederholt. Da scheint wohl einer gemerkt zu haben, was für ein hanebüchener Unsinn da verzapft wurde: einem Land vorzuwerfen, daß es „Gold nutzt, um seine Währung zu schützen“ ist sowas von surreal, daß man die Verfasser nur noch einliefern kann. Natürlich war damit gemeint: wir kaufen nichts mehr von DENEN, aber auf die Idee zu kommen, die eigene Währung wäre mehr wert als das russische Gold ist schon abenteuerlich.

          Der Westen „should be so lucky“, seine $$ und €€ mit Gold schützen zu können. Die werden den Bach runtergehen, während Russland materielle Sicherheiten (neben Gold auch noch Gas, Öl und Metalle) für den Rubel hat.

          1. Die Sanktionierer sind in ihrer eigenen Matrix gefangen. Sie fühlen/ wissen das sie auf gegen den Aufstieg des Südens/ Ostens nichts kaum noch was machen können. Das erkennt auch die Welt, wenn man sich anschaut, wer BRICS beobachtet und um Mitgliedschaft bittet.

            Das mit dem Goldverbot wird genau so nach hinten losgehen, wie mit dem Ölexport. Vor allem weil Gold auf Grund des SWIFT-Ausschlusses sowieso an der Londoner Börse schon seit Ende Februar nicht mehr gehandelt wird. Gold aus Russland wird seinen Weg in die Welt genau so finden wie russisches Öl. Die Goldminen in Russland haben z.Z. ein ganz andres Problem, auf Grund des starken Rubels und des sehr Arbeitsintensiven Abbaues sind sie nicht mehr so rentable. Deshalb passt ja Russland auch auf, dass der Kurs nicht zu steil nach oben geht. Die Goldbindung von Russland war ja auch nur bis Sommer festgelegt. Ich habe nichts gehört (bis jetzt), dass diese verlängert wird.

            RTde hat im März/ April dazu ein paar interessante Beiträge geschrieben. Die muss sich aber jeder interessierte selber suchen. Wie ich hier letztens im Forum las, hat ja ein andrer Teilnehmer (August) eine Möglichkeit aufgezeigt die Seite zu finden. https://overton-magazin.de/krass-konkret/wunderwaffe-himars/

          1. Wieder ein hervorragender Artikel auf Thesaker. Danke.
            Habe noch eine Weile mit den vielen Links zu tun…..

            Was Jorge Vilches schrieb ist ganz viel richtiges und wichtiges dabei, wie das hier:
            Russische Revolution 2022
            Zurück zur Welt von 2022: Russland sagt jetzt: „Es sind unsere Produkte, also bezahlt ihr in unseren Rubeln, okay?“ Warum Euro oder Dollar? Der Westen raubt sie sowieso aus, also kann Russland nicht etwas umsonst hergeben. Russland braucht weder Dollar noch Euro, noch will es sie haben, noch findet es eine sinnvolle Verwendung für sie, denn sie sind reiner westlicher Unsinn, nicht der Russlands. Dazu gehören Öl, Erdgas, Flüssiggas, Raffinerieprodukte, Weizen und alles andere. Und auch die Chinesen könnten allmählich damit beginnen, etwas Gleichwertiges zu tun, bis ein neues, stabiles, faireres BRICS-Nicht-NATO-Währungssystem entwickelt, installiert und akzeptiert ist. Wie sich der Übergang vollziehen wird, ist noch nicht ganz klar, außer dass es wahrscheinlich ein holpriger Weg sein wird und dass es Zeit braucht. Natürlich würde physisches Gold als perfektes Geld funktionieren.

            Weiter schrieb er:
            “ Das Euro-System beruhte auf der Umverteilung des Reichtums von Deutschland und den fiskalisch konservativen Nordstaaten, um den verschwenderischen Süden mit Hilfe unterdrückter Zinssätze zu retten. Dieses System ist jetzt kaputt. Das Konzept, das der EU zugrunde liegt, lässt sich als Sozialisierung des Reichtums der nördlichen Staaten zur Subventionierung der südlichen und weniger wohlhabenden Mitgliedsländer zusammenfassen. Im Einklang mit seinem niedrigen politischen Profil der Nachkriegszeit hat Deutschland die Entwicklung des europäischen Projekts von einem Handelsblock zu einer Währungsunion mitgemacht.“ – Alasdair Macleod – „Goldmoney“ – Juli 2022

            Ref # 3 https://www.goldmoney.com/research/the-collapsing-euro-and-its-implications

            Und leider ist es noch viel schlimmer, denn die EU beschloss, eine gemeinsame Währung einzuführen, ohne zuvor eine solide Fiskal- und Bankenunion zwischen ihren Mitgliedern zu schaffen, um den finanziellen Rahmen und die wirtschaftlichen Grundlagen zu regeln. Stattdessen hat die EU all das übersprungen („wozu?“) und ist direkt zu einer gemeinsamen Euro-Währung übergegangen, als ob es eine solche strenge, einheitliche Finanz- und Bankenpolitik bereits gäbe (was nicht der Fall war). Erschwerend kommt hinzu, dass die Vorgaben des Maastricht-Vertrags nicht eingehalten wurden, in einigen Fällen sogar mit betrügerischer Hilfe von Goldman Sachs. Ganz zu schweigen davon, dass auch eine politische Union erforderlich war, aber lassen wir das für einen anderen Tag, denn die Konstruktion war schon schlecht genug.

            Auch soweit richtig. Aber Deutschland ist nicht nur Opfer, Deutschland ist auch großer Täter (darauf weißt immer wieder Prof. Flassbeck hin). Mit den Hartz4-Gesetzgebung und der daraus resultierenden Niedriglohnpolitik (BK Schröder) wurden die Produktionskosten in der BRD im Verhältnis zu anderen Staaten gedrückt. Die Lohnpolitik lief nicht mehr zur Steigerung der Produktivität und machte somit deutsche Produkte in der EU konkurenzlos und auf den Weltmarkt konkurenzfähig. Und beim Weltmarkt kommt ein weiterer Faktor hinzu ohne den das Exportwunder Deutschland gar nicht funktionieren würde. Die Staaten Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, bald Kroatien und zum Teil auch Frankreich drücken den Wert des Euros. Andere Länder würden bei einer deutschen Wirtschaft mit DM einfach ihre Währung abwerten und schon wären deutsche Exporte nicht mehr konkurenzfähig weil zu teuer. Es ist ein Irrglaube (ein Märchen für´s Volk) das nur durch die einzigartige Qualität alle Welt egal was es kostet DEUTSCHE WARE unbedingt kaufen will.
            Deutschland hält selber die Maasstricher Verträge nicht ein, weil sein Handelsbilanzüberschuss / Exportüberschuss seid vielen Jahren weit über die vereinbarten 3% lag. Einige Jahre mehr als doppelt soviel nähmlich bei 7%.

            Schade das das in dem Artikel verschwiegen wird.

        2. Ich hätte da auch noch einen ergänzenden Artikel:

          https://www.strategic-culture.org/news/2022/07/22/for-those-about-rock-nam-2-salutes-you/

          Pepe hat BRICS schon mal umgetauft in NAM 2.0, in Erinnerung an

          „Those were the days, in 1955, at the legendary Bandung conference in Indonesia, when the newly emancipated Global South started dreaming of building a new world, via what became configured later in 1961 in Belgrade as the Non-Aligned Movement (NAM).“

          1. Ja, Blockfreie Staaten.

            Eine Welt die sich wieder ans Völkerrecht und Verträge hält.

            Das Versucht ja Russland im Urkrainekonflikt auch zu suggerieren.

            Es beruft sich auf die Beistandsklausel UN-Charta 51 und wirft der Ukraine vor zuerst auf der Münchner Sicherheitskonferenz das „Budapester Memurandum“ aufgekündigt zu haben.

            Anderseits wäre es gut, auch diese ganz verschiedenen Parteien über BRICS zu vereinen, um eine Stabilität und Frieden in dieser Welt zu erreichen.

            Beim letzten Grenzkonflikt zwischen China und Indien sollen ja alle drei anderen BRICS -Staaten eine sehr aktive Diplomatische Rolle übernommen haben. Wodurch es nicht groß eskaliert ist.

