Antimilitarismus und „Volksaufstände“ von rechts?

Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989. Bundesarchiv, Bild 183-1989-1023-022 / Friedrich Gahlbeck / CC-BY-SA 3.0

Politik und Mainstream-Medien beschwören Gefahren, die der Republik im Herbst drohen: Protest gegen Krieg, Aufrüstung und Verelendung – ein einziges Werk des Rechtsextremismus?

 

Steht die Welt auf dem Kopf? Antimilitarismus und Antikapitalismus ein Werk rechter Maulwürfe, die berechtigte Ängste der Bevölkerung ausnutzen, um unsere „liberale Demokratie“ zu delegitimieren, ja zu unterminieren? Droht hier ein „heißer Herbst vor kaltem Winter“ (General-Anzeiger, 18.9.22)?

Die deutsche Innenministerin hat bereits kräftig in diese Kerbe gehauen und davor gewarnt, „dass diejenigen, die schon in der Coronazeit ihre Verachtung gegen die Demokratie herausgebrüllt haben, die stark steigenden Preise als neues Mobilisierungsthema zu missbrauchen versuchen“ (Junge Welt, 19.7.22). Dabei beschwor sie speziell die Gefahr, dass ein Bündnis „mit Rechtsextremisten“ zustande käme. Drei Tage später ergänzte Außenministerin Baerbock dieses Szenario und sah schon „Volksaufstände“ am Horizont auftauchen (FAZ, 22.7.22). Wenn Protest dann wirklich stattfinden sollte, ist jetzt bereits klargestellt, dass öffentlicher Einspruch so oder so – sogar wenn er aus der Mitte der Gesellschaft kommt – extremistisch und damit ein Fall für den Staatsschutz ist.

Grüne oder christliche Politiker wie Baerbock oder Merz werfen den Deutschen mittlerweile „Kriegsmüdigkeit“ vor. Und ein grüner Landeschef wie Baden-Württembergs Kretschmann weiß gleich, welche vom Ausland gesponserten Kräfte dahinter stecken: „In Wirklichkeit sind Sie nichts anderes als die Schoßhunde von Putin“, rief er im Landtag der AfD-Fraktion zu; die Partei führe sich „als fünftes Rad am Wagen eines Aggressors“ auf (Die Zeit, 20.7.22). Dabei missriet ihm im Gegeifer des Gefechts auch noch das Bild von der Fünften Kolonne, das von seinen demokratischen Kollegen bereits ausgiebig gegen diverse Kritiker des Kriegskurses in Stellung gebracht wurde.

 

Die AfD – die neue Protest- und Friedenspartei?

Natürlich wäre es lachhaft, in den Rechten und Rechtsradikalen eine antimilitaristische Kraft zu sehen – gelten bei ihnen doch (männliches) Heldentum im Einsatz für Volk und Vaterland und soldatisches Ethos bei der Abwehr auswärtiger Bedrohungen als höchste Tugenden, Opferbereitschaft für die nationale Sache selbstverständlich inbegriffen. Aber eins stimmt ja, „das rechte Lager in Deutschland und Europa sortiert sich neu, Zeitenwenden machen es erforderlich“, wie es in einer neuen Bestandsaufnahme zu den „Gestalten der Faschisierung“ hieß.

In den Analysen von Wolfgang Veiglhuber und Klaus Weber geht es um Figuren wie Peter Sloterdijk, die sich aus der Mitte der Gesellschaft heraus oder quer zum Links-Rechts-Schema zu Wort melden, sowie um das altgediente Schreckgespenst einer „Querfront“ der diversen Extremismen. Von Thilo Sarrazin (Ex-SPD) bis Jürgen Elsässer (Ex-Konkret) ist hier ja ein auffälliges Spektrum zu verzeichnen, das mittlerweile durch die Proteste gegen die Corona-Diktatur befeuert wurde.

Ein besonderes Kapitel sind dabei die antikapitalistischen Töne, die man von rechts hört. Dazu hat Norbert Wohlfahrt jüngst die Studie „Revolution von rechts?“ vorgelegt. Ihr zufolge kann von einem rechtsradikalen Projekt, das den Kapitalismus abschaffen will, keine Rede sein. Aber eins stimmt auch hier: Im rechten Lager werden Elemente der marxistischen Kritik dafür benutzt, den Tatbestand einer in Klassen gespaltenen Gesellschaft gegen Marx – gegen den Gehalt seiner Analyse wie gegen deren politische Perspektive – in einen moralischen Auftrag umzudeuten. Der Klassengegensatz wird nämlich vom politische Idealismus einer durch die Kultur (früher: durch Blut und Boden) determinierten Volksgemeinschaft als eine definitive Herausforderung, als Notwendigkeit eines Säuberungs- und Kampfprogramms aufgenommen, das sich gegen antinationale Elemente und die Volksverräter an der Macht wendet.

