Asovstal: „Der Kampf geht weiter“

Theatralisch verkünden die Kämpfer ausd Asovstal, die sich noch nicht ergebenhaben, dass der Kampf weiter geht.

 

Nachdem sich fast 1000 Soldaten ergeben haben, die in Asovstal eingeschlossen waren, veröffentlicht das russische Verteidigungsministerium die ersten Videos. Natürlich handelt es sich um strategische Kommunikation, sprich: Propaganda, aber da die Augen der Welt auf Russland gerichtet, dem alles Schlechte unterstellt wird, dürften die Gefangenen tatsächlich gut behandelt werden.

So wird ein Video mit verwundeten Gefangenen aus Asovstal gezeigt, die im Krankenhaus von Novoazovsk behandelt werden. Gezeigt werden ukrainische Soldaten, die sagen, sie würden medizinisch betreut und mit gutem Essen versorgt. Ein Vertreter der ukrainischen Armee hat die Haftbedingungen überprüft und erklärt, dass es keine Beschwerden der Gefangenen gebe. Und auch die Kriegsgefangenen sagen, dass sie gut behandelt würden. Russland beharrt darauf, dass sich die ukrainischen Soldaten bedingungslos ergeben haben.

Während die ukrainische Regierung versucht, die Niederlage als Evakuation schön zu reden, handelt es sich um eine von Kiew befohlene Kapitulation. Russland erklärt, dass diejenigen Gefangenen, die an Morden und Kriegsverbrechen beteiligt waren, nach der russischen Gesetzgebung und der der „Volksrepubliken“ bestraft würden. Als Kriegsverbrecher gelten laut DNR-Chef Denis Puschilin nicht nur militante Kommandeure, sondern auch diejenigen, die ihre Befehle ausführen und „die NS-Ideologie in ihren Handlungen und Taten zeigen, insbesondere gegenüber der Zivilbevölkerung“.

Die Ukraine hat dafür den ersten Schritt gemacht und einen russischen Kriegsgefangenen vor Gericht gestellt, der einen Zivilisten ermordet haben soll. Der junge Mann hat den Mord gestanden, man kann daran zweifeln, ob dies freiwillig geschehen ist, er muss jetzt mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe in der Ukraine rechnen (Medusa hat mit seiner Mutter gesprochen). Das droht auch den Soldaten und vor allem den Asow-Kämpfern aus Asovstal, die sich ergeben. Womöglich müssen sie auch mit der Todesstrafe rechnen, die es nicht in Russland, aber in den „Volksrepubliken“ gibt.

Aus der Ukraine heißt es, dass Asovstal abgerissen werden soll, das Gelände soll zu einem Technologiepark oder zu einem Park werden. Gewarnt wird, dass eine weitere Bombardierung  zehntausende Liter einer giftigen Schwefelwasserstofflösung freisetzen könnte, die Flora und Fauna des Asow-Meers zerstören würden. Die Folgen würden auch im Mittelmeer zu spüren sein.

Wie viele Soldaten und Asow-Kämpfer noch in Asovstal geblieben sind, ist unbekannt. Offenbar ist, dass sich der harte Kern des Asow-Regiments und dessen Kommandeure nicht ergeben haben. Sie müssen damit rechnen, dass sie wegen (Kriegs)Verbrechen verurteilt werden, aber vielleicht wollen sie auch nur die Kapitulation vermeiden, da die nationalistischen ukrainischen Kräfte jeden Kompromiss mit Russland seit Jahren als Verrat bezeichnet haben, auch eine Verständigung über das Minsker Abkommen.

Die noch in Asovstal Verbliebenen kommunizieren die Befehlsverweigerung gegenüber Kiew und dem Präsidenten und erklären: „Der Kampf geht weiter.“

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8 Kommentare

  1. Was ja interessant wäre, wenn der Donbass jetzt auf die Umsetzung des Minsker Abkommens pochen würde und Frankreich und Deutschland auffordern würde entsprechend auf Kiew einzuwirken.
    Ich denke auch das auf die Todesstrafe verzichtet werden sollte.
    Vom Donbass könnte im Westen nach Krankenhausversorgung für die Kriegsgefangenen nachgefragt werden.

  2. „…..handelt es sich um eine von Kiew befohlene Kapitulation. “

    „Offenbar ist, dass sich der harte Kern des Asow-Regiments und dessen Kommandeure nicht ergeben haben. “

    Heißt das, sie verweigern den Befehl? Unterstehen sie womöglich gar nicht dem „Oberbefehlshaber“?

