
Russland und die BRICS sind für viele, die den Westen aus guten Gründen ablehnen, regelrechte Sehnsuchtsorte. Das ist Romantik, die niemanden auch nur einen Schritt voranbringt.
Ende der Siebzigerjahre berichtete eine schwedische Delegation bei ihrer Rückkehr aus Kambodscha, dass Pol Pots Land rundherum toll sei – die »Killing Fields« sahen sie wohl nicht. Wenn Pol Pot gar kein schlechter Despot war – heißt das dann, dass er gar keiner war? Als er 1975 mit seinen Roten Khmer die Macht in Kambodscha übernahm, hatte sein Land eine blutige Geschichte hinter sich. Große Teile des Gebietes waren seit drei Jahren in der Hand des Generals Lon Nol gewesen: Der hatte geputscht und involvierte die Republik Khmer, wie er seinen Herrschaftsbereich seit seiner Machtübernahme nannte, in den Krieg gegen das benachbarte und ins Land fallende Nordvietnam. Weite Teile des Landes wurden zudem von den US-Flugkräften bombardiert. Lon Nol akzeptierte diese mörderische Politik, er biederte sich bei Washington an: Das sollte seine Macht sichern.
1975 befürwortete die Mehrheit der Kambodschaner einen Machtwechsel. Die Roten Khmer marschierten in Phnom Penh ein und regelten ab jetzt die Belange des Landes. Dabei gingen sie skrupellos vor, wie wir heute beweisen können. Sie ließen die Städte leeren, enteigneten alle Bürger, ließen sie hart in der Landwirtschaft arbeiten; Zuwiderhandlungen wurden mit Hinrichtung geahndet. Der Vorwurf des »Steinzeitkommunismus« ging um. Aber für viele im Westen war Pol Pot, Staatschef des Demokratischen Kampuchea, wie das Land nun hieß, ein Hoffnungsträger: Denn er hatte seinem Volk die Würde zurückgegeben.
Kampuchea sehen und lieben
1978 reiste eine schwedische Delegation in das vermeintlich hoffnungsfrohe Land in Asien. Vier Linksintellektuelle verbrachten zwei Wochen dort; sie bereisten verschiedene Regionen, sprachen mit den Leuten und hatten nach ihrer Rückkehr viel zu erzählen. Der schwedische Autor Peter Fröberg Idling hat im Jahr 2006 ein Buch über diese Reise geschrieben, »Pol Pots Lächeln« heißt es, eine Mischung aus geschichtlicher Betrachtung, Reisebericht und soziologischer Einordnung – mit hohen literarischen Qualitäten.
Der Autor geht auf den von ihm geschriebenen Seiten der Frage nach: Wie konnte es passieren, dass vier so hochgradig talentierte und kluge Leute so falsch liegen konnten? War es Ideologie? Oder haben die Kambodschaner es tatsächlich verstanden, sie derart hinters Licht zu führen? Hat man extra für ihren Besuch Potemkinsche Dörfer errichtet? Aber wie war das möglich für ein so vollkommen armes Land, in dem es nicht mal zur Errichtung richtiger Dörfer langte?
Fröberg Idling liefert keine eindeutige Antwort, so viel kann man vorwegnehmen. Sicherlich bedingten sich viele Umstände. Aber die intellektuelle Voreingenommenheit schließt er nicht aus. Die vier Schweden waren in jenen Jahren nicht alleine mit ihrer Fehleinschätzung: Viele Delegationen und Beobachter kamen zu dem Schluss, dass das Demokratische Kampuchea einen großen und ganz besonders humanen Versuch unternommen hat, sich von fremden Einflüssen zu lösen. Die westliche Linke zeigte aus gutem Grund Skepsis gegenüber den Vereinigten Staaten; wer sich gegen sie stellte, einen Weg abseits der unipolaren Hegemonialmacht suchte, galt daher fast automatisch als der gute Gegenentwurf zum schlechten Weltpolizisten.
Der Leser erfährt, wie Koryphäen progressiven Denkens an die kambodschanische Frage herangingen, um sich ein Bild zu machen. Zum Beispiel Noam Chomsky und Edward S. Herman: Die beiden Analytiker verglichen in den Siebzigerjahren drei Berichte miteinander, um herauszufinden, welcher der Wahrheit in Pol Pots Land am nächsten komme. Den Bericht eines französischen katholischen Missionars, der mit geflüchteten Kambodschanern Interviews führte, in denen von Zwangsarbeit, Hunger und Hinrichtungen erzählt wurde, verwarfen sie als falsch, denn Flüchtlingsberichte seien meist überzogen – was in der Natur der Sache liege, denn Flüchtlinge stehen ganz offenbar auf Kriegsfuß mit dem Regime, vor dem sie fliehen.
Dort sein – und trotzdem nicht da sein
Am Ende gaben Chomsky und Herman einem Buch zweier amerikanischer Südostasienkenner den Vorzug. Das war in einem kleinen marxistischen Verlag erschienen, während ein Bericht von zwei Journalisten der konservativen Zeitschrift Reader’s Digest ebenfalls verworfen wurde. Man konnte einfach einem Bericht aus dem Hause einer kommunistenfeindlichen Zeitschrift nichts abgewinnen. In den Augen der beiden Analysten konnte das nur Propaganda sein. Problem: Deren Bericht beinhaltete den Völkermord, während das Buch aus dem marxistischen Verlag zu der Einsicht gelangte, dass die Roten Khmer vernünftig und angemessen Politik betrieben. Intellektueller Nebeneffekt: Berichte aus der Ferne seien glaubwürdiger als jene, die die Nähe kannten.
War der Vater Wunsch der Gedanken zu Kampuchea? Das lässt sich nicht von der Hand weisen. Die schwedische Delegation ging voreingenommen heran, traf aber auch in dem Land auf Menschen, die es ihnen nicht leicht machten. Sie durften sich frei bewegen, und wohin sie auch kamen, lächelten die Menschen, wirkten zuversichtlich auf die europäischen Gäste. Konnte sich ein ganzes Land verstellen?
Vielleicht lässt es sich so erklären: Die verschiedenen Kollektive in Pol Pots Reich konkurrierten miteinander. Sie hatten Planvorgaben zu erfüllen. Meist ging es um die Ernte von Reis, denn Industrie gab es keine. Das Regime der Roten Khmer war gezielt landwirtschaftlich orientiert, man wollte zurück zu den Traditionen des Landes. Für Industrie, eine westliche Produktionsform, war da kein Platz. Kollektive, die ihre Vorgaben nicht erfüllten, lebten gefährlich. Ja, jeder Einzelne, der seiner Tagesvorgabe nicht gerecht wurde, musste Konsequenzen befürchten. Aus dieser ständigen Furcht entstand das dauerhafte Lächeln. Man zeigte sich zuversichtlich, packte an: Nicht defätistisch zu sein – auch das war ein Wert, den das Demokratische Kampuchea zur Agenda erhob. Die Folge war, dass die Staatslenker gar keinen Überblick über die wahren Zustände im Lande hatten: Man log sie an, weil sie belogen werden wollten.
Dort auf Reisen zu gehen, bedeutete also nicht zwangsläufig, dass man sich ein besseres, ein ehrlicheres Bild machen konnte. Man war dort – aber nicht da; man war zwar physisch anwesend, die Hitze ertragend, ging den psychischen Komponenten einer Existenz in Pol Pots Land aber nicht auf dem Grund. Später sagte eine Teilnehmerin jener Delegation von 1978, dass sie ein, zwei Wochen in einem Kollektiv hätte arbeiten müssen, vielleicht wäre sie dann der Wahrheit etwas nähergekommen. So war die Reise wertlos – schlimmer noch: Sie vermittelte in der Heimat ein falsches Bild. In Schweden rumorte natürlich – wie überall im Westen –ein publizistischer Kampf um die Deutung und die Wahrheit: Die Presse lüge wie gedruckt, erklärte die Delegation, und die Linke konnte es sich nicht anders vorstellen, als dass die Presse die »Killing Fields« nur im Namen der US-Propaganda erfunden habe.
Putins Lächeln
Das heutige Russland ist nun wahrlich nicht das damalige Kambodscha — nicht alles, was hinkt, taugt also als Vergleich. Das zeitgenössische Russland ist ein modernes Land, ist nicht kommunistisch und bietet seinen Bürgern reichlich Wohlstand. Das Russland der letzten Jahrzehnte war eine Erfolgsgeschichte – Kambodscha war das nie. Ist es aber per se der gute Gegenentwurf zum tatsächlich verlotterten Westen und seinen »Werten«, die er gerne hochhält, die aber bei genauer Betrachtung auf Doppelmoral und Zynismus gründen? Wird BRICS, in dem Russland eine wichtige Rolle spielt, eine moralischere Weltordnung installieren? Etwas, das dem Westen unter Kuratel Washingtons nie gelang? Und dann ist da natürlich noch Wladimir Putin: Ist er nicht so viel besser, weitsichtiger und integrer als alle, die je im Weißen Haus saßen oder zuletzt das Außenamt der Bundesrepublik innehatten?