Dass sich die AfD in gewisser Weise als neue Friedenspartei inszeniert, dass sie vor „Kriegsrhetorik“ warnt und die „Verelendung“ im deutschen Volk als Folge eines verfehlten Wirtschaftskriegs gegen Russland beklagt, kann man konstatieren. Nun mögen die Alternativdeutschen damit liebäugeln, bei der sich ausbreitenden „Kriegsmüdigkeit“ Stimmen abzugreifen, doch hat das in der Sache nichts mit Antikriegsprotest zu tun. Die AfD hat sich in einem „Positionspapier der AfD-Bundestagsfraktion zum Russland-Ukraine-Krieg“ zwar als Partei „Für Frieden“ vor-, dabei aber auch gleich klargestellt, wie das zu verstehen ist: Sie liefert brav im ersten Punkt eine Verurteilung des „völkerrechtswidrigen Angriffskriegs“ Russlands ab, um dann neben einer Forderung nach gezielteren Sanktionen „gegen Verantwortliche und Unterstützer des Angriffskrieges“ ein Friedensgesäusel üblicher (d.h. gestriger) Machart anzustimmen. Aber schon das – samt dem Wunsch nach Verhandlungen – qualifiziert sie als Putins fünfte Kolonne.

Man kann dagegen der Zustimmung der AfD zur deutschen Aufrüstung sofort entnehmen, womit man es bei dieser Partei zu tun hat. Deren Bundestagsfraktion hat ja der Rhetorik vom Aufrüstungsbedarf, von einer Bundeswehr, die sich „blank gemacht“ hat, von einer beklagten Missachtung des Soldatischen, wie sie Politiker von Baerbock bis Klingbeil mittlerweile auflegen, heftig zugestimmt.

Bei der Abstimmung über das sogenannte „Sondervermögen Bundeswehr“ am 3. Juni war die Partei im Bundestag zwar nicht geschlossen dafür, aber sie wartete gleich mit einem eigenen Antrag und richtete ihre Kritik auf die Modalitäten des Aufrüstungsbeschlusses durch Kreditaufnahme. Die AfDler wenden sich gegen unseriöse Haushaltspraktiken und fordern eine alternative Regelung zur Kontrolle des Sondervermögens, damit der deutsche Aufrüstungskurs solide finanziert wird.

 

„Brandreden“ eines selbstbewussten Nationalismus

So hat die AfD auch nichts an ihrer früheren Linie als „Soldatenpartei“ geändert. Das alles kann man jetzt in einer Publikation nachlesen, die Gerd Wiegel zum Frühjahr 2022 vorgelegt hat. Unter dem Titel „Brandreden“ dokumentiert er für jede Parlamentswoche von 2017 bis 2021 den zentralen Inhalt der Reden, die Abgeordnete der AfD in der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages hielten. Das Buch will zeigen, wie die Partei die parlamentarische Bühne gezielt nutzt, um über Provokation und Tabubruch ihrer Gefolgschaft zu beweisen, dass sie durch den Einzug in den Bundestag keineswegs zahmer geworden ist.

Das Material dazu ist eindeutig. Es belegt vor allem, wie die Partei daran arbeitet, das Nationalbewusstsein zu schärfen, während man in den tagespolitischen Sachfragen durchaus das Instrument des Pluralismus nutzt, sei es nun in der Rentenpolitik, bei der Pandemiebekämpfung oder – wie gegenwärtig – beim Vorschlag eines Verhandlungsfriedens mit Russland.

In der grundsätzlichen Beurteilung kann man Wiegel ohne Weiteres zustimmen, dass nämlich der Einzug der AfD in den Bundestag 2017 als drittstärkste Partei und größte Oppositionspartei eine Zäsur in der bundesrepublikanischen Parlamentsgeschichte bedeutet: „Was der neofaschistischen Rechten seit 1949 verwehrt blieb, gelang einer häufig mit dem Stichwort Rechtspopulismus bezeichneten Partei der modernisierten radikalen Rechten, die zwar viel Ballast der NS-Verherrlichung über Bord geworfen hat, sich ideologisch jedoch entscheidende Punkte der extremen Rechten zu eigen macht… Die parlamentarische und mediale Präsenz der AfD übertrifft damit alles, was die extreme Rechte nach 1945 in Deutschland jemals erreicht hat.“

