Ukrainische Regierung: Keine Kompromisse

Am Montag feierte Asow den „Heldentag“. Die Kämpfer trugen das „Gebet des ukrainischen Nationalisten“ vor, die Veranstaltung erinnert wohl nicht zufällig an Nazi-Aufmärschen.

Die ukrainische Regierung zieht rote Linien, besteht darauf, dass sie alleine über Krieg und Frieden entscheidet, verlangt mehr Waffen und scheint militärisch im Donbass in Bedrängnis zu sein.

Mikhail Podolyak, der Berater des Leiters des Präsidialamtes, machte gestern noch einmal in Reaktion auf „prorussische Lobbyisten“ die Haltung der ukrainischen Regierung deutlich und setzte eine rote Linie. Es werde kein Minsk 3 und keine Übergabe ukrainischer Gebiete an Russland geben, sondern der Kampf werde an allen Fronten fortgesetzt. Forderungen nach Kompromissen, die auch von der New York Times erhoben wurden und „einen Waffenstillstand, einen eingefrorenen Konflikt und die Übergabe eines Teils der Gebiete um des Friedens willen“ beinhalten, werden von Podolyak strikt abgelehnt: „Die Ukraine wird sich an dieser Diskussion nicht beteiligen.“

Von der ukrainischen Mission überzeugt und auf Sieg setzend fuhr er fort: „Die ukrainische Gesellschaft hat einen schrecklichen Preis bezahlt und wird niemandem erlauben, auch nur einen Schritt in diese Richtung zu tun – nicht einer einzigen Regierung, nicht einem einzigen Land.“ Das klingt nach einer Drohung und soll vermutlich eine sein, um eine solche Diskussion zur Beendigung des Kriegs zu verhindern. Bislang konnte die ukrainische Regierung mit ihrem Präsidenten, der dank der Online-Übertragung seiner mehrmals täglichen Reden einen enormen moralischen Druck auf die westlichen Länder ausüben. Wenn nun Politiker und Menschen, die Überlegungen zur Beendigung des Krieges anstellen, ohne auf die rein militärische Lösung und einen langen, verheerenden Krieg zu setzen, als „prorussische Lobbyisten“ bezeichnet werden, dann bedeutet das auch, dass die ukrainische Führung in Kiew den Ton angeben soll und der Logik folgt: Wer nicht für uns ist, ist unser Feind.

Moralische Erpressung

Das trifft etwa auch Henry Kissinger – keineswegs ein Pazifist -, der die Ukraine aufforderte, einige Gebiete an Russland abzutreten, um ein Friedensabkommen zu ermöglichen. Am besten sei eine Rückkehr zu der Situation vor dem Krieg. Eine Fortsetzung des Kriegs könne langfristig zu schrecklichen Folgen für Europas Stabilität führen. Ähnlich hatte der Editorial Board der New York Times argumentiert und die ukrainischen Vertreter des Kriegskurses aufgeschreckt.  Evropeyska Pravda und Ukrayinska Pravda haben eine Entgegnung veröffentlicht, in der verteidigt wird, dass es um die vollständige Wiederherstellung der ukrainischen Territorialität geht und hier kein Kompromiss möglich sei:

„In der ukrainischen Gesellschaft herrscht Konsens darüber, dass die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine, einschließlich des Donbass und der Krim, die einzige Formel für den Sieg ist. Die gleiche Meinung wird öffentlich von der ukrainischen Regierung und dem Militär geteilt. Alle anderen Optionen bedeuten entweder, dass der Krieg noch andauert und noch nicht vorbei ist, oder dass die Ukraine verloren hat.“

