Atomkriegsgefahr steigt – und da ist auch noch das AKW Saporischschja

Test einer Iskander-M-Rakete. Bild: mil.ru

In Deutschland wird die Gefahr eines Atomkriegs gerne heruntergespielt, um die Ukraine weiter und stärker militärisch im Krieg gegen Russland zu unterstützen. Russland bzw. Putin werde keine Atomwaffen, auch keine taktischen, einsetzen, um nicht völlig isoliert zu werden, aber auch, um keinen amerikanischen Gegenschlag auszulösen. Das könnte ein Täuschung sein.

In den USA ist man da nicht so sicher, zumal wenn Russland bzw. Putin unter Druck gerät, wie das derzeit der Fall zu sein scheint, da die ukrainischen Truppen die gerade erst als russisch erklärten Gebiete wieder zurückzuerobern beginnen. US-Präsident Biden sagte auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Spendern in New York City am Donnerstagabend, dass die Gefahr eines Atomkriegs seit der Kuba-Krise noch nie so hoch gewesen sei: „Wir waren mit der Aussicht auf ein Armageddon seit Kennedy und die Kuba-Raketenkrise nicht mehr konfrontiert.“

Hintergrund ist die Möglichkeit, dass der russische Präsident, der erklärt hatte, russisches Territorium mit allen Mitteln zu verteidigen, den Einsatz von taktischen Atomwaffen anordnen könnte. Der tschetschenische Präsident Kadyrov, der mit seinen Milizen in der Ukraine aushilft und die Schwäche der russischen Armee kritisierte, forderte offen den Einsatz von Atomwaffen. „Wir versuchen herauszufinden, welchen Ausweg Putin suchen wird“, erklärte Biden, um nicht nur sein Gesicht nicht zu verlieren, sondern auch nicht erheblich Macht einzubüßen. Er kenne Putin gut genug, er keine Scherze mache, wenn er vom Einsatz taktischer Atomwaffen spreche.

Davor hatte der ukrainische Präsident Selenskij über eine Videoschaltung auf einer Veranstaltung des australischen Lowy Institute gefordert, stark auf die Annexion der ukrainischen Gebiete zu reagieren, was man 2014 versäumt habe. Damit meinte er nicht nur neue Sanktionen und regelmäßige militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine. Der Aggressor müsse verlieren, die Ukraine gewinnen. Er sagte:

„Was sollte die Nato tun? Unterbinden Sie die Möglichkeit, dass Russland Atomwaffen einsetzt. Aber was wichtig ist, ich appelliere noch einmal an die internationale Gemeinschaft, wie es vor dem 24. Februar war: Präventivschläge, damit sie wissen, was mit ihnen passiert, wenn sie eingesetzt werden. Und nicht umgekehrt – warten Sie nicht auf Russlands Atomschläge, um dann zu sagen: ‚Oh, seien Sie so gut und halten Sie diese von uns fern!‘“

Selenskij forderte die Nato nicht explizit zum Einsatz von Atomwaffen auf, aber zu nicht näher benannten Präventivschlägen, um schon die Drohung mit Atomwaffen zu unterbinden. Nun kann man rätseln, welche Art Präventivschlag der ukrainische Präsident gemeint haben könnte, klar ist aber, dass Selenskij weiter versucht, den Krieg zu eskalieren und die Nato mit in den Krieg zu ziehen. Er sagte überdies, dass Putin „sein eigenes Leben sehr liebt. Und ich denke, er versteht, dass er es nach dem Einsatz von Atomwaffen nicht mehr retten kann. Da bin ich mir sicher.“ Dann bräuchte es allerdings keinen Präventivangriff.

Allerdings will Selenskij, der sich täglich mehrmals mit Ansprachen und Interview äußert, keine militärischen Präventivschläge gefordert haben, sondern nur „preventive kicks“, gemeint seien Sanktionen. Es würde sich um einen Übersetzungsfehler handeln, den Russland ausgenutzt habe. Das sagte er gestern BBC, um gleich wieder die atomare Bedrohung ins Spiel zu bringen. Russland bereite die Gesellschaft auf einen Atomkrieg vor. Das sei sehr gefährlich, auch wenn Moskau noch nicht bereit sei, Atomwaffen einzusetzen.

Russland greift die Forderung Selenskijs natürlich gerne  auf. Kreml-Sprecher Peskow sprach von „einem Aufruf zum Beginn eines Weltkriegs mit unvorhersehbaren monströsen Folgen“. Nach der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharow, schüre „der Westen einen Atomkrieg“, Selenskij sei „ein Monster, dessen Hände den Planeten zerstören können“, Außenminister Lawrow sieht in der Forderung eine Bestätigung für die Notwendigkeit der „Sonderoperation“.