            Wenn Iran und später noch Saudi-Arabien dazu stoßen würde, könnte dies ähnlich gelingen, denn beide Länder sind diplomatisch stark mit China und Russland verbunden.

            Und wer eben noch alles Interesse hat ist interessant: Nigeria (hatten Sie schon erwähnt), Indonesien (als absoluter Tigerstaat, dort passiert gerade viel, alles unterhalb des Schirmes in deutschen MSM), Argentinien (hat sich ja schon mit Iran um Aufnahme beworben), Mexiko (als Nachbar der USA!!!), die Türkei (als Mitglied der NATO), Pakistan (denkt über einen Beobachterstatus nach)

            In 10 Jahren könnte die Welt ganz anders aussehen, wenn der Westen sich nicht von seiner „Einzigartigkeit“ trennt und anfängt zu kooperieren auf Augenhöhe.

          2. Hier ein Artikel zu Non-Aligned Movement (NAM)
            https://mea.gov.in/in-focus-article.htm?20349/History+und+Evolution+der+Allianzfreien+Bewegung

            und deren Grundsätze bekannt als:
            Die zehn Grundsätze von Bandung

            Achtung der grundlegenden Menschenrechte sowie der Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.
            Achtung der Souveränität und territorialen Integrität aller Nationen.
            Anerkennung der Gleichheit aller Rassen und der Gleichheit aller Nationen, ob groß oder klein.
            Nichteinmischung oder Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates.
            Achtung des Rechts jeder Nation, sich entweder individuell oder kollektiv in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen.
            A. Nichtanwendung von kollektiven Verteidigungspakten zum Nutzen der spezifischen Interessen einer der Großmächte.

            B. Nichtanwendung von Druckmitteln durch irgendein Land gegen andere Länder.
            Verzicht auf die Durchführung oder Androhung von Aggressionen oder auf die Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder die politische Unabhängigkeit eines Landes.
            Friedliche Lösung aller internationalen Konflikte in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen.
            Förderung der gegenseitigen Interessen und der Zusammenarbeit.
            Wahrung des Rechts und der internationalen Verpflichtungen.

            Auf dem 14. Gipfeltreffen der Bewegung der Blockfreien Staaten im September 2006 in Havanna, Kuba, bekräftigten die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer ihr Bekenntnis zu den Idealen, Grundsätzen und Zielen, auf denen die Bewegung gegründet wurde, sowie zu den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätzen und Zielen.

            Auf dieser 14. Konferenz wurden die Zeilsetzungen (von a bis r) und die Grundsätze (von a bisy) erweitert und präzisiert.
            Zu den aktuellen Herausforderungen, vor denen die NAM steht, gehören die Notwendigkeit, die Grundsätze des Völkerrechts zu schützen, Massenvernichtungswaffen zu beseitigen, den Terrorismus zu bekämpfen, die Menschenrechte zu verteidigen, darauf hinzuarbeiten, dass die Vereinten Nationen den Bedürfnissen aller ihrer Mitgliedstaaten besser gerecht werden, um den Weltfrieden, die Sicherheit und die Stabilität zu wahren, sowie Gerechtigkeit im internationalen Wirtschaftssystem zu verwirklichen.
            Andererseits müssen die langjährigen Ziele der Bewegung noch verwirklicht werden. Frieden, Entwicklung, wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Demokratisierung der internationalen Beziehungen, um nur einige zu nennen, sind alte Ziele der blockfreien Länder.

            Wenn sich die Mehrzahl der Staatenumfassend daran halten würden, wir hätten ein schöne Welt.

      2. Es herrscht wohl jetzt richtig Zoff in der EU:

        Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat eine neue Strategie der EU im Ukraine-Krieg gefordert. Die bisherigen Maßnahmen gegen Russland würden nicht wirken, erklärte er bei einer Rede in Rumänien. Ihm zufolge müsse die neue Strategie Friedensgespräche statt eines Sieges über Russland zum Ziel haben.

        Der Politiker erklärte, dass die westliche Strategie im Ukraine-Krieg mit Sanktionen und NATO-Waffenlieferungen gescheitert sei. Inzwischen würden die Regierungen in Europa wie „Dominosteine“ fallen, während die Energiepreise weiter in die Höhe schössen. Die Regierung in Kiew werde den Krieg niemals gewinnen, weil die russische Armee eine „asymmetrische“ Überlegenheit habe.

        Orbán kritisierte den Westen auch dafür, im Vorfeld des Krieges die Sicherheitsansprüche Russlands ignoriert zu haben.

        „Da Russland Sicherheitsgarantien will, kann dieser Krieg nur mit Friedensgesprächen zwischen Russland und den USA enden.“

        Mit US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel wäre es nie zu diesem Krieg gekommen, meinte der ungarische Regierungschef.

        1. Das ist auch gut so, wenn richtig Zoff in der EU herrscht und den Hardlinern die Zähne gezogen werden. Orban hat sich für sein Land einen Kostenvorteil gesichert und eine relative Versorgungssicherheit gleich mit. Er mag vielleicht nicht der allergrößte Demokrat in Punkt Rechtsstaatlichkeit sein, aber vitale Interessen seines Staates und auch von dessen Bürgern vertritt er durchaus.
          Mal schauen, wielange es dauert, bis die EU-Linie erodiert.

    2. Übrigens: Nigeria* möchte den BRICS beitreten. Da scheint sich etwas mit Lawinengeschwindigkeit zu entwickeln.

      *Nigeria ist die größte Volkswirtschaft Afrikas und auch der größte Erdölexporteur des Kontinents. Nigeria hat mit 220 Millionen Einwohnern die sechsthöchste Bevölkerungszahl der Welt.

      1. Indonesien auch.

        Es sieht nicht gut aus für die G (Gran) 7!

        Ich als Ossi habe leider nie englisch gelernt und benutze deshalb immer einen Übersetzer. als ich jetzt die richtige Schreibweise von „Gran“ überprüfen wollte und er mir es gleichzeitig übersetzte kam folgendes raus:

        GROß (na klar) – GRO?ARTIG (past zu ihrer Überheblichkeit – OMA (befindet sich im letzten Lebensabschnitt)

        Wenn das nicht hervorragend passt, weiß ich auch nicht.

  3. BRICS als Gegenpol / Gegenbündnis zum Wertequark? Gut oder Schlecht? Wohl sehr schwer zu beantworten….
    Grundsätzlich positiv könnte aus meiner Sicht sein, dass der Quark seinen schönen Worten auch endlich mal (wieder?) Taten folgen lassen müsste. Die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt noch: Als es damals die beiden rivalisierenden Blöcke gab, warf man den „Nörglern“ den schönen Spruch „wenn’s Dir nicht passt, dann geh‘ doch nach Drüben“ an den Kopf. Irgendwann gab’s das „Drüben“ nicht mehr und somit fiel auch der Grund, sich anstrengen zu müssen weg. Das Tor für den neoliberalen menschenverachtenden Wahnsinn stand nun komplett offen. Die rot / olivgrüne „Agendapolitik“ wäre ohne dem Wegfall des „Drübens“ nie möglich gewesen. Eine neue Welt aus zweierlei starken Blöcken (wirtschaftliche und möglicherweise auch militärische Kooperation) könnte durchaus sinnvoll sein?! Was die BRICS-Staaten – auch unter den Neuinteressenten – angeht: hier sind leider (!) zahlreiche „grenzwertige“ Länder dabei (um es mal wohlwollend zu formulieren). Andrerseits: DAS „grenzwertigste“ Land der Welt ist bestimmender Teil des Wertequarks.
    Wir dürfen gespannt sein, wie sich das alles weiterentwickelt. Denkbar wären auch europäische Länder, die sich den BRICS-Staaten anschließen: Serbien? Ungarn?
    Grundsätzlich muss das nicht schlecht sein! Dem Wertequark würde somit mehr und mehr vor Augen geführt, dass er nicht (mehr) erste Wahl ist………

    1. Du schreibst das grenzwertigste“ Land der Welt und meinst damit China.

      China ist aber das Land, welchess die meisten Menschen und das innerhalb einer recht kurzen Zeit aus die Armut geholt hat. Jetzt konzentriert sich China diesen gewissen Wohlstand in seiner Bevölkerung zu konsulidieren und auszubauen. Die Politik in China hat eine Zustimmungsrate von nahe 90%. Der Verstand geht halt doch durch den Magen. Das normale Volk schätzt eben diese gelungene „Wohlstanspolitik“ mehr und ist offensichtlich bereit dafür freiheitliche Defiziete hinten an zu stellen.

