Alkohol: Prävention oder Gesundheitswahn?

Bild: tianya1223/Pixabay.com

 

Über die Risiken der Debatte und was stattdessen wirklich hilft

 

Im ersten Teil „Haben wir ein Alkoholproblem und was könnte dagegen helfen?“ haben wir uns die wissenschaftliche Argumentation der Sendung 13 Fragen zur Regulierung von Alkoholkonsum näher angeschaut. Dabei sahen wir, dass das Thema komplex ist, die Antialkoholikerin Nathalie Stüben und der LINKEN-Politiker Niema Movassat die Studienergebnisse aber einseitig darstellten.

Im Folgenden setzen wir uns mit der gesundheitsökonomischen Berechnung der (angeblichen) Kosten und Risiken des Alkoholkonsums auseinander. Was wäre zudem, wenn die Gesundheitskultur in einen Gesundheitswahn umkippt? Und welche alternativen Ansätze zur Prävention gibt es stattdessen?

 Risiken und Nebenwirkungen des Antialkoholismus

Wenn Einseitigkeit unwissenschaftlich ist, dann ist es die ökonomische Berechnung der (angeblichen) gesellschaftlichen Folgekosten des Alkoholkonsums schlechthin. So gut wie alle wissen nämlich, dass mäßiger Alkoholkonsum einen psychosozialen Nutzen hat.

Leichte Euphorie, weniger Schüchternheit, mehr Offenheit im Umgang mit anderen oder Stressabbau wissen die Gesundheitsökonomen jedoch nicht zu quantifizieren. Darum taucht der Nutzen des Substanzkonsums in ihren Modellen und Gleichungen überhaupt nicht auf. Das räumte beispielsweise Annika Herr, Professorin für Gesundheitsökonomie an der Universität Hannover, in der Diskussion „Alkoholkonsum: Risikoloses Trinken gibt es nicht“ im Deutschlandfunk offen ein.

Das heißt aber, dass diejenigen, die sich in der Diskussion auf diese ökonomischen Berechnungen berufen, von vorneherein voreingenommen argumentieren – voreingenommen gegen Alkohol. Und wer tat das in der Sendung?

„Drei Milliarden Einnahmen durch die Alkoholsteuer. 40 Milliarden Euro… auf jeden Fall deutlich mehr an Folgekosten für die Gesundheit. Also die Kosten für die Gesellschaft, die die Allgemeinheit trägt, sind massiv.“ (Niema Movassat; ca. 35:40 Minuten)

Antialkoholikerin Stüben sekundierte dem LINKEN-Politiker sofort und meinte, es seien sogar 57 Milliarden! Das suggeriert, die Deutschen müssten nur zwei Jahre lang ihren Alkoholkonsum massiv einschränken und schon wäre beispielsweise das Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro finanziert, bliebe sogar noch ein satter Bonus übrig.

Glücklicherweise ließ die Redaktion von 13 Fragen meine warnenden Worte in der Sendung: „Das sind berechnete Kosten. Das sind Gesundheitsmodelle mit abstrakten Kosten, die nicht so eins-zu-eins geglaubt werden sollten.“ Dass die Berechnung einseitig und voreingenommen ist, sahen wir bereits. Doch wie plausibel ist sie eigentlich auf der Kostenseite?

Die 57 Milliarden stehen so wortwörtlich im neuen Bericht über Alkoholabhängigkeit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Und auch wenn ich die Arbeit des DHS insgesamt sehr schätze, muss ich sie für diese Berechnung kritisieren: Die genannte Zahl setzt sich aus direkten (vor allem Krankheitsbehandlung) und indirekten (vor allem Verdienstausfälle) Kosten zusammen. Erstere sollen 16,6 Milliarden, letztere 40,4 Milliarden betragen.

Fragliches Menschenbild

Wenn man indirekte Kosten so berechnet, dann unterstellt man aber gleichzeitig, wir Menschen müssten 100 Prozent berufsfähig und effizient sein. Das scheint mir gerade für einen LINKEN-Politiker ein problematisches Menschenbild vorauszusetzen. Ähnlich könnte man dann auch argumentieren, dass die von der Arbeiterbewegung mühsam erstrittenen Privilegien der Freizeit und Urlaubstage volkswirtschaftliche Kosten verursachen: Denn in diesen Zeiten erwirtschaften die Menschen ebenfalls nichts.

Würde man also, rein menschlich gesehen, einen Sollwert von weniger als 100 Prozent ansetzen, dann würde ein Großteil der (angeblichen) Kosten des Alkoholkonsums sofort verschwinden. Diese Zahlen existieren also vor allem in den Rechenmodellen der Ökonomen.

Bei den direkten Kosten, den 16,6 Milliarden, sollte man bedenken, dass das Geld nicht einfach weg ist. Die Behandlungen fördern nämlich den Umsatz im Gesundheitswesen – und bedeuten also auch Gewinne der Klinikbetreiber sowie Ärztinnen und Ärzte.

Diese Sichtweise kann man makaber finden. Wenn man aber schon ökonomisch argumentiert, dann darf man sich nicht wieder nur die eine Seite heraussuchen, die einem gefällt, sondern muss das konsequent zu Ende denken. Man kann wieder nicht gleichzeitig die Torte essen und für später aufbewahren.

Individuum und Gesellschaft

Nun könnte man vielleicht sagen, dass es sozial ungerecht ist, wenn – wegen des Alkoholkonsums einzelner Menschen – die Gemeinschaft der Versicherten die Behandlung alkoholbedingter Erkrankungen bezahlt. Nun sind Trinkkulturen allerdings seit Jahrtausenden fester Bestandteil der europäischen Kultur (siehe z.B. Spode, 2010). Außerdem beteiligen sich viele daran. Die Kostenverteilung erscheint dann schon auf den ersten Blick gerechter als beispielsweise die Kosten der Polizeieinsätze bei Fußballspielen.

