Selenskij geißelt die Deutschen wegen mangelnder Unterstützung

Der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj spricht per Videoübertragung im Deutschen Bundestag. Bild: Thomas Trutschel / photothek

 

Der ukrainische Präsident strapaziert mit seinen Appellen zur Unterstützung der Ukraine die Wahrheit und verschweigt schon mal, was nicht in den heldenhaften Kampf passt.

Der ukrainische Präsident Wolodymir Selenskij reist gerade virtuell um die Welt, um die weitere Unterstützung der Ukraine auch mit Waffen und am liebsten mit Kriegsbeteiligung durch eine Flugverbotszone zu organisieren. Die Ukraine wird dabei zum Vorposten der Freiheit verklärt, der um jeden Preis verteidigt werden muss, auch womöglich mit einem dritten Weltkrieg oder dem ersten Nuklearkrieg, den die USA in Hiroshima und Nagasaki schon einmal getestet und dabei beide Städte mit ihrer Zivilbevölkerung, die keine Chance zur Flucht hatten, vernichtet haben.

Nach dem Einfall der russischen Truppen in die Ukraine ist natürlich verständlich, dass Selenskij mit Übertreibungen, heroischer Kampfbereitschaft und viel Moral Unterstützung einfordert. Das hat er auch in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag gemacht – unter großem Beifall der von Selenskij gerügten deutschen Politiker, denen er vorwirft, nur auf die Wirtschaft geachtet zu haben: „Wir versuchen es zu verteidigen – ohne Ihre tatkräftige Unterstützung.“ Und die Ukrainer verteidigen nach Selenskij nicht nur ihr Land, sondern auch Europa (zu dem Russland offenbar nicht gehört) und sowieso die ganze freie Welt, was derzeit allerorten verbreitet wird.

Dabei griff er zur Metapher der Mauer und wollte damit auf die Mauer durch Deutschland aus dem Kalten Krieg anspielen, indem er sich in die Fußstapfen von Ronald Reagan stellte und verlangte, die neue Mauer einzureißen und der Ukraine zu helfen, was die Menschen in den USA machen würden.  Dabei strich er gegenüber den Abgeordneten heraus, dass er ebenso wie Reagan kein normaler Politiker ist, sondern ein Schauspieler, ein Quereinsteiger. Gerade hat US-Präsident Joe Biden wieder 800 Millionen US-Dollar an Militärhilfe bewilligt – um das Blutvergießen und die Zerstörung fortzusetzen, ohne Initiative zu einer diplomatischen Beendigung des Kriegs zu ergreifen, aber dafür mit vom „neuen Europa“ begrüßten Versuchen, auch schwere Waffen in die Ukraine zu bringen, eine Ausweitung des Kriegs zu riskieren – die USA sind ja weit entfernt, was bei einem Krieg mit Russland aber eine Täuschung wäre.

Selenskij griff auch nach Erwähnung der Luftbrücke nach Berlin, die jetzt – wegen der fehlenden Flugverbotszone muss man wohl ergänzen – nicht eingerichtet werden kann, auf die historische Schuld Deutschlands und dabei auf die Massenerschießungen in der Schlucht von Babyn Jar am Rand von Kiew im Jahr 1941 zurück. Er hatte am 2. März, als der Fernsehturm beschossen wurde, den Russen vorgeworfen: „Sie töten die Opfer des Holocaust ein zweites Mal.“

„Ich spreche Sie an – im Namen der älteren Ukrainer, die den Zweiten Weltkrieg erfahren haben, die überlebt haben, unter Besetzung. Die vor 80 Jahren auch Babyn Jar überlebt haben. Letztes Jahr war Bundespräsident Steinmeier in Babyn Jar, um dieser Tragödie zu gedenken – ich bin sehr dankbar dafür. Und dieser Ort wurde auch von russischen Raketen getroffen – und eine Familie wurde getötet, die dort war, um der Opfer zu gedenken.“

Angezielt wurde die Gedenkstätte sicher nicht, sondern der dort stehende Fernsehturm. Zumindest nach Auskunft eines israelischen Ynet-Journalisten, der nach dem Angriff auf den Fernsehturm vor Ort war, wurde die Gedenkstätte auch gar nicht beschädigt. Ob die dort Getöteten in dem Park waren, um der Opfer zu gedenken, ist fraglich. Auch andere Beschuldigungen Russlands sind umstritten und nicht bewiesen, beispielsweise die Vorgänge um Mariupol. Es wäre wohl besser, wenn Selenskij sich an belegbare Tatsachen für Kriegsverbrechen hielte, aber natürlich geht ihm um ein „J’accuse“ von Russland und Deutschland.