Hier stößt man auch auf die Tatsache, dass reaktionäre Positionen, wie sie die AfD vertritt, schon immer zur Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland gehörten. Hinzu kommt, dass die Modernisierungspläne der AfD für den Standort Deutschland immer wieder Kompatibilität mit dem von den Alternativdeutschen sonst verteufelten „Parteienkartell“ aufweisen – was gegenwärtig ja in der Aufrüstungsfrage zu beobachten ist. So legte die AfD-Bundestagsfraktion 2019 ein Strategiepapier zur Bundeswehr vor. Darin wird deutlich, wie die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) erläuterte, wofür die Partei in Fragen des Militärs steht: „Die AfD möchte die Bundeswehr befähigen weltweit Einsätze durchzuführen. Dazu will sie noch mehr Geld ins Militär pumpen und auch alle NATO-Verpflichtungen erfüllen. Zudem soll die Wehrpflicht wieder eingeführt und ein Reservistenkorps, bestehend aus 50.000 Mann, gebildet werden. Insgesamt soll die Bundeswehr auf 230.000 Soldatinnen und Soldaten aufgestockt werden.“

Irgendwelche friedenspolitischen Aktivitäten, die sich gegen die offizielle Linie der bundesdeutschen Sicherheitspolitik gewendet hätten, waren auch in der 19. Legislaturperiode nicht zu verzeichnen. Wenn Kritik vorgebracht wurde, dann richtete sie sich darauf, dass die militärischen Aktivitäten nicht an erster Stelle das deutsche Interesse im Auge gehabt hätten, stattdessen auswärtige Nationalinteressen bedienten. So etwa beim Afghanistan-Einsatz, wo die Bundesregierung laut AfD-Gauland „erneut deutsche Soldaten zur Staatenrettung“ an den Hindukusch schicke, „während afghanische Flüchtlinge auf dem Ku‘damm Kaffee trinken, anstatt beim Wiederaufbau ihres Landes zu helfen“ (Sitzungswoche 21./22.11.17).

Dies war auch bei anderen parlamentarischen Interventionen zu diesem Thema die Leitlinie. MdB-Springer definierte z.B. für die AfD, worin hier das deutsche Interesse besteht: „Das Ziel Deutschlands muss es sein, den Flüchtlingsstrom aus Afghanistan zu stoppen und die in Deutschland lebenden afghanischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzubringen.“ (Sitzungswoche 14.-16.3.18) Dafür griff Springer dann auch noch auf ein Bismarck-Zitat zurück, demzufolge schon seit den Zeiten des alten Imperialismus dieses Stück Ausland „nicht die gesunden Knochen eines einzigen deutschen Soldaten wert“ sei.

Dieser Rückgriff auf die Kolonialära, als deutsche „Schutztruppen“ in Übersee unterwegs waren, ist übrigens typisch für die AfD. Die Partei ist nämlich dafür – siehe die Bundestagsdrucksache 19/15784: „Die deutsche Kolonialzeit kulturpolitisch differenziert aufarbeiten“ –, dass auch die ‚guten Seiten‘ dieses damaligen Auslandsengagements zur Sprache gebracht werden. Es sei z.B. daran zu erinnern, dass man Afrika „aus archaischen Strukturen“ gelöst habe, wobei es leider im Fall der Herero und Nama „unverhältnismäßige Härten und Grausamkeiten“ gab, was aber heute „keinen Anlass für Entschädigungszahlungen“ abgebe (Sitzungswoche 9.-11.12.19).

Heute soll nämlich etwas anderes anstehen: die Anerkennung der Opferbereitschaft deutscher Soldaten, wozu nicht zuletzt ein Verwundetenabzeichen bei der Bundeswehr eingeführt werden sollte (vgl. 19/15736). Wiegel kommentiert: „Verstärkte Sichtbarmachung des Militärs in der Gesellschaft und Anerkennung von Kampf und Männlichkeit als zentrale Tugenden ist das Ziel.“ Das stimmt, nur muss man hinzufügen, dass man das heute in jeder zweiten Rede der regierenden Politiker findet – mit dem feinen Unterschied, dass gegenwärtige die Warnung vor „Kriegsmüdigkeit“ auch im Namen einer „feministischen Außenpolitik“ vorgetragen wird.

Wenn also jetzt der ehemalige Law-and-Order-Minister par excellence, Otto Schily (erst Grüne, dann SPD), zum Schulterschluss mit AfD-Fraktionschef Chrupalla findet und vor „Bellizismus“ sowie einer „wirtschaftlichen Überforderung Deutschlands“ bei der Unterstützung der Ukraine warnt, dann eint diese Opposition das Bestehen auf dem Nationalinteresse Deutschlands. Und sie sind sich im Grundsatz auch mit einem SPD-Klingbeil einig, der in seiner programmatischen Rede vor der Ebert-Stiftung der Meinung war, „80 Jahre Zurückhaltung“ seien für Deutschland genug. Das ist genau das, was die AfD mit ihrem Angriff auf die deutsche Erinnerungskultur als „Schuldkult“  schon immer im Auge hatte: Eine selbstbewusste Nation macht endlich Schluss mit dem ganzen Erinnerungsgedöns und blickt nach vorn.