Manchmal hat man bei denen, die dem westlichen Mainstream – gut begründet und nachvollziehbar – eine kritische Haltung entgegenbringen, die die NATO-Propaganda erkennen, dann durchaus den Eindruck, dass sie so ein manichäisches, sprich radikal dualistisches Weltbild pflegen. In ihren Betrachtungen kommt Russland nicht als Land vor, das als kriegsführende Nation selbst Propaganda betreibt und mit Kritikern zuweilen drastisch umgeht. Sie erklären das riesige Reich, das sich in Osteuropa und über die Weiten Asiens ausbreitet, zum Hoffnungsträger einer besseren Welt. Hätte jede Nation ein Oberhaupt, das agierte wie eben jeder Wladimir Putin, so behaupten sie, dann wäre das ein Glück.
Es ist ein großes Problem, dass viele kritische Geister, Linksintellektuelle zudem, einen grundlegenden Fehler begehen: Die Feinde der USA und des Westens gelten in ihren Augen schnell als Freunde, als Freunde im Sinne von Feinden des westlichen Imperiums, denen sie zuschreiben, dieselben Werte zu vertreten, die sie selbst verinnerlicht haben. Dabei verlieren sie ihren kritischen Scharfsinn im Hinblick auf diese US-Feinde, im aktuellen Falle: auf Russland. Hinter Putins Lächeln verbergen sich freilich keine »Killing Fields« wie damals bei Pol Pot – und es ist auch nicht zu erwarten, dass man solchen noch auf die Schliche kommt, schlicht weil es sie nicht gibt. Man kann also diese beiden Männer gar nicht vergleichen, aber den unterkomplexen Umgang mit beiden, dem kann man durchaus vergleichend begegnen. Sicher, Putins Russland führt einen Krieg – aber das haben vor ihm und werden nach ihm andere Staatsmänner auch so halten. Doch auch in Putins Russland gibt es Ungerechtigkeit, Ausbeutung, es gibt Propaganda und Unterdrückung. Russland ist ein Teil dieser Welt, damit hat es mit Phänomenen zu kämpfen, die es allerorten gibt. Es ist nicht besser als der Westen – nur anders.
Die große Chance auf eine bessere, eine gerechtere Welt sollte man nicht an BRICS, Russland oder Putin festmachen. Wer das tut, geht Schlussfolgerungen auf den Leim, die ideologisch eingefärbt sind. Das Gegenteil des Falschen als richtig zu deklarieren ist keine Maxime kritischen Denkens: Man könnte sagen, wer es so hält, denkt nicht kritisch, er denkt so unkritisch wie jene, denen er das vorwirft – nur eben andersherum.
Dieser Beitrag erschien bereits vor etwa drei Jahren bei Manova. Bei dem hier veröffentlichen Beitrag handelt es sich um eine überarbeitete Fassung.
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Nun ja. Über die Gründe, warum Putin Krieg führt, müssen wir hier hoffentlich nicht diskutieren. Wir sind doch hier nicht bei einem Mainstream-Medium, oder? Ich möchte auch nicht durch hinkende Vergleiche darauf hingewiesen werden, was sein könnte. Spekuliert wird sowieso schon überall zuviel.
Bleiben wir bei den Fakten:
Die USA, also der Westen, geriert sich als imperiales, kriegerisches Projekt, voll von Lügen, Doppelmoral, Heuchelei und neuerdings Piraterie.
Die BRICS sehe ich da eher auf der Seite des Völkerrechts, der aufrichtigen Spache und dem Willen zur friedlicheren Kooperation aller Völker.
Und es tut mir von Herzen leid, dass ich das sagen muss.
So sehe ich es auch. Die BRICS stehen eher für Zusammenarbeit, Rechtsordnung, Ausgleich und Diplomatie. Misstrauen und Vorsicht ihnen gegenüber sind allerdings geboten. Die Ideen hier sind eine Hoffnung, mehr aber nicht, was aus ihnen wird, wissen wir nicht.
Wir wissen allerdings genau, dass das destruktive westliche Modell ökonomisch, militärisch und moralisch am Ende ist. Ein Blick nach Gaza, in den Iran, nach Syrien und in die Ukraine zeigt es. Der Westen steht für das „Recht des Stärkeren“, der Unterordnung fordert und diese per Krieg erzwingt, er steht nicht für die „Stärke des Rechts“. Der Westen steht für Vertragsbruch und „über den Tisch“ ziehen, für Erpressung und Ausbeutung. Der Westen – Trump, Hegseth, Rubio, Bessent und die Europäer – stehen aktuell ausserdem für atemberaubende Realitätsverweigerung.
Natürlich ist Wladimir Putin „viel besser, weitsichtiger und integrer als alle, die“ in den letzten Jahren im Weißen Haus sassen, das liegt aber nicht an Putin, sondern am unsäglichen Niveau der amerikanischen Präsidenten. Ob Putin tatsächlich als guter, weitsichtiger und integerer Politiker gelten darf, entscheidet sich global auf einer anderen Ebene. Wichtig wird sein, welchen Weg „der Westen“ den BRICS zu gehen erlaubt.
Wird sich der Westen in die neue Ordnung konstruktiv Einordnung oder wird er versuchen seine alte Macht bis zum Untergang zu verteidigen?
Das kommt darauf an welche politische Richtung den Westen in Zukunft dominieren wird, die in Europa herrschenden liberalen „Demokraten“ oder der Populismus wie in den USA? Die „Demokraten“ werden weiterhin einen „demokratischen“ Imperialismus verfolgen, der ja auf der Stärke der wirtschaftlichen Macht beruht. Die Populisten werden sich mehr oder weniger auf ihre Einflussgebiete beschränken und diese intensiv ausbeuten, damit aber auch den Multipolarismus anerkennen. Im Schlimmsten Fall werden wir jedoch einen populistischen Imperialismus erleben, wie Trump ihn mit seiner Politik bereits andeutet – ohne irgendwelche moralischen Hemmnisse.
Sehr richtig. Ich romantisiere die BRICS natürlich nicht. Auch Putin nicht, schließlich war er beim Geheimdienst und diese Leute sind mir grundsätzlich suspekt.
Aber was mir einen gewissen Respekt abnötigt, ist dass er doch sehr zurückhaltend den Deutschen gegenüber reagiert, obwohl sein Bruder bei der Blockade von Leningrad ums Leben kam. Gut, dass er mal in der ehemaligen DDR gelebt hat.
Mir folgendes auch: Der Unterlegene zeichnet sich selten durch langanhaltendes, wiederholtes Fehlverhalten aus, sondern strebt dazu, „Gewinner der Herzen“ zu werden. Wenn die jeweiligen Herrscher der BRICS-Staaten die Möglichkeit haben, sanktionsfrei zu bleiben, agieren sie anders, nach innen wie nach außen. Und dort, wo es niemand bemerkt, findet das auch statt.
Die BRICS auf überhaupt irgendeiner Seite zu sehen ist schon genau das was in dem Artikel kritisiert wird. die bringst du wieder besser noch ist sie schlechter noch ist sie genauso wie z.b die EU, sie ist schlicht ein reines Wirtschaftsbündnis. deine wirtschaftlich könnte man dass der EU mit ihrer politisch Integration vorziehen, man kann es allerdings genauso gut bleiben lassen. ob das ein wirklich gutes Konzept ist, muss ich erst noch zeigen. und dieses Bündnis aus extremen Armen und recht wohlhabenden Staaten ist auch mindestens experimentell.. das kann durchaus funktionieren, das kann aber auch schief gehen. und ob eine wirtschaftlich Integration bei derart weit politisch auseinander liegenden gemengelage überhaupt funktionieren kann ist auch noch nicht ganz klar. und was das für Gericht angeht, bekleckert sich nur momentan wirklich niemand mit Ruhm.
„Über die Gründe, warum Putin Krieg führt, müssen wir hier hoffentlich nicht diskutieren. Wir sind doch hier nicht bei einem Mainstream-Medium, oder?“
Ach bitte, warum denn nicht darüber diskutieren? Wladimir Putin hat den Sinn seines Überfalls auf die Ukraine doch erst kürzlich vor russischen Lehrern messerscharf auf den Punkt gebracht: Das habe alles nämlich damit zu tun, wie Schwärme von Orcas in der Arktis Eisbären verspeisen und in Stücke reißen! Genau diese „Nahrungskette“, so der Kremlchef, müssten russische Kinder kapieren, um die „Spezialoperation“ zu verstehen.
Gut, selbst die unpolitischsten Zoologen kratzen sich da mühsam am Kopf und meinen trocken: „Äh … also in der Natur passiert das eigentlich gar nicht. Das ist kompletter Schwachsinn.“ Womöglich ist ja genau das die tiefere Weisheit hinter Putins Botschaft.