Mit der Drohung vor dem Einsatz von Atomwaffen heizt aber auch Russland die Situation an. So warnte etwa der russische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Anatoly Antonov, Ende September Moskau sei bereit, die territoriale Integrität und die Bevölkerung mit allen Mitteln zu verteidigen. Das gelte auch für die Krim und neuen annektierten Gebiete. Der russische Präsident drohte in seiner Rede zur Teilmobilmachung auch mit dem Einsatz aller Waffen: „Das ist kein Blöff.“

Sacharowa erklärte aber auch, Russland hänge weiter dem Prinzip an, dass ein Atomkrieg nicht geführt werden darf. In einem solchen Krieg gebe es keine Gewinner. Sie warf aber dem Westen vor, die „nukleare Rhetorik“ zu verstärken. Auch die USA halten sich den Einsatz von Atomwaffen offen und schließen einen Ersteinsatz nicht aus. Dazu kommt Polen, das eine nukleare Teilhabe von Washington wünscht, also Atomwaffen im Land.

Gefährliches Spiel mit dem AKW Aporischschja

Aber es geht nicht nur um die vorerst rhetorische Eskalation eines Atomkriegs, für den weder die USA noch Russland Vorbereitungen getroffen haben, sondern auch weiter um das gefährliche Spiel um das von Russland besetzte AKW Saporischschja, das Russland verstaatlichen will und das immer wieder unter Beschuss steht. Nach der IAEA wurde am Donnerstag durch Beschuss eine Stromleitung in einem Industriegebiet nahe des AKW zu Reaktor 6 beschädigt. Der Strom fiel zeitweise aus, es mussten Dieselgeneratoren angeschaltet werden, das Kühlsystem des Reaktors sei aber nicht betroffen gewesen. Schon zum zweiten Mal sei die Stromverbindung zu dem Reaktor unterbrochen worden.

Wie immer beschuldigen sich beide Seiten, für den Beschuss verantwortlich zu sein, der zu einer Atomkatastrophe führen kann. Die IAEA hat nur die Schäden festgestellt. Zu vermuten ist, dass der Beschuss vorwiegend von ukrainischer Seite ausgeht, um russische Stellungen zu treffen, von denen aus Ziele am von Kiew kontrollierten Westufer beschossen werden, und zu demonstrieren, dass Russland die Sicherheit nicht gewährleisten kann und dass die Gefahr einer Atomkatastrophe durch die russische Besetzung droht. Kiew spricht von nuklearer Erpressung der Welt und Terrorismus durch Russland, aber möglich ist eben auch, dass die Ukraine damit eine nukleare Erpressung ausübt, um u.a. mehr militärische Unterstützung zu erhalten und Russland als Terrorstaat zu erklären. Sacharowa erklärte, die Ukraine wolle das AKW zur „schmutzigen Bombe“ machen. Neben der Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen ist der Kampf um das AKW auf jeden Fall ein hohes Risiko, weil die Eskalation jederzeit außer Kontrolle kommen kann.

Gestern wurden die zwei IAEA-Beobachter im AKW gegen vier neue ausgetauscht. IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi war gerade wieder in Kiew und versucht, eine Sicherheitszone um das AKW einzurichten. Die Aneignung des AKW durch Russland bezeichnete er als völkerrechtswidrig. Nächste Woche wird er nach Russland fahren. Die Aussichten dürften schlecht sein. Russland wird das AKW nicht räumen, Kiew  verlangt eben dies. Gerade hat der ukrainische Präsident in einer Video-Ansprache vor dem Europäischen Rat wieder die „Entmilitarisierung“ des AKW gefordert. Es seien jetzt 500 „russische Terroristen“ auf dem AKW-Gelände. Der Rückzug  der russischen Truppen sei notwendig, damit die Ukraine Strom nach Europa exportieren könne. Das sei „fundamental wichtig für unsere Nachbarn im Winter“. Und nur die ukrainischen Spezialisten könnten die Sicherheit des AKW garantieren.

