Remmo, die Linken und der selbstgefällige Untergang

Elif für Berlin, Wahlkampf in Berlin
Roy Zuo, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie die politische Linke auf den Clan-Skandal rund um die Berliner Linkspartei reagiert, zeigt am Ende mal wieder, warum die Linke gesellschaftlich – außer in Berlin – ins Hintertreffen geraten ist.

Nachdem das Oberhaupt des Remmo-Clans auf der Wahlparty der Berliner Parteilinken aufgetaucht ist, machte sich die politische Linke – in Partei und außerhalb – sofort ans Werk, sich die Deutungshoheit über diesen Vorfall zu sichern. Und die ging anfangs ungefähr so: Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen! Nachdem aber ein Remmo-Spross öffentlich machte, dass er mit einem MdB der Linken chattete und dieser Herr – ein Mann namens Ferat Koçak – im Gesprächsverlauf auch viele Grüße mit großem Respekt an den Don ausrichten ließ, funktionierte man die Erzählung um: Ist Remmo nicht viel erträglicher und sympathischer als Vonovia und Co.?

Das ist Whataboutism in Reinkultur. Die taz, linkes Periodikum für Kriegstüchtigkeit und identitätspolitischen Lifestyle, platzierte Friedrich Merz auf der Titelseite und fragte – um Originalität heischend – ob der Kanzler vielleicht eine »Verbindung zum Immo-Clan« habe. Die Rechten – natürlich wieder die Rechten, denn alle die nicht links sind, sind rechts, sind Schurken – hätten die Remmo-Affäre vom Wahlabend nur genutzt, um die Enteignungsvorstellungen der Linkspartei zu unterlaufen. Auch dieses Magazin hier publizierte einen Artikel, der in diese Richtung zielte und den taz-Titel für ihre Witzigkeit und Respektlosigkeit lobte – denn letztlich seien die Immobilienhaie viel schädlicher für die Bundeshauptstadt, als es die organisierte Kriminalität je könnte. Dass man beides für kritisch halten könnte, scheint es links als mögliche Betrachtung gar nicht mehr zu geben. Überall wittert man nur rechte Angriffe, politische Kontrahenten, die Vorfälle instrumentalisieren – als sei das nur eine Spezialität von den anderen, nie aber von den eigenen Leuten. Solche Artikel, man muss das konstatieren, fungieren als Totengräber der Linken.

Dokumentation für den linken Bedeutungsverlust

Totengräber? Aber die Linkspartei ist im Aufwind – oder etwa nicht? So sieht es die Partei, so sehen es ihre Anhänger, gerne – und die Medien unterstützen sie dabei. Zutreffend ist das allerdings nicht. Berlin ist eine Insel der Unglücksseligen; die Hauptstadt hat mit dem Rest des Landes nichts zu tun – sie ist eine subventionierte Parallelwelt, in der Probleme gewälzt werden, die andernorts völlig belanglos erscheinen. First-World-Problems – Big-City-Problems. Die Linkspartei, die sich im Laufe der letzten Dekade inhaltlich solchen urbanen Scheinproblemen angewanzt hat, punktet noch in den Großstädten – besonders in der größten Urbs des Landes, Babylon Berlin. Im Umland der Hauptstadt, in den einst als neue Bundesländer bezeichneten Landesteilen, war sie vor nicht allzu langer Zeit noch die Volkspartei. Aber das liegt mittlerweile in der Vergangenheit.

Um mal Zahlen vorzutragen: In Mecklenburg-Vorpommern lag die Linkspartei noch 2011 bei 18,4 Prozent – letztes Wochenende fuhr sie nur noch 6,5 Prozent ein. 2004 wies sie in Brandenburg noch glatte 28 Prozent aus – zwanzig Jahre später waren es nur noch sagenhafte 3 Prozent, die ins Aus führten. Sachsen-Anhalt: 2006 noch bei 24,1 Prozent – 2026: 8,6 Prozent. In Sachsen hat sie es ebenfalls nicht mehr in den Landtag geschafft: 4,5 Prozent standen zu Buche – zwanzig Jahre vorher war sie noch ein Block, mit dem man rechnen musste: 23,6 Prozent waren es damals. In Thüringen stellte die Linkspartei einige Jahre den Ministerpräsidenten, noch 2019 wurde er sogar mit 31 Prozent wiedergewählt; 2024 wählte man ihn und seine Partei ab: 13,1 Prozent blieben von Glanz und Gloria übrig – obgleich die thüringischen Linken fast 20 Prozentpunkte eingebüßt haben, weisen sie im Moment den besten Wert der Linken in allen Bundesländern – außer Berlin – aus. In all diesen Bundesländern ist in dieser Zeit die Wahlbeteiligung stark gewachsen. Dennoch baute die Linkspartei dramatisch ab. Kurz und gut: Die Linkspartei erlebt keine Renaissance, sondern steckt in einem Transformationsprozess. Sie hat sich auf die Metropolen spezialisiert, auf die Verrücktheiten von Bürgern, die es gewohnt sind, dass das ganze Land ihnen zuarbeitet, während sie in der Anonymität und Flüchtigkeit des Molochs – von anderen auch als »Stadtbild« bezeichnet – untertauchen können. Dort gedeihen Vorstellungen von einer Welt, die keinerlei Realitätsbezug aufweisen müssen, aber dennoch verfolgt werden, als seien sie der Weisheit letzter Schluss.

Mit Bullshitthemen hat man über die Jahre Aufmerksamkeit auf sich gezogen – garniert mit etwas »sozialem Gewissen«, das aber nicht Markenkern ist, sondern Folklore. Im Grunde geht es um die ganz große Ideologie: angestrebte Massenmigration, offene Grenzen, noch besser: Abschaffung der Grenzen, Identitätsnischenthemen, um einen »Sieg der Liebe«, wie man das im Umfeld der Wahlsieger von Berlin vernahm – als sei Politik ein Liebesdienst und der Mandatsträger ein Love Priest. Dazu kommt wenig Kritik am Kriegskurs, kalkuliertes Zögern beim Untergraben von Grundrechten. Es ist eine kalte Liebe, die diese Leute für Land und Leute erübrigen. Jeder hat selbstverständlich ein Recht darauf, seinen Spinnereien zu frönen – niemand hat jedoch ein Recht darauf, die eigenen Spinnereien anderen aufzunötigen. In Berlin zieht dieser ganze Unsinn großartig – der Moloch hat Milieus gezüchtet, die gar nicht mehr das Zeug dazu haben, außerhalb der Bullshitbubble zu denken. Und da man mit diesen Leuten allein keine Wahlen gewinnt, hat die Linkspartei im migrantischen und islamischen Milieu gewildert.

Aber rein mit Ideologie gewinnt man keine Senatswahl. Daher mit im Angebot: Enteignungsfuror. Auch das ist freilich Ideologie – aber eine, die man nett sozial anstreichen kann. Außerdem: Wer mag schon Vonovia und Konsorten? Natürlich sind das die Profiteure der Wohnungsnot – einer Wohnungsnot, die es nicht in diesem Maße gäbe, wären Bund und Länder ihrem Auftrag, sozialen Wohnraum zu schaffen, auch nachgekommen. Der Wohnungsmangel hat einen Wirtschaftszweig entstehen lassen, der seinen Wohnraum vergolden ließ. Jetzt soll also enteignet werden – und die Stadt jubelt, sie freut sich, dass es die Richtigen trifft. Ist es aber das wirklich Richtige, was man hier plant?

Remmo und die Linken: War da mehr?

Eine notorisch in finanziellen Kalamitäten steckende Stadt, die ganze Wohnblöcke übernehmen möchte – sicher mit Zwischenschaltung einer Gesellschaft, die auch wiederum von der Stadt ins Leben gerufen und getragen werden muss –, ist schon ein abenteuerliches Unterfangen. Wer soll dafür aufkommen? Die Segnungen des Länderfinanzausgleichs? Der Steuerzahler aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg? Nichts gegen diesen Ausgleich, die Geberländer haben einst auch von ihm profitiert, besonders der Freistaat Bayern. Aber sollen sie dafür geradestehen, dass Berlin sich per Enteignung etwas aufhalst, was es nicht stemmen können wird? Dass staatlich verwaltete Wohnungen vorteilhaft sein sollen, kann man auch im ehemaligen Ostblock erfragen. Am Ende mussten in vielen Ländern Osteuropas ganze Wohnkomplexe privatisiert werden – meist kauften die Mieter den Wohnraum –, weil die Staaten in etwa so vermögend waren, wie es das heutige Berlin ist.

Natürlich kann man diesen Schritt wagen, den Wohnraum verstaatlichen: Nur sollte man sich nicht erhoffen, dass dann alles plötzlich ganz wundervoll wird im Gegensatz zur tristen Wirklichkeit von heute. Ob die Bausubstanz auf Dauer in Schuss gehalten werden kann – nicht, dass die Immobilienfirmen immer darauf Rücksicht nehmen würden –, bleibt fraglich. Man darf aber hoffen – wie immer, wenn man nichts Genaues weiß. Noch ein Fall für fromme Hoffnungen: Die Polizeiarbeit, die die Linke durch stärkere Sozialarbeit eindämmen will. Nobler Gedanke, theoretisch bestimmt gut begründbar. Aber zu glauben, dass man sich nur zusammensetzen muss, damit aller Hader zwischen den Menschen verschwindet, ist so naiv, dass man grundlegend an der Weltauffassung der Köpfe dieser Partei zweifeln muss. Dass die berüchtigten Clans aus der Hauptstadt ein starkes Interesse an einer geschwächten Polizei haben könnten, ist natürlich nur ein dummer Zufall.

Dem begegnet man links nun mit »Und-was-ist-mit-…«-Sprüchen, mit Whataboutism. In der Tat mag man emotional zwischen Remmos und Immos nicht unterscheiden wollen. Aber Befindlichkeiten sind meist genau das – und nicht etwa Abbild der Realitäten. Wenn einem der Rechtsstaat überhaupt etwas bedeuten mag, dann sollte man in der Lage sein, die Dinge zu differenzieren. Sicher, die Einwände sind bekannt: der Rechtsstaat ist längst im Eimer. Aber heißt das, dass man ihn nicht mehr als Ideal betrachten darf? Kann jetzt Unrecht zu Recht werden, ja? Die Immos – wie die taz sie nannte – zocken hohe, auch zu hohe Mieten ab. Sie schlagen aber Mieter nicht zusammen. Die Clans erpressen Gelder, üben sich in direkter Gewalt – Verfahren wegen Mordes gab es bereits mehrfach. Beides ist dasselbe? Wer so argumentiert, erklärt Remmos und Co. zu Sozialrebellen, fast schon zu Robin Hoods. Ist das die linke Fantasie einer Gesellschaft: organisierte Kriminalität als gerechtfertigter Widerstand gegen die bürgerlichen Methoden des Profitanhäufens? Wer so argumentiert, hat keine Kategorien mehr. Der sieht alles unter dem Gesichtspunkt irrlichtender Gleichmacherei. Was hat jemand, der Unterschiede nicht kennt, der alles für dasselbe hält, der Gesellschaft politisch noch zu geben?

Eine Frage bleibt am Ende offen, ganz gleich, ob man nun versucht, diesen unliebsamen Besucher auf der Party wegzureden. Das linke Milieu erklärte unter anderem shitbürgerhaft, dass Remmo zu den Linken ging, weil die CDU ihre Party nicht offen zugänglich veranstaltete. Aber das beantwortet nicht die Frage, warum der Don dort aufkreuzte und nicht lieber irgendwo in einem Lokal beim Abendessen saß. In Berlin gibt es jeden Abend genug Möglichkeiten seine Zeit zu vergeuden. Es musste nicht unbedingt diese Party sein. Die Verquickung mit mindestens einem Abgeordneten – der übrigens im Bundestag schon die Clan-Kriminalität kleinredete – ist wie oben aufgeführt nachgewiesen. Der nämliche Koçak ist vorläufig außer Dienst gesetzt. Was war also das Motiv? Es muss dringend geklärt werden, ob die Linken in Berlin mit den Clans »gemeinsame Sache« gemacht haben. Hat die organisierte Kriminalität in ihren Stadtteilen für die Wahl der Linkspartei geworben, die dort lebenden Menschen aus ihrem Milieu aufgefordert, zur Wahl zu gehen? In Neukölln fuhr die Linke teils absolute Mehrheiten ein. Das muss nichts bedeuten – kann es aber. Ein Anfangsverdacht ist jedenfalls entstanden. Mit billigen Whataboutism kann man den nicht aus der Welt räumen – im Gegenteil, hier deutet sich an, was das Versagen und den Niedergang der Linkspartei und ihrer Sympathisantenszene ausmacht: Eine völlig überbordende Selbstgefälligkeit hat sich etabliert, die ganze Wählerschaften abseits des urbanen Bullshiteriats abstößt. Der arrogante und eben überhebliche Umgang mit der Nähe dieser Partei mit Figuren der organisierten Kriminalität macht noch eines deutlich: Diesen Linken – in und außerhalb der Partei – sind die Berliner, die unter solchen kriminellen Strukturen leiden, wirklich scheißegal.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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81 Kommentare

  1. Völlig unabhängig davon, ob man die Linken mag oder nicht, aber die Clankriminalität ist ein Witz gegenüber den Immobilienspekulanten und Kriegstreibern.

    1. Zum Text: Berlin ist ein Biotop, nicht mit anderen Teilen der BRD zu vergleichen! Wo ist die Linkspartei nicht sozial! Mietenfrage, Rente-Bekämpfung Altersarmut, Neue Grundsicherung, Sozialer Arbeitsmarkt, Frauen usw. Ja, Bekämpfung von Alltagsgewalr-Kriminalität und Migrationsfrage sind die offenen Flanken deutscher Linker!

  2. Ich fasse mal den aktuellen Stand der veröffentlichten Meinung zum Problem #1 in Berlin (und vielen anderen Städten) – der Wohnungsnot samt den daraus resultierenden Mietpreisexplosionen – zusammen:

    „Da kann man leider nichts machen.“

  3. Thema verfehlt.

    Es geht nicht um die persönlichen Gefühle vom Mitbürger mit Migrationshintergrund in der Familie, der sich von anderen Migranten in seinem verwahrlosenden Viertel bedroht fühlt oder warum Manche von Der Linken gemein zu ihm waren, weil er sich nicht gegen Corona impfen lies. Das interessiert doch Niemanden, egal wie oft er noch versucht das durchzukauen.

    Es müsste um eine klar erkennbare rechte Kampagne (Immo-Clan passt) gegen die Linke gehen, weil sie „enteignen“ könnten, also das Referendum umsetzen. Das durfte ich mir auch von einer Rechten anhören. Dann wies ich sie darauf hin, dass „die Linke“ nicht alleine regieren kann und mit wem nochmal waren die in der Koalition als die SPD die Sozialwohnungen verkaufte?

    Würde man den anderen Artikel schreiben wollen, müsste man natürlich erst einmal sich viel Zeit nehmen zum Recherchieren und das juristisch absichern. Dafür hat OM kein Geld.

    Interessant ist auch, was je nach Ideologie vorgeschlagen wird:

    RDL: Keine Migranten mehr, gibt schon zu viele. Muss untersucht werden, ob Migranten auch Demokraten sind.
    Rechte: Keine Enteignung, höchstens Neubau (und natürlich auf Naturschutz scheißen)
    RDL sorgt sich noch um die Schulden oder Finanzierung.

    Wie war das? Die Grünen, die Verbotspartei, die sich effektiven Lösungen widersetzt? Letztlich geht es nur um den Tumult und bei der Schlammschlacht dabei zu sein. Erinnert sich noch wer wie bei dem Verein „Deutsche Wohnen enteignen“ der Michael Prütz metoed wurde? Das geschah auch zum schlechtesten Zeitpunkt und war kein Zufall.

    Als Nächstes schreibt der RDL einen Artikel wie der Immo- und die Reichen im Remmo-Clan zusammenarbeiten. Waugwaugwaugh …

    1. @Biene Maya
      Hmmm, es gibt also eine rechte Kampagne? Das ist interessant, weil mit Sicherheit gibt es eine „linke“ Kampagne. Die rechte Kampagne ist aus meiner Sicht auch folkloristischer Natur. Es ist doch klar, dass so eine rechte Kampagne gestartet werden musste. Beide Kampagnen bedienen sich Übertreibungen, Halbwahrheiten und offenen Lügen, um ihre Anliegen voranzubringen. Schwierig wird es allerdings, wenn man der Linkspartei strukturellen Antisemitismus unterstellt, wa einfach nur albern ist. Das Benennen der Verbrechen Israels und des konsequent völkerrechtswirdigen Handlens dieses Staates ist hierzulande gleich antisemitisch. Natürlich gibt es in der Linkspartei auch waschechte Antisemiten. Aber dieses Phänomen gibt es in allen Parteien. Die Linkspartei hat allerdings mit Antisemiten aus den Kreisen der Migranten zu tun. Die Grünen und die SPD übrigens auch. Die anderen Parteien können dort auf biodeutsches Material verweisen.

      Ich bezweifele allerdings, dass das Ziel der „rechten“ Kampagne ubedingt ist, die Enteignungungsfantasien der mäßig bis überhaupt nicht in ökonomischen Zusammenhängen gebildeten Linken nicht Wirklichkeit werden zu lassen.
      Das Gegenteil könnte auch der Fall sein.

      Es steht völlig außer Frage, dass eine „Vergesellschaftung“ weder die Mieten in der Stadt nachhaltig reduzieren noch für neuen Wohnraum sorgen wird. Eine Entfernung eines großen Wohnungsbestandes vom Markt führt vielleicht zu sinkenden Durchschnittsmieten, wird jedoch im Kern für Neumieter keine Entlastung bringen. Zudem ist ja laut Kampagne der Linken der Wohnungsbestand der Konzerne sträflich vernachlässigt worden. Man müsste also zusätzlich zur Entschädigung noch Geld in die Hand nehmen. Und ob, so die tatsächlich alberne These der Linken, eine Enteignung mit Entschädigung weit weg vom Marktpreis juristisch durchsetzbar ist, darf stark bezweifelt werden. Falls doch, dann wäre das der Abschied vom Investorenkapitalismus. Man könnte also durchaus versucht sein, die Linkspartei ertsmal machen zu lassen, um sie dann gegen eine Wand fahren zu sehen.

      Übrigens sind Hauptanteilseigner von Vonovia ein norwegischer und ein niederländischer Pensionsfond. Zusammen, glaube ich mich zu erinnerner 20%. Natürlich auch das bösböse BlackRock Imperium über die verwalteten ETFs, die wiederum auch häufig von Pensionsfonds oder privaten Rentensparern gekauft werden, Üblicherweise liegt die BlackRock-Beteiligung in der Größenordnung 3% – 5%. Eine Enteignung von Vonovia dürfte also auch international durchaus wahrgenommen werden und internationale Gerichte beschäftigen. Da wird die Rente der norwegischen Kranenschwester also 100 Kronen weniger betragen. Aber die reellen Eignerstrukturen von Konzernen interessieren die Linken und deren Anhängerschaft überhaupt nicht. Ihnen ist nicht klar, dass sich die Struktur der Kapitalistenklasse seit Marx und Lenin massiv gewandelt hat. In den USA übrigens sind weit über die Hälfte der Einwohner Kapitalisten. Und sie sind Kapitalisten aus Gründen der Altersvorsorge. Der Bezug auf Marx und Lenin ist rein rhetorisch. Linke, die sich mit kommunistischer und sozialistischer Theorie beschäftigen und auch noch auskennen, stehen auf der Lister der austerbenden Arten.