„Die USA, also der Westen, geriert sich als imperiales, kriegerisches Projekt, voll von Lügen, Doppelmoral, Heuchelei und neuerdings Piraterie.“
Geschenkt. Nun haben die USA und der Westen allerdings absolut nichts davon erfunden — weder die Imperialpolitik, noch Lügen, Doppelmoral oder gar Piraterie.
„Die BRICS sehe ich da eher auf der Seite des Völkerrechts, der aufrichtigen Sprache und dem Willen zur friedlicheren Kooperation aller Völker.“
War das jetzt eigentlich ein gescheiterter Versuch von schwarzem Humor-Witz?
Aber natürlich, glasklar: Friedliche Kooperation und tiefster Respekt vor allen Völkern! Nun ja, abgesehen vielleicht von Ukrainern und Uiguren — irgendwie scheint es da eine leichte Aversion gegen Völker zu geben, die mit dem Buchstaben „U“ anfangen.
Südafrika und Brasilien würden zu dieser völkerrechtlichen Idylle sicher auch gerne etwas beisteuern, aber die sind vor Ort leider gerade etwas abgelenkt mit permanenten Bandenkriegen und Mordraten auf dem Niveau von aktiven Kriegsgebieten. Da bleibt schlicht wenig Zeit für geopolitische Leitkultur. Und Indien hat derweil noch nicht einmal im eigenen Land geklärt, ob Menschen unterer Kasten überhaupt dieselben Grundrechte zustehen wie dem Rest …
Genau das ist die argumentative Falle, in die viele hiesige „Westkritiker“ treffsicher hineintappen: Mangels jeglicher Ahnung von der Realität außerhalb der eigenen Komfortzone betrachten sie die Weltgeschichte ausschließlich durch die Brille westlicher Kolonialverbrechen. Was im Westen eine tiefe historische Trauma-Erfahrung und ein skandalöser Bruch ist, ist in Teilen des „Globalen Südens“ (leider immer noch!) schlicht der ganz normale Alltag.
Nun, im Grunde hat Herr De Lapuente genau das in seinem Artikel ja bereits ziemlich ausführlich aufgedröselt. Aber Hauptsache, man träumt sich im gemütlichen deutschen Wohnzimmer den „Globalen Süden“ weiterhin als ein sanftmütiges Paradies des Völkerrechts zusammen.
Es gab und gibt in der Menschheitsgeschichte Dutzende verschiedener Bündnisse, Foren und Zweckverbände: GUAM, SCO, EAWU, ECOWAS, OET, SICA, SAARC, IORA, CARICOM, APEC, GCC, ALBA, CELAC, CEN-SAD, IGAD, MSG, BIMSTEC, ECCAS, MERCOSUR, EFTA, CEFTA oder EAC. Das alles sind ganz unterschiedliche politische oder wirtschaftliche Foren, Plattformen und Bündnisse mit jeweils sehr unterschiedlichem Erfolg und Ausmaß an Kooperation. BRICS reiht sich in diese unendliche Abkürzungsverwirrung nahtlos ein und stellt absolut nichts Besonderes oder historisch Einzigartiges dar. Doch ausgerechnet bei BRICS verfallen Teile des Publikums plötzlich in religiöse Verzückung und wähnen das Anbrechen einer ganz neuen, lichtbringenden Weltordnung.
Das Problem ist, dass der „Wertewesten“ mittlerweile derartig aggressiv, widerwärtig, verlogen und verbrecherisch agiert, dass solche Mechanismen wie die in der Tat völlig blauäugige Verklärung von BRICS nahezu reflexartig erfolgt.
Hinzu kommt aktuell das Fehlen jeglicher gesellschaftlicher Perspektiven abseits dieses immer irrer und mörderischer werdenden kapitalistischen Systems, was solche Entwicklungen zusätzlich forciert.
Dieses Elend spiegelt sich ja auch innenpolitisch z.B. durch den rasanten Aufstieg der AfD wider, die so viele verpeilte Menschen mittlerweile allen Ernstes für eine „Alternative“ zum Bestehenden halten.
Wir leben wahrlich in verdammt finsteren Zeiten!
Die Argumentation des Autors geht an der eigentlichen Problematik vorbei. Denn es gibt halt einen fundamentalen Unterschied zwischen den USA (und dem Westen) und dem Rest der Welt. Die USA meinen die Welt dominieren zu müssen. Russland, China und Iran wollen nur ein gleichberechtigter Teil dieser Welt sein ohne westliche Dominanz. Ihnen ebenfalls imperialistische Dominanz zu unterstellen, das zeugt erstmal nur von einer westlichen imperialistischen Denkweise. Da macht sich westliche Sozialisation und Erziehung bemerkbar, die letztlich auf Egoismus und dominierendes Verhalten hinausläuft.
Was wohl der Roberto so auf den Punkt bringen wollte, wenn er ausgerechnet das herzallerliebste Paar Ceaucescu als Musterbeispiel für ein Träumen unter Palmen ausgewählt hat.
Eine gute und berechtigte Frage dann doch noch: Und? Die, die die AfD nicht allen Ernstes als Alternative zum ‚Bestehenden‘ schätzen – und stattdessen vom Endsieg träumen – sind die vielleicht nicht verpeilt?
Verpeilte aller Länder vereinigt euch! Bald ist es soweit!
Warum ich auf diese Schnapsidee kommen muß? Nun, weil selbst so mancher ansonsten halbwegs aufgeklärte Ukro-Experte bei diesem Diesen schwärmen nur noch davon, dass baldmöglichst das Traumduo Alice&Marine den Faxen ein Ende setzt. Dabei zeigt doch die Dritte im Bunde wo es lang gehen wird. Wohl bekomm’s!
Ich weiß nicht, was am Ceaucescu schlecht sein könnte. Der war immerhin Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
Das bekommen ja nur anständige Leute.
Was ist so falsch daran, die Weltwirtschaft abseits der von den USA als Zwangsmittel zur US-Hegemonie mißbrauchten Organisationen wie WTO, Weltbank, Swift etc. zu gestalten? Mit Handelspartnern auf Augenhöhe statt als Diener des Dollar?
Was das mit Pol Pot und Ceausescu zu tun hat, erschließt sich wohl auch nur einem Westdeutschen, der die Fesseln des schon zu Schulzeiten eingebimsten NATO-Denkens nie abgelegt hat.
Naja, simpel gestrickte Gemüter, die der Autor anspricht, gibt es immer wieder und jederzeit
Aber man sollte sich hüten, das als bestimmende Richtung auf die gesamte Kritik der westlichen Politik und Russland/BRICS auszudehnen. Das wäre ahistorisch, denn es gibt keine gute und schlechte Seite in der kapitalistischen Konkurrenz, dafür aber Staaten im fortgeschrittenen Stadium, die imperialistische Stufe, die die Expansion objektiv mit sich bringt, und Staaten, die sich erst noch in der Phase der inneren Konsolidierung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse befinden, also noch nicht Eroberung nach außen betreiben (können).
Dazu gehören auch sie BRICS einschließlich Russland und China. Diese wehren sich momentan gegen die Unterwerfungsangriffe des Westens. Das ist natürlich ein Hoffnungsschimmer für viele. Was aber nicht heißt, dass damit dem „Regime Putin“/China als die Zukunft und Hoffnung der Lösung der gesellschaftlichen Widersprüche entgegen gebracht wird. Es ist lediglich eine Größe im Weltmaßstab, die die Vernichtung der Menschheit verhindern kann. Das wäre schon etwas.
Ohne diese Aussicht ist aller Diskurs sowas von überflüssig, vielleicht dann in der Hölle zu Ende zu führen.lllp
Ich hatte einen Bekannten, der sich Ende der 70er Jahre vorgenomen hatt, alle „bösen“ Länder
zu bereisen. Begonnen hat er mit Kuba und war von den Menschen dort fasziniert. Als er ein
jahr später aus Kambotscha zurück kam war er auf die USA stink wütend. Die Zerstörungen
der Flächenbombadierungen waren immer noch zu erkennen. Aber die Menschen waren wirklich
toll. Das Gleiche erfuhr er dann in Vietnam. Das was uns die US gesteuerten Medien immer
sugeriert hatten war alles gelogen!
Da stand die DDR damals auf der richtigen Seite der Geschichte. Im Großen und Ganzen stimmte die DDR-Geschichte damals. Nur wenn man im Kleinen und ganz individuell in den reichen Westen schaute, dann bekam man Zweifel und man mutierte zum liberalen Individualisten.
Es war auch in der DDR eine Minderheit, die unterstützt von der BRD den Rücktritt der SED Genossen erreichte. Die Mehrheit der Bürger war passiv.
Viele waren der Auffassung das die Errungenschaften der DDR mit dem Warenangebot der BRD das Ergebnis des Anschlusses sei. Es wird immer wieder vergessen die DDR hatte eine hohe Sparquote.
Bekommen haben die Leute die Schattenseiten beider Systeme. Die Arbeitslosigkeit an erster Stelle. Den Abbau der sozialen Systeme der DDR und Hohe Mieten. Bekommen haben Sie einen übergriffigen Staat der klarmacht wo Informationsfreiheit Endet.