Der ukrainische Energieminister Herman Galushchenko betonte ebenfalls die Bedeutung des Stromexports. Die russischen Soldaten und Mitarbeiter von Rosatom müssten sich zurückziehen oder der Schutz müsste durch die Vereinten Nationen oder eine internationale Organisation gewährleistet werden. Es könnte aber auch sein, dass es eine schnellere militärisch Lösung gebe. Russland hatte nicht nur von zurückgeschlagenen Angriffen ukrainischer Truppen vor dem IAEA-Besuch berichtet, sondern sagt, die Ukraine würde weitere Angriffe vorbereiten oder eine Überflutung des AKW planen. Damit würde die Ukraine, falls dies zutreffen sollte, eine atomare Katastrophe riskieren. Das hatte allerdings Russland bereits, als das AKW militärisch besetzt wurde, wobei auch Kämpfe stattfanden.

Nach Russland habe ein Beschuss von ukrainischer Seite einen Blackout in der nahe dem AKW gelegenen Energodar ausgelöst. Angeblich hätten ausländische Kämpfer einen Angriff begonnen. Sie seien aber zurückgeschlagen worden.

Könnte Putin mit dem Einsatz von Atomwaffen reüssieren?

Dan Goure vom Lexington Institute schreibt in National Interest, dass die Eskalation des Kriegs Putin dazu bringen könnte, Atomwaffen einzusetzen. Auch wenn dies nur zur Demonstration oder Warnung geschehe, könne er damit gewinnen. Die westliche Unterstützung von Kiew werde schwinden, weil man nicht in einen Atomkrieg hineingezogen werden will. Das könne auch zum „Kollaps der Nato-Allianz“ führen:

„Es ist so gut wie sicher, dass die NATO nicht mit einem gleichwertigen Nuklearschlag reagieren würde. Jeder, der wie ich in den letzten Jahrzehnten an hochrangigen Kriegsspielen der USA oder der NATO teilgenommen hat, bei denen die andere Seite Atomwaffen gegen uns eingesetzt hat, ist zu der Erkenntnis gelangt, dass es äußerst schwierig ist, Washington – geschweige denn das NATO-Bündnis – zu einer entsprechenden Reaktion zu bewegen, selbst wenn US-Streitkräfte oder NATO-Truppen das Ziel eines solchen Angriffs sind. Sofern es sich nicht um einen massiven Angriff handelt, entscheiden sich die Teams, die die US-Regierung und die NATO-Staaten vertreten, fast immer für eine verstärkte konventionelle Kampagne oder geben nach.“

Goure verweist auf ein Interviw mit Putin aus dem Jahr 2018, in dem er gefragt wurde, unter welchen Bedingungen er Atomwaffen einsetzen würde:

„Wenn jemand beschließt, Russland zu zerstören, dann haben wir das Recht, darauf zu reagieren. Ja, für die Menschheit wird es eine globale Katastrophe sein, für die Welt wird es eine globale Katastrophe sein. Aber dennoch möchte ich mir als Bürger Russlands und als Oberhaupt des russischen Staates die Frage stellen: ‚Wozu brauchen wir eine solche Welt, wenn es dort kein Russland gibt?’“

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23 Kommentare

  1. Manchmal fragt man sich, wo Rötzer seine logische Urteilskraft hinsteckt, in manche Aussagen in diesem Text jedenfalls nicht.

    „Das gelte auch für die Krim und neuen annektierten Gebiete. Der russische Präsident drohte in seiner Rede zur Teilmobilmachung auch mit dem Einsatz aller Waffen: ‚Das ist kein Blöff.‘ “ Putin wich in dieser Rede kein Yota von der russischen Atomeinsatzdoktrin ab, so wie sie seit einigen Jahren gilt. Der Einsatz von Atombomben, gleich welchen Kalibers, kommt demnach nur in zwei Fällen in Frage – bei einem atomaren Angriff auf Russland und bei einem konventionellen, der für Russland existenzgefährdend ist. Seine Ausführungen waren eine Warnung an den Westen, es soweit kommen zu lassen. Die Interpretation, es handle sich um eine Androhung eines proaktiven Einsatzes atomarer Waffen ist eine bösartige. Die message lautete, ‚wenn ihr gewisse Grenzen überschreitet, werden wir nicht zögern, dies auch zu tun‘. Nicht mehr, nicht weniger.

