
502 Tage ist Friedrich Merz am heutigen Sonntag im Amt. Sollte man ihm heute kein Vertrauen aussprechen, ist die Geschichte eines programmierten Scheiterns geschrieben. Falls doch – dann auch.
Im Dezember 2018 – Friedrich Merz war gerade mal anderthalb Monate vorher von BlackRock zurück in die Politik gewechselt – attestierten dem Sauerländer 63 Prozent der Bürger (78 Prozent der CDU-Anhänger) kompetent in Wirtschaftsfragen zu sein. Sechs Jahre und eine Pandemie später dämmerte die vermeintliche Wirtschaftskompetenz, die man Merz seit vielen Jahren nachsagte: Nur noch 44 Prozent der Bundesbürger hielten ihn für fähig, eine bessere Wirtschaftspolitik zu machen als der damalige Bundeskanzler – ein Mann von den sozialdemokratischen Gesinnungsfreunden. Im August des letzten Jahres, Merz war seit wenigen Monaten Bundeskanzler, trauten noch 36 Prozent seiner Regierung eine wirtschaftliche Wende zu. Ein Jahr später, im August dieses Jahres, lag das Vertrauen in Wirtschaftsfragen nur noch bei 27 Prozent.
Friedrich Merz‘ Rückkehr in die Politik wurde kampagnenhaft aufgezogen. Als er im Oktober 2018 den Schritt zurück vollzog, wurde er mit Vorschusslorbeeren bedacht und als potenzieller Erlöser einer Union vorgestellt, die unter der amtierenden Bundeskanzlerin längst ihr konservatives Profil verloren hatte. Friedrich Merz galt als Messias, der der Union neue Konturen verleihen würde – konservative Konturen wohlgemerkt. Denn schließlich sei er als wertekonservativ einzuordnen. Und da er aus der Wirtschaft kam – nun ja, wenn BlackRock denn Wirtschaft im klassischen Sinne sein soll –, erklärte man den Bürgern nun, hier käme ein wahrer Könner zurück. Diese Rückkehr vor acht Jahren gründete auf fatale Fehleinschätzungen – oder sagen wir wahrheitsliebender: Die mediale Kampagne baute darauf, dass die Bevölkerung diese kalkulierten Fehlinterpretationen zu seiner Person für bare Münze nimmt. Eine Weile tat sie das dann auch.
Liberal und neoklassisch: Merz, der Blender
Vorgestellt wurde der Rückkehrer Merz als Heiland. Er würde die Union – längst zu einem Sammelsurium devoter Herren verkommen, die der höchsten Matrone im Lande willfährigen Applaus spendeten und angeregt nickten, wenn ihr danach war – durch die bloße Energie seiner konservativen Potenz retten. Dieser Merz, er galt als konservativer Erneuerer, als Mann, der nur dazu geboren wurde, die Christdemokraten wieder auf einen Kurs zu bringen, der ihnen traditionell zusteht. Er war das Profil, das sich längst abgenutzt hatte. Nach links war die Partei unter Muttern gerutscht – nicht wirtschaftspolitisch, man sonnte sich im Wohlstandsglück, das der Niedriglohnsektor versprach und rettete südliche Urlaubsländer kraft Dreiergespann. Jenes setzte sich nur offiziell aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank sowie dem Internationalem Währungsfonds zusammen – in Wahrheit bestand die sogenannte Troika allerdings aus Merkel, Schäuble und einer schwäbischen Hausfrau, die namentlich ungenannt bleiben wollte.
Gesellschaftspolitisch wusste die Hosenanzügliche jedoch einen Schwenk ins Linksliberale zu verursachen. Unter ihr suchte eine ganze Partei neue Wertevorstellungen – nicht wenige fanden dabei allerdings nur ihr Parteibuch, das sie prompt beim Kassenwart abgaben. Eine heute zeitgenössische Partei, die in manchem Bundesland das ist, was die Union einst war, eine Volkspartei nämlich, ist das ungewollte Kind jener Entwicklung innerhalb der Union. Die Bundeskanzlerin war gesellschaftspolitisch einer Agenda auf dem Leim gegangen, die einen universellen Weltgeist beschwor – noch beschwört – und der das Stadtbild überall in der westlichen Welt maßgeblich verändern sollte. Sie war damit zur ersten Kulturkämpferin in der Bundespolitik aufgestiegen.
