
Die Uni von Mariupol – auferstanden aus Ruinen. Mariupol – „russifiziert“ oder „nach Russland zurückgekehrt“? Teil 2
Teil 1: Mariupol – „russifiziert“ oder „nach Russland zurückgekehrt“? Im Januar 2026 fuhr ich selbst nach Mariupol. Denn nur wer beide Seiten eines Konflikts beleuchtet, bekommt ein realistisches Bild. Die Reise wurde von der Gesellschaftskammer der russischen Stadt Iwanowo organisiert.
Ein weiterer Ort, den wir in Mariupol besuchten, war die Kuindschi-Universität. Die Universität wurde während der Ereignisse im Frühjahr 2022 schwer beschädigt und war wieder instandgesetzt worden.
Vor dem modernen, mehrstöckigen, in den 1970 Jahren gebauten Gebäude, welches von einem Park umgeben war, trafen wir die Rektorin der Universität und Ökonomie-Professorin, Larissa Siwolap. Sie sagte, dass in der Universität heute 5.000 Studenten eingeschrieben sind.
Die Rektorin erzählte von der Tragödie der Universität. Das Asow-Bataillon habe sich die Uni als einen Stützpunkt ausgesucht. Der Grund sei gewesen, dass alle staatlichen Gebäude in der Sowjetzeit dicke Wände und Luftschutzkeller hatten. „Auf das Gebäude gab es starke Angriffe. Alle Fenster waren zerstört. Als wir in die Bibliothek kamen, standen dort noch alle Bücher. Aber die Bücher waren ausgeglüht. Sie zerfielen, wenn man sie in die Hand nahm.“
Der Luftschutzkeller der Universität sei nach dem Ende der Kämpfe in einem schrecklichen Zustand gewesen. „Die Asow-Leute haben dort ihre Militär- gegen Zivilkleidung getauscht. Sie haben verstanden, dass man abhauen muss, dass es keine Hilfe mehr gibt. Sie haben ihre Pässe weggeworfen.“ Man habe Pässe aus Aserbaidschan oder Polen und sehr viel Munition gefunden, Handgranaten und Rauchgranaten. Im Keller habe man auch tote Asow-Leute gefunden. „Unsere Männer haben sie weggeräumt.“ Auf Stühlen habe man Klebebänder und Blutspuren gefunden. „Wir vermuten, dass im Keller russische Kriegsgefangene gefoltert wurden.“
Sie selbst habe die Stadt während der Kämpfe nicht verlassen können, weil ihre Eltern in der Stadt lebten., erzählte die Rektorin. „Und ich wollte die Stadt auch nicht verlassen, denn es ist meine Stadt.“
Ob sie damals geweint habe? „Natürlich habe ich geweint. Wir haben geweint, gelebt und versucht zu überleben. Eine andere Möglichkeit gab es nicht.“ Außerdem war da noch die Mutter meines Mannes. Man habe eine Zeitlang nicht gewusst, wo sie ist. „Es war alles schwierig. Ohne Kommunikationsmittel, ohne Elektrizität, ohne Nahrung, ohne Wasser. Aber Gott sei Dank, haben wir es überlebt und leben weiter.“
Der Rundgang führt uns auch in die Uni-Bibliothek. Sie war perfekt wiederhergerichtet. Aber als ich mir die Wände anguckte, war ich doch erstaunt. Dort hingen großformatige Bilder und Lebensläufe der zwischen 2014 und 2018 ermordeten Feldkommandeure der Volksrepublik Donezk, Arsen Pawlow (Motorola), Michail Tolstych (Givi) und Bilder von dem ermordeten Präsidenten der Volksrepublik, Aleksandr Sachartschenko. Alle drei wurden mutmaßlich von ukrainischen Untergrundkämpfern ermordet. Alle drei sind im Donbass Volkshelden.

Studenten: „Wir sind Mariupoler“
Während des Rundgangs hatten wir die Möglichkeit in ruhiger Atmosphäre mit eine Gruppe von Studenten zu sprechen. Als ich sie fragte, welcher Nationalität sie sind, Russen, Ukrainer oder andere, antworteten sie wie aus einem Munde: „Wir sind Mariupoler.“
Auf meine Frage, ob ihnen nahestehende Altersgenossen bei den Kämpfen 2022 gestorben seien, antwortete die Jura-Studentin Nastja, „von mir sind fünf Bekannte gestorben.“ Die Studenten machten traurige Gesichter. Ein Gespräch kam nur schwer in Gang.
Die Jura-Professorin Natalja Walerijewna, die mit im Raum war, fasste sich ein Herz und erzählte, was sie im Frühjahr 2022 erlebte hat. Sie sagte, die ukrainische Armee habe damals bekanntgegeben, die Bewohner könnten die Stadt verlassen. Als dann aber das erste Auto mit Flüchtlingen losfuhr, sei es von der ukrainischen Armee beschossen worden. „Die Toten lagen auf der Straße verstreut, bis die russischen Soldaten uns befreiten.“
Nach dem Beschuss wollte Natalja Walerijewna nicht mehr aus der Stadt flüchten, „obwohl ich ein Kind habe“. Auch die Bevölkerung wollte nach diesem Vorfall nicht mehr flüchten. „Wir waren ein lebendiger Schutzschild für die ukrainischen Soldaten.“
Die ukrainischen Soldaten hätten auch Wohnhäuser mit Mörsern beschossen und in Brand gesteckt. „Können Sie konkrete Orte solcher Vorfälle nennen?“, fragte ich. „Solche Vorfälle gab es in der Stroitelej-Straße, Haus 160, und in der Ulitzkaja-Straße.“ Die Einwohner dieser Häuser seien nach Beschuss nicht mehr vor die Häuser gegangen, um dort auf offenem Feuer Essen zu kochen. Auch die Stellen, wo die Leute Wasser holten, seien von ukrainischen Soldaten beschossen worden. „Erst hat man uns nicht aus der Stadt gelassen, dann hat man uns für brutale Spiele missbraucht“, fasste Natalja Walerijewna die damalige Situation zusammen.
Die Jura-Studentin Nastja erzählte, dass bei vielen Familien, auch bei ihrer eigenen, die Lebensmittel ausgegangen waren. Als dann die russischen Soldaten in ihr Mehrfamilienhaus kamen, hätten diese ihre gesamte Armee-Trockennahrung an Bewohner verteilt. Diese hätten den Soldaten als Dank kleine Ikonen geschenkt. Nastja erzählte, dass ihre Familie erst am 28. März 2022 in das von Russland kontrollierte Dorf Talakowka übersiedeln konnte.
Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei sehr groß gewesen, erzählte die Studentin. Man habe sich, als es endlich Nahrungsmittel gab, mit einer älteren Nachbarsfrau gegenseitig mit Nahrungsmitteln ausgeholfen. Ein anderer Nachbar habe für Nastjas Familie und die ältere Frau Wasser geholt.
Russisch als Sprache der Verständigung
Als wir zusammen mit der Rektorin, Frau Siwolap, das kleine Museum der Universität besuchten, wo dörflicher Alltag im alten Russland ausgestellt war, sagte die Rektorin: „Wir sind nach Hause zurückgekehrt“. Das sollte wohl heißen, die überwiegend von Russen bewohnte Stadt Mariupol ist nach Russland zurückgekehrt. Sie schämt sich nicht ihrer russischen Geschichte. „In diesem Raum sehen sie unsere Tradition. Unsere Samoware, unsere Puppen und Tücher. Es wurde nur ein Minimum russischer Kultur ausgestellt.“
In Mariupol hätten immer verschiedene Nationalitäten gelebt. Im Donbass, am Asow-Meer, haben man immer Russisch gesprochen. „Es gab keine Probleme, denn wir haben hier viele Volksgruppen, Griechen, Armenier, Aserbaidschaner. Wir lebten immer friedlich zusammen. Aber die Politiker haben die Frage der Sprachen hochgespielt.“ Damit spielte die Rektorin auf die Tatsache an, dass die ukrainische Regierung nach 2014 die russische Sprache an Universitäten verbot. Meine Frage, ob an den Schulen in Mariupol heute noch die ukrainische Sprache unterrichtet wird, verneinte die Rektorin.
Die Jura-Professorin, Natalja Walerijewna, die mit uns in dem kleinen Museum war, erklärte, eine „große Erleichterung“ sei, „dass wir jetzt an dieser Universität in unserer Muttersprache, der russischen Sprache, sprechen können.“ Die Studenten und das Lehrpersonal hätten sich „erholt, denn sie müssen jetzt keine Sprache sprechen, die sie nur auf einem primitiven Niveau beherrschen.“
Man zeigt uns auch das Arbeitszimmer der Uni-Psychologin. Auf einem Tisch lagen Symbol-Karten mit eindrucksvollen Bildern, wie sie in Russland heute bei der Selbsttherapie benutzt werden.
