„Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“

Unternehmen Barbarossa
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Der 1. September ist Weltfriedenstag – und der Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen. Doch ausgerechnet an diesem Tag präsentiert die Bundesregierung Russland erneut als Feind: Ist das historische Vergesslichkeit oder politisches Kalkül?

„Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“: Mit diesem Satz im Reichstag eröffnete Adolf Hitler am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg.

Am Dienstag, den 1. September 2026, haben Außenminister Wadephul und Innenminister Dobrindt öffentlich bekanntgeben, was der Deutschlandfunk und mit ihm im Gefolge der Mainstream alle schon zu wissen glaubten, sogar die Außenbeauftragte der EU, Frau Kallas, wusste es schon vor Wadephuls großem Auftritt: die Drohnen in Leipzig, das waren die Russen. Schade, dass wir es bei Nord Stream II immer noch nicht beweisen können.

Papst Leo XIV. hat in seiner Enzyklika den Verlust des historischen Gedächtnisses als einen wesentlichen Grund herausgehoben, warum wir Krieg immer noch für eine normale Lösung von Konflikten halten. Was bedeutet es also, wenn ein deutscher Außenminister ausgerechnet am 1. September sein Feindbild Russland erneut der Öffentlichkeit präsentiert?

Ist das ein gravierender Verlust historischen Gedächtnisses oder machtpolitisches Kalkül? Kann man Wadephul wirklich unterstellen, er wisse nicht, was der 1. September 1939 für uns Deutsche bedeutet? Der 1. September gilt in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Weltfriedenstag. Der Deutschlandfunk schweigt dazu, auch die Aachener Zeitung hat es vergessen. Ihre Schlagzeile am 1. September 2026 lautete: „NRW soll Rüstungsland werden“. Vom 1. September kein Wort. Ist das der Verlust unseres historischen Gedächtnisses?

„Leute, es möcht der Holunder sterben an eurer Vergeßlichkeit“ schreibt Johannes Bobrowski im letzten Vers seines Gedichtes „Holunderblüte“. Vielleicht ist die Poesie eine Möglichkeit, den gegenwärtigen Hass und die Propaganda zu ertragen:

Leute, ihr redet: Vergessen –

Es kommen die jungen Menschen,

ihr Lachen wie Büsche Holunders.

Leute, es möcht der Holunder

sterben

an eurer Vergeßlichkeit.

Klaus Kenke

Klaus Kenke gehört als traumatisiertes Kriegskind zur Letzten Generation (Jahrgang 1943). Die Geschichtsvergessenheit und das damit verbundene mangelnde historische Bewusstsein der gegenwärtigen Politik macht ihn fassungslos. Das Grundgesetz mit seinem Friedensgebot und der Bindung unserer Verfassung an das Völkerrecht (Präambel, Artikel 25/26 GG) werden permanent ignoriert. Er betrachtet es als seine Lebensaufgabe, das historische Bewusstsein für die deutsche massenmordende Vergangenheit zu schärfen und der Stärke des Rechts gegen das Recht des Stärkeren Geltung zu verschaffen.
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3 Kommentare

  1. Eine formelle Kriegserklärung gab es in dem Falle ja meines Wissens nie. Der feige Hund Hitler ließ stattdessen eine „polnischen Angriff“ simulieren, auf den man dann nur „reagiert“ hätte. Auch den Verbündeten Polens wurde nicht der Krieg erklärt, das ließ man diese (GB zB.) selbst erledigen. Meines Wissens war die Kriegserklärung an die USA die erste offizielle seitens Deutschland in diesem Krieg.