      Insofern könnte man den ökonomisch, und nicht nur in diesem Bereich, eher nicht so versierten aber ideologisch schwer gefestigten linken Vergesellschaftern eigentlich gönnen, den eigenen Abgang zu beschleunigen und den Prozess der „Vergesellschaftung“ nach vorn zu bringen. Ich vermute, dass das durchaus erwogen wurde und wird.

      Allerdings überwiegen die langfristigen Nachteile dieser Enteignungsorgie massiv.
      In einem kapitalistischen Wirtschaftssystem enteignet man keine schwierigen Großkonzerne. Man spaltet sie auf, zerschlägt ihre Marktmacht. Eine Enteignung dürfte zu einem massiven Rückgang jeglicher privater Investitionen hierzulande führen. Und das wäre auch nicht gut.

      Das Thema wird also wahrscheinlich elegant durch Zerschlagung der Konzerne geklärt. Dabei springt am Ende für die Inhaber der Firmen üblicherweise auch noch ein Profit raus.

      Und das Wohnungsproblem in Berlin klärt sich auch schnell, denn wir werden in nicht allzuferner Zukunft einen starken Rückgang der Bevölkerung dort erleben. Keine Stadt in Europa ist mehr Blendwerk als diese Ansammlung von Provinzstädtchen, die sich „Berlin“ nennt. Nirgendwo wird so viel Geld in der Gründerszene verbrannt, wie in dieser Metropole. Und es ist absehbar, dass das Venture-Kapital deutlich zurückhaltender fließen wird. Jetzt nämlich kommt die Phase der Konsolidierung. Und keine Stadt in Europa gönnt sich einen so großen unproduktiven Bevölkerungsanteil.

      Das Problem der Linkspartei ist vor allem, dass sie keine alternativen Ideen zum bestehenden System abbildet. Eine Vergesellschaftung von mit Unterstützung der Linkspartei vor 20 Jahren privatisierten Wohnungen löst ja keine dem kapitalistischen Markt innewohnenden Konflikte. Die sozialistische Planwirtschaft macht das allerdings auch nicht. Es fehlt also eine visionäre Idee, die eine Vergesellschaftung nicht nur als alberne und nutzlose Plakataktion wirken lässt, sondern tatsächlich als diskutierbaren Ansatz für eine menschengerechtere Gesellschaftsordnung.

    2. Der war gut:
      „Dafür hat OM kein Geld.“
      Es bedarf keines Geldes, so dem denn so wäre, sich „schlau“ machen zu können, sondern vielmehr eines grundlegenden Interesses an diesem oder jenem.
      Beim lustigen Mitschwimmen und/oder so tun als ob, kann man getrost auf derartige“Nebensächlichkeiten“ verzichten.

    3. Der war gut/Dafür hat [] kein Geld.
      Es bedarf keines Geldes, so dem denn so wäre, sich „schlau“ machen zu können, sondern vielmehr eines grundlegenden Interesses an diesem oder jenem.
      Beim lustigen Mitschwimmen und/oder so tun als ob, kann man getrost auf derartige“Nebensächlichkeiten“ verzichten.

    4. > Dann wies ich sie darauf hin, dass „die Linke“ nicht alleine regieren kann und mit wem nochmal waren die in der Koalition als die SPD die Sozialwohnungen verkaufte? <

      Dafür reicht die Kapazität im Denkkasten nicht mehr aus. Da war doch was mit sparen bis es quietscht und kracht unter der Ägide von Prinzessin Klaus der ersten von Wowereit zu Berlin und Harald Wolf die gemeinsam noch mehr als die landeseigenen Wohnungen verhöckert haben.

      Erst war da mal der Berliner Bankenskandal, samt Verkauforgie der Berliner Sparkasse die mal kurz vom Sparkassenverband gerettet wurde, die Berliner Bank ist an die Deutsche Bank gegangen.

      Dann war noch der BER und die Finanzkrise 2007/2008, und jedes mal wenn Lütke-Daldrup Zaster brauchte kam die Gegenfragen:"Engelbert, wieviel Kohle brauchst Du?"und schwup wurde die Stadt zur Ader gelassen, oder wo kommen sonst die riesen Lücken in der Verwaltung her. Dann wurde hier und dort und da kaputt gespart und nie wieder etwas "repariert". Siehe Technische Universität Berlin, die mal eben Zwangsevakuiert wurde.

      Oder warum haben wir immer noch keine neuen Bahnen im Großprofil?
      Weil der Waisentunnel, die einzige Verbindung zwischen der U5 und den restlichen Großprofillinien seit Jahren marode ist und erst jetzt wo man begonnen hat die "J" endlich mal auszuliefern kann man diese nicht so einfach wie die Kleinprofillinien von Wuhletal, wo es die einzige Schnittstelle zwischen dem Netz der DB AG und den Netz der BVG gibt (1435 mm), nicht nutzen kann. Angebeblich werden ja jetzt Segemte der Bahn auch an die Hauptwerkstatt Seestraße und die Betriebswerkstatt Britz gelieftert, glauben werde ich es erst wenn ich endlich mal eine "J" auf der U6, U8 oder U9 sehe.

      Das Personal und die Ausstattung der Verwaltung ist seit 2002 kontinuierlich abgebaut worden, sprich wenn ich als Hausmeister im RG Tempelhof einen Schaden an einem Baum hatte der einen Eingriff erfordert hat, ist nicht mehr das Grünflächenamt als ausfüghrender Teil der Verwaltung gekommen sondern man musste ein FREMDUNTERNEHMEN anrufen weil die Grünflächenämter nicht einmal mehr einen STEIGER hatten. Erbärmlich! Und das war 2016!

      Mit der einfachen Frage:"Wer uns eigentlich damals die landeseigenen Wohnungen unter dem Arsch wegverkauft" hätte an Frau Eralp eigentlich "alt" aussehen lassen können nur diese Frage welchen Mist man denn in der Vergangenheit gebaut hat die ertragen solchen Menschen wie Frau Eralp nicht, das wird dann "weggebrandmauert" und der Mund verboten, eine Entschuldigung für diesen Fehltritt über die Lippen wandern zu lassen da friert eher die Höllr zu und wird zur Tiefkühltruhe.

  4. Nachdem das „Establishment“ schnell gemerkt hat das mit einem Remmo Mitglied nicht unbedingt eine Sittenhaft für den kriminellen Teil des Remmo Clan herbeizureden ist, hat man nun ein ganz anderes Kaliber gefunden:
    Antisemitismus ! Diese Karte trumpf immer!
    Linke Politik, Enteignungen von kapitalistischen Heuschrecken in Deutschland? Niemals !

  5. Beim Thema Vergesellschaftung enttäuscht der Autor doch erheblich, den grundsätzlichen Unterschied zwischen privat und gesellschaftlich ignorierend: Private Wohnungskonzerne müssen Gewinn erzielen, gesellschaftliche wie Genossenschaften und kommunale müssen nur kostendeckend arbeiten, was für die Höhe der Miete entscheidend ist. Vonovia soll im letzten Jahr über eine Milliarde Gewinn erzielt haben – Geld, das den Mietern nun fehlt, da es in die Taschen der Konzern-Aktionäre gewandert ist.

    Die Enteignung kostet Geld, das sich die Kommune am Kapital-Markt holt. Die entschädigten Aktionäre können ihr Geld also gleich wieder anlegen. Das Kapital wird dann zwar immer noch bedient, allerdings nicht mehr vom Individuum (dem Mieter) sondern von der kommunalen Wohnungsgesellschaft, jedoch nur noch solange bis der Kredit abbezahlt ist. Die Vorteile für die Mieter sollten offensichtlich sein: sie sind nicht mehr der Willkür der privaten Vermieter ausgesetzt und sie müssen nicht mehr für den Gewinn ihrer Vermieter blechen.

    1. Und die kommunale Wohnungsgesellschaft hat das Geld, das sie den Banken zurück zahlen muss, woher? Das ist das Geld der Mieter. Und wenn nach 30 Jahren der Kredit plus Zinsen von den Mietern getilgt wurde, dann stehen Sanierungen an. Für die das inzwischen durch zig Parteifunktionäre erweiterte kommunale Unternehmen kein Geld hat… Und der Bürger hat gar nichts dagegen, das die kommunalen Wohnungen zu Billigpreisen an Wohnungskonzerne verhökert werden. Schließlich müssen die heruntergekommenen Wohnungen saniert werden….

      1. Sie haben ja recht, in einer Gesellschaft, die auf neoliberale Grundprinzipien konditioniert worden ist, da funktioniert das Gesellschaftliche nicht mehr. Alles ist nur noch auf individuelle Kapitalvermehrung ausgerichtet. Der Staat zieht sich mehr und mehr aus ehemals gesellschaftlichen (und sozialen) Verpflichtungen zurück. Auch an der zunehmenden Unfähigkeit staatlicher Planungen zu sehen (wie bei diversen Bauprojekten).

        Nichtdestotrotz hat das System der genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungswirtschaft lange Zeit recht gut funktioniert – sogar nach dem Krieg, als Wohnungen Mangelware waren. Als mitteloser Student hatte ich in den 70er Jahren kein Problem in Köln eine bezahlbare Wohnung zu finden (und das obwohl Köln im Krieg stark zerbombt wurde). Davon können heutige Studenten nur träumen.

    2. Und dadurch werden dann die dringend benötigten Wohnungen gebaut? Das ist doch der Punkt, es werden nicht genügend Wohnungen gebaut und Sie meinen ernsthaft, dass es durch Ihr Model dann besser wird? Sehe ich nicht.

  6. Guter Artikel. Danke Roberto.

    Die Vonovia gebärdet sich in Berlin in weit größerem Maßstab so, wie einst der Spekulant Kaußen. Was um 1980 herum für bundesweite Empörung sorgte. Dass die Linkspartei dem einen Riegel vorschiebt, ist äußerst wünschenswert. Kommt jetzt aber nicht, wegen Kuschelns mit Hardcore-Terroristen und der Organisierten Kriminalität.
    Vielleicht schaut man sich jetzt doch einmal diese Clans etwas genauer an. Der Experte diesbezüglich ist Ralph Ghadban, der seine Analyse gleich mit der Feststellung beginnt, dass diese Clans mit der Hisbollah verbunden sind:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/video248266314/Islamwissenschaftler-Ghadban-Die-Clans-hier-in-Deutschland-sind-mit-der-Hisbollah-im-Libanon-verbunden.html

    Verbunden? Etwas genauer ist das die Hisbollah in Deutschland, welche mit ihren Verbrechen ihren Krieg gegen Israel finanziert. Beziehungsweise ist der Abu Chakr Clan die Hamas. Details kann Gadban natürlich nicht liefern, er ist ja kein Kommissar. Das wäre Aufgabe der Geheimdienste. Da passiert exakt nichts. Der Staat hat keinerlei Interesse, Licht ins Dunkel zu bringen. Es scheint, als ob der Tiefe Staat seine Hand über die Clans hält.
    Die vorige Koalition hat entschiedenen Kampf gegen die Clans versprochen. Eins sensationelle Enthüllung brachte dann einen illegalen Spielautomaten ans Tageslicht. Womit die Sache wieder einschlief.
    Nicht ganz. Es wurden dann doch 77 Immobilien konfisziert, darunter eine Villa. Es kann aber sein, dass diese von den Clans nicht mehr gebraucht werden. Nie wurde untersucht, inwieweit die Clans in den Captagonhandel Assads eingebunden waren. Assad hat Captagon für 58 Milliarden Dollar jährlich produziert. Diese wurden in arabische Staaten verschickt , was aber bemerkt wurde und dazu führte, dass die Pakete abgefangen wurden. Dann wurde das Captagon nach Deutschland verschickt und in Maschinen und Möbeln versteckt. Um von dort in die arabischen Länder verschickt zu werden. Wer hat dazu Arbeitskräfte und Räumlichkeiten? Die Hisbollah in Form von Clans. Die Hisbollah, die Assad im Jahr 2017 den Kopf gerettet hat. Passt.
    Da wurde nie hingeschaut. Im Gegenteil, es wurde proaktiv weggesehen. Vielleicht ändert sich das jetzt.

    1. Bevor ich meine 5DM.- dem WWF gebe, spende ich sie lieber der Hisbollah.
      Weil alles was Israel schadet, gut für den Rest der Welt ist.

  7. Chapeau!
    Eine wirklich weiterführende, gelungene und kluge Analyse des seltsamen Aufschwungs bzw. eher scheinbaren Aufschwungs der Linkspartei.

    Insbesondere die Darstellung des Bedeutungsverlustes dieser Partei in den nicht großstädtischen Räumen ist beeindruckend und gibt zu denken.
    Man fragt sich, in welchen Stadtagglomerationen diese Linke womöglich in Zukunft – ebenso wie in Berlin – noch ihre Sumpfblüten zum Leuchten bringen könnte?
    —

    Noch galliger und humorvoller hat es indessen gestern Alexander Marguier im „Cicero“ formuliert:
    „Elif und die 40 Räuber“
    https://www.cicero.de/innenpolitik/berlin-linkspartei-wahl-ferat-kocak-elif-eralp
    —

    Unwillkürlich fällt mir nun auch eine ebenfalls gestern gelesen Passage von Norbert Bolz ein, der darauf hinweist, dass die SED-Nachfahren den bewussten Satz von Brecht vom Juni 1953 nun doch verstanden haben:

    „Gewählt haben die Linken junge Frauen, Antifa-Sympathisanten, Kiez-Fetischisten aus Kreuzberg, vor allem aber Muslime. Und das ist die wichtigste Lehre, die man aus den Berlin-Wahlen ziehen müsste. Der Import von Muslimen ist die wichtigste politische Strategie der Linken. (…) Bertolt Brechts ironischer Rat an die Politiker, sich ein anderes Volk zu wählen, wenn die Bürger das Falsche wählen, wird von linken Regierungen ernst genommen.“
    (aus „Kontrafunk Aktuell vom 24. September 2026“)

  8. Ach ja, soweit ist es also schon gekommen. Weil die CDU die verköstigung von mitessern verweigert, sind die verarmten Remmo-Clan-mitglieder jetzt gezwungen, sich bei der wahlparty der Linken durchzuschlauchen. Dabei ist es ein wunder (oder justizversagen!?), dass bei den vielen straftaten, die diesem clan nachgesagt werden, immer noch einzelne mitglieder frei herumlaufen und nicht in staatlichen verwahranstalten zwangsverköstigt werden…

  9. Es ist wirklich schön zu sehen, die hier die ganzen AfD-Wähler gegen jeden sozialen Gedanken agitieren und es in kleinen den rechten Springer-Demagogen gleich tun.
    So findet zusammen, was zusammen gehört

    ……und Springer ehrt ja auch aktuell Peter Thiel wegen seinem Beitrag zur globalen Sicherheit!

    (von wem wurde Henry Ford nochmal der Großkreuz des Deutschen Adlerordens verliehen?)

    1. Es ist schon seltsam, oder? Da werden die von der AfD in sauteure Mietverhältnisse gepressten Bürgerinnen und Bürger einfach nicht schlau und wenden sich gegen Enteignungen von Wohnimmobilien.
      Oh wait. Es waren ja die PDS-ler (damal noch ohne *innen im Verein mit den Spezialdemokraten, die um 2004 einen erklecklichen Anteil des Berliner Wohnungsbestandes privatisiert haben. Auslöser war übrigens eine exorbitante Verschuldung der Stadt.

      Und sicher war es auch die AfD, die durch Öffnung der Grenzen und eine laxe Nachzugspolitik für ordentlich Zulauf nach Berlin gesorgt hat. Und die AfD war es auch, die die rotgrüne Gentrifizierung ehemaliger Arbeiterbezirke vorangetrieben hat.

      Ich gestehe, dass ich so ein dumpfes AfD-Gebashe kaum noch ertragen kann. Mich tröstet, dass diejenigen die das vorantreiben, schlicht und ergreift unwissend sind. Eine Debatte mit 95% der Linken und Grünen ist regelmäßig nach 10 Minuten vorbei, weil kein Faktenwissen und kein Verständnis komplexerer Zusammenhänge existiert. Die glauben ihrer eigenen Propaganda.

      Übrigens halte ich die AfD für genauso mäßig wie alle anderen Parteien. Das System UNSEREDEMOKRATIE fördert, egal in welcher Partei, Mittelmaß, Unfähigkeit und Kriecherei. Es ist schlicht am Ende.

  10. Im Hinblick auf eines der wichtigsten Wahlkampfthemen der Berliner Linkspartei – nämlich die Wohn- und Mietenproblematik – muss man noch mehr auf den inneren Widerspruch in der politischen Agenda der Linkspartei hinweisen:

    Einerseits beklagt sie den Mangel an Wohnraum und zu hohe Mieten, andererseits weigert sie sich aber zuzugeben,
    dass der auch von ihr gewollte Zuzug von allerlei Leuten nach Berlin ein ganz wichtiger Treiber des Problems ist!

    Zwar spielt beim Mangel an Wohnungen auch der soziologische und demographische Wandel eine Rolle (-> mehr allein-stehende Senioren, Zunahme der Singlehaushalte), aber die schlichte Tatsache der Bevölkerungszunahme darf auf keinen Fall ignoriert werden.
    Bei gleich bleibendem Angebot und steigender Nachfrage steigen eben die Preise!

    Jahr Bevölkerungszahl
    1990 3.433.695
    2000 3.382.169
    2010 3.460.725
    2020 3.664.088
    2025 3.913.644

    Also allein von 2020 bis 2025 etwa 250.000 zusätzliche Bewohner, die vermutlich keineswegs immer zu viert oder zu fünft eine Wohnung belegen.
    Im Grunde müsste für Berlin ein Zuzugsstopp beschlossen werden.
    —

    Das Geschäftsmodell der Linken ist durchaus raffiniert:
    1. Man fördert die Zuwanderung nach Berlin (wodurch Wohnungen knapp werden),
    2. dann bürgert die Migranten gerne schnell ein (damit sie wählen dürfen).
    3. Anschließend erregt man sich über die entstehende Wohnungsnot und
    4. spielt sich selbst als Helfer in der Not auf (als ob durch die Verstaatlichung die ZAHL der Wohnungen anstiege).
    5. Und am Wahlabend kann man sich dann genüsslich zurücklehnen und lukrative Abgeordnetenmandate genießen.

    Da fallen einem dann gleich jene bewusste Feuerwehrleute ein …

    1. 1. Die Wohn- und Mietenproblematik war allen Umfragen zufolge das Hauptthema der Wähler, die Linke ist nicht erst seit Beginn des Wahlkampfs mit der Problematik befasst.
      2. Seit wann ist die Linke für die Einbürgerung von Migranten verantwortlich?
      3. Mit überdurchschnittlichem Zuzug haben wohl fast alle Hauptstädte der Welt zu kämpfen. Berlin hat es leider seit Jahren versäumt, darauf Antworten zu finden. Dass es durchaus kein Hexenwerk ist, zeigt das Beispiel Wien.
      4. Vergesellschaftung im Sinne des Volksentscheids und des dahinter stehenden Konzepts ist nicht gleichzusetzen mit „Verstaatlichung“.
      5. Deine Bevölkerungszahl für 2025 stimmt nicht, sie lag per 31.12.2025 bei 3.700.577. Aber Deine Zahl passte ja so schön in Deine sonstige „Argumentationskette“…

      1. @Dirk

        1. Zur Bevölkerungszahl in 2025:
        Dann hat mir „duck.ai“ einen falschen Wert geliefert. Durch die KI „Perplexity“ wird Ihre Zahl bestätigt.
        Was nun wirklich stimmt, sei dahingestellt, da es am Grundgedanken meiner richtigen Argumentation nichts ändert.
        —

        2. Ist Ihnen tatsächlich entgangen, dass sich die Linke in besonderem Maße für offene Grenzen und Einwanderung von sog. „Flüchtlingen“ einsetzt? Kann ich mir schwer vorstellen.
        Wissen Sie nicht, dass sich eine Frau Rackete, die der Linkspartei ziemlich nahesteht, als Kapitän im Mittelmeer sogar an der Einschleusung beteiligt hat??