In Babyn Jar wurden mehr als 33.000 Juden von den deutschen Angehörigen der SS, der SD, des Sonderkomnmandos 4a und der Ordnungspolizei  getötet – allerdings mit der Hilfe von ukrainischen Kollaborateuren. Später wurden hier Roma, psychisch Kranke, Sowjetsoldaten, Zivilisten, aber auch ukrainische Nationalisten getötet, die sich anfangs als Hilfspolizei an der Judenverfolgung beteiligten und mit den Nazis zusammenarbeiteten, aber später gegen die verlierenden Nazi und zugleich gegen die Sowjets kämpften. Bis zu 200.000 Menschen könnten hier umgebracht worden sein.

1941 hatten  ukrainische Nationalisten der Organisation der antikommunistisch und antisemitisch ausgerichteten Ukrainischen Nationalisten (OUN) unter der Führung von Stepan Bandera zusammen mit den deutschen Truppen Lemberg (Lwiw) eingenommen. In Pogromen wurden viele tausend Juden getötet. Ein Leitspruch der ukrainischen Nationalisten und Rassisten war: „Volk! Das musst Du wissen, Moskowiten, Polen, Ungaren und Juden – sie sind deine Feinde. Vernichte Sie! Das musst Du wissen! Deine Führung – das ist die Führung der ukrainischen Nationalisten, die OUN. Dein Führer – Stepan Bandera.“ Weil Bandera aber einen unabhängigen Staat ausrufen wollte, wurde er einem Konzentrationslager inhaftiert, aber 1944 wieder freigelassen.

Auch nach dem Krieg und mit Unterstützung der CIA führten die OUN und Bandera, der ins Exil ging, einen Terrorkampf gegen die Sowjetunion für einen unabhängigen ukrainischen Staat. Bandera, der in München 1959 ermordet wurde, war nach der Orangen Revolution 2010 zum Nationalhelden erklärt worden, an seinem Todestag finden jährliche Gedenkmärsche der Rechtsnationalisten statt. Babyn Jar wird von den Rechtsnationalisten als Ort der Erinnerung an die „Freiheitskämpfer“ betrachtet, lange hatte man sich gegen eine Holocaust-Erinnerungsstätte gewehrt. Die OUN gibt es weiterhin, versucht wird, die Beteiligung von ukrainischen Nationalisten an Pogromen und Babyn Jar herunterzuspielen und den Kampf gegen die Russen als den „uralten und eingeschworenen Feind“ zu feiern.

 

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrei Melnyk, der schon mal versehentlich Bilder von Opfern eines ukrainischen Beschusses von Donezk retweeted hat, um Leiden des Kriegs darzustellen, stellt sich auch anlässlich eines kritischen Zeit-Artikels hinter das Neonazi-Asow-Regiment, das womöglich lange Zeit eine Evakuierung aus Mariupol hinauszögerte,  da jetzt alles gut ist, was gegen Russland kämpft: „Bitte hören Sie auf, das Asow-Regiment zu dämonisieren und 🇷🇺Propaganda – jetzt auch mitten im RUS Vernichtungskrieg – in die Hände zu spielen. Diese mutigen Kämpfer verteidigen ihre Heimat, vor allem die belagerte Stadt Mariupol. Lassen Sie sie in Ruhe.“ Melnyk ist scharfer Kritiker Deutschlands, das nicht ausreichend militärisch die Ukraine im Krieg unterstützt. Wes Geiets Kind er ist, hat sich schon vor Jahren gezeigt, als er im April 2015 in München auch das Grab von Bandera besuchte, den er als „unseren Held“ bezeichnete:

