
Oder: Maik Maier will 100.000 Euro klimaneutral ausgeben.
In der aktuellen klimapolitischen Debatte gewinnt der ethisch motivierte Konsumverzicht zunehmend an Bedeutung. Individuen versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren, indem sie emissionsintensive Verhaltensweisen – wie die Nutzung eines PKW oder Flugreisen – unterlassen und ihren Konsum reduzieren. Aber ökologisch richtiges Verhalten ist nicht einfach. Um diese Problematik zu verdeutlichen, betrachten wir den Fall von Maik Maier. Er bekam überraschend 100.000 € geschenkt und möchte als ökologisch bewusster Konsument dieses Geld so einsetzen, dass die CO2-Belastung so gering wie möglich bleibt. Er fragt sich also: Wie gebe ich das Geld aus, ohne Umwelt und Klima zu belasten? Maier will es gut machen. Wir untersuchen dafür sechs verschiedene Handlungsoptionen.
Kauf von Konsumgütern
Um die Klimawirkung von konsumtiven Ausgaben zu quantifizieren, wird die Emissionsintensität herangezogen. Diese Kennzahl setzt die Gesamtemissionen in Relation zur Menge an CO2-Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts (CO2-Emissionen pro €). In einer Vergleichsbetrachtung nehmen wir an, dass Herr Maier das ganze Geld für Konsumgüter mit durchschnittlicher Emissionsintensität ausgibt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat die deutsche Volkswirtschaft eine durchschnittliche Emissionsintensität von 160 Gramm CO2 pro €[1]. Also jeder €, der für Konsum ausgegeben wird, verursacht im Schnitt rund 0,160 Kilogramm CO2. Es ist also zu rechnen: 100.000 € multipliziert mit 0,160 kg CO2/€ = 16.000 kg CO2. Maik Maier würde durch diesen Konsum Emissionen von 16 Tonnen CO2 verursachen.
Kauf und Nutzung eines Autos
Nehmen wir an, er verwende den Betrag von 100.000 € für den Kauf und Betrieb eines Mittelklassewagens, Kaufpreis 50.000 €. Bei einer Lebensdauer von rund 200.000 Kilometern verbraucht dieses Auto etwa 14.000 Liter Benzin zu Kosten von 25.000 €. Für Versicherung, Reparatur und Wartung kommt etwa die gleiche Summe hinzu, was für die gesamte Lebenszeit zu Ausgaben von insgesamt 100.000 € führt. Jeder Liter Benzin, der im Motor verbrannt wird, setzt ungefähr drei Kilogramm CO2 frei, was Emissionen von rund 42 Tonnen verursacht. Addiert man die Emissionen für die Herstellung des Fahrzeugs von acht Tonnen hinzu, belaufen sich die Emissionen auf 50 Tonnen CO2.
„Sparstrumpf“ oder Vernichtung
Als weitere Option kann Maik Maier die 100.000 € als Geldbündel in einen Sparstrumpf stecken oder im Garten vergraben. Dort sind sie dem Wirtschaftskreislauf entzogen und verursachen keine CO2-Emissionen. Um den Effekt sicherzustellen, darf das Geld nie wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Eine noch sicherere Methode wäre etwa die Verbrennung der Geldscheine. Das ist in Deutschland nicht strafbar, solange es das eigene Geld ist.[2] Im Ergebnis entstehen Null CO2-Emissionen. Unter ökologischen Gesichtspunkten wäre das eine konsequente, wenn auch radikale Option.
Bankeinlage und Konsumkredit
Bei unserer nächsten Option verzichtet Maik Maier auf Konsum, bringt das Geld zur Bank und legt es auf einem Konto an. Im Bankensystem kommt es durch die Gewährung von Krediten zu einer Giral- oder Buchgeldschöpfung. Die Einlagen der Sparer werden anderen Kreditnehmern in insgesamt größerem Maße als Darlehen zur Verfügung gestellt. Die Einlage von 100.000 € erweitert der Bank die Möglichkeit, Kredite zu vergeben. Doch welche Kreditsumme entsteht durch die Einlage von 100.000 € bei der Bank? Geschäftsbanken erzeugen aus der Einlage ein Vielfaches an Buchgeld. Der Geldmultiplikator ist variabel und liegt im deutschen Bankensystem zwischen 3 und 10.[3] Wenn wir einen Multiplikator von 4 unterstellen, lässt die Einlage von 100.000 € des Herrn Maier etwa 400.000 € neuen Kreditspielraum für die Bank entstehen. Mit welchen Emissionen wäre zu rechnen? Wenn die Bank die Einlage als Konsumkredit vergibt und mit ihm Konsumgüter mit durchschnittlicher Emissionsintensität gekauft werden, errechnen sich CO2-Emissionen von 64 Tonnen CO2 (0,160 kg/€ multipliziert mit 400.000 €).
Bankeinlage und Autokredite
Noch deutlicher wird der Effekt, wenn die Bank den durch die Einlage geschaffenen Spielraum gänzlich zur Finanzierung von Pkws verwenden sollte. Mit 400.000 € könnten vier weitere Mittelklassewagen finanziert werden (400.000 € / 100.000 € Kosten pro Auto = 4 Autos). Oben haben wir für die Lebenszeit eines einzelnen Fahrzeugs CO2-Emissionen in Höhe von 50 Tonnen CO2 errechnet. Über die gesamte Lebenszeit der vier Fahrzeuge hinweg würde Maiers Einlage indirekt Emissionen in Höhe von 200 Tonnen CO2 auslösen.