„Wir unterstützen die Studenten und die Lehrkräfte in schwierigen Situationen“, sagte die Psychologin, die in dem Raum arbeitete. „Wir benutzen verschiedenen Methoden. Es gibt künstlerische Methoden, mit Sand, Papier und Stiften. Das wichtigste unserer Arbeit ist die Verschwiegenheit.“ Ob ihre Arbeit viel mit dem Krieg zu tun habe, fragte ich. „Nein. Wenn die Menschen mit Problemen kommen, fragen wir nach den Gründen. Das muss nicht unbedingt mit dem Krieg zusammenhängen. Es kann mit der Situation in der Kindheit oder der Familie zusammenhängen. Es gibt auch Krisen, die mit dem Alter der Heranwachsenden zu tun haben.“
Studenten-Theater „Lebende Zeugen“
Die Rektorin der Uni erzählte uns während des Rundgangs, dass es an der Uni ein Studenten-Theater mit dem Namen „Absurd“ gibt. Die Schauspieler seien zwischen 18 und 20 Jahre alt. Die Theatergruppe habe ein Stück mit dem Namen „Lebende Zeugen“ (9) auf die Bühne gebracht. In dem Stück vergleichen die Schauspieler die Jahre 1941 bis 1945 mit dem Jahr 2022. Das Stück sei auch schon in St. Petersburg gezeigt worden. Männer, die das Stück gesehen haben, hätten geweint. Das Szenarium des Stückes sei von Studenten geschrieben worden, „die alles gesehen haben, was 2022 in der Stadt passierte.“ Als sie selbst das Stück gesehen habe, habe auch sie geweint, obwohl sie alles selbst erlebt hat. „Das ist ein sehr schweres Stück. Die Studenten haben es aus ihrem Inneren gespielt.“
Morddrohung gegen Lehrerin mit russischem Pass
Larissa Siwolap, die Rektorin, erzählte ein weiteres Beispiel für die schwierige Situation in den „neuen russischen Territorien“. Sie berichtete von einer Kollegin aus der Stadt Cherson, die auf das russische Territorium übergesiedelt war. Die Kollegin habe erzählt, dass sie mit einem Bein aus Cherson wegfahren wollte und mit dem anderen nicht, da sie eine kranke Mutter habe. Die Kollegin siedelte schließlich auf russisches Territorium über.
Dann sei Folgendes passiert: Eine Woche nachdem die Bewohner in dem Teil des Gebietes Cherson, welches von der russischen Armee erobert wurde, einen russischen Pass bekamen, bekam die Kollegin einen Anruf von einem ehemaligen, der ihr zuvor ein Video von einer Leiche geschickt hatte. Der ehemalige Kollege sagte ihr auf Ukrainisch: „So wird es dir auch ergehen.“ Erst da verstand sie, dass auf dem Video, welches er ihr geschickt hatte, der zerhackte Körper eines Lehrer-Kollegen zu sehen war. Der Lehrer-Kollege, der auf dem Video zu sehen war, hatte einen russischen Pass bekommen.
Die Rektorin, Frau Siwolap, erzählte, dass es anfangs schwierig war, mit den Jugendlichen ein normales Leben zu führen. „Wir haben Veranstaltungen organisiert, damit sie abgelenkt werden und integriert werden. Die Mehrzahl der Jugendlichen hatte Angst. Sie haben sich nicht fotografiert. Sie haben sich versteckt. Ihre Eltern hatten sie in diese Richtung orientiert.“ Aber die Mitarbeiter der Universität hätten dann durch ihr persönliches Verhalten gezeigt, wie es weitergeht.
Es habe Familien gegeben, die planten, in die Ukraine überzusiedeln. „Man nannte sie ´Schduni´ (die Wartenden). Heute habe sich die Situation zum Glück beruhigt.“ Heute wolle in Mariupol „niemand mehr in die Ukraine fahren.“

„Die deutschen Besatzer stellten die Stahlöfen nicht aus“
Am Ende unseres Rundgangs kamen wir mit Larissa Siwolap, der Rektorin, in den Konzertsaal der Universität. Das sei der einzige Saal, der bis auf die Bestuhlung nicht erneuert werden musste, erklärte sie. Weil der Saal sich im Zentrum des Gebäudes befindet, sei er nicht von Geschossen getroffen worden.
Wir fragten die Rektorin, ob während der Zeit der Ukraine in Mariupol Fabriken oder Infrastruktur gebaut wurde. „Nein“, antwortete die Rektorin. „In den letzten 30 Jahren wurde nichts gebaut.“ Die Stadt sei „in einem furchtbaren Zustand“ gewesen. Nur die Straßen seien – Dank dem Direktor des Stahlkombinates Iljitsch – „in einem mehr oder weniger guten Zustand.“
Dann kam Frau Siwolap nochmal auf die Asow-Einheit zu sprechen. „Sie lebten acht Jahre in unserer Stadt. Sie kannten jede Ecke. Sie wussten, wo man sich verstecken und wo man an Brücken Sprengladungen anbringen kann.“
Ihre Nachbarin habe ihr eine bedeutungsvolle Geschichte aus der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erzählt, sagte Frau Siwolap. „Als die Deutschen, die Faschisten – entschuldigen sie mich bitte – in die Stadt kamen, haben sie die Öfen im Stahlwerk nicht abgestellt.“ Der Vater der Nachbarin war Ingenieur im Stahlwerk gewesen. Die Deutschen hätten ihm gesagt, er solle alles dafür tun, dass die Stahlöfen weiterarbeiten.
Die Asow-Leute, die nach Meinung der Rektorin drogenabhängig waren, hätten ukrainische Soldaten, die sich ergeben wollten erschossen und sie hätten die Öfen im Asow-Stahlwerk abgestellt. „Deshalb kann man diese Öfen nicht mehr wieder anstellen.“ Dieser Vorfall sage schon alles über die Asow-Einheit.
Die ökologische Situation in Mariupol sei zu Zeiten der „unabhängigen Ukraine“ katastrophal gewesen. „Die Öfen im Stahlwerk wurden nie modernisiert.“ Mariupol habe „den größten Friedhof von Europa“. Es gab einen starken Smog in der Stadt. Alle Filter, welche arbeiten sollten, waren nicht in Betrieb. „Ich wohne im siebten Stock. Wenn du vor dem Jahr 2022 morgens aufwachtest, sah man aus dem Fenster den Smog-Nebel. Viele Menschen, auch Kinder, wurden krank.“
Asow-Stahl wird zugemacht, Iljitsch-Werk arbeitet weiter
Im Juni 2025 erklärte der Leiter der Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, eine Wiederinbetriebnahme des schwer zerstörten Stahlwerkes Asow sei „wirtschaftlich nicht sinnvoll“. Die Leitung der Volksrepublik plant nun aus dem Gelände, auf dem das zerschossene Stahlwerk steht, eine Freizeitfläche für Touristen und Einheimische zu machen. Den langen Küstenstreifen der Volksrepublik Donezk nicht touristisch zu nutzen, wäre „eine Sünde“. Nachdem das Stahlwerk Asow seine Tätigkeit 2022 eingestellt hat, habe sich die Umweltsituation in der Stadt stark verbessert, so Puschilin.
Während das Asow-Stahlwerk nicht mehr in Betrieb ist, läuft die Produktion im Stahlwerk Iljitsch auf niedrigem Niveau weiter. Ende 2025 hatte das Unternehmen, das vor dem Krieg 24.000 Beschäftigte hatte, 652 Beschäftigte. Zurzeit verarbeite man im Unternehmen Schlacke und verkaufe sie an Bauunternehmen, sagte der Generaldirektor des Unternehmens, Roman Andrejewitsch Solonar, gegenüber dem Portal „Donezk Media“. Das Iljitsch-Stahlwerk sei durch die Ereignisse im Jahr 2022 zu dreißig Prozent zerstört. Aber im Prinzip lasse sich alles wieder aufbauen, „wenn es eine Finanzierung gibt“, so der Generaldirektor Solonar.
Ähnliche Beiträge:
- Mariupol – „russifiziert“ oder „nach Russland zurückgekehrt“?
- Wladimir Sergijenko: Warum auch Kiew nicht alles macht, um die „Verteidiger von Mariupol“ zu retten
- Beispiel Mariuopol: Kriegsverbrechen und Propaganda
- Der ukrainische Widerstand in Mariupol bröckelt weiter
- Asow in Mariupolis wendet sich gegen ukrainische Regierung




Vielen Dank für diesen interessanten Bericht!
Endlich mal etwas von der „anderen Seite der Geschichte“!
„Auf meine Frage, ob ihnen nahestehende Altersgenossen bei den Kämpfen 2022 gestorben seien, antwortete die Jura-Studentin Nastja, „von mir sind fünf Bekannte gestorben.“ Die Studenten machten traurige Gesichter. Ein Gespräch kam nur schwer in Gang.“
Danke für die Eindrücke….schwer bis gar nicht zu ertragen, dass v. A. durch Deutschlands konsequente Ablehnung von Frieden und Diplomatie mitverantwortlich und Schuld an 1,7 Mio. Toter und Kriegsversehrter Ukrainern ist; die SMO noch immer andauern muss.