    Fehlt jetzt nur noch, daß der sie weiterhin für ihren heldenhaften Durchhaltewillen
    öffentlich lobt und entsprechende Ordensverleihung ankündigt.

  3. Update:
    Laut russischen Medien vom 19.05. 09:00 (Moskauer Zeit) haben sich bisher 1750 Kämpfer aus dem umstellten „Azovstal“ in Mariupol ergeben.

  4. Dann stimmt wohl die Zahl von 800 Asow-Kämpfern, von ehemals insgesamt 2500 Eingekesselten, die sich nach Alexander Sladkow noch im Bunkersystem befinden. Diejenigen, die sich ergeben haben, sollten dann vermutlich überwiegend „normale“ Militärangehörige sein.

    Die lautstarke Heldenanbetung in deutschsprachigen Medien ist einstweilen verstummt. Es wird sich zeigen, wie es mit der Blackbox Azovstal weitergeht.

    Auf RT DE erschien am 18 Mai 2022 ein Artikel von Wladislaw Sankin mit einigen interessanten Gedanken zum Wesen von Asow:

    „Die Charkower Nazis, um deren gerade aus dem Gefängnis freigelassenen Ideologen Andrej Bilezkij geschart, haben den ukrainischen Nationalismus in seiner Ost-Variante neu entdeckt und modernisiert. Bilezkij träumte von einem noch größeren und stärkeren Land als es die Ukraine insgesamt bereits war, er dachte über Rassen nach, über das Imperium, über das Starksein. Sein Nazismus war nicht rückwärtsgewandt wie etwa der westukrainische Banderismus mit seinem ewigen Bandera-Kult.
    Seine Organisation schlüpfte unter die Fittiche von Arsen Awakow, ehemaliger Oberbürgermeister von Charkow und Innenminister in den Jahren 2014-2021, dem Mini-Oligarchen und Gouverneur des Gebiets Charkow in den Jahren 2005 bis 2010. Awakow, geboren in der aserbaidschanischen Hauptstadt, war ein kosmopolitischer russischsprachiger Armenier und nebenbei Organisator der Science-Fiction-Festivals. Mit seiner Hilfe feilte nun auch Bilezkij an einem utopischen Techno-Faschismus, der die ethnisch-nationalen Schranken der Bandera-Ideologie sprengte und auf eine klare rassistische Überlegenheitsideologie, auf perfekte technische Ausstattung und auf ein attraktives Erscheinungsbild setzte.

    Dafür eigneten sich auch zahlreiche heidnische Elemente, von denen die Asow-Ästhetik nur so strotzt. Der Nationalistenführer des Westens Stepan Bandera wuchs als Sohn eines Priesters der griechisch-katholischen Kirche auf. Die Rolle dieser regionalen westukrainischen kirchlichen Institution war in der Verbreitung des Banderismus von großer Bedeutung. Der Nationalismus nistete sich in den christlichen Ritus ein: in den Gebeten nahm langsam die Ukraine den Platz Jesu Christi ein, die „Helden“ des Maidan wurden als eine Art neue Heilige verehrt.
    „Asow“ hatte dagegen weder mit der Orthodoxie noch mit dem Katholizismus etwas am Hut. Nach der Stadt Asow im Gebiet Rostow im russischen Südwesten und zugleich nach jenem an Russland und die Ukraine angrenzenden Nebenmeer benannt, band Bilezkij vielmehr schon in den Namen Asow seiner Bewegung künftige territoriale Ansprüche an Russland ein. Bei Asow geht es um Naturelemente, Geographie, Raum. Asow ist Geopolitik. Auch das macht Asow moderner. Heidnische Ästhetik, gemischt mit slawischen und germanischen Elementen sorgte dafür, dass Asow auch im Ausland populär wurde. Als bewaffnete Einheit wurde Asow bereits vier Jahre nach seiner Gründung zu der erfolgreichsten rechtsextremen Bewegung weltweit.