Die Lösung: Klimafreundliche Investition mit einer Solar-Anlage
Die wirksamste Option für Maier besteht darin, die 100.000 € nicht zu konsumieren, sondern in eine Solaranlage zu investieren. Der so erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, verdrängt den Fossilstrom aus Kohle- oder Gaskraftwerken und reduziert dadurch die CO2-Emissionen. Die Verwendung des Gelds in CO2-mindernde Infrastruktur, wie Photovoltaikanlagen oder Windkraft, stellt die Option dar, die zu einer echten Netto-CO2-Reduktion der globalen Emissionen führt.

Fazit
Sparen durch Konsumverzicht hilft dem Klima nicht unbedingt. Klimaneutral konsumieren geht nicht. Konsumverzicht ist immer nur aufgeschobener Konsum. Wenn man den eigenen Konsum reduziert, wächst das eigene Geldvermögen. Dieses gesparte Geld wiederum wird letztlich zu Käufen führen, die die CO2-Emissionen steigen lassen. Wird das Geld alternativ zur Bank gebracht, wird die Kreditvergabe wirtschaftliche Aktivitäten ankurbeln, die die CO2-Emissionen erst recht steigen lassen. Sollten jedoch Sparguthaben für Investitionen verwendet werden, die den Einsatz fossiler Energie reduzieren (beispielsweise Solar oder Windrad), wird es zu einer Netto-Minderung der globalen CO2-Emissionen kommen.
Fußnoten
[1] https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland/kohlendioxid-emissionen#kohlendioxid-emissionen-2024
[2] Zwar könnte man mit dem monetaristischen Ansatz argumentieren, dass dadurch die Geldmenge sinkt und davon ein Abwertungsdruck ausgeht. Praktisch kann dieser Aspekt vernachlässigt werden.
[3] Für unserer Argumentation kommt es nicht auf die exakte Größe des (variablen) Multiplikators an. Für einige Länder sind gibt es hier Angaben. https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2012/heft/8/beitrag/geldschoepfung-in-der-krise.html. Siehe auch: Deutsche Bundesbank: Monatsbericht April 2017 69. Jahrgang Nr. 4




Alles quatsch, solange wir dem Kapitalismus frönen wird sich nichts ändern.
Und da es keinen Klimawandel gibt, ist das ganze Gerede eh für´n Arsch!
https://tkp.at/2026/01/30/klimaerwaermung-unter-schneebergen-begraben/
Das Verbrennen von Geldscheinen führt zu „Null CO2-Emissionen“?
Ist das eine gefühlte Tatsache?
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„Jeder Liter Benzin, der im Motor verbrannt wird, setzt ungefähr drei Kilogramm CO2 frei, was Emissionen von rund 42 Tonnen verursacht. Addiert man die Emissionen für die Herstellung des Fahrzeugs von acht Tonnen hinzu, belaufen sich die Emissionen auf 50 Tonnen CO2.“
Falsch. Ein l Benzin setzt ca. 2,4 kg CO2 frei.
Am klimaneutralsten verhält sich der gute Maik, wenn er sein vorhandenes Auto einfach weiter fährt und das Geld im Garten vergräbt 😉
Denn einfach mal den Resourcenverbrauch bei der energieintensiven Herstellung von Photovoltaik und erst recht von Umweltsünden a’la Windrädern zu ignorieren (und deren katastrophalen Umweltschäden bei der Entsorgung, sowie beim Flächenverbrauch während ihres Betriebes ) , fällt dann auch nicht ins Gewicht 😀
Die Herstellung, der Transport, die Wartung und am Ende das Recycling oder das Verschrotten der Solaranlage setzt CO2 frei, Energie wird verbraucht oder besser gesagt, umgewandelt.
Seit der Industrialisierung haengt der gemeine Buerger wie ein Junkie an der Nadel, deren Inhalt: Energie, zumeist fossiler Natur.
Wer darauf vezichten möchte, in Form eines Cold Turkeys, um im Bild zu bleiben, der verzichte auf den Suchtstoff.
Genau, wir haben alle das Problem, dass wir nicht wissen, wohin und was machen mit dem vielen Geld.
Schon wieder so ein Quatsch-Artikel.
Die gescholtenen „Gaskraftwerke“ die jetzt zusätzlich gebaut werden werden nur gebraucht weil man die Grundlastkraftwerke wie Atom ganz schnell abgerissen hat. Das hat übrigens selbst Habeck bereits erkannt. Der plante damals schon zwischen 30 und 50 neue Gaskraftwerke, das ist keine Idee der CDU.
Mit Solar laufen wir bereits in die Sättigung rein, heißt wenn die Sonne (+Wind) scheint produzieren wir bereits mehr als benötigt. Das führt zu negativen Strompreisen die dann alle mitbezahlen, incl der trotzdem erfolgenden Einspreisevergütung. Der Strompreis steigt weiter. Im Winter brauchen wir teures Gas ohne Ende. Wenn das Wetter so bleibt haben wir im Februar noch ein Gasmangellage. Dieses Problem lässt sich mit nochmehr Solar nicht lösen.
> „Warum Konsumverzicht dem Klima nicht unbedingt hilft“
Bliebe zunaechst noch die Frage zu klaeren, ob das Klima uerberhaupt Hilfe annehmen moechte.
You’ll own nothing, and you’ll be happy, Maik Maier spendet am besten die 100.000 Euro an die Klimakleber das ist zu 💯% Klimaneutral und macht die Froh.