Für die in ihrer Partei, die mittlerweile schon neidvoll zu den Sozialdemokraten herüberlugten, waren die schließlich so herrlich konservativ in manchen Bereichen, musste ein Erlöser her. Jemand, der die Regentschaft der Herrin beendet und die Union endlich zurückführt in konservative Bahnen. Friedrich Merz wurde auserwählt, BlackRock ließ ihn selbstlos ziehen. Das war das erste große Missverständnis. Denn Friedrich Merz war nie ein Konservativer. Der Mann war stets ein karrieristischer Liberaler, um Wertevorstellungen ging es ihm nie – ein schlanker Staat, der sich die Schwäche eines Sozialstaates nicht weiter leisten sollte, schwebte ihm vor. Tradition, die eigentlich von Konservativen bewahrt wird, spielt für ihn auch eine Rolle, wenngleich eine negative: Sie stört, sie hindert Menschen zuweilen daran, Verfügungsmasse für den Arbeitsmarkt zu sein. Anfang des Jahrhunderts saß er noch in Fernsehstudios und übte Druck auf die reformistischen Sozialdemokraten und ihren grünen Mehrheitsbeschaffern aus: Ihm ging der größten Sozialkahlschlag in der Geschichte der Bundesrepublik, umgesetzt von »den Linken«, noch nicht weit genug. Entwurzelung, Flexibilität genannt, forderte er. Alles musste sich nun ändern. Was daran war, was daran ist konservativ?
Unsympathisch und überheblich: Merz, der Ungeliebte
Nun gibt sich das Land – der Teil, über den man liest, der andere Teil des Landes wird beschwiegen – gar überrascht, weil der Erlöser der Union, der er nach seiner Rückkehr von BlackRock im Jahr 2018 noch einen längeren Anlauf brauchte, doch so gar nicht die Herzen der Bürger anspricht. Unbeliebt sei er – so sehr wie nie in seiner Amtszeit. Noch kein Bundeskanzler sei so verschmäht worden. Nicht mal sein Vorgänger, ein längst vergessener Mann namens Otto Schulz oder so ähnlich. Und den mochte schon keiner – das hat man wiederum nicht vergessen. Man möchte die, die sich jetzt wundern oder betroffen sind, fragen: Na und? Was ist denn neu an der Nachricht, dass Friedrich Merz nun ganz gewiss nicht geliebt wird? Gab es denn je eine Zeit, in der dem verkniffenen und donquijotesken Schlaks aus dem Sauerland die Herzen zuflogen?
»Kaum Bedauern« habe es ausgelöst, als Friedrich Merz 2004 ankündigte, nicht mehr für das CDU-Präsidium kandidieren und überdies den Posten als Fraktionsvize weiterführen zu wollen. Schon damals galt er als verbittert und man glaubte, in ihm gäre es – die Bestürzung hielt sich daher in Grenzen. Etwas mehr als fünf Jahre danach – im Januar 2010 –, Merz zog sich nun ganz aus der Politik zurück, dieselben Vorwürfe an seine Person: Verbittert sei er. Er ging denen »auf die Nerven, die es gut mit ihm meinten«. Schon 2002 sah die Zeit in Merz einen Besserwisser; selbst die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung beschreibt den Mann in einer umfassenden Vita an einer Stelle mit diplomatischer Zurückhaltung als »eine Spur zu überheblich«. Merz weist seit Wochen miserable Beliebtheitswerte aus, aber schon 2003 schnitt er im Vergleich zur politischen Konkurrenz schlecht ab – dabei war er medial dauerhaft präsent, was rückblickend eher kontraproduktiv für sein Image gewesen sein dürfte. Einer wie Merz müsste sich rarmachen, einen wie ihn versteckt man besser.
