Pflugscharen zu Schwertern

Eine Frau und ein Mann hissen eine Deutschlandfahne mit dem Logo von "Schwester zu Pflugscharen".
Bundesarchiv, Bild 183-1990-0926-026 / Grimm, Peer / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Plötzlich sind Haubitzen, Panzer, Raketenwerfer, Kampfjets die Dinge, die Frieden schaffen. Groß ist die neue Lust auf schweres Militärgerät und die Begeisterung für Pulverdampf und Stahlgewitter. Wie konnte es bloß so weit kommen?

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, nach Auschwitz und staatlichem Morden in unfassbarer Dimension, sagte der noch heute vor allem im Süden der Republik hochverehrte Politiker Franz Josef Strauß: die Hand solle dem Deutschen abfallen, der noch einmal ein Gewehr in die Hand nehme.

Es mag gestrig klingen, aber es ist gerade in diesen Tagen notwendig, sich an jene Zeit zu erinnern, damit man versteht, welch weiten Weg die Deutschen, vor allem ihre Regierenden in Berlin, seither zurückgelegt haben.

Der einzige Sieg des deutschen Volkes im Jahre 1945

»Die Enttabuisierung des Militärischen«, wie es der SPD-Kanzler Gerhard Schröder 2001 nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York gefordert hat, ist gelungen: Das Militärische hat das Sagen in Berlin. Mehr noch, seit dem 27. Februar 2022, als der derzeitige SPD-Kanzler Olaf Scholz eine Hochrüstung ohnegleichen verkündet hat, ist das elementare Gründungsversprechen der Bundesrepublik endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen worden: Dass Deutschland  keine Kriege mehr führen darf, führen soll – es sei denn zur Selbstverteidigung.

So steht es, auch daran muss man in diesen Tagen erinnern,  noch immer im Grundgesetz, Artikel 87a: »Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zulässt.«

Ausnahmen sah das Grundgesetz viele Jahrzehnte nicht vor. Unzählige Eide wurden darauf geschworen, dass die deutsche Armee nur zur Verteidigung und zu nichts als zur Verteidigung eingesetzt werden würde: »Man soll dem deutschen Volk doch den einzigen Sieg lassen, den es 1945 errungen hat, nämlich den Sieg über den Militarismus«, sagte Carlo Schmid, einer der Väter des Grundgesetzes.

Dieser »einzige Sieg« war stets gefährdet, und am 12. Juli 1994 begann seine Niederlage. Damals setzten die Hüter des Grundgesetzes, die Richter des Bundesverfassungsgerichts, dieses eindeutige Verbot außer Kraft. Die Richter in ihren roten Roben erklärten, dass der Artikel 24 des Grundgesetzes den Beitritt zu einem »System der gegenseitigen kollektiven Sicherheit« zulässt, sie sagten damit, salopp formuliert: »Ihr dürft schießen, wenn ihr es unter der UN-, EU- oder Nato-Flagge tut. Wir müssen dafür nicht mal das Grundgesetz ändern!« Ein Freibrief für globale Kampfeinsätze.

Die, die mal die NATO abschaffen wollten

Am 27. Februar 2022 aber, einem kalten Sonntag, als der SPD-Kanzler eine Überrüstung mit 100 Milliarden Euro Sondervermögen nicht etwa zur Debatte gestellt, sondern quasi befohlen hat, hat das Militär total gesiegt – und Deutschland ist nicht mehr das friedfertige Land, das sich die 61 Väter und vier Mütter des Grundgesetz nach dem Horror des Zweiten Weltkrieges erhofft hatten.

Ja, das Militär hat gesiegt. Und bei den Rüstungsfirmen explodieren nun die Gewinne. Und ganze vorneweg bei diesem allgemeinen Militärgerassel marschiert jene Partei, die mal die NATO abschaffen, Schwerter zu Pflugscharen machen wollte. Ihre so junge wie nassforsche Außenministerin steht auf Härte, möchte mit den Sanktionen Russland so schwächen, dass »es jahrelang volkswirtschaftlich nicht mehr auf die Beine kommt«. Das ist nicht mehr die Sprache der Diplomatie.

Wer so denkt, dementsprechend handelt, nimmt in Kauf, dass das eigene Land – vielleicht auch ohne direkten Krieg – vor die Hunde geht. Nimmt in Kauf, dass die Klimakatastrophe immens beschleunigt wird.

Wie lautet der ministerielle Amtseid: »Ich schwöre meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden« werde.

Haben die Regierenden, tatsächlich in allen Facetten durchdacht, wirklich bedacht, was es bedeutet, Russland, das größte Land der Erde mit den meisten Ressourcen zu boykottieren? Was für Auswirkungen dieser Beschluss hierzulande haben kann und vermutlich haben wird? Wem das mehr schadet – dem Boykottierten oder den Boykottierenden?

Ein neues Sparta

Ja, dieser Boykott muss sein, ist politisch-moralisch alternativlos, sagen sie nun fast alle, denn da sind diese schrecklichen Bilder aus der Ukraine, da ist dieser russische »Schurkenstaat« (EU-Parlament), da ist diese »Zeitenwende« (Scholz), die uns »in einer anderen Welt« (Baerbock) hat aufwachen lassen. »Zeitenwende«, »andere Welt« – mit der traurigen Realität auf dieser Welt haben diese Worte nichts gemein.

Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keinen Tag ohne Krieg. Allein die USA haben seit 1941 mehr als 150 unerklärte Kriege, meist völkerrechtswidrige Angriffskriege geführt – und zwar, wie der US-amerikanische Schriftsteller und Politiker Gore Vidal in einem Gespräch mal sagte, »immer in schlechter Absicht, aus Eigennutz heraus«. Gab es deswegen jemals den Ruf nach Boykott?

Es geht nicht darum, den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg zu relativieren. Es geht darum, diesen Krieg nicht auszunutzen für eine Aufrüstung ohnegleichen und eine Militarisierung dieser Gesellschaft. Scholz` Hochrüstungsbeschluss schafft einen militärischen Hegemon in Zentraleuropa, der sich in Sachen Militär »der historischen Zurückhaltung« entledigt. Und aus Deutschland eine Art Sparta macht.