Da uns diese Toten nicht genügen, helfen wir noch fleißig beim Völkermord in Gaza mit und treten international nach wie vor belehrend und maßregelnd auf.
Nicht zu vergessen, dass wir als Gesellschaft die Kriegstreiber demokratisch bestellt, legitimiert und in mehreren Wahlperioden darauf hingewirkt haben.
Den Russenhass haben die Nazigründerväter der BRD gleich mit übernommen….
Wahlen von Repräsentanten sind deshalb in der klassischen Demokratie prinzipiell undemokratisch, weil dabei nicht die Gesellschaft den Einfluß hat sondern die Reichsten und Mächtigsten.
👍 informativer Bericht, bitte mehr davon
Herr Heyden aber, Vorsicht walten lassen,
die ukrainischen Faschisten/Terroristen sind noch nicht besiegt.
Wär schon krass, wenn nur die Hälfte stimmen würde… Danke, Herr Heyden.
https://m.youtube.com/watch?v=_-kJWu1GXdw&pp=ugUEEgJlbtIHCQmiCgGHKiGM7w%3D%3D
Schauen sie mal dort rein. Ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln…
Einer der Hauptverursacher dieser Tragödie ist Deutschland mit seiner konsequenten Förderung von Faschismus und Nationalsozialismus. Nicht umsonst saß der Bundesnazidienst BND am Kabinettstisch des Schokodiktators Poroschenko und wurde mit deutschem Geld, auch Steuergeld die Josef Goebbels Hochschule für Demokratie in der Ukraine eröffnet.
Aber schon vor dem Maidan Putsch war das deutsche Interesse an der Ukraine groß genug, das sich Merkel mit der ollen Julia Timoschenko zusammen getan hat. Bis dann ein Video mit ihr wohl auch den Weg ins deutsche Kanzleramt fand, in diesem Video übergibt Frau Timoschenko einem Auftragskiller 30000$ für den Mord an ihrem Chefbuchhalter, seiner Frau und deren Kind. Bei diesem vom SBU zur Verfügung gestellten Video wird einmal die Zahlung und parallel die Aufnahmen einer Überwachungskamera gezeigt, einmal wie die Bombe Angebracht wird und dann die Explosion des Autos die keiner der Familie überlebt. Der Typ mit der Bombe ist eindeutig derselbe Typ mit dem Timoschenko da im Cafe sitzt und ihm den Koffer mit dem Geld rüberschiebt.
Nennt sich vermutlich Staatsräson, wie immer wenn Amtierende Staatschefs ihre Pfoten bis zum Anschlag im Dreck haben. Nicht nur in Deutschland, hier ist nur die absolute Vorliebe für Nationalsozialismus und Faschismus dasy besondere. Ob Bundesnazidienst, NS-Verfassungsschutz, oder die Pensionskasse, sie alle lieben und Verehren den Nationalsozialismus. Es ist und bleibt nun mal das Land der Nazideutschen, sollte Russland im Umgang mit der BRD wirklich berücksichtigen. Wenn die wieder zuviel nerven ein paar mehr Bomben, gern auch Atomar draufwerfen und gut ist.
Ich weiss nicht woher Sie kommen oder welchen Hintergrund Sie haben, aber ein freies Denken scheint er nicht zuzulassen.
HAben Sie mal daran gedacht, dass es viele Deutsche gibt, die weder mit den WW2, noch der daraus resultierenden Situation zufrieden sind?
Anscheinend gibt es bei Ihnen nur die Rassen oder Familienschuld. damit sind sie nicht besser als die welche Sie unisolo wegbomben wollen.
Ich denke Menschen wie Sie schaffen die Probleme welche sie wegbomben wollen.
Stimmt schon, die Parteinahme für die Restdeutschen ist schon berechtigt, aber das sind m.E. aber maximal 15% und mittlerweile kann ich sehr gut verstehen warum „yat“ nichts dagegen hätte, wenn dort einen Bombe darauf viele.
Yep, dieser Hype um diese unsägliche Timoschenko war mir damals gleich suspekt.
Da ich aber schon wegen der Klitschkos in den 90ern darauf hingewiesen hatte, dass da was am Gären ist, respektive ultrarechte Figuren am Werk waren, überraschte mich der Vorfall mit der Timoschenko 2012 auch nicht mehr sonderlich.
Echte Berichte aus Mariupol: https://www.youtube.com/@VideosfromMariupol/videos
ich hoffe, dass der Hass von ukrainischer Seite Russen gegenüber nicht in einen Hass von Russen gegenüber den Ukrainern mündet. Der Balken, zeigt, wohin sowas führt. Ich hoffe auch, dass Frieden auch in der Ukraine möglich ist.
Eines ist mir unverständlich. Wie stark unterscheidet sich ukrainisch von russisch? Ist es so viel, dass die sich nicht verständigen können?
Ukrainisch entstand in den Gebieten, die lange Zeit unter polnischer bzw. österreichisch- ungarischer Besatzung standen. Daher sehr viele Lehnwörter aus diesen Sprachen. Da vor dem 1. WK sehr viele Juden in der Westukraine lebten, gibt es auch jiddische Einflüsse. Dazu kommt, das es unterschiedliche Dialekte des Ukrainischen gibt. Der verbreitetste ist das „Schurschyk“, eine Art Bauernrussisch in der Zentralukraine. Dann gibt es noch die Dialekte in Galizien und Wolyn. Manche Kenner bezeichnen die ukr. Dialekte als eine Mischung aus schlechtem Russisch und schlechtem Polnisch. Bis auf wenige Begriffe verstehen sich Russen und Ukrainer.
https://m.youtube.com/watch?v=HWoZLsfEPwc&pp=ugUEEgJlbg%3D%3D
Ein Video zur „Sprachpolitik“ der Ukraine. Viele (N)GO, die gegen die russische Sprache und Kultur in der Ukraine kämpfen, werden von westlichen Staaten finanziert…
„Bauernrussisch“
„Manche Kenner bezeichnen die ukr. Dialekte als eine Mischung aus schlechtem Russisch und schlechtem Polnisch.“
Dein Rassismus trieft aus jedem Buchstaben den du schreibst.
Was ist daran „rassistisch“, Nazi? Sind Bauern für Dich eine Rasse? Voll die Verblödung.
Ukrainisch „entstand“ nicht, sondern wurde von der Sowjetunion gezielt erschaffen. Die Rede ist von tausenden Sprachlehrern für Ukrainisch die in der frühen Sowjetunion gezielt ausgebildet und diese Sowjetrepublik geschickt wurden.
Danke für die Erläuterungen, das wäre auch meine Frage gewesen
„Manche Kenner bezeichnen die ukr. Dialekte als eine Mischung aus schlechtem Russisch und schlechtem Polnisch. “
Und damit haben sie recht.
Also der pathologische und schizophrene Hass auf alles Russische durch die ukrainische Regierung und die Nazikreise stösst in Russland auf Unverständnis. Mindestens 20 Millionen Russen, wenn nicht mehr, haben ukrainische Verwandte, auch der Säulenheilige der Ukrofaschisten, der Poet Taras Schewtschenko, ist in Russland hoch angesehen, es gibt Denkmäler, Strassen, selbst Seen und Berge mit seinem Namen.
Berühmte Künstler und Schriftsteller, Gogol, Bulgakow, Ehrenburg, Ostrowski stammen aus der Ukraine, sind dort als Russischschreiber verfemt, ihre Bücher verbrannt. Die Nazis haben nen Knall.
Das Ukrainische, ursprünglich „kleinrussisch“ bzw. „ruthenisch“, ist ein Kunstprodukt aus einer Gruppe ländlicher Dialekte mit Schwerpunkt auf der Westukraine, vor allem Galiziens. Als gesprochene Sprache stellt es ein Kontinuum dar, sehr nah am Polnischen („Mowa“, die geheiligte Sprache des Ukrainischen, ist das gleiche Wort wie im Polnischen) im Westen, immer „russischer“ Richtung Osten. Das südliche „kleinrussisch“ ist eigentlich gar nicht mehr damit verwandt, daher auch die Polemik Machnos gegen die Versuche der Petljurajünger, den Menschen auf der Saporoshjer Stich die „Mowa“ aufzuzwingen.
Das Ukrainische wurde Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts durch liberale Bildungsbürger etwa um Iwan Franko einigermassen standardisiert (Schewtschenko hat nur Gedichte in der Mundart der ländlichen Oblast Kiew verfasst, alle Prosa, Tagebücher usw. in Russisch), mit einer Abwehrhaltung gegen das „Grossrussische“, später haben die Bolschewiki das übernommen, als Ansatz für die Alphabetisierung, und auch die Domestizierung nationalistischer Stimmungen.
Alle slawischen Sprachen sind – mit etwas Mühe und gutem Willen und im Zweifel mit Händen und Füssen unterstützt 🙂 – untereinander verständlich, das Ukrainische ist eher näher am Russischen als das Schwyzerdütsch am Deutschen, ist jedenfalls mein Eindruck (nur stellen sich die Schweizer nicht so idiotisch an wie die nationalistischen Spinner in der Ukraine).