Wer hier trotzdem ein Problem sieht, der könnte die soziale Gerechtigkeit durch eine Erhöhung der Besteuerung alkoholischer Getränke bei gleichzeitiger Senkung der Krankenkassenbeiträge erhöhen. Wenn in Deutschland jährlich rund 10 Milliarden Liter (Alkoholatlas, für 2016) alkoholischer Getränke konsumiert werden, könnten die medizinischen Kosten mit 1,30 Euro pro Liter vollständig getilgt werden. (Vergessen wir nicht die heute schon bestehenden Steuereinnahmen.)

Fairerweise müsste der Steuersatz für Bier niedriger, für Wein etwas höher und für Spirituosen deutlich höher liegen. Ökonomen könnten das präzise berechnen. Nehmen wir einmal 50 Cent für einen halben Liter Bier an, dann ginge es also um spürbare Mehrkosten – aber sie wären auch nicht immens hoch, wenn man das beispielsweise mit den inflationsbedingten Preissteigerungen vergleicht. Dafür würden dann die Gesundheitskosten durch die Alkoholkonsumenten vollständig selbst bezahlt.

Noch ein letzter Hinweis hierzu: Bei der Nutzenberechnung fehlt nicht nur der individuelle „Spaßfaktor“, um es einmal salopp zusammenzufassen. Vielmehr müsste man auch die Auswirkungen auf gemeinschaftliche Aktivitäten miteinbeziehen: Würden Bar-, Club-, Festival-, Gaststätten-, Volksfestbesuche und so weiter ohne oder zumindest mit deutlich weniger Alkoholkonsum immer noch Spaß machen? Oder blieben dann die Kunden weg und würden vielleicht ganze Geschäftszweige absterben?

Und wenn schließlich Alkohol zur Stresskompensation konsumiert wird, wären die Menschen ohne das Mittel wahrscheinlich weniger produktiv. Das müsste man im gesundheitsökonomischen Modell als Folgekosten des Antialkoholismus miteinbeziehen.

Man sieht einmal mehr, wie komplex das Thema ist – und wie zurückhaltend man gegenüber denjenigen sein muss, die unterkomplexen Alarmismus verbreiten. Der Historiker Hasso Spode, der sich ausführlich mit der Geschichte des Alkohols beschäftigte, bringt es manchmal so auf den Punkt: Bei uns gebe es eigentlich gar keine neutrale Alkoholforschung, sondern eine einseitige „Alkoholfolgeschädenforschung“. Die heutige Wissenschaft ist negativ gegenüber Alkohol und anderen Substanzen voreingenommen.

Risiken des Gesundheitswahns

Das ist eben das Paradigma der sogenannten „Public Health“-Forschung: Dass sich der Staat zunehmend um die Gesundheit seiner Bürgerinnen und Bürger kümmert, um angeblich deren Lebensqualität zu steigern, vor allem aber die Effizienz zu erhöhen und die Kosten zu senken.

In der Sendung machte sich vor allem die Schriftstellerin Kerstin Ehmer gegen die Forderung nach zunehmender staatlicher Einmischung stark. Wie eine Gesellschaft aussieht, die vom Gesundheitswahn in eine Gesundheitsdiktatur umkippt, hat bekanntermaßen Juli Zeh in ihrem Bestseller „Corpus Delicti“ formuliert.

Dass man im Deutschen von „Public Health“ spricht, hat übrigens noch eine erschreckende historische Fußnote. Eine passende deutsche Übersetzung wäre nämlich „Volksgesundheit“. Diese Bezeichnung ist durch den Missbrauch der Nationalsozialisten aber zu einem Unwort geworden. Im Namen des Gesundheitsschutzes begingen Nazis nämlich furchtbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wobei Zwangssterilisierung insbesondere von Alkoholabhängigen – diese galten als erbkrank – noch vergleichsweise „harmlos“ waren.

Bei der Entschädigung dieser Opfer hat sich die bundesrepublikanische Politik nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Erst 1988 rang man sich, unter anderem aufgrund des unermüdlichen Einsatzes des Sozialpsychiaters Klaus Dörner, zur Anerkennung dieser „Gesundheitsmaßnahmen“ als NS-Unrecht durch.

Nun liegt mir nichts ferner, als die Teilnehmer der ZDF-Sendung in die Nähe von NS-Verbrechen zu rücken. Es ist aber ein historisches Fakt, dass ein Gesundheitswahn und insbesondere auch die Mäßigkeitsbewegungen gegen Alkohol immer wieder in rassistische und eugenische Auswüchse umschlugen. So schreibt zum Beispiel Spode über Gesundheitstrends seit dem späten 19. Jahrhundert, die in Nationalismus, Kommunismus und Faschismus gleichermaßen aufkamen:

„Ihre Verfechter trennten – teilweise – Welten, doch gemeinsam war ihnen der gesellschaftssanitäre, ‚hygienische‘ Impetus, die Utopie der optimierten Effizienz und der normierten Homogenität als Basis einer wahren Gerechtigkeit und der Erschaffung eines ’neuen Menschen‘. […] Der Siegeszug diverser Heilslehren in der Zwischenkriegszeit erscheint heute als ein kollektiver Rauschzustand, der die vermeintlich ‚zivilisierte‘ Welt erfasst hatte. Der ideologische Rausch ging bezeichnenderweise Hand in Hand mit einer physischen Ernüchterung: Der Konsum alkoholischer Getränke fiel auf historische Tiefststände; in einigen Ländern war er nun illegal. Vielen schien es um 1920, die Abschaffung des Alkohols sei nur noch eine Frage der Zeit. Sahen die einen ein Goldenes Zeitalter der Ordnung und des Wohlstands gekommen, so entsetzte die anderen die Tyrannei der ‚verkappten Religion‘ des Antialkoholismus.“ (Spode, 2010, S. 376-377)

Und das war eben über viele Jahre die Begründung der Bundesrepublik gegen die Anerkennung der Geschädigten des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933: Weil andere Länder – insbesondere auch die Länder Skandinaviens – mitgemacht hätten, könne es sich nicht um spezifisches NS-Unrecht handeln. Die Diskussion um die Entschädigung und Ächtung im Zusammenhang mit diesem Gesetz geht übrigens heute, fast 90 Jahre später, immer noch weiter.

Nochmal: Keiner der Teilnehmer der Debatte hat solche Maßnahmen im Sinn. Zudem ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer Rechtsstaat und den Grund- und Menschenrechten verpflichtet. Man sollte aber die Risiken mitbedenken, wenn man staatlichen Stellen zu viel Macht in Gesundheitsfragen gibt. Mit anderen Worten: Die Autonomie und Freiheit der Menschen muss man hier zwingend miteinbeziehen – doch auch diese finden in den Berechnungen der Gesundheitsökonomen keinen Platz.

Dass auf der anderen Seite Werbungs- und Marketing-Maßnahmen nicht gerade autonomiefördernd sind, liegt auf der Hand. Darum waren wir in der Sendung einer Meinung, die Verfügbarkeit stark alkoholischer Getränke einzuschränken. Insbesondere das Anbieten von Spirituosen im Kassenbereich, die zu Impulsivkäufen verleiten und suchtkranken Menschen das Leben erschweren, war uns gemeinsam ein Dorn im Auge.

Zwischenbilanz

Fassen wir das bis hierher Gesagte zusammen: Zu Alarmismus besteht kaum Anlass. Die wissenschaftliche Datenlage ist komplex und wird insbesondere von aktivistischen Antialkoholikern einseitig dargestellt. Die häufig angeführten gesundheitsökonomischen Modelle sind von vorneherein voreingenommen. Und ein übertriebener Gesundheitsschutz kann in totalitäre Maßnahmen umschlagen.

Eine Vorstufe könnte sein, diejenigen auszugrenzen, die in einer Gesundheitskultur nicht den Idealvorstellungen entsprechen. Sie gelten dann beispielsweise als moralische Versager. Darin äußert sich die Doppelzüngigkeit unseres Umgangs mit dem Alkohol: Die Substanz ist allgemein verfügbar und sozial erwünscht – doch wer darüber die Kontrolle verliert, wird nicht mehr gerne gesehen. Die Ökonomen haben, wie wir sahen, für den (angeblichen) Schaden bereits die Rechnung aufgestellt.

Etwas spekulativer wäre noch ein Hinweis auf den Nozeboeffekt zu machen. Ebenso, wie wir wissen, dass positive psychologische Erwartungen (Placebo) die Gesundheit verbessern können, ist auch das Gegenteil wahr. Wenn man Menschen einredet, wie schlimm ihr Verhalten ist, wird man damit ihre Gesundheit beeinträchtigen. Das sollte man an anderer Stelle noch einmal vertiefen.

Prävention

Wie versprochen, will ich auch noch etwas über gelungene Prävention schreiben. Ein positives Vorbild ist hierfür das isländische Projekt „Planet Youth“, das unter dem Titel „Aufwachsen in einer chancenreichen Umgebung“ auch schon in den Niederlanden erprobt wurde.

Island hat mit diesem Programm in inzwischen mehr als zwanzig Jahren den Alkohol-, Tabak- und anderen Drogenkonsum unter Jugendlichen deutlich reduziert. Es basiert auf den vier Säulen: Familie, Freizeit, Freundeskreis und Schule. Wissenschaftliche Verfahren dokumentieren die Effekte. Damit und gestützt durch wissenschaftliche Funde aus anderen Ländern lassen sich die folgenden positiven wie negativen Faktoren identifizieren, hier kurz zusammengefasst:

Im familiären Bereich ist es hilfreich, wenn die Eltern wissen, wo sich die Kinder außer Haus aufhalten. Ebenso ist es ein schützender Faktor, wenn die Eltern die Kinder bei persönlichen und schulischen Problemen unterstützen. Zeit zusammen als Familie zu verbringen ist ein weiterer positiver Aspekt. Über Substanzkonsum sollte man Vereinbarungen treffen. Negativ wirkt sich hingegen aus, wenn die Eltern selbst (viel) trinken und in diesem Sinne Vorbilder für den Alkoholkonsum sind.

Im Freundeskreis helfen Vereinbarungen über den Substanzkonsum in Absprache mit anderen Eltern. Negativ wirkt es sich aus, wenn die Kinder noch spät draußen sind und unbeaufsichtigt feiern. Ebenso ist es ein negativer Faktor, wenn im Freundeskreis Substanzen konsumiert werden. Wissenschaftler räumen aber auch ein, dass Erwachsene hierauf wenig Einfluss haben.

In der Schule ist es positiv, wenn die Kinder ein gutes Verhältnis zu den Lehrerinnen und Lehrern haben und sich auch mit der Lehreinrichtung verbunden fühlen. Wenn an der Schule ein positives Klima besteht, dann ist das ebenfalls hilfreich.