Ich möchte, dass der mörderische Feuersturm in der Ukraine schnellstmöglich beendet wird. Aber er wird nicht enden, solange man dieses Feuer dort mit Waffen und Worten schürt. Wer wie Baerbock Russland »ruinieren« möchte (was für eine Sprache!), der provoziert einen langen Krieg, treibt einen Kontinent an den Abgrund. Der möchte nicht, dass die Diplomatie in die Offensive geht. Wolodymyr Selenskyi, der ukrainische Präsident, das hat er mehrfach betont, will auch nicht verhandeln, er will das nur aus einer Position der Stärke heraus tun. Also: Her mit noch mehr Waffen, viel mehr Waffen, und er bekommt sie.

Durchschlagskraft einer fallenden Daunenfeder

Mit Vernunft haben die Reden und Taten fast aller derzeit Regierenden nichts zu tun. Und so halte ich – bei diesem Regierungs-Personal in Ost und West – auch das bisher Undenkbare für nicht mehr unwahrscheinlich: das atomare Inferno.

Denn es gibt es keinen Blick mehr zurück, nur noch das scheinbar alternativlose martialische Nach-Vorne-Schreiten. Es folgt, fürchte ich in den dunkelsten Stunden, dem Drehbuch von 1914ff: stete, schließlich grenzenlose Eskalation, bis der Große Krieg unvermeidlich, ja, als Befreiung erscheint. Also: Das brutale Dahinschlachten von Mensch und Zivilisation.

Die Jungen werden kämpfen, morden, verrecken, viele, viele Zivilisten werden verzweifeln, verstümmelt sein, sterben und irgendwann – wenn es noch möglich ist, und es uns noch gibt – werden die Alten (wie fast immer) einen schäbigen Friedensvertrag aushandeln, der den Keim von weiterer Verbitterung in sich trägt, also die »Masters of War« (Bob Dylan) glänzend ernährt. Wie immer.

Ich weiß, dass in einer Zeit, in der das Schreien nach noch mehr Waffen als Wirklich–Frieden–Schaffen gilt, als oberste Bürgerpflicht sozusagen, der Ruf nach Zurückhaltung, Abrüstung, Diplomatie und Vernunft die Durchschlagskraft einer fallenden Daunenfeder hat. Denn kollektiv ist die Entsorgung der Nachdenklichkeit und groß ist diese neue Lust auf schweres Militärgerät und die Begeisterung für Pulverdampf und Stahlgewitter – beispielhaft dafür stehen der NATO-olivgrüne Anton Hofreiter, nun ein enthemmter Kriegsfundi, die grüne Außenministerin und ein grüner Vizekanzler, der die Weichen Richtung Kriegswirtschaft und Verarmung stellt.

Geschäfte mit Diktatoren und Despoten

Aber an all dem ist ja der Despot dort im Osten schuldig. Ihm muss eine Lehre erteilt werden. Ihm schon. Wie sieht es aber mit anderen Gewaltherrschern aus? Das ist die eigentliche Entscheidung: Welche Kriege wir wichtig nehmen –  welche nicht. Mit welchen Despoten wir uns einlassen –  mit welchen nicht.

Heuchelei allenthalben, denn: Da macht man einen Diener vor einem Diktator, in dessen Land das Recht der Scharia herrscht, man also Dieben Hände abhackt, Zungen rausreißt, Frauen unterdrückt. Da holt man Öl aus Ländern, die einen Journalisten in ihrem Konsulat lebendig zerstückeln, Oppositionelle schikanieren, die Terror exportieren und seit vielen Jahren einen brutalen Krieg gegen den Jemen führen. Man macht ungerührt mit Ländern und Typen Geschäfte, die die »westlichen Werte« verachten und verhöhnen. Man schweigt, bezahlt, hofiert, honoriert. Denn nun geht es ja gegen das Ganz Böse: Den Russ`.

Und so gibt es verblüffend viel Verständnis für die Aufrüstung. Ebenso wie Politiker und Militärs und Rüstungslobbyisten, so machen viele im Netz, im Radio, im Fernsehen, in Zeitungen nun mit. Man ist sich einig: Deutschland muss Kriege führen und kann es nicht. Die Armee ist unterfinanziert. Die Armee muss dringendst modernisiert werden.

Das ist der Konsens: Wer an diesen Wahrheiten zweifelt, den muss man nicht mehr ernstnehmen. Wer Krieg als Mittel der Politik noch immer in Frage stellt – der ist ein gefährlicher Phantast. Schluss mit diesem Bequemlichkeitspazifismus. Helm auf! 100 Extra-Milliarden Euro für die Armee. Zusätzlich über zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Armee. Kann das gut gehen?

Hellwach in die Katastrophe

Geschichte wiederholt sich nicht, aber möglicherweise liebt sie Neuinszenierungen des immer gleichen Dramas: 1913 betrugen die Rüstungsausgaben in Österreich-Ungarn zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes, im Deutschen Reich 3,9 Prozent und in Frankreich 4,8 Prozent. Am 1. August 1914 begann das große Schlachten.

Und so blicke ich heute auf die Welt, wie vor einigen Jahren der alte und weise Historiker Eric Hobsbawm im Gespräch mit mir sie ausmalte: »Alles ist möglich. Inflation, Deflation, Hyperinflation. Wie reagieren die Menschen, wenn alle Sicherheiten verschwinden, sie aus ihrem Leben hinausgeworfen, ihre Lebensentwürfe brutal zerstört werden? Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde.«

Diese Gedanken – zu pessimistisch, zu düster, zu schwarz? Wie Schlafwandler, schrieb der Historiker Christopher Clark, taumelten 1914 die Politiker in die Katastrophe. 108 Jahre später schlafwandeln sie nicht, es ist verheerender: Heute bereiten sie hellwach die Katastrophe vor. Und fühlen sich dabei moralisch jenen unangreifbar überlegen, die zu militärischer Mäßigung mahnen. Das macht diese Kriegstreiber und Kriegstreiberinnen so unendlich gefährlich.

Ja, wir sind wieder wer. 1914 und 1939 – das Grauen ist vergessen. Man ist bereit für Neues.