Der Sauerländer galt zu keiner Zeit als jemand, den man sympathisch finden könnte. Ihm fehlte Esprit, der Schuss Lockerheit, ein Sinn dafür, mit Menschen unbefangen ins Gespräch zu kommen. Sicher, dies haben andere auch nicht vorzuweisen. Bei Merz kommt aber immer auch etwas Linkisches dazu, seine ganze Körperhaltung versetzt schon in Habachtstellung. Wie es guter Brauch in der Berliner Republik ist, so hat man die aktuelle Krise dieses Herrn und seiner Regierung mit dem Schlagwort des Vermittlungsproblems erklären wollen – aber das Vermittlungsproblem ist der Kanzler selbst. Ihm nimmt man wenig ab, weil es so schwerfällt, ihm auch nur im Ansatz sympathisch finden zu können. Stattdessen punktet er mit Überheblichkeit und Arroganz – mehrfach hat man das zuletzt bewundern dürfen. Ob krebskranke Frau, die er vor der Kamera rund macht, oder diese schrille Kinderärztin, die natürlich ihre Aufmerksamkeitsagenda bedient, aber selbstverständlich das Recht haben sollte, harsche Kritik üben zu dürfen: Nie stiehlt sich Merz sympathisch aus der Affäre, immer hat er was Spießiges an sich, er wirkt dann wie der Rentner, der den ganzen Tag am Fenster sitzt und Falschparker notiert.
Unfähig und weinerlich: Merz, der (Selbst-)Überschätzte
Man erwartete zu viel von ihm, als man anstrebte, ihn zum Kanzler zu machen, der bei den Bürgern naturgemäß gut ankommen sollte. Das entspricht so gar nicht seinem Wesen, bricht mit dem, was ihn seit vielen Jahrzehnten ausmacht. Kein Wunder also, dass er so dünnhäutig wurde im Laufe der 502 Tage seiner Amtszeit. Wenn jemand dauernd gegen sein Naturell wirken soll, muss man doch emotional in Schieflage geraten. Dieser Friedrich Merz hat schlussendlich der Larmoyanz ein neues Format gegeben. Seine Amtsvorgänger warben im Laufe der bundesdeutschen Geschichte immer wieder für Contenance – ein Bundeskanzler habe auszuhalten, etwas zu ertragen. Aber Merz brach diese Haltung auf, er gab sich gerne weinerlich. So schwer wie er, habe es noch kein Kanzler gehabt, jammerte er. Warum macht er es sich denn nicht leichter? Ein Schritt zum simplify his life wäre es, das Fass ohne Boden, das sich Außenpolitik nennt, neu auszurichten. Lieben würde man ihn dafür nicht – aber ein bisschen Respekt würde mancher für ihn sicherlich aufbringen können.
Er veränderte seinen Ansatz jedoch bekanntermaßen nicht, seine Antworten fielen eindeutig aus: Nun unterstütze man die Ukraine noch stärker. Denn in der Ukraine ginge es um alles für Deutschland. Während die Beliebtheitswerte in Deutschland ins Unkenntliche schrumpfen, liebt man ihn in der Ukraine. Und man hat den Eindruck, dass er das osteuropäische Land leidenschaftlicher unterstützt, desto mehr Sympathie die Ukrainer für ihn hegen. Alles nur ein unbeholfener Schrei nach Liebe? Sicher nicht, aber wieso sollte es einem eitlen Menschen nicht auch zusprechen und zusätzlich motivieren, wenn er doch mal und entgegen all seiner Erfahrungen angeschmachtet wird?
Der Leidenskanzler zeigte den Deutschen, dass auch er nur einer von ihnen ist: Ein Mensch, der Gefühle hat – verletzte Gefühle. Man hatte den Eindruck, dass sein Jammer der Ansatzpunkt war, den Menschen zu zeigen, dass er kein gefühlskalter Apparatschik und roher Klotz des Finanzkapitals ist, sondern eine menschliche Kreatur, die empfindsam ist. Aber statt für andere zu empfinden, Empathie an den Tag zu legen, empfand er lieber für sich selbst. Sein Mitleid richtet sich nicht an ukrainische junge Männer, deutsche Pendler oder flaschensammelnde Rentner: Er hebt es für den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland auf. Der tut ihm ganz besonders leid. Viele haben ihn in den letzten Jahren überschätzt, machten ihn gar zum Kanzlerkandidaten und später zum Kanzler. Sahen sie nicht, mit wem sich Merz wirklich beschäftigt, wer ihm wirklich am Herzen liegt? Kritik nimmt er daher immer persönlich, sie tastet das Selbstbild an, das er von sich hat. Hat er nicht auf Jahre darauf hingearbeitet, endlich ins Kanzleramt einzuziehen? War ihm dieses Schicksal nicht aufgesetzt? Wer, wenn nicht er? Und nun kommen aus allen Ecken belästigende Kritiker, überwältigende Mehrheiten entziehen ihm ihre Sympathie: Ja, was glauben die denn? Es ist das Amt, dem er entgegenstrebte – sein Amt. Wittert Merz einen nationalen Komplott gegen ihn, den Unvermeidlichen? Kein Selbstüberschätzter vor ihm hatte es je so schwer – so viel ist sicher.