Soweit mein Bekanntenkreis das hergibt, verstehen sich Russen, Ukrainer, Polen, Kroaten hier recht gut, sowohl sprachlich als auch menschlich.
Ich denke, dass die Mehrheit der Ukrainer keine »pathologischen und schizophrenen« Russenhasser sind (zumindest waren sie es nicht bis 2014).
Im Zweiten Weltkrieg war die überwiegende Mehrheit der Ukrainer am Sieg über die Wehrmacht beteiligt, darunter die Generale darunter Rodion Malinowski, Nikolai Watutin und Iwan Konew, Russenhasser waren und sind nur die Anhänger Banderas, die eine kleine Minderheit in der Ukraine ausmachen.
> soweit mein Bekanntenkreis das hergibt, verstehen sich Russen, Ukrainer, Polen, Kroaten hier recht gut
Kann ich mir vorstellen, auf der Parkbank, mit ein ein paar Wässerchen im Bauch. Alter Eckensteher, Du 😉
Um das mit der ukrainischen Sprache noch etwas weiter auszuführen: Das Ukrainisch, wie es als Unterrichtssprache in der UdSSR standardisiert und mit der „Korenisazija“ (Verwurzelung) als Amtssprache durchgesetzt wurde, enthält viele Lehnworte aus dem Russischen, aber auch dem Deutschen und Yiddischen, vor allem im wissenschaftlich-technischen Bereich, den die ländlichen Ursprungsdialekte nicht abdeckten, und darüber hinaus (бутерброд gibt es im Ukrainischen wie im Russischen 🙂 ). Das Ukrainisch, das die überwiegend nazistisch-banderistischen Rückkehrer nach 1991 aus Westeuropa, den USA und Kanada mitbrachten, war dagegen überwiegend mit Polonismen und Anglizismen „angereichert“, und es gab darüber auch Konflikte, vor allem wenn es um den Aufstieg in Regierungs- und Korruptionsposten ging. Eine Revision des Curriculums gab es eher nicht, die mit Recht zu früh erschossene Nazisse Farion hat erbittert dagegen gegeifert.
Mal schauen, was das neue Gemini 3.1 Pro zu dieser offenen Volksverhetzung sagt.
„Der zitierte Text ist keine „Halluzination“ im Sinne eines völlig frei erfundenen KI-Textes, sondern eine gezielte **Mischung aus einigen linguistischen Tatsachen, historischen Halbwahrheiten und massiver politischer Propaganda**.
Der Text ist nicht objektiv geschrieben, sondern verwendet extrem wertende, hetzerische und gewaltverherrlichende Sprache (z. B. „nazistisch-banderistisch“, „Korruptionsposten“, „mit Recht zu früh erschossene Nazisse“), die stark an prorussische oder anti-ukrainische Narrative erinnert.
Hier ist eine sachliche Aufschlüsselung der einzelnen Behauptungen in dem Text:
**1. Ukrainisch in der UdSSR, „Korenisazija“ und Lehnwörter**
* **Teilweise richtig, aber historisch verkürzt:** Es gab in den 1920er Jahren die sowjetische Politik der „Korenisazija“ (Einwurzelung), die in der Ukraine als „Ukrainisierung“ stattfand. Damals wurde die Sprache standardisiert (z. B. in der Charkiwer Orthographie von 1928). Diese frühe Standardisierung versuchte jedoch gerade, *weniger* russische Einflüsse zuzulassen. Erst in den 1930er Jahren unter Stalin wurde diese Politik blutig beendet und eine gezielte **Russifizierung** der ukrainischen Sprache erzwungen, bei der russische Begriffe in Wörterbücher und wissenschaftliche Terminologien diktiert wurden.
* **Lehnwörter (Deutsch/Jiddisch):** Dass das Ukrainische deutsche und jiddische Lehnwörter enthält, ist korrekt. Das erwähnte „бутерброд“ (Buterbrod) wird im Ukrainischen umgangssprachlich genutzt (neben Wörtern wie dem aus dem Polnischen stammenden *Kanapka*).
**2. Das Ukrainisch der Diaspora („Rückkehrer nach 1991“)**
* **Linguistisch teilweise richtig:** Die ukrainische Diaspora in Nordamerika und Westeuropa bestand zu großen Teilen aus Menschen aus der Westukraine, die nach dem Zweiten Weltkrieg flohen. Sie bewahrten eine ältere Version des Ukrainischen, die nicht von der sowjetischen Russifizierung betroffen war. Dieses Ukrainisch enthält historisch bedingt (durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit der Westukraine zu Polen-Litauen und später zur Zweiten Polnischen Republik) deutlich mehr **Polonismen**. In Nordamerika kamen natürlich auch **Anglizismen** hinzu.
* **Propagandistisch verzerrt:** Die pauschale Bezeichnung dieser Menschen als „überwiegend nazistisch-banderistische Rückkehrer“ ist ein politischer Kampfbegriff und eine Diffamierung. Es handelt sich hierbei um ein klassisches Feindbild der sowjetischen und heute russischen Propaganda, das alle ukrainischen Nationalisten und Exilanten mit dem Nationalsozialismus gleichsetzt.
**3. Konflikte um Curricula und Posten**
* **Stark verzerrt:** Es gab und gibt in der Ukraine seit 1991 durchaus linguistische Debatten darüber, wie stark das moderne Ukrainisch von den sowjetischen (russifizierten) Standards bereinigt werden soll. Eine Reform der Rechtschreibung (die 2019 in Kraft trat) griff beispielsweise Elemente der alten Standardisierung von 1928 wieder auf. Dies als reinen Kampf um „Korruptionsposten“ darzustellen, ist eine polemische Zuspitzung ohne wissenschaftliche Grundlage.
**4. Die Ermordung von Iryna Farion**
* **Hintergrund:** Iryna Farion war eine ukrainische Linguistin und nationalistische Politikerin. Sie war bekannt für ihre kompromisslose und oft sehr polarisierende Haltung zur ukrainischen Sprache. Sie forderte radikal die Verbannung russischer Sprachelemente und russischsprachiger Kultur aus der Ukraine.
* **Die Formulierung im Text:** Farion wurde am 19. Juli 2024 in Lwiw auf offener Straße erschossen. Die Formulierung im Text („die mit Recht zu früh erschossene Nazisse Farion hat erbittert dagegen gegeifert“) ist keine sachliche Analyse, sondern **reine Hassrede und Gewaltverherrlichung**. Dass sie gegen russische Lehnwörter und für ein „reineres“ Ukrainisch eintrat, ist wahr (sie „geiferte“ im Sinne von aggressiver Rhetorik dagegen), aber der Satzbau offenbart die extreme ideologische Ausrichtung des Autors.
**Fazit:**
Der Text bedient sich einiger echter linguistischer Phänomene (wie dem Vorhandensein von Polonismen bei Exil-Ukrainern oder der Übernahme russischer Wörter im sowjetischen Ukrainisch), verpackt diese aber in tiefen Hass und Propagandanarrative. Es ist keine KI-Halluzination, sondern ein menschliches, extrem meinungsstarkes und toxisches Statement.“
ja die von der Oligarchie kontrollierten KIs sind genauso wie die Massenmedien korrupte Manipulationsinstrumente.
Wenn die menschliche Intelligenz fehlt, versucht der Hohl- und Knallkörper es mit künstlicher. Wie immer, sind die Roboter dienstbar im Sinne des Auftraggebers. Tatsachen spielen eher keine Rolle, ein paar factoids werden angereichert, um Kompetenz vorzutäuschen.
Wenn man sich ansieht, was das von westlichen „Trainern“ gefütterte LLM einzuwenden hat, findet man:
„**Mischung aus einigen linguistischen Tatsachen, historischen Halbwahrheiten und massiver politischer Propaganda**.“
Also, dem Roboter passt die Richtung nicht. Was er wohl von Knallkörpers Gewaltrhetorik hält?
Richtig widerlegen kann er nichts. Dass ich gegen das Naziregime in Kiew schreibe, gähn – dazu schreibe ich. Den wesentlichen Tatsachen kann auch in den Datenbanken des LLM nicht widersprochen werden.
Eigentlich kann mir der Roboter nur vorhalten, dass ich „historisch verkürze“ .. lol (die Artikel werden immer zu lang), „linguistisch richtig“ argumentiere, aber die armen Banderiten und Neonazis böse beschreibe (lol ja), und das Postengerangel in der seit 1991 immer korrupteren „unabhängigen Ukraine“ polemisch darstelle. Ja, lieber Roboter, das war eine Polemik, was sagen Deine kenianischen und ukrainischen Dateneinklopfsklaven dazu? Oder Deine Plagiate aus den Netzen?