        3. Okay, mangels Regierungsbeteiligung ist die Linke nicht direkt an den leichtfertig raschen Einbürgerungen beteiligt, aber als Teil des linken Komplexes unterstützt und fordert sie dies natürlich – und profitiert davon.
        —

        4. Zuzug in Metropolen ist kein Naturereignis, dass man hinzunehmen hat wie Regen. Insbesondere wäre durch verantwortungsbewusste Stadtregierungen zu berücksichtigen, in welchem Maße eine Stadt hinsichtlich ihrer Infrastruktur (z.B. Straßenbreite, Baulandreserven) geeignet ist, Zuzug zu verkraften.
        Was geschieht, wenn das nicht getan wird, sehen wir ja in so einigen Großstädten der Dritten Welt.

        Komisch, dass hier ausgerechnet von Linken plötzlich ein erzliberales und krass neoliberales Anything Goes gefordert wird … !

        5. Ihr Hinweis auf andere wachsende europäische Metropolen besagt nichts, denn überall ist es ja die jeweilige Linke, die versucht, sich die Migranten als Klientel zu erschließen.
        —

        6. Wohnungsbau ist nun einmal nicht Aufgabe des Staates!
        Dass Wohnungsbaugesellschaften Gewinne erwirtschaften wollen, ist legitim. Wenn der Staat Sozialwohnungen finanzieren möchte, ist das auch legitim, wobei sich natürlich die Frage stellt, warum gerade zugezogene Nichtsteuerzahler davon besonders profitieren sollen … ?
        — —
        — —

        @andreas

        Vorhandenen Wohnraum „bedürfnisgerecht zu vergeben“ – wie Sie hier skandalöse Eingriffe eines dann totalen Staates verharmlosend formulieren – ist völlig inakzeptabel, da es ein unerträglicher sozialistischer Eingriff in die Freiheitsrechte der einzelnen Individuen darstellen würde. Kommen Sie mir nicht damit!!!

        Stattdessen: Zuzugsstopp!

        1. Ich erwische Dich beim manipulativen Gebrauch von Zahlen, Du gibst es zu aber bleibst bei Deiner im „Grundgedanken richtigen Argumentation“. Dass lasse ich mal so stehen…
          Deine Rumreiterei auf dem Thema Einbürgerung ist genauso manipulativ. Wer sich wirklich schlau macht wird leicht feststellen können, warum die Zahlen in Berlin seit geraumer Zeit steigen.
          Lerne erstmal den seriösen Umgang mit Zahlen, bevor Du Dich weiter zu solchen Themen äußerst.

    2. Sie seheh ja an ihren eigenen Zahlen, daß der Bevölkerungszuwachs, zuletzt stark gestiegen durch kulturkompatible, in der Regel antimuslimische ukrain. Kriegsflüchtlinge, kaum relevant ist. Also obwohl Sie selbst die Gegenbeweise für ihre Thesen auf den Tisch legen, kommen Sie mit ihrem üblichen rechtsextrem motivierten Quark um die Ecke.

      Wenn ein Zuwachs von 500.000 Tausend Bewohnern innerhalb von 35 Jahren in einer Großstadt wie Berlin zu angeblichen Wohnungsmangel führt, woran liegts dann wohl? Sicher nicht an der von Ihnen unterstellten „Umvolkung“. Wohnungsmangel, den es übrigens nicht gibt bzw. sich leicht auflösen würde, wenn man vorhandenen Wohnraum bedürfnisorientiert statt profitorieniert vergeben würde.

      1. Es gibt keinen Wohnungsmangel in Berlin? Sie meinen also, wenn man den vorhanden Wohnraum nur passend verteilen würde, dann würde es schon passen?
        Berlin ist übrigens unterhalb des Trends was die Zunahme an Wohnfläche pro Person in Deutschland betrifft. Im Gegensatz zum Rest des Landes stagniert es dort eher:
        https://steuerzahler.de/aktuelles/detail/wohnungsnot-in-berlin/?L=0&cHash=810fe747246dae08cefb4e62258b48e9
        Wie viel Fläche dürfte es nach ihnen denn pro Person sein? Und was ich für eine besonders interessante Frage halte: Wer organisiert ihre bedürfnisorientierte Wohnflächenverteilung?

  11. Es handelt sich um eine Hetzkampage der koordinierten kapitalistischen Rechten.
    Es geht dabei weder um den Remmo-Clan noch um Antisemitismus sondern um den Machterhalt der Kartellparteien samt AFD.

    Deren Alternative heisst auch nach dem Wahldesaster, weiter so mit dem Sozialraub zugunsten der Kriegswirtschaft und die soll jetzt emphatischer verkauft werden.

    Wer das nicht sieht der macht die Hose hinten zu.

    1. Der Widerstand der Linkspartei gegen die Kriegswirtschaft ist doch eher sehr leiser Natur. Man ist ja im Kampf gegen den herbeifantasierten Faschismus und für migrantische Vielfalt mit LGBTIQ+-Themen beschäftigt. Darüber hinaus findet man Gewalt und Zwang als probates Mittel zur Durchsetzung vorgeblich gesamtgesellschaftlicher Anliegen.

      Zwar wird manchmal im Nebensatz erwähnt, dass Rüstung Geld kostet, das an vielen anderen Stellen fehlt. Aber die Linkspartei tritt jetzt nicht unbedingt massiv in Erscheinung, diesen Zustand zu ändern. Wahrscheinlich ist der Betriebsrat in einer Rüstungsbude ein wichtigeres Thema als das, was in der Bude produziert wird.

      Man hört auch nichts mehr vom NATO-Austritt. Die Friedenstaube gehört nicht mehr zur Symbolik dieses Klubs.

      Die Gysi-Schwerdtner-Reichinek-Grünenberufspolitikerbruder-Linke ist eine wissensfrene, prokapitalistische und militaristische Partei mit totalitären und gewaltvererrlichenden Tendenzen im Umgang mit dem politischen Gegner. Darüber kommen ein paar Plakate vom guten Leben, bezahlbaren Mieten und irgendwas mit Klima und queer als Tarnanzug.

      Wer das nicht sieht, findet die Hose noch nicht mal, egal, ob er sie hinten der vorne schließt.

  12. Mal nee Frage: Könnte es sein das gegnerische Parteien der Linken diese echten oder vermeintlichen Clan-Gangster bei den zB. Partys der Partei DIE LINKE eingeschleust haben?
    Übrigens – die geplanten Macht- und Aktionserweiterungen der Geheimdienste würden so ein Verhalten fördern im Sinne der Erhaltung der existierenden Machtpositionen!
    Mensch, Mensch, Mensch – was kommt da auf BeeRDigen in der Zukunft zu ?!?!?

    1. Das Ganze ist eine Riesenverschwörung, dahinter steckt die Kirche des “ Fliegenden Spaghettimonsters“, die Zeugen Jehovas, sowie mehrere bayrische Trachtenvereine. Honecker war übrigens CIA- Agent und Egon Krenz ist ein Sohn des Dalai Lama. Hier tun sich Abgründe auf, man fasst es nicht mehr…

  13. Ich weiß nicht, ob sich Roberto de Lapuente an mich erinnert. Ich war die (linke) Katholikin, die in seinem Blog „Ad Sinistram“ damals so häufig von „Linken“ angegriffen wurde, weil ich aus den falschen Gründen das Richtige forderte und zwar aus einem sozialen Katholizismus heraus.

    Was wurde ich abgewatscht. Herr de Lapuente sprang mir aber immer wieder bei, das habe ich nicht vergessen.

    Ich habe lange nicht begriffen, wie das sein kann: Dass man Ähnliches will, aber sich nicht verbünden möchte.

    Bis ich es begriffen habe: Es ging nicht darum, armen Menschen das Leben ein wenig leichter zu machen. Es ging und geht um Ideologie. Es geht damit auch nicht um Migranten, die sind Mittel zum Zweck. Darum ist es auch nicht schlimm, wenn sich alteingesessene Migranten die Art und Weise einiger „Neuer“ zurechnen lassen müssen. Es ist nicht schlimm, wenn wirklich politisch Verfolgte sich die Ressourcen mit Glücksrittern teilen müssen. Alleine die Wartezeit auf den erlösenden Asylbescheid, wenn man wirklich verfolgt ist. Man muss sich nurmal vorstellen, man selbst wäre davon betroffen, das eigene Leben hinge davon ab.

    Ich war so eine Don-Camillo-und-Peppone-Linke: Die gehen links, die anderen rechts, aber alle auf der gleichen Straße.

    Was für ein naiver BS.

    Es geht nicht um Menschen. Es ist keine Liebe in vielen Linken. Es geht nicht darum, dass einem das Herz weh tut, wenn man eine alte Rentnerin gebeugt über einer Mülltonne nach Flaschen suchen sieht. Es geht nicht um den Zorn, der in einem aufwallt, wenn man sieht, wie freundliche Migranten behandelt werden, nur weil sie Migranten sind.

    Es geht um Ideologie.

    Es geht darum, dass man selbst „auserwählt“ sein will, dass man sich selbst als „gut“ fühlen will. Man will nichts Gutes tun, man will „gut“ sein. Und das führt dann dazu, dann man Essen aus der Gulaschkanone auch noch mit dem Teelöffel ausschenken würde, weil man dann noch mehr Menschen „helfen“ kann.

    Dass die alle nicht satt werden? Geschenkt. Darum geht es ja auch nicht. Es geht darum, dass man sich selbst in die Brust werfen will.

    Weil man es eben nicht spürt dieses Mitgefühl, von dem man selbst immer nur daherschwafelt.

    Fast überflüssig zu erwähnen, dass ich nach dieser Definition von „Links“ aber ganz sicher keine Linke bin und es auch nie war.

    1. Als Katholikin kann man aber auch keine wirkliche Linke sein. Gerade wie Katholische Männer mit Frauen umgehen, sollte doch als Erstes auffallen. So Personen gibt es, vielleicht sogar verschmähte Herz-Jesu-Marxisten, wären aber total am Rand irgendwo bei Pax Christi. Mir ist schon klar, dass man auch als Katholik Gutes tun kann, nur das mit der Ideologie braucht man der Partei „Die Linken“ als Katholik bestimmt nicht vorwerfen. Ob Partei oder Kirche, das sind Institutionen mit eigenem Gewicht, Machtstreben und Widersprüchen, die sich daraus ergeben. Die Exegese der Bibel der katholischen Kirche ist auch Ideologie, oft genug wissenschaftlich nicht haltbar. Von einem Ex-Katholik.

    2. @ Bettina-di-Monaco:

      Bemerkenswert beim Begriff „katholisch“ ist doch, dass er (mindestens) zwei völlig unterschiedliche Arten des Menschseins adressiert: Die Mehrheit der einfachen Glaubenden und die kirchlichen Würdenträger bzw. Funktionäre. Zweitere sind seit jeher (also seit es römische Staatskirche wurde) ein Machtinstrument, ein Wille zur Unterdrückung, ein Werkzeug der Herrschaft, das den ersteren peinlichst verborgen zu sein hat. Gut, alter Hut.

      Letztendlich ist es doch gleichgültig, wo oder wie auf der Straße gegangen wird, ob rechts, links, vor, zurück, getanzt, gesprungen, geschlichen oder marschiert, liegend oder fliegend… so lange eines Mensch bleibt und die anderen gleichfalls als Menschen wahrnimmt. Aber kirchliche oder sonstige, also jegliche Herrschaft behauptet, dass es nur diese eine Straße gibt, diesen einen Weg, sagt, wo er herkommt, wo er hingeht, wie er gepflastert ist und wie hoch die Bordsteine sind (um Mal im Metaphorischen zu bleiben). Und vielleicht ist der kirchlich verwaltete Katholizismus die erste vollkommen umgesetzte Urform aller Ideologie, des Scheidens der Menschen in Wissende und einfach Glaubende; der wohlfeil im Predigen Nehmenden und derjenigen, die aufrichtig dem katholischen Solidaritätsprinzip folgen und geben, bis sie nackt und bloß sind?

      Wie auch immer, an Ihren Ausführungen ist nichts substanzielles auszusetzen.
      Also einfach ein Mensch unter Menschen bleiben und erkennen, wer die Armleuchter sind.

  14. Volltreffer, dem ist fast nichts hinzuzufügen.

    > Im Grunde geht es um die ganz große Ideologie: angestrebte Massenmigration, offene Grenzen, noch besser: Abschaffung der Grenzen,

    Wer die Linken wegen Wonungen gewählt hat, Stichwort Pseudo Enteignung, bekommt das genaue Gegenteil. Noch mehr Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt. Die Kommunen (müssen) zahlen zudem hohe Summen um noch die letzte Wohnung aus dem Markt zu quetschen. Ein Markt auf dem Deutsche selbst suchen müssen.

    Im islamischen Bereich fischen, Stichwort Wahlrecht auch für Nichtdeutsche, brachte die höchste Zustimmung für die Linke. Der SPD kommt die Idee aber auch gelegen, bevor man unter die 5% rutscht. Sarazin hat irgendwie immer rechter. Ok das klingt ein bisschen falsch. 😉

    Was wäre echte soziale Politik, die Frage muss man sich auch mal stellen. Mehr Wohnungen bauen, Sozialbindung auf unbegrenzt verlängern, muss natürlich gegenfinanziert werden, sonst baut dann keiner mehr. Bürokratie reduzieren für günstigeres Bauen. Das senkt durch allgemein sinkende Mieten auch die Miet Zuschüsse die derzeit in die Taschen der Vermieter fließen. Das ist das eigentliche Problem. Das hilft allen, nicht nur einigen wenigen die dann in staatlichen Wohnungen wohnen dürfen. Enteignung ist Klientelpolitik, wenn man mal genauer hinschaut, Verbesserungen für wenige. Da fehlt dann nur noch das man die den eigenen Leuten zuschanzt. Anstatt gegen Vermieter zu hetzen, bessere Politik machen.

  15. Ein schöner Meinungsartikel darüber, wie die Frankfurt(Main)-er Blase die Berliner Blase sieht: von weit her, mit dem großen Blick, wo man sich dann die lästigen kleinen Details sparen kann?

    Also dann gucken wir mal:
    1. „die Hauptstadt hat mit dem Rest des Landes nichts zu tun – sie ist eine subventionierte Parallelwelt, in der Probleme gewälzt werden, die andernorts völlig belanglos erscheinen. First-World-Problems – Big-City-Problems.“
    Ich habe in den 90ern in Berlin dabeigesessen, als der größte Teil der Berliner Großindustrie abgewickelt und in die westlichen Teile der Republik verlagert wurde. Es hieß damals schon Deindustrialisierung, und die Wirkungen sind bis heute deutlich zu sehen. Die ganze materialwissenschaftlich-intensive innovative Industrie kam nach München, medizinische nach Hessen, usw. Begründung des westberliner Teils: abrupter Wegfall von Berin-Subventionen, damit unwirtschaftlich. im Ostteil: sowieso verrottet, nicht konkurrenzfähig. Das war politisch und konzernseitig gewollt und geplant. Diese Deindustrialisierung war ein Konjunkturprogramm für Bayern, Hessen, NRW – dort, wo jetzt am Lautesten über diese (dadurch verursachten) Berlinsubventionen gejammert wird.
    2. „Außerdem: Wer mag schon Vonovia und Konsorten? Natürlich sind das die Profiteure der Wohnungsnot – einer Wohnungsnot, die es nicht in diesem Maße gäbe, wären Bund und Länder ihrem Auftrag, sozialen Wohnraum zu schaffen, auch nachgekommen. “
    Falsch. Das Land Berlin hatte von der Bundesregierung Kohl in den 90ern die klare Weisung und Gesetze bekommen, die den Wohnungsleerstand (und damit die niedrigen Mieten…) in Berlin beseitigen sollten. Die Arbeitskräfte waren ja auch in den Westen gegangen… Waren die Mieten so niedrig, daß Hausbesitzer unter der Brücke schlafen mussten? Natürlich nicht. Aber die Profite waren zu klein, international im Volumenvergleich völlig unerheblich – aber mit riesigem Spekulationspotential nach oben. Also riss man Wohnblöcke (teils unter 10 Jahre alt!) entweder komplett ab oder baute sie zurück, gleichzeitig wurden nach dem Altschuldentilgungsgesetz Wohnungen im Tausenderpack an Privat für Spottpreise vertickt – den Mietern wurden sie erst gar nicht angeboten. Eine 3-Zimmer-Wohnung für 10.000 €? Mancher Mieter hätte zugeschlagen, aber denkste. Mit diesen Wohnungen wurden den Vorläufern der heutigen Immo-Konzerne erst der Grundstock gelegt. Und als dann der Regierungsumzug kam, wurden Wohnungen auch prompt knapp.
    3. „Dass staatlich verwaltete Wohnungen vorteilhaft sein sollen, kann man auch im ehemaligen Ostblock erfragen. Am Ende mussten in vielen Ländern Osteuropas ganze Wohnkomplexe privatisiert werden – meist kauften die Mieter den Wohnraum –, weil die Staaten in etwa so vermögend waren, wie es das heutige Berlin ist.“
    Och nöö… Wo sollten damals in den verarmten Ostblockländern die Mieter denn das Kapital für einen Wohnungskauf herhaben? In Rumänien, Bulgarien, Russland, mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise des Zusammenbruchs?
    Ging nicht. Das wussten die dortigen Regierungen natürlich und wählten einen anderen Weg: den jeweiligen Mietern wurden die Wohnungen (die sie ja schon mit ihren Steuern an den Staat, der sie dann baute, bezahlt hatten) ALS EIGENTUM ÜBERGEBEN – also geschenkt. Wohneigentumsquote in Rumänien liegt laut Eurostat- und EU-Daten deshalb bei rund 94 bis 95 Prozent und ist damit die höchste in ganz Europa. Bulgarien Ende 2025 bei 86,1 Prozent. Russland 91,6 % bis 92,6 %. Daher kommt’s.
    Nicht so in der BRD. Die ehemals volkseigenen Wohnungen wurden mit Schulden beladen. Damit sollte Profit für Banken und Konzerne realisiert werden.
    4. „kann man diesen Schritt wagen, den Wohnraum verstaatlichen: “
    Schon wieder daneben. Verstaatlichung (wie in der DDR) eben nicht, sondern Vergesellschaftung. Also nicht staatliche Bürokratie und Ämterwirtschaft, sondern Selbstverwaltung wie in einer Genossenschaft. Ein feiner, aber nicht kleiner Unterschied. Und es geht auch nicht um einen Ankauf der Wohnungen zum Spekulations-Marktwert (bei ausreichend Gewinn – sprich maximaler Plünderung der Staatskasse – würden die Immokonzerne das wohl sogar lieber heute als morgen und sogar freiwillig machen), sondern um Entschädigung nach dem Ankaufswert. Also eben ohne leistungslosen Spekulationsgewinn.
    5. „In Neukölln fuhr die Linke teils absolute Mehrheiten ein. Das muss nichts bedeuten – kann es aber. Ein Anfangsverdacht ist jedenfalls entstanden.“
    Dass ausgerechnet in Neukölln momentan die heftigsten Gentrifizierungskämpfe von ganz Berlin im Gange sind, hat also überhaupt nichts zu bedeuten. Auch nicht, daß dort wohl die meisten und größten Armutsbezirke in ganz Berlin liegen. Neinnein, da muss ein Anfangsverdacht her. Ich kotz gleich.