Über 9.000 Tage gelauert – in 502 Tagen gescheitert?
Alles führte auf ihn zu. Selbst als er aus der Politik ausgeschieden war, als er acht Jahre lang in den üppigen Führungsetagen jener globalen Investmentgesellschaft unterkam, konnte man ihn noch für unausweichlich betrachten. Die Union unter der Eisernen Kanzlerin war längst entkernt, wer auch nur feinste Linien eines Profils besaß, wurde kaltgestellt – sie verstand ihre Partei stets als Zustimmungsorgan. Die Frau hielt ihren Laden sauber, biss alle weg, die ihr gefährlich werden konnten. Wer aus der Riege der Verbliebenen sollte ihr nachfolgen? Dass es dann zunächst Armin Laschet wurde, nicht der Rettungshelfer Merz, war nicht verwunderlich – wie gesagt, kaum jemand konnte ihm je etwas abgewinnen, seine eigenen Leute mochten ihn eher nicht. Aber dann kamen sie doch nicht an ihm vorbei. Wäre Laschet 2021 Kanzler geworden, die Unvermeidlichkeit des Friedrich Merz wäre vermutlich endgültig beerdigt worden. Laschet hätte nicht lachen dürfen, meinen Sie? Doch, natürlich – Lachen war noch nie ein Problem, auch nicht im Aartal nach der Flut. Hätte er lediglich gelacht, davor aber nicht mehrmals betont, wie wichtig die Kooperation mit Russland für die deutsche Zukunft bleibe, dann hätte es der Rheinländer ins Kanzleramt geschafft – aber diese Äußerungen forderten eine Kampagne gegen seine Person heraus. Kanzler wurde ein heute immer noch vergessener Mann: Otto Schulz – vielleicht hieß er auch Schulze, die Geschichtsschreibung ist sich nicht einig, zu viel geriet in Vergessenheit.
Das Kind war schon in den Brunnen gefallen, Laschets Werte sanken in den Keller und die Union musste damit rechnen, in die Opposition zu gehen. Dort bereitete Friedrich Merz dann das vor, was kommen musste. Er wartete auf das Regierungsversagen und wusste, nun endlich schlägt seine Stunde. Schon im Februar 2001 meldete er erstmals Interesse an. Der junge Gerhard Schröder soll eines durchzechten Abends an den Gittern des Bonner Kanzleramtes gerüttelt und geschrien haben, dass er da rein wolle – nicht als Eindringling, sondern als gewählter Regierungschef. Das tat Merz nie, er rüttelte nicht, er meldete nur arrogant Ansprüche an. Und das schon recht früh. Zur damaligen Zeit unterschätzte er seine Kontrahentin noch – Merz verbitterte, wie wir gesehen haben. Über 9.000 Tage lebte er von da ab mit der Idee seiner eigenen Kanzlerschaft. 9.000 lange Tage, in denen er glaubte, dass es nur einen geben kann? Alle anderen, die dazwischen im Kanzleramt hockten, waren nur Usurpatoren? Vermutlich hatte keiner vor ihm eine so lange Aufwärmphase zur Kanzlerschaft. Das musste doch einfach gutgehen, lange redeten ihm gesonnene Medienleute der Öffentlichkeit ein, der Mann habe Expertise, sei Staatsmann durch und durch, nur er könne es nun stemmen. Bis die Wirklichkeit alle einholte. Die hohe Qualifikation des Herrn Merz: alles nur heiße Luft.