Nachdem Ende der DDR war ich in Thüringen, weil die Mutter meiner damaligen Freundin aus Suhl stammte. Wir haben in ehemaligen FDJ Ferienheimen und bei privaten Leuten gewohnt.
Eine alte Genossion meinte, die werden sich alle noch nach der DDR zurücksehnen. Was auf die Straße ging gegen die Republik waren Leute wie ihr nichtstaugender Landwirtschaftlicher Gehilfe der ständig besoffen ist und Lichtscheue Gestalten.
Erich Mielke hat es auf den Punkt gebracht, im ZK der SED gab es Stimmen die VP, die NVA und die Betriebskampftruppen einzusetzen. Mielke meinte lasst den Blödsinn bleiben, wir haben verloren.
Als Nachrichtendienstler wusste er ab einem bestimmten Punkt das die Genossen der KPdSU die DDR verraten hatten. Aber ohne die UdSSR war die DDR nicht haltbar.
Wenn ich heute Artikel wie diesen lese und die angeführten Beispiele dann fällt mir der alte Antikommunismus der alten BRD in den Sinn.
Franz Josef Degenhardt hat es mal auf den Punkt gebracht. „Man hat mit Steinen auf die DDR geschmissen, bis dann die Mauer stand“
Zum Glück hat der Autor Mao weggelassen, denn wie in der SU auch rechnet man die Opfer des Befreiungskampfs gegen die Japaner den Opfern der Kommunisten zu. Genau wie die Opfer der Konterrevolution in Russland dem Stalinismus zugerechnet werden. Das geht soweit das in der BRD die Opfer der von Finnland und Deutschland verhängten Blockade dem „Stalinismus“ zugerechnet werden.
Für PolPot gilt vermutlich das gleiche wie für die NSdAP alleine das Postulat Kommunistisch sagt noch garnichts über den wirklichen Inhalt aus. Die Nazis waren vieles aber Sozialisten waren sie nicht. Es ist immer wieder der reaktionärste Teil der Gesellschaft der zur Sicherung seiner Herrschaft unter welcher politischen Richtung bereit ist Massen an Menschen zu ermorden um ihren Profit und die Macht abzusichern.
Wo es hinführt, wenn die progressiven Kräfte nicht wachsam sind, zeigt der Weg von der Novemberrevolution zu den K.L. der Nazis. Sie sind Zeugnis dafür was passiert wenn die Reaktion siegt.
Und was ist die Lehre aus der Niederlage der DDR?
Jugoslawien Krieg, Afghanistan, Kriegstauglichkeit und ein Aufrüstungsprogramm das sämtliche sozialen Errungenschaften vernichtet.
Wie sagte nicht eine bekannte Persönlichkeit der DDR: Den Kapitalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf. Gut möglich, dass ich hier die staatstragende Ideologie verwechselt hab. Ist aber egal, denn das Prinzip ist immer gleich. Eine Ideologie ist nur solange staatstragend wie die Menschen das mitmachen. Und mit der kapitalistischen Demokratie (dem liberalen Kapitalismus) steht es nicht zum Besten. Vielleicht werden wir uns auf andere Formen des Kapitalismus einstellen müssen – bevor der Sozialismus zum Zuge kommt.
Ich verstehe den Text so, dass er meint, man solle dem Bild, das man medial gezeichnet bekommt, generell mit Misstrauen begegnen. Vielleicht aber lese ich das bloß aus dem Text heraus, weil es meiner eigenen Überzeugung entspricht. Ich sehe mich zum Beispiel völlig außerstande, bei den Berichten zum gegenwärtigen Krieg, zu seinem Verlauf, zu den Opfern, festzustellen, was wahr, was falsch, was übertrieben, was beschönigt ist. Es gibt immer Berichte, die ich lieber glauben würde, weiß aber das es Unfug ist.
Auch eigenes Erleben hat Grenzen. wir können nicht überall hinfahren und wenn wir da sind, nicht sicher sein, dass wir getäuscht werden oder uns selber täuschen.
Zuletzt gibt es dann nur Indizien. Als ich in Russland und Weißrussland war, stellte ich fest, dass es diese Länder jeweils zweimal gibt. Einmal in den hiesigen medialen Beschreibungen und einmal real und beide haben nichts miteinander zu tun. Und das war vor dem Krieg.
Den israelischen Besatzerterror habe ich im Westjordanland gesehen, habe die Siedlungen gesehen, mit Siedlern und Palästinensern gesprochen und meine Haltung – ich bin da nicht als Freund islamischer Araber hingefahren – geändert.
Letztendlich aber ist das alles vollkommen egal. Egal ist, was wir denken, fühlen oder zu wissen glauben. Es fällt schwer, sich mit der eigenen Machtlosigkeit abzufinden, aber das ist so und so wird es wohl immer bleiben.
Es bleibt nur nach Kästner, nicht so tief zu sinken, von dem Kakao, durch den man uns zieht, auch noch zu trinken.
In Laos war er vermutlich nicht, oder? Den Krieg dort hatte es ja offiziell auch nie gegeben. Nicht mal der US-Congress erfuhr davon. Das lief alles unter „Vietnamkrieg“ mit.
In Laos fielen in den 9 Jahren der „Operation Barrel Roll“ mehr Bomben, als im ganzen Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden! Noch heute sind weite Landstriche unpassierbar, weil dort die Blindgänger von damals (10-20% aller Bomben) noch herumliegen. Die weltberühmte „Ebene der Steinkrüge“ mit Hinterlassenschaften einer vergessenen Hochkultur ist das meistbombardierte Gebiet der Erde.
https://arbeit-und-leben-hochtaunus.de/Laos.%20US-Bombenkrieg%20gegen%20Laos%201962-1975.pdf
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Barrel_Roll
Angesichts der gewaltigen jüngsten Feuerwerke in Kiew und der Westukraine macht der Besuch von Ratcliff in Moskau auf einmal Sinn.
Ich hatte bereits vermutet, dass es nicht um den Iran ging (hier passiert nichts Akutes), nicht um eine russische Mobilisierung (diese wird dementiert und würde dauern), nicht um die Nato (geplante Angriffe sind Fakemeldungen) und auch nicht um Atombomben (auch dies wird nicht geplant). Nein – es ging offenbar und nun bekräftigt schlicht um die Ausweitung konventioneller Angriffe. Das war wohl mit „Büchse der Pandora“ gemeint. Russland weiß schon längst, wo die Ukraine ihre Munition versteckt (in Wohngebieten), und die Nato weiß ebensfalls schon längst, dass Russland das weiß. Diese Ziele wurden bisher verschont und jetzt eben nicht mehr. In der Nato muss blanke Panik herrschen – daher der Besuch.
Aber der Besuch und seine mediale Begleitung haben tatsächlich was von Comedy. Die New York Times schrieb, er sei nach Moskau geeilt, um Putin zu warnen, dass er gerade dabei ist, den Knieg zu verlieren und dass die russische Wirtschaft unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht, was er aber nicht wisse, weil er von seinen Geheimdienstleuten über die wahre Lage belogen werde. Das hat er dann also genau jenen russischen Geheimdiensthäuptlingen vorgetragen, vor denen er Putin gewarnt haben soll.
Ich glaube, dass ist richtig lustig.
Abgesehen davon, dass die Idee, dass ausgerechnet die CIA durch die Gegend fliegt, um Putin zu schützen, so doof ist, dass man sie nur Amerikanern und BILD-Lesern anbieten kann.
Die offiziellen Stellungnahmen beider Seiten sind offensichtlich abgestimmt und maximal nichtsagend. Wir alle können nur spekulieren. Mir gefiel die Annahme eines englischen Kommentators. Was soll er nun in Moskau gemacht haben? Das was die Amerikaner für Diplomatie halten – drohen und Unterwerfung verlangen.
Es gibt kein Paradies, in keinem Land auf der Welt! Ich denke die meisten Menschen wünschen sich nach Jahrzehnten mit immer dem gleichen Sermon endlich eine echte Veränderung! Ich denke der amerikanische Kitsch hat für die Menschen im politischen Westen einfach ausgedient. Quatsch wie „vom Tellerwäscher zum Millionär“ und blabla…..
Ich denke der Hass auf Russland hat gerade mit dem Erfolgsweg zu tun den es seit 2001 geht. Man kann ja diskutieren wie man will aber die haben eine unglaubliche Entwicklung hingelegt von einem failed State zu einem erfolgreichen Land. Wie man hört fährt dort die Bahn pünktlich…..
Meine persönlichen, wie ich finde bescheidenen Wünsche an die deutsche „Regierung“ umfassen folgendes: eine vollständige Reform des Bildungswesens, saubere modernisierte Schulgebäude, Verbesserung vor allem in der pädagogischen Ausbildung des Lehrpersonals, das Gleiche für‘s Gesundheitssystem, Entideologisierung und Hinwendung zu einem neuen Pragmatismus. Funktionierender Transport, also Zerschlagung und kompletter Neuaufbau des Konzerns Bahn. Beendigung der hausgemachten Energiekrise, vernünftige Umweltschutzmaßnahmen und vor allem endlich Kontaktaufnahme zu Verhandlungen mit dem Kreml.
