Werden Sie ein Bundeskanzler des Friedens!

Merz auf Teleprompter
Stenbocki maja, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Richterin Clivia von Dewitz erinnert in einem offenen Brief an die Folgen des Zweiten Weltkriegs. Sie wirbt für Diplomatie, Versöhnung und historische Verantwortung.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

vor einigen Wochen jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum einundachtzigsten Mal. Über achtzig Jahre Frieden in Deutschland und Europa – das ist für mein Empfinden die größte politische und menschliche Leistung unseres Landes seit 1945.

Ich schreibe Ihnen heute nicht als Richterin und Wissenschaftlerin, die sich seit ihrer Jugend mit Fragen von Frieden, Versöhnung und der Überwindung schwerster Gewalt beschäftigt. Ich schreibe Ihnen vielmehr als Tochter zweier Familien, deren Leben der Krieg für immer gezeichnet hat.

Meine Mutter war vier Jahre alt, als ihre Mutter vor ihren Augen Ende 1944 in Elbing, heute Elbląg in Polen, von einem sowjetischen Soldaten erschossen wurde. Sie hatte sich einer Vergewaltigung widersetzt.

Meine andere Großmutter wurde in Soldin, östlich von Berlin, mehrfach in einer Nacht von sowjetischen Soldaten vergewaltigt. Sie überlebte und war Zeit ihres Lebens traumatisiert. Mein Vater, Jahrgang 1939, musste das mit ansehen und konnte seine Mutter nicht schützen.

Eine solide Grundlage für wahre Versöhnung

Ich war in den letzten Jahren beurlaubt, um meinen an Demenz erkrankten Vater in Südfrankreich zu betreuen. Die Kriegstraumata, die ihn bis zuletzt begleiteten, möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen. Nur eine Szene hat sich mir besonders eingeprägt: Eines Morgens fand ich ihn auf dem Boden der Dusche, die an sein Zimmer grenzte. Er zitterte am ganzen Leib. In der Nacht hatte es gewittert. Doch er glaubte, die Bomben fielen wieder, und hatte versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Auf dem Boden. Im Badezimmer. Im Winter 2026. In Südfrankreich.

Ich kann Ihnen versichern, die Folgen des Krieges begleiteten ihn bis zu seinem Tod im Mai 2026. Und für mich, Jahrgang 1974, ist der Zweite Weltkrieg deshalb bis heute sehr präsent. Er gehört zu meiner Familiengeschichte und damit zu meinem Leben. Ich gehe davon aus, dass viele, deren Vorfahren bei Kriegsende östlich von Berlin wohnten, eine ähnliche Geschichte erzählen können.

In Südafrika habe ich als Jurastudentin im Rahmen eines Praktikums bei der Wahrheits- und Versöhnungskommission 1997 erleben können, wie Opfer einen würdevollen Rahmen erhielten, ihre Leidensgeschichte zu erzählen. Und Tätern schwerster Menschenrechtsverletzungen wurde gegen umfassendes Geständnis Amnestie gewährt. In vielen Fällen konnten die Geschehnisse erst durch diese Geständnisse aufgeklärt, sterbliche Überreste gefunden und Angehörigen eine würdige Bestattung ermöglicht werden. Dieses Modell ist für mich eine solide Grundlage für wahre Versöhnung.

Bis heute frage ich mich, ob unsere Gesellschaft und Politik anders auf die Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben und militärischer Aufrüstung reagieren würden, wenn wir nach dem Zweiten Weltkrieg eine ähnlich tiefgreifende öffentliche und emotionale Auseinandersetzung mit den menschlichen Folgen des Krieges erlebt hätten. So wichtig Mahnmale, Stolpersteine und Gedenkstätten sind – sie können eine gemeinsame emotionale Aufarbeitung nicht ersetzen. Vielleicht würden wir Krieg dann weniger als sicherheitspolitische Option und stärker als menschliche Tragödie begreifen und stärker auf die Kraft von Versöhnung und Diplomatie vertrauen.

Die weisen Worte des Mahatma Gandhi

Versöhnung bedeutete dabei keineswegs, das Geschehene zu vergessen oder von den Opfern Vergebung zu verlangen. Sie setzte vielmehr voraus, dass das erlittene Unrecht öffentlich anerkannt, die Würde der Opfer wiederhergestellt und Verantwortung übernommen wird – verbunden mit dem Bemühen um Wiedergutmachung und darum, dass sich dergleichen nicht wiederholt. Frieden beginnt dort, wo wir verstehen, dass Gewalt immer nur neue Gewalt hervorbringt. Wie Chief Phil Lane Jr. sagte: „Only the one who has been hurt, hurts others.“

Die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission hat eindrucksvoll gezeigt, welche heilende Kraft darin liegen kann, wenn eine Gesellschaft den Mut findet, sich gemeinsam der Vergangenheit zu stellen. „Truth – the Road to Reconciliation“ war nicht umsonst das Motto der Wahrheitskommission in Südafrika.

Wahrhaftiger Frieden entsteht nicht durch das Aussetzen diplomatischer Bemühungen oder gar militärische Abschreckung, sondern durch Aufeinanderzugehen, die Wahrheit aussprechen, Mitgefühl und Versöhnung entwickeln und die Erinnerung daran stärken, dass wir Menschen Fehler machen, die vergeben werden können, aber wiedergutgemacht werden müssen. Ich möchte an die weisen Worte des Mahatma Gandhi erinnern: „Es gibt keinen Weg zum Frieden. Frieden ist der Weg!“

Meine Eltern haben uns übrigens im Geist von Versöhnung erzogen. Sie erinnerten uns immer daran, dass wir Deutschen diesen Krieg begonnen hatten. Es war ihnen wichtig, dass wir verstehen, was Krieg aus Menschen macht. Sie ermahnten uns, zu sehen, dass die Soldaten, die nach Deutschland gekommen waren, um Europa zu befreien, selbst unvorstellbares Leid erlebt haben müssen, was zuvor von deutschen Soldaten ausgegangen war.

Die politische Sprache in Deutschland verändert sich

Als ich 14 Jahre alt war, wohnten wir für eine Woche bei Auschwitz-Überlebenden in Krakau, hörten uns ihre Geschichten an und besuchten das staatliche Museum Auschwitz-Birkenau. Meinen Eltern lag sehr am Herzen, uns die deutsche Geschichte lebendig zu vermitteln.

Für meine Generation gehörten Bilder wie Willy Brandts Kniefall in Warschau, Helmut Kohl und François Mitterrand Hand in Hand in Verdun oder die Zustimmung Michail Gorbatschows zur deutschen Wiedervereinigung zum moralischen Fundament der Bundesrepublik. Sie standen für Demut, Versöhnung und den festen Willen, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe. Gilt dieses Versprechen nicht auch heute noch? Sollte Deutschland nicht alles daransetzen, seiner historischen Verantwortung vor allem durch die Förderung von Frieden, Diplomatie und Verständigung gerecht zu werden?

Lassen Sie nicht zu, dass wir dieses Erbe verspielen!

Herr Bundeskanzler, mit Sorge beobachte ich, wie sich die politische Sprache in Deutschland verändert. Es wird wieder selbstverständlich über Aufrüstung gesprochen. Deutschland soll wieder „kriegstüchtig“ werden – übrigens ein Begriff, der zum Sprachgebrauch der nationalsozialistischen Kriegspropaganda gehörte. Deutschland soll nach den Vorstellungen der Bundesregierung seine militärischen Fähigkeiten massiv ausbauen und innerhalb Europas eine führende militärische Rolle übernehmen.