Finanzierung der russischen Militärmaschine

Aber zurück zu Selenskij, der auch weiteren Wirtschaftsboykott von Russland forderte: „Wir sind die Ukraine, wir sind in Europa. Ich bin denen dankbar, die sich auch dafür ausgesprochen haben, Russland von Swift auszuschließen. Die wissen, dass ein Embargo nötig ist auf alles, was diesen Krieg finanziert. “ Selenskij wies auf die Pipeline Nord Stream 2 hin, die immer eine „Waffe“ gewesen und von Deutschland zu spät gecancelt worden sei: „Wir haben gesagt, dass Nord Stream 2 eine Waffe und Vorbereitung auf den großen Krieg ist, und wir haben als Antwort bekommen: Das ist Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft. Und das war Zement für die neue Mauer.“

Die Pipeline könnte tatsächlich, zusätzlich zu Nord Stream 1, die Pipelines durch Polen und der Ukraine überflüssig machen. Warum ist Nord Stream 2 eine Waffe? Weil sie Polen und die Ukraine als Transitland für russisches Gas überflüssig machen könnte. Damit würde die Ukraine nicht nur die Kontrolle verlieren, sondern auch Durchleitungsgelder. Man könnte sagen: „Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft“. Wenn es um ein Embargo auf alles geht, was den Krieg finanziert, dann wäre die Abschaltung der Pipelines durch Polen und die Ukraine wichtiger als Nord Stream 2, durch die noch kein Gas geliefert wurde. So aber finanziert die Ukraine ihren Widerstandskrieg mit russischem Geld, aber auch den russischen Krieg. Polen finanziert auch den russischen Krieg mit.

Aber über diese eigentlich perversen Geschäfte spricht man lieber nicht, sondern kassiert lieber ab, während man Deutschland geißelt. Allerdings wäre klar, wenn Polen und die Ukraine von sich aus die Pipelines abklemmen, würden sie mit Gegenwind aus Europa rechnen müssen. Jetzt werden Rekordmengen an russischem Gas durch die Pipelines gepumpt, was der russischen Kriegskasse zugutekommt. Wenn Deutschland kein russisches Gas über die polnischen und ukrainischen Pipelines mehr importiert, würde dies neben der Versorgung auch die Einnahmen der beiden Länder treffen.

Aber das ist alles zu kompliziert, um eine moralische Einschüchterungsrede von der Seite des Guten zu halten. Man kann vermuten, dass die Strategie der ukrainischen Führung, andere Länder zur Unterstützung moralisch zu erpressen, immer weniger greifen werden, zumal wenn die Sanktionen und die Folgen des Kriegs das Leben der Menschen immer stärker betreffen wird und das Risiko eines möglichen Weltkriegs durch Provokationen und Verhandlungsverweigerung wächst.

Ähnliche Beiträge:

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt:

15 Kommentare

  1. Ich weiß nicht, ob Selenskyj seinen Sympathiebonus, möglicherweise bald ins Gegenteil verkehren könnte.

    Bislang gilt/galt er als Held, aber seine zunehmenden „Forderungen“ und – sagen wir es offen – „Frechheiten“, zeugen nicht von diplomatischem Gespür.

    Alle, die nicht sofort der Ukraine Waffen schenken, zu beschimpfen, nun, damit macht man sich keine Freunde.

    Glaubt der „Komiker“ – seine Profession erlaubt diesen Vergleich – tatsächlich, wegen der Ukraine, würde der Rest der Welt einen Atomkrieg provozieren?

    Ich hoffe nur, dass unsere „Polit-Clowns“ der EU und der USA, ihren Kollegen nicht zu ernst nehmen. Zumindest nicht, solange der große Held, immer noch nicht, das höchst umstrittene „Asow-Battailion“ aufgelöst hat.

