Politik der gespaltenen Zunge: Sie reden vom Frieden, aber wollen den Krieg

Das Bild ist natürlich eine Fotomontage

Warum bewegen „die Guten“ die Ukraine nicht zur Aufgabe?  Die Beantwortung dieser Frage führt in einen politischen und moralischen Abgrund.

Stellen wir uns Folgendes vor: Am 24. Februar dieses Jahres marschiert Russland in die Ukraine. Der ukrainische Präsident erteilt den Befehl, dass von seiner Armee nicht ein Schuss abgefeuert wird. Er teilt in einer Fernsehansprache den Ukrainern mit, dass er trotz des schweren Völkerrechtsbruchs Russlands eine friedliche Lösung für sein Land möchte und im Sinne des Friedens bereit ist, mit Putin zu verhandeln.

Was wäre dann passiert? Wie würde die Ukraine heute aussehen? Hätten die russischen Soldaten das Feuer aus ihren Gewehren und Panzern gegen die Ukrainer eröffnet? Hätten russischen Soldaten vor den Augen der Weltöffentlichkeit auf ein friedliches Volk geschossen, dass sich nicht einmal verteidigt, wenn eine Invasion im eigenen Land stattfindet? Die Realität sähe vermutlich wie folgt aus: Den Ukrainern wären die Sympathien der gesamten Welt sicher gewesen. Die russische Armee wäre zunächst perplex gewesen. Sie ist gekommen, um zu kämpfen, aber kein Ukrainer ist bereit, sich auf diesen Kampf einzulassen. Teile der ukrainischen Machtelite, die eine Kooperation mit Russland verweigert hätten, wäre es an den Kragen gegangen. Vermutlich hätte es trotz der Friedfertigkeit der Ukrainer, alleine schon aufgrund der Eigendynamik eines solchen Einmarsches, auch Übergriffe und Verbrechen gegeben. Von den massiven Auswirkungen eines Krieges, wie sie nun heute jeden Tag in den Nachtrichten zu hören sind, wäre die Ukraine verschont geblieben.

Die Auswirkungen für die Ukraine würden sich hauptsächlich auf der politischen Ebene bewegen. Die Ukraine würde zu einer Art Satellitenstaat Russlands.

Eine große Anzahl von Politikern, Medienvertretern und anderen Akteuren wird diese Ausführungen als „ungeheuerlich“ betrachten. Sie werden einwenden, dass es das Recht der Ukraine sei, sich zu verteidigen. Wenn hier einer Recht gebrochen habe und die Waffen niederlegen solle, dann sei das Russland.

An dieser Stelle gilt es innezuhalten.

So wie sich wohl die meisten Kreaturen auf diesem Planeten bei einem Angriff verteidigen, so wie jeder Mensch das Recht hat, sich zu verteidigen, wenn er angegriffen wird, so hat auch die Ukraine das Recht auf ihrer Seite. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen Recht haben und auf seinem Recht bestehen. Wer in seinem eigenen Haus überfallen wird, hat alles Recht der Welt sich zu verteidigen. Zielen dabei 10 bewaffnete Männer auf den Hausbesitzer und seine Familie und stellen ihn vor die Wahl: Haus verlassen oder Tod!, dann wäre eine Verteidigung, ein Bestehen auf sein Recht, auch im Hinblick auf die eigene Familie, nicht heldenhaft und bewundernswert, sondern dumm.

In einem Krieg muss berücksichtigt werden: Wer will Frieden? Und wer will Frieden nur zu bestimmten Bedingungen? Wer Frieden an Bedingungen knüpft, wird lange im Krieg sein.

Das Recht der Ukrainer sich zu verteidigen, sei ihnen unbenommen. Ein Anrecht, sie in ihrem Kampf und damit auch an der Verlängerung des Krieges, an Mord und an einem unsäglichen Leid auf beiden Seiten zu unterstützen, haben sie nicht.  Wenn „die“ Ukrainer diesen Kampf führen wollen, dann ist es ihr Kampf  – 5 Millionen Geflüchtete und ein Ausreiseverbot für Männer im „wehrfähigen“ Alter zwischen 18 und 60 lassen Zweifel aufkommen.  Es kann und darf nicht der Kampf „des Westens“ und schon gar nicht der Kampf Deutschlands sein.