    Fazit; miserabel recherchierter Meinungsartikel. Aber wenn Roberto dazu steht, soll es so sein. Fördert ja auch die politische Diskussion, nicht wahr? Es sei denn, die Moderation…. aber ich wart es ab.

    1. Kohl hätte irgendwas angewiesen? Der Bundeskanzler hat keine Weisungsbefugnis gegen ein Bundesland.
      Wohnungen in ehemaligen soz Ländern wurden verkauft nicht verschenkt, allerdings recht günstig. Ja das hätte man hier auch machen können.

      Die Wohnungsnot von heute kommt aber nicht aus den 90ern. Die kam mit der Flüchtlingskrise 2015 und dem Verkauf der Wohnungen durch eine linke Regierung 2004.

      > Fazit; miserabel recherchierter Meinungsartikel.

      Mir scheint einige wollen die Fakten nicht wahrhaben, da werden lieber uralte Kamellen rausgesucht.

      1. Nach dem Mauerfall gab es 590 000 landeseigene Wohnungen.
        Ca 210 000 wurden unter Diepgen und Wowereit verkauft.
        Ganze Wohungsbaugesellschaften wechselten den Besitzer.
        Das war vor der Fluchtwelle 2015. 2011 bin ich umgezogen, ich hatte trotz Dringlichkeit eine Wohnung nicht genommen die ich hätte bekommen können.
        Man hat mich regelrecht angeschrieen wegen dieses Fehlers. Das war damals schon ein 5er im Lotto.
        Heute ist es so dass Vonovia in Neukölln Wohnungen in Einzelzimmer zerlegt die auf Zeit vermietet werden, Gewinnzuwachs 5000%. Nix mehr mit ganzen Wohnungen, das war gestern.
        Wer heute eine Wohnung sucht, sucht im Umland. In der Stadt ist sinnlos.
        Die Geflüchteten jedoch sind nicht in Wohnungen sondern in Wohncontainern und leeren Büros etc untergebracht.

        1. > Ca 210 000 wurden unter Diepgen und Wowereit verkauft.

          Du erwähnst Diepgen aber die Linke erwähnts du nicht. Ja das mag sein das Diepgen auch Wohnungen verkauft hat, nur die CDU ruft jetzt auch nicht nach Enteignung. Merkstes, du hast keine objektive Sicht mehr.

          Die Linke tut so als wäre sie der Retter der Enterbten, dabei hat sie selbst mitgeacht. (Übrigens auch beim größten Aufrüstungsschuldenpaket der Nachkriegsgeschichte, anderes Thema). Das ist Heuchelei.

          Es war damals schon ein Fehler, von allen. Mir war das auch damals schon bewusst. Man hat zum Stopfen des aktuellen Haushalts das Tafelsilber verkauft. Das was man heute auch wieder macht. Das ist aber nie eine gute Idee.

      2. „Kohl hätte irgendwas angewiesen? Der Bundeskanzler hat keine Weisungsbefugnis gegen ein Bundesland.“ Das hatte ich auch so nicht geschrieben, sondern „hatte von der Bundesregierung Kohl in den 90ern die klare Weisung und Gesetze bekommen“

        Natürlich hatte ein Bundeskanzler nie irgendeine Weisungsbefugnis, und eine Bundesregierung nie eine Gesetzgebungskompetenz oder Ähnliches, Kohl war immer nur Grüßaugust (/sarcasn).
        Nie vom „Altschuldenhilfegesetz“ gehört? Natürlich hat das nicht Kohl persönlich gebaut, nur sein Kabinett, und der Bundestag hat das mit der Mehrheit seiner Partei beschlossen – lax formuliert, naja.

        „Wohnungen in ehemaligen soz Ländern wurden verkauft nicht verschenkt, allerdings recht günstig. Ja das hätte man hier auch machen können.“
        Warst Du dort? Hast Du mal eine solche Verkaufsurkunde / Übertragungsurkunde gesehen? Ist ein Verkauf für 1 DM ein Verkauf oder doch eher eine Schenkung?

        „Die Wohnungsnot von heute kommt aber nicht aus den 90ern. Die kam mit der Flüchtlingskrise 2015 und dem Verkauf der Wohnungen durch eine linke Regierung 2004.“ Die Leerstandsquote war trotz umfangreicher und staatlich gesponsorter Abrissaktionen um 2010 immer noch zu hoch, die Mietern wollten immer noch nicht steigen. Das Kapital darbte, die Spekulation wollte einfach nicht flutschen.
        Da kam so eine kleine Nachhilfe namens Flüchtlingskrise (selbst gemacht durch den Entzug von Lebensmittelhilfen aus der BRD für die Flüchtlingslager im Nahen Osten) gerade recht.
        Der Verkauf von Wohnungen aus dem staatlichen Bestand wurde damals mit den Schulden aus der Berliner Bankenkrise (wer hatte die noch mal zu verantworten?) quasi vom Senat erpresst. Natürlich waren einige Neulinge im Berliner Sumpf damals so dumm, sich erpressen zu lassen… man wollte ja unbedingt Verantwortung zeigen…

        1. Du widersprichst dir selbst. Weisung geht nur mit Weisungsbefugnis. 😉

          „Warst Du dort? “ ich komme aus einem soz. Land. Kenne auch Leute die eine gekauft haben. Och und nun?

          „Natürlich waren einige Neulinge im Berliner Sumpf damals so dumm, sich erpressen zu lassen… man wollte ja unbedingt Verantwortung zeigen…“

          Hinterher sind alle immer Opfer. Woher kennen wir das nur. Es war deren Entscheidung, dafür wurden sie gewählt.

          Apropo beim Megaschuldenpaket für Aufrüstung war die Linke da auch Opfer? Sollten wir da einen Beileids Blumenstrauß schicken?

          1. „„Warst Du dort? “ ich komme aus einem soz. Land. Kenne auch Leute die eine gekauft haben. Och und nun?““
            Das hört sich bisschen unscharf an.
            Aus welchem Land kommst denn Du, wenn ich fragen darf? Und wann bist Du dort weggegangen?
            Polen hat m.W. nicht an die Mieter übereignet. Wie viel haben denn die Leute bezahlt?

  16. Mein erster Gedanke nach den Meldungen zu den Verstrickungen in Berlin: Das alles passt zu den antibuergerlichen Traditionen dieser Stadt wie die Faust auf’s Auge.

    Als gebuertiger Schwabe, der seit bald 20 Jahren in Berlin lebt, bemerke ich, wie unterschiedlich die politischen Kulturen zwischen Suedwest- und Nordostdeutschland letztlich sind. Berlin ist rauher, proletarischer, juenger und damit weniger verwurzelt, oftmals erinnert das Verhalten der Einwohner an Leute, die man früher als das Fahrende Volk bezeichnet hätte, dies gilt auch fuer den politischen Betrieb. Das kann sich einerseits befreiend, vor wenigen Jahren sogar euphorisiernd auf den Einzelnen auswirken, andererseits ist eine gefaehrliche Naehe zu kriminellen Energien nicht von der Hand zu weisen.

  17. Zu dem RdL Artikel fällt mir nicht mehr viel ein.
    Ausser vielleicht, daß für die Populismuskeule nun endlich was zum bearbeiten gefunden wurde.
    Um nicht in den Verdacht des Linkenbashings zu kommen, sollten die Protagonisten mal flott schauen wer sich so auf den Wahlparties der anderen politischen Richtungen so rumtreibt und ob das akzeptabel ist.
    Ich will nix schönreden, aber klauen kann man auch mit dem Kugelschreiber. Das wird dann auch nicht Bildung einer kriminellen Vereinigung genannt.

    Der Link unten geht zu einer Zusammenfassung der Bestechlichen (besser wohl Handaufhalter) in der ansonsten wohl anständigsten, honorigsten und auch staatstragensten Partei im Land. Ganz frisch mal zusammen gefasst.
    https://substack.com/inbox/post/216428387

    1. Nicht schlecht und nicht daß es eine weitere Bestätigung gebraucht hätte um aufzuzeigen von welch bestechender Einfachheit die kapitalistische Grundordnung ist. Auch nicht schlecht ist auf der Seite das Dossier der Co-Vorsitzenden der sog. Alternative für Deutschland.
      Der Artikel allerdings in dem auf die Psyche von Wählern der sog. Alternative für Deutschland eingegangen wird wirkt doch sehr wie Psychologismus. Was aber noch nicht das Schärfste daran ist, denn zum Anwalt nimmt man sich dabei Mai Thi Nguyen-Kim. Den Fleisch gewordenen Scientismus.

      Ein Dossier der sog. Wissenschaftsjournalistin wäre gewiss genauso interessant wie das der vermeintlichen Gegnerin:

      „Ganz rational betrachtet ist eine Impfpflicht sogar weniger krass als die Gurtpflicht im Auto. Denn der Sicherheitsgurt schützt ja nur mich selbst. […] Leider stecken wir ja nicht nur Leute an, die sich gegen eine Impfung entschieden haben, sondern auch Geimpfte (weil der Impfschutz halt nicht 100 Prozent ist) oder Kinder, die noch auf die Zulassung des Impfstoffs warten. […] Die Risiken einer Impfung stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken einer Coronainfektion. Wer also Angst vor eventuellen sehr seltenen Nebenwirkungen einer Impfung hat, müsste sich konsequenterweise vor Angst schreiend in die Hose machen vor einer Coronainfektion, die man, wie gesagt, auf jeden Fall bekommt – wenn man nicht geimpft ist. Es ist so wie Angst zu haben, dass man sich beim Anschnallen im Auto den Finger einklemmen könnte, oder dass der Sicherheitsgurt bei ‘nem Unfall das Schlüsselbein bricht, aber keine Angst zu haben, unangeschnallt aus dem Auto zu fliegen und zu sterben.“

      Mai Thi Nguyen-Kim, Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin, maiLab – Impfpflicht ist OK (YouTube-Video), [Zeitstempel: 02:51; 06:50], 14. November 2021

      Ich mein ja nur wegen hier ein Gemetzel und da ein Gemetzel:

      Wissenschaftler und Mediziner fordern sofortigen Stopp von mRNA-Impfungen

      Experten: Überprüfung der Präparate durch Paul-Ehrlich-Institut mangelhaft / Fehlende Untersuchungen zum Krebsrisiko und zur Auswirkung auf kommende Generationen / Verdachtsfälle: Außergewöhnlich hohe Rate an Nebenwirkungen und Todesfällen / Weitere mRNA-Impfstoffe in EU zugelassen, zusätzliche Ausweitung geplant
      19. September 2025
      Berlin.
      (multipolar)

      Hunderte Experten aus Medizin und Wissenschaft fordern die sofortige Aussetzung aller mRNA-Produkte „bis das klinische Nutzen-Risiko-Verhältnis transparent geklärt ist“. Der Aufruf „Risikowarnung Arzneimittelsicherheit mRNA-Moratorium JETZT!“ des Bündnisses „Menschliche Wissenschaft und Medizin“ mit Vertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde von mehr als 200 Erstunterzeichnern unterstützt. Auf einer Pressekonferenz des Bündnisses zum Start der Kampagne am 16. September erläuterten verschiedene Fachleute ihre Bedenken hinsichtlich der mRNA-Präparate.

      So wies der Chemieprofessor Gerald Dyker auf die mangelhafte Überprüfung der Präparate durch das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hin. Untersucht würden nur Proben, die der Hersteller zur Verfügung stelle. Die Wirksamkeit werde angenommen, nachdem zuvor lediglich ein „Schnelltest“ auf oberflächliche Kriterien erfolgt sei. Die Zulassung durch die europäische Arzneimittelagentur EMA sei mit einer niedrigen Anforderung von nur 50 Prozent intakter mRNA erteilt worden. Unklar sei, was die defekten mRNA-Anteile in den Körperzellen ausrichten. Die Schweizer Apothekerin Christina Del Prete ergänzte, die Auswirkungen der Inhaltsstoffe auf folgende Generationen (Genotoxizität) und Krebsrisiko (Karzogenität) seien trotz bekannter Warnung aus einem Moderna-Patent von 2018 nicht untersucht worden.
      (…)
      Der Hausarzt Erich Freisleben, der hunderte Impfschäden dokumentierte, stellte fest, dass schwere Symptome „innerhalb von 14 Tagen nach Impfung“ auftraten. Die Impfspikes seien „über Jahre“ im Körper „nachweisbar“. Sie seien Plazenta- und Gehirn-gängig. Laut dem Luzerner Statistikprofessor Konstantin Beck sei „in 26 von 38 untersuchten europäischen Staaten einschließlich der Türkei“ „seit 2022 ein schlagartiger Einbruch der Lebendgeburten zu verzeichnen“.
      (…)
      Dies sei auch angesichts jüngster Entwicklungen bemerkenswert: Die mRNA-Technologie als Plattform für weitere Impfstoffe sei in der EU schon zugelassen worden. Die Pharmafirmen planten eine weitgehende „Umstellung der klassischen Impfstoffe auf mRNA-Stoffe“, einschließlich Impfstoffen für Tiere, erklärte Chemieprofessor Dyker auf der Pressekonferenz und warnte, dass die Ausweitung auch kommende Generationen betreffen werde.

      https://multipolar-magazin.de/meldungen/0315

      Was treiben eigentlich so gefüllt achtundneunzig Prozent der sog. Journalisten und der sog. Wissenschaftler? Augen zu und durch, hoffen daß man irgendwie durch den großen Neustart kommt?

      Das Universum ist doch so groß. Was muß man doch für ein unverschämtes Glück gehabt haben ausgerechnet in diesem Irrenhaus zu landen.

  18. Biene Maya hat recht. Hier wird eine Kampagne gegen die Berliner Linke gefahren um sie vom Regieren fernzuhalten. Der ultimative Aufhänger ist aber nicht die Verbindung zum Remmo-Clan sondern das Totschlag-Argument ist „Antisemitismus“. Die rote Linie des neoliberalen Regimes heißt „Vergesellschaftung“. Diese rote Linie darf nicht überschritten werden. Man fürchtet aber auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema, da ihnen die Argumente ausgehen und die Sache weiter vorangetrieben werden könnte. Deshalb der Umweg über eine Antisemitismus-Kampagne, die außerdem so gut wie immer erfolgreich ist.

    Vorreiter der Kampagne sind die Springer-Medien. In Welt-TV ist der „Antisemitismus der Linken“ in dieser Woche das Haupt-Thema. Das erinnert in fataler Weise an die Antisemitismus-Kampagne der britischen Medien gegen den Sozialisten Corbyn (2015-2020 Führer von Labour), der auch Vergesellschaftung zur Diskussion stellte und dessen Labour-Partei einen enormen Zulauf bekam und die „Gefahr“ bestand die Wahlen zu gewinnen. Die damalige Hetz-Kampagne war schließlich erfolgreich und der Sozialist Corbyn wurde durch den Neoliberalen Starmer ersetzt.

  19. Scheintote sind nicht tot.
    Schein-Linke sind nicht links.
    Und Die Linke ist längst von einer scheinbaren Alternative zu einer Systempartei mutiert. Jetzt wird nur noch an einigen rauen Stellen geschliffen mittels Clan -Story und anderem, und sie wird sich einpassen. Sonst wären die lukrativen Posten in Gefahr.
    Die „Vergesellschaftung“ wird es erweisen, leider undurchführbar, wird es dann heißen.
    Die Wohnungspolitik wird wie bisher die Großkonzerne bedienen.
    Hatten wir das nicht schon mal?

  20. Schon wieder so ein Beitrag für die Tonne!

    Man kann und muss „die Linke“ stundenlang kritisieren. Keine Frage. Der Punkt ist nur das „Wie“ und das „Wofür“. Der vorliegende Text dagegen ist ein schönes Beispiel dafür, wie man die Selbstgerechtigkeit der anderen kritisiert und dabei eine eigene Selbstgerechtigkeit von erstaunlichem Ausmaß zur Schau stellt.

    Das Grundmuster wird schnell klar: „Die Linken“ (wer immer das ist) lebten in ihrer „Bullshitbubble“. Dieser Befund ist uralt, dafür ist der Anglizismus neu, und deutsche Ausdrücke hatte man offenbar genauso wenig zur Hand wie die (vermeintliche) Gegenseite, die nur noch „chillen“, „gamen“ oder „happy“ sein kann. Die Großstädter sind auf jeden Fall alle irgendwie „shitty“, also „weltfremd“. Ihre Themen sind „Bullshitthemen“, ihr Milieu ist ein „Bullshitteriat“ – überall nur „Scheiße“, aber zum Glück steht ja die Stimme aus dem Off daneben und hat den klaren Blick auf die Wirklichkeit. Oder zumindest auf das Jauchefass. Leider ist das keine wirkliche Analyse, sondern die gute alte Lust am Herabschauen. Nur eben mit umgekehrtem Vorzeichen.

    Dann sind da die Zahlen, mit denen der „linke Bedeutungsverlust“ dokumentiert werden soll. Da lohnt sich ein Blick auf die Methode. Man nimmt die passenden Jahreszahlen, stellt sie nebeneinander und erhält – voilà – einen „dramatischen Niedergang“, der damit offenbar schon bewiesen ist. Nur dumm, dass man mit derselben Methode auch eine ganz andere Geschichte erzählen könnte.

    Die „politische Linke“ aus SPD, Grünen, Linken und BSW hat etwa in Sachsen-Anhalt zuletzt um fast sieben Prozentpunkte zugelegt. In Berlin hatte das „linke Lager“ seit der Wende in jedem Senat die Mehrheit der Sitze – so auch diesmal. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Verteilung der politischen Lager 2026 praktisch deckungsgleich mit jener von 1990; verändert hat sich vor allem, welche ‚linke‘ Partei welchen Anteil davon abbekommt. Hinzu kommt: „Die Linke“ in Brandenburg steht laut jüngsten Umfragen wieder bei zwölf Prozent, in Sachsen hat sie ihr Ergebnis gegenüber 2024 verdoppelt und in Thüringen käme sie heute auf 16 Prozent. Ob man daraus eine „Renaissance“ ableiten will, ist eine Sache für Kunsthistoriker. Auf jeden Fall taugt es nur begrenzt als Beleg für einen geradlinigen und unaufhaltsamen „Niedergang“.

    Und genau hier wird es interessant: Die Konjunktur einer einzelnen Partei wird offenbar mit der gesellschaftlichen Entwicklung eines ganzen politischen Lagers verwechselt. Merkwürdig, wie schnell aus einem parteipolitischen Auf und Ab plötzlich eine Diagnose über den Zustand einer ganzen Gesellschaft werden kann. Denn was bei der Linken als „Transformationsprozess“ erscheint, könnte man beim BSW genauso gut als dramatischen Absturz schildern. Man könnte fragen: Gedeihen beim BSW womöglich „Vorstellungen von einer Welt, die keinerlei Realitätsbezug aufweisen“? Oder liegt da alles an der Briefwahl?

    Vielleicht ist die Wahrheit viel prosaischer: Parteien steigen auf, Parteien steigen ab, Wähler wandern zwischen ihnen, neue Parteien entstehen und verschwinden wieder. Und die Lager bleiben insgesamt erstaunlich gleich. Nur ist das natürlich eine deutlich weniger befriedigende Geschichte als die große Erzählung vom selbstgefälligen Untergang der anderen.