Etwas umstrittener ist die Studienlage zu den Freizeitbeschäftigungen: Bei dem isländischen Projekt wirkte sich die Teilnahme an Sport, Kunst und kulturellen Aktivitäten positiv aus. In anderen Ländern geht Sport mitunter aber gerade mit einem höheren Alkoholkonsum einher.

Hierzu wird angemerkt, dass in den isländischen Sportclubs kein Alkohol angeboten wird und die Projekte von speziell hierfür ausgebildeten Fachleuten angeboten werden, die als Vorbilder auftreten. In anderen Ländern würden demgegenüber oft ehrenamtliche Helfer die Aufgaben übernehmen und würde man gemeinsam Alkohol trinken.

An diesen Beispielen sehen wir auch den von mir im ersten Teil gemachten Hinweis auf die Nichtlinearität: Man kann eben nicht nur Alkohol einschränken oder gar verbieten. Gleichzeitig muss man dann auch Alternativen anbieten. Der Mensch ist eben ein komplexes psychosoziales Wesen und kein einfacher Automat, an dem man hier und da ein einzelnes Rädchen anpassen kann, ohne die Gesamtheit zu beeinflussen.

Dass etwas hier als positiver oder negativer Faktor bezeichnet wurde, muss nicht automatisch bedeuten, dass er ausnahmslos durchgesetzt oder vermieden werden soll. Vielmehr geht es um Wahrscheinlichkeiten dafür, wie Alkohol- und anderer Substanzkonsum beeinflusst wird. Das sind wissenschaftlich fundierte Aussagen, die über präventive Maßnahmen getroffen werden.

Fazit

Ich sehe beim Thema Alkohol keinen Grund für Alarmismus. Natürlich machen sich übertriebene Aussagen über Risiken und Schäden in den Medien gut. Schließlich ziehen sie die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich.

Insbesondere ist überhaupt nicht klar, ob eine weitere Einschränkung des Pro-Kopf-Konsums in der Gesellschaft die wirklich problematischen Fälle reduziert. Wahrscheinlich wäre diesen auch mit einem Werbeverbot oder höheren Kosten nicht geholfen.

Aufklärung darüber, was die Risiken des Substanzkonsums sind und wie eine Abhängigkeit entstehen kann, halte ich demgegenüber für vielversprechender. Menschen, die problematische Mengen Alkohols – oder anderer Genussmittel und Drogen – verwenden, sollten die Möglichkeiten der Suchtmedizin offenstehen. Die immer noch bestehende Stigmatisierung ist hierfür kontraproduktiv.

Zudem stehen vielversprechende Präventionsmaßnahmen zur Verfügung, die sogar mit positiven familiären und sozialen Aspekten einhergehen. Am wichtigsten ist mir aber: Jeder sollte für sich die richtige Balance von Genuss und Produktivität, Zügellosigkeit und Maßhalten finden. Das gehört auch zu einem guten und vollständigen Menschenleben.

Quelle: Spode, H. (2010). Trinkkulturen in Europa. Strukturen, Transfers, Verflechtungen. In: J. Wienand & C. Wienand (Hrsgg.), Die kulturelle Integration Europas, S. 361-191. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Hinweis: Dieser Artikel erscheint ebenfalls im Blog „Menschen-Bilder“ des Autors.

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30 Kommentare

  1. Was ist mit der Weltdroge Nr 1, Internet?
    Einer der grössten Ressourcen Verbraucher der Welt und dem Individuum wird seine letzte ‚Freihheit‘ geraubt.
    Steckt hier etwa das Sozialpunktesystem dahinter?

    1. Der Rangfolge nach sind die “ grössten Ressourcen Verbraucher“ auf diese Welt :
      Erstens die Rüstungsbranche
      Zweitens die Pharmabranche
      Drittens die Drogen und Alkoholbranche
      dann folgen unter ferner liefen :
      die Ernährungsbranche und die Bildungbranche
      Irgend etwas scheint an dieser Rangfolge verbesserungswürdig zu sein – oder Nicht ?!

      1. Ja definitiv.
        Es hängt immer von den Interessen ab, wem ist was nützlich.
        Die Droge Cannabis wird mittlerweile von einigen über die Pharma vertrieben, damit sind sie demnach gesund.
        Wenn man die letzten ‚+70‘ Jahre zurückverfolgen und die ganzen ‚Industriellen‘ Sauereien vergegenwärtigt, kommt man zum Schluss : ein gegenseitiges zuschieben im oberen Bereich erleichtert den unteren um ein Vielfaches. Von der französischen Edelmarke die angeblich Champagner verkauft und als Schaumweinpanscher aufflog, hört man auch nichts mehr…

        1. Nur weil die Pharma etwas verkauft, muss es noch lange nicht „gesund“ sein, denn die meisten Kranken sterben nicht an ihren Krankheiten, sondern an den Medikamenten, die sie dagegen nehmen.

          Wenn Alkohol gesund wäre, müsste nach deiner Logik, die Pharma ja auch Alkohol verkaufen.

          1. Da steht „demnach“.
            Und ja, ein Liter Bier z. B. hat mein cholesterol Spiegel gesenkt, selbst an mir getestet.
            Pharma verkauft Alkohol, aber für medizinische Zwecke Sterilisation.

              1. Da wohne ich neben dem „Bosskrankenhaus“, ihre Spezialgebiet ist die Reproduktion.
                Die ‚paar Gäste‘ Rauchentrinken nicht und beteiligen sich für viel Geld am Programm. Wie gesund sind sie überhaupt? Das sind junge Menschen!
                Ihre Fragestellung müsste mal auf den Prüfstand….