    In Wirklichkeit sind es in erster Linie westliche Stimmen, die von präventivem Atombombeneinsatz schwadronieren. Richtig ist aber, dass Russland die Eskalationsdominanz hat, womit ich zu einem zweiten Punkt komme, den Rötzer ausblendet. Gegenwärtig wird das russische Angriffspotential massiv ausgeweitet. Dafür gibt es unzählige Belege. Und gelegentlich wird dieses Potential in Anschlag gebracht, davon kann man fest ausgehen. Inzwischen lässt man die Ukrainer weiter Pyrrhus-Siege erringen, bei denen sehr viel Menschen und Material verloren gehen, während die Russen an vielen Stellen hasch mich spielen und sich angesichts einer Übermacht zurückziehen, so ihre Verluste auf ein Minimum beschränken. Dies ist eine vorübergehende Phase. Sobald die massiven Verstärkungen in Stellung sind, wird der dann noch existente Rest der ukrainischen Armee aufgerollt. Und das ist dann der Moment, in dem westliche Verzweiflungstaten zu befürchten sind. Zumal die westlichen Bevölkerungen zunehmend unruhig werden, da ihnen schwant, dass sie die Opfer eines ungewinnbaren Wirtschaftskrieges sind. Wie vorauszusehen, gewinnt die AFD stetig an Zustimmung ohne auch nur einen Finger zu rühren. Der Rechtsrutsch geht weiter.

    „Das hatte allerdings Russland bereits, als das AKW militärisch besetzt wurde, wobei auch Kämpfe stattfanden.“ Eigentlich nicht, das AKW und die ganze Region wurden innert Tagen, um nicht zu sagen Stunden erobert, was wohl auch mit einer zu einem beträchtlichen Teil sympathetischen Bevölkerung zu tun hat.

    Natürlich ist es nicht ‚vorwiegend‘, sondern ausschliesslich die Ukraine, die das AKW angreift. Sie hat ein Interesse an einem atomaren Zwischenfall, Russland nicht. Kiew weiss, dass das Kraftwerk nie mehr in ukrainischen Besitz zurückgelangt, warum es also nicht beschädigen?

    Die Biden-Äusserung, die nun überall herumgereicht wird, ist eines Tronalds würdig. Nicht nur bezüglich Atomwaffen ist sie eine freche Lüge, er entblödete sich nicht, noch zwei drauf zu setzen, behauptend Putin habe mit dem Einsatz von chemischen und biologischen Waffen gedroht. Das ist auf unterstem Stammtischniveau. Die usa sind übrigens das Land, das seine Chemiewaffenvorräte immer noch nicht vollständig vernichtet hat.

    In der Tat steigt die Gefahr einer dramatischen Eskalation. Dagegen würden Verhandlungen helfen, zumindest Zeitgewinn bringen. Leider aber wollen auch in Deutschland viel zu viele den Krieg. Sie glauben wohl, eine alte Rechnung begleichen zu können. Eine Form von Umnachtung.

    1. Da gibt es nichts zu ergänzen.
      Der Autor bleibt starr auf der beiderseitigen Schuldzuweisung, ganz der NATO -Tradition linksliberaler Kräfte verpflichtet, kann nicht über seinen Schatten springen.
      Außerdem täuscht ihn seine militärische Unkenntnis. Er kann sich eine Eskalation von russischer Seite in eine höhere Stufe nicht vorstellen, sondern nur vom jetzigen sein niedrigen Niveau in das höchste. Daß es dazwischen Stufen der konventionellen Ebene gibt, ist ihm unbekannt.
      Wenn er schon fleißig überall abschreibt, sollte er seriöse fachliche Einschätzungen von Scott Ritter und Jaques Boud unbedingt beachten.

    2. Danke für die Anmerkungen. Was der Westen und seine Experten wissen, aber nie richtig aussprechen, ist, dass die Russen keinen Krieg führen wie die Amerikaner, dass somit zwischen der Art, wie der Krieg aktuell von Russland geführt wird und einem Atomkrieg, noch viel konventionelles Eskalationspotential besteht. Es ist eben kein Vernichtungskrieg, nicht mal ein konventioneller a la NATO/USA.

      Ich fürchte auch, dass die Feuerwalze über einige ukrainische Landstriche demnächst das dritte Mal hinweggehen wird. Die gegenwärtige Schwäche der Russen resultiert lediglich aus dem Nachkarten des Westens und das wird jetzt wieder ausgeglichen.
      Für Europa verheißt all dies nichts Gutes. Beispiel: Noch konsumieren wir die unter alten Bedingungen erzeugten Lebensmitteln, aber wie wird es nächstes und übernächstes Jahr aussehen, wenn die Lebensmittel die hohen Energiekosten beinhalten?