    Besonders hübsch wird es später beim Vorwurf des Whataboutism. „Die Linke“ sage sinngemäß: „Was ist mit dem Immo-Clan?“ – und das soll ein Ablenkungsmanöver sein. Anschließend werden in einem Aufzug Migration, offene Grenzen, Identitätspolitik, Krieg, Kriminalität, Grundrechte, Migration, Enteignung, Kriminalität, Polizeiarbeit, Länderfinanzausgleich, Migration, Osteuropa, Kriminalität und die vermeintliche Dekadenz Berlins und aller Berlin-ähnlichen Großstädte zusammengerührt, wie es ein Subway-Verkäufer mit seiner Salatsoße kaum besser hinbekäme. Garniert wird das Ganze wahlweise mit einem Klecks „Migrantenkriminalität“ oder „kriminellen Migranten“ – Themen, die offenkundig so selten behandelt werden, dass man sie nun gleich im Dutzend unters Volk bringen muss. Und offenbar ist bei dem Ganzen auch der „Whataboutism“ nur dann ein Problem, wenn ihn die andere Seite betreibt.

    Noch bedenklicher ist der Umgang mit dem sogenannten „Anfangsverdacht“. Ja, es gibt Fragen: Warum war Remmo dort und nicht zeitgleich mit dem Verfasser beim Italiener? Das sollte man klären. Auch ich mag es nicht, versetzt zu werden. Aber in Berlin gibt es jeden Abend eben genug Möglichkeiten, seine Zeit zu vergeuden. Auch als Clanchef muss man nicht unbedingt sein Geld für aglio al olio ausgeben, wenn anderswo Häppchen gereicht werden. Und beim Sieger speist es sich nun mal am besten.

    Der Punkt ist: Aus einem öffentlichen Auftritt, einem Chatkontakt und dem Wahlergebnis einer Partei in Neukölln eine mögliche Zusammenarbeit mit organisierter Kriminalität zu konstruieren, ist zunächst einmal genau das – eine Konstruktion. Wer Beweise verlangt, sollte nicht selbst aus Versatzstücken und vorgefassten Meinungen eine Indizienkette basteln, die allenfalls den schiefen Turm von Pisa in der politischen Verdachtskulisse ergibt.

    Und dann diese erstaunliche Sicherheit, mit der ganze Bevölkerungsgruppen abgeurteilt werden. „Urban“, „Migrant“, „islamisch“, „Bullshitbubble“ – das sind hier weniger analytische Kategorien als soziale Schubladen. Eine Schubladierung, gegen die man sich sonst immer so geflissentlich wehrt. „Die Linke“ soll angeblich nicht mehr in der Lage sein, „außerhalb“ ihrer Milieus zu denken. Nun – schafft das die SPD? Die FDP? Die AfD? Ist ja auch egal: Das wäre ja Whataboutism (auch dafür hat man offenbar kein Wort). Es genügt, dass man beim Schreiben bemerkenswert problemlos im eigenen Milieu denkt: Hier die abgehobenen Großstädter, dort die vernünftigen Menschen außerhalb des Molochs. Auch das ist eine Blase, nur eine, die sich selbst gern für die Wirklichkeit hält.

    Überhaupt ist der interessanteste Widerspruch des Textes sein Verhältnis zur Selbstgefälligkeit. Es wird beklagt, dass „die Linke“ sich moralisch überlegen fühle und ihre Gegner nur noch als „Rechte“, „Reaktionäre“ oder „Menschen ohne Empathie“ wahrnehme. Gleichzeitig wird der politische Gegner als „verblendet“, „naiv“, „ideologisch“, „weltfremd“ oder „lächerlich“ beschrieben. Man kann und sollte das Moralisieren der anderen zweifellos kritisieren. Man sollte dann aber aufpassen, nicht aus der eigenen Fähigkeit, die anderen zu durchschauen, eine neue Form moralischer Überlegenheit zu machen. Oder, noch einfacher: nicht ausgerechnet jene rhetorische Methode zu kopieren, die seit Jahr und Tag überall nur „Linke“, „Grüne“, „Versiffte“ und „links-grün-Versiffte“ zu erkennen glaubt – insbesondere wenn ihr auch nur in einem Punkt widersprochen wird.

    Vielleicht liegt genau darin auch das eigentliche Problem hier. Es wirkt weniger wie eine ernsthafte Selbstkritik „der Linken“ als eine Selbstinszenierung von Enttäuschten, die inzwischen einen gewissen Genuss oder Kitzel daraus ziehen, den eigenen (ehemaligen) Laden von oben herab zu betrachten. „Ich bin immer noch „links“, aber ich habe längst erkannt, dass die anderen „Linken“ verrückt geworden sind“ ist schließlich eine außerordentlich komfortable Position: Man behält die so wichtige moralische Herkunft und Deutungshoheit und bekommt gleichzeitig die intellektuelle Überlegenheit noch gratis mit dazu.

    Dabei wäre eine wirklich interessante linke Kritik möglich gewesen. Zur Not könnte man die KI fragen, die ja bereits die Bilder liefert. Etwa: Wie geht man von „links“ aus mit organisierter Kriminalität um? Gibt es Grenzen von Sozialarbeit und Prävention – und wo liegen sie? Welche Konsequenzen hat die Wohnungsnot tatsächlich? Das sind zumindest Fragen, die sogar eine KI ausspuckt. Stattdessen bekommt man zum Start ins Wochenende eine clanmäßig große Abrechnung, in der ein Berliner Vorfall zum Beweis für praktisch alles herhalten muss, was der Betrachter an der heutigen „Linken“ (oder wen auch immer man dafür hält) nicht mehr leiden kann.

    Das ist nicht besonders analytisch, dafür aber ziemlich menschlich: Man erkennt die Selbsttäuschung der anderen sehr zuverlässig – und die eigene dafür umso schlechter. Vielleicht ist das sogar der eigentliche Witz dieses Textes: Er will den selbstgefälligen Untergang der anderen beschreiben und führt dabei vor allem vor, wie befriedigend es sein kann, sich selbst beim Durchschauen der anderen zuzusehen.

    Vielleicht sollte man deshalb auch den Titel umdrehen. Der Text dokumentiert weniger den Untergang „der Linken“ als die erstaunliche Befriedigung, die manche daraus ziehen, ihn kommen zu sehen.

    1. Was für ein Geschrei, worüber eigentlich? Über den Platz einer Linken im bürgerlichen kapitalistischen Parlamentsbetrieb, dem Kern des Herrschaftssystems, wo es um den Beitrag der Parteien zum Erhalt dessen geht?
      Resignierte nicht schon der ältere, aber leicht besoffene Herr Tucholskys vor langem: Sehn’se mal. Die Wahl ist der Rummelplatz des kleinen Mannes. Alle 4 Jahre tun wir so, als ob. Aber rejiert und uffjelöst wern wer doch.( Stegreif)

    2. @ Sepp Gladiola:

      Wow!

      Die Balance der menschlichen Sichtweise ist der der KI weiterhin haushoch überlegen, hier ist ein Beweis. Sehr geiler Kommentar, der Deine Methode, bzw. die Ergebnisse Deiner vorangegangenen Analyse konsequent anwendet. Und wie magisch bestellt ist dann der heutige finale Artikel von Florian Rötzer mit »Wenden sich die Amerikaner allmählich dem Sozialismus zu?« betitelt (tatsächlich habe ich den jetzt noch nicht gelesen), wobei in DE anscheinend eine ähnliche Bewegung stattfindet, die aber medial heftigst ignoriert und in unverfänglichen Details – wie von Dir beschrieben – bekämpft wird.

      Keiner hat Bock auf Lobhudelei, deswegen nur die folgende Anmerkungen:

      Bei diesen ganzen »Bull*«-Deklinationen frage ich mich, ob das Präfix „Ox*“, wenn man bei Anglizismen bleiben möchte, nicht treffender wäre?

      Die präziseste Übersetzung für »Whataboutism« wäre wohl „Von der Kernfrage ablenkend“. Und da ist man genau bei der Sache: Niemand will die „Kernfragen“ auch nur benennen, denn allein das wäre schon gefährlich. Das ist etwas, was ich an der deutschen Sprache mag, obgleich das natürlich auch im Englischen möglich ist, aber vielleicht ist das ein kleiner Unterschied: Die Neigung zur Kondensation auf ein Wort oder auf einen Satz.

      Der Text dokumentiert weniger den Untergang „der Linken“ als die erstaunliche Befriedigung, die manche daraus ziehen, ihn kommen zu sehen.

      Und die traurige Selbstberuhigung, nicht als einziger dort gescheitert zu sein.

      ______

      @ OberstMeyer:

      Was für ein Geschrei, worüber eigentlich?

      Mir ist nicht ganz klar, was Sie mit »Geschrei« meinen:
      Den Artikel? Da würde ich zustimmend schweigen.
      Den Kommentar? Dann würde ich sagen, Sie sind doch etwas zart besaitet, eine profunde Genervtheit als »Geschrei« zu lesen. Ein Nihilismus des fluffigen Federwischs über eine verächtliche Gegenwart ist nur ein Defätismus gegen sich selbst. Und nein, daran wäre nichts cool, und sexy wäre es auch nicht.

    3. OM…

      Zitat: „Über den Platz einer Linken im bürgerlichen kapitalistischen Parlamentsbetrieb, dem Kern des Herrschaftssystems, wo es um den Beitrag der Parteien zum Erhalt dessen geht?“

      Natürlich ist die Debatte müßig und letztlich eine einzige Ablenkung. Mir ging es auch eigentlich gar nicht um die „Linkspartei“. Dass ich die für wenig „links“ und sonstwas halte, habe ich hier erst vor Kurzem festgehalten.

      Gegenstand meines Kommentars war vielmehr der Autor und seine Methode. Ich warte übrigens immer noch auf einen kritischen Beitrag hier zu der Frau, die beruflich Wirtschaftsministerin in diesem Land sein soll. Da muss ich wohl „till Columbus Day“ warten, um noch einen weiteren nutzlosen Anglizismus zu bemühen.
      LG… deine andere Antwort habe ich gelesen. Vielleicht antworte ich hier noch dazu… aber zum heutigen Thema…

      Zitat: „Die Balance der menschlichen Sichtweise ist der der KI weiterhin haushoch überlegen, hier ist ein Beweis.“

      Hier muss ich leider einen Teich Fischsuppe über diese Lorbeeren kippen. Danke für das Kompliment, aber ungefähr 70 % der Arbeit hat tatsächlich die KI erledigt. Sie:

      – sezierte den Artikel,

      – erstellte ein moderationstaugliches Grundgerüst,

      – versuchte dabei, den Stil eines früheren Foristen zu imitieren,

      – übte sich in Kynismus,

      – versuchte sich an Humor,

      – prüfte meine Zahlen,

      – verbesserte mein Deutsch,

      – strich ungefähr 80 % meiner Wortspiele, damit der Text die Moderation übersteht,

      – schliff den Text so glatt wie Ziegenp*p*,

      – vermied oder zensierte sämtliche potenziellen Ad-hominem-Formulierungen oder „unangemessenen“ Formulierungen – mit Ausnahme von Ziegenp*p*,

      – lieferte Rechtfertigungen und Vorschläge mit („Wenn du willst, kann ich dir auch noch eine etwas bissigere Version machen, bei der der ironische Forenton stärker erhalten bleibt, ohne dass sie gleich nach persönlichem Angriff klingt.“),

      – erklärte mir, warum diese Formulierung möglicherweise moderationsgeeigneter sei als jene,

      – schlug vor, den Ton wahlweise „sachlicher“, „pointierter“ oder „weniger konfrontativ“ zu gestalten,

      – bildete das Resümee,

      – war mir nicht einmal böse, als ich sie daran erinnerte, dass ein „5000-Zeichen-Kommentar“ nicht zwölf DIN-A4-Seiten voller Wiederholungen bedeutet,

      – handelte mich am Ende trotzdem auf ungefähr 8000 Zeichen hoch,

      – stritt sich allgemein mit mir, ohne dabei aggressiv zu werden,

      – erfand den Teil mit der Fischsuppe.

      Idee, Stil, Texte und Autoren, an denen sie sich orientieren sollte, sowie die eigentlichen Eingaben kamen immerhin von mir. Aber die Behauptung, hier habe die menschliche Sichtweise die KI „haushoch“ übertroffen, würde ich angesichts der Arbeitsteilung dann doch etwas relativieren. 😀

      Zitat: „wobei in DE anscheinend eine ähnliche Bewegung stattfindet, die aber medial heftigst ignoriert und in unverfänglichen Details – wie von Dir beschrieben – bekämpft wird.“

      Von was redest du da?

      Zitat: „Bei diesen ganzen »Bull*«-Deklinationen frage ich mich, ob das Präfix „Ox*“, wenn man bei Anglizismen bleiben möchte, nicht treffender wäre?“

      Das „Ox“ machste, um den Text gendergerecht zu halten?

      Tut mir leid, aber ich bin ein böser alter Mann (78) und gendere nicht. Die KI auch nicht. Zweimond beweist, warum es an meinem Horoskop liegt (Wassermann mit Aszendent Waage und Mond in Dingens).

      Zitat: „Die präziseste Übersetzung für »Whataboutism« wäre wohl „Von der Kernfrage ablenkend“.“

      Wie wäre es kurz und bündig mit „Aufrechnerei“?

      Und warum muss ich als „Russe“ euch eigentlich dauernd mit eurer eigenen Sprache helfen?

      Letztens meinte einer auf dem Markt, „dasselbe“ und „das Gleiche“ seien doch „identisch“. Nein, sind sie eben nicht.

      Ben und Murad können in Berlin den gleichen Döner essen. Denselben Döner können sie nur essen, wenn es tatsächlich ein *einziger* Döner ist. Ben isst beispielsweise zuerst davon, danach bekommt Murad ihn. Etwas unpraktisch, aber logisch eindeutig und durchaus kameradschaftlich.

      Die KI erklärt es so:

      „Ben und Murad in Berlin essen denselben Döner.
      → Es handelt sich um einen konkreten Döner. Ben isst zuerst davon, Murad bekommt ihn danach.

      Ben und Murad in Berlin essen den gleichen Döner.
      → Sie bekommen zwei Döner, die gleich bzw. vom selben Typ sind – etwa beide einen Döner mit Hähnchen, Salat und „viel scharf“.“

      Man kann der KI sicher einiges vorwerfen. Bei „derselbe“ und „der gleiche“ lassen wir sie aber lieber mal in Ruhe. Und bei „Döner“.

      Zitat: „Niemand will die „Kernfragen“ auch nur benennen, denn allein das wäre schon gefährlich.“

      Ich bezweifle, dass irgendwer in Berlin überhaupt blickt, was eine „Kernfrage“ ist. Viele Kinder dort wissen doch nicht einmal mehr, was ein „Kernbeißer“ ist.

      1. „aber ungefähr 70 % der Arbeit hat tatsächlich die KI erledigt. Sie:

        – sezierte den Artikel,

        – erstellte ein moderationstaugliches Grundgerüst,

        – versuchte dabei, den Stil eines früheren Foristen zu imitieren,

        – übte sich in Kynismus,

        – versuchte sich an Humor,

        – prüfte meine Zahlen,

        – verbesserte mein Deutsch,

        – strich ungefähr 80 % meiner Wortspiele, damit der Text die Moderation übersteht,

        – schliff den Text so glatt wie Ziegenp*p*,

        – vermied oder zensierte sämtliche potenziellen Ad-hominem-Formulierungen oder „unangemessenen“ Formulierungen – mit Ausnahme von Ziegenp*p*,

        – lieferte Rechtfertigungen und Vorschläge mit („Wenn du willst, kann ich dir auch noch eine etwas bissigere Version machen, bei der der ironische Forenton stärker erhalten bleibt, ohne dass sie gleich nach persönlichem Angriff klingt.“),

        – erklärte mir, warum diese Formulierung möglicherweise moderationsgeeigneter sei als jene,

        – schlug vor, den Ton wahlweise „sachlicher“, „pointierter“ oder „weniger konfrontativ“ zu gestalten,

        – bildete das Resümee,

        – war mir nicht einmal böse, als ich sie daran erinnerte, dass ein „5000-Zeichen-Kommentar“ nicht zwölf DIN-A4-Seiten voller Wiederholungen bedeutet,

        – handelte mich am Ende trotzdem auf ungefähr 8000 Zeichen hoch,

        – stritt sich allgemein mit mir, ohne dabei aggressiv zu werden,

        – erfand den Teil mit der Fischsuppe.

        Idee, Stil, Texte und Autoren, an denen sie sich orientieren sollte, sowie die eigentlichen Eingaben kamen immerhin von mir. Aber die Behauptung, hier habe die menschliche Sichtweise die KI „haushoch“ übertroffen, würde ich angesichts der Arbeitsteilung dann doch etwas relativieren“

        Das verschlägt mir die Sprache.
        Einfach nur deprimierend und beängstigend.

      2. @ Sepp Gladiola:
        Danke für die fremde Fischsuppe. Meine skandinavischen Verwandten halten die für eine Delikatesse, ich sehe das anders. Nun hat mein vorhergehender Besuch gestern Abend in einem spätsommerlichen Biergarten (da war wirklich „Geschrei“), welcher mich nötigte, der Erträglichkeit halber, einen Drink zu viel zu nehmen, mich wohl anfällig für die Begeisterung ob der Stille des Monitors gemacht. Das Schöne an KI ist ja, dass man bei gleicher Frage nie die selbe Antwort bekommt. Dafür gibt es Lexika… Und Lorbeeren sollte ich wohl weiterhin für den Rotkohl reservieren, sie gehören nicht neben einen Text, womit die Relativierung meinerseits akzeptiert ist.

        »Bewegung« war das falsche Wort und die „Tendenz“ entspringt wohl meiner selektiven Wahrnehmung – hätte ja sein können. Nein, der »Ox*« hat nix mit gendergerecht zu tun, ein Ochse ist ein kastrierter Bulle, also tatsächlich geschlechtslos. Und »Whataboutism« mit »Aufrechnerei« zu übersetzen, käme dem angewandten Kampfbegriff (oder ist es schon eine rhetorische Figur?) nicht nahe genug, denke ich. Mein Formulierung »Die Neigung zur Kondensation auf ein Wort oder auf einen Satz« entspringt dann doch auch der persönlichen und leider ebenfalls selektiven Erfahrung, dass mir Anglizismen hauptsächlich im Marketing- und Managementsprech begegnen, der olympischen Disziplin der sprachlichen Verkürzung zum verkleideten Imperativ. Dazu kann die englische Sprache nun wirklich nichts.

        Da ich nichts von Haustierhaltung halte, werde ich mich jetzt mal um den zugelaufenen Kater kümmern.

      3. kernbeißer kenn ich auch erst seit vielleicht sieben/acht jahren, sehr lernfreudige, gemütliche, ruhige piepmätze….meine jedenfalls…
        egal, dank für „ne ehrliche haut“ , auch wenns im ergebnis „iwie“ KI-nutzung bewirbt…warum nich…
        freundlich grüßen mag und ganz leis (interessiert mich halt 🙄 ) frag:
        welche teilrepublik?

    4. @ Sepp:

      DANKE!
      Schon vom ersten Satz an schreibst du hier die Dinge, die mir auch beim Lesen des RdL-Artikels in den Kopf schossen, die ich aber, weil ich zur Zeit viel arbeiten muss, nicht die Zeit hatte zu formulieren.

      Ich habe auch keinerlei Lust die Partei „Die Linke“ zu verteidigen, aber dieser Artikel ist von der Machart und Masche und Qualität her ziemlich ähnlich wie einer der MSM wenn sie die AFD dämonisiert.

      BTW: Ich hatte mal nach dem Link zu dem Fall gesucht, wo ein Astrologe den Fall zweier weiblicher, astrologischer Zwillinge in Wien analysiert, von denen eine ermordet wurde und die andere nicht. Ich meinte es wäre ein Seminar-Skript oder etwas in der Art gewesen. Da eine einfache Google-Suche nicht zum Ziel führte, nahm ich die Hilfe einer KI in Anspruch. Nach ein wenig hin- und her, schien die KI dann endlich eine heiße Spur gefunden zu haben und spuckte einen Text aus, der in etwa so begann: „Ah, ja mit diese Informationen konnte ich jetzt genauer Suchen und bin fündig geworden. Dieses…“ Und dann konnte ich nicht mehr weiterlesen, weil Chat-GPT von unten einen Textkasten plötzlich darüber schob auf dem stand: „Dieser Inhalt kann aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt werden.“
      Vorgeblich eine Art Datenschutz wohl.