Wo bleiben diplomatische Initiativen?

Wer soll das wollen? Ich frage mich, wie unsere unmittelbaren Nachbarn auf eine solche Entwicklung blicken. Polen und Frankreich haben die deutsche Besatzung sicher noch nicht vergessen. Auch in Deutschland dürfte der Wunsch der allermeisten Menschen nicht in einer militärischen Führungsrolle liegen, sondern in einem dauerhaften Frieden.

Warum zeigen wir jungen Menschen nicht viel häufiger, was Krieg tatsächlich bedeutet, etwa durch Filme wie „Unsere Mütter, unsere Väter“? Krieg besteht nicht aus unrealistischen Siegesvisionen und Landkarten. Krieg besteht aus zerstörten Familien, traumatisierten Kindern und Wunden, die sich über Generationen eingraben in die Seelen der betroffenen Menschen und deren Nachkommen.

Wo bleiben von Ihnen unterstützte diplomatische Initiativen? Zwar gibt es einzelne (europäische) Abgeordnete, wie etwa Michael von der Schulenburg, die sich beharrlich für Verhandlungen und neue diplomatische Wege einsetzen. Auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder bemüht sich, seine persönlichen Kontakte für Gespräche zu nutzen. Doch solche Stimmen bleiben bislang politisch weitgehend ohne Rückhalt. Warum eigentlich? Dabei zeigen sie, dass es auch ein Deutschland gibt, das Frieden nicht als Zeichen der Schwäche versteht, sondern als höchste politische Verantwortung, und das sich weigert, Russland zum Feind zu erklären.

Ich rufe noch einmal in Erinnerung: Vor über achtzig Jahren lag Europa in Trümmern, weil Deutschland unter Adolf Hitler versucht hatte, den Kontinent gewaltsam zu beherrschen und Russland zu besiegen. Rund 27 Millionen Menschen aus der Sowjetunion verloren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben – Soldaten ebenso wie Frauen, Kinder und ältere Menschen. Hinzu kamen nahezu sechs Millionen Polen, rund 600.000 Franzosen, etwa sieben Millionen Deutsche, viele weitere Millionen Tote und natürlich rund sechs Millionen ermordete Juden.

Mehr als Statistiken: Diese Zahlen stehen für Menschen

Diese Zahlen sind mehr als Statistik. Jede einzelne steht für einen Menschen. Für eine Familie. Für eine zerstörte Zukunft. Für Traumata, die nicht mit dem Ende eines Krieges enden, sondern Kinder, Enkel und oft noch weitere Generationen prägen.

Ohne den unvorstellbaren Blutzoll, den die Völker der Sowjetunion im Kampf gegen den Nationalsozialismus entrichteten, wäre die Befreiung Deutschlands und Europas jedenfalls nicht in dieser Form und zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen. Diese historische Wahrheit darf nicht in Vergessenheit geraten.

Gerade deshalb erfüllt es mich mit Sorge, wenn Vertreter Russlands von Gedenkveranstaltungen ausgeschlossen werden, die an die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus erinnern. Historische Verantwortung verlangt, zwischen den politischen Konflikten der Gegenwart und der Erinnerung an die Millionen sowjetischen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu unterscheiden.

Mit wachsendem Unbehagen beobachte ich zudem, wie sich das gesellschaftliche Klima gegenüber Russland und russischen Bürgern verändert hat. Die mühsam aufgebaute deutsch-russische Verständigung der vergangenen Jahrzehnte war ein hohes Gut. Sie leichtfertig aufs Spiel zu setzen, halte ich für einen schweren historischen Fehler.

Herr Bundeskanzler, Sie tragen Verantwortung für die Sicherheit Deutschlands. Aber ebenso tragen Sie Verantwortung dafür, dass unsere Kinder und Enkel nicht eines Tages dieselben traumatischen Erinnerungen mit sich tragen müssen wie meine Eltern.

Frieden als kostbarstes Erbe

Ich wünsche mir einen Kanzler, der den Mut hat, auch dann nach diplomatischen Wegen zu suchen, wenn sie schwierig erscheinen. Den Mut, Gesprächskanäle offen zu halten oder zu eröffnen. Den Mut, an die nächsten Generationen und deren Zukunft zu denken.

Tun Sie bitte alles, was in Ihrer Macht steht, um eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen Russland und dem Westen zu verhindern. Setzen Sie sich mit derselben Entschlossenheit für diplomatische Lösungen ein, mit der heute über militärische Stärke gesprochen wird.

Werden Sie ein Bundeskanzler des Friedens. Ein Bundeskanzler für die vielen Menschen in unserem Land, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass ihre Kinder und Enkel niemals erleben müssen, was die Generation meiner Eltern erlebt hat.

Vielleicht besteht genau darin ihre größte Leistung: nicht den Krieg überlebt und Deutschland wiederaufgebaut zu haben, sondern ihren Kindern den Frieden als kostbarstes Erbe hinterlassen zu haben. Bitte sorgen Sie dafür, dass das nicht vergessen wird.

Hochachtungsvoll,
Clivia von Dewitz

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Clivia von Dewitz

Dr. Clivia von Dewitz (geboren 1974 in Hamburg) ist Richterin am Amtsgericht Bad Segeberg. Sie verbrachte zwischen 2018-2020 mehrere Monate in Neuseeland, Kanada und den USA (Alaska und Hawaii), um Restorative Justice und Ureinwohnerjustiz zu erforschen. 1997 absolvierte sie für zwei Monate ein Praktikum in der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika (Truth and Reconciliation Commission ). Ihre Doktorarbeit schrieb sie über NS-Gedankengut und Strafrecht (2006). Ein weiteres Buch veröffentlichte sie zum Umgang Südafrikas mit seiner Apartheid Vergangenheit (2005). 2023 erschien von ihr ein Leitfaden für die richterliche Praxis zu Täter-Opfer-Ausgleich und strafrechtlicher Mediation.
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50 Kommentare

  1. danke für diesen appell an vernunft und anstand –
    „es gibt nix gutes, außer man tut es“ – in deutschland mangelt es insbesondere seit folgenschwerer ausrufung einer pandemie topdown an politisch-moralischer integrität mit verheerenden auswirkungen vor allem bei denen, die auch vorher oft schon am limit waren und jetzt durch milliarden-schulden für ‚kriegstüchtigkeit‘ erneut den materiellen und emotionalen stinkefinger gezeigt bekommen

  2. Lobenswerter Apell!
    Ich fürchte nur, das wird ihr einen „negativen Eintrag“ in einer Art geheimer Datei einbringen. Und sollte sie als Richterin nicht spuren, etwa, indem sie sich weigert, einen Arzt wegen Maskeattesten nach Nazirecht („Dirnenurteil“ des Reichsgerichthofes von 1940 als Präzedenzfall) abzuurteilen, ergeht es ihr am Ende wie Richter Weimer…

  3. Ein Mensch mit so einer Sozialisation, Vita und Berufserfahrung wie Kanzler Merz, der passt nicht für einen Friedenskanzler. Der hat keinen Krieg persönlich erlebt, dem ist die Überlegenheit der westlichen Werte eingetrichtert worden, die er nun meint offensiv verteidigen zu müssen. Der auch für sich persönlich die Vorteile der westlichen Ego-Gesellschaft gut nutzen konnte, der steckt mit beiden Füßen fest im Sumpf der Überheblichkeit. Solche Leute denken lediglich an Sieg-Frieden, der aber nur mit Krieg zu erreichen ist.