      Jetzt vergleichen wir das mal mit dem „Wertewesten. Dort nimmt seid Jahren für immer mehr Leute der Wohlstand ab. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. Das was uns in den Medien als „linke“ also fürs Volk Parteien verkauft werden, sind die Parteien welche die schlimmsten Einschnitte in die soziale Marktwirtschaft ( Einführung Hartz4) und in der ausgleichenden auf Verständigung ausgerichteten Außenpolitik (Juguslawienkrieg, Lieferung von Waffen in Kriegsgebiet) begonnen haben.
      Schaun wir uns mal die Wahlbeteidigung bei der Bundestagswahl an. In den 70er und 80er Jahren lag sie bei rund 90% sank runter auf rund 71% (2009) und stieg dann auch Begründet durch die Gründung der AfD 2013 auf 76,6%.. Den größten Absturz (fast 8% das gab es noch nie) bei der Wahlbeteidigung gab es bei der Wahl 2009 als die Hartz4-Gesetzgebung bei der Bevölkerung immer mehr ankam. Wenn man sich darauf verständigt, dass alle Nichtwähler sowie die Wähler von Die Linke, AfD und sonstige Parteien absolt unzufrieden mit der Politik der BRD ist, so sieht man das rund ein drittel (2021) bis 40% (2009) sich nicht mehr von den etablierten Parteien (CDU/CSU, FDP, SPD & OlivGrünen) vertreten fühlen. Seit der Hartz4-Einführung stagniert der Wohlstand oder nimmt gar ab bei mindestens 60% (Einkommen steigt nicht proportional mit der Inflation + kalte Enteignung durch höhere Steuer). Wenn jetzt durch die Sanktionspolitik gegen Russland die Wirtschaft in Deutschland in eine selbstverschuldete Rezession schlittert, werden die Zustimmungswerte zu den etablierten Parteien noch mehr in den Keller fallen.

      Lieber Gauckler, also das was du als grenzwertig wahrscheinlich empfindest, ich nenne es mal diffus Freiheit, ist bei steigernder Lebensqualität für die Masse der Menschen unerheblich. Das Problem des „Wertewestens“ ist das die Reichen zu gierig geworden sind und glauben sich alles nehmen zu können.

      1. Gerade auf den NDS gefunden, dass passt zu Threm Beitrag.

        Abschließend erklärte Ein Artikel von: Florian Warweg

        Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags noch die aktuellen wirtschaftlichen Auswirkungen zusammenfassend:

        „Wir werden einfach alle ärmer. Für Deutschland male ich Ihnen ein Bild: Ich würde mich nicht wundern, wenn wir am Ende 20 bis 30 Prozent ärmer sind.“

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=86125

      2. Telepolis schreibt heute (https://www.heise.de/tp/features/Kein-Gas-Aussenministerin-Baerbock-fuerchtet-Volksaufstaende-in-Deutschland-7186257.html?seite=all)
        Die Außenministerin Annalena Baerbock hatte sich gegenüber der kanadischen Regierung dafür eingesetzt, dass eine Ausnahme von den Sanktionen gemacht wird. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte sie, in den Verhandlungen hätten mögliche innenpolitische Auswirkungen eine wichtige Rolle gespielt. Konkret meinte sie: Volksaufstände.
        Wenn die Bundesrepublik die Gasturbine nicht bekomme, so Baerbock, „dann bekommen wir kein Gas mehr, und dann können wir überhaupt keine Unterstützung für die Ukraine mehr leisten, weil wir dann mit Volksaufständen beschäftigt sind“.
        Gefragt, ob sie tatsächlich Volksaufstände erwarte, relativierte Baerbock ihre Aussage etwas. Das sei „vielleicht etwas überspitzt formuliert“ gewesen; aber dies könne eintreten, „wenn wir kein Gas mehr hätten“. Deutschland benötige deshalb weiterhin Gas aus Russland.
        In der Bundesrepublik könnte es zu Protesten kommen, wenn die Energiepreise weiter steigen. Fast jeder zweite Bundesbürger würde auf die Straße gehen, wenn es zu Demonstrationen käme. Laut Meinungsforschungsinstitut Insa gaben 44 Prozent der Befragten an, sie würden „sicher oder mit großer Wahrscheinlichkeit an Demonstrationen gegen die hohen Energiepreise teilnehmen“.
        Es sind vorwiegend die Wähler der FDP (50 Prozent), der Linken (60 Prozent) und der AfD (72 Prozent), die Proteste für notwendig halten und sich an diesen beteiligen wollen. Bislang lehnen aber auch noch 50 Prozent der Befragten die Teilnahme an Demonstrationen ab.

        Wer hat im Moment mehr Angst? China das sich der Platz des himmlichen Friedens füllt oder Deutschland das sich die 68Jahre zurück melden, diesmal getragen von einer breiten Bevölkerung und nicht „nur“ Hippies.

        Man beachte auch die Kommentare bei Telepolis im Forum. Das Putin einen Gaskrieg betreibt, ist dort in der Minderheit. Sie Amerikansche/ EU betriebene Sanktionspolitik mit den russophoben deutschen Regierungspolitiker und -innen an der Spitze sind die Hauptschuldigen.

        1. Und noch eine Ergänzung zur USA. Dort rechnet man nicht bloß mit „Volksaufständen“ dort spricht man sogar von „Bürgerkrieg“.

          https://www.n-tv.de/politik/Historiker-Manfred-Berg-sieht-USA-in-buergerkriegsaehnlicher-Situation-article23468271.html

          Das Schlimmste war, dass er die grundlegende Norm des friedlichen demokratischen Machtwechsels erfolgreich untergraben hat: Dass der Verlierer einer Wahl das Ergebnis akzeptiert. Politologen in den USA nennen das den loser’s consent.
          Historiker und Sozialwissenschaftler sehen dies als Vorstufe zum Bürgerkrieg an. Es gibt in der US-Geschichte einen großen Präzedenzfall, den Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. Der wurde ausgelöst durch die Präsidentschaftswahl 1860, als der Süden die Wahl Abraham Lincolns nicht akzeptierte und zum Anlass für die Sezession nahm.
          Wenn man im Kontext der amerikanischen Geschichte von Bürgerkrieg spricht, dann hat man bestimmte, sehr starke Bilder vor Augen, nämlich den Sezessionskrieg. So dürfen wir uns das heutzutage nicht vorstellen. Viel typischer ist das, was Politologen low intensity conflict nennen, also ein hohes, ständig steigendes Maß an politischer Gewalt. …. Man könnte deshalb argumentieren, dass sich die USA in einem Bürgerkrieg niedriger Intensität befinden. Diese Art permanenter Gewalt, von Terrorismus und auch die zunehmende Bereitschaft, Gewalt als Mittel der Politik zu legitimieren, verschärfen die Lage.

          Mal eine geagte Thes von mir:

          Brauchte die USA einen Krieg der das amerikanische Volk hinter die Regierung versammelt, um von den innerpolitischen Problemen abzulenken? Und die Russophobie ist in Amerika weit verbreitet. Deshalb hat Biden nicht mit Putin im Dez/ Jan über das Angebot verhandelt, um den Ukrainekrieg zu provozieren und führt ihn heute als Stellvertreterkrieg Mittels Waffenlieferungen, Logistik und Bereitstellung von Logistik. Womöglich mit „beratenden“ und „Bedienende“ Militärs vor Ort.

        2. „Kommentare bei Telepolis“
          Bei TP wird mittlerweile auch fast genauso konsequent gefiltert, zensiert, gelöscht und gesperrt wie bei ZEIT oder WELT. Witzig ist vor Allem, dass die Moderation und die Redaktion anscheinend in Paralelluniversen existieren. Was die Autoren noch schreiben können, müssen Benutzer sich verkneifen.