Wenn einige Ukrainer, vom Kampfgeist „beseelt“, für „Ehre“, „Volk“, „Freiheit“ und was auch immer bis zum letzten Blutstropfen kämpfen wollen, dann müssen sie den Preis für dieses Entscheidung  zahlen. Sie können nicht erwarten, dass andere diesen Preis mitzahlen. Doch genau das ist bei einer weiteren Konfrontation zwischen der NATO und Russland in zunehmenden Maß der Fall. Hinzu kommt: Was ist eigentlich von Opfern zu halten, die die Welt mit in einen großen Krieg ziehen? Wobei, um präzise zu formulieren: Das ist gewiss nicht die Absicht „der“ Ukrainer. Es ist die politische Führungselite des Landes, die unverantwortlich handelt. Über 50.000 Treffer spuckt eine Google-News-Suche bei dem Begriff „dritter Weltkrieg“ derzeit aus. Das sollte zum Nachdenken anregen.

Wer im Hinblick auf eine militärische Hilfe der Ukraine mit einer „moralischen Verpflichtung“ argumentiert, handelt im besten Falle naiv und unwissend. Im schlimmsten Falle steckt eine perfide Absicht dahinter. Naiv und unwissend ist es, wenn nicht erkannt wird, was eine militärische Unterstützung, was Waffenlieferungen zur Verteidigung eigentlich konkret bedeuten. Nämlich: Mit den „guten“ Gewehren von „uns“ werden junge ukrainische Soldaten in die Lage versetzt, auf den Kopf von jungen russischen Soldaten zu schießen. Unsere Waffen zur Verteidigung, führen dazu, dass russische Soldaten, die auch Menschen sind, zerfetzt und bei lebendigem Leibe in ihren Panzern verbrennen. Ob diese Soldaten gekommen sind, um zu morden, oder ob sie sich vor Angst in die Hosen machen, weil sie auf diesen Krieg so wenig Lust haben, wie so manche ukrainische Soldaten, wissen weder diejenigen, die die Waffen liefern, noch diejenigen, die sie gebrauchen. Das ist nur ein Beispiel.

Viele, die für Waffenlieferungen an die Ukraine sind, können oder wollen sich nicht vorstellen, was der moralisch so schön klingende, aber eben auch sehr abstrakte Begriff „Verteidigung“ in dieser Kriegssituation bedeutet. In der heimeligen Atmosphäre des Home Office lässt sich das Grauen, das von „Verteidigungswaffen“ ausgeht, gut übersehen. Die ultimative Waffenstärke mag am Ende über das entscheiden, was manche dann in völliger Verkennung und Beschönigung der Realität wagen, als „Sieg“ zu bezeichnen.

Aber bis es soweit ist, werden diese Waffen ein Blutbad anrichten. Wer diesen Weg wirklich beschreiten will, der möge selbst an die Front gehen; er möge die Waffe in die Hand nehmen, auf die jungen Männer in Uniform, die er als Feinde betrachten, anlegen, zielen, abdrücken. Und dann möge er echten Mut beweisen. Dann möge er nach Hause zu den Eltern und Familien der Ermordeten gehen, ihnen ins Gesicht blicken und sagen: „Ich habe Ihrem Sohn das Leben genommen, weil er meiner Ansicht nach nicht mehr verdient hat zu leben.“

Vorsicht vor einem falschen Gerechtigkeitssinn! Es geht hier nicht um ein Mütterchen, das auf der Straße angegriffen wird und dem es gilt, zur Hilfe zu eilen. Es geht um einen Krieg. Dieser Krieg hat komplexe politische Ursachen. Wer „helfen“ will, muss sowohl die Dynamik und die Auswirkungen eines Krieges als auch seine Ursachen verstehen. Ziel echter Hilfe, die die die Menschen in der Ukraine dringend benötigen, kann nur sein, dass das Morden, das gegenseitige sich Abknallen, Angriff und Verteidigung, Verteidigung und Angriff, so schnell es überhaupt nur geht, aufhören. Ziel kann nicht sein, einer Partei dabei zu helfen, möglichst viele Gegner zu töten. Echte Hilfe geht nur über Diplomatie, Vernunft und Einsicht.