Allein die Ukraine – wer ist das? – entscheide darüber, was Sieg und Niederlage bedeute. Wenn der Westen die Ukraine zur Abtretung von Gebieten zwingen wolle, könne man andere Staaten nicht mehr überzeugen, sich in Richtung Demokratie zu bewegen, und zerstöre man das globale Sicherheitssystem. Manche in der Ukraine haben sich darin verrannt, unterstützt durch Apologeten im Westen, dass in der Ukraine die Freiheit und die Demokratie gegen einen übermächtigen Aggressor verteidigt wird. Schon die Vorstellung ist absurd, wenn man sich betrachtet, welche Mühen Russland hat, nur Teile der Ukraine einzunehmen, während vermieden wird, die Nato zu provozieren, abgesehen von rhetorischen Äußerungen. Aber die ukrainischen Nationalisten sehen das anders und geben vor – ob sie es selbst glauben, ist eine andere Sache -, dass am Sieg der Ukraine das Wohlergehen und die Sicherheit des Westens hängt: „Glücklicherweise verstehen viele westliche Politiker diese Herausforderungen. Sie verstehen, dass der Westen die Unterstützung der Ukraine und den Sieg der Ukraine nicht weniger braucht als Kiew. Und das einzige, was noch einmal betont werden muss, ist, dass die Ukraine im richtigen Moment selbst entscheiden wird, was sie als ihren taktischen Sieg betrachtet.“ Damit sollen sich alle Unterstützerstaaten doch gefälligst den Entscheidungen der ukrainischen Regierung unterwerfen. Kaum vorstellbar, dass diese Erpressung lange erfolgreich sein kann, wenn die Interessen der Ukraine und „des Westens“ oder mancher westlichen Länder nicht (mehr) identisch sind. Kiew ist dabei, im politischen Spiel zu überreizen.

Kiew hat sich einen Ton der moralischen Erpressung angewöhnt, der nicht nur einer nachvollziehbaren Verzweiflung entspricht, sondern kalkuliert als Mittel eingesetzt wird, eigene Interessen auf Unterstützung und Ziel des Krieges durchzusetzen, was längere Zeit gut funktioniert hat. In Deutschland hat der ukrainische Botschafter Melnyk diese Taktik teils auch grobschlächtig zelebriert. Wie weit Kiew mit der Forderung nach bedingungsloser Unterstützung und dem Setzen auf Sieg von Washington, London und/oder Warschau bestärkt wird, ist eine andere Sache.

Das Auftreten der Ukraine steht im Widerspruch zu ihrer Abhängigkeit

Allerdings ist die Ukraine nicht nur militärisch abhängig von den westlichen Unterstützerländern, sondern auch finanziell. Ohne den fortlaufenden Strom an Waffen und Finanzen wäre die Ukraine wahrscheinlich schon trotz allem Heroismus zusammengebrochen. Gerade erst hat der Finanzminister Serhiy Marchenko wieder darauf hingewiesen, dass die Ukraine zur Aufrechterhaltung der staatlichen Strukturen und zur Zurückbezahlung von ausländischen Krediten Finanzhilfen von monatlich mindestens 5 Milliarden US-Dollar benötigt. Da sind die Militärhilfen vermutlich nicht enthalten. Die durch den Krieg eingebrochene Wirtschaft führt zudem zu sinkenden Steuereinnahmen.  Im Mai habe man bisher aber nur 1,2 Milliarden von den internationalen Partnern erhalten, bis Ende des Monats würden es 2 Milliarden. Im März waren es 3 Milliarden, im April 1,7 Milliarden.

Bis zu einer Milliarde könne man mit Kriegsanleihen einnehmen, die Nationalbank kann nach dem Kriegsrecht Kriegsanleihen aufkaufen und damit dem Staat Geld leihen. Man werde Letzteres nicht als primäres Mittel einsetzen, so der Finanzminister, aber wenn es im Finanzministerium Liquiditätslücken gibt, werde man sich an die Nationalbank wenden.  Am 9. Mai hatte die Nationalbank zum fünften Mal Kriegsanleihen im Wert von 30 Milliarden UAH (950 Millionen Euro) aufgekauft. Bis zum 23. Mai hat die Nationalbank seit Beginn des Kriegs Anleihen in Höhe von 67,4 Milliarden UAH (2,2 Milliarden Euro), 144 Millionen US-Dollar und 176,5 Millionen Euro in 33 Aktionen verkauft. Das sind Tropfen auf den heißen Stein. Und nach dem Krieg wird es auch nicht schnell anders. Es muss wohl weiter aufgerüstet werden und es muss der Wiederaufbau finanziert werden.