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40 Kommentare

  1. Bis auf eine Passage, in der Luik sich aufs Glatteis der verbalen Moralisierung zwischenstaatlicher Beziehungen begibt, mehr als einverstanden. Man kann, muss es bezüglich Deutschland noch etwas deutlicher ausdrücken – da ist Revanchismus am Werk, zwei verlorene Weltkriege sind eben eine grössere Schmach, als ertragen werden kann. Wer danach sucht, wird in der deutschen Publizistik, zumal ihren wichtigsten Titeln immer wieder fündig. Meist verbrämt, aber der deutsche Geist, es allen anderen zu zeigen, ist ’45 nicht mit untergegangen. Man hat sich bloss – zurückgehalten, wie es Klingbeil ausdrückt. Nun ja, gezwungenermassen.

    Es ist tragisch, dass ausgerechnet eine Partei, deren Raison d’Être die Bewahrung der ökologischen Lebensgrundlagen ist – oder wäre, nunmehr an der Spitze der Militaristen marschiert und als Geist, der stets das Gute will, das Böse befördert. Die Kindergarten-Argumentation, der andere habe angefangen, die allerdings weit übers Kindliche hinausgreift und Vernichtungswillen, den man selber hat, in andere hineinprojiziert, hält her für eine Politik, die wie Luik aufzeigt, vor Widersprüchen nur so strotzt und in ihren ultimativen Konsequenzen den Niedergang der Menschheit noch weit schneller bewerkstelligt, als die Klimaerhitzung. Dass praktisch das gesamte Parlament hinterherwackelt, die beiden ministrierten Ex-Parteivorsitzenden medial gesalbt werden, ändert nichts an ihrem monströsen Versagen. Mit Schaudern wendet man sich ab.

  2. Danke
    „Es geht nicht darum, den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg zu relativieren.“ Ohne eine solche „Entschuldigung“ darf so ein Artikel wohl nicht mehr veröffentlicht werden? Wäre das dann schon Verherrlichung von Russen und strafbewehrt?
    Ohne diesen Satz hätte mir der Artikel noch besser gefallen. Mit dieser „Rechtfertigung“ ist er kaputt. Schade.

    1. Ich sehe das nicht so. Man muß schon wenigstens versuchen, den Unterstellungen und Verdrehungen, die dann von den Linientreuen sofort auf den Tisch gelegt werden, von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mögliche Mißverständnisse vermeiden. Auch wenn es leider sicher nicht so recht funktionieren wird, denn es zählt ja immer nur die eigene Wahrheit bei den Öffentlich-Rechtlichen Medien und regierenden Parteien, unpassende Argumente werden einfach ignoriert oder verunglimpft.

  3. Ich lese seit 20? Jahren hintergrund.de und german-foreign-police. Auf jeden Fall schon sehr viele Jahre. Dort wird mindestens seitdem ich dort mitlese, alles das beschrieben, was uns blüht. Welches Klübchen sich wann und woran abarbeitet. Ich hoffte allerdings, dass diese Vorhersagen erst nach meinem Ableben ins Endstadium treten. Es sieht danach aus, als hätte ich Pech. Und wie bei Corona: man steht völlig hilflos daneben und kann nichts dagegen unternehmen. Im Gegenteil muss man noch damit rechnen als Landesverräter oder ähnlichem im Knast zu landen oder anderen perfiden Maßnahmen ausgesetzt zu werden, wenn man versucht dagegen zu schreiben, sich anders dagegen zu stemmen. Das ist das Schlimmste.

  4. Wer Aufnäher mit „Schwertern zu Pflugscharen“ trug wurde in einem Teil von diesem Land schon mal böse angeblickt, denn damals galt es sich zu verteididigen gegen den Klassenfeind. Heute tut der Russen dem normalen Deutschen genau so wenig wie vor 45 Jahren. Und genau so wie damals würde der Russe Deutschland permanent, mit gleicher Qualität, in ausreichender Menge, mit Hilfe einer effizienten Logistik und zu unschlagbar günstigen Preisen Rohstoffe und Energieträger liefern. Damals wie heute wollen das die US-Amerikaner nicht. Doch saßen damals noch Politiker in unserer Regierung, welche die eigenen Interessen mit im Auge behielten, so sitzen heute amerikanische Sprechblasen dort.

    Dem normalen Deutschen kann es sch…egal sein, ob sich die Regierung demokratisch nennt oder als Diktatur bezeichnet wird, wenn eine Politik gegen die Volksinteressen gemacht wird, ist es egal was auf der Verpackung steht.

    1. Ja, die Vermutung habe ich auch, daß diese extreme politische Ausrichtung auf die USA daher rührt, daß sich unsere aktuellen Regierenden in besonderen hochdotierten Kursen dort haben ausrichten lassen. Hätte ich früher nicht gedacht, als ich den Grünen noch vertraut habe, daß die sich auch so einfangen lassen… Heißt aber unter dem Strich, daß man das bei einer Bundestagswahl gar nicht mehr in der Hand hat, wo die Reise hingeht!

  5. Ein typisches Zitat von Strauß. Die Aussage des vorher als NSFO Tätigen und in dubiose Vorgänge um das Nazigold verstrickten politischen Newcommers, der zusammen mit einem OSS-Offizier „einen Koffer Gold“ beiseite gebracht haben soll, der dann lebenslanger Freund wurde, war wohl mehr eine gut gestrickte Legende. Sie belegt nur die absolute Gewissenlosigkeit von Strauß. Aber das war ja nur kommunistische Propaganda, die sich aber fast immer dann als zutreffend erwies.

  6. Frage: „Wie konnte es bloß so weit kommen?“
    Antwort: Ganz klar, Propaganda wirkt!

    Gestern im Radio ein Bericht über einen Heizungsbauer an der Ostsee. Er baut und plant Wärmepumpen und könnte gerade viel mehr verkaufen, damit wir kein russisches Gas mehr benötigen, wie der Reporter betont. Ach ja, und da fliegen gerade die Jagdflugzeuge vom nahe gelegenen Fliegerhorst Jagel über die Ostsee. Passt ja.