 

Die Ketzerfrage, die diesen Krieg umgibt, lautet: Warum bewegen wir, „die Guten“, die Ukraine nicht zur Aufgabe? Wenn es uns wirklich um „Frieden“ geht, wenn wir wollen, dass das Grauen des Krieges sofort aufhört und all die unsäglichen Bilder von Leid, Zerstörung und noch mehr Leid und noch mehr Zerstörung, aufhören, warum handeln wir dann auf eine Weise, die diesen Krieg und dieses Grauen verlängert?

Die ehrliche Beantwortung dieser Frage lautet: Viele derjenigen, die in der Öffentlichkeit als „Helfer“ der Ukraine auftreten, handeln aus Motiven, die zu verachten sind. Sie wollen, sei es aus persönlichem Hass gegenüber Russland und Putin, oder aber aus  politischen Gründen, Russland schwächen. Sie wollen Russland die Ukraine nicht überlassen, weil Russland bei einer Einverleibung der Ukraine geostrategisch gestärkt würde. Auf den Punkt gebracht: Sie reden vom Frieden, aber wollen doch den Krieg.

Die Tage hat das Magazin Fokus berichtet, britische und amerikanische Spezialeinheiten operierten in der Ukraine. Außerdem bildet laut Medienberichten die USA ukrainische Soldaten in Deutschland aus. Warum „helfen“ diese Länder der Ukraine auf diese Weise? Aus purer Barmherzigkeit? Die Antwort lautet: aus eigenen politischen Interessen.

Die Politik des Westens in diesem Krieg ist eine Politik der gespaltenen Zunge.

Viele Befürworter einer „robusten“ Unterstützung der Ukraine umkleiden mit edel klingenden Begriffen wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte ihre ganz und gar unedlen Motiven. „Unsere“ Freiheit wird in der Ukraine so wenig verteidigt wie am Hindukusch. Die „Hilfe“ der Militaristen gleicht einer Kindergärtnerin, die bei einer Rauferei dem unterlegenen Kind ein Messer in die Hand drückt, damit es sich „wehren“ kann. Ihre „Hilfe“ bringt Tod und Zerstörung! Wer das anzweifelt, dem sei ein einfacher Realitätsabgleich empfohlen. Nachrichten einschalten und sehen, wie ein durch Krieg zerstörtes Land aussieht. Russische Soldaten schießen mit ihren Panzern und Gewehren auf Häuser, ukrainische Soldaten feuern aus den Häusern auf die Russen. Ein Schuss bedingt den nächsten Schuss. Viele Schüssen führen zur totalen Zerstörung. Wer für Waffenlieferungen ist, muss diese Wahrheit aushalten.

Die mit Gegengewalt Frieden schaffen wollen, inszenieren sich, wie immer, in der Öffentlichkeit als „die Guten“. Vergessen wir nicht, was so manche Verfechter für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in der Vergangenheit getan haben. Sie haben Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und dabei etwa 200.000 Menschen fast auf einen Schlag getötet; sie haben in Vietnam das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt und dabei den Menschen, die dem Gift ausgesetzt waren, einen unfassbaren Schaden zugefügt – von den etwa 400.000 Tonnen der Brandbomben Napalm ganz zu schweigen; die Invasion Panamas, aus fadenscheinigen Gründen, bei der über Nacht mehrere hundert Bomben auch auf Wohngebiete eines souveränen Landes abgeworfen wurden, geht auf ihr Konto; die „gute“ Koalition der Willigen hat unter Lügen den Irak, ein souveränes Land, angegriffen und, je nach Quelle, etwa 500.000 Iraker getötet – dass dabei, laut Spiegel, 88.500 Tonnen Bomben abgeworfen wurden, übersehen sie elegant. Ein Verweis auf die etwa 50.000 Opfer der Geheimdienstoperation „Operation Condor“ sollte in dieser Auflistung, die nur beispielhaft sein kann, nicht fehlen. Sollten alle Völkerrechtsbrüche, Verbrechen und Ungeheuerlichkeiten, die sich die in der Tradition der „Guten“ stehenden in den vergangenen Dekaden geleistet haben, angeführt werden, würde der hier vorgegebene Platz nicht ausreichen.