Und so ist das etwas gewagte Bismarck-Zitat, mit dem der AfD-Mann Kestner im Dezember 2019 seine Rede im Bundestag schmückte, heute im Grunde Allgemeingut: „Die Armee ist die vornehmste aller Institutionen in jedem Lande; denn sie allein ermöglicht das Bestehen aller übrigen Einrichtungen.“ Dazu steht die AfD in Treue fest – also hat ihr Gemecker über die Kosten der Freiheit, die Deutschland aufgebürdet werden, mit antimilitaristischer oder pazifistischer Opposition nicht das Geringste zu tun. Die Partei ist eher brandgefährlich, aber welche Partei, die zur Zeit etwas zu sagen hat, ist das nicht?

 

Nachweise:

Wolfgang Veiglhuber/Klaus Weber (Hg.), Wagenknecht – nationale Sitten & Schicksalsgemeinschaft. Gestalten der Faschisierung, Nr. 2. Hamburg (Argument) 2022.

Klaus Weber (Hg.), Sloterdijk – aristokratisches Mittelmaß & zynische Dekadenz. Gestalten der Faschisierung, Nr. 1. Hamburg (Argument) 2021.

Gerd Wiegel, Brandreden – Die AfD im Bundestag. Neue Kleine Bibliothek, Nr. 311. Köln (Papyrossa) 2022.

Norbert Wohlfahrt, Revolution von rechts? Der Antikapitalismus der Neuen Rechten und seine radikalpatriotische Moral – eine Streitschrift. Hamburg (VSA) 2022.

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23 Kommentare

  1. Alles wird ganz einfach, wenn man National-Sozialisten als das sieht, was sie waren: Sozialisten. Wir dürfen nicht vergessen, der Spruch vom „Haus Europa“ ist eine Erfindung der National-Sozialisten, genauso die Erfindung einer internationalen Armee (in der SS dienten Männer aus 30 Nationen), die Idee einer Einigung Europas unter deutscher Führung, die Einführung des ersten Mai als Feiertag, die gesetzliche Verpflichtung eine Unternehmenskantine zu haben, Kündigungsschutzgesetze für Schwangere und vieles mehr.

    Wenn Ideologie die Augen verklebt, sieht man die Realität nicht mehr.

    Zur AfD: Die Mitglieder der AfD bestehen zu 1/3 aus ehemaligen CDU-Mitgliedern, 1/3 ehemaligen SPD-Mitgliedern und 1/3 Parteilosen. Die AfD ist damit an der Basis eine Partei der bürgerlichen Mitte.

    An den linken Autor: Sie müssen keine Angst haben, dass die „Rechten“ einen heißen Herbst machen. Sie haben uns als „Rechtsradikale und Faschisten“ gebrandmarkt. Wir haben über 10 Jahre hinweg vor den katastrophalen Entwicklungen der linksextremen Bundespolitik und Medien gewarnt. Jetzt stehen wir am Spielfeldrand, grillen Fleischwürste und gucken zu, wie mal wieder eine linke Idee zusammenbricht. Ich gönne Euch die Katastrophe aus tiefsten Herzen. Ihr habt mein Land verraten, jetzt verrate ich Euch. Indem ich bei bei euren Rettungsversuchen einfach nicht mitmache. Ätsch. 🙂 Ihr braucht mich, meine Schaffenskraft, meine Steuern. Aber ich brauche euch nicht.

    1. An dem Kommentar ist soviel falsch, irreführend und extrem, nunja, kurz gedacht, da muss ich einfach antworten. Nein, die Nazis hatten, bis auf etwaiige Begrifflichkeiten nichts, aber auch gar nichts mit Sozialismus gemein – das wurde einfach genommen, um sich besser präsentieren zu können. Diese Nazis sind und waren einfach folgendes: Faschisten, welche sich und ihresgleichen per Geburt als auserkoren, und zu besserem/höherem bestimmt sahen, und sich dann über andere Menschen gestellt haben – gibt nen tolles Gefühl, ohne was geleistet zu haben, „besser“ zu sein – gelle 😉
      Und Faschismus ist folgendes; die höchste Form des (imperialistischem)Kapitalismus. Und die Faschisten kommen und kamen immer nur mit Hilfe der bürgerlichen „Mitte“, bzw. Schmarotzern und Kolloborateuren aus der Arbeiterschaft, an die Macht – niemand ist in friedlichen, nicht Krisen Zeiten so doof, dieser menschenverachtenden Ideologie auf dem Leim zu gehen – so sind zum Glück, meistens nur 10-15% einer Gesellschaft gepolt – der Rest macht dann eben mit, wenn er sich Vorteile davon verspricht mit den Wölfen zu heulen.
      Und diese jetzige Regierung hat mit links genauso viel zu tun, wie ihre Faschisten-sozialisten – gar nix. Das sind transatlantische Begehrlichkeiten und Vorgaben, welche da umgesetzt werden, ganz einfach – oder wollen sie mir tatsächlich die grüne „woke“ Bewegung als eine Linke Bewegung verkaufen…eieiei.