    Dagegen war Kanzler Scholz noch ein Zauderer, der erst von der Führungsmacht auf die richtige Spur gebracht werden musste.

    1. Merzens persönliche Überlegenheit ergibt sich für ihn – wie auch die Überlegenheit des westlichen Kapitalismus‘ – vorrangig aus seinem Kontostand.

      Die Überheblichkeit gegenüber den Habenichtsen, den Ossis, den Osteuropäern und anderen folgt daraus dann zwangsläufig. Wie übrigens auch die Unterwürfigkeit gegenüber Leuten wie Trump. Dessen Kontostand ist nämlich noch viel höher.

    2. Trifft leider auf zu viele Menschen. Ich nenne das BRD-Sozialisierung.
      Merz als „Transatlantiker“ ist Täter – wir müssen uns mit den Auftraggebern beschäftigen.
      Wir sollten nicht die Personalfrage stellen, sondern die Systemfrage.
      Merz wird rein gar nichts tun.

  4. Ein Blick in die Vergangenheit:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mourir_pour_Dantzig%3F
    https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-263/520958/dokumentation-diplomatische-gespraeche-im-vorfeld-des-krieges/

    Ein Blick in die russische Gegenwart:

    https://video.twimg.com/amplify_video/2081668986438144000/vid/avc1/1280×720/sZRU_GvL8_qiv4hV.mp4
    https://www.youtube.com/watch?v=FMECmLXXPrs

    „Die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission hat eindrucksvoll gezeigt, welche heilende Kraft darin liegen kann, wenn eine Gesellschaft den Mut findet, sich gemeinsam der Vergangenheit zu stellen. „Truth – the Road to Reconciliation“ war nicht umsonst das Motto der Wahrheitskommission in Südafrika.“

    Da passt es ja wunderbar das der Bunkerzwerg neue Stalin-Denkmäler aufstellen lässt und Memorial verboten hat bzw. als ausländische Agenten eingestuft hat.

  5. „Dr. Clivia von Dewitz (geboren 1974 in Hamburg) ist Richterin am Amtsgericht Bad Segeberg. Sie verbrachte zwischen 2018-2020 mehrere Monate in Neuseeland, Kanada und den USA (Alaska und Hawaii), um Restorative Justice und Ureinwohnerjustiz zu erforschen.“

    Als Forscherin zu dem Thema Ureinwohnerjustiz sollte man ja sicherlich eine qualifizierte Meinung zu dem Terror-Wauwau Kadyrow von Putins Gnaden in Tschetschenien haben.

  6. Schöne Worte – aber wie so oft an die völlig falsche Adresse gerichtet.

    Warum fordern Sie all das von der deutschen Bundesregierung, anstatt Ihre Forderungen an Wladimir Putin zu richten? Er ist es, der diesen Angriffskrieg geplant hat, ihn täglich fortsetzt und seine imperialistischen Ansprüche offen zur Schau stellt.

    Sie erinnern zu Recht an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Doch merken Sie gar nicht, wie sehr Ihre eigenen historischen Beispiele Ihrer jetzigen Logik widersprechen?

    Sie benennen richtigerweise Deutschland als damaligen Aggressor – schaffen es aber im gesamten Text nicht ein einziges Mal, klar und deutlich auszusprechen, dass heute Russland der Aggressor ist, der die Ukraine überfallen hat. Stattdessen sprechen Sie schwammig von „Diplomatie“ und „Frieden“, ohne konkret zu werden.

    Sie listen die Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs auf. Aber diese Menschen starben doch genau deshalb, weil die Alliierten eben NICHT Ihrem heutigen Rat gefolgt sind! Die Weltgemeinschaft musste gewaltige Opfer bringen, weil man dem Nazi-Regime durch Appeasement nicht einfach alles überlassen durfte, was es forderte.

    Wenn man Ihre geforderte „Diplomatie“ in die Realität übersetzt, bleibt nämlich genau das übrig: „Gebt Putin einfach alles, was er will, und hindert ihn nicht an weiteren Kriegen und Repressionen.“

    Genau das meinen Sie mit Ihrer „Diplomatie“ – nicht mehr und nicht weniger. Und genau das versuchen Sie unter einer dicken Schicht aus persönlichen Tragödien, Südafrika-Anekdoten, Historie und allgemeinen Friedensappellen zu verstecken.

    P.S.: Soweit ich weiß, setzte die Versöhnung in Südafrika voraus, dass die Täter ihre Verbrechen vollumfänglich gestanden und ihre Schuld eingestanden haben. Was Sie heute von der Ukraine und dem Westen gegenüber Russland verlangen, sähe in Südafrika so aus: Ein dreister, feixender Täter greift im Saal der Wahrheitskommission die Opfer an, erklärt höhnisch, dass er die Opfer „nur auf ihren Platz verweisen musste, weil sie ihn provoziert hätten“ – und fordert am Ende noch Schadenersatz für seine „verschwendete Zeit“.

    1. „Wenn man Ihre geforderte „Diplomatie“ in die Realität übersetzt, bleibt nämlich genau das übrig: „Gebt Putin einfach alles, was er will, und hindert ihn nicht an weiteren Kriegen und Repressionen.“ “
      Ich bin sehr positiv überrascht, wie Sie die Lage einschätzen, Sie scheinen Bescheid zu wissen, ich leider nicht in dem Maße!
      Daher würde ich von Ihnen gerne wissen: Was will Putin denn nun genau?

      1. Was Putin will?

        Putin ist eines Morgens aufgewacht, hat an Katharina die Große gedacht, eine deutsche. Dann hat er ein Glas mit verdorbener Milch getrunken. Hierdurch wurden seine Sinne getrübt und schon am Nachmittag gab er seinen Leuten neue Befehle. Und dann, ganz plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung, ohne Vorlauf, ohne irgendeinen Grund, ohne dass es einen Anlass gegeben hätte, ohne Vorgeschichte, vollkommen willkürlich, vollkommen irre, hat er die Ukraine angegriffen. Ohne eine Rechtfertigung, ohne Ziel, ohne Plan. Einfach so. Er ist der erste Milchgrund-Aggressor der Geschichte.

        Natürlich ist das nicht die feine Art. Sowas tut man nicht. Moralisch lassen sich solche Angriffe nur dann rechtfertigen, wenn man sich auf der Seite der Angreifer befindet, wie im Falle des Iran, Irak, Jugoslawien usw. Angriffskriege gehen nicht, wir verurteilen sie, aber das verhindert nicht, dass wir da trotzdem manchmal durchgehen, wie die Geschichte unmissverständlich zeigt.

        Jedenfalls gab Putin unprovoziert unprovoziert unprovoziert grundlos unprovoziert den Einmarschbefehl. Unprovoziert. Das vielleicht häufigste Wort 2022. Wie ein eitler Pfau, der sich übergroß macht, ein mächtiges Rad schlägt, jede einzelne Feder deutlich mit „SUPERSCHÖN“ beschriftet. Welchen Zweck haben solche auffälligen Überbetonungen?