              1. Ich weiß.

                Ich fand Ihre direkten Einblicke sehr oft interessant. Auch ihre Links zu russ. Medien.

                Mir ist bei Telepolis auf die Füße gefallen, dass ich ganz viel als Beweis verlinke. Die haben selbst NDS zensiert, wobei sie dann später einen Artikel im Sinne der NDS gegen die Gegneranalyse geschrieben haben.

          1. In den ersten 6 1/2 Jahren bin ich bei TP nur ein einziges Mal gesperrt worden und selbst das wurde nach Einspruch zurückgenommen; seit der neuen „Redaktion“ wird 90% gesperrt und es hagelt Schreibverbote.
            Ich werde es wohl lassen in Zukunft. Der Aufwand mit Quellen und Argumenten steht in keinem Verhältnis mehr zu dem sorglosen bis leichtfertigen (um nicht zu sagen willkürlichen) Umgang der sog. „Moderatoren“ mit den Beiträgen.

            Außerdem stört mich zunehmend das beklagenswerte „Argumentations“niveau zahlreicher Beiträge, die gleichwohl stehenbleiben. Sieht für mich so aus, als ginge es eher um Quantität. (Geradezu vorbildlich finde ich dagegen das Forum von MoA).

            1. MoA Forum? MoA ist doch USA oder?
              Welche Alternativen gibt es eigentlich?
              TP war früher mal für mich interessant gerade weil dort noch nicht so einseitig bei der Moderation zuging und man vieles sagen durfte. Im Grunde Alles was im Rahmen der Gesetze war. Ich hatte auch in den ersten Jahren, unter der Regie von Florian Rötzer überhaupt keine Probleme. Nie wurden meine Beiträge gelöscht und ich habe auch keine Schreibsperren bekommen. Das wurde dann richtig übel seit es den neuen Redaktionschef gibt. Jetzt darf da eigentlich gar nichts mehr gesagt werden wenn es auf irgendeine Weise die üblichen Mainstreamnarrative auch nur ansatzweise in Frage stellt. Das wäre ja noch ok, wenn nicht gleichzeitig das Forum vollgespammt werden würde von Hasskommentare gegen Putin, Russland oder Russen als solche. Solange es gegen Russen ist, darf da Alles gesagt werden heute. Die ganzen Russenhasser genießen da jetzt absolute Narrenfreiheit. Da kannst du melden soviel du willst, wenns gegen Russen ist bleibt es stehen. Das geht schon soweit, dass die Hater richtig dreist werden. Wenn du die darauf hinweist, dass deren Beitrag nichts mit dem Thema zutun hat, oder dass es sich um Verbreitung von Hass handelt und klar gegen Forumregeln verstößt streiten sie es nicht einmal mehr ab und sagen nur: Meld mich doch! Die wissen genau, dass die Moderation bei ihnen nie durchgreift. Ich habe den Eindruck die haben Moderatoren des Spiegels dort eingestellt. Bemerkenswert ist, dass die Autoren durchaus noch kritische Meinungen schreiben dürfen. Die Hater kotzen sich dann darüber aus, und werden dabei auch persönlich gegen den Autor, aber die Moderation stört das nicht. Wenn ich aber dem Autor einfach nur recht gebe, schon habe ich eine Schreibsperre. Das ist echt zum Mäuse melken.

              Ich suche derzeit nach einer Plattform wo man noch über Politik diskutieren kann.

                1. Früher war bei Telepolis das Forum oftmals interessanter und informativer als der Artikel. Gerade eben auch, weil es weiterführende Links gab. Das haben Sie beide ja sehr häufig genutzt. Dies ist jetzt total unterbunden und dadurch ist das Forum auch kaum noch lesenswert. Die Artikel sind auch immer konformer und wenn dann dazu keine fundierte Gegenmeinung zugelassen wird, kann man sich den Propagandaquark sparen. Mich würde mal interessieren, ob deren Klickstatistik runter gegangen ist.
                  Das Forum von Antispiegel will ich mich eigentlich auch nicht beteidigen, das ist mir oftmals zu krude.

                  1. Bei MoA habe ich das Problem mit der Ordnung. Die Ordnung fder Kommentare und dann Unterkommentare finde ich bei Heise/ Telepolis gut.

              1. Moon of Alabama erscheint zwar auf Englisch (ich nehme an wegen der Reichweite) , wird aber von einem Deutschen betrieben, der ganz offensichtlich über ausgezeichnete Verbindungen und Quellen verfügt. TP* ist dagegen inzwischen Bildzeitungsniveau.

                *Sieht so aus als hätte sich der Forist „Kostenfaktor“ dort auch verabschiedet; der hatte immer hervorragende Quellen verlinkt.

                PS Danke für die neue Funktion! So kann man auch seine eigenen Fehler leichter verbessern.

                PPS Noch eine Lektüreempfehlung: https://newleftreview.org/sidecar/posts/sinking-germany

                Und ganz besonders für Sie, lieber Hacker:
                https://www.moonofalabama.org/2022/07/50-sick-headlines-about-vladimir-putins-health.html#more

                1. Das MoA einen deutschen Hintergrund hat, wußte ich nicht.

                  Was ich an dem Forum interessant finde, wahrscheinlich auch auf Grund der weltweiten Resonanz, die Vielzahl an verschiedenen Ansichten auf recht hohen Niveau.

                  Und auch Ihr nächster Lektüretip war gut. Danke!

                1. Heute auf MoA gefunden: https://mid.ru/en/foreign_policy/news/1823250/
                  Artikel des Außenministers der Russischen Föderation Sergej Lawrow für die ägyptische Zeitung Al-Ahram, die kongolesische Dispatch de Brazzaville, die ugandische New Vision, sowie die äthiopische Ethiopia Herald, 22. Juli 2022
                  „Es ist wichtig, dass alle unsere afrikanischen Freunde verstehen, dass Russland seine Verpflichtungen aus internationalen Verträgen in Bezug auf den Export von Nahrungsmitteln, Düngemitteln, Energie und anderen für Afrika lebenswichtigen Gütern weiterhin in gutem Glauben erfüllen wird. Russland ergreift alle Maßnahmen zu diesem Zweck.
                  Moskau wird weiterhin eine friedliebende Außenpolitik verfolgen und eine ausgleichende Rolle in internationalen Angelegenheiten spielen. Wir sind für eine breite zwischenstaatliche Zusammenarbeit auf der Grundlage der Bestimmungen der UN-Charta, vor allem des Grundsatzes der souveränen Gleichheit der Staaten. Wir werden die produktive Interaktion mit ausländischen Partnern, die ihrerseits zur Zusammenarbeit mit uns bereit sind, weiter verstärken.
                  In diesem Zusammenhang gehen wir davon aus, dass die Beziehungen zwischen Russland und Afrika, seien sie politischer, humanitärer oder handels- und investitionsbezogener Natur, einen eigenen Wert haben und nicht von den Schwankungen des internationalen Umfelds abhängen. Es ist gut zu sehen, dass unsere afrikanischen Freunde ein ähnliches Verständnis haben. Gemeinsam werden wir noch stärker sein.“

                  Das waren noch Zeiten als Deutschland solche Außenminister, solche aktive Politker hatte, welche in der Lage waren, solche Briefe zu schreiben.
                  Traut jemand das unserer „Völkerrechtlerin“ zu oder der davor der Maas…?

                  Da muß man lange zurück scrollen, bis man was fähiges findet.

                  1. Noch ein Fund aus MoA heute:

                    Das Protokoll der Pressekonferenz von Lawrow nach seinem Treffen mit dem ungarischen Außenminister enthält nur eine Frage und Antwort sowohl in der englischen als auch in der russischen Fassung, daher hier der englische Link. Hier ist die Frage:

                    „Frage: Im Laufe des letzten Jahres ist ein Trend zu beobachten, der die europäischen Länder in zwei Gruppen teilt: die Länder, die der Politik Brüssels folgen, und die Länder, die in ihrem nationalen Interesse handeln, wie zum Beispiel Ungarn. Letztere gewinnen oft. Glauben Sie nicht, dass die EU in ihrer jetzigen Form die Entwicklung ihrer Mitgliedsländer mehr behindert als fördert?“

                    Einen Großteil von Lawrows Antwort kennen wir bereits, da er das ukrainische Problem seit dem Putsch von 2014 wiederholt. Aber ich hoffe, dass die Leser die anderen Punkte zur Kenntnis nehmen, die er in Bezug auf die Art und Weise, wie Russland seine Außenbeziehungen pflegt.