Man kann es förmlich hören, wie „die Guten“ an dieser Stelle „whataboutism!“ rufen, das heißt den Bezug zu den Verbrechen des Westens als eine Ablenkung und eine Relativierung des Völkerrechtsbruchs Russland betrachten. Sie sind sehr geschickt darin, strategisch falsch zu verstehen. Die Verbrechen des Westens legitimieren nicht die Verbrechen Russlands. Wenn allerdings diejenigen im Westen, die in der Tradition der Kriegstreiber stehen, an deren Händen das Blut der Vergangenheit klebt, von einer „Unterstützung“ der Ukraine reden, dann ist Vorsicht geboten. Als moralische Instanz sind sie ohnehin disqualifiziert. Wer sich nach dem „moralischen Kompass“ dieser „Guten“ ausrichtet, muss aufpassen, dass er nicht irgendwann dem Teufel persönlich die Hand schüttelt.

Marcus Kloeckner auf Twitter: https://twitter.com/KlocknerMarcus

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19 Kommentare

  1. Danke, das sind unbedingt notwendige und wichtige Gedanken.
    Tatsächlich dürfte es den Ukrainern ziemlich schnurz sein unter welchen Oligarchen sie leben, wenn ihre Wahl nur die zwischen Oligarchenherrschaft oder Tod und Zerstörung oder aber Flucht ist. Vielleicht ist die Flucht in eine scheinbar noch heile Welt sogar erstrebenswert, allerdings werden die „Guten“, so wie es aussieht, bald auch in wirtschaftlich zerstörten Ländern sitzen und da wird die Versorgung von Hunderttausenden oder gar Millionen Flüchtlingen auch nur noch sehr mangelhaft sein. Der durch Embargos und Sanktionen verursachte Energiemangel macht dann auch vor den Flüchtlingen nicht halt.

  2. Eigentlich ist die Ukraine Pleite. Der Westen bezahlt die Söldner und liefert die Waffen. Er ist daher der entscheidende Akteur in diesem Krieg. Dass ich erleben könnte, dass Deutschland wieder Krieg gegen Russland führt, war für mich völlig unvorstellbar. Das wird für die BRD verheerende Konsequenzen haben. Die große Masse von kriegslüsternen „Gipsköpfen“, die wohl von ihren Eltern den Russenhass auf dem Weg der Identifikation oder des Nachahmungslernens (je nach psychologischer Schule) blind als Charaktereigenschaft übernommen haben und absolut unfähig zur Reflexion sind, sind für dieses Desaster verantwortlich. Die Russophobie hat eine Jahrhunderte alte Tradition, in der immer neue „Gründe“ für diese Einstellung vorgegeben wurden, gerade so wie auch der Antisemitismus stets neu begründet wurde. Das Ganze gipfelte in der Verschmelzung zum „Jüdischen Bolschewismus“ als Begründung der Notwendigkeit für Hitlers Angriff auf die Sowjetunion. (Wikipedia) In dieser Tradition ist es zu verstehen, dass ein regionaler Konflikt um von Russen bewohnte Gebiete, der durch einen Putsch in der Ukraine ausgelöst wurde, bis zu einer Bedrohung für die Welt eskaliert wurde.