                1. Auf den Prüfstand müsste jetzt auch mal die Frage danach, ob der persönlich besagte Liter Bier täglich nicht nur den Cholestrin Spiegel senkt, sondern auch den IQ.

                  1. IQ wird häufig von Leuten benutzt, die MEINEN sie stünden über den vorgegebenen IQ Standard! Haben sie sich mal gefragt, wie sich ein indigener lebende Mensch zur Frage IQ Standards äussert?
                    Ich schreibe ihnen ganz offen, es kratzt die Sau nicht mit ihrer dafür gebotene arroganten IQ Frage, denn die Sau grunzt fröhlich weiter….
                    Ein indigener lebende Mensch sucht nach Futter und nicht nach pseudo intellektuellen Nihilismus!

                    1. „Standard! Haben sie sich mal gefragt, wie sich ein indigener lebende Mensch zur Frage IQ Standards äussert?“
                      Das kann nur ein Rassist mit einem IQ so äußern, dessen Denkfähigkeit bereits Null ist.

  2. Dort wo in wenigen Monaten die Wohnungen kalt bleiben müssen (?), wird – davon muss fest ausgegangen werden – zu einem wärmenden, gut bewährten Hausmittel gegriffen:
    Tee mit Rum. Oder besser: Rum mit Tee.
    Diese „Regierung“ will das so!
    Prost Habeck!

  3. „Ich sehe beim Thema Alkohol keinen Grund für Alarmismus.“

    Ich auch nicht – sondern nur einen Grund, mir sicher nicht die Fragen zu stellen – deren Antwort ich bereits lange kenne: Der „sachgerechte“ kultivierte Umgang sollte ja gelernt sein. Und ehrlich gesagt: Die Ursachen des AlkoholMISSbrauchs, sind ebenso vielfältig, wie bekannt. Und ja: Ein feiner alter Malt, ein edler Calvados, oder auch Port, sind der Schmierstoff einer entspannten Gesprächsrunde Gleichgesinnter, die den Kresenzen die feinsten Nuancen entlocken – und auch bildhaft beschreiben können.

    Also bitte: Nicht noch einen ebenso langatmigen wie langweiligen Teil 3!! Und nebenbei: Der „volstad-act“, die Grundlage der Prohibition, hat mehr Todesopfer gefordert. Einerseits durch „Badewannen-DEstilate“, anderseits durch Mafia-Feuergefechte.

    Aber vielleicht wird alles moralisch erträglicher, wenn wir es „solidarisch“ verbrämen: „saufen gegen Putin“!

    1. Die SPD hatte doch erst ein KO Tropfen treffen, die wurden alle auf Staatskosten untersucht und nicht einer der nach der Kosten Nutzen Kalkulation fragt.

    2. Danke für die Tipps – und auch die Anregung.

      Nun ja, wenn die Mehrheit der Leserinnen und Leser hier meine Artikel „langatmig“ und „langweilig“ findet, dann wird sich das Problem wohl von selbst erledigen – in dem Sinne, dass sie dann vielleicht in einem anderen Medium erscheinen; oder gar nicht mehr.

      1. Geehrter Herr Schleim,
        Sie sind doch lang genug mit dabei, und es ist doch auch nicht immer einfach jeder hat neben dem täglichen Geplapper auch noch andere ‚kleine Sorgen‘. Die kommen halt eben auch mal ‚ungehobelt‘ rüber.
        Als Mensch mit dem Herzen am richtigen Fleck, schätze ich Sie sehr und bleibens bittschö uns erhalten.
        MfG PRO1

        1. Danke für die freundlichen Worte (auch @die anderen Leser)…

          …und machen Sie sich keine Sorgen. Ich leide unter Schreibzwang und KANN daher gar nicht aufhören.

          Aber der Leser darf meine Texte durchaus langweilig finden. Ich sehe das gelassen. Und es ist zudem wichtiges Feedback, wenn Texte an einem Ort systematisch missfallen. Dann sollt man entweder a) die Texte oder b) den Ort ändern oder seine Zeit anders verbringen.

          Zum Vergleich empfehle ich Günter Eichs Gedicht „Zuversicht“ bzw. „In Saloniki weiß ich einen…“

      2. Hallo Stephan,
        also langweilig ist es nicht Ihre Artikel zu lesen. Hier werden unsere Beiträge nicht verschoben oder gesperrt.
        Schreiben Sie gern hier weiter Ich schätze Sie als Tolerant im Umgang mit anderen Meinungen ein.

        Gruß ein EX. TP Leser & Forist

  4. Was ist denn nun eigentlich Anlass oder Grund für die ganze Diskussion? Vor ein paar Jahren meinte man, die allgemeine Verwahrlosung der Jugend am Koma-Saufen zu erkennen und für die unter Teenagern beliebten Alkopops wurde eigens eine Steuer erfunden. Ist jetzt das trotz Ukraine und China ungeahnte tiefe Sommerloch der Grund?