      1. „Ich fürchte auch, dass die Feuerwalze über einige ukrainische Landstriche demnächst das dritte Mal hinweggehen wird.“

        Dieser fromme Wunsch verrät dich. Analog zu jedem Dödel, der sich hoffnungsvoll hinter die NATO-Macht stellt, forderst du von der Kreml-Führung, daß sie zu *deinen* Gunsten Ukrainer in Massen als Sündenböcke für den NATO – Krieg schlachtet, obwohl du richtig fest stellst, daß sie dies bis zur Stunde abgelehnt hat.

    3. An dieser Stelle mag ich das Florian-bashing nicht unkommentiert lassen.

      Falls Du selbst nicht bemerkt haben solltest, daß die politische Macht – im Unterschied zur militärischen – die den Russlandkrieg führt, die NATO ist, nicht die USA, auch nicht USA und UK zusammen (Peter Decker hat das in „Deutschland will den Krieg“ gerade ausbuchstabiert), so hat es Dir der oberste Heerführer, den Du verteidigst, jüngst bewiesen – ja, bewiesen – indem er anläßlich der Annexionen verkündet hat, gegen wen und was er – auf den es an dieser Stelle ankommt – Krieg führt: Ein kolonialistisches Imperium und seine politische Kultur.
      Doch die NATO hat nominell nicht die militärische Macht, den Russlandkrieg zu führen, woran Peter auch erinnert hat, denn die Generäle haben nicht das Kommando über die Abschreckungsmacht, die sie der RF entgegen setzen. Über die verfügt nominell nur der amerikanische Präsident, bzw. Vizepräsident und notfalls der politische Chef des Pentagon.
      Folglich drücken Bidens Worte einfach aus, was sie sagen, nämlich dass ihm, dem Präsidenten, das politische Kommando über die Abschreckungsmacht der NATO entzogen worden sei. Die Lüge hinsichtlich Bio- und Chemiewaffen taugt genau dazu, diese Auskunft unzweideutig zu machen. Denn ob sie ihm diktiert wurde, er an sie glauben will, oder ob er sie selbst ersonnen hat, der Mitteilungsgehalt dieser Lüge bleibt derselbe.
      Logisch oder nicht logisch?

      Wenn das so ist, dann ist seit Putins Rede, spätestens aber nach Bidens mittelbarer Replik, die Bedingung eines russischen Nuklearwaffeneinsatzes erfüllt, die Du zitiert hast, und es steht lediglich die Entscheidung aus, welches Mass an Verlusten die militärpolitische Führung der Russischen Föderation noch dulden zu können oder zu sollen glaubt / meint / befindet, bevor sie nuklear zuschlägt.

  2. ….“Der Aggressor müsse verlieren, die Ukraine gewinnen………. allerdings will Selenskij, der sich täglich mehrmals mit Ansprachen und Interview äußert, keine militärischen Präventivschläge gefordert haben, sondern nur „preventive kicks“, gemeint seien Sanktionen. Es würde sich um einen Übersetzungsfehler handeln, den Russland ausgenutzt habe.“

    Selenskij wurde nicht falsch verstanden, sondern hat nicht vorrausblickend verstanden wie seine Äußerung aufgenommen wird, die absolute Mehrheit der Bevölkerung im „Westen“ will nicht in einen Atomkrieg ziehen, für eine „Shithole-Society“ wie die Ukraine. Seine PR-Berater versuchen jetzt wieder ihn als „everybodys darling“ ins Licht zu rücken.

    ….“Wie immer beschuldigen sich beide Seiten, für den Beschuss (auf das AKW Saporischschja) verantwortlich zu sein, der zu einer Atomkatastrophe führen kann.“…

    Die Behauptung, das seit über zwei Monaten ein AKW in Europa militärisch angegriffen werden kann, ohne das z.B. die Bundesregierung eigene gesicherte Erkenntnisse darüber erlangt hat wer diesen Beschuss verursacht, ist für mich hier der eigentliche Skandal, neben dem, das die Bundesregierung nie eine mögliche oder belegbare Verantwortung der ukrainischen Seite für diesen Beschuss verurteilt hat.

  3. Ich fürchte, dass der Westen zuerst Atomwaffen einsetzen muss, wenn sie die Eroberung der Ukraine aufhalten wollen, verhindern können sie es damit nicht. Russland hat, auch wenn die Bilder etwas anderes zeigen, es bislang vermieden Zivilisten zu töten, auch die Infrastruktur ist für solch einen Konflikt immer noch verwendbar. So wie ich die Lage einschätze, wartet Putin nun auf den Winter. Es ist davon auszugehen, dass die Ukraine eine massive Offensive der Russen nicht aufhalten kann. Biden hat sinngemäß gesagt, Putin darf den Krieg nicht gewinnen, er wird alles tun, um das zu verhindern. Jetzt kommen einige „würde“, weil der Blick tief in die Spekulationskiste geht. Betrachten wir es als Prognose.