    1. Ich sehe das genau so. Je mehr von Ukrainischer Seite um ein Eingreifen der Nato oder der EU mit Militär „gebettelt“ wird, z.B. „no flight Zone“, was unausweichlich in einen Atomkrieg führt, um so mehr schwindet meine Sympathie für die Ukraine.
      Meine Spendenbereitschaft, nach dem ich etliche Pakete mit Kleidung gepakt habe, ist jetzt bei Null angelangt, zumal ich jetzt schon genug an der Tankstelle für unseren Staat über die Mwst, Energie und CO² Steuer „Spende“ . Wenn Herr Selenskyi oder Herr Melnyk seine Forderungen im FS stellt, schalte ich um. Es ist abzusehen wenn hier die Stimmung gegen diese Herren umschlägt.

  2. Die mässige Begeisterung über Selenskis Rede drückte sich in der Weigerung aus, anschliessend im Bundestag darüber Ausssprache zu halten, was den schrecklichen Vereinfachern als peinlich gilt.

    Selenskis plumpe Ausflüge in die Geschichte sind, zumindest wenn sie sich auf die deutschen Heldentaten des Zweiten Weltkriegs beziehen, äusserst kontraproduktiv. In Deutschland wird zwar bei jeder Gelegenheit an den Holocaust erinnert, kaum je aber an all die weiteren Gräueltaten, von denen das Unternehmen Barbarossa gewiss die grösste war. Und wenn schon macht man das selbst, um zu zeigen und sich selbst zu versichern, dass man die Vergangenheit bewältigt habe.

    In Wirklichkeit hat man den Genozid an der sowjetischen Bevölkerung, insoweit nicht jüdisch, weitestgehend verdrängt. Dazu ein Zitat des russischen Aussenministers Lawrow, aus einem heutigen Interview:
    „Wenn wir von den Deutschen sprechen, gibt es eine Sache, die erwähnenswert ist. Wir sprechen jetzt viel über Merkmale des Völkermords oder der Rassendiskriminierung. Nehmen Sie zum Beispiel die Belagerung von Leningrad. Seit vielen Jahren habe ich mit allen meinen Kollegen, angefangen bei Frank-Walter Steinmeier, Guido Westerwelle, Heiko Maas und zuletzt Annalena Baerbock, sehr beharrlich das Thema der Entschädigungszahlungen an die Überlebenden der Leningrader Belagerung angesprochen. Die deutsche Regierung hat zwei einmalige Zahlungen geleistet, aber nur an jüdische Überlebende. Wir fragten, warum nur Juden, denn in Leningrad lebten und leben noch viele andere Volksgruppen, darunter Russen und Tataren. Viele von ihnen sind noch am Leben. Wie sollen sie die Tatsache verstehen, dass nur Juden eine Art von Hilfe von der deutschen Regierung erhalten haben, wenn sie damals doch gemeinsam Schuhe kochten, Kinder begruben und Leichen auf Schlitten transportierten. Die fraglichen Zahlungen sind nicht hoch. Aber erstens sind sie für viele von ihnen wichtig, und zweitens dienen sie als Anerkennung der Tatsache, dass alle von der Belagerung betroffen waren. Ihre Antwort war interessant. Die Juden, sagten sie, sind Opfer des Holocaust. Diese Zahlungen können nicht an andere Überlebende geleistet werden, weil sie keine Holocaust-Opfer sind. Unsere Versuche, den deutschen Gesetzgebern und Politikern verständlich zu machen, dass die Belagerung Leningrads ein beispielloses Ereignis in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs war, bei dem es keinen Unterschied zwischen Juden, Russen oder anderen ethnischen Gruppen gab, schlugen fehl. Wir haben uns an die jüdischen Organisationen gewandt. Auch für sie ist es eine Frage der Ehre. Wir werden diese Arbeit auch in Zukunft fortsetzen. Im Januar jährte sich die Aufhebung der Belagerung von Leningrad ein weiteres Mal. Der russische Präsident unterzeichnete einen Erlass über einmalige Zahlungen an alle Überlebenden der Belagerung, einschließlich der Juden. In Deutschland haben wir bisher keine Anzeichen für ein Erwachen des Gewissens feststellen können. „

    1. Das ist ein guter Blick zurück und ich gebe Herrn Lawrow recht wenn er sagt das nur die Juden was bekommen haben, warum? auch wenn es sich jetzt hart anhört, weil sie sich besser ins Bild setzen konnten. Was Herr Lawrow aber vergisst sind die Milionen Toten durch Stalin und Benesch. Vor, beim und nach dem 2 Weltkrieg hat sich keine Nation um das Völkerrecht z.B. in Ungarn, Tschechien oder der DDR besonders verdient gemacht. Russiche Soldaten haben geplündert, gemordet und vergewaltigt. Da kann sich Herr Lawrow in die Reihen eines Hitlers und Stalin einreihen. Leider ist der Weg zum Krieg für machen einfacher als der Weg zum Frieden.

