Jetzt müssen Friedenspolitiker für den SPD-Vorsitz kandidieren

SPD-Parteitag 1983
Bundesarchiv, B 145 Bild-F066930-0012 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die SPD steht am Abgrund. Ein Austausch der Parteispitze wird sie nicht retten, solange sie an ihrer bisherigen Politik festhält. Will sie überleben, muss sie zu ihren Wurzeln zurückkehren – und wieder Friedenspartei werden.

Die deutschen Leitmedien wollen einerseits die liberale Demokratie retten und gleichzeitig hetzen sie jede und jeden, der nicht exakt ihren Vorstellungen entspricht, und beenden Politikerkarrieren im Handstreich. Zuletzt konnten wir das am Beispiel von Bärbel Bas beobachten, aber die Liste vor allem von Sozialdemokratinnen, die ein ähnliches Schicksal erlitten, ist lang.

Das Buch zum Kurswechsel der SPD!

Bärbel Bas trat vor einigen Tagen von allen Ämtern zurück und Lars Klangbeil kündigte notgedrungen einen Bundesparteitag an, bei dem jetzt doch eine neue Spitze gewählt werden sollte. Das ist auch bitter nötig, denn die SPD ist nicht nur in einem jämmerlichen Zustand, sondern am Rande des Untergangs. Das ist für Deutschland deswegen besonders gefährlich, weil die Feinde der Demokratie seit Monaten die Umfragen anführen und eine Wahl nach der anderen gewinnen. Das liegt nicht zwingend am „falschen“ Personal, sondern an der falschen Politik! Nur die, die die falsche Politik vertreten haben, können nicht mehr erneut antreten. Dieses Risiko kann sich die älteste und demokratischste Partei Deutschlands nicht erlauben. Der Demokratie und Deutschland zuliebe.

Die Deutschen wollen nicht Trumps 5-Prozent-Diktat folgen, die Deutschen wollen Frieden, die Deutschen wollen Investitionen in deutsche Infrastruktur, sie wollen stabile Renten, sie wollen ein gerechtes Steuersystem, das nicht weiter Milliardäre immer reicher macht und Arbeiter immer ärmer. Nur wer das glaubhaft repräsentiert, wird die SPD retten. Und der Wähler weiß sehr genau, wenn man ihn an der Nase herumführt. Der Versuch die falsche Politik in neue Worte zu packen, wird hart bestraft werden!

Deswegen müssen neue Namen für die Neuwahlen auf den Tisch. Es gibt Alternativen zu Pistorius und Klingbeil und sie heißen Ralf Stegner, Norbert Walter-Borjans, Matthias Platzeck, Rolf Mützenich, Jan Dieren, Erik von Malottki, Anke Rehlinger und vielleicht sogar Isabel Cademartori. Ich habe bestimmt viele Namen vergessen und es dürfen mehr auf die Liste, aber eines ist klar, wenn die SPD die Friedenspolitik nicht wieder zur Leitkultur macht, wird die Strafe des Wählers grausam.

Die SPD muss wieder Friedenspartei werden!

Axel Fersen

Axel Fersen ist Politikwissenschaftler und Experte für digitale Transformation und Künstliche Intelligenz. Er koordiniert den Erhard-Eppler-Kreis und wirkt in der Studiengruppe Technikfolgenabschätzung der Digitalisierung der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) mit.
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44 Kommentare

    1. Sie schreiben: „(…) Rückkehr der SPD zu ihren Wurzeln, sagen wir mal denen von 1914.“

      Welche „Wurzeln“ waren das? Die eigenen Überzeugungen? Wenn ja, wie fest waren diese in der SPD wirklich „verwurzelt“, wenn Regierungspropaganda sie so leicht auszuhebeln vermochte?

      https://www.spd.de/160-jahre/1914-billigung-der-kriegskredite
      „(…) Am 4. August 1914 stimmt die sozialdemokratische Fraktion im Reichstag geschlossen für die Kriegskredite. Zwar gibt es intern mehrere Abgeordnete, die Widerspruch leisten. Doch sie beugen sich, zunächst, der Fraktionsdisziplin. Sie lassen sich auf die Politik des „Burgfriedens“ ein. (…) Angesichts des nationalen Taumels wollen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht wieder als „vaterlandslose Gesellen“ angeprangert werden.“