        Zurück zu Putin und zu dem, was er will. Er will Europa erobern, er will Madrid, Paris, Berlin, er will Rom und später Warschau, London, zuerst aber will er Tallinn und Riga, die sind schön klein, da will er üben. Das alles will er. Er als Einzelperson, der mit dem Minderwertigkeitskomplex, der mit den Schuhen mit hohen Absätzen, der kleine plötzliche Springteufel, der zwanghaft immer an Katharina denkt.

        Europa ist bedroht. Wir generalisieren das Wort „Putin“, setzen „Putin“ als Begriff für eine konkrete Bedrohung. Dieses Putin könnte Europa vollständig erobern. Wenn wir uns nicht wehren, könnten wir beim Putinspiel verlieren, könnte Russland das alte Europa in Provinzen einteilen, es gäbe den russischen Statthalter von Madrid, von Paris, von Berlin. Weitere Provinzen würden hinzukommen, alle Menschen Europas befänden sich plötzlich unter autokratischer Herrschaft. UnsereDemokratie wäre Vergangenheit.

        Das ist die Bedrohung, oder nicht? Das ist ein realistisches Zukunftsbild, oder nicht? Das genau will Putin, oder nicht?

        Wie sage doch Kaja Kallas neulich, auf der Lennart-Meri-Konferenz im Mai 2024 in Tallinn:

        „Eine Niederlage Russlands ist keine schlechte Sache, denn dann könnte es wirklich einen Wandel in der Gesellschaft geben. Es gibt derzeit viele verschiedene Nationen, die Teil Russlands sind, und ich denke, wenn man mehr kleine Nationen hätte, wäre es keine schlechte Sache, wenn die Großmacht kleiner wäre.“

        Oder habe ich da was verwechselt? Na, egal.

        1. Was haben Sie bloß getrunken? Es muss jedenfalls sehr viel schädlicherbsein als Putins verdorbene Milch.

          Was soll Putin denn bitte mit diesem arroganten, zutiefst rassistischen (trotz wokem Klimbim) und ihm und seinen Landsleuten feindlichen manipulierten EUropa anfangen? Das entbehrt doch jeglicher militärischer und politischer Logik. Die Feinde Europas sitzen ganz ganz woanders…

          1. Genau das wollte ich mit meinem Beitrag, den ich nüchtern schrieb ;-), sagen. Reductio ad absurdum.
            „Eine Aussage wird widerlegt, indem gezeigt wird, dass aus ihr ein logischer Widerspruch folgt.“
            Hier folgt vielleicht kein direkter logischer Widerspruch, aber wenn man behauptet, dass Russland Europa angreifen will, und das dann mal gedanklich fortführt, wie es dann wäre in Europa, ergeben sich Widersprüche, was die These „Putin will Europa erobern“ deutlich schwächt.

            Ich halte sie sogar für eine Fiktion, die bewusst von bestimmten westlichen Kreisen geschaffen wird, die bestimmte Ziele für Europa haben, bei denen Russland eine andere, schwächere Rolle spielen soll, als heute. Aber das ist meine persönliche Meinung, da lässt sich nichts beweisen.

        2. Eine ziemlich skurrile Satire – und leider völlig am Thema vorbei.

          Natürlich ist Geschichte ein fortlaufender Prozess, und kein einziger Krieg in der Menschheitsgeschichte ist im politischen Vakuum oder ganz ohne „Vorgeschichte“ entstanden.

          Das Problem ist nur: Putinversteher versuchen seit Jahren, den Begriff der „unprovozierten Aggression“ ins Lächerliche zu ziehen, indem sie mit bedeutungsschwerem Tonfall von angeblichen „Provokationen und Vorgeschichten“ schwadronieren.

          Putin hasst die NATO, sagen Sie? Nun, Hitler hasste die Bolschewiken – und was folgt daraus? Nur mit einem winzigen Unterschied: Die NS-Elite schickte ihre Kinder im Sommer keineswegs in sowjetische Pionierlager. Die Töchter Putins und die Familien fast aller Kreml-Größen hingegen verbringen ihr Leben und ihren Urlaub am allerliebsten genau in diesen NATO- und Westländern, die angeblich jeden Tag kurz davor stehen, Russland zu überfallen.

          Wenn man schon über echte „Vorgeschichten“ redet, schauen wir in die Historie: Die Sowjetunion näherte sich nicht nur den deutschen Grenzen, sie versuchte aktiv den politischen Umsturz in Deutschland (die Münchner Räterepublik, wo zwei der drei Anführer aus Moskau und St. Petersburg stammten, die Spartakisten, die KPD, die Komintern). Sie brach den Vertrag von Brest-Litowsk, verhandelte mit den Feinden Deutschlands (Frankreich und Großbritannien) und griff massiv in den Spanischen Bürgerkrieg ein. (Wo liegt Spanien und wo liegt Russland, wenn wir über „Einflusszonen“ sprechen?)

          Hinzu kommt: Die ethnischen Deutschen, die seit dem 18. und 19. Jahrhundert in Russland lebten, wurden schon vor dem Krieg massiven Repressionen, Enteignungen und Zwangsumsiedlungen unterworfen.

          Zudem hielt die UdSSR eine gigantische Armee an ihren Westgrenzen – mit Kräften, die der Wehrmacht in Quantität und Ausrüstung absolut ebenbürtig oder gar überlegen waren. (Während Russland im Jahr 2022 die Lüge vom „Präventivschlag“ verbreitete und allen Ernstes behauptete, die Ukraine habe einen Angriff auf Russland geplant – mit einer Armee, die fünf-, zehn- oder zwanzigmal kleiner war als die der Russischen Föderation!)

          All das sind historische Fakten und eine massive „Vorgeschichte“. Und trotzdem gilt der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zu Recht als verbrecherischer, unprovozierter Angriffskrieg.

          Wenn man das vergleicht, wirken die heutigen Vorwände des Kremls gegenüber der Ukraine und der NATO wie eine lächerliche Parodie – wenn das Ganze nicht bereits in Schutt und Asche gelegte Städte und wohl schon weit über eine Million Tote bedeuten würde…

          P.S.: Ach ja, Putin schwärmt in der Tat gerne von Katharina der Großen und Peter dem Großen – genauer gesagt von deren Eroberungsfeldzügen… Wenn ein europäischer Politiker heute so detailliert darüber philosophieren würde, wo früher einmal die Grenzen der Reiche Napoleons, Karls des Großen oder Barbarossas verliefen, wäre das für die europäische Linke eine „imperial-revanchistische Hysterie durchgedrehter westlicher Blut-Kriegstreiber“. Wenn aber Putin so etwas erzählt, heißt es milde: „Nun ja, er redet halt gerne über historische Themen, das ist schon alles.“

          Um in der Geschichte zu bleiben: Hitler schrieb auch einfach nur gerne Bücher. Mein Kampf zum Beispiel – was war das schon? Reine Belletristik oder alternative Geschichte? Wie sich herausstellte, war es eine Handlungsanweisung. Ich würde daher Putins Aussagen über die „Ländereien Peters des Großen“, über „ur-russische Gebiete“ (in denen ethnische Russen oft nie die Mehrheit stellten) und über den Zerfall der Sowjetunion als „größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ keineswegs so leichtfertig abtun. Wohlgemerkt: Nicht der Zweite Weltkrieg mit all seinen Millionen Opfern besorgte Putin am meisten, sondern ausgerechnet der Zerfall der Sowjetunion.