Für einen wie ihn ist das bitter. Ein Lebenstraum bricht zusammen. Merz stümpert mit seiner Regierung vor sich hin, verschlimmert die nationale Situation noch und auf Gegenliebe stößt er auch immer weniger – nicht mal in den eigenen Reihen gibt es hohen Zuspruch. Heute soll er vor dem Präsidium seiner Partei vorsprechen, er will für Vertrauen werben. Oder besser gesagt: Er möchte es auffordern, sich geschlossen hinter seine Person zu stellen. Der Ausgang ist ungewiss. Präsidien haben allerdings die seltsame Eigenart, die Wirklichkeiten grundsätzlich falsch einzuschätzen – daher kann es durchaus passieren, dass Friedrich Merz weiterhin im Amt bleibt. Für eine nächste Weile. Wie die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und die Senatswahlen in Berlin ausgehen, dürfte unerheblich sein für diese Personalie. Beschädigt ist er jedoch seit langem. Ganz egal wie es heute ausgeht. Sollte er bleiben, könnte sein Machttrieb, der ihn nicht aufgeben lässt – er will endlich geliebt werden! –, zu einem Ernstfall für Deutschland werden. Die Alternativen, die sich bieten, sind jedoch der Rede nicht wert. Weiterhin ist die Partei ein Kader blasser Köpfe, der wenig Staatsmännisches zu bieten hat. Und sollte es Hendrik Wüst werden, bekennender Fanboy der Mütterlichen, dann wird wohl der Tag kommen, an dem die ersten rufen werden: Wir wollen unseren Friedrich wieder! Und dann sitzt der Mann irgendwo in einem Aufsichtsrat, verdrückt sich eine Träne und flüstert leise: Sie haben mich halt doch gemocht.
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«Politik ohne Angst. Politik mit Mut – das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten. Und wenn sie sich behaupten sollen, dann müssen wir bereit sein, die Weichen richtig zu stellen. Auch da sind wieder Widerstände zu überwinden. Es sind wieder Prioritäten zu setzen. Ist dem Wichtigen der Vorrang vor dem weniger Wichtigen zu geben.» Angela M., 2005
Garnix mit Scheitern, der hat die Agenda entscheidend vorrangebracht:
man lese obigen txt von Frau M. und vergleiche mit Merz seinen Worten (Link unten) – ich sehe NULL widerspruch in dem was er tut, und dem was sie damals ankündigte.
https://t.me/auf1tv/21347
ps: nachdem wir ihren hirnrissigen Plot der 2½ Drohen von LE nicht glauben wollen, Gerüchtet es: sie sind in purer Panik ihres davonschwimmenden Endsieges wegen – d.h. die werden eine richtig fette Nummer inszenieren, um uns in Schockstarre zum finalen Suizid zu verleiten –
Das der Mann zurück treten wird, bei negativem Bescheid seiner Pseudo-„Vertrauensfrage“, will ich erst noch sehen.
Ich halte den Mann auf seinem Stuhl für quasi festgeschweißt!
Andererseits hat doch jeder, aber wirklich jeder halbwegs politisch gebildete Mensch vorher gewusst, was mit Herrn Merz als Kanzler zu erwarten steht, oder nicht?
Und fehlende wirtschaftliche Kompetenz bei dem Mann festzustellen, ist kein Kunststück, das war doch von vornherein vollkommen klar!
Jeder Apologet des Neo-Liberalismus zeigt mit seiner Haltung per se schon, das er von Wirtschaft keine Ahnung hat, da muss man doch nur Flassbeck, Stiglitz und Pickety lesen um das zu wissen!
Und seit wann denn haben wir bei unserem politischen Juristenstadel Kompetenz gesehen? Aber doch wohl schon lange nicht mehr!
Und den Herrn Merz werden wir so schnell nicht los, fürchte ich!
Auch ich habe mich blenden lassen – von Merkel.
Als sie damals Merz abgesägt hat, war ich überzeugt: Das hat sie nur zum Zwecke ihres eigenen Machterhalts getan, so wie sie Wulffs Bundespräsidentschaft orchestriert und Brüssel als Endlager für von der Leyen bestimmt hat.
Davon bin ich weiterhin überzeugt, aber ich habe gedanklich zu kurz gegriffen: Merz „kann es“ tatsächlich nicht. Ich wurde geblendet – weniger von Merz als vielmehr von Merkels Kabale.
Als Merz zurückkam, dachte ich mir dann: Endlich bekommt er seine Chance. Endlich wird die CDU wieder konservativ, so dass das unselige Amalgam von konservativ bis völkisch-national der AfD wieder aufgelöst wird, endlich gibt es wieder eine wählbare rechte Alternative als Gegengewicht zu all den „Linken“, die längst mehr links, sondern im real existierenden Sozialismus angekommen sind.