      1. Wenn man ganz genau nimmt war Stalin Georgier und Chrustchow Ukrainer, also warum werden die obengenannten Taten immer Russland vorgeworfen ist mir schleierhaft.

  3. Übrigens, wenn das Fracking Gas aus den USA Deutschland beliefert, dann hat die Ukraine auch keine Durchleitungsgebühr mehr.
    Es gibt nur noch ein paar Seiten wie Krass& Konkret, Telepolis oder Nachdenken-Seite wo ich meine, dass ein kritischer Blick auf die Mächtigen zum Ukraine Russland Konflikt zu lesen ist. Wie weit ist die Presse in Deutschland gekommen, wenn Russen im Team nach Hause geschickt werden, dass Zeitungen wie RT verboten werden, auch aus den „sozialen“ Medien verschwinden. Das Letzte, was ich erleben musste, die russische Schrift wird nicht mehr von Googles Übersetzungsprogramm ins Deutsche übersetzt.
    Woran mag das liegen? Sind sie erschrocken das trotz ihrer ganzen Propaganda und direkte Lügen immer noch Menschen aus anderen Kanälen informieren wollten? Oder soll nur verhindert werden das wie bei Corona sich Gruppen bilden die für objektivere Berichterstattung zu dem Konflikt Ukraine-Russland bilden.
    Dass es jetzt schon so weit ist, dass Russen auf offener Straße in Deutschland angegriffen werden oder ihre Arbeit verlieren.
    Dreht sich den nicht der Magen um wen die eigene Regierung von ukrainischen Diplomaten oder Regierungsmitgliedern gemaßregelt werden.
    Die Talkshows im öffentlich Rechtlichen sind zu Tribunale verkommen und führen Politiker an der Nase durch den Ring.
    Da sind die genannten Seiten wirklich hilfreich, um für sich selbst ein Bild zu machen.

  4. Schockierend auch die ukrainische Nationalkonsulin:
    Sie möchte, dass ukrainische Flüchtlingskinder in eigenen Institutionen nach ukrainischem Lehrplan unterrichtet werden, da in den deutschen Lehrplänen ukrainischer Nationalismus fehle.

    >> In Deutschlands Lehrplänen und Richtlinien dominiert nach wie vor Russland und russischer Imperialismus. Daher stammen auch die Neigungen und das Bestreben vieler Menschen in Deutschland, Russland zu verstehen, Russlands Verbrechen zu rechtfertigen, aber auch die Angst davor, Russland irgendwie zu kränken. All das, was wir bereits vor dem Krieg gespürt haben, hält immer noch viele in Deutschland davor zurück, angemessen und in voller Entschlossenheit auf die Aggression Russlands zu reagieren.“ […]
    Deshalb schlägt die Konsulin vor, die Kinder über die digitale Plattform e-school.net.ua, die wohl zu Pandemiezeiten aufgebaut wurde, zu beschulen und sehr stark auf den Einsatz von ukrainischen Lehrkräften zu setzen, die zusammen mit den Kindern geflüchtet seien. <<

    https://www.berliner-zeitung.de/lernen-arbeiten/ukrainische-generalkonsulin-lehnt-unterricht-in-willkommensklassen-ab-li.217240

    Vielleicht brauchen wir eher ein Re-Education-Programm für Kinder und Jugendliche aus militant-nationalistischen Familien, die beispielsweise in Ferienlager rassistisch indoktriniert wurden, damit sie in multi-ethnischen Klassen nicht austillen?
    https://de.euronews.com/2018/11/13/ukrainische-ferienlager-schiesst-auf-alle-separatisten

  5. Leider ist Selenski kein Staatsmann, ein kluger erst recht nicht. Er „kaspert“ mit der Welt um Hilfe für sein Land, das angegriffen worden ist. Das wäre alles nicht notwendig, wenn er vorher eine realistische Politik betrieben hätte. Dann wäre die Ukraine jetzt neutral, vereint in einer Föderation und hätte wohl viele auch westliche Investoren. Wie nennt man einen Menschen, der so was verbockt hat?