          1. Putinversteher versuchen seit Jahren, den Begriff der „unprovozierten Aggression“ ins Lächerliche zu ziehen, indem sie mit bedeutungsschwerem Tonfall von angeblichen „Provokationen und Vorgeschichten“ schwadronieren.

            Es gibt Nichtputinversteher, die nirgends eine Provokation im Vorfeld der Invasion sehen und es gibt Putinversteher, die Provokationen sehen. Wie will man jemals dieses Problem lösen? Wie sollen ein Nichtputinversteher, der Vorgeschichten für fiktiv hält, und ein Putinversteher, der Vorgeschichten für real hält, jemals in einer Diskussion zu sinnvollen Ergebnissen kommen? Da fehlt doch schon die gemeinsame Basis, die für einen sinnvolle Dialog mit Erkenntnisgewinn erforderlich ist.

      2. Genau das ist das Grundprinzip all dieser selbsternannten „Diplomatie-Forderer“ wie der Autorin dieses Artikels.

        Sie wollen gar nicht wissen oder verstehen, was da eigentlich passiert. Ihre einzige Forderung lautet im Grunde: „Lasst Putin einfach gewähren! Hebt die Sanktionen gegen Russland auf, stoppt jegliche Waffenlieferungen und Hilfe an die Ukraine – und unterschreibt sofort jedes Papier, das er Ihnen vorlegt.“ Egal, ob es darin um „neue russische Grenzen“, Demilitarisierung oder die bedingungslose Kapitulation vor dem nächsten Angriff geht.

        Um Ihre Frage konkret zu beantworten: Was will Putin?

        Fürs Erste will er die Vernichtung der Ukraine als souveränen Staat und der Ukrainer als eigenständiges Volk – die Details dazu können Sie übrigens schwarz auf weiß im staatlichen russischen Leitartikel von Timofej Sergejzew „Was Russland mit der Ukraine tun sollte“ aus dem April 2022 nachlesen. Und nebenbei will er die Demütigung und Zerschlagung der NATO.

        Und was danach kommt? Nun, wie es da weitergeht, hat die Geschichte schon einmal gezeigt. Hitler wollte anfangs angeblich auch nur das Rheinland zurück… dann Österreich… dann das Sudetenland… dann die restliche Tschechoslowakei… den Danziger Korridor… ganz Polen… Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen, Frankreich… und schließlich den „Lebensraum im Osten“.

        Oder wie ein bekanntes Sprichwort sagt: „Der Appetit kommt beim Essen.“

        1. Sagen, was ist: Viele Deutsche können es bis heute nicht verwinden, dass A.H. sie den „Untermenschen“ aus dem Osten ausgeliefert hatte, trotz anderslautender Propaganda bis zuletzt ’45. Deswegen versuchen sie Putin geradezu krank- und krampfhaft zu einem neuen Hitler zu stilisieren. Es ist nichts weiter als eine infantil und zugleich rassistisch zu nennende Schuld- und Schamprojektion,

        2. @ L.Ren
          „Oder wie ein bekanntes Sprichwort sagt: „Der Appetit kommt beim Essen.“

          Sie sollten nicht immer von sich (und den USA) auf andere schliessen, wer hier den groesseren Appetit hat sollte sich doch auch in Ihren Kreisen so langsam herumgesprochen haben.

        3. Was will Putin? Putin will das verhindern worüber ihn der US-Präsident Bush beim Treffen in Bratislava 2005 informierte. Dort herrschte eben keine große Einigkeit wie uns die Tagesschau 2005 vermitteln wollte. Die Ukraine, Weißrussland, Georgien müssen noch in die NATO (die anderen die Bush noch nannte sind bereits drin). Das schwarze Meer muss ein NATO-Meer und Russland muss daraus verdrängt werden. Dann erfolgt die Dekolonisierung Russlands. Auf der Krim wurden bereits NATO- Marine- Stützpunkte und Geheimdienstobjekte geplant, der mdr berichtete ausführlich darüber. Die EU (Junkers) erklärten das Jahr 2013 zum Vorkriegsjahr wie 1913. Auch bei Anne Will wurde von FDP-Politikern berichtet dass die geplanten NATO- Stützpunkte auf der Krim den III. Weltkrieg bedeuten würden usw.
          Farbenrevolutionen, brutale Morde an Frauen und Kindern wie in Odessa, Saporischschja und anderen ukrainischen Städten waren Teile um diese NATO- Ziele zu erreichen. Die NATO- Ziele werden nicht aufgegeben, da ist der Westen konsequent. Wir werden es sehr deutlich zu spüren bekommen.

      3. Geschätzter Herr Wallenstein,
        Sie fragen was Putin will. Nur leider ist der Gefragte nicht Putin, er kann Ihnen also gar keine zutreffende Antwort liefern, es sei denn, er wäre Putins Gehirn persönlich. Über ähnliches berichtet schon Platon. Sokrates wollte Gorgias treffen, um ihn nach dem Wesen seiner Kunst zu befragen. Prompt drängt sich dessen Schüler vor, um Auskunft zu erteilen. Sokrates fragt ihn daraufhin:

        Kannst du mir denn schönere Antworten auf meine Fragen geben, als der Meister selbst.

        Leider finden Sie hier keinen Putin-Schüler, der dessen Gedankengänge auch nur ansatzweise kennt, sondern eher jene, die sich etwas zusammen reimen und dabei strikt im Sinne ukrainischer Positionen verharren. Seltsam, wie oft man auf diese Zeitgenossen in deutschen Medien trifft, die zu anderen Themen kaum etwas beizutragen haben und andere Meinungen recht häufig als bezahlte Kremlpropagandisten abkanzeln. Was meinen Sie, kommentieren da nur noch bezahlten Kriegsparteien? Tatsächlich hört man allerdings nirgends etwas von bezahlten ukrainischen PR-Agenten. Vielleicht gibt es die ja auch gar nicht, was ja nur logisch ist, wenn man die Pleitesituation dieses Landes betrachtet, dass nur durch westliche Zuwendungen überhaupt existieren kann. Von was sollten da Meinungsdesigner bezahlt werden?

        1. „Sie fragen was Putin will. Nur leider ist der Gefragte nicht Putin, er kann Ihnen also gar keine zutreffende Antwort liefern, es sei denn, er wäre Putins Gehirn persönlich.“
          Werter emirades, damit haben Sie genau verstanden, worauf meine Frage abzielte!
          Einschließlich dessen, was Politik und MSM/ÖRR so kolportieren, sind sehr Viele sehr klug und glauben sich informiert, da habe ich wohl was losgetreten hier, was aber beabsichtigt war!

  7. Zeitverschwendung!
    Mit Scheitern der sog. Aufklärung, dem Verlust des Intellekt‘s, also von Verstand und Vernunft, ist es vergebene Liebesmüh auf sentimentale Appelle zu setzen! Ein Kanzler, der den ehrenwerten Beruf eines Klempners nicht beherrscht , schon weil man bei BlackRock nicht auf Ehre setzt, der läßt es auf die endgültige Befreiung Berlin‘s ankommen!