    Ich kenne die Vereinbarungen zwischen den USA und Russland nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Russland einem begrenzten Atomkrieg in Europa zustimmen würde, weil es ihre Haustür wäre, wo der stattfinden würde. Sollte nun also Kiew tatsächlich in Bedrängnis geraten, könnten die USA sich genötigt sehen das atomar zu verhindern. Da dieser Erstschlag in der Ukraine stattfinden würde, ist es zweifelhaft, ob Russland darauf ebenfalls Atombomben einsetzen würde. Schließlich ist die Ukraine nicht Russland und Russland würde mit den Einsatz von Atombomben Zivilisten töten und bei einer Kaugummifront kaum etwas gewinnen. Ob die USA das innenpolitisch überleben bleibt abzuwarten, schließlich ist die Bevölkerung nicht so wahnsinnig wie ihre Administration. Daher werden sie Lügen müssen, um den Einsatz der Bombe zu erklären, vermutlich werden sie behaupten, dass die Russen es waren, auch wenn sie gerade dabei waren zu gewinnen, das Muster ist inzwischen bekannt. Nichtdestotrotz quid pro quo, die Russen hätten dadurch einen Freischuss und wo und wer den abbekommt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls würden sich die USA damit in eine sehr unbequeme Lage bringen, da nicht nur die Welt sie dafür ächten würde, sie müssten auch jederzeit damit rechnen, dass Russland ihnen eine Atombombe auf dem Kopf wirft, wenn sie wieder einen Angriffskrieg führen. Allerdings bin ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass diese Phase der US Außenpolitik vorbei ist. Sie haben offenbar die Welt genug destabilisiert, um ihre Pläne nun umsetzen zu können. Sie haben den Nahen Osten destabilisiert, um damit wie beim Billard die EU, durch die Flüchtlinge, zu destabilisieren. So können sie nun die EU ausplündern, in dem Knowhow und Wirtschaftsleistung in die USA übertragen wird.

    Damit ist der Weg frei für ihren eigentlichen Feind und das ist China. Den Anfang macht ein Wirtschaftskrieg, dafür fahren sie die Wirtschaft hoch und opfern die EU. Bis China durch Hungersnot und Kaufkraftverlust soweit geschwächt ist, dass es militärisch besiegbar erscheint. Aber vielleicht müssen sie sich diesen Klotz am Bein gar nicht antun und es reicht, China die Basis für die Versorgung ihrer Bevölkerung zu nehmen. Es sind schließlich täglich sehr viele Mäuler zu stopfen, bleibt der Nachschub aus, wird sich das Land von innen heraus zersetzen. Europa wird dann nur noch als Absatzmarkt interessant sein, auch wenn Europa sich das dann nicht mehr leisten kann. Die sogenannte „Freundschaft“ zur USA wird in der ehemaligen EU keine blühenden Landschaften hinterlassen. Aber selbst wenn die EU auseinandergebrochen sein wird, werden sie Deutschland nicht aus ihren Klauen lassen, dafür ist ihr Flugzeugträger in Europa zu wertvoll. Notfalls werden sie das militärisch durchsetzen und unsere Politik wird das ganz toll finden, schließlich können sie ihren Verrat nur so aufrecht halten. Sie werden aber Deutschland ganz schnell wieder wirtschaftlich aufbauen. Die Umwelt spielt dann keine Rolle mehr, schließlich heißt der neue alte Feind Russland.

    Fazit
    Da scheint jemand in den USA leidenschaftlich gerne Billard zu spielen.

    1. „Ich kenne die Vereinbarungen zwischen den USA und Russland nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Russland einem begrenzten Atomkrieg in Europa zustimmen würde, weil es ihre Haustür wäre, wo der stattfinden würde. Sollte nun also Kiew tatsächlich in Bedrängnis geraten, könnten die USA sich genötigt sehen das atomar zu verhindern.“