Und zuletzt bezahlbare Wohnungen und Lebensmittel für alle!
Ist das etwa zuviel verlangt? Ich glaube nicht dass ich damit alleine stehen.
Nun hat eine sehr große Mehrheit der UN den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilt. Für den Westen mit der Hoffnung verbunden, Russland könne so „isoliert“ werden. Was dann aber nicht so kam. Dreiviertel aller Staaten haben sich nicht an dem Boykott beteiligt und Verständnis für die russische Position geäußert. Und eine recht große Beitrittswelle zu den BRICS losgetreten, weil man Russland als Frontstaat gegen den übergriffigen Westen sieht. An dieser Front hat Russland eindeutig gewonnen und der Westen hat verloren.
Man kann davon ausgehen, dass Russland genau darauf Wert legt. Das spielt auch eine Rolle im Ukraine-Konflikt. Russland verlangt eine neutrale Ukraine. Aber dann wird Russland das Land überfallen, so der Westen. Mitnichten. Denn das würde die internationale Gemeinschaft nicht verzeihen. Dann wäre Russland tatsächlich isoliert.
Die Welt war um 2000 herum durch die full scale dominance der USA beherrscht. Nicht nur war der Ostblock als Konkurrenz verschswunden, sondern auch die Blockfreien Staaten, die von Jugoslawien angeführt wurden. Die Zerschlagung J. bedeutete auch das Ende der Blockfreien, die inzwischen völlig bedeutungslos sind. Aber da ist jetzt BRICS als vollwertiger Ersatz. Es ist nicht mehr eine Allianz der Armen, vielmehr sind da mit China und anderen echte Technologieführer dabei.
Unter US-Herrschaft hatten diese Staaten „no alternative“, was man als Grundregel des Kapitalismus sehen kann. Jetzt haben sie eine Alternative und das ist sehr zu begrüßen. Roberto hat sich doch mal „ad sinistram“ verortet. Da müsste er zum gleichen Ergebnis gelangen.
Lieber Roberto J. de Lapuente, Sie haben es völlig richtig getroffen, aber was Putin angeht, da gibt es auch welche die ihn, und sein Russland, als „waschechte Faschisten“ titulieren.
Glauben Sie nicht? Ich auch nicht, aber manchmal lese ich auch Autoren, die rein gar nichts mit meiner – neutralen – Meinung zu tun haben – eben auch den ostdeutschen Historiker:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ilko-Sascha_Kowalczuk
Er ist – eigenen Worten nach – ukrainischer Abstammung, und hat, auch eigenen Worten nach, sogar die ukrainische Fahne in seinem Arbeitsbüro hängen – eine unparteiische Haltung gegenüber Putin ist also von diesem Historiker gar nicht erst zu erwarten, aber dennoch hat mich seine Meinung interessiert – er bezeichnet alle, die nicht bis 3 auf den Bäumen sind, die nicht seine eigene Meinung teilen als Ex-Stasi-Leute, Putinknechte und andere Sachen – Autoren wie Dirk Oschmann, Katja Hoyer, Sahra Wagenknecht (und ihre BSW) sind ihm ein Greuel – er hat eine regelrechte Abneigung gegenüber der Linkspartei, deren Vorgänger PDS sowie gegen die komplette BSW (der er gleich mal, lange vor der aktuellen Wahl in Sachsen-Anhalt AfD-Nähe und Rechtsextremismus) unterstellt – ein Wunder, dass er Albrecht Müllers Nachdenkseiten noch nicht entdeckt hat – die würde er glatt, wie auch Ihr „Overton Magazin“ in die Rechtsextreme Ecke stellen.
Selenskijs Ukraine ist für diesen Menschen übrigens genauso unantastbar wie die Heilige Jungfrau Maria – trotz Bandera und Ukrainischen Faschisten (ist ja alles „nur russische Propaganda“).
Ich dachte gestern bei solchen Autoren, und denen die den realen ukrainischen Faschismus als „russische Propaganda“ abtun, und alles oben erwähnte hassen, während sie den Diktator Selenskij als weltlichen Heiligen ansehen, dürfen wir Demokraten uns nicht wundern, wenn nächste Woche die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewinnt.
Der Wähler ist auch nicht dämlich und durchschaut so langsam die Doppel- oder soll ich besser sagen Nichtmoral der selbsternannten „Eliten“ in Westeuropa in Wirtschaft, Politik und Mainstream-Medien?
Übrigens warum wählen Sie PolPot und die Roten Khmer als Beispiel? Es gibt jemand der weitaus mehr Menschen auf dem Gewissen hat den zu erwähnen Sie aber wohl nicht in Betracht gezogen haben? Woran liegt das? Zulange her? Nein, ich meine hier nicht Stalin sondern bleibe in Asien – Mao Tse Tung, den Begründer „Der Volksrepublik China“.
Habe gerade die Bücher der wuhaner Autorin Fang Fang entdeckt die heute, nebenbei erwähnt sehr mutig von ihr, die Menschheitsverbrechen von Mao Tse-Tung an der eigenen chinesischen Bevölkerung in ihren Romanen erwähnt – das heute so hoch gepriesene kommende Land – „Die Volksrepublik China“ hat mit Mao Tse Tung seit Deng Xia Ping auch nichts mehr am Hut, aber seine millionenhaften Verbrechen werden dennoch nicht erwähnt – es würde nur die „neue Harmonie“ Chinas stören.
Pol Pot war ein Menschenschlächter (ebenso Millionenfach), aber Mao Tse Tung war nicht viel besser.
Daher:
Warum schonen Sie Mao Tse Tung?
Fragende Grüße
Bernie
Noch was als Ergänzung:
Wieso kritisieren Sie nicht auch die Volksrepublik China, die heute genauso wenig autoritär kommunistisch – was die Wirtschaft/Gesellschaft betrifft – ist wie Putins Russland?
Würde mich echt mal interessieren, da China ja auch zu den BRICS Staatengründern gehört 😉
Fragende Grüße
Bernie
„Der Leser erfährt, wie Koryphäen progressiven Denkens an die kambodschanische Frage herangingen, um sich ein Bild zu machen. Zum Beispiel Noam Chomsky und …“
Diese „Koryphäe“ wollte Ungeimpfte den Zugang zur Geschäften inkl Lebensmittel komplett verwehren.
Auf die Nachfrage, wie sie dann an Essen kommen sollten, antwortete er :“Das ist deren Problem“
https://www.youtube.com/watch?v=BuO3EMunogo
Es gibt einen Unterschied zwischen geistig-moralischer Masturbation und echtem Humanismus.
#WirVergessenNicht
„Die große Chance auf eine bessere, eine gerechtere Welt sollte man nicht an BRICS, Russland oder Putin festmachen. Wer das tut, geht Schlussfolgerungen auf den Leim, die ideologisch eingefärbt sind. Das Gegenteil des Falschen als richtig zu deklarieren ist keine Maxime kritischen Denkens.“
Ja, das würde ich unterschreiben. Sehe ich aber auf die Artikel, die der Autor sonst so schreibt, scheint bei ihm selber aber auch seit einiger Zeit schon das kritische Denken abhanden gekommen zu sein. Und seine Follower sind stark irritiert…
Okay, aber um noch mal auf das Thema zurück zu kommen: Aktuell bedeutet das: Ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Ganz egal von welcher Seite er kommt.
In diesem Sinne: Stand by Ukraine!
(Und mal seh’n, ob das hier durchkommt.)
Du weißt aber schon, daß die Ukraine diesen krieg 2014 als „Anti Terror Operation“ begonnen hat, um alle Russen zu töten oder aus der Ukraine zu vertreiben? Sogar der ethnische Russe Selenski, der noch 2014 sagte, daß Ukrainer und Russen „im Grunde ein Volk seien“, sagte nach seinem Wahlsieg 2019, den er errang, weil er versprach den Krieg im Dialog mit Russland zu beenden, daß „jeder, der sich in der Ukraine als Russe fühle, nach Russland gehen sollte“.
Die Bewohner der seit Jahren unter der „ATO“ leidenden Gebiete Donbass und Lugansk dachten sich daraufhin, „ok, machen wir! Aber nur MIT unserem Land“.
„Ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg…“
Das ist richtig. Aber selbst, wenn wir gar nicht Hintergründe betrachten und nur auf der Ebene der UN und ihrer Charta bleiben (Links unter dem Text), machen Sie es sich m.E. ein bisschen zu einfach. Hierzu drei Gedanken (in aufsteigender Gewichtung):
Erstens: „Völkerrecht“ klingt im Deutschen immer ein so ein bisschen wie „von Gott gegeben“ – meist mit großen runden Augen und Mündern und wichtiger bis empörter Mimik ausgesprochen (ich muss da immer an Reinald Grebe denken, wenn er „Brandenboooorg“ singt)- aber es ist nur ein Vertragswerk zwischen Staaten, die absichtlich alles im Unklaren gelassen haben, was sie nicht regeln wollten.