  8. „Wenn man Ihre geforderte „Diplomatie“ in die Realität übersetzt, bleibt nämlich genau das übrig: „Gebt Putin einfach alles, was er will, und hindert ihn nicht an weiteren Kriegen und Repressionen.““

    Nur weil man einen Doktortitel hat bedeutet das ja noch lange nicht das man was über das Münchner Abkommen und Chamberlain weiß.

    1. „Wenn man Ihre geforderte „Diplomatie“ in die Realität übersetzt, bleibt nämlich genau das übrig: „Gebt Putin einfach alles, was er will, und hindert ihn nicht an weiteren Kriegen und Repressionen.“

      Man sollte wenigstens wissen, was Putin will und nicht einfach westliche Propaganda wiederholen: Putin will eine europäische Friedensordnung, die die Interessen Russlands (auch als Großmacht) mit einschließt. Was der Westen bisher verhinderte, auch auf Druck der USA hin. Man denke nur an den Druck der USA an die Regierungen Merkel und Scholz die Ostsee-Pipeline zu verhindern.

      In der Ukraine erfolgte seit Jahrzehnten das gleiche Spiel: Die Ukraine von Russland zu separieren, und das obwohl beide Volkswirtschaften eng verflochten waren. Mit dem Putsch 2014 hatte der Westen endlich Erfolg damit, aber der naive Putin ließ sich weiterhin mit den Minsker Verträgen vertrösten, damit die westliche Herrschaft in der Ukraine weiter verstärkt werden konnte.

      1. „die die Interessen Russlands (auch als Großmacht) mit einschließt. “

        Als Großmacht darf man seine Nachbarn ohne Einladung auf Ketten besuchen?
        Oder welche Privilegien resultieren sonst aus dem Status „Großmacht“?
        Und wer definiert und erteilt eigentlich den Status „Großmacht“?

        1. Alle Fragen wären Gegenstand von Verhandlungen, die der Westen aber ausschließt. Warum wohl? Weil aus Sicht des Westens Russland sich den hochmütigen Vorstellungen des Westens vollständig unterordnen soll.

            1. Ich definiere jetzt die EU gegenüber Russland als Großmacht (wesentlich mehr Einwohner und wesentlich größerer BIP).

              Welche Ansprüche der EU an Russland leiten sich daraus ab?

              1. Die EU selbst definiert sich als moralische Großmacht, mit dem Anspruch und dem moralischen Recht die Welt zu beglücken. Staaten, die sich dieser Beglückung widersetzen, die werden von der EU als Feinde angesehen. Das ist der Kern der Problematik, ein Überbleibsel kolonialistischen (und imperialistischen) Gedankenguts. Nicht mehr „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, sondern am westlichen.

                Im Übrigen könnte auch Ihre Frage Gegenstand von Verhandlungen sein, die der Westen jedoch strikt ablehnt – mit dem Resultat, dass Russland Fakten schafft.

                  1. Ihr Link führt leider nur zur üblichen westlichen Propaganda wie etwa: „Nach der Revolution in der Ukraine 2014 annektierte Russland die Krim und begann einen Krieg in der Ostukraine.“

                    Jedoch kein Wort, dass die USA mit der Einflussnahme namens „Demokratieförderung“ und gewaltigen finanziellen Mitteln (laut Nuland 5.000.000.000 US-Dollar) auf genau diese „Revolution“ hingearbeitet haben, auf einen Regime-Wechsel mit Sturz des gewählten Präsidenten und Einsetzen einer von den USA ausgesuchten Figur (ebenfalls nach Nulands Aussage).

                    Das alles sind Fakten, die sich leicht in den entsprechenden Zeiträumen recherchieren lassen, die jedoch heute konsequent ignoriert werden (so auch in Wikipedia), da sie nicht ins westliche Narrativ vom bösen Putin passen.

    2. Der Appell war notwendig. Dreimal hast du dich gemeldet und uns daran erinnert, dass ein Krieg den Vorkrieg braucht, die Kriegstreiberei und die Konfrontation, um der Konfrontation willen, gespielt von scheinbar rechtschaffenen Menschen.

      Es geht dir so, wie es Lindsey Graham gegangen ist, Frieden konnte er nicht ab. „Er liebte den Krieg“, bekundet Trump und klopft aufs Sargholz. Wahrscheinlich fürchtest du dich nicht vor Krieg. Warum auch, guckt doch auf die Ukraine, vier Jahre Krieg und in weiten Teilen des Landes geht das Leben seinen Gang. O.k., die Zerstörungen werden immer größer, aber eine Katastrophe wie der Zusammenbruch Deutschlands 1945 ist nicht in Sicht.

      Das liegt aber nicht an der Ukraine und ihren innerer Widerstandsfähigkeit, sondern an der Hilfe durch den Westen. Geld und Mittel, die den Ukrainern das Leben ermöglichen, kommen von Aussen. Wenn wir im Krieg sind, wird es kein Aussen geben! Wir werden von der ersten Minute auf uns selbst zurückfallen und in einem zerstörten Land leben. Das, was die Ukrainer mit ihrem Drohnenkrieg erfahren, werden wir sofort erfahren. Ich glaube, es wird keine große Zurückhaltung geben.

      Es ist Zeit, dass wir Europäer solche Politiker wie Merz und Co abwählen, damit Diplomatie wieder eine Chance hat.

  9. Im gläsernen Turm von BlackRock, wo die Klimaanlage nach frisch gedrucktem Geld riecht, sitzt CEO Larry Fink vor einem riesigen Bildschirm. Darauf flackern nicht Aktienkurse, sondern Drohnen-Videos aus der Ukraine. Fink nippt an einem Espresso aus einer Tasse, auf der „World Peace? Overrated.“ steht.

    Sein Assistent flüstert: „Sir, die Rüstungsaktien sind um 400 Prozent gestiegen. Sollen wir in Solar investieren?“ Fink lacht trocken: „Solar? Mein Junge, Panzer fahren nicht mit Sonnenlicht. Die Zukunft gehört dem Wiederaufbau – und zwar dem teuren. Zerstörung ist der beste Umsatzbeschleuniger. Erst verkaufen wir die Raketen, dann den Beton, dann die goldenen Wasserhähne für die neuen Villen der Oligarchen. Das nennt man ‚vertikale Integration‘.“

    Im Berliner Kanzleramt sitzt Friedrich Merz in seinem berühmten „Kanzleramt-Sessel“ und tippt verstohlen auf seinem Handy. Die Kamera zoomt auf das Display: „Mein Portfolio: Rheinmetall +23%, Hensoldt +18%, und ein geheimes Konto auf den Caymans, das sich ‚Friedensdividende‘ nennt.“

    Sein Finanzberater flüstert: „Herr Kanzler, wenn Sie jetzt für Frieden stimmen, brechen die Kurse ein. Ihre Aktien verlieren 40 Prozent.“ Merz seufzt: „Dann müssen wir eben noch ein paar ‚Leopard 3‘-Panzer an die Front schicken. Aber bitte mit Aufpreis für Sonderlackierung in Friedenstauben-Optik. Das beruhigt das Gewissen und die Bilanz.“

    Ein Journalist fragt Merz: „Aber Herr Kanzler, ist es nicht zynisch, vom Krieg zu profitieren?“ Merz lächelt weise: „Zynisch? Nein, das ist ‚realpolitische Resilienz‘. Wir haben die Sanktionen verschärft, die Waffenlieferungen erhöht und die Gaspreise verdoppelt. Das nennt man ‚diplomatische Vielfalt‘. Und wenn der Frieden kommt – und er wird kommen, sobald die Börsenkurse ein Plateau erreicht haben – dann stehen wir bereit: mit Wiederaufbau-Krediten zu 12% Zinsen. Das ist doch der wahre Frieden: der, der sich rechnet.“

    1. Schon wieder mal Putin als Lobbyist der westlichen Rüstungsindustrie und als Agent der USA welcher US-Interessen durchsetzt, wird das nicht langsam langweilig?