      Noch so ein frommes Wunschpaket.
      Die NYT hat kürzlich durchgesteckt, der Russland-Krieg der NATO werde operativ von deutschem Boden aus geführt und vom SACEUR koordiniert:
      https://edition.cnn.com/2022/09/29/politics/pentagon-new-command-arming-training-ukraine/index.html
      Namentlich von Ramstein und Wiesbaden aus.
      Die NATO UND die EU-Kommission haben die deutsche Regierung zusätzlich offiziell aufgefordert, eine „Führungsrolle“ in der politischen Kriegführung einzunehmen.
      Deutlicher kann die NATO deutsches Territorium dem Kreml kaum als Ziel eines nuklearen „Befreiungsschlages“ anbieten.
      Aber Quer und Mehr, der bemerkt hat, daß der Krieg über Bande zumindest *auch* gegen Deutschland geführt wird, will darauf setzen, daß der westliche „Sheriff“ ein Schulhofbully ist, der mit rotem Kopf durchdreht, wenn irgendwas in der entfernten Ecke nicht rund läuft, statt zu schmunzeln, weil jeder Sieg in der Ukraine die RF näher an die NATO – Front rückt.

      Der Raum Frankfurt – Stuttgart liegt 1000 km östlich von Kaliningrad, wo vor Wochen Kinshals stationiert wurden, Wilhelmshaven / Bremerhaven, ein weiteres plausibles Ziel, 800 km. Weit genug, wenn man nicht erbittert mit 400 kt, sondern angemessen mit 100 kt oder weniger zuschlagen will.

      1. Russland wird die NATO nicht angreifen, solange die NATO nicht Russland angreift.
        Das der indirekte Krieg zwischen NATO und Russland von deutschen Boden organisiert wird, nun, von irgendwo aus muss die NATO das organisieren und da liegt Deutschland nun einmal auf der Hand, weil wir ein NATO Mitglied sind und zusätzlich auch noch die Sklaven der USA sind. Das passt also wunderbar zusammen, die USA kann hier nach Gutsherrenart ihren quasi Krieg führen. Die Russen, inzwischen muss man sagen, waren sehr deutschlandfreundlich. Die USA haben es geschafft, dass aus diesen freundschaftlichen Gefühlen inzwischen neutrale geworden sind und es wird nicht mehr lange dauern, dann entwickelt sich daraus ein Hass auf Deutschland. Damit wäre dann ihr Ziel erreicht. Das unsere Regierung eine „Führungsrolle“ übernehmen soll, passt dabei auch ins Bild. Unsere Regierung ist so blöd, dass sie nicht erkennen, dass sie als Sündenböcke herhalten sollen, um den Hass bei den Russen zu erzeugen. Denn was sollen sie denn „führen“? Sie haben nichts, sie können nichts, sie sind nur eitel, arrogant, gierig und eingebildet. typische Scheinriesen, eben perfekte Sündenböcke und die USA lachen sich über deren Blödheit kaputt. Ob sie dann wirklich ihren Ruhestand in den USA beenden dürfen, bleibt abzuwarten. Die USA waren diesbezüglich schon immer undankbare Gesellen, die wollen solchen nämlich auch nicht haben.

  4. „Sie haben den Nahen Osten destabilisiert, um damit wie beim Billard die EU, durch die Flüchtlinge, zu destabilisieren. “

    Sie haben den Nahen Osten durch Krieg destabilisiert um ihn durch Krieg zu destabilisieren und plündern zu können. Plündern lässt sich am besten, wenn der Eigentümer weg ist und woanders von irgendwelchen Vollidioten, „Wirtschaftsflüchtling“ genannt wird.

    1. Das war ein Nebeneffekt, damit haben sie es finanziert. Geopolitisch war aber vermutlich der eigentliche Grund Menschen als Waffe gegen die EU einzusetzen.

      1. Frankreich als Atommacht von China überholt ( Stand Jan.22 )

        Frankreich ist „nur“ noch viertstärkste Atommacht mit 290 Nuklearsprengköpfen.
        Das ist jedoch Nebensache, wenn unsere NACHBARN präventiv geplättet werden.

        England auf Platz 5
        https://www.derwesten.de/politik/liz-truss-atomwaffen-ansage-putin-boris-johnson-tories-premierministerin-id236362419.html

        Siehe auch Platz 1 und schlage nach unter:
        “ Großer vaterländischer Krieg 2.0 “

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36401/umfrage/anzahl-der-atomsprengkoepfe-weltweit/

        Hoffentlich hört das dumme Geschwafel zu “ begrenzten Atomkriegen“ bald auf !

  5. Ein Begrenzter Atomkrieg wurde ja schon gefüht. Und auch von einer Atommacht gewonnen. Wenn beide Seiten Atommächte sind gibt es auch keine Begrenzung mehr.