  5. Hat schon jemand in der Runde von GÖBEKLI TEPE gehört?

    Ich hatte über diesen besonderen Ort einen sehr interessanten Bericht im letzte Jahr gelesen.
    Die Monumentalarchitektur von Göbekli Tepe liegt in der südlichen Türkei im Gebiet des „Fruchtbaren Halbmond`s“, umfasst wahrscheinlich 20 Monumentalanlagen, wovon 4 Anlagen bisher ausgegraben sind. Die jüngsten sind ca. 10ooo und die ältesten sogar 12ooo Jahre alt also 8 bis 10 Tausend Jahre vor Christi Geburt. Man begann diese Tempel- und Festanlage genau zu Beginn „neolithischen Revolution“ zu errichtet, was als absolute Sensation in der Archiologie der menschlichen Zivilisation angesehen werden muß. Die Ausgrabung hat die Erzählung über Geschichte der Menschen umgeschrieben.
    Man fand dort riesige T-förmige Steinsäulen mit unterschiedlichen Tierzeichen, steinernde Bottiche und andere Funde (Reibsteinen, Läufern, Mörsern und Stößeln zum verarbeiteten von Urweizen) die von den Anfängen des Ackerbaus zeugen und gleichzeitig große Mengen von Tierknochen von Wildtieren. In diesen großen Anlagen trafen sich also am Ende des Sommers/ am Anfang des Herbstes Menschen, unterschiedlicher Stämme / Familien, welche Jäger und Sammler waren, für religiöse Rituale, Kommunikation, Austausch, Eheanbahnung und zum Abhalten von Festen. Ohne klar identifizierbare Vorratslager vor Ort belegen diese Funde, dass man das nur zu diesen Festen mitbrachte, die Menschen den Rest des Jahres weiter durch die Gegend den Herden hinterher zogen und sich von Jagen und sammeln von Pflanzen, Obst, Wurzeln usw. ernährten.

    Es gibt noch verschiedene Theorien, was und wie es dort ablief. Ich will hier eine Theorie einer Archiologengruppe erzählen, weil ich sie so passend für die Menschen finde. Es gibt aber mehrere Theorien dazu.
    Sie werden vielleicht auch fragen, was hat das mit dem Artikel von Herrn Schleim zum Thema Alkohol zu tun. Sehr viel. Ich komme gleich dazu.

    Das Gebiet des „Fruchtbaren Halbmond`s“ ist einzigeartig für diese Zeit auf der Welt, weil nur dort eine Grasart mit Ähren -der Urweizen – wuchs. Die Menschen sammelten diesen, nahmen ihn zu ihren Festen mit. Woher man das weiß, weil in den Bottichen Ablagerungen von dieser Weizenmaische man fand. Und man entdeckte in diesen Gefäßen noch mehr, was die Forscherherzen höher ließ schlagen, Hefen. Daraus kann man schließen, der Urweizen wurde sehr mühsam und deshalb in überschaubaren Mengen gesammelt, nicht zum Brot oder Fladen backen, sondern um ein Ur“bier“ zu brauen. Göbekli Tepe könnte die Geburtsstunde der regelmäßigen Brauereikunst sein.
    Weil das Getränk bei den Feiernden so gut ankam, begann der Mensch das Getreide selber anzubauen und zu domestizieren (also nach Qualitätmerkmalen weiter zu vermehren).

    Dies sind die neu zu schreibenden Teile:
    1. Der Mensch wurde also nicht erst seßhaft und baute dann Tempel. Nein genau anders herum.
    2. Der Mensch fing an auch nicht erst Weizen anzubauen, um Nahrung zu haben und machte sich seßhaft. Nein, der Mensch baute Weizen an um mehr Bier zu haben, bis er soviel Weizen brauchte, dass er sich seßhaft machen musste und nutzte dann den Weizen auch als Nahrung.

    IST DER PUNKT 2 NICHT HERRLICH? IST DAS NICHT TOTAL MENSCHLICH?

    Leider finde ich den Artikel nicht mehr von dem Archiologenkollektiv, welche die Geschichte so erzählten und kann diesen auch nicht verlinken.

    Ansonsten wie gewohnt,die Links im nächsten Kommentar.

    1. Links von obrigen Kommentar:

      Das rätselhafte Heiligtum am Göbekli Tepe
      https://www.chbeck.de/schmidt-bauten-ersten-tempel/product/15985798
      Ein Festgelage vor 10.000 Jahren
      https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/ein-festgelage-vor-10-000-jahren-4280/

      Wer lieber tolle Doku`s schaut:

      Der Ursprung der Zivilisationen
      https://www.arte.tv/de/videos/071465-001-A/der-ursprung-der-zivilisationen-1-4/
      Mysterium GÖBEKLI TEPE- Muß Die Geschichte Der Menschheit Neu Geschrieben Werden?
      https://www.youtube.com/watch?v=8GOfMV_CNYA

    2. Bitte schön: „Warum die Menschen sesshaft wurden“ – Josef H. Reichholf. Ein mittlerweile alter Hut.
      Das Getreide wäre für die Ernährung zu wenig gewesen – daher einmaischen, vergären – und Prost. Und nix mit „nur kultische Zwecke“ – sondern als gesellschaftlicher Kitt. Also so gesehen, wirklich nix neues unter der trüben Sonne.

      Für uns, bei der Biersommeliersprüfung, damals, ein MUSS!

      Ach ja: Es gibt auch Biologen, die glauben, dem Reiz des Alkohohls, in der Tierwelt auf die Spur gekommen zu sein: Vergorenes, ist nahrhafter – und obendrein mit dem relaxierenden Nebeneffekt, den auch der Elefant unterm Flaschenbraum, der Pavian und andere „SAUGE“-Tiere, kennen und schätzen.