      1. „Diese Nazis sind und waren einfach folgendes: “

        Die Erklärung greift zu kurz. Einfacher wird es, wenn man „Faschisten sind politischen Gegner“ definiert. Sagt überhaupt nichts über Faschismus aus, ist aber die perfekte Definition um immer und überall Faschisten zu haben.

        Zur Zeit Mussolinis bedeutete „Faschist“ einfach nur Bündnis, neudeutsch Koalition. Und aus der Innensicht bedeutet Faschismus eine Gemeinschaft Gleichgestellter. „Das Blatt ist nichts, der Baum ist alles“ war damals ein beliebter Spruch. Aus Stalins Sicht waren die Sozialdemokraten Faschisten.

        1. Ok, prima-nun haben sie sich an dem einem Wort abgearbeitet, ohne auf den Rest einzugehen. So greift natürlich die Erklärung zu kurz 😀

    2. Oh, jetzt müssen Sie ganz stark sein. Ein Heupferd ist gar kein „Pferd“.

      Aber drei Preisfragen noch.
      Warum wurden die Gewerkschaften gleich am 02. Mai, also einen Tag nach dem das NS-Regime „großzügig“ den „Tag der Arbeit“ einführte, zerschlagen und deren Vermögen in die NS Institutionen übergeführt?
      Warum wurden bei der parteilichen Säuberungsaktion 1934 ausgerechnet der vermeindliche „sozialistische“ Flügel der Partei zerschlagen?
      Warum fand unter dem NS-Regime eine nie da gewesene Privatisierung der staatl. Ökonomie statt?

  2. Politik möchte das suggerieren um die Schuld ihrer verfehlten Handlungen auf ein imaginären rechts/links Feind zu übertragen. Man beachte auch die sukzessiven Alliierten Zuwächse in der Republik mit den fortschreitenden militärischen Maßnahmen und nicht eine Partei schreit auf. Nicht einmal die demokratischen Säulen dieser Simulation sind in der Lage ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Das Volk ist in Trance gehalten und sollte die gut gemeinten plakativen ‚rechten Volksaufstand‘ wahrnehmen…
    Wer oder was bestimmt eigentlich „rechts“ in einer Gesellschaft wenn die hiesige Politik ein faschistische Regime unterstützt?

  3. Mit Hilfe der gleichgeschalteten Medien ist es der Obrigkeit bislang gelungen die Menschen in einem Pseudo-Glauben eines immer währenden Wohlstandes zu halten und in einem Konsumtaumel zu versetzen und zu halten; selbst wenn sich der auch schon weitgehend auf niedrigstem Niveau befindet und akzeptiert wird .
    Nun zeichnet sich aber für den Winter ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ab in dem der Normalo auch mal willig sein soll, um für das westliche „Wertesystem“ auch zu frieren und gleichzeitig etwas dabei zu hungern .

    Damit das nun in geordneten Bahnen bleibt, haben die Pappnasen schon mal vorsorglich ein Zentralkommando der Bundeswehr in Berlin für den Einsatz gegen das Volk eingerichtet – man will ja nichts dem Zufall überlassen.

    Ich persönlich glaube nicht, dass es soweit kommt, denn Lenin sagte mal: „Wenn es in Deutschland tatsächlich mal eine Revolution geben sollte, kauft der Deutsche sich vorher artig eine Eintrittskarte für solch ein Event.

    1. Der Spruch von Lenin wird zwar oft zitiert, ist aber falsch. Über einen Zeitraum von 200 Jahren gab es in Deutschland mehr Revolutionen und -versuche als in Russland. Zusätzlich gab es in Deutschland auch regelmäßig Beispiele einer Revolution von Oben, bei denen revolutionäre Stimmungen rechtzeitig von der Regierung erkannt wurden und die Forderungen „freiwillig“ noch vor der Revolution erfüllt wurden.