      Oder hat Putin wirklich nur Quark zwischen den Ohren das er sich als nützlicher Idiot dafür einspannen lässt?

  10. „…Deutschland unter Adolf Hitler versucht hatte, den Kontinent gewaltsam zu beherrschen und Russland zu besiegen.“
    Es gab damals keinen Ankläger und keinen Richter, der ihn, Adolf Hitler, an dem unprovozierten, brutalen Angriffskrieg gegen die „jüdisch, bolschewistische“ Sowjetunion hindern wollte. Es gab keine Gewaltenteilung mehr. Haben wir die heute?
    Fest steht, dass Bundeskanzler Friedrich Merz für die Jahre 2027 bis 2030 zusätzliche 838 Milliarden € für das EU-Militär aufwenden will. (german-foreign-policy.com)

  11. Antrag auf Prüfung der Geschäftsordnung!

    Wenn ich richtig mitgezählt habe, hat ein uns allen einschlägig bekannter Mitforist allein in diesem thread so gut wie fast sein gesamtes ‚Guthaben an Abschüssen‘ verbraten, donnerlütt. Wenn ich bedenke, dass allein meine „Bemühungen“ ähnliches hinzubekommen so gut wie nie von Erfolg beschieden waren, weil i.d.R. „diverse“ wenn nicht mehrere meiner ‚unverschämten Versuche‘ verklappt werden mußten – warum auch immer – aber sie dennoch penibelst – man beherrscht ja die Grundrechenarten – dazu gezählt werden mußten. Die Meldung „Tilt“ kam deswegen in meinen Fällen häufiger als befürchtet. Aber sei’s drum!

    Wenn ich nun allerdings die eingangs erwähnten vier Kommentare doch noch mal quer prüfe mit jenen über der Kommentar-Box ausgewiesenen Richtlinien und und Kommentarregeln – erinnere mich „Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.“ – muß ich schon mal fragen ddürfen, wie mit diesen „geistigen Ergüssen“ bzw. deren Inhalt das möglich werden konnte, überhaupt bis zu dieser Anzahl „zulässiger Verlautbarungen“ zu kommen. Wenn da mal nicht …

  12. Ich habe 43 Jahre im Pflegeberuf auf dem Buckel!
    An Sylvester Nachtdienst im Altenheim, da konnte man sehen, wie tief die Traumata sitzen, wenn das Feuerwerk los ging und die dementiell veränderten Menschen vor Angst völlig ausrasten. Was man am ehesten gelernt hat, bleibt am längsten im Gedächtnis, zumindest bei den primären Demenzformen, die die überwiegende Mehrheit bilden.
    Selbst Senioren, die die Luftangriffe als Kleinkinder erlebten, zeigten massive Angstsymptome.
    Sah ja auch wie Feuerwerk aus, wenn die Markierungen für die nachfolgenden Bomber gesetzt wurden und die Luftabwehr schon das Feuer eröffnet hatte, danach kamen die Bomben und jeder wusste das.
    Was die Leute gesehen haben, kann man sich in den diversen Stadtarchiven ansehen.
    Würde ich jedem Bellizisten dringend empfehlen!

  13. Sorry, er kann nicht. Schon OlafScholz konnte nach seiner Zeitenwende-Rede nicht mehr zurück. Da hatte er sich einfach festgelegt. Ab sofort ist hier ein Wir und wer nicht mitmacht, ist draußen. Friedrich Merz ist in noch größerem Maße gebunden durch seine Taten.
    Das ist, wie wenn Reichsmarschall Göring nach der Kapitulation gesagt hätte, er wolle nun eine demokratische Regierung führen. Auch der hatte sich zuvor schon festgelegt.

  14. Ein kluger Brief, der Dr. Clivia von Dewitz öffentlich positioniert und hoffentlich viele Menschen dazu ermutigt aktiv für den Frieden einzutreten.
    Auch hunderttausende junge Menschen die nicht dazu bereit sind zur Bundeswehr zu gehen machen mir Hoffnung.

    Klar dürfte sein, dass ein Weitergehen auf dem Kurs auf dem sich Friedrich Merz befindet unweigerlich in die Katastrophe führt. Aber bisher ist weit und breit keine politische Kraft in Sicht diese noch abzuwenden.

    1. Daß der Ruf in den Wald vergebens ist, wurde schon gesagt.
      Aber es ist auch schwierig die richtigen Worte zu finden.
      Natürlich ist jedem, auch ihren Familienangehörigen, die Erinnerung an das Geschehen im Gedächtnis. „Nur“ hatten Hunderttausende in der SU nicht das „Glück“, „nur “ vergewaltigt und nicht danach erschossen oder erschlagen zu werden. Die Realität spricht Bände, auch wenn die sowjetische Führung aus politisch-taktischen und kulturellen Gründen damit nicht hausieren ging.
      Himmler stellte sich gegen den Vorwurf, es sei ja Rassenschande, hinter „seine Männer“. Es müsse berücksichtigt werden, das diese auch, oft mit den Knöcheln in Blut watend, ihre „schwere Arbeit verrichten und trotzdem gute Kerle geblieben seien.
      Es ist Realität in jedem Krieg, dass Vergewaltigungen eine Art Ventil besonders für junge Männer darstellt. Man nenne mir auch nur 1 Ausnahme.
      Westdeutschen Historiker, in den 80- oder 90ern beauftragt, das einzigartige Phänomen der Roten Armee anzulasten, kamen jedoch zu anderen Ergebnissen. Sie waren damals noch zu sehr Historiker und sich ihres Klassenauftrages nicht genügend bewußt. Das würde heute wohl nicht so mehr passieren. Die Studie blieb weitgehend der Öffentlichkeit verborgen. Selbstverständlich.
      Obwohl sie sich redlich Mühe gaben, die Goebbelsschen Propagandazahlen ungeprüft übernahmen, stellten sie fest, dass die französischen (Spitzenposition) und britischen Soldaten pro Kopf eine weit höhere Vergewaltigungsrate zu verantworten haben, diese Verbrechen sogar geplant, umfeldaugeklärt und koordiniert wurden. Es waren diese Verbrechen dort nicht strafbewehrt und es gab auch keine einzige Verurteilung.
      Im Gegensatz dazu gab es für die Rote Armee einen entsprechenden Strafparagraphen und ca 3000 sowjetische Soldaten seien verurteilt worden.
      Wenn man aber solche Delikte durch sowjetische Soldaten in der Familie zu bewältigen hat, wird es schwer, die ganze Geschichte zu berücksichtigen. Das ist verständlich.
      Man muss sich nur davor hüten, in den Chor der Allein- Russland-Beschuldiger einzustimmen, denn dann ist man plötzlich mit Merz & Gen. im Gleichschritt und Teil der Kriegsvorbereitungen.