  6. Die Schleim’schen Ausführungen zur Berechnung von Kosten des Alkoholkonsums sind äusserst einseitig darauf berechnet, Argumente zu finden, sie niedriger anzusetzen. Die vorgebrachten Argumente will ich gar nicht kritisieren, obwohl es da und dort Raum dafür gäbe. Cum grano salis kann man sie akzeptieren. Es fehlen aber Argumente in die Gegenrichtung, etwa dass Alkoholismus in vielen Familien disruptiv wirkt und zu vielen, schwerlich rein ökonomisch quantifizierbaren Problemen führen. Oft werden Leben von Angehörigen nachhaltig negativ beeinflusst.
    Das ist ein Argument, oder besser ein Hinweis auf indirekte, daher versteckte Kosten – und noch viel mehr gegen eine rein ökonomistische Argumentation. ‚Erträge‘ und ‚Kosten‘ von Alkoholkonsum sind inkommensurabel, das Anführen konkreter Beträge daher absurd.
    Und auch was die Reduktion unerwünschter Effekte des Konsums einer problematischen, aber kulturell tief im Alltagsleben verankerten Substanz betrifft, muss man analog argumentieren. In würdigen Verhältnissen lebende, einer fair bezahlten, befriedigenden Tätigkeit nachgehende Menschen, die in ihrer Kindheit und auch danach keine oder nur beherrschbare existenzielle Krisen durchlebt haben, neigen gewiss weniger zu Alkoholmissbrauch. Eine Gesellschaftsform die die Anzahl Individuen, die derartigen Idealverhältnissen nahekommen maximiert tut daher indirekt auch Entscheidendes gegen Suchtproblematiken aller Art.
    Es gibt viele Probleme, die man lediglich teilweise oder praktisch gar nicht direkt angehen kann, weil es für sie keine einfachen kausalen Entstehungsgründe gibt, sie vielmehr Resultante, oder besser Funktion unzähliger Einzelfaktoren sind.

    1. Derjenige, der so eine Kostenrechnung aufstellt, trägt auch die Beweislast dafür, dass die Rechnung stimmt. Daran sind nun ERHEBLICHE Zweifel angemeldet. Wenn Sie das nicht anerkennen, wirken Sie auf mich voreingenommen.

      Ich halte diese gesundheitsökonomische Sichtweise für irreführend, ja sogar gefährlich. Wieso sollte gerade ICH dann eine derartige Rechnung aufstellen?!

  7. Insgesamt recht interessante Ausführungen. Entscheidend: es gibt keine einfachen Antworten.

    Meine Thesen (beruhend auf Beobachtung und Lektüre vieler Jahre).

    1. Alkohol ist ein Zellgift, es gibt keine wirklich ungefährliche Trinkmenge. Folglich: je weniger, desto besser, am besten nix. Und, wie Stephan Schleim richtig ausführt: sich Studien immer wieder genau anschauen — auf Prämissen, auf Schlussfolgerungen. Es gibt da z. B. die These, dass gerade Rotwein unter allen Alkoholika am ehesten noch positive gesundheitliche Effekte hat. Bis sich mal einer anschaute, wie sich denn der Warenkorb (im wahrsten Sinne des Wortes) eines durchschnittlichen Rotwein- und eines durchschnittlichen Biertrinkers zusammensetzt. Und feststellte, dass jemand, der Rotwein kauft, eher Lebensmittel kauft, denen man positive Wirkungen zuschreibt (Obst, Gemüse, „Mediterranes“,…) als derjenige, der Bier kauft („Leberkäs“). Die positiven Wirkungen lagen also nicht am Wein, sondern an dem, was man sonst so konsumiert.
    Dessen ungeachtet genieße ich in passender Situation durchaus gerne Alkoholika — „genießen“ durchaus in seiner doppelten Bedeutung von einmal einfach konsumieren und einmal mit Genuss zu mir nehmen. Wobei ich inzwischen Bier im Standardfall in der alkoholfreien Variante trinke — nicht so sehr, um einen unpassenden Rausch (Autofahren!) zu vermeiden, sondern mit Blick auf den Energiegehalt des Alkohols: alkoholfreies Bier hat ca. 40 % weniger Kalorien als mit Alkohol.
    2. Alkohol hat wichtige sozialpsychologische Funktionen — seit 12 Jahrtausenden: das war vor einiger Zeit auch in „Bild der Wissenschaft“, dass der Mensch zuerst Brauer war, bevor er zum Bäcker wurde. Das nicht begriffen zu haben, daran leiden die USA bis heute. Viele Probleme mit der Organisierten Kriminalität „verdanken“ sich der Prohibition, die vielfach mafiöse Strukturen erst hat entstehen lassen.
    3. Was die Kosten angeht: vor vielen Jahren sah ich mal einen schwedischen Kurzfilm, in dem genüsslich im Einzelnen dargestellt wurde, welche positiven Auswirkungen ein Unfall auf der Autobahn für das Bruttosozialprodukt hat…

  8. „Die Autonomie und Freiheit der Menschen muss man hier zwingend miteinbeziehen.“

    Ganz neue Worte von Schleim.
    An anderer Stelle (TP) und im Zusammenhang mit Kritikern der Corona – bzw. repressiver medizinischer Maßnahmen las sich das regelmäßig ganz anders.

  9. Freude und Frohlocken im Weingenuss Psalm 104:15
    Der Wein als Geschenk Gottes an den Arbeiter Prediger 9:7
    Wein als Medizin für diejenigen, die Kummer leiden Spr 31:6, 7
    Wein macht das Leben angenehm Prediger 10:19
    Wohl aber gibt es den Hinweis nicht zu übertreiben Sprüche 23:29-31
    Oder für Verantwortungsträger ihren Konsum von Wein zu überdenken 3Mo 10:8, 9; Hes 44:21 Sprüche 31:4, 5 + 1Ti 3:3, 8

    Nicht zuletzt ist das erste Wunder Jesu Wasser in Wein zu verwandeln und wann war das? Als alle schon trunken waren und der so geschaffene erstklassige Wein am Ende serviert wurde.