Pustekuchen. Ich habe es noch vor der Bundestagswahl bemerkt, als Merz kurz rechts geblinkt und sich dann zur Brandmauer bekannt hat. Was sollte das anderes bedeuten als „weiter so“ unter SPD-Kontrolle?
Viele andere blieben naiv und haben den Blender gewählt. Jetzt können wir dem Stromberg der Politik dabei zusehen, wie er an seiner vollkommenen Überforderung sehr öffentlich zerbricht.
Merz wird nicht freiwillig gehen – er wird gestürzt werden von einem Nachfolger, der das Politik-Geschäft stabiler beherrscht als der Mann, den Blackrock sich eine zeitlang als Dauerunterhalter für die Vorstandsfirmenfeier gehalten hat. Parteipolitisch fähiger – keine bessere Politik.
Merz ist eigentlich eine tragische Figur wie aus einem klassischen Theaterstück. Sie soll kein Mitleid, sondern Erkenntnis über die eigene Moral beim
Publikum erzeugen.
Für eine tragische Figur fehlt ihm die Voraussetzung. Er scheitert ja nicht an den Umständen, sondern an sich selbst. Dass er überhaupt in dieses Amt gekommen ist und sich dort festkrallen kann, liegt nur daran, dass es in diesem christlichen Kanzlerwahlverein einfach sonst niemanden gibt, der ernsthaft in Frage kommt.
Dieses Problem ist allerdings ein parteiübergreifendes.
@ Heribert, ach Heribert ? die SPD links?
Wann ? Wo ? Im vorigen Jahrtausend ?
79 81 84 87 90 93 96 99 Was siedet in
Ihrer Wanne ?
Die CDU hatte noch nie viel mehr als Bossem Bonzen, BeamtInnen, ok noch katholische Kirche, Europa und NATO! Heute kommt noch extremer Hass auf Bedürftige und Ukraine dazu!
Wer kann eigentlich Union wählen? Katholische Würdenträger, paar evangelische vielleicht auch, reiche ErbInnen, BeamtInnen, OffizierInnen, VertreterInnen der Waffenindustrie, dann war es das schon! Volk lernt es nicht!
Merz liberal? Was möchte er privatisieren? Wo möchte er stellen für BeamtInnen einsparen? Nur blablablabla
Fairerweise SPD thematisch natürlich immer stärker als Konservative, die neue Gängelung gegenüber Arbeitslosen obliegt aber ihrer Lieblingsbehörde!
Naaja.
Ein Kanzler (Geschäftsführer) wird selten geliebt. An erster Stelle muss man sich als solche(r) Respekt verdienen.
Und Respekt für einen Lügner, der schon einen Tag nach der Wahl das genaue Gegenteil von dem verkündet, was er zuvor den Menschen erzählte? Never Ever.
Das er anderen (Damen und) Herren dient, als dem Land ist nicht zu übersehen.
Es wäre mit dem Billionen Euro dicken Portemonnaie und ein wenig Willen zu Frieden und Wohlstand für alle, für ihn einfach gewesen erfolgreich zu sein. Er hätte zunächst nur seine Reden von Gestern umsetzen und etwas Pragmatismus im Fall des großen Nachbarn im Osten an den Tag legen müssen.
Man muss Russland ja nicht lieben, sollte aber die Realität anerkennen, das man sich mit dem Nachbarn irgendwie auch mal arrangieren und am besten auch mal mit ihm Sprechen muss.
Er aber (so hat es den Anschein) frönt offenbar von Opa vermittelten Revanchegelüsten gegen den Erzfeind (Zitat Wadephul), und will dem Nachbarn am liebsten das Haus anzünden oder wenigstens zerstückeln.
Das ihm dazu eigentlich die Mittel fehlen ist ihm offenbar Egal. Und so zieht er noch andere mit ins Unglück.
Er ist ja nicht der einzige Deutschland-Saboteur in der CDU. Es scheint als wimmele es dort nur so davon. Die ganze Partei ist eigentlich unwählbar geworden. Und wer nicht völlig Blind ist, dem dürfte die Erkenntnis nicht allzu schwer fallen, die blaue Alternative ist nur eine recycelte CDU/CSU der 90er und frühen 2000er.
Was ihm im Rückblick sicher nicht verziehen werden wird ist, die Rotgrüne Agenda nicht etwa wie angekündigt gestoppt und wenigstens teilweise rückabgewickelt, sondern gar intensiviert zu haben. Verbunden mit einer desaströsen Außenpolitik ohne Selbstachtung. Schlimmer gar, als unter der besten Außenministerin aller Zeiten & einem gewissen Hr Schulz.