Interessant ist, dass Außenminister Kuleba auf dem Weltwirtschaftsforum die Kritik auch gegen die Nato wendete und plötzlich die EU lobte: „Viele in der Nato haben den moralischen und professionellen Boden verloren, Kommentare über die Ukraine zu machen.“ Es gebe eine Gruppe von Nato-Verbündeten, die die Ukraine unterstützen: „Aber zu Beginn des Krieges, glaubten die Menschen der Ukraine, dass die Nato eine mächtige Streitkraft war und dass die EU nur unterschiedliche Formen der Sorge zum Ausdruck bringen kann. Aber der Krieg ist immer ein Test, der Masken herunterreißt, und wir sahen die wirklichen Gesichter. Wir haben revolutionäre innovative Entscheidungen der EU gesehen, von denen sie selnst nicht erwartet hatten, dass sie sie treffen werden. Und wir sehen die Nato als eine Allianz, als eine Institution, die auf der Seitenlinie steht und buchstäblich nichts macht.“

Es steht schlecht für die Ukraine im Donbass

Kuleba sagte, die Lage sei „extrem schlecht“. Er fordert dringend Mehrfachraketenwerfer. Washington müsse sein Versprechen halten und schnell liefern, damit auch die anderen Staaten folgen: „Washington das Versprechen halten und uns so schnell wie möglich Mehrfachraketenwerfersysteme liefern: „Jeder Tag, an dem jemand in Washington, Berlin, Paris und anderen Hauptstädten sitzt und überlegt, ob sie etwas tun sollten oder nicht, kostet uns Leben und Gebiete.“ Auch Präsident Selenskij hat sich auf die Sendung von mehr Waffen versteift, mit denen angeblich nicht nur die Ukraine verteidigt oder zum Sieg verholfen wird, sondern gleich die ganze Welt gerettet wird: „Die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine – MLRS, Panzer, Anti-Schiffs- und andere Waffen – ist die beste Investition in die Aufrechterhaltung der Stabilität in der Welt und die Verhinderung vieler schwerer Krisen, die 🇷🇺 noch immer plant oder provoziert hat.“

Was er nicht sagt, dass auch mehr schwere Waffen bestenfalls zu einem Stellungskrieg führen, der Städte und Dörfer weiter zerstört und Menschenleben kostet. Wie weit die Ukraine gehen wird, bevor man vom Ziel des Siegs abrückt und zu Verhandlungen übergeht, sagt die ukrainische Regierung nicht, die sich nur weiter darauf versteift, Russland auch aus der Krim zu verdrängen und nicht über einen Sonderstatus der separatistischen „Volksrepubliken“ sprechen zu wollen. Welches Ziel „der Westen“ verfolgt bzw. was Russland angeboten wird, um in Verhandlungen einzutreten, ist völlig unklar. Russland, so ist zu befürchten, wird nun alles daran setzen, den Donbass zu erobern und den Süden zumindest bis Cherson dauerhaft zu besetzen oder gleich an Russland anzuschließen, worauf die Ausgabe von russischen Pässen und Vorbereitungen zu Referenden hindeuten. Russland müsste sich dann allerdings auf einen zermürbenden Dauerkrieg und Terrorismus  in einem großen Gebiet mit vielen Städten einstellen, ähnlich wie die Lage bereits zwischen der Ukraine und den Volksrepubliken war. Das dürfte kein gefrorener Konflikt werden, sondern würde heiß vor sich hin brodeln. Was man auf jeden Fall annehmen muss, ist, dass Verhandlungen über einen möglichen Waffenstillstand und eine Friedenslösung um so schwieriger werden, je länger sich der Krieg hinzieht und beiden Seiten keinen Kompromiss mehr eingehen können, ohne innenpolitisch ihre Macht zu gefährden.

Unfähigkeit zur Diplomatie beweist auch das Gezerre um Getreidelieferungen. Russland hat angeboten, einen humanitären Korridor für Schiffe mit ukrainischem Getreide im Schwarzen Meer zu eröffnen, wenn bestimmte Sanktionen fallen gelassen werden und die Ukraine die Seeminen räumt. Der Handel wird von der Ukraine als „Erpressung“ abgelehnt. Das wird von Scharfmachern wie Großbritannien unterstützt. Das geht von beiden Seiten auf Kosten der Menschen, die wegen der hohen Getreidepreise hungern müssen.