Die Ehrfurcht davor ist bei Staaten anscheinend umso weniger ausgeprägt, je mehr Macht sie (auch innerhalb der UN) haben, und das mag erklären, warum sie bei vielen Leuten, vor allem, wenn sie immer noch in einem „Feindstaat“ leben, so groß ist.
Da nun gerade eine aus diesem Land stammende und von wirklich jeglicher Geisteskraft unbeleckte Frau, „vom Völkerrecht her“ kommend (so wie andere „vom Bahnhof kommen“, ohne gezwungenermaßen Bahn gefahren zu sein), sich bis an die zweite Stelle der obersten „Völkerrechtsbehörde“ hochgestammelt hat (wodurch ohne Zweifel etwas von ihrer eigenen Reputation auf die UNO abfärbt), sollte man sich vielleicht langsam von diesem Totschlagargument „völkerrechtswidrig“ nicht mehr völlig vom Denken abhalten und die Kirche ein bisschen im Dorf lassen.
Zweitens: Was genau – außer natürlich der UN-Einwilligung – fehlt denn diesem Krieg, um völkerrechtskonform zu sein? Vermutlich die Tatsache, dass er kaum bis gar nicht mit Art. 51 (Selbstverteidigung) in Einklang zu bringen ist.
Art. 2 der UN-Charta verbietet „jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“.
Dagegen hat Russland zweifellos verstoßen, und da dem Donbass zwar (lehnt man sich am Beispiel Kosovo an) wohl ein Recht auf Separation durch die UN nicht abgesprochen wird, er aber auch nach der Unabhängigkeitserklärung noch nicht zu einem UN-Mitglied wurde (und auch die Eingliederung in die RF nicht ganz astrein ablief), ist auch die Hilfe zur Selbstverteidigung nach Art. 51 nicht anwendbar, da die eben nur für Mitglieder gilt.
Man könnte allerdings – weniger formaljuristisch – der Meinung sein, dass den Menschen im Donbass a) das Recht auf Separation vom Völkerrecht nicht abgesprochen wird und sie b) als Ukrainer natürlich ein Recht auf Selbstverteidigung und auch auf Hilfestellung von außerhalb hätten; dass sie dieses Recht verlieren, wenn sie von den „eigenen Leuten“ angegriffen werden (die sie aufgrund des Maidan-Putsches und der nachfolgenden „Behandlung“ immer weniger als solche wahrnahmen), scheint *mir* zumindest des Nachdenkens wert.
Drittens: Wer hat damit angefangen, das Völkerrecht zu verletzen?
Art. 1 verlangt sehr deutlich, „… internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen“.
Danach gehandelt zu haben, kann man den USA und der NATO, nicht vorwerfen. Beiden wurden im Dezember 2021 von Herrn Putin Vorschläge für eine friedliche Regelung gemacht (nach wirklich jahrelanger Bettelei Russlands, es nun mit der Osterweiterung gut sein zu lassen). Ich sehe noch Herrn Stoltenberg vor mir, wie er verächtlich mit einem Bündel Seiten wedelt und sich darüber lustig macht. Die Amis wollten nicht einmal darüber nachdenken.
Und auch die EU hat das ihrige getan. Die beiden Anführer der EU- und NATO-Staaten Merkel und Hollande haben selbst zugeben, bei Minsk 1 und 2 (das waren völkerrechtlich bindende!!! Dokumente mit Aufgaben für Vertrags- wie Garantieparteien, die einen Krieg verhindern sollten) betrogen zu haben.
Das heißt für mich, Russland hat offensichtlich – völkerrechtskonform – versucht zu verhandeln, ist aber betrogen und abgewiesen worden (was beides völkerrechtswidrig ist).
Ob Herr Putin deshalb *unbedingt* einen Krieg anfangen musste, sei dahingestellt (eine Liste mit Alternativen, die – glaube ich – Matt Ho und ein anderer Journalist einmal veröffentlicht haben – hat mich nicht überzeugt).
Seine Absicht war m.E. ein militärischer Warnschuss, der zu Verhandlungen führen sollte. Dass das nicht geklappt hat (Istanbul), ist wiederum – auch durch Aussagen von B. Johnson belegt – nicht seine Schuld.
Ein letzter Hinweis hierzu: der spätere CIA-Chef Burns hat in seinem bekannt gewordenen Brandbrief („Njet means Njet“) darauf hingewiesen, dass im Falle einer angedachten NATO-Mitgliedschaft der Ukraine diese innerlich bis zu einem evtl. Bürgerkrieg gespalten würde und Russland dann überlegen müsste, ob und wie es eingreift. Und er sagte dazu, dass das eine Situation sei, in die Russland unter keinen Umständen kommen wolle.
Es wäre schön, wenn Sie sich darüber wenigstens ein paar Gedanken machen würden.
Quellen:
https://unric.org/de/die-charta-der-vereinten-nationen/,
bzw „Angriffskrieg“: https://hrlibrary.umn.edu/instree/GAres3314.html
„Brandenburg“: https://www.youtube.com/watch?v=uellmynA34U
Von Russland und Brics träumen … wer tut das in diesen unseren Zeiten nicht. Dumm nur, die für eine Umsetzung doch bestimmt sinnvollen, erforderlichen Altersbezüge dürften sich zwischenzeitlich für gegenläufige anderweitige Zwangsbesiedlung der angedachten Traumregionen verdampft haben.
Wer von uns älteren längst als überflüssig also zu nichts nütze und viel zu teuer erkannt, hat nicht schon mal darüber gehirnt, die ganzen grünen Auen hierzulande hinter sich zu lassen. Vor Jahren, als sogar die Zeitung in Schwarz – Weiß – Rot sich noch Hass&Hetze gegen einen Florida-Rolf anzuzetteln fähig war … aber heutzutage würde ich davon abraten. Auch da herrscht zwischenzeitlich ICE und ich meine nicht Blitz auf Schienen. Anno 2014 keimte bei manchem meist rundsicherungsbewehrten Rentner erst einmal kurze Hoffnung auf. Erinnerten sich doch die ‚Herrschaften‘ allzu gerne an schöne Bilder vor Jalta-al-Mare ein halbes Jahrhundert zuvor?. War das nicht süß und vielversprechend ? Der Willy gut gebräunt in der Jolle neben demn Wlad von damals – Leonid Iljitsch – sich über ihren Gewaltverzicht auslassend? Hoch- und Landesverrat waren das Geringste was da so zwischen bestimmten ‚Zeilen‘ – auch in Redenscripten vielleicht nicht unbedingt von Rainer aber bestimmt von Franz-Josef zu wabern hatten.
Ja sicher doch, nach dem Frühjahr 2014 war uns unser Malle-Ost so ziemlich nähergerückt. Aber mitnichten, das ging gleich gar nicht. War doch der Wasserspiegel an der Küste von ‚Chorna Zemlya alias Чорна Земля‘ drastisch hatte steigen dürfen. War doch einiges an Schiffsverkehr bis hin zu Flugzeugträgern aus dem Wesen zu verzeichnen gewesen zuvor, was dem Pächter der Bootslände dort aus dem benachbarten, zwischenzeitlich gar nicht mehr frommen Landstrich gar nicht so behagt haben dürfte. Und deshalb …
Als nüscht mit einem ‚Arenal des Ostens‘ für unsere Rentner. Woraufhin die Friedensfürsten des (Werte-)Westens dann auch alsbald wähnten – for their own security, hatten sie doch schon geträumt von dort Segelregattas starten zu können, den Dnepr und die Wolga hoch noch ,… egal. Da kam dann sogar mal bei einigen Altersbezugsempängern im zu Großdeutschland mutierten blühenden Sozialstaat die nächste Hoffnung nach Odessa siedeln zu können., wurde aber auch nichts. Und was wäre mit Rest-Russland (gewesen)? Wandern im Ural, im Kaukasus gar auf Opas oder Uropas Spuren? Schlittenhundenfahrend in der endlosen Tundra Sibiriens? Spätestens seit dem grassierenden Klimawandel und der Freisetzung von Methan – das, warum auch immer nicht mehr abgenommen wird im Westen – ist auch diese Geschäftsidee hinfällig für den Russen. Und nach Wladiwostok? Nä, besser nicht. Da hätten es die aircarriers vom Weltenherrscher ja noch näher, und genau die wollte man doch vermeiden …
Das restliche Brics? Fangen wir mit dem Land des Kniestrumpfträgers an. Doch, doch – das hätte was, Goa, Tadl Mahal und so. Aber – um ehrlich zu sein – ist diese lütte Landstrich nicht geradezu so etwas wie ein Anti-Brics und nur solange dem Russen wahrscheinlich wohl gesonnen, wie er sein Bestes – das Oil – abzuliefern fähig, bereit und in der Lage ist? Und Br’sl? Noch so ein unsicherer Geselle. Der Lula mag ja ganz verträglich sein und auch touristisch bestens erschlossen – wie bswp. das Ferienresort unserer Jogi-Buben. Aber was ist, wenn der Bolsonaro – Papa or son – wieder … nicht auszudenken. Seit diesem Jänner ist schließlich keiner mehr so sicher, der dem MAGA-Kaiser auf den Geist geht. Und. dann soll’s ja u.a. auch noch Ägypten geben. Klar, Hurghada wäre vom Strand her schon geeignet für unsere Rentner, aber was, wenn der Nachbar vermeint, ein, zwei Millionen unerträgliches ‚Tiergut‘ loswerden zu wollen? Dann . .. nicht auszudenken, ich sagte es schon. Und die Indo-Nasen …äh … Indonesen, na ja, das Reich der Millionen Inseln wär schon was, aber immer mit Stäbchen essen müssen und nur Reis statt Nudeln? Näh! Bleibt noch das Land der Winkekatze, genant Gsiii Pingh. Wenn man unseren üblichen Verdächtigen glauben schenken darf, Schiiina hat man tunlichest zu meiden. Vorallem das ausgewiesene Straflager Xinjiang, da kann man gleich ins KZ ziehen. Nach Tibet, nein – aber auch. Herrschaftszeiten, dort droht baldmöglichst Wiedergeburt und genau das will man doch vermeiden. Und sonst? Schaut man sich die Bilder an von Shanghai o.ä., da kann man gleich zuhause bleiben bzw. nach Mainhattan ziehen. Roberto wird das bestimmt bestätigen können.