  6. Obwohl mir die Menschen in der Ukraine leid tun, muss die Bundesregierung sich an das halten, worauf sie einen Eid geleistet habe: dass sie Ihr Amt zum Wohl des deutschen Volkes ausüben wird.
    Die Regierung muss also alles unterlassen, was den Deutschen schadet. Somit ist alles verboten, was Deutschland in den Krieg hineinziehen würde.
    Auch bei den Sanktionen ist zweifelhaft, ob sie sinnvoll sind. Da sie vor allem den Deutschen schaden durch massive Preiserhöhungen und dies nicht nur bei Öl, Gas und Benzin. Ich würde mir wünschen, dass Deuschland sich in diesem Konflikt neutral verhält, so wie eine „große Schweiz“. Natürlich sollte Deutschland humanitäre Hilfe leisten, was ja auch der Fall ist.
    Der Präsident der Ukraine und sein Botschafter versuchen immer wieder Deutschlands Politiker für riskante Handlungen zu überreden. Das sollten sie nicht mehr tun, weil sonst auch bei den vielen Deutschen, die aktiv humanitäre Hilfe leisten kein Verständnis für solch provozierendes Verhalten mehr da ist. Deutschland leistet viel, ist aber weltweit betrachtet ein kleines Land. Deutschland kann die Ukraine nicht retten.
    Hätte man von Anfang an sich als neutraler Staat verhalten, könnte man auf der Basis eines neutralen Staats viel leichter deeskalierend bzw. vermittelnd auf Russland einwirken.

  7. „Forderungen“!! Immer nur „Forderungen“ aus der Ukraine. Aber sie kann es sich auch erlauben, denn derzeit schlagen alle Herzen weltweit in blau-gelb und es schlägt ihnen (noch) unreflektierte Sympathie entgegen – die aber sehr schnell ins Gegenteil kippen könnte.

    Ein „gesunder“ Patriotismus ist völlig legitim – aber wenn sich die Ukraine zu europäischen Werten bekennen sollte, wäre es durchaus angebracht, den „glühenden Nationalismus“, etwas zu dämpfen.

    Und gelinde gesagt, empfinde ich diese neuerliche „Forderung“ dieser Lehrerin als Frechheit der Sonder“klasse“.

    Aber keine Angst: Im allgemeinen Solidaritätstaumel, wird das sicher sehr schnell praktiziert werden.

    Wäre man jetzt zynisch, so erinnert mich das fatal an Hetze. Keiner von uns, findet den Krieg für richtig, keiner von uns bejubelt die ukrainischen Opfer – aber dem „Westen“ ständig eine „pro-russische“ Haltung vorzuwerfen, nur weil man vielleicht bedingt durch die Kenntnis der Hintergründe, versucht eine objektive Sichtweise einzunehmen, ist gefährliche Einseitigkeit.

    Wir werden von der Ukraine manipuliert – und wir lassen uns instrumentalisieren.

  8. Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges. Wohl wahr, vor allem, wenn man die Kriegsparteien zu Wort kommen lässt.
    Interessant ist hier aber nun, wie der Bundestag und die Medien die Rede, die nur falsche Emotionen wecken soll, aufnehmen. Kritisieren sie das Falsche und Übertriebene? Diskutiert der Bundestag die Rede? Nein, man lässt das Falsche einfach so stehen, weil im derzeitigen Meinungsklima Kritik offenbar unerwünscht ist.
    Ich denke, man tut dies, weil man selbst Kriegspartei ist. Viel weniger als die USA und die Briten – aber doch so stark, dass man sich an den Lügen beteiligen muss.