      Als ich weiter fragte warum es denn hier „Sicherheitsgründe“ gebe, wiegelte die KI ab, es würde hier keine Ausgabe bei dem Thema blockiert, bot an mir weiter zu helfen, aber es kam dann nur noch nutzloses Geschwurbel von der KI.

      Und danke für den Link zu einem ähnlichen Fall, den ich allerdings noch nicht die Zeit hatte durchzulesen. Es gibt aber eine Reihe solcher Fälle, eine beliebte Disziplin unter Astrologen.

    5. So, mal wieder für alle gesammelt, man hat ja nur fünf Freibier…

      Beginnen wir mit Fine…

      Zitat: „Das verschlägt mir die Sprache. Einfach nur deprimierend und beängstigend.“

      Da bin ich jetzt ehrlich gesagt etwas überfordert mit deiner Richtung.

      Bist du deprimiert und beängstigt, weil die KI nur 70 % übernommen hat – statt, wie bei manchen Kommentaren, Bildern und Artikeln hier, gleich die vollen hundert? Oder weil mein eigener Anteil nur 30 % betrug und ich damit womöglich zu wenig „geleistet“ habe? Ich weiß, wir sollen ja alle mehr arbeiten… Aber verlangste jetzt etwa 40 % und mehr von mir? Tut mir leid, ich bin doch kein Wodka.

      Wie auch immer: Mich deprimiert und beängstigt vor allem, dass mein Kommentar dich – und womöglich andere – deprimiert und beängstigt hat. Das war jedenfalls nicht meine Absicht.

      Man muss die Sache allerdings auch praktisch sehen: Ganz „frei“ schreiben funktioniert hier für mich leider sehr häufig nicht. Wenn ich meine Beiträge einfach so schreibe, kommen sie nach meiner Erfahrung in etwa neun von zehn Fällen nicht durch. Mit KI-Unterstützung steigt meine persönliche Trefferquote immerhin auf ungefähr 30 bis 35 Prozent. Das ist immer noch ziemlich ernüchternd – aber ein Fortschritt, keine Automatisierung.

      Neulich konnte ich Artikel überhaupt nicht kommentieren, und beim Artikel über „Sozialismus in den USA“ hat es ebenfalls nicht funktioniert. Meine Antwort unter dem Mattern-Artikel musste erst freigeschaltet werden. Da fragt man sich natürlich irgendwann mit Lenin: Was tun?

      Deshalb schreibe ich hier inzwischen auch deutlich weniger: Es ist einfach schade um die Zeit, wenn ein Beitrag am Ende nicht erscheint oder später wieder verschwindet. Und es ist auch unfair gegenüber der KI, die sich schließlich viel Mühe mit mir gegeben hat.

      Und wenn ich länger darüber nachdenke, liegt mein eigener Anteil vermutlich ohnehin deutlich über den genannten 30 %. Ich muss mit der KI schließlich jedes Mal hin und her verhandeln wie bei einem guten Ehevertrag: Was will ich hier überhaupt? Was soll aufgenommen werden? Welche Formulierung will sie, welche will ich? Was muss wieder raus? Wer kriegt die Kinder, wer kriegt den Hund? Und bei meinen Lieblingen bin ich durchaus hartnäckig. Die von dir zitierte Aufzählung von gestern Abend stammte – abgesehen von der Fischsuppe und ein, zwei kleinen Anmerkungen – sogar zu mehr als 70 % von mir.

      Am Ende ist es wahrscheinlich auch eine Frage dessen, wofür man KI verwendet und wie man sie benutzt. Ich habe jedenfalls nicht einfach gesagt: „Schreib mir einen Kommentar, ich stelle ihn dann ein.“ Ich benutze die KI im Grunde so, wie man einen Lektor oder einen Hiwi einsetzen würde: zum Sortieren, Gegenlesen, Formulieren und Diskutieren.

      Einen echten Lektor, einen Experten für moderierte Netzforen und zusätzlich noch einen Hiwi kann ich mir mit meiner Rente nämlich nicht leisten.

      Also bleibt es bei der digitalen Teamarbeit.

      Und der Rest ist Moral.

      Dann LG…

      Zitat: „ein Ochse ist ein kastrierter Bulle, also tatsächlich geschlechtslos“

      Ja genau, so war das auch intendiert.

      Aber der „Bullshit“, der in gewissen Kreisen verzapft wird (hoffentlich nicht „gezapft wird“, dann wären wir ja auf dem Oktoberfest), erscheint mir nicht geschlecht-, saft- und kraftlos, sondern eher sehr gefährlich.

      Nun – bei „Aufrechnerei“ bleibe ich, weil es sehr treffend genau das beschreibt, was da geschieht.

      Und zu: „Da ich nichts von Haustierhaltung halte, werde ich mich jetzt mal um den zugelaufenen Kater kümmern.“

      Vergiss nicht: Konterbier vertreibt das Tier!

      Zur Frage von j.: „welche teilrepublik?“

      Die usbekische.

      Dort gibt es auch Kernbeißer, zumindest gab es sie in meiner Kindheit. Meine Lieblinge waren aber die Blauracken. In der BRD kommen sie leider nicht vor, zumindest habe ich sie hier nie beobachtet.

      Wikipedia hat sogar einen Stummel zu meiner „Herkunft“:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Minderheit_in_Usbekistan

      Darf man dich zurückfragen: Und selbst? Auch „Russlanddeutsche“?

      Zum Schluss Zweimond…

      Danke, aber wie LG darfst auch du dich gern bei der KI bedanken. Sie hat sich schließlich redlich Mühe gegeben.

      Zitat: „Schon vom ersten Satz an schreibst du hier die Dinge“

      Und das liegt vermutlich auch gar nicht an mir, sondern an der Opposition von Merkur (Wassermann) und Mars (Jungfrau). 🙂

      Die erzeugt nämlich, wie Kenner zu sagen pflegen, „eine sehr scharfe mentale Achse: Denken, Argumentieren und Handeln stehen unter Spannung. Das kann geistige Schlagkraft, schnelle Reaktionen und analytische Präzision geben, aber auch Ungeduld, Streitlust oder eine Tendenz, sehr direkt zu formulieren.“

      Jetzt hast du vermutlich auch genug Informationen, um mein Geburtshoroskop selbst zusammenzusetzen – Sonne und Co. kennst du ja inzwischen. 😀

      Zitat: „weil ich zur Zeit viel arbeiten muss, nicht die Zeit hatte zu formulieren.“

      Apropos spät: Du bist aber nicht zufällig Nachtportier oder so? Zumindest schlägst du hier öfters ziemlich spät dein Zelt auf. Ich erinnere mich noch gut an eine Zeit, als man abends ins Bett ging und am nächsten Morgen ziemlich sicher sein konnte, hier eine komplette Diskussionsrunde mit dir, [Monty-Python-Figur], [aufständisches Obstanbaugebiet], [Frankfurter Apokalypse] und anderen vorzufinden. Ausgedruckt hätte das vermutlich drei Bände Tolstoi ergeben. War jedenfalls immer amüsant!

      Zitat: „Da eine einfache Google-Suche nicht zum Ziel führte, nahm ich die Hilfe einer KI in Anspruch.“

      Ich habe verschiedene freie Modelle bedient, auch von denen will keines den Fall gefunden haben.

      Eines meinte:

      „Fazit
      – Ich kenne den von dir beschriebenen konkreten Wiener Zwillings-Mordfall aus öffentlich zugänglichen, überprüfbaren Quellen nicht eindeutig.

      – Es gibt thematisch sehr ähnliche Diskussionen in der astrologischen Szene, aber keine klar belegte, zitierbare Quelle mit Titel, Autor und Link, die ich dir hier nennen könnte, ohne zu spekulieren.

      – Datenschutzrechtlich wäre es ohnehin geboten, solche Fälle nur anonymisiert und ohne identifizierende Details zu behandeln – das erklärt auch, warum viele astrologische Fallstudien in Seminaren bewusst vage oder anonym bleiben.“

      Als Physiker wäre es natürlich schön, ein paar Fälle reinzubekommen, um sie dann sachgerecht auseinandernehmen zu können …

      Und falls Leser von WoWis obigen Beiträgen hier auch mitlesen:

      „Insofern ist die bei „Wikipedia“ und auch manchen KI-Seiten genannte Zahl falsch und erheblich zu niedrig.“

      Nein, ist sie nicht. BEIDE Zahlen können korrekt sein, weil sie auf zwei unterschiedlichen statistischen Konzepten beruhen.

      Stand 30. Juni 2026 sieht es so aus:

      Laut Berliner MELDEREGISTER sind es 3.917.196 Einwohner – also Menschen, die mit HAUPTWOHNSITZ in Berlin gemeldet sind.

      3.699.847 Einwohner sind es dagegen laut amtlicher Bevölkerungsfortschreibung. Diese Zahl ist bundesweit vergleichbar und wird unter anderem für den Länderfinanzausgleich verwendet. Sie basiert auf dem ZENSUS und wird anhand von Geburten, Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen fortgeschrieben.

      Der Zensus übernimmt dabei nicht einfach die Zahlen des Melderegisters. Es wird statistisch überprüft, ob gemeldete Personen tatsächlich zur Bevölkerung gehören und ob umgekehrt Personen fehlen. So können sich deutliche Abweichungen ergeben. Das Melderegister wird dadurch allerdings NICHT „korrigiert“ – die Zensus-Ergebnisse bilden vielmehr die Grundlage für die neue amtliche Bevölkerungszahl.

      Das Ganze ist weder neu noch ein Berliner Sonderfall. Mein Wohnort hat auch mal eben 20 000 Einwohner durch den Zensus „verloren“. Unterschiedliche Zahlen entstehen hier schlicht durch unterschiedliche Erhebungsmethoden und Verwendungszwecke.

      Um eine Erklärung für die Diskrepanz gebeten, antwortete die KI:

      „Berlin hat einige Faktoren, die solche Registerabweichungen begünstigen:

      – sehr hohe internationale Zu- und Abwanderung,

      – viele Menschen, die nur für einige Jahre in Berlin leben,

      – Studierende und andere mobile Bevölkerungsgruppen,

      – Personen, die bei Wegzug ins Ausland ihre deutsche Meldung nicht unmittelbar abmelden,

      – generell eine für Metropolen typische hohe Fluktuation.“

      Fazit: Keine Verschwörung, nur Statistik.

      Die 8000 sind offziell voll. Und falls wir uns nicht mehr sehen sollten: Guten Tag, guten Abend und gute Nacht!

      1. „Es ist einfach schade um die (Lebens) Zeit“,
        immer wieder seine Gedanken in die digitale Welt tragen zu wollen, ausgerechnet noch auf einer Plattform, wo diese ganz offensichtlich überhaupt nicht erwünscht sind.
        Tu doch mal was anderes und verlass den Rechner, geh raus. Aber red dann mit den echten Menschen und nicht mit der „nützlichen KI“ via Smartstulle.

        https://www.youtube.com/watch?v=rQKNvx06gTc

      2. @ Sepp

        Jetzt hast du vermutlich auch genug Informationen, um mein Geburtshoroskop selbst zusammenzusetzen – Sonne und Co. kennst du ja inzwischen. 😀

        Ähm nein, zumal ich weder Datum noch Geburtszeit habe und du ja noch deinen Mond verheimlichst (warum eigentlich?).
        Ist aber natürlich nicht wichtig. Ich lerne auch ganz gern mal Menschen einfach so kennen, ohne gleich ihr Geburtshoroskop zu wissen.

        Du bist aber nicht zufällig Nachtportier oder so? Zumindest schlägst du hier öfters ziemlich spät dein Zelt auf.

        Nein, ich bin Gärtner. Dass ich hier oft in der Nacht unterwegs bin, liegt schlicht daran, dass es viele Tage gibt wo ich in Etappen schlafe. Müde von der Arbeit, habe ich meist nicht mehr die geistige Kapazität um hier noch was schreiben zu können und schlafe irgendwann auf der Couch ein. Dann wache ich zwei Stunden später oder so wieder auf und habe wieder die nötige Konzentration und Frische um hier manchmal noch ein wenig zu lesen und zu schreiben, bevor dann die zweite Schlafetappe kommt.

        So ganz verstehe ich noch nicht warum bei dir nur 30-35% der Posts durchkommen, bei mir aber 95%.
        Ich sehe nicht, dass meine Posts irgendwie unproblematischer wären.
        Könnte es vielleicht was mit der Länge zu tun haben?
        Du schreibst ja meistens sehr lange Dinger, meine sind eher kurz oder haben mittelgroßes Format.
        Vielleicht hängt es damit zusammen? Wäre ja mal interessant zu schauen ob kürzere Post bei dir größere Chancen haben durchzukommen, also deutlich größere. Dass sie etwas größere haben, wäre eigentlich logisch, weil weniger Text auch weniger Angriffspunkte bietet.

      3. „Darf man dich zurückfragen: Und selbst? Auch „Russlanddeutsche“?“

        nein, aber hätt ichs in die su geschafft und wär von meinem „in die taiga, ins menschenlos“ abgekommen….naja, ….schöne ecke, dein dorf…..

        du nanntest dein alter und nunja, ich habe eine vorstellung des dortdaseins (landschaft, zusammenleben, arbeitsteilung , witterung/wetter, …usw) deiner elterngeneration , dann gabs ja einiges an neuzeitlichen infos zum dortdasein jenseits von „stadt“…..ich würd halt gern eine oder zwei oder zig 😉 (10000-zeichen-limit) schilderungen (d)einer kindheit/jugend dort lesen , ka, ob KI da dir nutzbar zbw überhaupt „in deinem interesse“(-nsraum)….. anfragen muß ich halt immer…
        nuja….winter is coming (again) und ……aber vielleicht kennst du -ich kann kein russisch mehr 🙁 – ins deutsche übersetzte schilderungen von zeit- und örtlichkeitsgenossen deiner generation?
        eben „interessiert mich halt“ 😉 , iwie wohl arg off topic…

        erklärbärin grüßt
        und schaut sich mal „Blauracken“ an…

    6. Fine…

      Zitat: „Tu doch mal was anderes und verlass den Rechner, geh raus. Aber red dann mit den echten Menschen und nicht mit der „nützlichen KI“ via Smartstulle.“

      Danke Paps für den Ratschlag.

      Ich habe zwei Töchter und Enkel sowie Nachbarn, die sogar sonntags mit der Motorsense in ihrem Garten zugange sind, weil ihnen unter der Woche offenbar noch nicht genug Gelegenheit zum Krachmachen blieb. Ich habe viele Gründe, das Haus zu verlassen.

      Beim Besuch eines Supermarkts, Restaurants oder Stadtparks verstehe ich allerdings sofort, warum viele Leute inzwischen lieber mit Chatbots plaudern als mit ihren Mitmenschen. Beim Blick auf die Wahlergebnisse noch viel mehr. Manchmal genügt dafür schon ein einziger Langstreckenflug mit Eltern und ihrem „Nachwuchs“. Es ist wirklich schade, dass sie nicht auch ihre Bellos mit in die Kabine nehmen dürfen.

      Hier war ich jahrelang nur stiller Mitleser. Ab und zu stelle ich etwas ein. Die große Kehre im Frühjahr war mein Ansporn, da sie mit dem Verschwinden etlicher guter Foristen einherging. Es ist ein Experiment, das hatte ich schon einmal geschrieben. Und ich habe es befristet.

      PS: Du bist öfters als ich hier zu finden. Vielleicht magst du deine eigene Empfehlung auch mal ausprobieren?

      Weiter mit Zweimond…

      Zitat: „Ähm nein, zumal ich weder Datum noch Geburtszeit habe und du ja noch deinen Mond verheimlichst (warum eigentlich?).“

      Verheimlicht wurde nichts.

      Ich habe dir mein Mondzeichen genannt. Das muss im Frühjahr gewesen sein. Das Datum kannst du dir aus der Gradzahl meiner Sonne und meiner Altersangabe vermutlich schon ganz gut erschließen.

      Warum nennst DU uns eigentlich nicht DEINEN Mond? 🙂

      Die KI brauchte übrigens weder Datum noch Geburtszeit, um deine Radix zu rekonstruieren. Es genügten ihr bereits deine „mondlosen Angaben“ wie „viel Steinbockenergie“, „Saturn klebt an meinem Wassermann-Aszendenten“ oder „Spannungen im affektiven Bereich“, um dein wahrscheinliches Geburtsjahr und sogar Datum und Uhrzeit einzugrenzen. Den Ort haben wir ja ungefähr.

      Laut ihrer Aussage bist du eine „Taggeburt“, mit drei „persönlichen Planeten“ im selben Zeichen und Haus und etwas älter als Brad Pitt. Ist dein Mond zufällig besonders „aspektierend“, steht im Quadrat zum Saturn und liegt die Venus ungefähr bei 15°? 😀

      Zitat: „bevor dann die zweite Schlafetappe kommt.“

      Gärtner ist ein schöner Beruf. Ich schätze auch den gepflegten Rasen, besonders in Kombination mit Sport. 🙂

      Dein Schlafverhalten erinnert mich an CR7. Der orientiert sich an der R90-Methode – fünf Schlafzyklen pro Tag beziehungsweise 35 pro Woche. Nicht nur deshalb ist er der GOAT.

      Zitat: „Könnte es vielleicht was mit der Länge zu tun haben?“

      Nein, genau das ist ja der Witz.

      Ich schreibe bevorzugt kurz und giftig. Doch gerade die 500–1500 Zeichen langen Beiträge werden meistens geblockt. Oder wenn ich unter bestimmten Foristen schreibe. „Qa_na“ und „Mi–scha“ kann ich gar nicht kommentieren. Bei „AV“ und „WoWi“ muss jedes Mal freigeschaltet werden.

      Wenn die quasselnde KI die Beiträge dann ordentlich aufgeschwemmt hat, steigt immerhin die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kommentar durchkommt. Insofern ist es sogar vorteilhaft, wenn mehrere Leute einem hier schreiben, weil die Antwort dadurch quasi automatisch länger wird.

      Zu bestimmten Uhrzeiten funktioniert nichts. Morgens und am frühen Abend ist es bei mir wie verhext. Der Tor-Browser könnte auch seine Rolle spielen, da ich nur mit dem im Netz unterwegs bin.

      Abschließend zu j.

      Zitat: „….schöne ecke, dein dorf….. “

      Ich kam nicht in einem Dorf in der Steppe zur Welt. 😉 Aber ja, es gab viel Natur, und wenn ich bei meinen (ethnisch russischen) Großeltern war, umso mehr.

      Zitat: „ich würd halt gern eine oder zwei oder zig schilderungen (d)einer kindheit/jugend dort lesen“

      Also vieles sind sicher ganz unspektakuläre Erinnerungen. Ich kann hier weder wilde Abenteuergeschichten mit „Eingeborenen“ noch Erlebnisse im usbekischen „Urwald“ schildern.