    Und genau in dieser unseligen Tradition stehen nun auch Whatafool, Dobrindt und Merz, sowie die Volli….n Kallas, die außer Russenhass nix kann (wer hat mit dieser „Chefdiplomatin“ außerhalb der EU je offiziell gesprochen?). Sie mimen die „Angegriffenen“ und wissen doch genau, daß es nicht „die Russen“ waren. Wären sie es gewesen, hätte man Beweise präsentieren können. Und „ins Muster der hybriden Kriegsführung“ passen die neuerlichen Ereignisse auch nur insofern, als daß auch bei allen (!!!!!) bisher Russland angelasteten Vorkommnissen dieser Art innerhalb der EU umgehend ebenfalls Russland beschuldigt wurde, um im Nachhinein nicht nur keine Beweise vorlegen zu können, nein, die meisten dieser Ereignisse entpuppten sich auch noch als Nicht-Ereignisse. Entweder gab es die „Drohnen“ gar nicht (es waren bspw. Kleinflugzeuge mit aktiviertem Scheinwerfer) oder es waren Privatpersonen, die ihr Spielzeug ausführten, wie in Frankfurt (M). Die letzte dieser Drohnen, die „in der Nähe des Leipziger Flughafens gefunden“ worden war, war bpsw. eine Kontrolldrohne eines Gebäudeunternehmens.

    Aber es wird weiter eskaliert, da keiner diesen Kriegstreibern in den Arm fällt. Das wäre Aufgabe der Medien. Die aber treiben die Politik ja noch förmlich vor sich her….

  2. Klaus Kenke: „Vom 1. September kein Wort. Ist das der Verlust unseres historischen Gedächtnisses?“

    Nein, ist es nicht! Die Schwerpunkte und Prioritäten bezüglich der Deutschen Geschichte werden von der russophoben Berliner Truppe jetzt nur anders gesetzt. Geschichtsrevisionismus und Revanchismus würde ich dazu sagen. Man könnte fast meinen, seit dem 24.2.2022 haben viele von den „Blockparteien“ wieder verstärkt einen Sinn in ihrem Leben gefunden. Oder nehmen wir die Bundeswehr: Wer hätte sich vor einigen Jahren noch vorstellen können, wie schneidig Breuer, Freuding und Konsorten im von uns bezahlten Fernsehen auftreten. Die Propagandafacharbeiter in den ÖRR setzen sich mit ihren Gesprächspartnern gemütlich für einen langen Plausch aufs Sofa, oder stoßen zusammen an.

    https://www.ardmediathek.de/sendung/7-fragen-zukunft/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNlcmllcy9TMjAyNVdPMDEwODM1QTA

    https://www.ardmediathek.de/video/zur-sache-intensiv/wehrpflicht-nato-russland-was-der-ranghoechste-soldat-in-bw-zur-wehrpflicht-sagt-i-zur-sache-intensiv/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIzMzgxNTQ

    bitte am Min. 00:20 schauen.

    Ich denke, dass sich die Berliner Regierungsclique in ihren Amtsbüros mit „Slawa Ukrajini“ begüßt.

    Die Russenhasser kennen die geschichtsträchtigen Termine sehr gut!

    „Am Montag besuchte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius Litauen, um an der ersten Großübung der dort stationierten 45. Panzerbrigade der Bundeswehr teilzunehmen. Dass der Besuch genau am 85. Jahrestag des deutschen Einmarsches in die Sowjetunion stattfand, ist mehr als nur eine Provokation. Er verdeutlicht den Charakter der NATO-Kriegsoffensive gegen Russland in der Ukraine, die zunehmend von den europäischen Mächten und insbesondere von Berlin angeführt wird.“

    https://www.wsws.org/en/articles/2026/06/23/fskj-j23.html

    Und oft denkt man, noch infantiler können die jetzt nicht mehr daherquatschen:

    Jens Spahn, März 2025: „Was nützt die schönste Schuldenbremse, wenn der Russe vor der Tür steht?“

    Aber sicher kennt er den Ursprung seines Gefasels!?

    „Einen Tag nach Paulus’ Ernennung, am 31. Januar 1943, drangen sowjetische Truppen in das Kaufhaus „Univermag“ ein. Um 7.35 Uhr sendete Paulus’ Gefechtsstand die Meldung: „Russe steht vor der Tür. “

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Paulus

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