Er ging für die Kanzlerschaft den Weg des geringsten Widerstands und wird die Quittung erhalten. Wollen wir hoffen, das er nur allzu bald von eine(m/r) fähigen Kanzler/in abgelöst wird. In der Union sehe ich so jmd allerdings nicht
Von Sympathie kann man bei einem Menschen wie ihm wohl nie mehr reden. Respekt aber, den hätte er sich wie auch andere zuvor, eigentlich verdienen können.
Weiss jemand, weshalb der Anti-Spiegel nicht erreichbar ist? Die Frage hat zwar nichts mit dem Artikel zu tun, aber vielleicht weiss jemand mehr?
die Redis Fehlermeldung deutet darauf hin dass die Server Software disfunktional ist.
Sie Server hardware scheint doch zu laufen. Könnte natürlich gehakt worden sein.
@Theo Noestonto
Vielleicht weil Röper als Wahlbeobachter wegen der Dumawahlen auf Reisen ist, deshalb soll diese Woche auch Röper und Stein (Tacheles) ausfallen, so Röpers Aussage im letzten Tacheles.
„die Redis Fehlermeldung deutet darauf hin dass die Server Software disfunktional ist.
Sie Server hardware scheint doch zu laufen. Könnte natürlich gehakt worden sein.“
Danke für die umgehende Rückmeldung!
Merkels größter aber auch einziger Erfolg war Merz – zum Wohle des Landes aber auch seiner selbst – während ihres Amtsunwesens von der Macht fernzuhalten! Wie die Gegenwart beweist hatte sie Instinkt!
Nr2:Sollten die einzigen Probleme die fehlende Verbindlichkeit, das Auftreten oder ein Mangel an sympathischem Auftreten sein, dann ist dies hinnehmbar, denn wirtschaftlich läuft’s so wie es soll: perfekt-zwar nicht für alle; aber das steht auf einem anderen Blatt.
•“Die mediale Kampagne baute darauf, dass die Bevölkerung diese … für bare Münze nimmt.“
Dieser kleine Nebensatz sollte das eigentliche Thema sein, da (unabhängig vom jeweiligen Inhalt/Ziel) die „Bevœlkerung“ die berechenbarste und zuverlässigste Konstante „im Annehmen“ ist.
Selbstständiges (selbst+ständig)Denken ist ein Automatismus, der nicht abtrainierbar ist – allerdings nur zum Einsatz kommen kann, wenn diese Fähigkeit inkl. sozialer Kompetenz und einem Mindestmaß an Verantwortung/Verantwortlichkeit auch jenseits des eigenen „ich will“ erworben wurde und dadurch angewandt werden kann.
Merz, Kanzler 2. Wahl, Unbeliebster aller Zeiten, dafür aber der beliebteste deutsche Kanzer – in der Ukrain ä (kein Typo).
d.h.: wir tauschen, Elendsky kommt nach Berlin, der ersetzte nach Kiew. und das geile der neue muß noch nichteinmal gewählt werden !!
i (Herz) Dmocracy
17 Cent-Merz wird nicht zurücktreten! Er wird sich an die Macht klammern bis zum Schluß!
Sein Rücktritt wäre zwar eine freudige Genugtuung aber mehr auch nicht. An der kriegslüsternen Politik würde sich nichts ändern und die Russenhasser blieben weiter an der Macht.
Spahn lauert schon auf die nächste Wahl und das Wahlvolk wird bis dahin seine Taten vergessen haben.
Ja, der fehlt uns noch. Jens „die Maske“ Spahn. Dann wird das Glück der Deutschen keine Grenzen mehr kennen.
Merz hat nicht versagt. Merz hat seine Auffgabe zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Er hat die Rente als „Aktienrente“ zum
spekulativen Spielball der Finanzindustrie
gemacht und das Gewaltmonopol des Staates nach außen, dem militärisch-industriell-digitalem Komplex übereignet. Die letzten Arbeitszeugnisse für Kanzler haben die Wähler für Otto Schlonz, Willi Millowitsch und Heidi Kabel ausgestellt.