    Daß ganze läuft bei der ersten Thermonuklearen Explosion Automatisch ab. „Major Kong Rides The Bomb“ Eine nukleare Weltvernichtungsmaschine, á la Kubricks „Dr. Strangelove“ würde in der heutigen Welt anmuten wie ein übler Scherz.
    Ist aber kein Spaß Yippie Ya Yeah Schweinebacken!

  6. Gerade brennt die Krimbrücke. Ist jetzt Russland in seiner Existenz gefährdet, oder Putin?
    Oder wurde mal wieder geraucht wo Rauchverbot ist?

    1. Ein beeindruckender Präzisionsschlag, der sicher lange Vorbereitung brauchte. Mein Respekt.
      Die Wiederherstellung dürfte ein wenig dauern.

      phz

        1. Ottono, die russischen Medien melden den Vorfall zeitnah, siehe:

          Rtde: 07:03 Uhr

          Brand auf Krim-Brücke: Verkehr vorübergehend gestoppt

          und zwar richtig, nachdem sie Informationen haben:

          09:09 Uhr

          Nationales Komitee zur Terrorismusbekämpfung: Ein Lastwagen auf der Krimbrücke in die Luft gesprengt

          Auf der Krim-Brücke sei ein Lastwagen in die Luft gesprengt worden, teilte das Nationale Komitee zur Terrorismusbekämpfung (NKT) mit. In der Erklärung heißt es:
          „Heute um sechs Uhr sieben Minuten ereignete sich auf dem Straßenabschnitt der Krim-Brücke von der Seite der Halbinsel Taman aus eine Lkw-Explosion, bei der sieben Kraftstofftanks eines in Richtung Krim-Halbinsel fahrenden Eisenbahnzuges entzündet wurden.“
          Nach Angaben des NKT stürzten zwei Fahrzeugfelder der Kreuzung teilweise ein. Der Bogen über seinem Landteil sei nicht beschädigt worden.
          Die Behörden der Krim hatten zuvor erklärt, dass es keine Verletzten gegeben habe. Nach Angaben des Leiters des Gebiets, Sergei Aksjonow, habe eine Sichtprüfung ergeben, dass eine Autolinie der Brücke – von Kertsch nach Taman – intakt ist.
          Der Verkehr auf der Brücke wurde eingestellt, die Schifffahrt in der Meerenge geht weiter. Die Behörden haben den Fährübergang für den Start vorbereitet und zwei provisorische Parkplätze für Autofahrer in der Nähe des Dorfes Iljitsch und an der Abzweigung Taman-Wolna in der Region Krasnodar eingerichtet.

          Auf jeden Fall wird der sich dort informierende nicht wie von den wertewestlichen MSM „verarscht“. Als Beispiel: Der Russe beschießt sich und sein KKW selber und das auch noch mit NATO-Munition.

          Ottono, glaubst du diesen Quatssch der deutschen Medien mit dem russischen Selbstbeschuss des KKW´s?

          1. Ich hätte nicht geglaubt, dass sich die Russen die Brücke unter ihrem Hintern wegsprengen lassen.
            Also ist egal was ich glaube. Fakt: Russland steht schon wieder blamiert da.
            Wie lange kann sich ein Land solch eine Führung erlauben, die von einem Misserfolg zum andern taumelt?

  7. Wenn man nicht in der Lage ist, auf die „kleine Dinge“ richtig aufzupassen, sollte man den Ball über so was, wie den Einsatz von Nuklear Waffen, flacher halten.
    Im Moment wurde der Betrieb der Krim Brücke durch Brände nachhaltig gestört. Weder ein Auto noch Bahn Betrieb ist zur Zeit möglich. – Der Verdacht liegt wieder mal sehr nahe, das westliche Dienste da Regie geführt haben.

    https://t.me/opersvodki/9539

    Der Feind schlägt bekanntlich immer an der Stelle zu, die vorher über jeden Zweifel erhaben war. (alte Binsenweißheit)

    1. Wer sich die Sache etwas ausführliche betrachten will,…. den folgenden Link mit Google Chrome öffnen und dann im Kontextmenue “ Auf deutsch übersetzen “ anklicken
      https://ria.ru/20221008/most-1822415086.html

      Das ist kein kleiner Schaden, denn Putin hat schon sofort eine „staatliche Ermittlungsgruppe“ berufen.
      Der Fährbetrieb ist inzwischen auch schon wieder angefahren worden.

      Das war dann wohl ein spezielles „Geburtstasgeschenk“ für Putin.

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