                    Sergej Lawrow: Ich werde nicht tief in die interne Entwicklungsagenda der EU eindringen. Wir lesen, was darüber geschrieben wird. Wir hören, was sie sagen, auch in den EU-Mitgliedsländern. Ich kann nur sagen, dass die Situation nicht einfach ist.

                    „Es ist ein ständiger Kampf. Die europäische Bürokratie will alles und jeden unterwerfen, einschließlich der nationalen Regierungen, die Bedingungen diktieren und jeden Dissens ausschalten. Auf der anderen Seite wollen einige Mitgliedsländer verstehen, wie viel von ihrem Mandat sie zu ihrem Vorteil nutzt und wie viel davon Missbrauch darstellt und Anlass zur Sorge ist. Dies ist eine interne Angelegenheit der EU.
                    Ich möchte eine einfache Sache klarstellen. Wir sehen jetzt die Reaktion des Westens (in erster Linie die von Brüssel und vielen europäischen Hauptstädten) auf das, was in der Ukraine geschieht. Ich möchte Sie daran erinnern, dass wir uns in unseren Beziehungen zur Europäischen Union seit vielen Jahren um die Schaffung einer gleichberechtigten und für beide Seiten vorteilhaften Architektur bemühen, auch in außenpolitischen Fragen. Wir hatten einige Erfolge, aber die EU war immer hochmütig gegenüber unseren Versuchen, einen Interessenausgleich zu schaffen, und zog es stattdessen vor, eigene Entscheidungen zu treffen und sie uns dann als letzte Wahrheit aufzuzwingen.
                    Das Gleiche gilt für die Ukraine. Das hat nicht im Februar angefangen. Es gab einen Putsch. Unmittelbar davor garantierten EU-Vertreter (Frankreich, Deutschland und Polen), dass es eine Einigung zwischen dem ukrainischen Präsidenten und der Opposition geben würde, und unterzeichneten die entsprechenden Garantien. Am nächsten Morgen wurden diese Garantien mit Füßen getreten und zerrissen, und die EU sagte nichts. Sie forderte die Putschisten nicht auf, die von der EU unterzeichneten Verpflichtungen einzuhalten.
                    Die Minsker Vereinbarungen wurden ein Jahr später unterzeichnet. Frankreich und Deutschland waren ebenfalls Garanten, aber Kiew weigerte sich unverblümt, die Vereinbarungen zu erfüllen. Kürzlich gab Petr Poroschenko zu, dass er die Abkommen zwar unterzeichnet hatte, aber nicht die Absicht hatte, sie zu erfüllen. Er erklärte, dass es notwendig sei, Zeit zu gewinnen, damit die Ukraine neue Waffen erhalten könne. Eine offene und zynische Aussage. Damals hat die EU die Untergrabung der Minsker Vereinbarungen durch Kiew stillschweigend geduldet. Auch auf Poroschenkos offenes Eingeständnis gab es keine Reaktion. Das ist eine Schande für seriöse Staaten, die sich mit wichtigen außenpolitischen Herausforderungen befassen wollen.
                    ….
                    Beim Militär wird einem gesagt, dass man keine illegalen Befehle befolgen soll. Doch genau dieses Verhalten haben wir schon viel zu lange von vielen Nationen gesehen. Und natürlich gibt es hier Kommentatoren, die die ganze Idee, dass Nationen und Menschen gesetzestreu sein sollten, in den Wind schlagen; dass Anarchie und Chaos vorzuziehen sind. Manche denken, wir merken das nicht und bleiben hier. Wie Russland, China und eine Reihe anderer Nationen zeigen, ist es durchaus möglich, einem Block anzugehören, ohne blockartig zu sein – wie die Chinesen beschreiben, denken und handeln sie im Kalten Krieg. Die Welt, wie sie von diesen Nationen proklamiert wird, ist KEINE Farm der Tiere, in der alle Tiere gleich sind, aber einige sind gleicher als andere. Die EU/NATO und ihr Meister fördern den „Farm der Tiere“-Ismus. Einfach gesagt, solche Ideen und Verhaltensweisen sind nicht zivilisiert, sind kindisch und gehören nicht in eine reife Welt.“

            2. TP ist töter als tot. Die Kommentare waren immer sehr gut und weiterführend/ -bildend. (Ich war fast von Anfang an dabei, habe aber erst sehr spät Account zum Mitdiskutieren angelegt) Besser als die Artikel. Dann hat man angefangen diese interessanten Links zu sperren, heißt entsprechende Kommentare. Dann ganze threads. Dann ist man hingegangen und hat Provokateure eingestellt, die wurden dann auch Admins, die haben dann angefangen noch mehr zu sperren, vor allem wenn man Kontra gegeben hat. Mittlerweile nicht mehr nur zeitweise, sondern der Account wird ganz von denen gelöscht. Begründungen haarsträubend. Die haben Ende. Das Interessante an TP ist tot, das Forum. Denen sind sehr viele gute Kommentatoren abhanden gekommen. Mich sehen die auch nicht wieder. Einfach nicht mehr anklicken.

      3. @ Thalrecht
        „Du schreibst das grenzwertigste“ Land der Welt und meinst damit China.“
        Wieso sollte ich China meinen? Les‘ doch mal meinen Artikel – könnte durchaus hilfreich sein, bevor du übereilig einen Kommentar schreibst………

      4. “ Andrerseits: DAS „grenzwertigste“ Land der Welt ist bestimmender Teil des Wertequarks.“

        Ich vermute, da ist nicht China gemeint. Bestimmender Teil des Wertestens ist ?

  4. „Drüben“ heißt jetzt „Autokratie“ und die „Systemkonkurrenz“ findet jetzt zwischen Belt and Road und – ja was eigentlich – statt?

    Das hier vielleicht?

    “ President Biden met with G7 leaders to discuss strategic competition with China and commit to concrete actions to help meet the tremendous infrastructure need in low- and middle-income countries.“

    https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2021/06/12/fact-sheet-president-biden-and-g7-leaders-launch-build-back-better-world-b3w-partnership/

    oder ein Jahr später das hier?

    „G7 leaders pledged to raise $600 billion in private and public funds over five years to finance needed infrastructure in developing countries.“

    https://www.weforum.org/agenda/2022/06/g7-pledges-invest-600-billion-infrastructure-developing-countries/

    Mal sehen, wie lange die “ low- and middle-income countries“ auf die Investitionen warten müssen – v.a. die privaten. Bisher gibt es da nur viel PR und wenig Aktivität; bei China und Co ist das umgekehrt.

  5. Das „was eigentlich“ scheitert schon seit Jahren an der westliche Arroganz und den Gedächtnis an das koloniale Erbe.

    Sicherlich ist die Belt and Road Politik von China nicht ganz uneigennützig, aber sie mischen sich nicht in die Alltagspolitik der Länder ein und vor allem moralisieren sie nicht. Außerdem müssen die grünen Scheine, welche Washington schneller kopiert als die Ukraine ausgeben kann, und wovon China mehr als genug hat (ca. 1 Billion Dollar amerikanishe Schuldscheine soll China wohl besitzen – nur Japan hat mehr) irgend wo hin. Und sie in Zentraleuropa oder USA/ Kanada zu investieren, kann sich ganz schnell als Geschenk an diese Staaten erweisen, wie Russland und die russische Oligarchie zu berichten weiß.

    1. Interview mit Andrej Hunko, MdB DIE LINKE
      Link dahin: https://www.zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-12-13-vom-20-juli-2022.html#article_1379

      Sie finden auf diesen Link noch viele andere interessante Artikel. Sie müssen also nach unten scrollen.
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      «Das einzige, was den Krieg stoppen könnte, sind Verhandlungen»

      Der Konflikt in der Ukraine schreit nach einer diplomatischen Lösung und müsste dringend beendet werden. Das kann doch nicht noch Wochen so weitergehen, und die Menschen sterben. Wie könnte man den Dialog zwischen den Konfliktparteien wieder in Gang setzen?