    Ansonsten habe ich schon gehört, dass man dieses 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr besser als 100 Milliarden Sonderschulden der Bundesbürger bezeichnen sollte. Und irgendwie warte ich noch auf den ersten deutschen Politiker, der wie seinerzeit Bush vom überwundenen Vietnamtrauma, seine Kriegsbegeisterung ausdrückt, indem er vom überwundenen Weltkrieg-II-Trauma der Deutschen palavert. Und dann kommt sicher irgendwann noch die „Reichsfettkarte“ wieder – aber unter anderem Namen. Desgleichen der „Blockwart“, wenn sich Daniel Günther mit der Forderung durchsetzt, die Zimmertemperatur in Privatwohnungen müsse auf 20°C begrenzt werden. Wärmstuben sind ja auch schon im Gespräch.

    Und bei alle dem geht es nur um die geostrategischen Machtinteressen der USA, denen sich die Europäer nicht in den Weg gestellt haben.

  7. Ein wirklich guter und sehr berührender Artikel, der meine eigenen Gedanken durchgängig widerspiegelt.
    Und man steht inzwischen wirklich nur noch im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos daneben (denn längst sind alle „Argumente“ ausgetauscht) und wendet sich mit Schaudern ab (wie hier einer der Kommentarschreiber es ausdrückte….; Formulierung hat mir gut gefallen).

  8. Müßig, FJS ist keine Hand abgefallen, im Gegenteil, den größten Vermögenszuwachs in seiner Privatschatulle konnte er verbuchen, als Fluggerät gekauft wurde, welches, zugegebenermaßen zumindest als Waffe völlig ungeeignet, im Gegenteil als Pilotenlöschgerät effektiv, war, jedoch trotzdem nur zu einem Zweck diente, anderen Menschen, die jederzeit bereit sind, normale Nutzmenschen in Kriegen aufeinander zu hetzen, reicher zu machen!Die

    Diese ganze Debatte ist einfach eine widerliche Show, von allen Seiten, da jeder von uns einem Staat Steuern zahlt, von dem er nur mit wirklich völlig vernebelter Birne je behaupten könnte, dieser würde nicht, sobald irgend nötig, um die Umverteilung und die Ausbeutung der Menschen zu betreiben, Krieg als probates Mittel verwendet!

    Wir sterben nur aus einem Grund nicht im atomaren Feuer, jenem, da ein Atomkrieg das Geschäftsmodell kaputt macht!
    Solange uns gierige Psychopathen beherrschen, können wir zumindest darauf zählen – nur wehe, es kommt einer an den Knopf, der weniger gierig, als vielmehr vollkommen sadistisch ist – für den wird es eine Lust sein den Befehl zu geben und die braven Untertanen werden ihn dann auch ausführen!

    Eigentlich sollten uns allen die Hände abfallen, sobald wir für unsere destruktive und willige, billige und feige Teilhabe am System auch nur einen Groschen annehmen!
    Nur, unsere Hände faulen erst ab, wenn wir tot sind, leider sind alle die nach uns kommen, nicht minder bescheuert als wir, schließlich werden sie von Kindesbeinen an zu Idioten abgerichtet.

    Kein Psychopath könnte regieren, wären wir nicht wirklich vollkommen verblödet, ja Idioten die wir sind, nicht Menschen, das menschliche Maß ist die Idiotie!
    (…. und sorry Leute, eure Bräsigkeit macht euch nicht besser, wir sitzen alle im gleichen Boot! Ihr tut doch nur so empört, im Grunde ist euer Fell wohl sogar dicker, als das eines braven Untertanen, der vor lauter Arbeit keine Zeit hat, sich über den Wahnsinn aufzuregen….)

  9. Wenn „1Milliarde“ demokratischer westlicher Narren ihre Demokratie nicht im Stande sind demokratisch zu nutzen, dann haben sie diese teuflische Politik verdient.
    Es existiert ein Original Weiss, Rot, Blau aber viele falsche Kopien die gerne sagen „in God we trust“ (nur fehlt die exakte Angabe, welcher ‚Gott‘)

  10. Harry, der keinen Wagen holt sagt:
    „Es geht nicht darum, den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg zu relativieren.“

    Man muss diesen Satz einmal zerpflücken:
    – völkerrechtswidrig
    – russisch
    – Angriff
    – Krieg
    Ohne eine solche „Entschuldigung“ darf so ein Artikel wohl nicht mehr veröffentlicht werden?
    Ja, das würde ich sehr gerne wissen! Ich habe diesen „Schlenker“ schon öfters gelesen.
    Gelesen habe ich aber – nur zum Beispiel – auch:
    https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20222/erklaerung-des-us-peace-council-zur-militaerintervention-russlands-in-der-ukraine/

    Meistens klappe ich dann die Akte zu.

  11. Hi wrmfr,

    es ist fast immer lohnend, deine Links zu lesen.

    Dieser zählt auf jeden Fall zu dieser positiven Kategorie. Danke!

    „Die Krise, mit der wir heute in der Ukraine konfrontiert sind, ist das Ergebnis der Unfähigkeit der UNO, ihre Charta gegen solche illegalen Aktionen der einzigen Supermacht und ihrer NATO-Verbündeten aufrechtzuerhalten. Nur dadurch ist es den USA und der NATO gelungen, Russland und andere angegriffene Nationen auf der ganzen Welt in derart schwierige Situationen zu bringen.
    Ja, wir sollten die UN-Charta verteidigen, aber nicht so selektiv, wie es der Imperialismus scheinheilig von uns verlangt. Wir sollten uns nicht von imperialistischen Schuldzuweisungen täuschen lassen, wenn der Angreifer (wie in diesem Falle Russland) dazu gezwungen wurde, sich selbst zu verteidigen.“

    Super Abschnitt! Davor wurden einige Kriege der USA und seiner Versallen aufgezählt.

  12. >> Wem das mehr schadet – dem Boykottierten oder den Boykottierenden? <<

    Das ist wie wenn ein Junky seinen Dealer bestrafen will, und ihm Boykott erklärt um ihn finanziell zu ruinieren. Und dann feststellt, dass es keine anderen Dealer gibt. Und nun kauert der Junky vor Entzugsschmerzen in der Ecke und tröstet sich mit dem Gedanken, dass es dem Dealer ohne sein Geld vermeintlich noch schlechter gehe.

    Wie France Info berichtet, sind die Regale in den russischen Geschäften trotz des Sanktionsdrucks der westlichen Länder mit einer breiten Palette von Lebensmitteln bestückt.