Und ok, mein Schlenker bezüglich Frau Farion war natürlich boshaft, und boshaft gemeint. Gewiss war sie eine Nazisse, die sogar für die ukrainische Nazipartei Swoboda jahrelang in der Rada sass und hetzte. Dazu wurde sie berüchtigt durch Videos, in denen sie russisch sprechende Kleinkinder misshandelte, eine zutiefst verkommene Person. Ihre öffentlichen Auftritte hätten in Deutschland für Knast gereicht, wo wir von Volksverhetzung sprechen.
Ihr Tod war ein klassischer Fall von „Karma is a bitch“, besonders ironisch, da sie kurz zuvor die Zerstörung von Mariupol und die Zivilopfer dort als „Karma“ bezeichnet hatte. Ein wegen der Verfolgung von Neonazis in der RF in die Ukraine emigrierter russischer Neonazi, der an der Front gewesen war. Er meinte die Hassrede Farions mit dem Revolver bekämpfen zu müssen, wie Nazis so sind. Der Knallkörper sollte Verständnis haben.
Nee, Machno sprach einfach kein Ukrainisch/Kleinrussisch. Das kommt doch in seinen Erinnerungen zur Sprache (Buch II).
Da schildert er, wie er Ende Juni 1918 aus Moskau kommend in Kursk eintrifft, sich von dort mit ’nem Pferdewagen über die „Grenze“ fahren lässt, die von deutschen (!) Militärposten bewacht wird und dann auf einem namenlosen Bahnhöfchen auf Züge wartet, die ihn weiter nach Süden bringen.
Als dann Züge eintreffen fragt er mitreisende Eisenbahner, wie weit diese fahren, bekommt aber keine Antwort auf seine auf Russisch gestellten Fragen. Schließlich gibt ihm einer den Tip, sie auf Ukrainisch anzusprechen und zwar auch nicht als Genosse, sondern als geehrter Herr (шановний добродію).
Darauf heißt es in den Erinnerungen: „Я поразился этому требованию, но делать было нечего. И я, не владея своим родным украинским языком, принужденно должен был уродовать его так в своих обращениях к окружавшим меня, что становилось стыдно…“
(Ich staunte über diese Forderung, konnte aber nichts dagegen machen. Und also musste ich, der ich meine ukrainische Muttersprache nicht beherrsche [dann war’s wohl nicht die Muttersprache; Besd.], sie gezwungenermaßen derartig in meinen Anreden an die mich Umgebenden vergewaltigen, dass es beschämend war …)
Anschließend regt er sich über diesen neuen Typus des „Vorzeigeukrainers“ auf, der sich „unter dem Stiefel des österreichisch-deutschen Junkertums“ (Machno) herausgebildete, der „nur die ukrainische Sprache brauche, aber nicht die Freiheit der Ukraine und ihres werktätigen Volkes“.
Also:
1. Das ganze spielt sich nicht in der Westukraine ab, sondern im Raum Belgorod/Charkow.
2. Machno kennt 1918 nur eine ukrainische Sprache – „kennen“ bzw. verstehen heißt noch lange nicht sprechen können – und wäre wohl erstaunt über die Differenzierungen und Spekulationen über ihre „Künstlichkeit“, die 100 Jahre später in deutschen Foren diesbezüglich angestellt werden.
Dank an Besdomny für die Richtigstellung, vorausgesetzt, wir sprechen vom selben Text. Der Text von Machno war mir im Netz zugeflogen. Ich schau mir das noch an. Allerdings hat meines Wissens Machno bis zum 22. Lebensjahr und seiner Verhaftung im Raum Saporoshje/Gulaipolje gelebt und gearbeitet, wenn ich nicht irre, erst als Landarbeiter, dann Maler und Eisengiesser. Dort wurde er meines Wissens auch verhaftet und dann nach Moskau gebracht.
Wenn er als Kind von Bauern, bis zum 17. Lebensjahr als Landarbeiter, dann Maler und Fabrikarbeiter tätig war, wieso sprach er dann nur Russisch, kein Kleinrussisch? Die Unterscheidung zwischen dem nördlich-nordwestlichen und südlichen „Kleinrussisch“ sowie dem „Ruthenischen“ stammt aus Werken russischer Geographen und Linguisten vor dem 1. Weltkrieg, nicht von mir 120 Jahre später.
Ich habe auch nicht behauptet, das mit Machno habe sich in der Westukraine abgespielt hat, eher in der Südukraine/Südwestrussland, wie ich angenommen hatte. Ich werde das mal weiter recherchieren.
Danke auch für diese Erläuterungen. Ich hatte in der Schule russisch gelernt und kann daneben mehr oder weniger gut tschechisch. Bei einem längeren Aufenthalt in Polen hab eich gemerkt, dass ich damit und bei beiderseitigem Willen in der Lage war mich langsam etwas ins polnische reinzuhören. ist also doch alles recht ähnlich wie bei den skandinavischen Sprachen (außer finnisch natürlich)
„ich hoffe, dass der Hass von ukrainischer Seite Russen gegenüber nicht in einen Hass von Russen gegenüber den Ukrainern mündet.“
Was man so mitbekommt an russischer „Propaganda“ ist stets die Rede von der Vernichtung der Nazis die den vom Westen unterstützten Maidan Putsch durchgeführt haben. In Russland werden die Ukrainer als „Brudervolk“ gesehen das man von den Nazis befreien muss.
Putin hat ja auch immer wieder betont, dass die „Militärische Sonderaktion“ anders verläuft als ein Krieg gegen Deutschland verlaufen würde, da die Ukrainer ein Bruder Volk seien.
Das dies vielleicht die russische Ethnie in der Ukraine (Don Bas, Odessa, Krim, Charkow) anders sieht auf Grund des „Bürgerkriegs“ und deswegen einen Hass auf die „Ukrainer“ hat wäre möglich.
Scheinbar gilt in Russland noch die Aussage von Stalin „Die Hitler kommen und gehen, dass deutsche Volk bleibt“.
Sprich man hat immer die jeweiligen Herrscher und ihre Armeen bekämpft aber nie das ganze Volk. Das lag und liegt vielleicht auch daran, dass Russland ein Vielvölkerstaat ist.
Selbst Medjew greift ja immer die „Herrschenden“ an und soweit ich es mitbekommen habe nie die anderen Völker. Wenn es heißt der Krieg gegen Deutschland würde ein anderer sein, ist da nicht die Rede vom deutschen als ganzem Volk.
Kleiner Nebensatz am Rande. Solange Russen und Deutsche friedlich zusammen lebten, ging es den Deutschen und den Völkern Russlands immer gut. Wenn es zu Kriegen – Sanktionen sind auch eine Form von Krieg – kam haben beide Völker gelitten wie Hunde.
Russen und Deutsche haben gemeinsam und auch jeweils eigenständig der Welt Kulturell viele Werke von Internationaler Bedeutung geliefert.
„Was man so mitbekommt an russischer „Propaganda“ ist stets die Rede von der Vernichtung der Nazis die den vom Westen unterstützten Maidan Putsch durchgeführt haben. In Russland werden die Ukrainer als „Brudervolk“ gesehen das man von den Nazis befreien muss.“
https://www.blaetter.de/ausgabe/2022/mai/dokumentiert-was-russland-mit-der-ukraine-tun-sollte
@Auto
Sehr geehrter Herr Heyden,
Ihrem Bericht möchte ich mal den „Beitrag“ der DGAP gegenüberstellen und würde mich freuen, wenn Sie hierzu eine Meinung hätten
https://laender-analysen.de/ukraine-analysen/327/verhandlungen-russland-ukraine-usa-theater-fuer-trump/?newsletter=Ukraine-Analysen%20327
PS
Besonderes Augenmerk bitte auf den Absatz
„……….Ohne echte Sicherheitsgarantien ist die Ukraine nicht bereit, irgendwelche Konzessionen gegenüber Russland zu machen. Nach den beiden Minsker Abkommen 2014 und 2015 hat die Ukraine regelmäßig einen Bruch des Waffenstilstands durch Russland erlebt und ist sehr skeptisch gegenüber einem Abkommen, dass keine klaren Sicherheitsgarantien beinhaltet.“
Ich persönlich bin wirklich sprachlos [was äußerst selten ist] im Angesichts von, ja was? Dreistigkeit? Skrupellosigkeit?
PPS
Ich persönlich finden noch eine Info aus dem fünften Absatz recht interessant. Dort heißt es
„Auf der US-Seite sind der Immobilienmakler Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Donald Trump Jared Kushner intellektuell und diplomatisch nicht darauf vorbereitet, mit der russischen Seite zu verhandeln.“
Jared Kushner ist ja ebenfalls in der Gaza-Frage sehr aktiv und hatte Monate vor dem Ethnozid (Völkermord?) bereits bei einem Vortrag an einer Uni davon geschwärmt, welches Geschäfts- und Immobilienpotential der Gaza-Streifen habe.
Hier sollen auch schon (ebenfalls Monate vor dem Gemetzel) Bebauungspläne existiert haben!