      Zu dieser Haltung hat auch Folgendes beigetragen:
      https://www.demokratiegeschichten.de/kriegskredite-fuer-die-verteidigung-deutschlands/
      „(…) Zum anderen entscheiden die Sozialdemokraten aus der Überzeugung heraus, Russland habe Deutschland zuerst angegriffen. Das Zarenreich gilt vor allem bei der Linken schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts als die reaktionärste und demokratiefeindlichste Macht Europas. Für sie ist das Riesenreich im Osten eine Metapher für Repression und Unterdrückung. Die deutsche Regierung versteht dies erfolgreich zu nutzen und stellt den gerade ausgebrochenen Konflikt als reinen Verteidigungskrieg dar. (…)“

      Übrigens, der SPD-Link trägt links oben in roten Lettern diese Behauptung:
      „SPD Soziale Politik für Dich“ Da kann ich nur fragen: Wann und unter welchen Umständen? Es ist durchaus eine Personalfrage. Das erklärte mir vor Jahren ein Nachwuchspolitiker der SPD an einem Infostand zur Bundestagswahl: Die Stadtteilverbände mit „konservativem“ Profil hätten im Stadtverband die Mitglieder-Mehrheit gegenüber Stadtteilverbänden mit „traditionell sozialdemokratischen“ programmatischen Profil. Wenn das bundesweit sich ähnlich verhält, dann besteht kaum Hoffnung auf einen Politikwechsel in der SPD.

      Mehr noch: Solange sich so unscheinbare Personen wie Lars Klingbeil mit nicht gerade Erfolg versprechenden Studienfächern (ich habe dieselben Fächer studiert und bin genauso unscheinbar wie Klingbeil) bei Transatlantischen Thinktanks andienen können, solange wird sich weder bei der SPD noch bei den anderen „Altparteien“ etwas zugunsten einer sozialen und friedensorientierten Politik ändern.

      1. @Dagmar
        So sieht also Verantwortung aus?
        „SPD übernimmt Regierungsverantwortung
        Ein Jahr später kehren überlebende Soldaten traumatisiert und oft verkrüppelt aus dem Krieg zurück. Der Kaiser dankt ab. Sozialdemokraten übernehmen Verantwortung in einem wirtschaftlich und seelisch zerstörten Land.“

        „Der linke Flügel der SPD-Abgeordneten um Karl Liebknecht (1871-1919) spricht sich vehement für internationale Solidarität und zum Boykott des Krieges aus. Die gemäßigteren Sozialdemokraten aber pochen darauf, dass Deutschland der Krieg aufgezwungen worden sei und es sich deshalb um reine Selbstverteidigung handele.“

        Selbst der linke Flügel der SPD (ist ja heute „DIE LINKE“) stimmt wieder mit in den Chor der Kriegstreiber ein.

        „Es gibt Alternativen zu Pistorius und Klingbeil und sie heißen Ralf Stegner, Norbert Walter-Borjans, Matthias Platzeck, Rolf Mützenich, Jan Dieren, Erik von Malottki, Anke Rehlinger und vielleicht sogar Isabel Cademartori.“

        Ich bezweifle das die oben genannten SPDler überhaupt das Format haben dem Druck der rechten Transatlantiker und den Medien zu widerstehen!

        1. Apropos Platzeck, erinnert sich noch irgend jemand an die kurze ( wenige Stunden dauernde) Episode als Platzeck ein Post-Schröder Papier gegen die „Hartz“ Reformen und zur Zukunft der Sepzialdemokratie, im Schulterschluss mit „Labour“ nach Blair, veröffentlichte?
          Ein paar Stunden später trat er zurück ( wegen, man erinnere sich, „Hörsturz“) und man hat davon nie wieder etwas gehört.
          Ich hätte damals schon gerne gewusst was er da von wem zu hören bekommen hatte und zum Sturz führte.

