Kriegsverbrecher unter sich

Cancillería del Ecuador, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, bearbeitet

Splitter in den Augen der Anderen findet der Westen ständig. Den Balken, den er in seinem Auge und vor seinem Kopf trägt, sieht er nicht. Ein Zwischenruf zur Causa Julian Assange von Wolf Wetzel.

Im »freien« Westen wird gerade ein Mann, der Staats- und Kriegsverbrechen dokumentierte, von einem »demokratischen« Staat an den nächsten »demokratischen« Staat ausgeliefert. Das eine Land wird »Mutterland der Demokratie« genannt, das andere verteidigt nach eigenem Selbstverständnis seit Jahrzehnten die Demokratie und die Freiheit in der Welt, mit Napalm, Agent Orange, Folter und Selbstjustiz.

Kurz vor Ablauf der Entscheidungsfrist hat die britische Innenministerin Priti Patel im Namen der britischen Regierung die Auslieferung von Julian Assange an die USA genehmigt. Er soll nach dem aus dem Ersten Weltkrieg stammenden Spionagegesetz angeklagt werden. Damit könnte er zu mehr als lebenslanger, nämlich bis zu 175 Jahren Haft verurteilt werden. Es handelt sich dabei um keinen Gottesstaat – wohlgemerkt.

Julian Assange bzw. WikiLeaks haben zur Aufdeckung von Kriegs- und Staatsverbrechen kein Blutbad angerichtet. Sie waren auch keine Spione, die die US-Justiz erfindet, um ihnen zu unterstellen, dass sie für eine »fremde« Macht, für den Feind gearbeitet hätten.

Der »Feind« den die US-Justiz halluziniert, ist das demokratische Selbstverständnis all derer, die bei WikiLeaks mitgearbeitet haben.

Von London, Washington bis nach Kiew

Diese beiden Länder wollen ebenfalls, mit allen Mitteln, die Freiheit und Demokratie in der Ukraine verteidigen und geben (fast) alles, um den russischen Angriffskrieg zu stoppen. Sie halten den Völkerrechtsbruch Russlands für einen veritablen Grund, sich nahe an einer Dritten Weltkrieg heranzutasten, und können zusammen nicht an einem Tag all die Angriffskriege aufzählen, die sie selbst angeführt oder an denen sie beteiligt waren. Lassen wir die Kriegsverbrechen, die dabei und nebenbei begangen wurden, einmal beiseite.

Julian Assange hat zur Aufdeckung von Kriegs- und Staatsverbrechen kein Blutbad angerichtet.

Um Kriegsverbrechen zu verhindern, um die Täter zu fassen, braucht man nicht in die Ukraine zu fahren. Es gibt genug zu tun, im eigenen Land. Damit ist auch die Bundesrepublik Deutschland gemeint.

Es wird an der Zeit, sich an die Bastille zu erinnern, also an den Sturm auf die Bastille.

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6 Kommentare

  1. „Es wird an der Zeit, sich an die Bastille zu erinnern, also an den Sturm auf die Bastille.“
    Haha. Wer will oder sollte denn stürmen? Schöne Erinnerung. Aber halt heute nur noch ein mystische Bild – der deutsche Michel war dazu nie bereit, und ist nach mehr als 2 Jahren Pandemie-Propaganda komplett weichgekocht.
    Doch halt! Inflation, Sanktionitis, Energiemangel mit Wirtschaftseinbrüchen sowie brutal dilettantische Politdarsteller könnten vielleicht doch eine Disruption zur Folge haben!? Wer weiß.

    1. Hall Zaphod,
      Ich teile übrigens diese „Bedenken“. Ich befürchte sogar, dass die meisten gar nicht verstehen, worauf ich da anspiele. Schließlich wird „offiziell“ die Erstürmung des Gefängnis, die Befreiung der Gefangenen, als Teil der bürgerlichen Revolution gefeiert.
      Aber wie sagte schon Lenin: Wenn die Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, dann kaufen sie sich zuvor eine Bahnkarte … oder ein 9 Euro Ticket….

      1. Einige Franzosen meinen sogar, wohl ausgelöst durch einen „guten Michel-mir geht`s so gut-Virus“, dass die demokratischen Verhältnisse in Deutschland besser und stabiler seien, als in ihrem einstigen Revoluzzer-Land und verkennen dabei die wahren Hintergründe.
        Und richtig; die Deutschen mögen die Bahnhöfe mit zuvor bezahlter Bahnsteigkarte erstürmen, jedoch mit erheblichen Atembeschwerden, da sie ja rigoros auf die Maskenpflicht achten würden und nach der 9 Euro-Ticket Verfallfrist ab September, die ganze Aktion als zu kostspielig betrachten würden !

  2. Wenn ich so eine Satz lese: „Es wird an der Zeit, sich an die Bastille zu erinnern, also an den Sturm auf die Bastille.“
    Kann ich nicht mal mehr lachen…

    Wir sprechen hier über ein Volk das die Berliner Bagage für „Grün“ hält, weil die sich so nennen? Und sie dann auch noch wählt?
    Europa, seine Kultur und Zivilisation, stehen vor einem grossen Einschnitt. Der Kontinent ist pleite und das derzeitige Geldsystem am Ende.
    Man sollte vielleicht, gerade wo man sich doch Overton nennt, mal laut darüber nachdenken was ablaufen wird, sollte Russland die Provokation akzeptieren die Litauen auf US Geheiss veranstaltet hat…. wenn ich ein normaler Ami wäre hätte ich auch nichts gegen einen dritten Weltkrieg, denn ich würde ja davon ausgehen, dass der sich auf Europa beschränken wird. Auch wenn ich diesen Erdteil nicht auf Anhieb auf einem Globus finden würde…

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