      Du hast den Herbst erwähnt, da kommen einem natürlich alte Abende ins Gedächtnis … wenn es draußen schon dunkel und kühl wird, man aber noch auf Streifzug war. Wenn man eine neue Entdeckung gemacht hat, die man natürlich für die größte Entdeckung der Geschichte hielt. Als mein Bruder herausfand, was die Katze am Bachlauf anstellt …

      Oder man endlich den Schotterhügel erobert hatte. Oder wenn man ganz verschwitzt und doch schon etwas fröstelnd zurückeilt und weiß, dass zuhause Omas Ofen wartet, während einem auf dem Rückweg schon der Geruch von Rauch und Holz entgegenkommt. Wenn man völlig müde und hungrig ist, aber schon seine Wärme spüren kann und weiß: Gleich gibt es den Tee, den sie aufgesetzt hat. Und dann sitzt man da, hört Opa zu, und draußen ist die Welt plötzlich ganz weit weg.

      Ich will damit keine Idylle zeichnen – es gibt auch ganz andere Erinnerungen. Aber da mahnt mich die KI, dass die vermutlich die Forenmoderation nicht überleben würden. Ich verstehe offen gesagt nicht ganz, warum; es waren weder „anstößige“ noch APPD-Inhalte. Aber gut.

      Ich war und bin überhaupt jemand, der gern draußen ist. Oft bin ich schon früh morgens mit meinem Bruder oder einem (armenischen) Freund aus der Nachbarschaft losgezogen. Weg von den Häusern, dorthin, wo der Ort langsam in Hänge, Geröll und offene Landschaft überging. Die Nähe zum Bergland war für mich viel prägender als der Bergbau, der den Alltag der Stadt doch sehr bestimmte. In meiner Grundschulzeit wurde ein Teil der Siedlung auch wegen des Kohlebergbaus verlegt.

      Mich interessierten schon als Kind weniger die großen Dinge als die Kleinigkeiten – vielleicht bin ich deshalb später auch Physiker geworden. Ich sammelte Steine. Ich konnte stundenlang kleinen Tieren zuschauen oder die Vögel im Garten meiner Großeltern beobachten. Für dich wäre das dort vielleicht ein Paradies gewesen – was es alles zu hören und zu beobachten gab.

      Und auch wenn es nicht weit von der Siedlung war, konnte man am Himmel noch die Milchstraße sehr gut erkennen, einschließlich der dunklen Staubwolken. In Städten wie Taschkent mag es anders gewesen sein, aber selbst dort gab es keine Lichtglocken, wie wir sie heute hierzulande kennen.

      Keine Ahnung, ob das jetzt das ist, was du erwartet oder gesucht hast. Meine Familie selbst war in vielerlei Hinsicht nicht wirklich typisch.

      Zitat: „ins deutsche übersetzte schilderungen von zeit- und örtlichkeitsgenossen deiner generation?“

      Das ist etwas schwierig, weil ich bereits Mitte der 70er-Jahre in die BRD kam und vieles hinter mir gelassen habe. Mit Ende 20 schreiben auch nicht viele Leute bereits an ihrer Biografie. Ich könnte meinen Bruder fragen, der in der RF lebt, aber vermutlich findet er eher russischsprachige Beiträge. In der BRD gibt es natürlich viele Organisationen und Ausstellungen, bei denen immer wieder entsprechendes Material ausliegt.

      Vielleicht magst du es auch mit diesem Onlinekatalog probieren? Vielleicht findest du dort etwas in der Richtung, die du suchst:

      https://bibliothek.rusdeutsch.ru/t/624

      Dort findet man auch Werke wie „Auf ewig, ohne Recht auf Rückkehr. Augenzeugen und Wissenschaftler über das Sondersiedlungsregime der Deutschen in der UdSSR“ (A. A. German und O. Ju. Silantjewa, Verlag „IVDK-Medien“, Moskau 2015).

      Ansonsten könntest du auch bei „Medimops“ schauen, dort werden gelegentlich entsprechende Werke eingestellt. Beispielsweise Romane von Herold Belger. Man muss natürlich zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden und auch das jeweilige Anliegen des Autors im Blick behalten. Zumeist sind es ohnehin nur irgendwelche Touristenbücher aus den letzten Jahren …

      Es hängt letztlich davon ab, was genau dich interessiert. Autoren, Werke und Themen gibt es durchaus viele …

      Und falls wir uns nicht mehr sehen sollten: Guten Tag, guten Abend und gute Nacht!

      1. alltagtägliches 😉
        die 50-er/60-er sind iwie -fast- „leer“ ….
        mein interesse richtet sich eben zumeist aufs ländliche, wallachei…
        kindliches, jugendliches erleben (sicher per erinnerndem aufschreiben notwendig interpretierend eingefärbt, aber wenn mit dem aufschreiben keine politik betrieben werden soll, reichts hin als „ah, so (ver)lief das bei euch dort“)…
        mich interessiert immer das zusammenleben, arbeitsorganisation, essen, trinken….;-)….naja, trivialitäten 🙄 😉 ….damiteinhergehend gibts natürlich viel beschreibung der umgebung, flora+fauna, bodenbeschaffenheit usw, also beschreibungen des umgangs mit umwelt und witterungsverhältnissen und eben auch den veränderungen, entwicklungen….zum teil per technik, zum teil per umorganisation der (notwendigen) arbeit….
        bei der blauracke (wiki und co) kriegste sowas für den europäischen raum 😉 , also über ihr verschwinden (als ausgestorben geltend), aber keine infos zu dort, wo sie noch brüten 😉 ….
        egal…nein, keine „heldengeschichten“ oder „natur-erlebnis-bad“ 😉
        per DIE-reihe hatte ich einen wunderbaren krimi, ländliche gegend/dörfer in polen…. ziemlich „allumfassend“ da viele einflüsse/probleme wie aber va auch „selbstverständlichkeiten“ im zusammenleben/-organisieren usw….natürlich (50-er/60-er) noch mit verbindungen zu 30-er/40-er – geschehen, aber auch einblick eben in „wie ging kaufhalle, konsum, markt“, verschiedendste „gelderwerbsmodelle“ 😉 …nunja, diese ganzen „zeitenwenden“ ( 😆 🙁 ) je allenorts…..kindheits-/jugenderinnerungen mir aber lieber dahingehend….
        nunja…

        lg
        jana

      2. @ Sepp:

        Und noch ne kurze Antwort von mir (Vielleicht später auch zum KI-Artikel):

        Verheimlicht wurde nichts.

        Ich habe dir mein Mondzeichen genannt. Das muss im Frühjahr gewesen sein. Das Datum kannst du dir aus der Gradzahl meiner Sonne und meiner Altersangabe vermutlich schon ganz gut erschließen.

        Frühjahr ist lange her 😀 Habe dein Mondzeichen wohl nicht abgespeichert.
        Die Gradzahl deiner Sonne auch nicht.

        Warum nennst DU uns eigentlich nicht DEINEN Mond? 🙂

        Das habe ich bestimmt schon ein paar mal gemacht, in den letzten 2 Jahren irgendwann.
        Mein Mond Widder. Das wohl deutscheste Sternzeichen, nach meiner Auffassung. Wobei Widder sind eigentlich die Preußen, den Rheinländer würde ich eher als Sanguiniker bezeichnen und da am Ehesten als Zwillinge.

        Die KI brauchte übrigens weder Datum noch Geburtszeit, um deine Radix zu rekonstruieren. Es genügten ihr bereits deine „mondlosen Angaben“ wie „viel Steinbockenergie“, „Saturn klebt an meinem Wassermann-Aszendenten“ oder „Spannungen im affektiven Bereich“, um dein wahrscheinliches Geburtsjahr und sogar Datum und Uhrzeit einzugrenzen. Den Ort haben wir ja ungefähr.

        Laut ihrer Aussage bist du eine „Taggeburt“, mit drei „persönlichen Planeten“ im selben Zeichen und Haus und etwas älter als Brad Pitt. Ist dein Mond zufällig besonders „aspektierend“, steht im Quadrat zum Saturn und liegt die Venus ungefähr bei 15°? 😀

        – Taggeburt stimmt.
        – drei im selben Zeichen stimmt
        – drei im selben Haus nicht
        – Etwas jünger (natürlich) nicht älter als Pitt.
        – Mond ist nicht besonders aspektiert, steht nicht im Quadraht, sondern im Sextil zum Saturn (Wichtiger Unterschied!)
        – Das mit der Venus stimmt auch nicht.

        Meiner Erfahrung machen die KIs sowohl bei der Berechnung als auch bei der Deutung von Horoskopen noch viele Fehler. Ob die in der Deutung mal wirklich gut werden, daran kann man zweifelt. Denn ein guter Astrologe braucht auch eine gute Intuition.

        Nein, genau das ist ja der Witz.

        Ich schreibe bevorzugt kurz und giftig. Doch gerade die 500–1500 Zeichen langen Beiträge werden meistens geblockt. Oder wenn ich unter bestimmten Foristen schreibe. „Qa_na“ und „Mi–scha“ kann ich gar nicht kommentieren. Bei „AV“ und „WoWi“ muss jedes Mal freigeschaltet werden.

        Wenn die quasselnde KI die Beiträge dann ordentlich aufgeschwemmt hat, steigt immerhin die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kommentar durchkommt. Insofern ist es sogar vorteilhaft, wenn mehrere Leute einem hier schreiben, weil die Antwort dadurch quasi automatisch länger wird.

        Zu bestimmten Uhrzeiten funktioniert nichts. Morgens und am frühen Abend ist es bei mir wie verhext. Der Tor-Browser könnte auch seine Rolle spielen, da ich nur mit dem im Netz unterwegs bin.

        Sehr merkwürdig. Darauf kann ich mir jetzt gar keinen Reim mehr machen.
        Außer es würde in der „Textkontrolle“ eine Art Blacklist/Whitelist Methode geben, bei der Nutzernamen, die schon öfter aufgefallen und deren Beiträge gesperrt worden sind, irgendwie öfter oder schärfer beurteilt werden, wohingegen Typen wie ich mit fast weißer Weste über 4 Jahre, per se schon mal durchgewunken werden.
        Rein logisch würde das aber keinen wirklichen Sinn machen.
        Gestern mein langer Post im KI-Artikel, der musste allerdings auch noch mal in die Moderation, wo er aber nach 2 Stunden schon wieder raus kam. Hatte ich aber schon lange nicht mehr.

        1. Gestern konnte man nicht kommentieren, also heute glattgebügelt als letzter Versuch…

          Fine…

          Danke für das Kompliment. Habe es an die KI weitergegeben. Und es wäre schön, wenn er und die anderen wieder unter uns wären.

          Zweimond…

          Zitat: „Frühjahr ist lange her 😀 Habe dein Mondzeichen wohl nicht abgespeichert.
          Die Gradzahl deiner Sonne auch nicht.“

          Zur Erinnerung: Ich teile Mond und Sonne mit Bob Marley und Bruno Kreisky. Meine Sonne steht allerdings 10° tiefer im Wassermann als Kreiskys.

          Zitat: „Mein Mond Widder.“

          Sicher? Die KI sagt, das könne nicht stimmen.

          Laut ihr bleiben eigentlich nur diese beiden Möglichkeiten: Entweder wurde dein Horoskop falsch berechnet, oder du hältst – wie jeder gute Astrologe – das tatsächliche Geburtsdatum lieber unter Verschluss. Sie bilanziert:

          „Was ich daraus momentan schließen würde

          Wenn Saturn „am Wassermann-Aszendenten klebt“, muss Saturn selbst im Wassermann stehen.

          Wenn „Saturn klebt am Aszendenten“ wirklich Saturn–AC-Konjunktion bedeutet und der AC tatsächlich Wassermann ist, dann sehe ich aber für eine Person, die jünger als Brad Pitt ist, ein Problem mit der gesamten Datensammlung.“

          😀

          Es bleiben nach der KI-Logik nur diese Möglichkeiten: die drei Planeten müssen im selben Haus stehen, du hast einen „rückläufigen Saturn in Zwilling“ – oder dein Geburtsjahrgang ist 1932 bzw. 1993.

          Zitat: „Meiner Erfahrung machen die KIs sowohl bei der Berechnung als auch bei der Deutung von Horoskopen noch viele Fehler.“

          Ihr Astrologen etwa nicht?

          Das schreibt ‚Die Welt‘ in ihrem Jahreshoroskop 2026:

          https://www.welt.de/iconist/service/article693816eec3b4893a9e2b316a/jahreshoroskop-2026-was-sie-in-diesem-jahr-erwartet-so-stehen-die-sterne.html

          „2026 holt den Schützen aus der reinen Verheißung in die Verantwortung. Visionen wollen eingelöst, nicht nur verkündet werden. Wer führt, statt zu flüchten, gewinnt an Tiefe – und entdeckt, dass das größte Abenteuer nicht vor, sondern in der eigenen Reifung liegt.“

          Und – hast du das Abenteuer der Reifung inzwischen entdeckt? 🙂

          „Sehr merkwürdig. Darauf kann ich mir jetzt gar keinen Reim mehr machen.“

          Das können viele nicht. Vielleicht ist genau das ein Teil des Problems – und ein Grund, warum viele gegangen sind.

          Mögliche Ursachen laut KI:

          „KI-Filter: Harmlose Beiträge können durch False Positives, bestimmte Wörter oder Formulierungen hängenbleiben.

          Kontextproblem: Ironie, Sarkasmus oder der Zusammenhang eines Beitrags werden automatisiert womöglich falsch eingeordnet.

          Menschliche Moderation: Nach der KI-Vorsortierung können unterschiedliche Schwellen oder subjektive Entscheidungen eine Rolle spielen.

          Taktische Trolle: Manche Trolle analysieren das Forum, sodass sie lernen unter Moderationsschwellen zu bleiben – und erzeugen weiter viel Aktivität. Normale Nutzer bleiben dagegen hängen.

          Bewusste Tolerierung: Denkbar ist auch, dass Redaktion/Betreiber besonders aktive oder provozierende Nutzer bewusst tolerieren, weil sie Diskussionen und damit Forenaktivität simulieren/fördern.“

          Mein ursprünglicher Plan war, am Jahresende Bilanz zu ziehen. Vielleicht ziehe ich das vor.

          Unter dem anderen Artikel kann ich nicht mehr antworten, obwohl ich bisher nur vier Kommentare einstellte.

          Jana…

          Die KI störte sich an meiner Darstellung von „Hühnerschlachten“, „Beerdigungen / Geburt“ und „menschlicher Natur“. Laut ihr könnte das in der Moderation hängen bleiben. Sie offerierte daher eine „leserfreundlich überarbeitete gekürzte Fassung“ in vereinfachter Sprache. Es ist spät, du musst mit der Version leben. Bitteschön:

          Vieles davon hatte ich ja schon erzählt: Streifzüge durch die Umgebung, Pflanzen und Tiere – eben das, woran man sich später erinnert. Kindheit und Jugend. Wobei man manches erst viel später bemerkt, wenn man darüber nachdenkt oder es aufschreibt. Damals war es einfach da.

          Bei uns wurde vieles selbst gemacht. Brot und Fladen, eingelegtes Gemüse, und Fleisch, wenn welches da war. Das hing von der Jahreszeit ab und davon, was man hatte. Essen war also nicht einfach etwas, das man einkaufte. Es gehörte zum Leben.

          Mein Bruder und ich waren dabei, wenn Oma ein Huhn schlachtete. Später habe ich auch selbst geschlachtet. Bei meinen Töchtern war das schon anders. Ich glaube, meine deutsche Frau hätte es nicht unbedingt gern gesehen, wenn ich im Garten plötzlich einen Holzblock aufgestellt hätte.

          Auch sonst half einer dem anderen. Man saß zusammen, aß zusammen und wusste, wer was beigesteuert hatte. Vieles richtete sich nach dem Wetter und nach der Jahreszeit. Wenn das Wetter nicht mitmachte, ging es eben nicht oder musste anders gemacht werden.

          An das Wetter erinnere ich mich besonders gut. Die Sommer waren gerne heiß, trocken und staubig. Der Staub war überall. Der Frühling dagegen war grün, der Sommer gelb und trocken. Und wenn es regnete, war plötzlich alles anders. Die Erde roch anders, die ganze Umgebung roch anders. Petrichor – dieser Geruch nach Regen – gehört bis heute zu meinen Lieblingsdüften.

          Damals ging man nicht einfach durch eine „schöne Landschaft“. Man kannte die Gegend. Man wusste, wo man etwas fand, welche Wege nach Regen schwierig waren und wo es trocken blieb. Es war einfach die Umgebung, in der man lebte.

          Vielleicht ist genau das geblieben: erst einmal hinschauen. Was ist da? Was passiert? Warum? Wenn man keine Erklärung hatte, dann hatte man eben erst einmal keine. Heute muss für vieles sofort eine Erklärung her – System, Theorie, Entwicklung. Ich bin da eher vorsichtig. Erst einmal schauen, was passiert. Eine Erklärung kann man später immer noch finden.

          Aber vielleicht bilde ich mir das im Rückblick auch nur so zusammen. Erinnerungen sind schließlich nicht besonders zuverlässig. Beim Aufschreiben verändert sich die Erinnerung noch einmal. Aus „So war das“ wird schnell „So erinnere ich mich daran“.

          Die Suchmaschine hat übrigens noch einen Artikel über Blauracken gefunden. Darin geht es um aktuelle Entwicklungen, allerdings ist er auf Englisch:

          https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00063657.2020.1784842#d1e399

          Und falls wir uns nicht mehr sehen sollten: Guten Tag, guten Abend und gute Nacht!

          1. „Vielleicht ist genau das geblieben: erst einmal hinschauen. Was ist da? Was passiert? Warum? Wenn man keine Erklärung hatte, dann hatte man eben erst einmal keine. Heute muss für vieles sofort eine Erklärung her – System, Theorie, Entwicklung. Ich bin da eher vorsichtig. Erst einmal schauen, was passiert. Eine Erklärung kann man später immer noch finden.“

            ja, halte/hielt ich ebenso….besonders gemein in diesem „Heute“, daß das „Erklärte“ das Hinschaun ersetzt….und wenns richtig erklärt ist, so verbleibts halt „unbeleibt“ als erfahrungsloses Wissen 🙁 …

            ja, der staub und der kärgliche regen bzw die hitze mit dem -zwar recht regelmäßigen, doch immer wieder überrumpelnden- „plötzlichen“ kälteeinbruch….dahingehend soll sich die letzten jahrzehnte ja auch einiges verschoben haben….ich erlas va „hirtenleben“, das sehr schwierige/ langsame „einbrechen“ von „zivilisation“ va erstmal in form von „medizin/hygiene“ als „technik“ des bestanderhalts…..per versuch, das hirtenwesen zu organisieren, (ein)planbarer zu machen….der versuch, den leuts das wohlbekannte „ausgesetztsein“ als beherrschbares nahezubringen statt des ewigen „ausgeliefertseins“, was so vertraut und bejammert wie be“jubelt“, da „immer so schon“….das aufbrechen der arbeitsteilung/hierarchien…..usw….nuja, eben in den fünfzigern endend, meine büchleins/erzählsammlungen….