    2. Merz kann gar nicht anders.

      Ob Scholz, Merz, ob Clinton, Bush, Trump, Obama, Biden … alles das selbe

      Das sind die Täter.

      Wir müssen die Auftraggeber angehen.

      Wer kann sich denn eine Zeitung kaufen und Meinung machen?
      Wer besitzt denn große Automobilkonzerne und brauch „Fachkräfte“ zum Mindestlohn?
      Wer braucht denn für die verkauften Panzer Kommandanten?
      Wer braucht denn die Ölbohrlizenz um Sicherheit für einen Kredit zu haben?
      Wer will denn Schiffe versichern damit die nicht zu Schattenflotte gehören?

  15.  Propagandaminister Goebbels’ Hasstirade:

    „In unserem Kampf gegen den Bolschewismus stehen wir heute nicht mehr allein. Um ihn wirksam zu bekämpfen, ist der Zusammenschluss aller gesunden Kräfte nötig. Der Bolschewismus ist grundsätzlich daran interessiert, Krieg und Verwirrung zu stiften … Der Kampf gegen den Bolschewismus ist nicht nur ein Kampf für die Erhaltung der Kultur im eigenen Land, sondern ein Kampf für den Weltfrieden.“[16]

    “ Morgen kommt der Russe, wir muessen alle sterben“
    von Klinkhammer und Braeutigam
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=154378

    ich tausche jetzt mal Bolschewismus gegen Russland aus et voilà……
    „In unserem Kampf gegen Russland stehen wir heute nicht mehr allein. Um Russland wirksam zu bekämpfen, ist der Zusammenschluss aller gesunden Kräfte nötig. Russland ist grundsätzlich daran interessiert, Krieg und Verwirrung zu stiften … Der Kampf gegen Russland ist nicht nur ein Kampf für die Erhaltung der Kultur im eigenen Land, sondern ein Kampf für den Weltfrieden.“[16]

  16. Man kann dieses Schreiben nur unterstützen und dazu auffordern nach unserer grundgesetzlichen Präambel zu handeln und „dem Frieden der Welt zu dienen“! Wir sollten uns hüten den seit dem 12. September 1990 geschlossenen Zwei-plus-Vier-Vertrag als endlich zustande gekommen Friedensvertrag zu brechen und alles tun, um Deutschland nicht zum Handlanger fremder Interessen zu machen, die diesem einst wunderbaren Land schadet – es gar in einen Krieg stürzt.
    Ich kenne Menschen, die ihre Gliedmaße für was auch immer verloren haben, hatte Onkel, die die sibirische Gefangenschaft überlebten, kenne die Erzählungen über Gefangenenlagern in Frankreich, wo Pfützen etwas zum Austrinken waren und Läuse an der Tagesordnung. Ich kenne Erzählungen über deutsche Kriegsgefangenlager und über die heimlich gehaltenen Friedhöfe auf denen jene liegen, die elendig umkamen, über vermisste Brüder und Söhne, die in den Sümpfen Ostpreußens verschollen sind. Ich begegnete kriegsgeschädigten Polen die mich fragten, ob ein neuer Hitler denkbar wäre. Menschen, die mit 16-17 an die Front geschickt wurden, ja sogar die Lebensgeschichte von unfreiwilligen sowjetischen Soldaten, die aus jenem Teil Litauens stammten der heute zu Weißrussland gehört. Was muss man sonst noch wissen, wo doch alle wissen, das Krieg das Werkzeug des Hades ist?
    Alle meine Begegnungen hatten denselben Tenor: NIE WIEDER KRIEG !!!
    Und jetzt? Bestimmt jetzt Herr Putin, Herr Selenskyj, Herr Trump über mein Leben? Haben sie oder Herr Merz ein Recht darauf aus mir einen Kriegsvasallen zu machen? Aus einem sich frei fühlenden Menschen einen sklavischen Befehlsempfänger? Wie frei bin ich, wenn ich gar nicht erst gefragt werde, ob ich Soldat werden möchte und als solcher andere Menschen gehorsam ins Jenseits befördern soll? Ist das die Freiheit, die ich verteidigen soll?
    Wie teuer ist die Krim? Wieviele Menschenleben kostet sie genau? Was kostet es in Menschenleben, dass man im Donbass ukrainisch sprechen muss? Auf was muss ich verzichten, weil sich Russen und Ukrainer streiten und muss ich selbst dafür in den Krieg ziehen? Warum soll ich für die Dummheit anderer herhalten? Die Umsetzung von Minsk II hätte ausgereicht um den Donbass zu befriedigen, den Konflikt zu vermeiden – und die Krim? Hätte man sich da nicht verständigen können? Wäre es z.B. nicht möglich gewesen, die Halbinsel auf 99 Jahre zu verpachten, so wie Hongkong?
    Na ja, dann könnten wir ja den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht mit Rüstungsunternehmen weiter wohlstandsfähig machen, um die Energiekosten geschädigten abwandernen Unternehmensleistungen zu kompensieren. Fragt sich nur, wieso eigentlich die Energiekosten zusätzliche Milliarden kosten. Ach ja ein Teil der Wahrheit sind die Russlandsanktionen, aber darüber sollte man besser schweigen.

  17. „Was aber verteidigte die Ukraine, die nach dem Putsch von 2014 unter das Regime von Nationalisten und Faschisten geraten ist und — angestachelt aus Washington — einen Bürgerkrieg gegen die Oblasten Donezk und Lugansk begonnen hatte? 

    Und was ist das für eine „regelbasierte Ordnung“, deren Prinzipien angeblich von der Ukraine verteidigt werden? “ 

    https://www.manova.news/artikel/das-schlachtfeld-in-unseren-kopfen

    WIR WERDEN BELOEGN VON A BIS Z !!

  18. Zu bemerken, dass Deutschland den Krieg begonnen hat, ist eine allzu schwache Aussage. Deutschland hat einen Terrorkrieg geführt, dem Abermillionen und gerade auch in der Sowjetunion, auf die grausamste Weise zum Opfer gefallen sind. Den Aufruf an Merz mit den ewig gleichen Vergewaltigungsberichten zu versehen, dem keinerlei Schilderung deutscher Bestialitäten gegenübergestellt werden, ist kontraproduktiv. Eigenes Leiden wird erfahrbar, fremdes lediglich als Zahl erwähnt. Frau von Dewitz sollte ihren sicher gutgemeinten Text noch einmal überarbeiten.

  19. Kaum vorstellbar für mich, dass Herr Merz dem spirituellen Tiefgang dieses Briefes gewachsen ist. Auch sein Team , das normalerweise Bürger- Zuschriften beantwortet, dürfte überfordert sein. Was natürlich nicht heißt: dass keiner genau dies merkt. Warten wir also ab, was kommt. Denkbar wäre als „Flucht nach vorn“ durchaus die altbekannte Strategie, Außenseiter durch Integration zu „eliminieren“ : Wollen Sie nicht im Auftrag der Bundesregierung als Vermittlerin tätig werden? und dann wäre die Frage, was eine so ungeheuer kluge Frau wie Frau von Dewitz mit solch einem Angebot macht.

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