    "Wenn man in Moskau einen Supermarkt betritt, stellt man fest, die Regale sind dicht gepackt", wundert sich der französische Korrespondent. Es wird auch berichtet, dass man in russischen Geschäften leicht "französische Produkte oder europäische Weine" finden kann.

    Der Korrespondent fragte einige Passanten und war überrascht zu erfahren, dass sie die Sanktionen kaum bemerken. Einige Marken seien verschwunden, wurden aber schnell von anderen Marken ersetzt. Die Sanktionen hindern russische Unternehmen nicht daran, Produkte auf den Markt zu bringen. Und die im Westen erwartete Verknappung sei nicht eingetreten. Auch haben russische Unternehmer Wege gefunden Sanktionen zu umgehen. So bezieht eine Reparaturwerkstatt, welche sich auf Renault Fahrzeuge spezialisiert die nötigen Ersatzteile nun halt aus China.

    https://zen.yandex.ru/video/watch/6300dc303c9dba7db8cc120c

    1. Also einen Appell an die amtierenden Politiker zu richten, nicht immer an Krieg sondern bitte auch mal an Frieden und Ökologie zu denken, ist mE ziemlich daneben. Der Staatswille ist eindeutig: Der Proxy-Krieg ist gerechtfertigt, liegt im Interesse der Bundesregierung, dient ja gerade der Friedenssicherung indem es Russland ruinieren will und rüstet sich höchstoffiziell in den nächsten Jahren mit der entsprechenden Feuerkraft aus, um den Friedensauftrag des freien Westens praktisch im Osten entschlossen (mit) durchzusetzen. Das passiert im Namen einer neuen europäischen Sicherheitsordnung, die nur eines will: Frieden. Doch vorher muss noch mit all den störenden Elementen aufgeräumt werden, die sich diesem Plan widersetzen. Russland ausradieren ist damit sicherlich nicht gemeint, aber ein kräftiger Schlag in die Magengegend ist fällig und genau darauf bereitet sich die hiesige Administration vor. Natürlich in Absprache mit allen Freunden ringsherum und dem federführenden Hegemon jenseits des Atlantiks. Will sagen: Der Adressat des Friedensappells selber sieht sich als wahrer Friedensbewegter, der mit Hilfe seiner Macht und Gewalt die Bedingungen für den Frieden in der Ukraine (und am besten natürlich auch in Moskau und Umgebung) herstellen will, also den eigenen Regeln zur Weltgeltung verhelfen möchte (soweit das besagter Hegemon zulässt).

  13. Hi Mengel,
    Bestätigung tut gut, auch wenn man es für richtig ansieht.
    Die Umdrehung von „Schwerter zu Pflugscharen“ finde ich nicht sehr gelungen.
    Der originale „Slogan“ ist heute vielleicht noch treffender als früher.

    1. Hi wrmfr!
      „Der originale „Slogan“ ist heute vielleicht noch treffender als früher.“
      Ob die Kirche, wie damals im Osten, wieder diese Aufnäher verteilt?

      Oder knien die lieber neben dem Bundespfaffen und „Frieren für die Freiheit des EINEN Prozentes“.

  14. Ein paar Kommentare:
    Der Aggressor Putin wird namentlich nicht erwähnt. Die pflichtschuldige, formale Benennung des Angriffskrieges bleibt der einzige Verweis auf die Situation in der Ukraine.
    Die USA werden hier auf gleicher Stufe wie Russland behandelt (seit 1941 150 völkerrechtswidrige Angriffskriege), aber nicht differenziert: haben die USA in dieser Zeit versucht, andere Länder zu annektieren?
    Deutschland auf dem Weg in einen Zustand von 1914 und 1933 zu wähnen, ist ebenfalls blanker Unsinn. Niemand hier und in jedem Fall keiner in der Ampelregierung hat die Absicht, die Aufrüstung als Startpunkt für eine mit militärischen Mitteln geführte Politik zu nutzen. Es geht um Verteidigung gegen einen Aggressor Putin, der die Weltordnung des Zarenreichs aus dem 19. Jahrhundert wieder herstellen möchte.
    Schließlich zu atomaren Inferno: wer droht damit? Von den westlichen Staaten kommt hier keinerlei Aussage. Das Bedrohungsszenario wird ausschließlich von Putin skizziert.
    Also mal die Kirche im Dorf lassen … lieber Herr Luik

    1. Ich gestatte mir mal eine Korrektur: Das Bedrohungsszenario wird ausschließlich von westlichen Medien skizziert, die Putin ein solches Szenario unterschieben.

      Im Westen gibt es ein Schimpfwort „Putinversteher“. Der Westen _will_ Putin nicht verstehen. Und damit haben sich alle Mutmaßungen über Putins Motivation erledigt. Das was der Westen behauptet, muss zwangsläufig falsch sein. Wäre es richtig, wäre westliche Journalisten und Politiker Putinversteher.

    2. @Herbert Nar:

      Zwar bin ich nicht Herr Luik, aber es drängt mich gerade ein wenig zu einer Antwort. Sie monieren, dass der „Aggressor Putin“ nicht namentlich erwähnt werde. Sind Sie wirklich der Überzeugung, dass Putin alle Entscheidungen in der Russischen Föderation alleine trifft, zumal solch weitreichende wie einen militärischen Angriff?

      „Russland ist laut Verfassung eine asymmetrische föderale Republik mit einem semipräsidentiellen System, in dem der Präsident das Staatsoberhaupt und der Premierminister der Regierungschef ist. Es ist als repräsentative Mehrparteiendemokratie strukturiert, wobei sich die föderale Regierung aus drei Bereichen zusammensetzt:
      · Legislative
      · Exekutive
      · Judikative“
      (aus en.wkipedia übersetzt)

      Sie schreiben:
      „Die pflichtschuldige, formale Benennung des Angriffskrieges bleibt der einzige Verweis auf die Situation in der Ukraine.“

      Der Artikel, den Sie hier kommentieren, handelt nicht von der Situation in der Ukraine, sondern von der deutschen Adaption dieser. Diese Adaption wird beschrieben und als – diplomatisch formuliert – nachteilig eingeschätzt. Eine Einschätzung, der ich mich, im Gegensatz zu Ihnen, anschließe.