Und ob die Fortsetzung des Kriegs mit den Maximalzielen im Interesse der Bevölkerung ist, ist auch fraglich. Es ist deutlich geworden, welche Verwüstungen der Krieg zur Folge hat, da er vor allem in den Städten geführt wird. Im Donbass haben die ukrainische Armee und die Freiwilligenverbände in den Städten seit 2014 Festungen eingerichtet, weswegen der Krieg vor allem in den Städten geführt wird, die von beiden Seiten zerstört werden. Kiew erklärt, alle Zerstörungen würden nur auf die russischen Angriffe zurückzuführen sein, was natürlich eine Desinformation ist.

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13 Kommentare

  1. „Interessant ist, dass Außenminister Kuleba auf dem Weltwirtschaftsforum die Kritik auch gegen die Nato wendete und plötzlich die EU lobte“
    Und warum? Weil sich die EU begeistert ins ökonomische Knie schießt, was in der NATO nicht präferiert wird?

    Und warum braucht man Mehrfachraketenwerfer? Weil die Russen schon vergangene Woche die Verteidigungslinie durchbrochen haben und dabei sind wichtige ukrainische Verbände einzukesseln?

    Und warum kommt der Weizen nicht auf den Markt? Wegen den Russen oder wegen der Ukraine und dem Westen? Liest sich hier anders.

    „Der Westen sabotiert den Versuch des UN-Generalsekretärs, die globale Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern: Er verweigert Zugeständnisse bei den Russland-Sanktionen.“
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8927

    „Wenn der Westen die Ukraine zur Abtretung von Gebieten zwingen wolle, könne man andere Staaten nicht mehr überzeugen, sich in Richtung Demokratie zu bewegen, und zerstöre man das globale Sicherheitssystem.“

    Das „globale Sicherheitssystem“ – Sicherheit für wen eigentlich? – zerbröselt ohnehin schon. Die USA laden die „Americas“ ein, und womöglich kommen nur die eigenen Spießgesellen, die immer weniger werden.

    https://original.antiwar.com/ted_snider/2022/05/25/losing-latin-america/

    1. Zum Thema „Die Welt verhungert – und Russland ist schuld“ ist dieser Hintergrundartikel noch empfehlenswert:

      http://thesaker.is/grains-of-deceit/

      Und was denWettlauf der ukrainischen Beschimpfer ihrer westlichen Unterstützer und Ratgeber um den 1.Preis bei den Beleidungen angeht, scheint mir eine wichtige Person zu fehlen:

      https://rtde.website/international/139428-selenskijs-prasidialburo-zu-westlichen-vertretern-fxxxt-euch-ihr-dummfxxxer/

  2. Habe mir erlaubt, zwei Absätze umzuschreiben. Es drängte sich regelrecht auf:

    „Wenn der Westen Jugoslawien zur Abtretung von Gebieten zwingen wolle, könne man andere Staaten nicht mehr überzeugen, sich in Richtung Demokratie zu bewegen, und zerstöre man das globale Sicherheitssystem.“

    „Die Lieferung schwerer Waffen an Jugoslawien – MLRS, Panzer, Anti-Schiffs- und andere Waffen – ist die beste Investition in die Aufrechterhaltung der Stabilität in der Welt und die Verhinderung vieler schwerer Krisen, die der Weltterrorist USA zusammen mit seinen Marionetten noch immer plant oder provoziert hat.“

    Eine Spiegel-Schlagzeile („Milosevic-Prozess – Der Schlächter vor Gericht“) könnte aktualisiert nun so lauten: „Poroschenko- / Selenskyj-Prozess – Die Schlächter vor Gericht“.

    Wenn es hier schon um den „Internationalen Strafgerichtshof“ geht: dass diese Konstruktion nicht neutral / unpolitisch agiert, dürfte bekannt sein. Könnte es für den Weltfrieden förderlich sein, wenn man einen zweiten „Internationalen Strafgerichtshof“ schafft, der dann die vielen „blinden Flecken“ verhandelt? Dort werden dann die Gräuel des Wertewestens behandelt. Aus meiner Sicht könnte die Schaffung dieses zweiten Strafgerichtshofes sinnvoll sein. Der Sitz könnte in Moskau oder Peking sein.