      Ein Format dafür wäre die OSZE. Die OSZE ist aufgrund der Struktur mit ihren 57 Mitgliedstaaten, darunter auch Russland, dafür prädestiniert. Es gibt verschiedene Ebenen, eine Minister- und eine parlamentarische Ebene. In Birmingham fand vom 2. bis 6. Juli die Jahresversammlung auf der parlamentarischen Ebene statt. Die britische Regierung hat aber den belarussischen und den russischen Abgeordneten die Visa verweigert und damit einen direkten Dialog zwischen den Konfliktparteien verhindert.

      Mit welcher Begründung?

      Die Abgeordneten würden den Krieg unterstützen. Doch konkret über den Krieg hat es weder in der Duma noch im belarussischen Parlament eine Abstimmung gegeben. Belarus ist zudem keine direkte Kriegspartei, sondern nur indirekt beteiligt. In der russischen Duma wurde über die Anerkennung von Donezk und Lugansk abgestimmt, aber nicht über den jetzt stattfindenden Krieg. Es gab sogar einige Abgeordnete, die öffentlich geäussert haben, dass sie zwar für die Anerkennung von Lugansk und Donezk gestimmt hätten, damit die Angriffe dort aufhören, aber sie hätten nicht für den Angriff auf Kiew gestimmt. Es gab also durchaus auch Widerspruch aus den Reihen der Abgeordneten, der aber in letzter Zeit ruhiger geworden ist. Der Druck in Russland ist natürlich auch gross.

      Ist das nicht ein Verstoss gegen die Statuten der OSZE?

      Ja, in den Statuten steht ganz klar, dass die Abgeordneten zu den Versammlungen reisen können müssen. Aber es schien so, dass es keinen der Anwesenden gross gestört hat. Vielleicht war der eine oder andere damit nicht einverstanden, aber es hat sich niemand getraut, etwas zu sagen. Wenn man unter vier Augen Gespräche geführt hat, gab es Kritik daran, dass man mit den russischen Abgeordneten nicht sprechen könne, denn genau für direkte Gespräche sei so ein Forum da, aber in den offiziellen Debatten habe ich keinen Widerstand dagegen wahrgenommen.

      Sie hatten doch eine Anfrage gemacht.

      Ja, ich hatte den britischen Abgeordneten John Whittingdale dazu befragt, der den Ausschluss kommuniziert und die Eröffnungsrede hielt, in der er behauptete, dass die russischen Abgeordneten in der Duma für den Krieg gestimmt hätten, obwohl es diese Abstimmung ja nie gab. In seiner Antwort sagte er mir, dass die russischen und belarussischen Abgeordneten ihr statuarisches Recht durch die Unterstützung ihrer Regierung verwirkt hätten. Da stellt sich natürlich die Frage, wer das Recht hat, das zu definieren.

      Wie war die Stimmung an der Konferenz?

      Die ganze Sitzung war sehr stark von der grössten Delegation, die der USA, dominiert, die dort mit scharfen Anklagen gegen die russische Seite auffuhr, aber ohne Lösungsvorschläge. Man übertraf sich darin, den Krieg mit noch schärferen Worten zu verurteilen. Diejenigen, die sich überlegten, wie man wieder in Verhandlungen mit Russland kommen kann, waren deutlich in der Minderheit und in der Defensive. Das war sehr klar.

      Es gab solche Stimmen?

      Ja, aber eher am Rande. Ich war auf der Rednerliste und wurde so weit nach hinten geschoben, dass ich nicht mehr zu Wort kam. Diese Stellungnahmen hörte man vor allem in bilateralen Gesprächen. An solchen Tagungen führt man natürlich viele Gespräche. Es gab bei einer Resolution etwa einen Änderungsantrag, der das atomare Erstschlagsrecht explizit ausschliessen sollte. Und dieser ist mit nur einer Stimme Mehrheit gegen die Stimmen der meisten US-Abgeordneten angenommen worden. Wenn einer der Abgeordneten, die gegen die Option des atomaren Erstschlagrechts anders gestimmt hätte, wäre nach dieser Resolution der OSZE der atomare Erstschlag sogar legitim.

      Auch wenn das jetzt in dem Sinne positiv ausgegangen ist, ist es schon erschreckend, wie die Logik der Abschreckung überhandgenommen hat.

      Das Konzept der kollektiven Sicherheit, das ja in der OSZE entwickelt wurde, ist etwas fundamental anderes als das Konzept der militärischen Abschreckung. Die kollektive Sicherheit geht davon aus, dass Sicherheit dann gewährleistet ist, wenn sich mein Gegenüber genauso sicher fühlt wie ich mich. Am Treffen in Birmingham war das Konzept «Sicherheit durch Abschreckung» klar vorherrschend, was auch Grundlage der Nato ist.

      Wichtig war auch ein weiterer Änderungsantrag. Dieser verlangte, dass bei Verletzung der territorialen Integrität eines Staates, den Abgeordneten des verletzenden Staates die Akkreditierung entzogen werden kann, wie das bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats möglich ist. Bis jetzt gibt es das in der OSZE nicht. Die Parlamentarische Versammlung der OSZE kennt bislang kein Ausschlussverfahren.

      Ist der Antrag auf Zustimmung gestossen?

      Dieser Änderungsantrag ist angenommen worden, muss aber in der konkreten Ausgestaltung noch rechtsverbindlich formuliert und im «Standing Committee» im Oktober in Sofia angenommen werden. Damit dies geschehen kann, braucht es Einstimmigkeit minus eine Stimme. Es darf höchstens eine Delegation dagegen stimmen, damit der Antrag angenommen wird, aber das scheint eher aussichtslos.

      Was nährt Ihren Optimismus?

      Ich habe mit einigen Delegationen gesprochen, die diese Ausschlussmöglichkeit nicht wollen. Eine weitere Frage bleibt natürlich, was geschieht im Oktober in Sofia. Wenn sich dort das «Standing Committee» trifft, dann ist es keine Veranstaltung im grossen Stil wie in Birmingham. Es ist nicht klar, ob Bulgarien die Visa für die russischen und belarussischen Abgeordneten erteilen wird. Richtig spannend wird es dann im Dezember. Dort findet das OSZE-Ministertreffen in Lodz statt, da Polen dieses Jahr den Vorsitz im OSZE-Ministerrat hat. Da wird sich die Frage stellen, ob Lawrow einreisen darf und ob er es überhaupt will. Wenn die Visa auch dort noch verweigert werden, was kann man dann in der OSZE erreichen, wenn die andere Seite nicht am Tisch sitzt? Sie können Resolutionen erlassen, die dreimal so scharf sind wie die von Birmingham und das russische Vorgehen verurteilen, aber damit ist die Funktion, den Dialog zu fördern und diplomatische Lösungen zu suchen, weg.

      1. Er denkt in die richtige Richtung. Wenn man wirklich daran interessiert ist den Konflikt zu beenden, der Schlüssel dazu ist die Sicherheit Russlands. Man muss Russland davon überzeugen, dass es sich sicher fühlen kann, und nicht fürchten muss, dass die Ukraine in einen Brückenkopf der NATO verwandelt und Russland bedroht. Russland fordert Sicherheitsgarantien. Das ist ihre zentrale Forderung. Das ist der einzige Grund warum Russland die Ukraine zerstört. Damit die NATO sie nicht benutzen kann um Russland zu bedrohen. Wenn Russland seine Sicherheitsgarantien bekommt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man in Russland bereit wäre aufzuhören.

          1. Gar nicht mehr, das Vertrauen ist nachhaltig zerstört. Also der Westen wird nicht mehr als „schwieriger Partner“ und vielmehr als Feind wahrgenommen der einem an die Wäsche will. Das wird ja auch gar nicht mehr verheimlicht. Man spricht im Westen mittlerweile offen darüber, dass man Russland in seiner jetzigen Form zerschlagen und in viele kleine Russlands aufteilen will. Das ist die offizielle US und NATO Strategie, das kann man auf Regierungsseiten lesen.