      Und nun der Knaller, Sie schreiben:
      „Die USA werden hier auf gleicher Stufe wie Russland behandelt (seit 1941 150 völkerrechtswidrige Angriffskriege), aber nicht differenziert: haben die USA in dieser Zeit versucht, andere Länder zu annektieren?“

      Darf ich daraus schließen, dass alle diese 150 völkerrechtswidrigen Kriege Ihrer Ansicht nach deshalb nicht kritikwürdig sind, weil mit ihnen keine Annexion verbunden war? Also, wenn man nicht annektiert, sondern lieber den einen oder anderen „regime change“ herbeibombt, dann sind all die damit verbundenen Blutopfer, die zerstörten Staaten, die Hungertoten durch die Kriegsfolgen vernachlässigbar? Da besteht kein Grund, vielleicht auch mal an das eine oder andere Sanktiönchen zu denken?

      Sie schreiben:
      „Niemand hier und in jedem Fall keiner in der Ampelregierung hat die Absicht, die Aufrüstung als Startpunkt für eine mit militärischen Mitteln geführte Politik zu nutzen.“

      Das ist im besten Fall Blindheit von Ihnen. Wie erklären Sie sich das neue Engagement des deutschen Militärs in der Asien-Pazifik-Region, oder das erneute Engagement in Bosnien-Herzegowina? Dort, in Bosnien-Herzegowina marodiert übrigens ein sogenannter „Hoher Repräsentant“ des Westens, der über keinerlei demokratische Legitimation verfügt und in Sarajevo nach Art eines kolonialen Statthalters herrscht. Diese Type kann da demokratisch gewählte Amtsträger entlassen, bestehende Gesetze aufheben oder neue Gesetze eigenmächtig erlassen. Wie in der guten alten Kolonialzeit.
      Sicher wissen Sie, wer derzeit dieser Hohe Repräsentant ist: Christian Schmidt. Ja, DER Schmidt, der Glyphosat-Schmidt! Niemand anders als dieser korrupte Hansel wäre besser geeignet, den Willen der EU in Bosnien-Herzegowina durchzusetzen, oder?

      Und Sie, Herr Nar, wollen hier eine besondere Perfidie Russlands ausmachen wegen einer „Annexion“ (der Krim), die manch ein Völkerrechtler nicht einmal als eine solche bewertet? Und Sie sind wirklich der Ansicht, der sog. „Westen“ sei nicht aggressiv?

      Sie schreiben:
      „Es geht um Verteidigung gegen einen Aggressor Putin, der die Weltordnung des Zarenreichs aus dem 19. Jahrhundert wieder herstellen möchte.“

      Das ist eine Behauptung, die gewisse selbsternannte Putin-Versteher gerne kolportieren, die sich jedoch nicht erhärten lässt.

      Zu guter Letzt, Sie schreiben:
      „Schließlich zu atomaren Inferno: wer droht damit?“

      Niemand droht damit. Es gibt aber eine ganze Reihe von Leuten, die sich mit sowas auskennen, die davor warnen. Nicht nur Putin, sondern auch Leute aus dem „Westen“, inklusive den USA.

      1. d´accord…
        re: Imperialismus:
        Putin hat die UdSSR als „imperiales“ Gebilde stets kritisiert, ihre ideologische Grundlage hinsichtlich marxistischer Ideale als romantisch und unrealistisch bezeichnet. Neue imperale Strukturen zu schaffen widerspräche seiner Art Politik zu betreiben, die wenig visionär ist, sehr ergebnisorieniert und nicht allzu große Risiken eingeht.

        Er hat niemals in irgendeiner Äußerung gedroht Länder des ehemaligen Ostblock sich einzuverleiben. Die einzige Ausnahme ist die Ukraine. Was die Gegenwart nicht besser macht. Aber das geschah mit 20 Jahren Ankündigung. Und selbt hier ging es auch nie wirklich um Annektion des Landes Ukraine. Soweit ich weiß, ist das nicht mal jetzt so. Die Kriegsziele erweitern sich. Aber immer nur Monat für Monat. Als Reaktion darauf wie die Lage militärisch und politisch sich entwickelt.

      2. und natürlich, man kann zerstören ohne zu annektieren.

        Wahrscheinlich ist es sogar praktikabler, weil man das Chaos einfach zurücklassen kann.

        Zur Erinnerung ein paar Zahlen aus der Welt der nicht-annektierenden Kriege:
        (der original-link ist inzwischen leider deaktiviert, drum hier in voller Länge):

        Einschätzung zu den Toten verursacht durch die Kriege im Namen des
        „War on Terror“ seit 9/11 – Artikel vom 21.Sept. 2021

        https://bylinetimes.com/2021/09/15/up-to-six-million-people-the-unrecordedfatalities-
        of-the-war-on-terror/

        „Twenty years after the 9/11 terrorist attacks, compelling statistical data has emerged
        suggesting that the true death toll of the ‘War on Terror’ could be as high as six
        million people – and that this colossal figure is itself likely to be conservative.“
        Abschließende Zusammenfassung:

        Direct deaths (1. Zahl)
        Probable indirect
        deaths (2. Zahl)
        Total cumulative death
        toll including direct and
        indirect deaths (3. Zahl)

        Yemen 112,092 / 448,368 / 560,460
        Syria 511,000 / 2,044,000 / 2,555,000
        Libya 27,361 / 109,444 / 136,805
        Iraq 275,087- 306,495 / 1,100,348 – 1,225,980 / 1375,435 – 1,532,475
        Afghanistan 176,000 / 704,000 / 880,000
        Pakistan 67,000 / 268,000 / 335,000