  3. Bin gespannt ob der Autor das auch noch so sieht wenn Russland Polen oder Deutschland angreift. Einfach machen lassen, Terrorherrschaft und Diktatur auf unabsehbare Zeit sind bestimmt besser als sich zu wehren…

    1. Schön reingegöbelt hier, „Brain Manana“. -Sollen wir uns mit solchem Schwachsinn, Ihrem propagandistisch Erbrochenen, wirklich auseinander setzen? Ja? Na gut. Also: Wie kommen Sie darauf, dass Russland Polen oder Deutschland militärisch angreifen könnte? -Weil es es sollte? Aus, äh.. Gründen?.. Da würde ich erst mal fast blanko zustimmen, denn Gründe, bzw. Interessen hätte Russland inzwischen mehr als genug. Nächste Frage. Kann Russland das? Antwort: Ja, könnte es.
      Und als Nächstes dann? Dritter Weltkrieg? Atomwaffeneinsatz global? Ende Gelände? -Sind „die Russen“, ist Putin wirklich so bescheuert, das zu tun? Ist das Ziel russischer Interessen wirklich ein globaler Suizid? Echt jetzt? (Wie war das noch mal mit der Klimakatastrophe; wer oder was ist dafür verantwortlich?..)

      Bin gespannt, wie mutmaßliche Schwachköpfe oder NATO-Trolls wie Sie das erklären. Vor allem angesichts der, auch historisch, breiten Blutspur, welche die „Werte“, für die Sie sich hier mit breiter Brust in Bresche werfen, bzw. bezahlt werden, hinterlassen haben.

      Ich verrate Ihnen vorsichtshalber und abschließend jetzt mal ein Geheimnis: Putin IST NICHT Hitler. Auch wenn einigermaßen klandestine Typen wie Sie das gerne immer wieder suggerieren. Russland und dessen Platzhalter Putin hätte ansonsten nämlich SOFORT und UNAUSWEICHLICH auf Kernwaffeneinsatz gesetzt. Das ist aber nicht der Fall. Dass Sie, „Brain Manana“, das nicht begreifen, ist wahrscheinlich einerseits Ihrer deutsch-westlich-kulturellen, antizivilsatorischen, kleinkarierten, ahistorischen Miß-Bildung und andereseits Ihrer euro-typischen, auch besonders deutschen, rechtwinkeligen Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei-Konditionierung auf das Römische Recht geschuldet – voll-idiotische Eigenschaften in summa, welche Spielräume abseits von echten Katastrophen zuverlässig elemenieren.

      Anbei: Neulich habe ich auf der Suche nach News zu Julian Assange ein paar Fische gefangen. Einen davon gebe ich Ihnen gerne, damit Sie nicht Hunger leiden müssen, wenn Sie etwas länger darüber nachdenken sollten, was für einen peinlichen Bullshit Sie hier gepostet haben. -Sie können ja diese Nahrungsquelle (falls Ihnen sonst nix einfällt), wie Asterix‘ Automatix, dem „Verleihnix Melnik“ über die diplomatische Birne ziehen – – falls Sie mir einigermaßen folgen konnten und können.
      Hepp! – da isser:

      <

      Grüner geht's nicht 🙂

      +++

      @Marcus Kloeckner: Toller, mutiger, durchdachter und über den Tellerrand des allgemeinen, medialen Einheiz-Breis blickender Beitrag! Danke!

      @Florian Rötzer: Danke für Ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit!

      1. Ihr Kommentar hier ist m.E. unterstes Niveau! Sorry, dass ich das so sagen muss. – Waren Sie vielleicht betrunken und/oder bekifft, als Sie das so geschrieben haben? Kann ich mir irgendwie nicht anders erklären…