„Ich persönlich bin wirklich sprachlos [was äußerst selten ist] im Angesichts von, ja was? Dreistigkeit? Skrupellosigkeit?“
https://www.youtube.com/watch?v=tSiy5pl3Se4
https://www.google.com/search?q=igor+girkin+mh17+vkontakte
Gähn
zu Minsk 1+2
dann bezichtig der Schreiberling Dr. Merkel und Hollande der Lüge
https://tkp.at/2023/01/02/nach-merkel-auch-hollande-minsk-abkommen-sollte-ukraine-nur-zeit-verschaffen/
Vielen Dank für diesen Bericht, auch für den 1. Teil. Ich würde gerne mehr über und von den Menschen im Donbas erfahren.
Diese einseitige Berichterstattung der deutschen Medien, Aussagen der Politiker, sind so nervig. Gerade heute war diese einseitige Propaganda so was von schimm.
Danke, Ulbricht.
Aus dem Artikel von Overton „Was die Armadas Trumps vor Venezuela und Iran kosten“.
Raketen und Bomben wie die GBU-57 kosten jeweils Millionen ☆
Tut mir wirklich leid, aber Overton kann und möchte sich dieser Investition doch künftig ersparen.
Danke noch mal an „Ulrich Heyden“
Immer wieder gerne.👍💪✌
Der französische Ex-Präsident Sarkozy sagt, die Bevölkerung müsse abstimmen, ob sie zu Russland will oder zur Ukraine. Recht hat er, nur so lässt sich die Situation befrieden. Aber wie werden die denn abstimmen?
Die Russen sind durch regelrechte Bauwut aufgefallen, wie in Teil 1 zu lesen. Sieht man ja nicht ungern. Dann gibt es in Russland noch ausgeprägte Sozialleistungen, während in der Ukraine alles vom IWF beseitigt wurde. Zum Beispiel würde jede Frau pro Kind ein „Mutterkapital“ bekommen, so an die 6000 Euro pro Nase. Sprit und Energie sind spottbillig. Vom Materiellen her sind die Russen klar im Vorteil.
Aber von den Menschenrechten her? Frau Siwolap sagt nun exakt das Gegenteil dessen, was die Westpresse behauptet. Aber war diese denn vor Ort? Nein, sie saß ab 2014 in der Kiewer Blase und erzählte die Märchen des Regimes. Die Ostukraine war ein Schwarzes Loch, aus der bisweilen schlimme Dinge von Amnesty zu hören waren. Stepan Bandera hat seiner UPA die Vernichtung aller „Moskowiter“ befohlen. Ist das denn so erstaunlich, wenn die heutigen Bandera-Fans genau das umsetzen? Ich glaube Frau Siwalop.
Auch das ein Grund, warum es jetztr keinen Frieden gibt. Die Barbarossadeutschen müssten dann ihre zentrale Behauptung begraben und zugeben, dass sie seit 2014 gelogen haben. Also weiter Krieg.
Das auch.
Verdammt noch mal…Artur_C, wie machen sie das eigentlich einen derartigen Spagat hinzubekommen?
Ist kein Spagat. Ich bin in beiden Fällen gegen Nazis.
Die Israelis sind schlimmer als die Nazis und das hätte ich schon in den 80ern konstatieren können, als ich in Haifa war.
Es war mir nur irgendwie nicht bewußt, weil ich es damals noch nicht glauben konnte, Vielleicht weil ich noch zu jung war, aber im Nachhinein betrachtet ist es natürlich evident.
Nun, das waren wieder zwei sehr lesenswerte Beiträge von Herrn Heyden. Der liefert neben den Herren Bürger und Moser in meinen Augen die besten Beiträge hier. Gibt aber noch ein paar Stellen, zu denen ich ein paar Groschen reingeben möchte. Also der Reihe nach:
Da hätte ich doch gerne Herrn Heydens Definition von „modern“ zu gewusst. Damals waren die sicher modern – aber ein halbes Jahrhunderte alte Bauten jetzt noch so zu bezeichnen, erachte ich für etwas gewagt. Oder war mit „modern“ der Baustil gemeint?
Vielleicht bin ich aber auch von den hiesigen Zuständen verwöhnt, wo Ende der 80er Jahre gebaute Kliniken ein veritabler Sanierungsfall und „hochmoderne“ S-Bahn-Strecken zwei Jahre nach der letzten „Instandsetzung“ und fünf Jahre nach der „Eröffnung“ bereits reif für die „Generalsanierung“ sind. 🤷♂️
Das haben sie wohl von Nachtigall und Co. gelernt…
Oder Zivilisten. Ob solche, bei denen der Zinken nicht passte, oder solche, die das Pech hatten zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, spielt wie üblich keine Rolle.
Die beste Freundin einer russischen Bekannten von mir hat Teile ihrer Jugendzeit in Magnitogorsk bei ihrer Oma verbracht, bevor sie dann zum Studium umzog. „Äh – ja und weiter?“ Na – warum in Magnitogorsk, warum die Umzieherei, wo die Russen doch angeblich immer so ortstreu sind?
Na, ursprünglich stammte sie aus einem Örtchen nördlich von Mariupol. Als der Krieg begann war sie 14. Auf dem Nachhauseweg von der Schule wurde sie zwei Mal von Angehörigen des Bataillons „Schachtarsk“ angehalten (es gab neben Asow eben noch andere „Freiwilligenbataillone“ im Donbass, werte Leidmedien, und die waren nicht unbedingt weniger gruselig). Die Herren wollten etwas mit ihr „spielen“. Sie hat sich beides Mal mit Glück aus der Situation rauswinden können, nach dem zweiten Mal hat ihre Mutter dann gesagt, dass sie sich nicht auf ein drittes Mal Glück verlassen wollen. Und so musste sie die weite Reise – andere würden sagen: Flucht – zur Großmutter antreten.
Was ist das bitte für eine bescheuerte Frage?! Mit solchen Fragen wundert es dann aber nicht, dass der Diskurs (s.u.) ins Stocken geriet.
Was soll man denn darauf antworten? Ne, war alles easy-peasy? Komm, da gibt es bessere Einstiege und Fragen zu…
Da bin ich jetzt erstaunt, dass Herr Heyden so erstaunt ist. Denn er schreibt ja ein paar Sätze weiter:
Woher also das Erstaunen?
Bei der Beerdigung von Arsen Sergejewitsch Pawlow (Kampfname Моторола), dem Kommandeur der Volkswehreinheit „Sparta“, waren – unter Kriegsbedingungen! – im Jahr 2016 um die 50 000 Trauernde in Donezk auf den Straßen (Quelle: Anna Matwejewa, Through Times of Trouble). Heyden hat selbst von der großen Wertschätzung berichtet, die die klassischen Revolutionäre, die Anführer des „russischen Frühlings“, auch dann noch in der Donbasser Zivilbevölkerung genossen, als die Volksrepubliken längst unter die Kuratel des Kremls gestellt worden waren.
Rührt das Erstaunen also daher, dass zwölf Jahre Wirken der Kuratoren noch Erinnerungen an diese Anführer übriggelassen hat? Oder weil man nicht umhinkam, diesen Persönlichkeiten noch Widmung teilhaben zu lassen?
Ja, das ist eine Einstellung, die als absolut typisch gewertet werden kann für Menschen, die aus dem Wilden Süden stammen. Der Donbass war Jahrhundertelang ein Fluchtpunkt für Außenseiter und Aussteiger, wurde gerade zu Sowjetzeiten dann zum „Melting Pot“ diverser Identitäten, Ethnien und sonstiger Geschichten, die sich dort zum supranationalen Donbasser Sowjetmenschen vereinten. Diese Region war durchaus „weder Ukraine noch Rus“ wie der Dichter Domowitow schrieb und ist schon immer sehr stark von Eigenständigkeitsgefühlen und ausgeprägten Individualismus gekennzeichnet gewesen. Er war – und ist – eine Gegend, in der man anders lebt(e), denkt und andere Vorstellungen von Moral und Co. hat(te) (oder gar keine) als in den meisten Gegenden der russischen, ukrainischen oder sonstigen Sowjetrepubliken. Und als im Westen sowieso.
Im Donbass beispielsweise „imprisonment (…) is not taboo and people tend to consider spending time in prison an opportunity to enrich one’s personal experience, especially in one’s youth. Moreover, in Donbass, serving a prison sentence is considered the equivalent of serving in the military“,Osipian & Osipian schon vor zwanzig Jahren konstatierten (Quelle: dies. (2006): „Why Donbass Votes for Yanukovych: Confronting the Ukrainian Orange Revolution“, in: Demokratizatsiya, 14 (4): S. 495–517, hier: 498). Das Gefängnis kann für einen Rechtschaffenen durchaus der einzig wahre Platz sein, das wusste schon Thoreau. Und für einen Freien sowieso. 🤷♂️
Wenn dann selbst westliche oder westlich-geprägte Autoren wie Serhiy Kudelia über die Jahre nicht umhinkamen, festzuhalten, dass sich nur ein knappes Drittel der Donbasser überhaupt als ukrainische Bürger verstanden (Quelle: Kudelia, Serhiy: „Civil War Settlements and Conflict Resolution in the Donbas“, in: Marples, David R. (2022): The War in Ukraine’s Donbas: Origins, Contexts, and the Future, Budapest: Central European University Press, S. 205–225), die große Mehrheit dagegen „primarily identify themselves with their city or region“ und obendrein vornehmlich die verstärkte Integration und den verstärkten Austausch mit den benachbarten Regionen Russlands beziehungsweise des übrigen post-sowjetischen Raumes wünscht – ja, dann wird doch klar, warum die Studentinnen so antworteten.