          1. @Otto0815 und @name:

            Ich frage mich seit einiger Zeit, ob das „Personalproblem“ der SPD und der anderen Altparteien nicht dem strukturellen Würgegriff geschuldet ist, den diese Parteien an der „Demokratie“ ausüben. Vielleicht ist Repräsentation des Bürgerwillens (und der kann in entgegengesetzte Richtungen auseinanderdriften) durch Parteien ein völlig untauglicher Weg? Wären öffentliche Volksversammlungen mit Diskussion und Abstimmung nicht eine ehrlichere und transparentere Methode, dem Bürgerwillen zur Durchsetzung zu verhelfen? Im alten Athen hat das allerdings nur eingeschränkt funktioniert, immer wieder übernahmen Oligarchen das Ruder. In der Frühphase der Französischen Revolution war die Teilnahme an Bürgerversammlungen oberste Bürgerpflicht, das hielt aber auch nicht lange an, die Autokratie siegte mit Napoleon Bonaparte. Immerhin: Der Debattenraum war anfangs nicht mehr das Privileg der Gebildeten in eleganten Salons, sondern verlagerte sich in die Öffentlichkeit. Man stelle sich das heute vor, dann wäre keine Zeit mehr für Müll-TV-Konsum und ausuferndes Social-Media-Posting, dann müsste von Angesicht zu Angesicht öffentlich debattiert werden. Das wäre zeitintensiv und mental überaus anstrengend.

            Oder doch Parteien unter den Bedingungen eines verschärften Parteiengesetzes?, das
            – deren Finanzierung ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge erlaubt
            – Partei“spenden“ als intransparente Einflussnahme verbietet
            – dem Abgeordneten-Mandat freie Ausübung ohne Fraktionszwang ermöglicht
            – Listenwahl zugunsten Kandidatenwahl abschafft

            etc. etc.

            Ich vermute jedenfalls, dass mit Personaldebatten allein der Wählerverachtung durch die Parteien nicht beizukommen ist.

            1. Ich persönlich glaube schon dass in einer komplexen Gesellschaft Repräsentation notwendig ist, da ich zB selbst etliche Entscheidungen gerne an berufenere Menschen dekegieren möchte.
              Aber dass das gegenwärtige System genau dazu überhauot nicht geeignet ist glaube ich auch.

              Man bräuchte kleinteiligere, fluide Vertretung die dann auch Rechenschaft ablegen kann.

              Die Piraten hatten sowas in Arbeit, hab das aber nicht verfolgt und kenne den Stand da nicht.

              1. Das Problem von Repräsentation ist ja, wen oder was jener Repräsentant repräsentiert:

                – das Votum seiner Wähler
                – die Parteilinie
                – die Sonderinteressen von Lobbygruppen
                – oder seine eigenen Überzeugungen?

                Momentan stimmen am ehesten Parteilinie und Sonderinteressen von Lobbygruppen überein, Wählerwünsche und persönliche Überzeugungen der Abgeordneten fallen hintenüber. Vorstellbar ist auch, dass Wählerwünsche und persönliche Überzeugungen der Abgeordneten sich zueinander entgegengesetzt verhalten können. Dann wäre ein Rücktritt vom Abgeordneten-Mandat geboten. Es ist also nicht so einfach mit der Repräsentation, wenn sie mit verschiedenen Aspekten der politischen Willensbildung kollidiert..

  1. Dazu mpsste die SPD sofort aus der Koalition austreten. Das aber werden weder die Abgeordneten und Klingbeil nicht machen, zu verlockend sind die Diäten und entsprechende Übergangsgelder. Darauf werden sie nicht verzichten!

    Wer gesehen hat wie sie Schweitzer bei seuner Einführung umarmt und Nerz umgarnt haben muß feststellen worum es den SPDlern tatschächlich geht, um ihre Pfründe!
    Ein verantwortungsloses Handeln obwohl sie immer von Verantwortung labern wird Kern ihrer Politik bleiben.

  2. Mit Klingbeil hat man dem Bock zum Gärtner
    gemacht. No way. Aber warum soll man sich
    auch da Stress machen? SPD ist over.
    Andere Eltern haben auch hübsche Töchter,
    sagte mein Vater immer.
    Kein denkender Mensch vermisst diese Partei.