      1. Naja, wenn ich den Zeitraum 1800-2000 nehme, gab es in Russland den Dekabristenaufstand, die 1905er Revolution, die Februar- und die Oktoberrevolution. Das wären vier. In Deutschland wäre dann der 1848, die Novemberrevolution und, wenn man das als Revolution zählen will, die Wende in der DDR. Solange man nicht die „nationale Erhebung“ von 1933 als Revolution wertet (du riechst etwas bräunlich, weshalb ich vermute, Du könntest das tun), ist Russland immer noch vorne.

        Revolutionen von oben gab es auch in Russland, wie die Leibeigenenbefreiung, die Stolypinschen Reformen, die Kollektivierung und die Industrialisierung in der UdSSR. Man muss nicht jede gutheissen, aber revolutionäre Veränderungen waren das. So gesehen, war auch die Auflösung der UdSSR durch Gorbatschow und Jelzin eine „Revolution“ von oben, bzw. von aussen.

        1. Nein, ich bin ganz sicher weder braun noch rot. Und zur Sicherheit: Ich bin auch nicht lila, grün, gelb oder sonst was. Ich will schlicht von der Politik in Ruhe gelassen werden. Allerdings muss ich feststellen, dass in Deutschland die Politik aktiv an der Zerstörung des Staates arbeitet. Und mit Staat meine ich Energieversorgung, Rechtsstaatlichkeit, Medien, Grundgesetz, Meinungsfreiheit, Bildungssystem, … Der Staat selbst ist mir persönlich auch noch egal, aber wenn ich gezwungen bin, zu arbeiten, mich an Gesetze zu halten und Steuern zu zahlen, während Politiker sich selbst von diesem Zwang befreien, dann macht mich das zornig.

          Zur Liste der Revolutionen: Ich würde noch die Revolution (oder den Versuch) von 1953 dazu zählen, die Reichsgründung und die Sozialgesetzgebung. Wäre dann 6:4. Aber interessante Idee von Dir, 1933 als Revolution zu sehen. Das wäre dann eine Revolution von oben, da auf demokratischem Weg die Demokratie abgeschafft wurde. Damit wäre dann 1933 eine siebente Revolution und 2015-2022 eine Achte.

          Zum Thema Braun: Ich sehe in der linksgrünen Politik große Ähnlichkeiten mit der Nazizeit. Selbst deutsche Panzerhaubitzen stehen wieder am Kursker Bogen …

          1. Also jeden Furz in D als Revolution umzustempeln ist schon peinlich. Und nein, die Nazis haben die Demokratie nicht mit demokratischen Mitteln abgeschafft. Die Macht wurde ihnen im Verordnungsweg von einem senilen korrupten Reichspräsidenten übertragen, danach haben sie den Reichstagsbrand inszeniert und sich damit an die unumschränkte Macht geputscht. Die Märzwahl mit dem massiven Terror davor war bestimmt nicht demokratisch, so wenig wie das Ermächtigungsgesetz.

            Trotzdem wäre Russland dann, wenn man Perestroika und Jelzinsche Zerstörung der UdSSR (gegen den Willen von 75% der Bevölkerung) als „Revolution“ umrubelt, immer noch mit zehn zu acht in Führung. Und dabei sind nichtmal Kriegskommunismus, NEP, oder die anarchistischen Revolutions- oder Putschversuche (Kronstadt, Machno) gerechnet, damit käme man locker auf zwölf oder vierzehn, ohne Gegenrevolutionsversuche wie Denikin, Petljura, Wrangel. Wird nix.

            1. „zehn zu acht in Führung“. Gut, ich sehe damit das Eingangszitat „kauft der Deutsche sich vorher artig eine Eintrittskarte“ als ausreichend widerlegt an.

              1. Wer diesen Satz für falsch hält, angesichts des widerlich unterwürfigen Verhaltens der grossen Mehrhiet der Deutschen seit Corona-Beginn, der lebt in einer Welt die nicht existiert….

                Allerdings ist der Eingangs Kommentar durchaus gut. Mittlerweile lernen ja sogar einige der Zombies, dass wo Grün draufsteht, nicht unbedingt Grün drin ist…. Das ist bei anderen Parteien nicht anders. Wählbare Parteien gibt es in DE seit sehr vielen Jahren nicht mehr. Wie sagt man so schön? Wer wählt, macht sich mitschuldig!
                Auch auf die AfD trifft das selbstverständlich zu, aber…. Wer hat sich denn tatsächlich mal bei der AfD erkundigt was die eigentlich denken oder wollen, anstatt sich einfach die Meinung der Mainstream Medien zur AfD zu eigen zu machen?