„Wir ermöglichen Friedrich Merz für seine
berufliche Zukunft alles Gute“, gez. Larry Fink
„Liberal und neoklassisch: Merz, der Blender“
„Liberal“, das Unwort, das nichts bedeutet.
Wer das Wort „liberal“ verwendet, betreibt Verdummung. „Liberal“ bedeutet völlig Unterschiedliches, je nach dem, wer es sagt und auf wen es sich bezieht.
„Liberal“ ist genauso vernebelnd wie „links“ und „rechts“. Dass diese Wörter weiter im Gebrauch sind, und zwar in massivem Gebrauch, obwohl sie völlig sinnentleert, hohl, bedeutungslos geworden sind, macht sich mitschuldig.
Wie viele „liberale“ Milliardäre haben wir – die noch schrankenlosere Freiheiten für das globale Unternehmertum und die Finanzoligarchie fordern. Und das heißt nichts anderes, als dass der Staat oder überstaatliche Organisationen deren Tun zu fördern und zu schützen hätte, angefangen mit Polizei und Militär gegen die, die von denen ausgepresst werden.
Das ist dann „liberal“. Was für eine Verarschung. Und jeder macht mit, wenn vielleicht auch nur verbal und (auch selbst-)verdummend.
F. Merz ist weder konservativ noch links. Angela Merkel wird oft nachgesagt die CDU nach links gerückt zu haben! Ich finde das lächerlich. F. Merz gehört für mich der Klasse der Libertären an. Neofeudalherren, die halt einfach genug Geld haben um sich die tägliche Daseinsvorsorge und übrigens auch Privatsphäre zu kaufen und es von Grund auf nicht verstehen, daß die Mehrheit der Menschen dies eben nicht kann. Bürokratieabbau heißt für diese Leute lediglich weiter zu deregulieren, damit sie sich die Taschen noch voller schaufeln können. Echter Bürokratieabbau wäre durchaus wünschenswert, wird aber niemals erfolgen.
F. Merz ist ein Marktradikaler, ein Kapitalagent, sonst nichts. Im Ausland blamieren er und sein Außen und sein Kriegsertüchtigungsminister die deutsche Bevölkerung unablässig. Und innenpolitisch laufen wir ins Chaos.
Es gibt halt einen grundsätzlichen Unterschied vom Führen eines Unternehmens und vom Lenken eines Staates. Im Staat, der ja die Organisation der Gesamt-Gesellschaft ist, kommt es darauf an entsprechend auch den Wohlstand der gesamten Gesellschaft zu mehren, und nicht nur einzelner Gruppen. Im kapitalistischen Unternehmen kommt es hingegen nur darauf an die Kapital-Seite zufriedenzustellen, ihr Kapital zu mehren. Die Arbeiter und Angestellten im Unternehmen sind dafür nur ein Mittel um diesen Zweck zu erfüllen. So die Forderung von Merz, die Arbeiter sollten mehr arbeiten damit die Gewinne der Unternehmen wieder sprudeln.
Die Ideologie des Liberalismus versucht dieses Wirtschaftskonzept auf den Staat zu übertragen. Der Staat müsse den Interessen des Kapitals dienen, dann rutscht auch etwas vom Gewinn der Reichen nach unten durch, dann hat der Staat die Möglichkeit Geld nach unten zu verteilen. Das setzt natürlich voraus, dass es dem Staat auch gelingt sich am Überfluss an privatem Kapital zu bedienen. Was allerdings in der neoliberalen Globalisierung immer weniger der Fall ist und deshalb zu immer mehr staatlicher Verschuldung zwingt.
In diesem grundsätzlichen Dilemma befinden sich die liberalen westlichen Gesellschaften. Das Dilemma ist auch nicht aufzulösen ohne dieses wirtschaftsliberale Konzept aufzugeben. Aber welche Kraft ist dazu bereit? Der Wirtschaftsliberalismus und in der Politik der Neoliberalismus ist ja die heilige Kuh des Westens, den auch die Populisten (die Opposition zu den liberalen Demokraten) nicht aufgeben wollen. Von daher ist im Westen kein Land in Sicht.
Das liberale Dilemma mit gesellschaftlichem Chaos und Wohlstandsverlust ist nun auch in Deutschland angekommen. In Italien existiert es schon seit über 30 Jahren, man kann sich also darin einrichten – solange keine Alternative sichtbar ist. Merz ist nicht die Ursache sondern nur ein Symptom des Problems.