Evakuierung aus Asovstal angelaufen

Asovstal. Bild: Nikolai Trishin/TASS

Verwundete und andere Befreite kommen allerdings in russisch kontrollierte Gebiete. Asow hat Probleme, die Niederlage zu rechtfertigen.

Russland hat mit dem Asow-Regiment ermöglicht, 53 verletzte Soldaten und Kämpfer aus Asovstal zu evakuieren. Allerdings nach Novoazovsk im russisch kontrolliertes Gebiet. Weitere 211 Menschen wurden nach Elenivka gebracht, das ebenfalls von Russland kontrolliert wird. Der Kampf wird jetzt entbrennen, wer den humanitären Erfolg einheimsen kann.

Angeblich sollen in Asovstal 600 verletzte Soldaten sein – und eine unbekannte Zahl von aktiven Soldaten und Asow-Kämpfern. Asow ist im Konflikt, jetzt nachzugeben, wo man doch nicht nur Asovstal oder Maripol, sondern symbolisch die gesamte Ukraine in dem Tunnelnetzwerk des Stahlkonzerns „verteidigt“. Es wird die Botschaft verbreitet, dass die „Verteidiger von Mariupol“ trotz aller Schwierigkeiten die Befehle ausgeführt hätten. Man habe die russischen Truppen gebunden und der ukrainischen Armee damit geholfen, sic handers aufzustellen, mehr Rekruten auszubilden und viele Waffen aus dem Ausland zu erhalten. Das ist Selbstüberschätzung.

Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar musste die Botschaft überbringen, dass mehr als 260 Menschen aus Asovstal herausgebracht werden konnten, aber eben nur auf russisches Gebiet, wo die Verletzten zwar behandelt, aber überprüft werden, ob sie Verbrechen begangen haben. Auch in Russland und in den „Volksrepubliken“ werden Kriegsverbrechen verfolgt. Die 211 Menschen sollen ausgetauscht werden. Es verbleiben allerdings „Verteidiger“ in Asovstal, die man militärisch nicht befreien könne. Man sei aber weiter dabei, alle zu befreien. Das sei aber kompliziert und würde Zeit benötigen.

Asow muss, um nicht eine Niederlage zuzugeben, erklären, dass man die Verwundeten nur gehen ließ, weil dies befohlen wurde. Auch Präsident Selenkij versucht die Lage schön zu reden: „Die Ukraine braucht lebendige ukrainische Helden. Das ist unser Prinzip. Ich denke, dass jeder vernünftige Mensch diese Worte verstehen wird. Die Operation zur Rettung der Verteidiger von Mariupol wurde von unseren Militärs und Geheimdienstmitarbeitern eingeleitet. Um die Jungen nach Hause zu bringen, geht die Arbeit weiter, und diese Arbeit braucht Feingefühl. Und Zeit.“

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8 Kommentare

  1. Die übliche Propaganda halt.
    „Soldaten sind sich alle gleich, lebendig und als Leich`“.
    Ich bin aber kein ausgesprochener Biermann Fan…;-)

  2. Es handelt sich nicht um eine Evakuierung, sondern um eine Kapitulation. Etwas anderes ist in dieser Situation auch gar nicht möglich. Man kann es schon fast als kleinen ukrainischen Vernunftsanfall ansehen. Zu hoffen ist, dass nun auch die restlichen Soldaten, auch die ausländischen, sich ergeben, damit dieses Kapitel endlich auf halbwegs humane Weise abgeschlossen werden kann.

  3. Wie ein Forist vorher schon geschrieben hat es handelt sich klar um eine Kapitulation von Teilen der ukrainischen Kombattanten. Von „Evakuierung“ zu schreiben bedeutet die ukrainische Niederlage schön zu reden.
    Unklar ist im Moment noch, ob es nur eine Teilkapitulation ist oder vollständig.
    Angeblich sollen noch über 2000 Azov-Anhänger in den Katakomben verbleiben.
    Laut russischer Presse gibt es kein Versprechen über einen Gefangenaustausch – nur die Zusage, einer humanitäre Behandlung und dass niemand getötet wird.

  4. Dass Militärs in einer Falle viele andere des Gegners binden, ist in diesem Fall ein Witz. Oder die Art des Selenskiy-Heldentums.
    Das sie lebend herauskommen ist nicht nur deren Verdienst. Wenn Verbrecher dabei sind, gehören sie vor Gericht.

  5. Heute morgen im NDR gab es nur noch Soldaten. Kein ASOW, keine Nationalisten. Statt dessen kündete der Sender von einer „Blockade“ – also wurden die Verwundeten wochenlang festgehalten, ohne zu sagen, wer diese festhielt.

    Und natürlich war von der UNO, dem Roten Kreuz etc. die Rede. Dabei ist das ganze nach dem Kriegsrecht geregelt. Soldaten, die sich ergeben, sind Kriegsgefangene und stehen unter dem Schutz dieses Rechts. Das wird allerdings nicht von allen eingehalten.

  6. Schön, dass es so ausgeht. Putin ist gottseidank ein Weichei. Ich hoffe, man wird es ihm danken. Ein anderer hätte längst eine thermobare Bombe eingesetzt und diese Söldner ausgelöscht, um zu zeigen, was den anderen Freiwilligenbataillonen blühen kann.

    1. Mir fallen nur folgende Anmerkungen spontan ein:

      Von Asows & Co. ist offenbar nicht die Rede. „Verwundete“ und „Soldaten“. Letztere könnten dann die verbliebenen regulären Einheiten (z.B. 39. Marineinfanterie) sein. Das könnte dann auch zu evtl. Austauschabsichten beider Seiten passen.

      Die „Freiwilligen Bataillone“ und die Asows aus der dem Innenministerium unterstellten Nationalgarde könnten dabei tatsächlich noch gar nicht umfasst sein. Ebenso die mutmaßlichen ausländischen Nato-Angehörigen und was da sonst noch kreucht und fleucht.

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