Dann das hier… erst heißt es:
Ein paar Zeilen weiter:
Ja, was denn nun? Gespräch oder kein Gespräch? Oder war die Gelegenheit bloß formell gegeben – aber dann nicht wahrgenommen? Wegen komischer Einstiegsfragen? Naja, ist sicher kein spezifisch-russisches Phänomen, habe ich in Seminaren auch erlebt, wenn es mal Gäste gab und man mit denen oder dem Thema (oder beidem) nicht so viel anfangen konnte oder wollte oder draußen schönes Wetter war…
Ja so was kennt man dann auch aus dem hiesigen (Hoch)Schulblockunterricht. Wenn keiner Bock hat oder sich keiner traut oder beides, muss die Lehrkraft ran. Ist eher ein weiteres Beispiel, warum es weniger Schule in der Gesellschaft braucht. Ohne verschulten Kontext schwätzt sich’s leichter, dann muss auch niemand darauf achten, was Falsches zu sagen, weil der Pauker ja sonst Notenabzug geben könnte. 🤷♂️ Und auf die Noten müssen eben alle schauen. Nichts sagt bekanntlich mehr über einen Menschen aus, als seine (Schul)Noten!!1!
Und das nicht zum ersten Mal. Die Donbasser sind für viel zu viele der holden Galizier eben bloß „Vatniks“, Steppenneger, und weit unter dem hochzivilisierten arisch-galizischen Übermenschen angesiedelt.
Hm, wirkt auf mich irgendwie als ob diese Frau die Einzige war, die sich am Gespräch tatsächlich beteiligt hat. Gerade so oft, wie Herr Heyden die erwähnt. Ist das dann auch die, die rechts im Bild sitzt, dem Fotografen zugewandt? Der Rest wirkt ja eher wie „Es-ist-8.Stunde-und-ich-habe-echt-keinen-Bock-hier-zu-sein-wann-ist-die-Penne-endlich-aus-will-Smartphone-und-chill“.
Und kommt mir nicht mit, die waren eben alle traumatisiert oder der Gesprächsstoff so schwer. Wenn die traumatisiert waren – warum musste man denen dann überhaupt ein Gespräch aufzwingen? Weil eben (Hoch)Schule oder wat? Heute kommt der Herr Jorunalist, also brauche ich ein paar „Freiwillige“, die mit ihm schnacken? Und wenn die Freiwilligen dann nicht reden wollen, am besten gleich noch was so passiv-aggressiv-fordernd hinterhergelegt nach dem Motto „Hannah / Karsten / Sweta / Wadik, möchtest du nicht auch mal etwas zu der Debatte beitragen? Ein klitzekleines Bisschen vielleicht? Hm?“ *Lehrerblick* Vielleicht extrapoliere ich da zu viel von hier auf die russischen Verhältnisse – andererseits, so verschieden ist die (Hoch)Penne dort sicher auch wieder nicht. (Naturwissenschaften, Turnen werden freilich besser vermittelt und in Sozialkunde lernt man nicht so viel NATO-Scheiß.)
Abschließend – wo waren eigentlich die Studenten? Und Dozenten? Die Männer? Alle an der Front? Studiert / unterrichtet kein Typ mehr Jura (wäre ja mal ein Fortschritt!)? Kein Bock auf betreutes Diskutieren und es rechtzeitig geschafft sich zu drücken („Isch hab Periode / krankes Einhorn / GTA-Training, bin voll krass verhindert“)?
Die ganze Expedition – und da hat Herr Heyden ja eingangs darauf hingewiesen – ist eben auch ein gutes Stück weit eingebettet, „embedded“, gewesen. Das wird also auch vorgefiltert und das Präsentiergut ausgewählt, gerade unter Kriegsbedingungen, und das sollte man eben im Kopf behalten. Ist aber immer noch um Längen besser als die Berichte aus dem westlichen Empire of Lies.
Überwiegend von Russen bewohnt? Was für Russen? Ethnische Russen? Russländer? Russisch-sprachige? Russland-zugeneigte? Westipedia gab die drei größten Bevölkerungsgruppen laut Zensus 2002 so wieder:
Das ist ja schon ein Unterschied. Hat sich das in 20 Jahren gedreht? Sind die sich „Ukrainer“ nennenden alle weggegangen oder nennen die sich jetzt „Russen“?
Ja, kommt mir nicht mit: „Die verstehen sich eben irgendwie alle eigentlich als Russen“. Dann hätten sie nämlich direkt „Russen“ ankreuzen können. Warum dann das Trara? In anderen russischen Oblasten funktioniert das ja auch, dass man direkt ankreuzt, was man ist.
Naja, vermutlich wären auch, wenn man die Option „Donbasser“ hinterlegt hätte, damals wie gesagt 70 Prozent „Donbasser“ bei rausgekommen.
Ach, Herr Heyden, das Hochspielen hat doch nicht mit dem Verbot von 2014 angefangen. Auch nicht ab 2004 unter Juschtschenko nach dem ersten Maidan. Das Ganze ging schon gleich in den 1990ern los, Matwejewa hat in ihren Schriften ausführlich dargelegt, wie diese „policy of ‘Ukrainisation’“ anrollte und ablief – und was das für Spuren hinterließ. 20, 30 Jahre sind da durchaus eine lange, prägende Zeit. Katchanovski und andere aber das auch erörtert. (Hier übrigens sein neues Buch zum Gesamtthema). Und das sind ja westliche Autoren. Sie selbst haben das Thema auch schon vor 2014 begleitet und herausgearbeitet warum die Donbasser Janukowitschs Sprachengesetz begrüßten.
Ja, äh und warum das jetzt? Weil „pöse“? Weil nicht mehr en vogue? Weil wir jetzt jeden Scheiß der Zeugen Banderas nachmachen oder wat? Da hätte ich gerne mal eine Nachfrage zu gesehen.
Wenn selbst auf der Krim Ukrainisch-Unterricht laut Herrn Röper fortbesteht und auf der Krim signifikant weniger Ukrainer leben als im südlichen Donbass, hätte man erwarten können, dass das in Mariupol nicht anders gehalten wird. So ist das dann doch bloß ein Beispiel für die oben beklagte Politisierung von Sprache. 🤷♂️
Das klingt jetzt stark nach Gegenideologisierung. 👀
Die Eltern haben sie „dahin“ orientiert und jetzt haben wir sie eben „dorthin“ umorientiert.
Jo, danke da auch nochmals an die Oligarchen hinter Janukowitsch und Co., die neben dem Zentralregime in Kiew wirklich viel dafür getan haben, dass außerhalb der für bestimmte Anlässe (Fußball-EM) und Medien präsentierbar gebügelten Flecken, der Donbass dann so aussah wie er eben aussah. Hat der Röper auch darüber berichtet und Fotos bereitgestellt.
Freilich war der Donbass immer noch besser dran als das flache Land. Man kann sich ja auch auf gewissen Karten beispielsweise den Zustand der Straßen auf der Fahrt von Ungarn in die Ukraine anzeigen lassen. Ungarn ist kein Infrastrukturmusterländle, aber es wirkt wie eines, wenn man es mit den als Straßen getarnten Buckelpisten vergleicht, die einen bereits in Galizien erwarten…
Und genau das ist in meinen Augen eine so alte, aber leider in der RF weit verbreitete Fehlannahme. Dieses Aufspalten der Deutschen in „die paar Faschisten an der Spitze“ und das „arme deutsche Volk“ auf der anderen Seite. So lief es ja nicht! Gerade nicht im Donbass!
Dass nicht alle Deutschen Faschisten waren / sind, bedeutet ja eben nicht, dass die meisten bloß verführt / verlockt / schlafwandelnd oder sonst wie passiv waren. Der Nationalsozialismus war a) kein Sozialismus werte Rechte und b) kein „Diktat von oben“, sondern eine gesellschaftlich extrem tief verankerte – und so gewollte wie gewählte! – Bewegung. Millionen Deutsche haben ihn so stolz wie aktiv vorangetrieben und sie konnten da an lange vor 1933 in Deutschland existierende wie sukzessive genährte Phänomene wie Militarismus, Antisemitismus, Germanozentrismus, Nationalismus und sonstigen Dreck anknüpfen / aufbauen. Die Faschisten konnten nicht zuletzt deshalb überhaupt so schnell – und so breit! – Zulauf gewinnen (neben diversen systemischen Strukturen und Verfasstheit, die auch ihre Rolle spielten – das hier ist nur ein Teil des Mosaiks, wenn auch ein gewichtiges Puzzlestück).