  3. Die strategische Entscheidung das Stahlwerk in Mariupol in weicher Form kleiner Kessel zu erobern, ist offenbar die generelle neue Taktik der Russen.
    Gleichzeit erklärt man, das es jetzt inzwischen nicht mehr darum geht die alten Grenzen der beide Provinzen wieder herzustellen, sondern man hat erkannt, dass man für die Zukunft eine gut zu sichernde Grenze braucht.
    Der untere Lauf des Dnepr auf einer Länge von 500 km wird wohl zu einem Teil diese Anforderungen erfüllen, und das wird man auch mit Sicherheit erreichen, denn die Ukraine ist ja noch nicht mal Willens und in der Lage, die nun inzwischen geborgenen Gefallenen aus Asowtal, für eine würdige Beisetzung zu übernehmen.
    Krieg ist generell etwas Abartiges – aber wer seine Toten nicht achtet, hat das Leben nicht verdient. In Kiew haben Unmenschen momentan das Sagen, und wir im Westen sollten uns von denen rechtzeitig distanzieren.

  4. Eine sehr gute Bestandsaufnahme, die das aufzeigt, was der aufmerksame
    Beobachter schon länger kommen sah. Es wird ein
    Diktatfrieden und der weiter von der NATO/USA finanzierte Terror in den „befreiten“ Gebieten sein. Es bleibt so ein „Nebenkonflikt“ für die USA, deren nächster Feind schon ausgemacht hat ist. Dabei braucht China nur freien Handel, um irgendwann die erste Geige zu spielen.

  5. „Wie weit die Ukraine gehen wird, bevor man vom Ziel des Siegs abrückt und zu Verhandlungen übergeht, sagt die ukrainische Regierung nicht….“

    Immerhin ist sie (die politische Führung) inzwischen so weit, jeden Mann von der Straße weg für den Volkssturmzu rekrutieren und fernab der Heimat an der Front in der Ostukraine einzusetzen – ohne Kenntnis von Waffen und Gelände. Wie lange die militärische Führung die aus ihrer Sicht sinnlosen Befehle (Verweigerung eines Rückzugs, unnötige Opfer) noch mitmacht, bleibt abzuwarten.

    Und da faselt ein Ben Hodges etwas von ukrainischer Gegenoffensive:

    „“I think we’re going to see a culmination by the Russians, a transition to a counter offensive by Ukraine, and they are going to get Russia back to the 2023 February line, I think, candidly, by the end of summer,“ Hodges said.“

    Und „Presidential advisor Oleksiy Arestovych said in early May that a major counteroffensive by the Armed Forces of Ukraine was possible no earlier than mid-June.“

    https://english.nv.ua/nation/ukraine-s-counteroffensive-will-change-the-course-of-the-war-in-its-favor-ukraine-military-news-50243274.html

    Man kann allen ukrainischen Männern, die noch frei herumlaufen nur raten, sich irgendwo im Keller oder in den Wäldern zu verstecken, statt sich in aussichtslose Kämpfe schicken zu lassen.

    Diese Headline dürfte realistischer sein:

    „Die Ukrainer verlieren den Willen, für Zelensky zu sterben“

    https://vz.ru/world/2022/5/25/1160045.html

  6. Es kann nicht im Sinne einer „Völkergemeinschaft“ sein, einen nationalistisch größenwahnsinnigen Krieg ewig am köcheln zu halten, zumal sich die wirtschaftlichen Situationen global, verheerend auswirken. (Klar jeder Krieg gebiert auch „Kriegsgewinnler“)

    Was würde eine UN nützen, wenn sich die „heldenhaften“ Ukrainier, jeglicher Aufforderung zu Verhandlungen, frech widersetzen, um abermals mit FRECHEN Forderungen, für eine Verlängerung des – hoffentlich – verlorenen Krieges einzusetzen??

    Die einzige Lösung wäre, die Ukraine nun an den Verhandlungstisch zu zwingen – und JEDE Verhandlung beinhaltet eben auch Kompromisse. Es darf nicht nur einen „Gewinner“ geben, sondern ALLE sollten mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden sein.

    Derzeit, schaut es aber auch dank westlicher Hilfe, die den Größenwahn und die Frechheit nur fördert, leider anders aus.