    2. Es soll noch andere Mittel und Methoden geben zwischen „einfach machen lassen“ und „draufhauen“, wenn es einem „zu viel wird“ oder „zu viel werden könnte“.
      Der Vorteil beim Gedanken, wenn etwas „zu viel wird“ ja draufhauen zu können, erspart jedoch das ach so anstrengend-lästige Nachdenken über die Alternativen – und vor allem, bis dahin was tun zu müssen.
      Und wenn man erst am Draufhauen ist, braucht es keinerlei Denken mehr außer dem, wie den nächsten Schlag setzen.
      Für diese Art des „Wehrens“ ist Nach- und Weiter-Denken ja eher hinderlich. Da sind die Denkfaulen gefühlt im Vorteil, und im Kampf selbst blockiert dann das Adrenalin die eventuell vorhandenen Restbestände davon.
      Was sich dann „heldenhaft“ anfühlt, bis die Folgen das eigene zu Hause zerstört, die eigene Familie getötet hat und der eigene Körper diese einen jämmerlich spüren lässt, weil nichts mehr von der „Kampfkraft“ übrig bleibt, sondern nur die Folgen dieses Kampfes- so man diese überlebt, und dann darüber nachdenken muss, wie mit diesen weiterleben.
      Was deutlich anstrengender und lästiger ist als das vorher vermiedene Nachdenken und Handeln.

  4. Der Artikel suggeriert, dass die Russen Krieg wollten und mal „einfach so“ in die Ukraine einmarschiert sind. Die komplette Vorgeschichte wird unterschlagen. Eine Beleidigung (auf Mainstream Niveau) meiner Intelligenz. Aber vom Rötzer ist man ja nichts anderes gewohnt.

    1. Nicht „die Russen“ wollten den Krieg, sondern deren Diktator, Putin!
      – Die „Vorgeschichte“? Denk mal nach!

  5. Hatte die Ukraine so reagiert und sich von Putin „nehmen lassen“ wie der das einmal formuliert hat, dann wäre mit Sicherheit nicht an der ukrainischen Grenze Schluss gewesen. Andere Staaten würden,, seinen „Wünschen“ Russland zu dienen und nach Putins Pfeife zu tanzen, folgen.
    Die Diktatur endet erst wenn man sich dagegen wehrt, nicht wenn man sie zulässt. Das kann den Fans von Diktatoren natürlich egal sein.

    1. Ja, genau so ist es! – Warum quatschen so viele vermeintlich intelligente Leute immer noch dagegen? Ich werde es nie verstehen…

  6. Mit diesem Artikel haben Sie, Herr Rötzer, jegliches Recht verwirkt, falls Sie mal in einer dunklen Gasse überfallen und ausgeraubt würden, andere Menschen um Hilfe zu rufen.
    Und Sie rufen den herbeibemühten Familienvater, nicht nur dazu auf, sich angesichts einer Überzahl bewaffneter Angreifer zu ergeben, sondern dies zu tun, im Wissen, dass er nie wieder Herr im eigenen Hause sein wird und dass seine Frau und Kinder trotz der gewaltlosen Kapitulation vielleicht vergewaltigt, umgebracht aber auf jeden Fall enteignet würden. Und eine Aussicht auf Verhandlungen mit den Angreifern nach einer Kapitulation ist doch leider völlig utopisch. Sie sind der Nachbar, der über den Gartenzaun hinweg zuschaut, wie sein Nachbar überfallen wird und der dann im Internet erklärt, warum er diesem weder zu Hilfe eilen will, obwohl er es könnte, noch die Polizei rufen will, denn die Angreifer könnten bei einem Eingreifen ja verletzt werden. Die Auflistung aller Kriegslügen egal von welcher Seite hat damit ersteinmal gar nichts zu tun. Es geht um schlichte Solidarität, die Sie verweigern.

    1. Ganz meine Meinung, und Hut ab für Ihre kurze, prägnante Antwort, die eigentlich alles sagt, was auch ich dazu denke und fühle. Danke!