            Google mal nach „decolonizing russia“

            https://www.csce.gov/international-impact/events/decolonizing-russia
            https://www.congress.gov/event/117th-congress/joint-event/332780?s=1&r=49

            Sie haben schon die Grenzen gezogen
            https://mobile.twitter.com/Russ_Warrior/status/1539891400476872704

            Welches Vertrauen kann es zu jemanden geben, der offen darüber spricht dass er die Absicht habe dich in Stücke zu zerlegen?

            Deshalb wird es sicherlich nicht leicht Russland davon zu überzeugen, dass es sich sicher fühlen kann. Ich weiß nicht wie das gelingen soll. Aber nur so kann man den Konflikt in der Ukraine stoppen. Man muss die Pläne Russland zu vernichten ehrlich und glaubwürdig aufgeben, sich dazu verpflichten Russland in Ruhe zu lassen und es den Russen auch schriftlich geben. Aufs Wort glauben sie nichts mehr.

            1. Hier ein Interview von Lawrow, welches Ihre Aussage bezüglich der Eu bestätigt.
              Noch ein Fund aus MoA heute:

              Das Protokoll der Pressekonferenz von Lawrow nach seinem Treffen mit dem ungarischen Außenminister enthält nur eine Frage und Antwort sowohl in der englischen als auch in der russischen Fassung, daher hier der englische Link. https://mid.ru/en/foreign_policy/news/1823197/ Hier ist die Frage:

              „Frage: Im Laufe des letzten Jahres ist ein Trend zu beobachten, der die europäischen Länder in zwei Gruppen teilt: die Länder, die der Politik Brüssels folgen, und die Länder, die in ihrem nationalen Interesse handeln, wie zum Beispiel Ungarn. Letztere gewinnen oft. Glauben Sie nicht, dass die EU in ihrer jetzigen Form die Entwicklung ihrer Mitgliedsländer mehr behindert als fördert?“

              Einen Großteil von Lawrows Antwort kennen wir bereits, da er das ukrainische Problem seit dem Putsch von 2014 wiederholt. Aber ich hoffe, dass die Leser die anderen Punkte zur Kenntnis nehmen, die er in Bezug auf die Art und Weise, wie Russland seine Außenbeziehungen pflegt.

              Sergej Lawrow: Ich werde nicht tief in die interne Entwicklungsagenda der EU eindringen. Wir lesen, was darüber geschrieben wird. Wir hören, was sie sagen, auch in den EU-Mitgliedsländern. Ich kann nur sagen, dass die Situation nicht einfach ist.

              „Es ist ein ständiger Kampf. Die europäische Bürokratie will alles und jeden unterwerfen, einschließlich der nationalen Regierungen, die Bedingungen diktieren und jeden Dissens ausschalten. Auf der anderen Seite wollen einige Mitgliedsländer verstehen, wie viel von ihrem Mandat sie zu ihrem Vorteil nutzt und wie viel davon Missbrauch darstellt und Anlass zur Sorge ist. Dies ist eine interne Angelegenheit der EU.
              Ich möchte eine einfache Sache klarstellen. Wir sehen jetzt die Reaktion des Westens (in erster Linie die von Brüssel und vielen europäischen Hauptstädten) auf das, was in der Ukraine geschieht. Ich möchte Sie daran erinnern, dass wir uns in unseren Beziehungen zur Europäischen Union seit vielen Jahren um die Schaffung einer gleichberechtigten und für beide Seiten vorteilhaften Architektur bemühen, auch in außenpolitischen Fragen. Wir hatten einige Erfolge, aber die EU war immer hochmütig gegenüber unseren Versuchen, einen Interessenausgleich zu schaffen, und zog es stattdessen vor, eigene Entscheidungen zu treffen und sie uns dann als letzte Wahrheit aufzuzwingen.
              Das Gleiche gilt für die Ukraine. Das hat nicht im Februar angefangen. Es gab einen Putsch. Unmittelbar davor garantierten EU-Vertreter (Frankreich, Deutschland und Polen), dass es eine Einigung zwischen dem ukrainischen Präsidenten und der Opposition geben würde, und unterzeichneten die entsprechenden Garantien. Am nächsten Morgen wurden diese Garantien mit Füßen getreten und zerrissen, und die EU sagte nichts. Sie forderte die Putschisten nicht auf, die von der EU unterzeichneten Verpflichtungen einzuhalten.
              Die Minsker Vereinbarungen wurden ein Jahr später unterzeichnet. Frankreich und Deutschland waren ebenfalls Garanten, aber Kiew weigerte sich unverblümt, die Vereinbarungen zu erfüllen. Kürzlich gab Petr Poroschenko zu, dass er die Abkommen zwar unterzeichnet hatte, aber nicht die Absicht hatte, sie zu erfüllen. Er erklärte, dass es notwendig sei, Zeit zu gewinnen, damit die Ukraine neue Waffen erhalten könne. Eine offene und zynische Aussage. Damals hat die EU die Untergrabung der Minsker Vereinbarungen durch Kiew stillschweigend geduldet. Auch auf Poroschenkos offenes Eingeständnis gab es keine Reaktion. Das ist eine Schande für seriöse Staaten, die sich mit wichtigen außenpolitischen Herausforderungen befassen wollen.
              ….
              Beim Militär wird einem gesagt, dass man keine illegalen Befehle befolgen soll. Doch genau dieses Verhalten haben wir schon viel zu lange von vielen Nationen gesehen. Und natürlich gibt es hier Kommentatoren, die die ganze Idee, dass Nationen und Menschen gesetzestreu sein sollten, in den Wind schlagen; dass Anarchie und Chaos vorzuziehen sind. Manche denken, wir merken das nicht und bleiben hier. Wie Russland, China und eine Reihe anderer Nationen zeigen, ist es durchaus möglich, einem Block anzugehören, ohne blockartig zu sein – wie die Chinesen beschreiben, denken und handeln sie im Kalten Krieg. Die Welt, wie sie von diesen Nationen proklamiert wird, ist KEINE Farm der Tiere, in der alle Tiere gleich sind, aber einige sind gleicher als andere. Die EU/NATO und ihr Meister fördern den „Farm der Tiere“-Ismus. Einfach gesagt, solche Ideen und Verhaltensweisen sind nicht zivilisiert, sind kindisch und gehören nicht in eine reife Welt.“

              1. Tja dem gibt es nicht mehr hinzuzufägen.

                Außer, meine Persönliche Einschätzung. Lawrow macht es hier auch deutlich. In Russland hat man jetzts nichts gegen die Deutschen, die Franzosen oder Italiener. Sie sehen in den überstaathlichen Institutionen eine Bedrohung für sich. EU und NATO, welche man für sowas wie Vasalle der Vereinigten Staaten hält. Gleichwohl meint man, dass Demokratie, Rechtsstaat usw… alles nur immitiert wird, und hinter der Fassade sich ein totalitäres räuberisches Regime verbirgt. Die Völker Europas hält man für nicht frei.

            2. Von der Helsenki Komission habe ich schon gelesen, und die Karte hatte ich bereits gefunden.

              Siehe hier:
              https://www.broeckers.com/2022/06/30/notizen-vom-ende-der-unipolaren-welt-35/

              Der Wertewesten kommuniziert schon seine Pläne. Nur berichten die MSM nicht darüber und an wichtige Informationen heran zu kommen, bedarf es einen hohen zeitlichen Aufwand.

              Aber die Pläne zur Aufteilung Russland so konkret und so aktuell zu lesen, dann sieht man auch die Drohung Bidens gegen Putin in noch einem anderen Licht.

              Wie glaubwürdig sind Verträge mit der USA (Ausstieg aus Atomvereinbarung mit Irak, Auflösung der meisten Abrüstungsverträge mit Russland), Minsk2 (Poroschenko und EU unterschrieben diesen nur als Zeit gewinn – siehe Lawrow Interview oben)?

              Wir sind heute in einer finsteren Zeit als im „kalten Krieg“. Damals galt ein Wort und ein Vertrag noch was.

            3. Und zum Zerlegen von Russland haben sie auch schon den passenden Verein gegründet, das „Forum der freien Völker“ (Russlands, versteht sich.).

              https://colonelcassad.livejournal.com/7748748.html

              Und wie es sich so trifft, findet derzeit gerade ein Treffen dazu statt:

              „Auf dem Forum der Freien Völker in Prag vom 22. bis 24. Juli wird Paul Goble, ein amerikanischer Analyst und Spezialist für ethnische Fragen der Sowjetunion und Russlands, während der Verabschiedung der Erklärung zur Entkolonialisierung Russlands sprechen.