    Dabei kann man leicht wissen, jede Waffenlieferung erhöht die Opferzahlen und Zerstörrungen, verlängert den Krieg. Hinzu kommen die Opfer des eisernen Wirtschaftsvorhangs, den wir gerade installieren.
    Und das alles, nur weil wir uns – oder besser die USA – nicht daran hindern lassen wollten, die Ukraine zum Aufmarschgebiet gegen Russland zu machen.

  9. Manchmal frage ich mich ernsthaft: Ist es Segen – oder Fluch? Wäre es besser, wir wüssten nicht in „Echtzeit“, über den Krieg, der keiner sein darf, bescheid?

    Unsere „Selbsthilfegruppe“, hätte ja Lösungen – aber nicht jene mediale Macht, wie sie derzeit in blau-gelb üppigst zelebriert wird.

    Jeder vernünftige Mensch, findet den Krieg – JEDEN KRIEG – gegen Zivilisten, absolut inakzeptabel.

    Und nicht jedem historisch Interessiertem, sind auch andere Quellen genehm, um das Prinzip der stringenten „Propaganda“ zu verstehen. Stichwort: „Lusitania“.

    Die meisten Mit(Un)menschen, betrachten „Geschichte“, als Selbstbedienungsladen, in dem man sich nur die gefälligen Komponenten heraussucht, um daraus ein meist wackeliges Gebäude zu zimmern, von dessen Fjrst, man seine Parolen plärren kann.

    Theoretisch könnten wir uns hier jegliche Betrachtung ersparen: Weder Putin noch Selenskyj, wird hier zu einem KONSTRUKTIVEN Dialog antreten.

    Vielleicht würden wir brauchbarere ERgebnisse bringen, als die ganzen Polit-Clowns, die uns allen die Tränen in die Augen treiben. Was solls????

    All unsere Vorischt, nur einer Seite zu ver/- und misstrauen, ist nur ein Zeichen für politische Vernunft – die aber von jenen politischen „Professionisten“, weder verstanden, geschweige denn, erfrischend wirkungsvoll, praktiziert werden könnte.

    Wir sind die „Dulder“, die zwar leise murren – was aber im lauten Solidaritätsgeschrei, leider völlig untergeht.

    Wir brauchen keine „konträre Meinungen“. Wir brauchen Spenden. Für die Flüchtlinge. Und wir brauchen schon gar nicht, eine kritische „Hinterfragung“, über jene Organisationen, die sich nun um jene Flüchtlinge kümmern

    1. Zu Melnyk: Danke für diesen Hinweis. Ich bin zwar gegen moralische „Sippenhaftung“, aber im konkreten Fall, dürfte hier vielleicht doch eine genealogische Kontinuität bestehen.

      Wobei ich auch hier wieder versuche, objektiv zu bleiben: Was war der Grund, für die Gründung? Egal, wichtig ist die derzeitige Situation. Und hier muss ich feststellen: Wenn man bei UNS „Nationalismus“ gern verdammen möchte, sich aber am „Nationalismus“ der Ukraine berauscht, dann wird wieder mit zweierlei Maß gemessen.

      „Patriotismus“ ist legitim, „Nationalismus“, gerät leicht in die Gefahr überheblich und aggressiv zu werden. Selbstherlichkeiten – wie Verbot der russischen Sprache, auf einem Gebiet, das lange Zeit von RUSSISCH sprachigen Menschen bewohnt wurde???

      Damit schafft man sich Feinde. Blöd halt, wenn diese keinen Spaß verstehen.

  10. Die Forderunge der Ukraine nach immer neuen Waffen, unter Hinweis von Herrn Zelenskyi und Herr Melnyk auf das „Unrecht“ das Hitlerdeutschland begangen hat, finde ich dreist. Jetzt soll die Türkei S-400 Luftabwehrrketen liefern, soll die Nato von unseren großen Verbündeten USA nun über Umwege in den Krieg gezogen werden? Ich hoffe auf den Verstand unserer und die türkischen Politiker das sie sich nicht in einen 3 Weltkrieg ziehen lassen. Die USA werden ihre Waffen auch so verkauft bekommen. Oder glauben sie im Ernst das bei einen Atomkrieg die USA heil bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.