        Insgesamt: 1,168,540 – 1,199,948 / 4,203,404 – 4,589,916 / 5,842,700 – 5,999,740

        „This analysis shows that the total number of direct deaths during the War on Terror
        in major war zones with significant involvement of Western governments amounts to
        around 1.2 million people.
        In addition to this figure, applying the Geneva Declaration methodology suggests that
        between 4.2 and 4.6 million is the range encompassing the minimum number of
        people who are likely to have died as an indirect consequence of these post-9/11
        wars.
        When the number of direct and indirect deaths in each major war zone is then
        totalled, it reveals that at least 5.8 to 6 million people are likely to have died overall
        due to the War on Terror – a staggering number which is still probably very
        conservative. These estimates cannot be assumed to hold with precision, but they
        demonstrate the real scale of the consequences of the violence inflicted.
        While it is obviously not possible to attribute these deaths specifically to a particular
        party in the way that has been attempted with direct death tallies, these deaths are
        causally related to the chain of events that began with post-9/11 military policies
        implemented by the US, UK and other Western states.
        Without that chain of events, these wars and their devastating outcomes simply
        would not have happened.“

      3. Der Jurist Bouventura Sousa des Santos formuliert es am 7.5.22. so:

        „(…) „The question no one is asking: When armed conflicts take place in Africa or the
        Middle East, Europe’s leaders are the first to call for a cessation of hostilities and to
        declare the urgent need for peace negotiations. Why is it then that when it happens
        that a war occurs in Europe, the drums of war beat incessantly and not a single
        leader calls for them to be silenced and for the voice of peace to be heard? (…)“

        am 16.5.22 kam immerhin dieser Text in der Berliner Zeitung, von Günther Auth, lehrt internat. Beziehungen, LMU München:

        „Deutsche Doppelmoral: Nicht nur Putin, auch der Westen ignoriert das Völkerrecht – Die Deutschen meinen zu wissen, dass sie die Guten sind, wenn sie sich gegen Russland stellen. Und doch ist die moralische Bilanz des Westens katastrophal.

        https://www.berliner-zeitung.de/open-source/deutsche-doppelmoral-nicht-nur-putin-auch-der-westen-ignoriert-das-voelkerrecht-li.228110

    3. Guten Morgen Herbert Nar,

      ich würde Ihnen dringend empfehlen, sich ein Video auf youtube von George Friedman anzuschauen. Mister Friedman ist ein Regierungsberater der USA und hat unter mehreren Präsidenten gedient.

      Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=fATq03kBs44
      oder hier: https://www.kla.tv/5588 (deutsch nachgesprochen)

      Wenn Sie sich diese 11 Minuten angeschaut haben, beantworten Sie mir bitte folgende Fragen: Wie kann es sein, dass der gute Mann es bereits 2015 vorher sehen konnte, dass es einen Ukrainisch-Russischen Krieg geben wird und das Deutschland von Russland getrennt werden muss?

    4. Hi,

      wenn du dich nicht so einseitig informieren würdest, wäre es auch bei dir Wissen, dass der russische Staat auf Antrag der DUMA die beiden Donbas-Republiken am 21.02.2022 anerkannt hat und Aufgrund des Freundschafts- und Beistandsvertrages (Erklärung für einen schlecht Versteher: diese Verträge ist so etwas wie NATO zwischen RF und DRL und DVR). Da der Beschuss durch Kiewer Militär in den nächsten Tagen des Gebietes des Donbas noch zu nahm, hat die russische Armee in den seit April 2014 statt findenden Krieg eingegriffen.

      Somit ist die Teilnahmen der russischen Armee mit dem Völkerrecht gedeckt!

      Ist das auch so, bei den militärischen Besatzern durch die USA in Syrien, Irak so?

    5. Aggressor Putin, Angriffskrieg – ich kann’s nicht mehr hören!
      Ich zitiere mal – leicht variiert – einen bekannten ARD-Journalisten:
      „Alles sträubt sich in uns gegen den Eifer, mit dem Wladimir Putin seinen Weg gegangen ist. Und trotzdem […]: Wir müssen ihm Glück wünschen. Wir müssen hoffen, dass seine Strategie aufgeht: Ein kurzer Krieg, präzise Waffen, wenige Tote und eine Neuordnung in der Ukraine. […] Auch ein militärisch erfolgreicher Krieg ist nämlich moralisch und völkerrechtlich falsch. Trotzdem muss er für uns wünschenswert sein, weil ein erfolgreicher Krieg wahrscheinlich weniger Opfer kostet.“
      So ein Kommentar ist in der ARD nicht möglich?
      2003 – in Bezug auf G.W. Bush und den Irak war er möglich:
      https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/wird-joerg-schoenenborn-irgendwann-pragmatisch-sein-und-fuer-putin-beten-li.254794

      1. die Idee gefällt mir!
        (Trotzdem rückwirkend legitimieren ist keine Lösung. Sonst hatte Joschka Fischer recht und all die anderen Pappnasen auch. Und willst du Schönenborn cool finden? I dont think so)

        p.s. ich machs mir aber auch leicht: denn ich rezipiere einfach keine SZ mehr, keine taz, kein ARD usw.
        und das schon seit Februar. Ich käme sonst nicht mehr zum Arbeiten weil ich ES NICHT MEHR AUSHALTEN WÜRDE .

    6. Sie sprechen das Kaiserreich bzw. Zarenreich an.
      Vielleicht hat die Geschicht ein paar Lücken, denn die ‚brachial Umwandlung‘ ist sicher aus einer Feder entsprungen und so weit ich weiß, nicht korrekt aufgearbeitet.
      Jetzt heuer nach so vielen Dekaden einem Land etwas unrechtes zu unterstellen ohne das damalige Unrecht zu ignorieren, hat was.
      Nu vermag ich ein gewissen Zynismus zu spüren, kann mich auch täuschen…

  15. Der Versuch, die Kriegshetzer zu verstehen, wäre vergeblich. Da gibt es nichts zu verstehen, sondern nur zu beobachten. Der „Mensch“ als vernünftiges Wesen in Abgrenzung zum Tier als Instinktwesen ist ein Konstrukt. Der reale Mensch besitzt ein tierisches Erbe. Es gibt Menschen, die überwiegend „Mensch“ sind und andere, in denen archaische Instinkte dominieren. Und es gibt Situationen, die das Archaische mobilisieren. Im Aggressionsrausch halten sich die realen Menschen für unbesiegbar, wenn sie nur durchhalten. So wird der Selbsterhaltungstrieb des Tieres im Überlebenskampf mit anderen Tieren zum Todestrieb des technisch hochgerüsteten Menschen in der Auseinandersetzung mit seinesgleichen.