    1. Die SPD wird doch nur noch durch die Massenträgheit der wegsterbenden Stammwähler getragen, und daß sie überall im Staatsapparat mit Mitgliedern vertreten ist. Junge Wähler kommen praktisch keine nach und die im Arbeitsalter haben auch sehr viele erkannt, daß die SPD nicht mehr das ist, was sie mal war, und die wählen jetzt etwas anderes oder gar nicht.
      Dieses Absterben dauert bei einer so großen u d so gut verfilzten Partei natürlich länger als bei den Piraten oder der F.D.P. zum Beispiel. Fragt sich ob das Medienhaus mit politischen Anhängsel sich dann der Politik entledigt und nur noch Medien macht, wenn die 5% unterschritten werden?

      1. @Alfred Nonym
        wegsterbende Stammwähler der SPD
        Das lustigste ist der unlängst missgestimmte Gesang des Herrn Pistorius. Mit dieser unnötigen Gesangseinlage hat der meiner Generation nochmals vor den Kopf gestoßen. Von den Deutschnationalen bekommt die SPD keine Stimme mehr, allerdings von meiner Generation eher weniger. 🤢😉
        Meine Hymne einmal war vor langer Zeit: „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ und keine nationalistische Phrase

  3. „Die SPD muss wieder.“

    Die SPD muss gar nichts mehr. Die SPD steht in den Wahlumfragen in der Südhälfte Deutschlands- in der Süd-BRD und der Süd-DDR- bei 6% und in der Nordhälfte Deutschlands -in der Nord-BRD und der Nord-DDR- bei 15-20%. und wird als Auslaufmodell durch die neue „Arbeiter- und Friedenspartei“ AfD abgelöst.

  4. Ich sehe wenig Chancen für einer Änderung der SPD-Politik. Zu sehr, bis zu den Jusos, ist sie eingeschworen auf Transatlantizismus. Das Gleiche gilt für die Grünen, und die Linke ist auf gutem Weg dahin. Die einzige Partei mit klar Gegenkurs zum Atlantizismus ist leider nur das BSW.

    1. Ja richtig, trotz aller dort noch laufenden Gärungen und Wirrungen scheint mir das BSW die einzige Partei die da klare Vorstellungen hat. Wo man bei den Aussagen der führenden Köpfe überhaupt den Eindruck hat, dass sie eine halbwegs klare Vorstellung von der Realität in ihrer ganzen Komplexität haben. Bei der AfD ist das nicht durchgehen der Fall. Auf manchen Sachgebieten sind sie leider ähnlich ideologische aufgeladen wie die Altparteien, springen da gleich zu sehr auf ideologische Verbohrtheit der anderen an und geben platt contra an statt erst mal sachlich nüchtern zu bleiben.

  5. „Die SPD muss wieder Friedenspartei werden!“

    Jetzt plötzlich wieder einen auf Frieden machen, nur weil die Wählerschaft massenhaft davon läuft. Nach Scholz und Pistorius wird es in naher Zukunft wohl kaum möglich sein, der SPD plötzlich wieder ein Friedes-Image anzudichten.

    1. Warum nicht?
      Hat doch 1919 auch funktioniert. Und da hatten die Herren Sozialdemokraten viel mehr Blut an den Händen als die heutige Generation an Kriegskreditbewilligern.

      Ceterum censeo intellegentiam artificialem vestram in cloacam demergendam esse.

  6. Natürlich darf man mal träumen. Die genannten Alternativen zu Pistolero & Co. reissen allerdings auch keinen vom Hocker. Nicht mal im Traum.

  7. Sorry, ist dieser Artikel eine Satire?

    …die Feinde der Demokratie seit Monaten die Umfragen anführen und eine Wahl nach der anderen gewinnen. Das liegt nicht zwingend am „falschen“ Personal, sondern an der falschen Politik!

    Aha. Oder Potzblitz?! »Die Feinde der Demokratie« sind allgegenwärtig und in den Parlamenten ausschließlich präsent. Das ist jeder, der Kapitalinteressen entgegen der Interessen aller Menschen verteidigt und deren Ausbeutung unterstützt, folglich können „sie“ nur gewinnen und das machen sie, weil sie die „richtige Politik“ machen, weil sie ihren Job machen, weil sie das machen, was in einer repräsentativen Demokratie ihre Aufgabe ist: Denn Willen oder auch nur die existenziellen Notwendigkeiten der Masse von der Herrschaft abzulenken. Ja, es ist zu befürchten, viele wissen das nicht so wirklich richtig, was für einen Job sie so machen. Die sind dann das »falsche Personal« mit der richtigen Politik. Deswegen fühlt es sich falsch an, obwohl es „richtig“ ist.

    die Deutschen wollen

    … nicht die Menschen in Deutschland, das will mal festhalten werden, andere Anwesende dürfen und sollen auch nicht mitmachen bei der Renaissance des Begriffs »Leitkultur«, nur echt mit dem Friedens-Reinheits-Reichsgebot seit 1648 oder 1848.

