Über 10 Millionen Ukrainer auf der Flucht

 

Mehr als als 3 Millionen sind nach der UNHCR in die Nachbarländer geflohen, darunter 1,5 Millionen Kinder.  6,5 Millionen sind innerhalb des Landes geflüchtet, viele sitzen noch in Städten fest.

Der Krieg in der Ukraine hat schon in den ersten Wochen zu einer Massenflucht geführt. Schon mehr als 3,2 Millionen Ukrainer sind nach UNHCR-Angaben seit 24. Februar in das Ausland geflüchtet, nach Polen alleine mehr als 2 Millionen, nach Russland lediglich 184.000 sowie 50.000 weitere, die zwischen 21. und 23. Februar aus den „Volksrepubliken“  evakuiert worden. 90 Prozent der in die Nachbarländer Geflüchteten sind Kinder und Frauen. UNHCR befürchtet, es könnten 4 oder sogar 5 Millionen werden, die die Ukraine verlassen.

Nach dem Global Protection Cluster (GPC), einem Netzwerk von NGOs, UN-Behörden und internationalen Gruppen, sollen weitere 6,5 Millionen im Land geflüchtet sein, um Schutz zu suchen. Damit wäre  fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung geflüchtet, Teile der Ukraine entleeren sich.

Und es stecken viele Menschen in den umkämpften Städten fest. Allmählich scheinen sich die Kriegsparteien auf sogenannte humanitäre Korridore einigen zu können. Sie sind deswegen schwierig einzurichten, was auf Kosten der Menschen geht, weil die Stadtverteidigung eher die Zivilisten zurückhalten will, um die Wucht des Bombardements zu schwächen, die Einnahme hinauszuzögern und die Angreifer für zivile Opfer propagandistisch verantwortlich zu machen, während die russischen Angreifer die Städte schnell von Zivilisten räumen würde, die dann propagandistisch am besten nach Russland geleitet werden sollen, um dann massiv mit der Überlegenheit der Waffen die Stellungen der Verteidiger zerstören oder zumindest die eingekesselten Truppen kaltstellen zu können.

Allein in Mariupol sollen noch 350.000 Menschen auf eine Evakuierung warten, nur wenigen Tausend ist es bereits gelungen, die Stadt zu verlassen.Die Bedingungen sind hart, es mangelt an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten. Je nachdem welcher Seite man zuhört, ist die Rede davon, dass die russischen Truppen zivile Ziele beschießen und eine Flucht verhindern, oder davon, dass die Milizen der Nationalgarde wie Asow die Menschen festhielten, sich in Gebäuden festsetzten und Stellungen in Wohngebieten errichteten. Sollte der Krieg also noch weitergehen, wird sich die Zahl der Flüchtlinge noch erhöhen.

„Über 12 Millionen Menschen sitzen schätzungsweise in den betroffenen Gebieten fest  oder können  diese aufgrund erhöhter Sicherheitsrisiken, der Zerstörung von Brücken und Straßen sowie dem Mangel an Ressourcen und Informationen darüber, wo man Sicherheit und Unterkunft finden kann, nicht verlassen“, schätzt GPC.

Nach UNICEF sind seit 24. Februar 1,5 Millionen Kinder aus der Ukraine geflüchtet, fast die Hälfte aller, die Zuflucht und Schutz in den Nachbarländern suchen.  Darunter sind auch unbegleitete Kinder, wenn auch offenbar relativ wenige. Geflüchtete Kinder seien „extrem gefährdet“ von ihren Eltern getrennt, missbraucht oder von Menschenschmugglern ausgebeutet zu werden.  Die Regierungen werden aufgefordert, beim Grenzübergang auf gefährdete Kinder zu achten.

Nach OHCHR wurden seit Kriegsbeginn bis zum 19. März 847 Zivilisten getötet (155 Männer, 119 Frauen, 64 Kinder, bei 509 konnte das Geschlecht nicht festgestellt werden. Im Donbass wurden insgesamt 240 Menschen getötet, in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten 187, in den „Volksrepubliken“ 53. Nach OHCHR liegt die wirkliche Zahl der zivilen Opfer wahrscheinlich deutlich höher, da die Kämpfe zugenommen haben und viele Berichte erst bestätigt werden müssen. Die meisten Opfer gibt es durch Beschuss mit schwerer Artillerie oder Raketenwerfern.

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2 Kommentare

  1. Wieso ist die Asow Einheit oder auch anderes Militär nicht an der Front, sondern in den Städten? Diese Militärstrategie verstehe ich nicht. Oder sind sie da, weil es dort die Zivilisten gibt?
    Sie könnten ja auch den dänischen Weg gehen, also kapitulieren. Da sie keine Nazis sind, haben sie doch nichts zu befürchten.

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