                Ich bin vor einigen Monaten zufällig mal auf Klonovskys Blog gestossen, der irgendwie mit der AfD verbandelt zu sein scheint. Sein Blog aus Politik und Kultur ist mit das Beste das ich im net gefunden habe. Alle paar Tage erscheinen ein neuer „Tagebuch Eintrag“ oder Essays zu diversen Themen. Sollte man sich mal antun. Wie gesagt NICHT um die Leute zu wählen, sondern um erstens zu verstehen was die tatsächlich meinen, manches ist gut manches beschissen, wie überall, und zweitens um zu vielen Themen tatsächlich neue Sichtweisen dazu zu lernen. Das Motto des letzten Beitrages vom 21. lautet „Du sollst dem Staat scha­den, mit Dei­nem gan­zen Her­zen und mit Dei­ner gan­zen See­le, damit es Dir wohl­erge­he und Du lan­ge lebest auf Erden!”
                (Gus­tav Meyrink)“
                auf:
                https://www.klonovsky.de/

  4. Aha jetzt also die Revolution von Rechts?!

    „“ Bauern, Bonzen und Bomben ist der Titel eines Romans von Hans Fallada, der 1931 im Rowohlt Verlag erschien. Im Text verarbeitet Fallada die historischen Ereignisse um die schleswig-holsteinische Landvolkbewegung und deren Boykott der Stadt Neumünster, über die er 1929 selbst als Hilfsjournalist einer Lokalzeitung berichtet hatte““

    Es gibt zwei schöne Wikipedia Artikel zum Thema und zwar „Landvolkbewegung in SH“ und „Polizeikampf“ dies bitte mal lesen.

    Bevor sich welche empören, eine Revolution ist in Deutschland nicht möglich. Lenin hatte sich oft geirrt, aber bei den Deutschen hatte Er recht behalten.

  5. Ein wichtiger Text, der das absurde Missverständnis, die AFD sei Friedenspartei, restlos dekonstruiert und schliesslich bis nah ans eigentliche Problem heranrückt. Der nationalistische Revanchismus ist leider nicht nur bei den harten Rechten verbreitet, man kann ihn z. B. in vielen Spiegel-Formulierungen aufspiessen, leicht ambivalenter auch in der Zeit, bei der überzeugte Transatlantiker noch oft den Ton setzen. Die Auseinandersetzung ist also keine grundlegende, sondern geht hauptsächlich darum, wer denn nun der Hauptfeind sei. Wenn es – zurzeit gerade nicht so stark, was sich aber schnell ändern kann – um China geht, wirds dabei ganz widersprüchlich, denn das deutsche Kapital glaubt auf die asiatische Grossmacht noch weniger verzichten zu können, als auf die transatlantische.

    Ein langer kapitalistischer Zyklus befindet sich seit über einem Jahrzehnt in der erzwungenen Verlängerung. Nun aber sind die letzten Stricke gerissen und die Konjunktur wird zwischen Skylla Inflation und Charybdis Schulden zerrieben. In einer solchen Kapitalismuskrise nimmt die Neigung zur Anzettelung eines Grosskrieges, unbesehen seiner faktischen Unführbarkeit, oder besser Dysfunktionalität wegen übereffizienter Waffen, beim Kapital und seinen politischen Sachwaltern immens zu. Die in einem politischen Kleinkrieg im Lauf der letzten 50 Jahre aufgeriebene Linke spielt keine nennenswerte Rolle mehr, die Oppositionsrolle fällt also nahezu unangefochten der Rechten zu, die in dieser Situation wieder eine Machtperspektive hat.

    In grandioser Verkennung der Situation arbeiten Leute wie Baerbock und Habeck ihrer eignen Vernichtung zu. Das ist nicht nur für sie persönlich tragisch.

    1. „…das absurde Missverständnis, die AFD sei Friedenspartei…“

      Man kann denen wirklich viel vorwerfe, aber dass die in Geschrei vom bösen Putin eingetsimmt haben ist lächerlich. Du bist ein nur eiterer jener Clowns die mit den mainstream Medien sofort einer Mienunmg sind, wenn sie nur das schreiben, was du glaubst.
      Besonders lustig finde ich übrigens was Du zu China schreibst….

    2. Geldwirtschaft und Kapitalakkumulation ist der Zug der Zeit. Da kommt kein Land raus. Die Frage ist nur, wie diese Akkumulation aussieht. Privat, staatlich oder dazwischen. Wichtig ist das Ergebnis, Wohlstand! Alle Herrschenden müssen sich legitimieren und das erfolgt im Wesentlichen durch Wohlstandsversprechen. Dabei gibt es eine Zone der Indifferenz. Aktuell wird in Deutschland versucht, die durch die Politik verursachten Wohlstandseinbußen auszugleichen, um den Verlust des sozialen Friedens zu vermeiden. Ein universeller Mechanismus. In diesem Zusammenhang ist die Ideologie eben nur Ueberbau.