    Und gerade jetzt müsste man sagen: Aus, wir respektieren den Wunsch nach Eigenständigkeit, aber so wie ihr euch das vorstellt, geht es nicht. Sollten dann weitere „Forderungen“ und Beschimpfungen folgen – gut, dann halten wir uns heraus. Macht es alleine. Keine Gelder, keine Waffen mehr. Denn eines ist auch klar: sollte die Ukraine tatsächlich gut aussteigen, so wird sie für die „westlichen Partner“, keinesfalls ein „wertvolles Mitglied“ sein, sondern ein höchst unbequemer Staat, der – sofern in der EU – mit täglich neuen Forderungen, für Unfreiden sorgen. Es wird die Diktatur im Pelz einer räudigen Demokratie bleiben – und wenn gegen sie dank mangelnden „Minderheitenschutzes“ Sanktionen erwogen werden, ist eines sicher: Wieder werden sie die längst abgegriffene Trotzkarte spielen, um darauf hinzuweisen, dass SIE ES WAREN; DIE FÜR WESTLICHE WERTE; GESTORBEN SIND.

  7. Die Realität wird die verschiedenen ukrainischen und ausländischen „Zelenskiys“ an den Verhandlungstisch zwingen, oder das ukrainische Volk entledigt sich von seinen Scharfmachern – bevor alles zu Grunde geht. Polen steht zur Einverleibung der Ukraine bereit – ein NATO-Land eben.

  8. Was Kissinger fordert, ist genau so unrealistisch wie die Forderung nach einer Rückgabe der Krim. Es wird natürlich keine Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem Krieg geben. Das kann sich Russland gar nicht leisten, denn es stünde dann als Verlierer da, der einen sinnlosen Krieg führte. Russland wird einen Preis für diesen Krieg fordern, zu dem es sich gezwungen sieht, und ihn auch erhalten! Die Ukraine aber kämpft bis zum „Endsieg“, also bis zum Zusammenbruch und zur bedingungslosen Kapitulation. Dieses Verhalten ist für faschistische Desperados einfach typisch. Wie funktioniert es? Die Wehrpflichtigen sitzen nun im Donbass in hoffnungsloser Situation fest. Die terroristischen Söldnerbataillone haben inzwischen die Aufgabe, das System an der Heimatfront zu verteidigen, nämlich jeden Widerstand gegen die in der Ukraine regierende Desperadoclique zu unterdrücken und gegebenenfalls niederzuschlagen, ähnlich wie die SS im Dritten Reich. Aber Kissinger hat recht, wenn er behauptet, dass eine Fortsetzung des Kriegs langfristig zu schrecklichen Folgen für Europas Stabilität führen könnte. Offensichtlich geht man in der EU davon aus, dass Russland zuerst kollabiert. Aber Länder mit Rohstoff- und Energieressourcen können sich behaupten, wenn sie wollen. Das zeigen zum Beispiel Venezuela und der Iran. Und ich glaube nicht an einen zermürbenden Dauerkrieg und Terrorismus. Das gab es auch nicht nach der Zerstörung Jugoslawiens. Was verteidigt die Ukraine eigentlich so heldenhaft. Ist es der Wohlstand? Mit einem BIP/Kopf von 3116 USD liegt sie an letzter Stelle der europäischen Länder. Mit 6222 USD ist es in Belarus doppelt so hoch und in Russland beträgt es 11787 USD. Oder ist es das Recht, indigene Bevölkerung zu sein? Nach der sogenannten „Entnazifizierung“ wird es wie seinerzeit in Deutschland um Wohlstand gehen, und man wird registrieren, dass das ohne Russland nicht geht.

  9. Hier einige Wahrscheinlichkeiten: An Kompromissen für eine Friedenslösung hat zurzeit keine Seite Interesse, da man sich mitten in Kampfhandlungen mit offenen Ausgang befindet.
    Die russische Seite wird wieder ernsthafte Angebote machen, wenn das komplette Gebiet der „Volksrepubliken“ unter Kontrolle ist. Dazu ist aber noch eine schwere Schlacht um die Großstädte Kramatorsk und Slowjansk notwendig.
    Die ukrainische Seite wird erst wieder zu Kompromissen bereit sein, wenn sie komplett von der Schwarzmeerküste abgeschnitten ist, nachdem ein russischer Vorstoss bis zur moldauischen Grenze erfolgt ist, auch ohne die Einnahme von Odessa. Das dürfte aber erst nächstes Jahr ein Thema werden.

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