    1. Ich denke „semantisch“: Kommt der Begriff „Nar“ vom Wort „Narkose“ oder vom Wort „Narr“? Vielleicht kommt er aber auch von einem Wort aus der Ukrainischen Sprache, das ich (noch) nicht kenne? Mein Vater war zwischen 1943 und 1944 (nicht freiwillig!) in der „Ukraine“, die es damals allerdings (noch) gar nicht gab. Er hat uns – mangels Kontakt mit der „indigenen“ Bevölkerung – auch nur zwei (nicht-ukrainische) Wörter mitgebracht: „Lemberg“ (was damals wohl schon eine Stadt war) und „Partisanen“ (deretwegen er nächtlich seine bewaffneten Runden um die Baracken des dort stationietren „Heeresbauamtes“ der „Deutschen Wehrmacht“ laufen musste und wir Angst um unseren Vater haben mussten). Eigentlich war er ein
      einfacher Ingenieur (also nur Fachhochschule) für Heizungs- und Maschinenbau und hatte mit Sprachen und Waffen nichts „am Hut“; unter „sowjetischer“ Verwaltung Thüringens war er sogar gezwungen, Kühe zu hüten, um für sich und seine Famile den notwendigen Lebensunterhalt zu „erwirtschaften“. In meiner Erinnerung aber „geistert“ immer noch, dass die Soldaten der russischen Besatzungsmacht ihre kargen Essens-Rationen – meistens Graupen-Suppe ohne irgendwelche Zutaten – mit uns deutschen (!) Kindern geteilt haben, wenn wir abends an den Zaun ihrer Kaserne kamen; von den „AMIs“ haben hatten wir dergleichen nie erfahren! Vielleicht betrachte ich deshalb auch heute noch Russen als wirkliche Menschen, nicht als die in den ÖR-Medien dargestellten „Monster“!

  16. @Herbert Nar

    Ich lese gerade erst, was Sie zum Thema schreiben und welche Antworten Sie von anderen Mitforisten erhielten. Diesen Antworten schließe ich mich an.
    Erst bei dem radikalen Schwenk der bundesdeutschen Außenpolitik anlässlich der russischen SMO ab dem 24. Februar 2022 befasste ich mich mit der Biografie Putins. Daraus gebe ich Ihnen den Link zu einem Interview mit dem Putin-Biografen Hubert Seipel zur Kenntnis:
    Biograf über Putin: „Ich halte Putin nicht für einen Selbstmörder“ (kreiszeitung.de)

  17. Ein Narr, der den propagierten Unsinn glaubt, dass der böse Putin das Sowjetimperium oder gar die „Weltordnung des Zarenreiches aus dem19, Jahrhundert“ wieder herstellen will. Das von waffenstarrenden Feinden eingekreiste und mit Sanktionen überzogene Russland übt sein Recht auf Selbstverteidigung aus. Die wahren Kriegstreiber sind die USA, die NATO und ihr Vasallenregime in Kiew. Und die deutsche Bundesregierung hat auf den Kriegskurs eingeschwenkt. Sie wollen offenbar in den Untergang mitmarschieren.

  18. Gestern im TV in „Aktenzeichen xy ungelöst“: Die Sendung zeigte grausamste „Fälle“, die meiner Frau teilweise den Schlaf geraubt haben. Etwas „Positives“ haben wir dennoch bemerkt (als ehemalige Hundebesitzer und Hundefreunde): Die überfallene Goldschmiedin war mehr auf das Leben ihres Tieres bedacht als auf all das so „wertvolle“ Eigentum! Wie war noch der schöne Spruch? „Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du, o Mensch, sei Sünde? Der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!“ Unser letzter „Sam of Kensix“ musste vor 23 Jahren leider eingeschläfert werden, und wegen unseres Alters konnten wir uns die Anschaffung eines neuen nicht (mehr) „leisten“. Aber auch ohne Familienstammbuch oder Grabstein werden wir ihn wohl nie vergessen!

  19. „Wie lautet der ministerielle Amtseid: »Ich schwöre meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden« werde.“

    Den „Schaden“ – geopolitischer und ökologischer Art – erdichtet man aus der angeblichen Abhängigkeit russischen Gas und Öls (aus der man vorher erfreuliche Exportüberschüsse generiert hat) und fertig ist die Laube.
    Dieser vor Pathos triefende aber völlige sinnlose Schwur wäre problemlos auch mit einem erneuten Einmarsch in Russland, vielen weiteren Toten und allen anderen herbeiphantasierten Szenarien vereinbar.

    „Zum Wohle des deutschen Volkes“ (?!) – wtf; ist das ekelhaft!

  20. Als heute 79-jähriger war ich aktiv bei den Ostermärschen dabei, die einen unglaublichen Zulauf hatten. Warum gehen zwar die Greta-Anhänger für die Umwelt auf die Strasse, absolut unpassend in der hochexplosiven politischen Lage einhergehend mit Zerstörung der Natur durch immer mehr Waffen, aber nur ein paar kleine Grüppchen – vornehmlich im Osten, wo die Teilnehmer sofort als Nazis eingestuft werden – gegen den Krieg in der Ukraine? Vielleicht sind nicht nur die grünen Politiker, sondern auch die Mehrheit ihrer Anhänger – und evtl. auch die Greta-Anhänger – , so in Kriegshysterie gefangen, dass alles, was einmal grüne Friedenspolitik ausmachte, keine Gültigkeit mehr hat. Die in Umfragen immer noch vorhandene Zustimmung für die Grünen lassen für mich eigentlich nur diesen Schluss zu. Und dass sich selbst die Linken nicht massiv gegen die Ampelpolitik aufstellen aus Angst, als Putins Gehilfen beschimpft zu werden, kann man zwar verstehen, führt aber zum Totalverlust jeder wirksamen Opposition gegen diesen politischen Wahnsinn. Sarah Wagenknecht ist da zu bewundern, wie sie den massiven Shitstorm gegen sich verkraftet, während die meisten anderen Kritiker in den TV-Talkrunden als Einzelne gegen meist 3 bis 4 z.T. aggressive Kriegsbefürworter und evtl. noch den Moderator ganz zurückhaltend formulieren, um nicht gegen die Wand geredet zu werden.

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