Seien wir also doch noch einmal ehrlich, das mit Russland&Brics ein einziger – pardon – Furz! Zumindest für unsere Rentner und sonstige Hochbetagte. Und die ganzen Nochnicht-Rentner? Wird war nicht verlautbart, aber für die wird bereits alles mögliche getan – und sie spenden sogar mehr oder weniger freiwillig für die baldige Umsetzung – die Pläne für den Regime-Change – zumindest beim Bären und danach dem Drachen – deren jeweiligen Filetstücke sind bereits erkannt, bepreist und ausgezeichnet. Vonovia-Ost leckt sich bestimmt schon die Lefzen, der schwarzfelsige share-holder … aber das lasse ich mal lieber.
Im Artikel wird doch deutlich davor gewarnt, in den BRICS das Heilsversprechen zu sehen, wer hat also von Auswanderung gesprochen?
Man könnte die BRICS-Idee (Handel und Kulturaustausch treiben zum gegenseitigen Vorteil, bestehende Unterschiede in Lebensauffassung, Weltsicht etc aber nicht dazwischen kommen lassen bzw ruhig und tolerant darüber zu verhandeln und mal für einen Augenblick versuchen, sich in die Schuhe des Gegenüber zu versetzen) aber gut als Blaupause/Leitbild für das eigene Umfeld nehmen.
Ich glaube, es geht weniger/den Wenigsten um „Sehnsuchtsorte“ – und klar: Reisen bildet zwar, aber den revolutionären Durchblick hat niemand, auch keine Gruppe (zumal wenn sie offiziell herumgeführt wird). Es geht halt eher darum, mit Beobachtungen etwas beizutragen, ein Körnchen Sand oder eine Facette.
Zurück zu den BRICS: Es ist einfach schon interessant, dass es die gibt, als Möglichkeit auf günstigere Entwicklung für (bislang) in der Wirtschaft recht randständige Weltgegenden. Klar, geht es auch hier weniger um „Solidarität“ sondern halt um die Kohle, aber das ist ja spätestens seit 1989 mehr oder weniger globaler Konsens.
Und es ist sicher nicht das Schlechteste, wenigstens eine Alternative zu den Vorfeldorganisationen der „1. Welt“ zu haben, die da natürlich schon in erster Linie die eigene Zentrale im Blick haben, wenn es Kredite usw. geben soll (von anderen Vertretern dieser erlesenen Elite müssen sich die weniger Entwickelten dann immer wieder mal anhören, dass es bei ihnen ja auch arg autoritär zuginge und die Menschenrechte… ja, wenn man nachholende Entwicklung zu leisten hat, sieht es mehr nach Manchesterkap. aus, die arbeitende Bevölkerung hat es da schwerer, Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung, Urlaub oder besseren Sozialleistungen durchzusetzen (und das ist immerhin der Bruchteil an Leuten, der einen festen Vertrag usw. hat – der große informelle Sektor ist ja null abgesichert), da hören die Leute sicher recht oft: „Wenn es dir hier nicht passt, geh ruhig, draußen warten schon …. (setze eine nicht zu kleine zweistellige Zahl ein) darauf, deinen Job zu machen.“
Dass den Platzhirschen die neu erwachsene Konkurrenz lästig ist, verblüfft nicht, dementsprechend ist auch das Medienecho hier nicht allzu freundlich, dabei gibt es auch rassistische Untertöne, denn für den Globalen Süden hat man ja die Rolle als Lieferant für Rohstoffe aller Art vorgesehen (Öl, Gas, Erze, Seltene Erden, ungelernte (wenn sie es in die „1. Welt“ schaffen, oft auch illegale) und somit leicht ausbeutbare Arbeitskräfte), vielleicht auch als Urlaubsort.
Mir persönlich würde es schon reichen, wenn wir, als Westen, uns auf Handelsbeziehungen verlassen würden. Aber das Grundübel liegt wohl darin, dass JEDER ob Staat, Milliardär oder Bürger für nichts mehr bezahlen will.
Staaten nicht mehr für Rohstoffe, Milliardäre nicht mehr für Arbeitsleistungen und Bürger für nichts mehr.
Dann werden Staaten in Einflusssphären gezogen (ob sinnvoll oder nicht spielt keine Rolle), dann wollen Milliardäre und CEO’s an staatliche Gelder für Rüstungsprojekte und müssen sich keine großen Gedanken um die Führung und Entwicklung ihres Unternehmens machen und der Bürger mit Katastrophen überhäuft und oben gegen unten, schwarz gegen weiß ausgespielt damit man keinen Widerstand hat.
Putin ist sicher nicht der freundliche Mann von nebenan. Aber ich hatte angenommen, dann mit der Globalisierung jeder mit jedem handelt und wir alle davon profitieren.
Ich kleiner Naivling
Warum nicht: Ein politisches Machtzentrum EU, ein zweites BRICS, ein drittes Afrika.
Wäre das so problematisch?
Ein wirklich erstaunlicher Anfall von Selbstkritik. Herr De Lapuente beschreibt hier ein Phänomen, unter dem er selbst seit Jahren wie im Lehrbuch leidet.
Genau dasselbe Muster zeigt sich doch bei seinen Interviews mit Personen wie Patrick Baab und ähnlichen Akteuren. Da müsste Herr De Lapuente exakt dieselben Fragen stellen: Was „konnten“ und vor allem was „wollten“ diese Leute bei ihren Reisen in die besetzten Gebiete überhaupt sehen? Es sollte doch schließlich nicht genau so enden wie mit jenen Intellektuellen, die einst so schwärmerisch über Kambodscha schrieben.
Sicher, „Killing Fields“ wie damals in Kambodscha gibt es im Donbas vielleicht nicht, wohl aber eine äußerst verbreitete Einrichtung namens „Folterkeller“. Mit einem davon durfte ausgerechnet Russell Bentley — einer der wohl treuesten westlichen Propagandisten des Kremls — eine recht intime Bekanntschaft machen. Da er es jedoch nicht schnell genug schaffte, seinen eigenen russischen Kameraden überzeugend zu erklären, dass er „einer von ihnen“ war, war dieser Keller das Letzte, was er in seinem Leben zu sehen bekam.
Und wie die nachfolgenden Ermittlungen zeigten, war das für die beteiligten russischen Soldaten keineswegs ein exotischer Ausnahmefall, sondern schlicht ihr alltägliches Handwerk — bis sich eben herausstellte, dass ihnen DIESMAL kein gewöhnlicher Zivilist von den Straßen Donezks ins Netz gegangen war, sondern eine echte VIP-Star-Figur der Kreml-Propaganda.
Sobald es um deutsche oder westliche Politik geht, wird mit großem Eifer jede auch nur ansatzweise vorhandene Kompetenz oder ehrliche Absicht abgesprochen — es sei denn, sie kommt von den gewohnten Randgruppen im eigenen Spektrum. Geht es dagegen um Russland, schaltet Herr De Lapuente blitzschnell in den Modus des tiefen Verständnisses: „Na ja, Putins Handlungen müssen doch irgendeinen Sinn ergeben, selbst wenn ich ihn nicht verstehe. Man sollte ihn nicht kritisieren, sondern versuchen, seine Motive zu begreifen.“
Es wäre fast rührend, wenn Herr De Lapuente auch nur einen Bruchteil dieser schier unendlichen Toleranz, Geduld und Empathie gegenüber der eigenen Regierung aufbringen könnte.