              Die Erklärung zur Entkolonialisierung Russlands selbst beginnt mit der Passage, dass „Russland ein terroristisches Land ist“. Im Folgenden wird die Unausweichlichkeit eines Bürgerkriegs in einem Land beschrieben, das kurz vor dem Zusammenbruch steht. In diesem Zusammenhang appellieren die Mitglieder des FSN an die nationalen und regionalen Eliten der UN-Länder, mit der Bildung nationaler Übergangsregierungen im Exil zu beginnen, damit die internationale Gemeinschaft einen Dialog nicht mit Moskau, sondern mit dieser Übergangsregierung führt.

              Für November 2022 hat das FSN bereits die Einberufung der International Conference on Peaceful Decolonization and Territorial Organization of the Post-Russian Space unter Beteiligung der Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates geplant.“

              Parallel dazu fordert Pelosi, Russland als terrorfördernden Staat einzuordnen etc. etc. Das volle Programm eben.

              PS Oder sollte das alles nur „russische Desinformation“ sein?

              1. Pelosi am Ende ihres Lebensabends (82 J.alt) will es noch mal richtig krachen lassen.

                Russland – Einstufung als „terroristischer Staat“, was laut US-Gestzgebung US-Behörden weitreichende Befugnisse z.B. zu Beschlagnahmung gibt. Und wer weiß, wie manche Knaller in der USA in ihrem Nr.1-Gehabe drauf sind, dem schwant böses. Das gab es nicht mal im „Kalten Krieg“.

                Und dann will Pelosi als Nr.3 im Staate USA Taiwan einen OFFIZIELLEN Besuch im August abstatten.

                Rtde vom 22.07.2022
                „Diese Woche sind Berichte aufgetaucht, wonach die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi im August die südostchinesische Insel Taiwan besuchen wird. Wenn dies zutreffen sollte, wird dies zu einer Begegnung zwischen einer Vertreterin der US-Regierung und den abtrünnigen Kräften in Taiwan auf höchster diplomatischer Ebene führen und damit die Beziehungen zwischen Washington und Peking in einen neuen Tiefpunkt stürzen.
                Deshalb hat China als Reaktion auf diese Entwicklung auch umgehend „entschlossene und energische Maßnahmen“ angekündigt, sollte es zu diesem Besuch kommen. Chinas Außenministerium sagte, dass die Delegation, angeführt von Pelosi, „schwerwiegende negative Auswirkungen auf die politische Grundlage der Beziehungen zwischen China und den USA haben und ein schwerwiegend falsches Signal an die separatistischen Kräfte Taiwans senden würde“.
                „Wenn die USA darauf bestehen, den falschen Weg einzuschlagen, wird China definitiv entschlossene und energische Maßnahmen ergreifen, um seine nationale Souveränität und territoriale Integrität entschieden zu verteidigen“, sagte der Sprecher des Ministeriums, Zhao Lijian, auf einer Pressekonferenz. „Die Vereinigten Staaten werden für alle daraus resultierenden Folgen vollumfänglich verantwortlich sein.“

                Soweit Rtde
                Den letzten Absatz kann man als miltärische Drohung auffassen.
                Ich verstehe die Außenpolitik der USA nicht. Sie wollen das China bei den Sanktionen mitmacht und dann treten Sie China in dieser für Ch. sensiblen Frage denen gegen das Schienbein.

  6. „BRICS könnte sich als Alternative zur US-geführten Internationalen Ordnung entwickeln“

    Ja…. könnte!
    Leider wissen das die Amerikaner schon seit sehr vielen Jahren und ALLE ihre Präsidenten haben ihre Politik deshalb darauf eingestellt. Und so sehr das vielen anderen (und mir) auch missfallen mag, am Ukraine Krieg kann ein denkender Mensch sehr einfach erkennen, dass die Amerikaner das recht erfolgreích machen…. Frag doch mal bei heutigen Grün-Wählern nach ob sie wissen was im Golf von Tonkin ablief, oder was die WMDs im Iraq waren.
    Auch das Taiwan Problem bringen die Amis ja bereits seit einiger Zeit langsam aber sicher zum köcheln…Wenn man die Chinesen ebenfalls in einen begrenzten, aber doch grösseren bewaffneten Konflikt verwickeln kann, ist es wieder vorbei mit BRICS, denn Länder wie Indien oder Brasilien sind ohne die wirtschaftliche Macht Russlands und Chinas nicht viel mehr als ein ganz schlechter Witz.

    1. Die USA provozieren schon China, siehe hier (gefunden bei Rtde 22.07.2022):

      Diese Woche sind Berichte aufgetaucht, wonach die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi im August die südostchinesische Insel Taiwan besuchen wird. Wenn dies zutreffen sollte, wird dies zu einer Begegnung zwischen einer Vertreterin der US-Regierung und den abtrünnigen Kräften in Taiwan auf höchster diplomatischer Ebene führen und damit die Beziehungen zwischen Washington und Peking in einen neuen Tiefpunkt stürzen.
      Pelosi ist die dritthöchste Regierungsvertreterin der USA. Sollte Präsident Joe Biden etwas zustoßen, das ihn daran hindert, sein Amt als Staatsoberhaupt auszuüben, dann rückt gleich hinter Vizepräsidentin Kamala Harris Pelosi an die zweite Stelle in der Rangordnung des Weißen Hauses. Ein offizieller Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses in Taiwan kommt einer außerordentlich hochrangigen Unterstützung der regierenden Kräfte in Taiwan durch die USA gleich.
      Deshalb hat China als Reaktion auf diese Entwicklung auch umgehend „entschlossene und energische Maßnahmen“ angekündigt, sollte es zu diesem Besuch kommen. Chinas Außenministerium sagte, dass die Delegation, angeführt von Pelosi, „schwerwiegende negative Auswirkungen auf die politische Grundlage der Beziehungen zwischen China und den USA haben und ein schwerwiegend falsches Signal an die separatistischen Kräfte Taiwans senden würde“.
      „Wenn die USA darauf bestehen, den falschen Weg einzuschlagen, wird China definitiv entschlossene und energische Maßnahmen ergreifen, um seine nationale Souveränität und territoriale Integrität entschieden zu verteidigen“, sagte der Sprecher des Ministeriums, Zhao Lijian, auf einer Pressekonferenz. „Die Vereinigten Staaten werden für alle daraus resultierenden Folgen vollumfänglich verantwortlich sein.“

      Glaubt die USA wirklich, sie geht als der große politischer und wirtschaftlicher Sieger aus den 3WK hervor, wie im letzten Jahrhundert zweimal WK1 und Wk2 geschen?

      1. Die USA werden keinesfalls als Sieger aus einem WK III hervorgehen, weil ein solcher keinen Sieger kennen wird, von neurotischen Profiteuren abgesehen.
        Und das Zünglein an der Waage wie in WK I und II sollte man auch nicht überbewerten.

  7. Die USA sind nicht frei von Problemen mit „Secession“. Momentan habe ich keine bessere Darstellung als die von Wikipedia:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Secession_in_the_United_States#:~:text=In%20the%20context%20of%20the%20United%20States%2C%20secession,from%20a%20city%20or%20county%20within%20a%20state.
    Bekanntlich wenden sich Staaten bei inneren Problemen nach außen.
    Nach meiner bescheidenen Meinung ist von der Bedeutung her das Taiwan-Problem nicht vergleichbar mit dem Ukraine-Problem. China wird seine viel größeren Zukunfts-Absichten nicht durch die Beschäftigung mit Taiwan gefährden.

    Nancy Pelosi will halt noch vor ihrem absehbaren Abtritt noch etwas von der Welt sehen.

    1. Ich hatte letztens irgendwo gelesen, dass China das Taiwan-Problem in den nächsten 10 Jahren gelöst haben möchte. Am liebsten so wie Hongkong.

      Ob das so eintritt…..

      Wünschen kann sich der Mensch ja viel.

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