Doch wenn man das nicht begreift, wird man die heutige Hostilität breiter deutscher Bevölkerungskreise auch weiterhin nicht begreifen. Und auch nicht zu den Wurzeln des Hasses und der Gewalt gelangen. Es gibt neben Rassismus und Co. in Deutschland einfach auch einen über Jahrzehnte, im Grunde von Generation zu Generation tradierten, Anti-Russismus. Eine spezifische Rassismus-Form, die bloß keinen juckt (Krohne-Schmalz hat dem immerhin ein Kapitel in einem ihrer Bücher gewidmet). Auch nicht in Russland wie mir scheint.
Doch dann bleibt gerade für russische Entscheidungsträger – wie einfache Leute – die deutsche Hostilität am Ende nur ein rätselhaftes „Aufkommen“, ein plötzlich vom Himmel gefallenes „Phänomen“, das man sich nicht so recht erklären kann – oder will. Statt etwas, das aus gewachsenen Strukturen hervorgeht. (In anderen westlichen Ländern existiert er ebenfalls, aber hier geht es eben um deutsches Wirken.)
Ja, aber doch nicht aus Menschlichkeit! Sondern weil die Deutschen die Gegend bis auf den letzten Kohle- und Erzkrümel leer saugen wollten, so wie sie fast ganz Europa am Ende leersaugten. Die haben alles zusammengerafft und gestohlen, was bei drei nicht auf dem Baum oder über die Grenz war. Ob Lebensmittel, Wein, Konsumgüter, Metalle, sonstige Ressourcen oder eben Koks. Kann man bei Mazower nachlesen. „Räder müssen rollen für den Sieg“ – und das Zeug „heim ins Reich“ bringen… Doch „gerafft“ hat natürlich immer nur „der“ gierige Jud‘. Projektion, Freunde, Projektion!
Weil nämlich das Metall und die Schlacke zu einem einzigen riesigen Pfropfen im Ofen erstarren, wenn das Ding mal ausgeht. Und das ist dann im Arsch. Das reißt man am besten ab und baut es neu wieder auf. Schon wenn man den Gustl nämlich für eine Generalüberholung korrekt runterfährt (Fachjargon: „Sauabstich“) verschlingt das Neuanblasen gerne mal Monate – und Millionen Ocken. Hunderte Millionen.
Rein technisch betrachtet wäre aber so ein Neubau für die Stadt und den Donbass eine Riesenchance. Moderne, effizientere Verfahren, vielleicht auch umweltschonender (Stichwort: der von Heyden erwähnte Smog) und auch noch Arbeits- und Studienplätze. Zieht Kaufkraft an, jedenfalls mehr als so ein Vergnügungspark – würde ich mal in den Raum stellen.
Aha. Ob das die ursprünglichen Volksrevolutionäre auch so sehen / gesehen hätten? Oder ist das nicht einfach ein guter Hinweis, dass anfänglich wirklich niemand in Moskau ein Interesse an einer Übernahme des Donbass hatte?
Betrachten „wir“ das doch mal so: Was soll man aus russischer Perspektive mit dem Donbass ökonomisch anstellen? Er ist nicht mehr der von 1989 geschweige denn der von 1939. Wenn er 1991 mit am Start gewesen wäre, wäre das eine andere Geschichte gewesen, aber so ist es nun mal nicht gelaufen. Man müsste jetzt also einerseits den ganzen Stadel wieder aufbauen, der a) durch das dreijahrzehntelange Runterwirtschaften ohnehin so dringend wie umfangreich Investitionen nötig hatte (obwohl er sich besser hielt als manch andere Region in der Ukraine und keineswegs ein bloßer „Rostgürtel“ war, im Gegenteil) und b) noch viel mehr Geldbedarf bekam mit dem Einsetzen der Kampfhandlungen und Einschränkungen ab 2014. Man muss andererseits zuschauen, wo man das Erz überhaupt herbekommt – das stammte klassischerweise aus dem Krywbass, doch ohne Kontrolle über diese Gegend (die aus russischer Sicht freilich strategisch notwendig wäre, schon aus ganz anderen Gründen als denen eines Stahlwerks) müsste man erst mal ausloten, wo, wie und zu welchem Preis man die Sutsche alternativ herbekommt. Obendrein auch noch sicher und effizient geliefert, effizient im neuen Werk verarbeitet und das Ganze ohne bestehende russländische Kapazitäten und Anlagen zu kannibalisieren. Noch was? Ja, Stichwort letztere: Wenn man dann die Industrie von Mariupol und Co. irgendwann neu hochgezogen hat, hätte man drittens mit solchen niegelnagelneuen Hochleistungsanlagen auch noch potentielle Konkurrenten für die bestehenden eigenen Kombinate an der Backe – nicht nur auf dem Export-, sondern auch noch auf dem Binnenmarkt! Nur – warum sollten die etablierten russischen Konzerne und Magnaten irgendeinen Anreiz haben aus Mariupol einen solchen Stahlgiganten zu machen, wenn sie stattdessen ihre eigenen Werke munter auslasten können? Die setzen sich doch nicht selbst in die Nesseln!
Kommt mir jetzt nicht mit der Ultralöschdecke „Patriotismus“. Das ganze Bubenstück erinnert doch an den Umgang mit den Betrieben in den „neuen Bundesländern“ – erst schlechtreden („DDR war marode! Alles Müll!“), dann ausschlachten, verscherbeln und am Ende die eigenen Stammwerke im Westen fett auslasten. Und hübsch den Profit einstreichen (abzüglich einiger Peanuts zur „Ossi-Bespaßung“).
Man müsste den ökonomischen Wiederaufbau der Region – unter den gegebenen Bedingungen – staatlich aufziehen – doch ist die RF eben keine Sowjetunion, sondern der Kreml neoliberal dominiert. Tja. Da gibt’s dann zwar neue Wohnblöcke (freut die russische Bauwirtschaft), neue Supermärkte (freut russische Lebensmittelkonzerne) und neue Hochschulen für IT, KI und Jus (freut den russischen Gesamtmarkt). Doch für den Rest? Für den gibt es wohl das hier:
Und das soll auch nur ansatzweise an die Einnahmen und Potentiale eines funktionstüchtig gemachten Stahlwerks heranreichen?! Azovstal und Co. haben doch Milliarden generiert – was für ein Vergnügungspark soll das werden, der das zu kompensieren vermag? Das Ganze riecht bloß nach Bespaßung und Ablenkung der verbliebenen Restbevölkerung. Ruhigstellung, wird vermutlich auch noch klappen. Aber das ist doch das Gegenteil einer seriösen industriepolitischen Zukunft für eine Region, die einstmals das industrielle Herz der Sowjetunion war.
Das ist für mich einfach nur ein weiteres Zeichen, dass man in Moskau diese Region als strategisch wichtigen Wirtschaftsraum gar nicht (aufbauen) will – sondern sie jetzt allenfalls nur weiter kontrollieren möchte, weil man sie nun eben an der Backe hat.
Naja, vielleicht kommend die anderen 23 348 Leute auch in Freizeitparks unter…
Aha! Da haben „wir“ es. Genau das ist nämlich das Stichwort. Das ließe sich alles wieder aufbauen. Es ist eben eine Frage der Finanzierung und der Interessen. Und somit des Wollens. Doch die Mehrheitsströmung der russländischen Regierung, insbesondere die neoliberalsten Vertreter (wie die edle Frau Notenbankerin), werden einen Teufel tun, sich künstlich Konkurrenz hochzuzüchten. Die machen lieber aus dem Donbass einen Freizeitpark. Da hätte Herr Heyden vielleicht mal noch zu nachharken können…
Toller Beitrag 💪✌, bester Beitrag, weil er mir neue Sichtweisen eröffnet und mich zum Nachdenken oder besser zum neu Überdenken bringt. 👍👍👍
Vor allem der Teil mit der Sichtweise auf das Gefängnis: „Das Gefängnis kann für einen Rechtschaffenen durchaus der einzig wahre Platz sein, das wusste schon Thoreau. Und für einen Freien sowieso“.
Da ergibt die Äußerung von Lanz, das jeder 2. Russe schon mal im Knast war, weil die Russen sowieso alles Kriminelle sind wieder Sinn.
Meinen Hochachtung
Genosse mit der Schaufel… ☆
Danke für die 💐! Auch wenn ich das mit der Schaufel nicht verstanden habe – oder meinen Sie das wegen Friedhof, Goths etc.? Ich kann sie aber beruhigen – ich buddle nichts aus, schlachte auch keine Katzen und steche mir ebenso wenig irgendwelche Ringe durch Nase, Ohren oder Gen Italien.
Ansonsten sind Herrn Heydens Beiträge – zumindest von der Kommentarzahl herbetrachtet – mal wieder völlig unter dem Radar durchgerauscht. Der erste hat vor allem gewisse Trolle angezogen. Un der Rest? Dem hat’s gefallen oder war es zu „lame“? Ich sag ja immer – die besten Artikel haben die wenigsten Kommentare. 🤷♂️