Erste Prognose zur Bundestagswahl 2021

Bild: Tim Reckmann/CC-BY 2.0

Wir stellen bis zur Bundestagswahl Ergebnisse der PESM Wahlbörse vor. Im Gegensatz zu Umfragen fragen Wahlbörsen: Wie werden die einzelnen Parteien abschneiden? Die kollektive Intelligenz der Teilnehmer bestimmt bei Wahlbörsen die resultierende Prognose

 

Unsere gemeinsame Wahlbörse zur Bundestagswahl läuft seit dem 26.7. mit über 70 Teilnehmern und lieferte schon früh verwertbare Aussagen, weil die Mitspieler außerordentlich aktiv sind. Die hier veröffentlichten Prognosen stammen vom 9.8. um 14 Uhr. Zusätzlich werden in Klammern als Vergleich bei jeder Partei der kleinste und größte Schätzwert der Umfragen aus den letzten sieben Tagen angegeben.

Es führt ziemlich klar die CDU/CSU mit 25,9 Prozent (24-27 Prozent). Der Vorsprung vor den Grünen mit 19,3 Prozent (18-22 Prozent) ist mit 6,6 Prozentpunkten fast uneinholbar. Aber seit Beginn der Wahlbörse hat die Union allein in den ersten beiden Wochen schon etwa zwei Prozentpunkte verloren. Die Grünen zeigen eine leichte Aufwärtstendenz, allerdings unter starken Schwankungen, was auf eine Unsicherheit bei der Einschätzung dieser Partei hinweist.

Der Anstieg bei der SPD fällt sogar etwas höher und stabiler aus. Der Kurs steht bei 17,8 Prozent (16-20 Prozent). Das bedeutet, dass es zwischen Grünen und SPD einen spannenden Kampf um den zweiten Platz geben könnte. In diesen kann die FDP nicht eingreifen, weil sie mit 11,8 Prozent (12-13 Prozent) zu weit dahinter steht. Sie profitiert ebenso wie Grüne und SPD von den Verlusten der Union. Die AfD ist bei 10,7 Prozent (10-11 Prozent) positioniert und somit knapp hinter der FDP, während die Linke nur auf 6,6 Prozent (6-7 Prozent) kommt. Alle kleinen Parteien (Sonstige ) erreichen 7,9 Prozent (6-9 Prozent).

Es ist interessant, dass das konservative Lager aus Union und FDP mit 37,7 Prozent und das progressive Lager aus Grünen und SPD mit 37,1 Prozent fast gleichauf sind.

Beim gegenwärtigen Stand kann die künftige Regierungsbildung noch sehr spannend werden, weil es für die stärkste schwarz-grüne Zweierkoalition nicht zur Mehrheit reicht. Somit kommen realistischerweise nur Dreierkoalitionen aus den führenden vier Parteien in Frage.

Wenn die SPD weiterhin nicht bereit ist, eine neue Koalition mit der Union einzugehen, bleiben nur noch zwei Alternativen. Eine sog. Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP wie in Schleswig-Holstein oder eine Ampel, bestehend aus Grünen, SPD und FDP, wie in Rheinland- Pfalz, wobei in dieser Kombination noch nicht entschieden ist, welche Partei vorn liegt und das Kanzleramt beanspruchen kann.

Interessierte können noch in die Wahlbörse einsteigen.

Anders als bei den meisten anderen Prognosemärkten wird die PESM Plattform als Echtgeldbörsenplatz betrieben, bei der die Teilnehmer einen Geldbetrag ihrer Wahl auf ihr Konto einzahlen, um damit an allen laufenden und kommenden Börsenplätzen handeln zu können. Dabei folgt der Veranstalter dem Rahmen eines Nullsummenspiels. Nullsummenspiele zeichnen sich dadurch aus, dass sämtliche Einzahlungen der Teilnehmer später auch wieder ausgezahlt werden, wobei die Gelder im Spielverlauf umverteilt werden können. Anders formuliert bedeutet das, dass keinerlei Gebühren für die Börsianer anfallen, und dass die Prognosys Bewertungs GmbH sich nicht an den Spieleinsätzen bereichert.

Prof. Dr. Walter Mohr ist Leiter der Prognosys Bewertungs GmbH.

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