    Mögen diejenigen einen Fluch erleiden, die dem einfachen Mann den Alkohol stehlen und den Menschen das Leben schwer machen. Pharisäer allesamt – Saufen Champus mit Kriegstreibern lustig schwelgend während andernorts sinnlos Menschen abgeschlachtet werden.

    Wie sagte ein ältelicher Herr bei einer Museumstour? Früher da gab es in der Bergbaugegend immer 20 Kneipen und 1 Arzt, heute 20 Ärzte und eine Kneipe.

    Wir sehen das es nur und ausschließlich darum geht, den Menschen das wegzunehmen, was ihnen Freude bereitet. Ja, Alkoholmißbrauch ist ein Übel, aber gelegentlicher Mißbrauch macht keinen Alkohlismus und keinen Verbrecher aus einem Menschen.
    Dieselben Gesellen, die mit Härte und Gesetzesbruch, wider jegliche Würde des Menschen kämpfen, sie einsperren, spalten und frieren lassen ihnen leckeres Essen und Fleisch madig machen, dieselben Leute sind es, die das Schlückchen der Freude dem einfachen Manne nicht vergönnen können! Sie sind widerwärtige Neider und spritzen ihren krankhaften Neid und Hass auf jeden Menschen, der etwas Charakter und Menschlichkeit in sich trägt, gern mal etwas daneben geht und sich allzumal dies verziehen kann. Denn diesen Charakter, diesen Geist des Freuens am einfachsten Sein und fünfe grade sein lassen – das spiegelt sich im feinen Trankesrauschprozess.

    Natürlich hasst der Neo-Feudale Tugendherrscher diese Freiheit, die Liebe an der einfachsten Freude einer sinnlosen Lebensfreude um der Freude an sich!

    Man mag hier einfach mal an die kleinen Hobbits denken und sich klar machen wer diese Tugendwedler eigentlich sind in den Augen des Schriftstellers und in welchem Zustand sie geistig-moralisch sich befinden mögen? – So gekettet an der Macht – mit einem Ringglied verfangen am anderen Ringglied der Macht – vereinsamt in ihrem Narzismus jagen sie als spiegelbildbefreite Untote den einfachen Menschen nach ihnen das einfache Leben stehlen! Denn sie selbst haben keines mehr denn sie sind nur eine Ausgeburt ihres Hasses auf das Leben und streben mit Gier nach Macht und Kontrolle um das was sie als Leben hassen zu kontrollieren, zu manipulieren zu verändern bis es zu einer Ausgeburt ihrer eigenen inneren kaputten Leere wird – ein totes Möchtegerne-Abbild von Leben ohne Lebendigkeit. Auf dem Reißbrett eines leeren Geisteslebens gezeichnet. Reine Tristess ohne Leben, ohne Liebe ohne Würde aber mit vielen einzuhaltenden Ritualen, den alltäglichen Schaffensbeweisen der eigenen Tugend und Übermenschlichkeit, wer am lautesten Tugendhaftigkeit darstellen kann.
    Riten sind im schlimmsten Falle schwere Zwangshandlungen und das muss jetzt jeder mitmachen – Ausser ihnen selbst, denn sie stehen ja darüber – sie sind die Macher die Bestimmer, geradezu die Götter – Die Erschaffer und Herren, Macher und Regelkonstrukteure dieser religiösen Schein-Riesen-Bewegung!

    Sie legen die Stöckchen vor, der Rest muss drüberspringen. Das haben die Macher natürlich nicht nötig – Im tiefsten Narzismus ihres Selbst ist jeder eigene Übertritt kein Fehltritt sondern eine Geste der Überlegenheit, die in ihnen wohnt.

    Natürlich, alles ein wenig überspitzt formuliert und aus einem „ganzheitlichen Blickwinkel“ – da gibts ja kein TM – insofern scheints erlaubt.

  10. Ohne Herrn Schleim beleidigen zu wollen: Zu dem Thema hätte man aber wahrlich weitaus mehr an herzerfrischender Originalität einbringen können – vor allem kulturhistorisch/kuriose/interessantere Details als „Trägersubtanz“, um die Materie mit etwas schmackhaften Aromen zu versehen. Aber leider bleibt es für mich, – pardon – ein kratziger „Raubrand“, der bestenfalls zu harmlosen Sodbrennen führen kann aber stilistisch, humoristisch völlig Geschmacks und geruchlos bleibt. Aber nur auf, nun ja, „StrgC+StrgV“ „nüchterne“ Fakten in quälend langatmiger Weise hinzuwesen, ohne kulturgeschichtliche Aspekte zu generieren, tut mir leid Herr Schleim, damit kann man vielleicht einen Vortrag bei der AOK oder der Technikerkrankenkasse halten – wo nach dem schreckhaften Erwachen des Publikums, Brötchen und Prosecco gereicht wird.

    Fazit: Wenn man diesen Thema einem Publikum „verkaufen“ möchte, brauche ich genügend heitere Momente – umd dann Fakten einzufügen. Mir fehlt bei diesen Artikeln das dramaturgische Gespür, das packende Element, um den Leser für die Materie fesselnd, zu interessieren. Und ja: „Schreibzwang“ allein, ist leider zu wenig, für ein so wichtiges Thema – das eben anders aufbereitet gehört.

    Aber gut, meine Meinung ist nicht entscheidend, ich werde mich aber in strenger Abstinenz üben, sollte das „nächste Fass“ aufgemacht werden.

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