    Aber die Bewegung hat sich nicht nur im militärischen Bereich etabliert. Sie spaltete sich auf in drei Zweige – eine gesellschaftliche Bewegung „Asow“, die vor allem im Bereich Bildung und Erziehung eine aktive Rolle einnahm, in die politische Partei Nationaler Korps, die auch eine Armee kampfbereiter „Straßenaktivisten“ umfasste und in die bestens bewaffnete militärische Elite-Einheit „Regiment Asow“, eine Art SS-„light“. Mit eigenen digitalen Medien, Verlag und PR-Abteilung verfügte Asow nun über genügend gesellschaftliche Strahlkraft.“
    https://rtde.site/meinung/138687-zerbrocken-asow-mythos-leitet-zerfall-zerfall-ukrainischen-staates/

  5. Führungsschicht… Kommandeuer… Befehl gegenüber dem Präsidenten verweigert? Müsssen jetzt die Ukrainer auch gegen Asow & Co. vorgehen? Befehlsverweigerung unter Kriegsverhältnissen?

    Sind das jetzt „böse Nazis“ unter den eigentlich doch „guten Nazis“ von Asow & Co.? Oder sind das die „guten Nazis“, weil die offenbar als einzige noch die Ukraine, die Demokratie und die Werte Europas, ja der gesamten „guten“ Menschhheit beinhart verteidigen?

    Ist das vielleicht die neue Dokusoap / Scripted Reality von der Firma Selenskijs?

    Na, ja. Für die West-Qualitätsmedien ist der Fall wahrscheinlich klar. Am besten gar nicht mehr über Asowstal berichten. Und nach bewährter Manier vorsichtshalber schon mal alle bisherigen Mediathek- und Artikeleinträge verstecken oder löschen. Das baut dann auch den möglichen Entdeckungen von dortige Nato-Mittätern, unterirdischen Laboren oder BlackSites vor, die jetzt erst recht vor Ort vermutet werden können.

    1. Und klammheimlich darauf hoffen, Russland möge die Reste von Azovstal in Grund und Boden bombardieren, damit man nichts und niemanden dort jemals als Beweis für was auch immer finden möge.
      Damit hätte man nicht nur evtl. Biowaffenlabore, sondern die Reste der Nazihelden entsorgt, die für die Regierung gefährlich geworden waren mit ihren Extraktionswünschen., und evtl. NATO-Söldner und Generäle gleich mit.

      DEN Gefallen wird ihnen Russland aber wohl nicht tun.

  6. Was für eine Verschwendung.
    Statt das Land voranzubringen zerstören sie es. Die Russen werden ihre Babys nicht fressen und die USA ist mit Sicherheit nicht das Land wo Milch und Honig fließt. Was Gewinnen sie, was verlieren sie? Eine uralte kaufmännische Sichtweise. Da sie für die USA sterben, scheinen sie diese Sichtweise zu wollen, aber offenbar scheinen sie nicht zu begreifen was das bedeutet. Sie gewinnen dadurch nichts, sie sind also dabei zu verlieren und damit ist nicht unbedingt der Konflikt gemeint. Sollte der irgendwann vorbei sein, sind sie körperlich und geistig kaputt, das Land ist zerstört und im ungünstigsten Fall werden sie von den USA ausgebeutet. Wer jetzt Deutschland als positives Beispiel meint aufführen zu können, muss sich zunächst die anderen Länder anschauen, wo die USA sonst noch so „gewirkt“ haben. Aber auch Deutschland hat seinen Preis bezahlt und ist dabei ihn immer noch zu zahlen. Deutschland ist der goldene Esel, den sie seit dem Ende des 2. WK melken. Welches große Unternehmen ist noch in deutscher Hand? Wirtschaftsspionage gehört bei den USA zum Tagesgeschäft und viele Leistungsträger gehen in die USA, obwohl sie in der BRD ausgebildet wurden. Außerdem werden schmutzige Geschäfte bevorzugt von den USA über deutsche Unternehmen abgewickelt. Deutsches ist in den USA nicht unbedingt positiv angesehen, was in Russland bislang genau gegenteilig war, inzwischen haben sie es geschafft, dass es dort auch nicht mehr so ist. Die USA sind wie ein Vampir, ihr toter Körper lebt von der Kraft und dem Blut anderer.

  7. Es ist ja noch immer unklar, ob und wie viele ausländische Militärangehörige sich dort befinden und bereits ergeben haben. Möglicherweise bilden gerade die Ausländer dort diese Gruppe, die immer noch da ausharrt.

    Die wollen und sollen (aus Sicht der NATO-Mitglieder) logischerweise zu allerletzt gefunden und identifiziert werden. Da fände ich es auch naheliegend, wenn die entsprechende Befehle von ihren Heimatbefehlshabern bekommen haben.

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