    Jetzt mal ohne Satire: Die SPD ist in der Tonne und da gehört sie hin, der Gaul ist tot geritten und niemand will die Lasagne.

  8. Der gute Herbert Wehner ( vorn rechts für die Jüngeren ). Drei Beleidigungen kosten derzeit 2000 €. Nach einer Bundestagsrede müsste Wehner heute einen fünfstelligen Kredit aufnehmen. Hinterm Willy ( damals noch Frauentyp ) der Oskar Lafontaine mit ner Flasche Korn am Zahn. Das waren noch Zeiten.

    Schröders Verrat der Lohnabhängigen hat der SPD vor gut einem Vierteljahrhundert den Hals gebrochen. Sowas heilt nie wieder.

    1. Schröders Verrat der Lohnabhängigen hat der SPD vor gut einem Vierteljahrhundert den Hals gebrochen. Sowas heilt nie wieder.

      Schon zu Brandts Zeiten war die SPD ein Seeheimer Sauladen.

  9. Der Niedergang der SPD kann nur von Vorteil sein. Mit den Akteuren der letzten 20 Jahre ist eine Wiedergeburt der Partei nicht machbar und wäre auch nicht glaubwürdig.

    Hetzer, Kriegstreiber und Sozialvernichter sind für eine „linke“ Partei einfach nicht tragbar.

    Der bisherigen Führungsspitze empfehle ich einen Beitritt zur AfD & NPD!
    Oder eben gleich zur CDU/CSU.

    Und wenn man schon dabei ist, könnte man dort die Grünen ebenfalls entsorgen…….

  10. Die Feinde der Demokratie gewinnen seit mindestens 30 Jahren eine Wahl nach der anderen.
    Und die Arbeiterverräter, mal wieder, von der SPD braucht wirklich kein Mensch mehr. Zu oft gelogen, zu oft betrogen.

  11. so langsam wird wohl auch dem letzten genossen klar, daß die mit freundlicher unterstützung von rechts, den thinktank-versifften medien und der biogrünen mitwirkung die an instinklosigkeit und/oder dummheit nicht zu überbietende installation von hartzvier nicht die beste idee war

    1. Das sehe ich genau so. War das nicht kurz nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien, zusammen mit dem üblen Joshua Fischer von den Grünen?
      Damit haben sich beide Parteien endgültig aus meiner Wahrnehmung entsorgt.

      Gutes Foto zum Artikel!

  12. „Und die Menschen gingen zu ihren Türen und taten sich ihre Tabus vorführen: Ein halbes Pfund Ehre, eine Ehe, einen Gott und eine Tüte voll Angst vor dem Tod, einen Zwiebelkranz Pflichten, Verdienstkreuz am Band, zwölf Kilo Ehrgeiz, ein Schälchen Verstand.“ degenhardt

  13. https://www.nachdenkseiten.de/?p=157628
    SPD in der Provinz: Ein Lokalpolitiker gibt sein Parteibuch zurück
    „(…) Die Stellungnahme in der Presse war geradezu vorsichtig formuliert, um wohl ja keinen echten Ärger zu entfachen. Tacheles ist was anderes. Und ohnehin, Bernd bleibt ja parteilos weiter an Bord (…)“.

    So ändert sich in dem Laden nix.

  14. Wie soll das funktionieren. Jetzt hat man erst 100.000 Schulmeisterlein und noch mehr mittlere Verwaltungsangestellte, die allesamt die Substanz der Partei darstellen mit mehr oder weniger Mühe beigebracht, Krieg geil zu finden, wenn man ihn gewinnen wird. Dann plötzlich Kehrtwende? Dies würde nur für Verwirrung sorgen.