  7. Das ist ein sehr berechtigter und guter Artikel weil er zeigt, wie Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit mißbraucht werden können, um ganz andere, ja gegenteilige Ziele zu erreichen. Diese Ziele kommen etwas zu kurz, wie auch die Vorgeschichte, in der es die Ukraine in der Hand hatte, durch die Einlösung des Minsker Abkommens und die Bekundung von Neutralität, den Einmarsch der Russen zu verhindern. Stattdessen wollte Selenski eine Rückeroberung des Donbass und der Krim.
    Welche Ziele verfolgt Russland und welche Ziele verfolgt der Westen im Unkraine-Krieg?
    Russland will bekanntlich für die nahe Zukunft nicht nur ausschließen, dass die Nato Angriffswaffen noch näher an seine Grenzen bringen kann, die eine Enthauptung Russlands ohne Fähigkeit zur Gegenwehr mit Atomwaffen möglich machen. Da der Westen bisher alles getan hat, um genau diese Möglichkeit zu schaffen (Kündigung und Bruch wichtiger Verträge und Nato-Osterweiterung) war für die Russen die Zunge des Westens nicht gespalten, sondern klar auf eine Eroberung Russlands gerichtet. Die entsprechenden Pläne nach Brezinski u.a. zur künftigen Aufteilung Russlands zeigen ja ganz klar wohin der Westen will und denkt! Das was Russland weiterhin für die Zukunft ausschließen will, ist die Weltvorherrschaft der USA nicht nur als Militärmacht qua Nato, sondern als Wirtschaftsmacht qua Dollar und willfährige Regierungen. Russland will eine multipolare Welt von Staaten, die nicht über ihre Verhältnisse leben und das Prinzip des „Leben und Leben lassen“ zum obersten Prinzip ihres Zusammenlebens machen. Angesichts des Überfalls auf die Ukraine klingt dies zwar absurd, jedoch dies nur deshalb, weil der Westen alles unternimmt, um vor allem über eine gleichgeschaltete Presse seine wahren Motive und Ziele im Ukrainekrieg zu verdunkeln.
    Das wichtigste Motiv das der Westen hat, ist die Aufrechterhaltung eines Lebens weit jenseits seiner eigenen Möglichkeiten, was ganz klar im Bekenntnis zum weiteren Wirtschaftswachstum zum Ausdruck kommt, das jedoch nur mit der Ausplünderung des Planeten und das heißt, anderer Länder, aufrecht zu erhalten ist. Deutschland hatte seine ihm im Jahre 2022 noch zustehenden Ressourcen bereits im April verbraucht, die USA noch früher. Auch die Energiewende kann im wesentlichen nur mit Stoffen und Produkten aus dem Osten bewerkstelligt werden. Wer den Menschen verspricht, wie dies die Grünen taten und immer noch laufend tun, dass der bisherige „Wohlstand“, der einerseits zu einem großen Teil aus Luxus, Schrottprodukten, Abfallbergen, verhindertem Recycling, weggeworfenen Lebensmitteln (1/3 der Erzeugung) usf. besteht und andererseits mit billigst erworbenen und teils mit Kinderarbeit und absoluten Hungerlöhnen gewonnenen Rohstoffen und Fertigprodukten aufrechterhalten werden soll, der muss für die kriegerische Eroberung und Ausschaltung von Staaten sein, die das ausbeuterische Geschäft des Westens mit der übrigen Welt stören oder gar endgültig zu Fall zu bringen trachten. Vor diesem Hintergrund scheint im Westen nicht nur eine gespaltene Zunge zu agieren, sondern ein, die nicht genug kriegt und bereit ist, für die Sicherung eines völlig inakzeptalen Lebensstiles über Leichen zu gehen.

  8. Ihr intellektueller Erguss erzeugt immensen Brechreiz bei mir!
    All diese vielen wohlgeformten Worte und Sätze aus selbstgefälliger Gemütlichkeit gekrochen… Was sind sie anderes als mieser Zynismus,
    Selbstverständlich hat sowohl die Ukraine als auch JEDER Staat auf der Welt das absolute Recht der Verteidigung gegen diesen Überfall.
    Und, wenn bei mir zehn Typen stehen würden, die meine Familie bedrohen, ich würde sie mit allen Mitteln zu vertreiben versuchen, damit sie nicht meine Frau und meine Kinder vergewaltigen und ermorden! Ich würde natürlich hoffen und flehen, dass die Nachbarn mir helfen, mit aller Macht!
    Übrigens wünsche ich dem Verbrecher Putin und seinem ganzen Terror-Regime den baldigen Tod und danach die absolute Hölle bis in alle Ewigkeit.