Besonders bemerkenswert ist seine Formel, Russland kämpfe im Grunde mit den „gleichen Problemen“ wie der Westen, es sei dort eben lediglich „anders“.
Dieses „anders“ bedeutet in der Praxis schlicht folgendes: Als Chefredakteur eines stramm oppositionellen, systemkritischen Magazins säße Herr De Lapuente in Russlands Realität schon längst im Exil, im Straflager oder läge mit einem Schuss im Hinterkopf im Treppenhaus — ohne Wenn und Aber.
Stattdessen sitzt er entspannt auf seinem Frankfurter Sofa, genießt den vollen Schutz eben jener freien westlichen Grundordnung, die er täglich kritisiert, und erinnert uns seit Jahren nonchalant daran: „Ach kommt, wir dürfen Russland doch nicht demonisieren, bei uns ist es schließlich auch alles ganz schlimm.“
Ja, das Leben im „verrotteten Westen“ muss unerträglich sein — man muss sich nur im Gegenzug die Verhältnisse im BRICS-Raum vor Augen führen: In Brasilien und Mexiko gehören polizeiliche Militäreinsätze mit Panzerfahrzeugen gegen die organisierte Kriminalität seit Jahrzehnten zum Großstadtalltag. Südafrika kämpft mit Mordraten, die im internationalen Vergleich schwindelerregend sind. In China sorgt die Große Firewall für digitale Totalüberwachung, und in Russland reicht schon ein „Gefällt mir“ in den sozialen Netzwerken für eine mehrjährige Haftstrafe. Von der massiven sozialen Ungleichheit in Indien ganz zu schweigen.
Unzählige Menschen in den BRICS-Staaten würden zweifellos vieles darum geben, einmal jene „Probleme“ zu haben, über die Herr De Lapuente und Teile seiner Leserschaft so unentwegt klagen.
Aber das Credo bleibt wohl: „Hauptsache, nicht so wie im bösen Westen.“ — und das, obwohl Publikationen wie Overton überhaupt nur im Ökosystem des westlichen Kapitalismus existieren und von dessen Meinungsfreiheit profitieren können. Eine interessante Ironie.
P.S.: Was die funktionierende Solidarität unter den BRICS-Partnern angeht: Beim Gipfel in Südafrika zog es Putin bekanntlich vor, gar nicht erst persönlich anzureisen. Pretoria hatte recht unmissverständlich durchblicken lassen, dass man den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs durchaus ernst nimmt und vor Ort vollstrecken müsste. Soviel zur praktischen BRICS-Brüderlichkeit.
„Es wäre fast rührend, wenn Herr De Lapuente auch nur einen Bruchteil dieser schier unendlichen Toleranz, Geduld und Empathie gegenüber der eigenen Regierung aufbringen könnte.“
Lesen Sie die Artikel hier, um „gerührt“ sein?
Ansonsten schauen Sie doch einfach „Tagesschau“ oder „heute“ oder lesen Sie „FAZ“ etc. Danach lesen Sie wieder „Overton“ et al. und danach, als Krönung sozusagen, kommt der letzte Teil: vergleichen, analysieren, selbständiges Denken.
Diesen letzten Teil sollte man m.E. niemandem, auch nicht Herrn Lapuente, überlassen.
Etwas unterkomplex, immerhin geht eine ca. 500jährige ‚Erfolgsgeschichte‘ langsam ihrem Ende entgegen, deren Rezept eben lautet(e):
„Unterwirf an allen nur möglichen Orten alles, was dir in die Quere kommt, beute aus, versklave, bringe notfalls auch Leute um, zumal zur Abschreckung. Mal lassen wir den anderen ihren (Aber-)Glauben, mal drängen wir ihnen den unsrigen auf. Je weiter weg, desto besser. Natürlich brauchst du (minderberechtigte) Partner, eigentlich eher Statthalter, vor Ort, egal, ob das Ding nun „Kolonie“ heißt oder eine eigene Fahne/Hymne (bekommen) hat. Sprich vom „wahren Glauben“ und der „Zivilisation“, oder moderner von „Menschenrechten“ und (natürlich, denn darum geht es eigentlich) von „freiem Handel“. Achte aber stets darauf, dass die Marginalisierten die Rohstoffe liefern, die ewige Filiale, du bist das Zentrum und die Krone der Menschheit – daher hast du das Recht auf das große Geld (bzw. auch hier wieder: deine traditionell reichsten und mächtigsten Leute, für die Subalternen aber fällt schon auch noch was ab, zumindest in den ganz fetten Jahren). Du stellst die teuren Endprodukte her, die Wertschöpfung bleibt hier. Kicke möglichst alle Leitern weg, die du für deinen Aufstieg genutzt hast, verbrenn die überschrittenen Brücken (damit niemand anders auch drübergeht), sei zynisch und heuchlerisch zugleich, preise die bei dir – nicht zuletzt dank der Ausbeutung – herrschenden Verhältnisse, ermahne die Armen, nicht so rückständig und autoritär regiert zu sein. Wenn jemand an der ‚Peripherie` wider Erwarten trotz aller Hemmnisse doch erfolgreich ist, versperrst du ihm den Weg zum Weltmarkt am besten mit Menschenrechtsschildern – fordere genau das ein, was du selbst über Jahrhunderte in aller Welt komplett missachtet hast. Lass aber nicht zu, dass man auf diese Geschichten Bezug nimmt – schließlich haben sich die Zeiten geändert, die sind ja jetzt unabhängig, ihres eigenen Glückes Schmied und alles findet auf, äh, Augenhöhe statt.“
Und so weiter.
Wenn einiges davon aufgebrochen ist, MUSS niemand auswandern oder das toll finden – allerdings ist Selbstbeweihräucherung unangebracht und das Ausblenden von Zusammenhängen führt nicht wirklich weiter.
Was das bessere System ist?
Hier mal eine kleine Ausführung zum ‚Zockersystem‘,
es ist von Wetten die Rede, auch: Glücksspiel.
https://www.youtube.com/watch?v=wZaYyNAXHK4
Dass auch daran ‚Killing Fields‘ hängen,
wenn auch nicht direkt formuliert, erschließt sich, wenn man die Geschichte kennt.
Da könnte an dann noch die Zahl der Toten gegeneinander aufrechnen.
(ob gescheiterte Lebensentwürfe dazu zählen weiß ich nicht, oder nur die Blutopfer)
„Die große Chance auf eine bessere, eine gerechtere Welt sollte man nicht an BRICS, Russland oder Putin festmachen. Wer das tut, geht Schlussfolgerungen auf den Leim, die ideologisch eingefärbt sind.“
Sicherlich sollte man das nicht „romantisieren“, außerdem ist das Geschichte. Die Geschichte kann man nicht ändern, man kann nur daraus lernen, wenn man daraus lernen will.
Bleibt am Ende dann aber die Frage: An wen oder was sollte man die große Chance auf eine bessere, eine gerechtere Welt dann festmachen? An den Vereinten Nationen, der grünen „Präsidentin“ der UN-Generalversammlung, an einem „neuen“ Jesus Christus, an der Maxime von Kant und/oder der Vernunft des Homo sapiens?
Das Zeitalter der Aufklärung ist vorbei, Jesus ist schon lange tot und die Vereinten Nationen sind ein Tiger aus Papier 🧻🐯.
Die DDR war zweifelsohne weder ein demokratisches noch ein gerechtes Land. Das gilt auch für die anderen ehemaligen Staaten des sogenannten „Ostblocks“ aka „Warschauer Pakt“. Aber diese Staaten mit ihrer „sozialistischen“ Planwirtschaft waren eine Alternative, wenn auch keine gute.
Seit dem Fall der innerdeutschen Mauer 1989/90 und der „Wende“ aka „Kehre“ gibt es im Wertewesten und global nur noch eine Alternative und das ist der ungezügelte neoliberale Kapitalismus 💰 💳💲 🏦 ⚔️🪖 💣 🚘 ✈️ 🛳️ 🛒 der USA mit dem billionenschweren „superreichen“ AfD-Sympathisanten Elon Musk an der ökonomischen Spitze. In den USA bestimmt der „militärisch-industrielle Komplex“ (MIC), wo es ökonomisch, sozial und gesellschaftspolitisch lang geht. Das gilt aber nicht nur innenpolitisch. Am US-amerikanischen Wesen soll die globale Welt genesen.
Zu den BRICS-Staaten gehören auch Russland und China, also jene zwei großen Staaten, mit denen das US-Imperium eine direkte (militärische) Konfrontation scheut und allenfalls Stellvertreterkriege führt, den andere Staaten vor allem die Bürger in Deutschland mit „Sondervermögen“, Erhöhungen der indirekten Steuern, Rentenkürzungen, Kürzungen bei der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, Kürzungen bei der Bildungspolitik und anderem Sozialabbau bezahlen.