70 Prozent der Ukrainer sind vom Sieg über die russischen Truppen überzeugt

Der populär gewordene ukrainische Präsident Selesnkij heute bei einer seiner häufigen Videoansprachen.

Die Zustimmungswerte zu Selenskij sind mit dem Krieg in die Höhe geschossen, schon kurz vor der Invasion war die Bereitschaft, Widerstand zu  leisten, hoch. Joe Bidens Zustimmung bleibt im Keller.

Nach einer Umfrage von Rating, die am 26. und 27. Februar durchgeführt wurde, sind 70 Prozent der Ukrainer vom Sieg über die russischen Truppen überzeugt. Das höchste Vertrauen besteht bei den Menschen im Westen und in der Mitte mit 75-78 Prozent, im Süden und Osten ist auch eine Mehrheit, wenn auch mit 64-66 Prozent geringere vom Sieg überzeugt. Die Umfrage sei repräsentativ, befragt wurden 2000 Ukrainer in allen Oblasten mit Ausnahme der Krim und der „Volksrepubliken“.

 

Der ukrainische Präsident Selenskij, der vor dem Krieg nicht mehr sonderlich populär war, ist im Ansehen stark gestiegen. Er zeigt sich mittlerweile im T-Shirt, versichert, er bleibe in Kiew, zeigt sich in Videos auch auf der Straße und hat es geschafft, nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Ausland zu einem bewunderten Politiker zu werden. 91 Prozent der Befragten stehen hinter dem, was Selenskij macht, auch im Osten und Süden sind es 80 Prozent. Wenn die Umfrage aussagekräftig sein sollte, dann haben sich Putin und seine Berater verschätzt, die zumindest im Osten und Süden auf offene Arme und Sympathie der Bewohner gehofft haben dürften. Bei einer Rating-Umfrage Mitte Februar vertrauten Selenskij nur 41 Prozent der Befragten, 57 % vertrauen ihm nicht.

In einer anderen, vom 5. bis 13. Februar durchgeführten Umfrage über Bereitschaft, bei einer militärischen Intervention durch Russland Widerstand zu leisten, bejahten dies 57 Prozent, im Dezember 2021 waren es noch 50 Prozent. 37 Prozent zeigten sich bereit, bewaffneten Widerstand zu leisten, 25 Prozent wollten zivilen Ungehorsam leisten.  7,5 Prozent wollten ins Ausland fliehen, 12,4 Prozent in eine sicherere Region. Der Unterschied zwischen Westen und Osten war allerdings groß. Wollten im Westen 72 Prozent Widerstand leisten, waren es im Osten nur 30 Prozent, im Westen sagten 45 Prozent, bewaffneten Widerstand leisten zu wollen, im Osten waren es 18 Prozent.

„Bewaffnete Aggression und Russlands Krieg gegen die Ukraine vereinten das gesamte ukrainische Volk. Der Volkskrieg ist im Gange. Jeder will sein Land verteidigen, jeder ist vereint in seinen Ansichten und zuerst einmal wollen sie den Feind in ihrem Heimatland töten, damit Frieden und Ruhe herrscht.“ mil.gov.ua

Im Verhältnis zu Russland sagten zu dieser Zeit noch 30 Prozent, sie hätten eine gute Einstellung zu Russland und 4 Prozent eine sehr gute. Nur im Osten war eine Mehrheit von 53 Prozent dieser Meinung, im Süden waren es 45 Prozent, in der Mitte 31 Prozent und im Westen 21 Prozent. Das wird sich mit Beginn des Krieges weiter verschlechtert haben.  Bis 2013 hatten noch über 80 Prozent, mitunter auch über 90 Prozent eine gute oder sehr gute Meinung von Russland. Das fiel ab 2014 auf unter 40 Prozent ab, ab 2017 stiegen die Werte wieder. Jetzt dürfte der Kreml auch die meisten Menschen im Osten und Süden gegen Russland aufgebracht haben.

Über 90 Prozent Zustimmung zu Selenskij im Kriegszeiten erinnert an George W. Bush, dessen Zustimmungswerte zwischen 50 und 60 Prozent 2001 schwankten und er von vielen als unfähig galt, während seine Werte nach 9/11 auf 90 Prozent hochschnellten. Dann ging es aber fast stetig nach unten, am Ende seiner Amtszeit lag die Zustimmung bei um die 30 Prozent.

Joe Biden kann hingegen durch den Konflikt mit Russland, wo er versucht, hart aufzutreten, keine entscheidenden Dialogangebote zu machen und Russland ökonomisch in die Knie zu zwingen, kaum eine höhere Zustimmung erzielen. Seine Zustimmung hat mitlerweile Trump-Niveau erreicht und liegt so nach FiveThirtyEight vom 28. Februar durchschnittlich um die 40 Prozent.

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