    1. Die ukrainische Regierung führt diesen Bürgerkrieg bereits seid 2014, welchen sie in Anwesenheit des CIA-Chefs begonnen haben. Die Ukraine hat bereits zwei Niederlagen (1) einstecken müssen, woraus MinskI und MinskII resultierten. Da sich die Ukraine nicht zur Umsetzung von MinskII entschließen konnte, sie sogar den Beschuß von zivilen Strukturen im Februar 2022 noch erhöhte (2), hat Putin auf Beschluss der DUMA die Republik Lugansk und Donezk anerkannt und einen Freundschafts- und Beistandsvertrag mit den beiden Donbassrepubliken ratifiziert. Auf Grund dieser Beistandsklausel hat Russland in den laufenden Krieg ab 24.02.2022 eingegriffen (3). Und das Russland von Seiten Amerikas gezwungen wird in diesen Konflikt einzugreifen, hat die US-Politik bereits 2015 auf den Chicago Council (4) angekündigt.
      Nur für Sie, Herr Kalischer, nochmals allgemein bekannte Tatsachen.
      Wenn Sie sich mit den Kriegsursachen bei diesem Stellvertreterkrieg in der Ukraine zwischen USA/ NATO und Russland/ China vertraut machen wollen, empfehle ich Ihnen sich etwas zu belesen z.B. hier (5).

      Quellen:
      (1) Interview mit dem schweizer Offizier Baud, Mitarbeiter in der OSZE und für die NATO in der Ukraine: https://www.schweizer-standpunkt.ch/news-detailansicht-de-international/die-politik-der-usa-war-es-immer-zu-verhindern-dass-deutschland-und-russland-enger-zusammenarbeiten.html
      und: https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/newspaper-ausgabe/nr-9-vom-17-mai-2022.html#article_1359)
      (2) OSZE-Bericht 21.2.22
      In Donetsk region, between the evenings of 18 and 20 February, the SMM recorded 2,158 ceasefire violations, including 1,100 explosions. In the previous reporting period, it recorded 591 ceasefire violations in the region.
      In Luhansk region, between the evenings of 18 and 20 February, the Mission recorded 1,073 ceasefire violations, including 926 explosions. In the previous reporting period, it recorded 975 ceasefire violations in the region.
      OSZE-Bericht 22.2.22
      In Donetsk region, the SMM recorded 703 ceasefire violations, including 332 explosions. In the previous 24 hours, it recorded 579 ceasefire violations in the region.
      In Luhansk region, the Mission recorded 1,224 ceasefire violations, including 1,149 explosions. In the previous 24 hours, it recorded 333 ceasefire violations in the region.
      OSZE-Bericht 23.2.22
      In Donetsk region, the SMM recorded 528 ceasefire violations, including 345 explosions. In the previous reporting period, it recorded 703 ceasefire violations in the region.
      In Luhansk region, the Mission recorded 1,182 ceasefire violations, including 1,075 explosions. In the previous reporting period, it recorded 1,224 ceasefire violations in the region.
      (3) https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Mit-Doppelstandards-in-den-naechsten-Weltkrieg/Tatsaechlich-beruft-sich-Russland-nachvollziehbar-auf-Artikl-51-der-UN-Charta/posting-41061152/show/
      (4) https://www.youtube.com/watch?v=xC4epLO3ArE
      (5) https://www.hintergrund.de/politik/welt/der-ukraine-krieg-was-vorher-geschah/
      und: https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/ukraine-russland-nato

      1. Wow. Ich lese ausschließlich Online-Zeitungen und ausschließlich Online-Zeitungen mit freien Kommentarmöglichkeiten! Und zwar wegen solcher Kommentare wie der von Ihnen. Hoch interessante Link-Liste.

  9. Man kann es nicht fassen, dass manche (zu viele die sich nicht melden?) den Beitrag missverstehn und den aktuellen Bellizismus, Kriegs- und Propagandageschrei auf allen Seiten gut heißen, Motto: „Na wenn Sie mal überfallenwerden …“ *kopfschüttel*

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