  6. Misst man Artikel an seiner Überschrift, dann ist er wohl verfehlt. Halt übliches AFD-Bashing auf Scholz-Linie („qualifiziert sie als Putins fünfte Kolonne)“.
    Was das potentiell Gefährliche bei dieser nicht unberechtigten Erwartung von „Volksaufständen“ im Herbst tatsächlich ausmacht, das ist der aufgelaufene Zustand der ehemals klaren Trennung zwischen „rechts“ und „links“. Das in West-Europa seit Jahren zu beobachtende Phänomen, dass es kaum mehr eine Linke (Mélenchon mal ausgenommen) gibt, die von breiten Massen als ihre Interessen vertretende Macht wahrgenommen wird. Stichwort: Selbstzerstörung, Anpassung an „Regierungsverantwortung“ etc. Zuletzt gut beobachtbar bei der deutschen Linkspartei. Mehr als Staatszuschüsse zur Inflation und „es bei den Reichen holen“ fällt der nicht mehr ein. Entsprechend auch ihr Absackung bei Wahlen. Die Unterstützung des marodierenden Corona-Staates – auch in den verbliebenen linken Medien tat den Rest. Und hier konnte sich die AFD (und die FPÖ) als einzige Opposition präsentieren.
    Insofern: die Lage ist für die nächste Zeit eher hoffnungslos.

  7. Dass im Herbst und Winter, bei einer möglichen Zuspitzung, die allerwenigsten noch Lust haben werden, Opfer für die Politik der verlogenen Gutmenschlichkeit unserer Regierung zu bringen, wird in den meisten Fällen wenig mit rechtsradikalen Tendenzen zu tun haben.
    Allerdings macht man es der Politik auch leicht, wenn eben nur politische Kräfte aus dem rechten Spektrum diese Kritik befeuern und tragen. Kirchen, Sozialverbände und Gewerkschaften traue ich zu das Problem weitgehendst zu ignorieren. Und gerade darauf setzt die AfD.

  8. Der im Beitrag zitierte Psychologieprofessor Klaus Weber verhebt sich gleich mehrfach, wenn er – ausgerechnet in den Beispielen Sloterdijk und Wagenknecht „Gestalten der Faschisierung“ fiebert. Wenn missliebige Talkshowonkel und unbequeme Politikerinnen schon für Faschismus stehen sollen, freut sich der handelsübliche Faschismus über solch Verharmlosung.
    Jakob Hayner hat im ND dazu schon alles Nötige bemerkt: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1162037.peter-sloterdijk-philosophenkritik.html

    1. Danke für den Kommentar und den Link…. man lernt halt nie aus.
      Dem Begriff des Herrschaftszynismus kann/muss ich leider zustimmen, angesichts dessen was sich derzeit als Politiker/Wahlvolk zeigt. Irgendwann hört man einfach auf mit diesem hirnlosen Gesockse zu diskutieren. Da jeder Versuch sowieso zum Scheitern verurteilt ist, hat man als nicht-Woke-Gläubiger besseres mit seiner Ziet zu tun.
      Herr Weber erinnert mich an meine Zeit an der LMU. Da hatte man als Nietzsche Spezialist einen Pfaffen!

      Schwab mag ein „influenzer“ sein, so nennt man glaube ich heutzutage Leute, die jedem noch so unfassbaren Mist absondern, aber trotzdemzig-Tausende von „followern“ haben, die das Gesagte mit Haut und Haaren fressen. Schwab als Intellektuellen zu bezeichnen, sagt was über den viel zu oft lächerlichen Cicero, als über Schwab.

      Sloterdijk und Wagenknecht „Gestalten der Faschisierung“ zu nennen, ist natürlich vom Deppen Standpunkt aus korrekt. Selber Denken führt weg von Schaf in der Herde sein und ist Faschisierung, und macht zum Nazi.

      Erstaunliche Zeiten…

  9. und wieder dieser „rechte“ Popanz ohne überhaupt zu wissen, was denn „rechts“ sei. Die cDU war früher selbst-erklärtermaßen „rechts“. Soll die sich gewandelt haben? Wer das glaubt, der glaubt auch, dass ein Wolf im Schafspelz tatsächlich ein Schaf sei.

    Diese „links-rechts“-Gewäsch dient nur zu dem, wozu es schon immer gedient hat: die Menschen untereinander zu spalten, Fronten künstlich aufzuwerfen, Fortschritt zu verhindern, der nur GEMEINSAM von uns erzielt werden kann. Es gibt nicht politisch links-rechts, es gibt nur ganz real, fühlbar, spürbar, sichtbar, handgreiflich OBEN-UNTEN. Diese Erkenntnisse zu verhindern, dazu dienen solche Artikel wie dieser hier.

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