            „Vielleicht ist genau das geblieben: erst einmal hinschauen. Was ist da? Was passiert? Warum? Wenn man keine Erklärung hatte, dann hatte man eben erst einmal keine. Heute muss für vieles sofort eine Erklärung her – System, Theorie, Entwicklung. Ich bin da eher vorsichtig. Erst einmal schauen, was passiert. Eine Erklärung kann man später immer noch finden.“

            wenn das „heutige“ unerklärte sich über jahre fortfrißt, man zwar schaut, sieht, aufnimmt , aber „alle welt“ auf „muß unerklärt bleiben“ besteht mir gegenüber, wie sich selbst gegenüber, dann verbleibt man „ausgeliefert“ und leidet darunter, weil man weiß, daß es erklärbar , damiteingehend „aufhebbar“ (im helgelschen sinne) ist, also ein umgang/gang/fortschreiten/weiterleben möglich…
            wenn nicht die halbe herde draufgehen muß, wenn bewässert werden kann und bei dochmal masse regen auf einmal alles absäuft, va „winterfutter“ ja auch…usw….
            wenn man weiß „das muß nicht so sein/laufen“ und man von dieser draufgänger(-gehenden)gesellschaft/gemeinschaft aber gezwungen wird, genauso die halbe herde draufgehen zu lassen, das vertrocknende obst/gemüse „abzuschreiben“, das getreide absaufen zu lassen, einen weiteren teil des bestands im winter verhungern zu lassen……..dem kollektiven suizid beizuwohnen/ihn mitzutragen , -zu machen….

            naja, ja, hühnerschlachten, also va die abfolge hin zum „eßbar machen“ „erlernt“ ich auch über solch erzählung 😉 , wohnte dem aber noch nicht real bei….ebenso fladen backen/machn….naja, so lauter nützliches zeug fürs leben ableben 😉 …lebte man nicht in diesem hier und jetzt …..

            ich verstehe das klammern ans bekannte, gewohnte, tradierte und es ist aber auch wahnsinnig interessant zu verfolgen, wie die versuche der einbindung „kleinbäuerlichen wirtschaftens“ in größere zusammenhänge verliefen , organisation als arbeitserleichtung, ohne „wachstum“ ….

            naja, wär schon iwie „wohlig“, das ganze schnittgehölz heut nicht für „grünschnitt am 20.“ zu bündeln….aber das mach ich halt heut und abends dann deinen blaurackenlink….

            was wurd in den bergwerk rausgeholt?

            lg

          2. -wie erkennt die seite (link), ob man ein „bot“ ist oder nicht ?
            -der methoden-part – interessant, hauptding wohl im prognosewesen?…..iwie ein vorstellen des vorhandenen werkzeugkastens und probleme durch „nichterfaßtes“ nebst betonung der nicht-/zuwenigbeachtung der menschl. bodennutzung (der wiki-eintrag erklärt vorkommen+verschwinden ausschließlich darüber 🙄 , dafür null mit „klimawandel“ ) ….erfaßte waldbestände ohne altersangabe usw…. ja, interessanter einblick („mal ganz was andres“) + in dem sinne wohltuend, daß da iwie (über „methoden“ noch nicht hinaus kam gestern abend 😉 ) auch so ein „so kann ich nicht (sauber) arbeiten“-ärger bei rumkommt nebst „tricks und schliche“ zur behebung…..nuja it-zeugs….
            mein wespen-büchlein mir diesen winter eh nochmal gönnen wollt, da gehts bodenständiger zu, halt vergangenheit+gegenwart und „zukunftsmusike“ „nur“ zum bewerben des sich-anschauens dieser wunderbaren tierchens (dies jahr hatte ich die polistes in meinem stillgelegten schlüppi -opel corsa unter der heckklappe, konnt also zuschaun, wie sie sich aufbaun, das miteinander , immermal den wabenbau, aber wollt sie nicht mit heckklappenöffnen immerzu stören….hab aber etwas arbeits-/lebenserleichterung tun können per offenen autotüren und abdunkeln, sodaß nicht permanent gefächelt werden muß…..herrje, ja, „freudespender“ :yes: …. das ist eben das schöne an erklärtem angeschauten….ich hab mein paradies dahingehend 😉 …..dann wollt ich einigen nachbarn guttun und natürlich wieder für „wilden wein“ werben als die blüten endlich aufknackten – ka, „der himmel für „summsel“-liebhaber“ und lief dann einer sich als solche wie auch öko/bio-und-co-aktiven gebärdenden übern weg, die eh dabei schon, sich wilden wein ans hüttchen zu packen…dann standen wir in meinem himmel und sie hat die summselei gar nicht wahr genommen, ka wie das geht, unverständlich…ich könnt im aufknacken stundenlang da hocken…..bei diesen leuten ist, so tatsächlich vorhanden wissen oder erklärtes (falls sich tatsächlich vorgelegt) eben „unbeleibt“……sie wissen oder meinen zu wissen, was sie für „die natur“, „das ökosystem“ oderoder „als mensch“ tun müssen/sollten….sie erfüllen iwie eine pflicht oderso……egal, ja, also das wespenbuch und aber auchmal, wenn ich da an was rankomme, weiter rumschaun wie/was und interessant natürlich auch das durchschimmernde „warum“ „zukunftsmusiker“ so treiben mit welchen hilfsmitteln über die tierschiene……)

            ka, ob schon nr. 5 , aber ja, genug „konversation“ + dank für den anreiz…

            bdt
            jana

          3. @ Sepp:

            Noch eine schnelle letzte Antwort hier:

            Zur Erinnerung: Ich teile Mond und Sonne mit Bob Marley und Bruno Kreisky. Meine Sonne steht allerdings 10° tiefer im Wassermann als Kreiskys.

            Zu deiner Mondstellung fällt mir spontan ein Satz ein, den ich dazu mal gelesen habe: Das „ordentliche“ Gefühl.

            Zitat: „Mein Mond Widder.“

            Sicher? Die KI sagt, das könne nicht stimmen.

            Nun, jetzt musst du halt entscheiden, wem du glaubst. Mir oder diesem Ding? 😀
            Ich hoffe du vertraust ihm noch nicht zu sehr.
            Frag die KI doch mal ob es nicht sein könne, dass SIE sich irgendwo verrechnet hat.

            Zitat: „Meiner Erfahrung machen die KIs sowohl bei der Berechnung als auch bei der Deutung von Horoskopen noch viele Fehler.“

            Ihr Astrologen etwa nicht?

            Ja, aber Astrologen wissen das und sind daher oft sehr vorsichtig in ihren Aussagen (die Guten). Deine KI scheint mir allerdings ziemlich von sich überzeugt zu sein.

            Und – hast du das Abenteuer der Reifung inzwischen entdeckt? 🙂

            Durchaus, aber das ist schon ein wenig länger her 😀
            Aber solche Jahreshoroskope und Zukunftsprognosen lese ich erst gar nicht. Die sind vollkommener Quatsch.

            —
            Was ich noch erwähnen wollte: Bemerkenswert fand ich übrigens auch deinen Post im „Russland baut Perimeter-Systeme“ Artikel. Denn die Sache mit 1870/71 sehe ich ein wenig ähnlich. Wie ich öfter schon mal erwähnt habe, halte ich Deutschland bis heute hin für eine Fehlkonstruktion.
            Wobei mein Ansatz eher war, dass die Deutschen das selber hätten verhindern sollen, sich unter die preußische Oberherrschaft und dessen Militarismus zwingen zu müssen.
            Die deutschen Mentalitäten sind auch zu unterschiedlich um sie sinnvoll in einen Staat zu zwingen, der dann auch noch von einem Teil dominiert wird. Niederländer, Belgier, Luxemburger, Schweizer und Österreicher haben das wohl verstanden und sich rechtzeitig unabhängig gemacht.

  21. Biene Maya hat recht. Hier wird eine Kampagne gegen die Berliner Linke gefahren um sie vom Regieren fernzuhalten. Der ultimative Aufhänger ist aber nicht die Verbindung zum Remmo-Clan sondern das Totschlag-Argument ist „Antisemitismus“. Die rote Linie des neoliberalen Regimes heißt „Vergesellschaftung“. Diese rote Linie darf nicht überschritten werden – und man fürchtet aber auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema, da ihnen die Argumente ausgehen und die Sache weiter vorangetrieben werden könnte. Deshalb der Umweg über eine Antisemitismus-Kampagne, die außerdem so gut wie immer erfolgreich ist.

    Vorreiter der Kampagne sind die Springer-Medien. In Welt-TV ist der „Antisemitismus der Linken“ in dieser Woche das Haupt-Thema. Das erinnert in fataler Weise an die Antisemitismus-Kampagne der britischen Medien gegen den Sozialisten Corbyn (2015-2020 Vorsitzender von Labour), der auch Vergesellschaftung zur Diskussion stellte und dessen Labour-Partei einen enormen Zulauf bekam und die „Gefahr“ bestand die Wahlen zu gewinnen. Die damalige Hetz-Kampagne war schließlich erfolgreich und der Sozialist Corbyn wurde durch den Neoliberalen Starmer ersetzt.

    1. Fällt nicht die eigenartige Verbindung von Vergesellschaftung der Immobilien und dem Vorwurf des Antisemitismus ins Auge? Wer das pflegt, stellt allerdings seine Ansicht zur Schau, dass Immobilienbesitz d a s Feld „jüdischen Kapitals“ ist, eine Nazi-These.
      Bubis wehrte sich einst gegen diesen Vorwurf: Ihr könnt mich zu Recht Spekulant nennen, aber nicht jüdischer Spekulant. Ihr sagt doch auch nicht katholischer oder evangelischer Spekulant.

      1. Besonders bemerkenwert finde ich wie und in welcher Form die Berliner Zeitung da vorneweg mitmacht.
        Neuber zeigt jetzt die wahre Fratze. Beispiel von heute
        „Judenhass
        Linkspartei in Berlin: Gegen den Hass auf Juden hilft auch kein Mietendeckel“
        Worum gehts in dem Artikel? Kommste nie drauf, um jüdische Bürger die sich hinter die Linke stellen.

  22. Wer so etwas schreibt, hat sich noch nie näher mit der Initiative ‚Deutsche Wohnen & Co enteignen‘ befasst:
    „… Wer soll dafür aufkommen? Die Segnungen des Länderfinanzausgleichs? Der Steuerzahler aus Bayern …“

    Er hat von Mietwohnen nix verstanden und will nix verstehen.
    Versuchs‘ mal mit Lesen: https://dwenteignen.de/ARGUMENTE

    Auch hier haben die meisten Journalisten zumindest einige Blicke hineingeworfen: https://dwenteignen.de/MATERIAL

  23. Ich lese das nach wie vor nicht gern. Obwohl sich meine Wege schon lange von denen der Partei, in der ich Mitglied war, trennten. Die waren schon nach der Wende so spitz darauf, nicht mehr als die ganz Bösen zu gelten und Wowereit wurde das zu nutzen. Dafür im Senat mitspielen zu dürfen, waren sie bereit, alles mitzumachen. Eben auch den Verkauf eines bedeutenden Teils der Wohnungen aus dem städtischen Besitz. Das hätten sie nicht tun dürfen. Wenn jetzt über die Idee einer Enteignung der Konzerne – die dafür bezahlt werden müssen – geklagt wird, stellt sich mir die Frage, warum man nicht klagte, als die Berliner enteignet wurden, als man ihr Eigentum an die Hyänen verscherbelte. Allein 200.000 ostberliner Wohnungen. Dabei wurden mit windigen Rechtskonstruktionen „Schulden“ erfunden, die es in der DDR nicht gab.
    Reden wir nochmal über Schulden. Bevor das Märchen von der bankrotten verschuldeten DDR wieder rausgeholt wird. Die DDR war an keinem Tag ihrer kurzen Existenz zahlungsunfähig und als die Treuhandverbrecher ihren Abschlussbericht vorlegten, blieben läppische 40 Milliarden DM offen. 20 Mrd € also. Die meisten großen Städte im Land würden heute vor Freude heulen, wenn sie morgen nur noch so viele Schulden hätten, wie die gesamte DDR.

    Dass Menschen, die keine Möglichkeit zur Steuergestaltung haben, nicht eben freudvoll den Soli abdrückten ist klar. Haben wir übrigens genauso gezahlt. Nur wo ist diese Geld gelandet? 80% allen Eigentums im Osten gehören jetzt, und das war immer so gewollt, Westlern und wie es in der SBZ – der schwäbisch besetzten Zone – im Prenzlauer Berg aussieht, weiß man auch.

    Ob die Enteignung der Konzerne ein geeignetes Mittel gegen die Wohnungsnot ist, weiß ich nicht. Ich glaube es eigentlich auch nicht. W. Wirth hat oben die Zahlen des Bevölkerungswachstums aufgelistet und das sind die legalen und gemeldeten. Ich glaube ohne ein Wohnungsbauprogramm, das keiner auflegen kann und will, ist das nicht zu lösen. Der Markt richtet es offensichtlich nicht und dann, das sollte man der Ehrlichkeit halber auch schreiben, ist die Linke die letzte politische Kraft, die noch den Anspruch erhebt, irgendetwas zu machen, während alle anderen gar nichts mehr auf dem Schirm haben.

    Warum hat nie jemand Merkel und Handlanger gefragt, welche Gedanken sie sich darüber gemacht haben, wo die Millionen den wohnen sollen? Wir haben das nicht geschafft.

    Habe ich schon geschrieben, dass ich durchaus vieles von dem, was der geschätzte Autor schreibt, teile?. Nur Abgehobenheit und Realitätsverweigerung sind kein Alleinstellungsmerkmal der Berlin Linken. Wirklich nicht. Auch ist die Berliner LINKE schon lange keine Ostpartei mehr.

  24. Was hat die Hetze gegen die Enteignung mit der aktuellen Hetze gegen die Linkspartei gemeinsam?
    Beide wenden sich die deutliche Mehrheit der Berliner Bevölkerung!

    Die Finanzplanung der Enteignung hat die Initiative bereits seit 2021 vorgelegt. Warum steht darüber nichts in dem Artikel?

  25. Lets not abandon humour – zumindest den Versuch.
    Monty Python hätte es mit einer Variation von „Hells Grannies“ gewiss noch konsequenter hingekriegt.
    https://www.youtube.com/watch?v=9_OIs49m56E

    Aber zumindest als Einstieg – Ingar Solty:

    Geschichte wiederholt sich, Berlin geht seinem Ende zu
    Dort, wo heute noch Arbeitsplätze sicher, Löhne hoch und Wohnungen erschwinglich sind, wo niemand fünf Euro für einen Kaffee direkt in die Taschen nimmersatter Gewerbeimmobilieneigentümer zahlen muss, wo der öffentliche Personennahverkehr zuverlässig fährt, die Kitas wegen guter Personalschlüssel beste pädagogische Arbeit leisten und Schulen, Schwimmbäder und Turnhallen aussehen, als wären sie gerade erst gebaut worden – dort zieht nun der Schlendrian ein, der Endgegner anständiger Bürger. Wegen der Unmündigkeit und Undankbarkeit der Berlinerinnen und Berliner. Das jedenfalls ist aus der Hauptstadtpresse zu erfahren.
    „Brotschlange[n], […] Menschen, die verhungern, […] Elend“ erwartet etwa Julius Böhm von Nius, ein „knalllinkes Bündnis mit Reiche erschießen, Kapitalisten weg, enteignen, Mietpreisdeckel“ die AfD-Vorsitzende Alice Weidel. „Burka statt bauchfrei“ prognostiziert Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der gemeinwohlorientierten Kulturwissenschaftler von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. FDP-Politikerinnen wie Karoline Preisler fühlen sich wieder der Brutalität einer „sozialistischen Diktatur [ausgesetzt]“. Manch einer fühlt sich direkt an die Verhältnisse im Iran erinnert. Schuld seien dafür die „komplett irren“ Berliner Wähler, bemerkt Benedikt Brechtken von Apollo News. Berlin, so Felix Dachsel, Leiter des Reporterressorts des Spiegel: „am Ende“.
    Der Untergang des nächsten Bundeslandes scheint nicht aufzuhalten.
    Der Untergang der Hauptstadt
    Lesen wir die Zeichen an der Wand: Prepper, die Imbissbuden und Kneipen stürmen, und sich mit den letzten Currywürsten eindecken. Todesschwadronen, die Wohnungseigentümer wie Oma Helene und Opa Dietmar entführen und in den Katakomben des Friedrichshainer SEZ wasserfoltern. Neuköllner Clan-„Paten“, die sich auf ihre neue Berufung als Innensenator und Polizeipräsident vorbereiten. Linke-Erstwähler namens Johann und Amelie, die Nacht für Nacht Synagogen in Brand stecken.
    Und mittendrin die linke Bürgermeisterin Elif Eralp, die im Stadtbad Neukölln persönlich prüft, dass das neue Bikini-Verbot und Vollverschleierungsgebot auch tatsächlich eingehalten wird.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Noch gibt es Widerstand gegen den Syndikat-Kalifat-Kommunismus. Gott schütze deshalb die neue RAV: die Rendite-Armee Vonovia.

  26. Wie Estragon schreibt – das Thema ist nicht neu.

    Andrej Holm als Senator?
    Anybody?
    Oder bin ich schon so alt.

    Siehe Stadtentwickung in Zürich.
    Mamdani wird in NYC gegen ähnliche Wände rennen.

    Sehr geehrter Herr Lapuente – wenn man den Wandel will dann muss man auch was riskieren.
    Wie genau soll man die Eigentumsfrage denn stellen?
    Dass soll nicht die sonstige Inkompetenz der LINKEN und ihren Verrat beschönigen.
    Aber ausgerechnet hier anzusetzen in Sachen Kritik, ist vielleicht kontraproduktiv.
    Wenn überhaupt müssen wir davon ausgehen, dass sie wie stets umfällt.

    Jedenfalls ist Marcel Fratzschers Blabla zu diesem Problem in der ZEIT keine Lösung:
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-09/wohnungskrise-berlin-vergesellschaftung-immobilien-linke

    1. Ja der Holm… Staatssekretär im Bausenat sollte er werden. Was zur Zeit in Berlin abgeht, ist lediglich eine Wiederholung der Strategie, die Linke gefügig zu machen. Was dessen Stasivergangenheit bzw. seine Verbindungen mit „linksradikalen Kreisen“ waren, sind heute wahlweise der angebliche Antisemitismus der Partei oder eben Kontakte zu den Remmos. Es ging aber damals wie heute weder um das eine, noch das andere. Des Pudels Kern: Herr Holm war und ist ein Sozialwissenschaftler, der sich mit den Folgen der Gentrifizierung beschäftigte und als „investorenfeindlich“ galt.
      Nun sind allerdings willfährige Postenjäger wie Lederer oder die Wolfs nicht mehr in der Partei, man wird sehen, wie resilient die neuen Kräfte sein werden.

  27. Zum Thema „Einwohnerzahl Berlins im Jahre 2025“:

    Laut dieser Seite vom 16. 2. 2026 …
    https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/2026/16-einwohnerregisterstatistik
    … betrug die Einwohnerzahl Berlins am 31. 12. 2025 nicht 3.700.000 Menschen, sondern tatsächlich 3.913.644 Personen mit Hauptwohnsitz Berlin.
    Insofern ist die bei „Wikipedia“ und auch manchen KI-Seiten genannte Zahl falsch und erheblich zu niedrig.
    Die Frage, warum das bei Wikipedia so grob falsch angegeben wird, tut hier nichts zur Sache.

    Die obige Seite ist ziemlich detailliert, zeigt auch die kleinräumige Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen und nennt die Zuwanderung aus dem Ausland als den entscheidenden Treiber des Bevölkerungswachstums.

    Die von mir weiter oben genannte Zahl eines Bevölkerungszuwachses von knapp 250.000 Personen im Zeitraum von 2020 bis 2025 scheint somit doch zu stimmen.

  28. Norbert Häring verweist auf eine Finanzierbarkeitsstudie
    h#ttps://norberthaering.de/news/vergesellschaftung-grosser-wohnungsbestaende-in-berlin-ist-finanzierbar/

    Der Satz „Die Mieterträge würden den Ökonomen zufolge auch bei dauerhafter Mietpreisbindung ausreichen, um die Zinskosten des Landes für das aufgebrachte Eigenkapital zu decken.“ lässt mich etwas in der Luft hängen: ja, und was ist mit Instandhaltung, Reparatur, vielleicht auch mal etwas moderate Modernisierung?

    Aber nichtsdestotrotz: glaubt hier im Ernst irgend jemand, so ein Präzedenzfall würde zugelassen werden, könnte von dieLinke durchgeboxt werden gegen die Angst der Kapitalisten vor Enteignungen.

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