    1. @ Trilex:
      Managementregel aus der Personalführung:
      »Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirre sie. Desorientierung verhindert Einheit.«

  15. Man darf nicht vergessen die SPD ist historisch keine Partei der Guten. Jedem Interessierten ist das Buch „Der Verrat“ von Sebastian Haffner zu empfehlen. Die Taten des Herrn Noske (SPD) sind im Besonderen verabscheuungswürdig.
    Die SPD der aktuellen Zeitgeschichte steht sets im Kontext von Willy Brandt und Egon Bahr. Danach wurde dieses politische Erbe Stück für Stück verfrühstückt. Dem setzte des grosse Vorsitzende Klingbeil die Krone auf, indem er formulierte.

    „Wir müssen Schluss machen mit der Willy-Brandt-Folklore, die sich manche in unserer Partei zurechtgelegt haben.“

    oder noch eine vernichtendes Zitat.

    „Nach knapp 80 Jahren der Zurückhaltung hat Deutschland heute eine neue Rolle im internationalen Koordinatensystem.“

    Das war 2022, damals vor 80 Jahren marschierte die Nazi Armee auf Stalingrad.

    1. „Wir müssen Schluss machen mit der Willy-Brandt-Folklore, die sich manche in unserer Partei zurechtgelegt haben.“
      Das kannte ich gar nicht.
      Da will sich also der Vorsitzende einer Partei ihrem einzigen Lichtblick in der gesamten Nachkriegszeit entledigen. Das ist politischer Suizid mit Ansage.

  16. „Jedem Interessierten ist das Buch „Der Verrat“ von Sebastian Haffner zu empfehlen.“

    Wie wäre es zusätzlich damit? https://www.buchkomplizen.de/am-anfang-war-gewalt.html

    Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend – bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

  17. Die SPD will vielleicht gar nicht überleben. Ich meine sie verfolgt dieselbe Politik jetzt schon seit Jahrzehnten, seit der Agenda 2010, und schrumpft dabei unablässig, als sei sie pathologisch festgelegt auf das Siechtum. Damals hat sie diese Agenda sogar als Erfolg gefeiert. Die Wähler entscheiden aber i.mer mehr: Kann weg!!!

    1. „, als sei sie pathologisch festgelegt auf das Siechtum.“

      Die ehemaligen Sozialdemokraten verhalten sich seit einem Vierteljahrhundert so, als seien sie unterwandert! Vielleicht hing das wirtschaftliche Wohlergehen wichtiger Führungspersonen in der näheren Vergangenheit ja tatsächlich nicht von Ergebnissen an der Wahlurne ab?

  18. Tja, das kommt davon, wenn der politische Ehrgeiz nicht mehr zustande bringt, als sich als das „kleinere Übel” zu prostituieren. Das hat erstaunlich lange, aber nur der schlimmen Alternative wegen, funktioniert. Die ist zwar noch da, aber man traut der SPD nicht mehr über den Weg. Zu oft hat sie versagt, immer dann eigentlich, wenn es drauf ankam.

  19. Schade, dass Makroskop (vorerst?) aufgegeben hat. Und schade, dass große Teile der Artikel trotzdem hinter der Bezahlschranke bleiben. Also gut, dann eben nur ein Auszug:

    02. Juni 2019

    Woran die SPD leidet – und woran sie vermutlich untergeht

    Wer als unmittelbare Ursache der Misere Gerhard Schröder ausmacht, liegt sicher richtig. Aber die Frage stellt sich dennoch, warum es die SPD auch so viele Jahre nach dem Abgang des größten sozialdemokratischen Blenders aller Zeiten nicht schafft, sich neu und – man höre und staune – sozialdemokratisch und ökonomisch vernünftig aufzustellen. Auch die schiere Existenz der letzten Schröderianer wie Steinmeier, Gabriel und Scholz kann das nicht erklären. Denn die sind zwar da, aber sie könnten die einmal von Schröder besetzten Positionen nie halten, wenn es in der Partei eine ernsthafte Auseinandersetzung darüber gäbe. Die aber gibt es nicht und das ist des Pudels Kern in Sachen SPD.

    Eine echte Friedenspolitik wäre wichtig, genügt aber nicht!

    1. Stimmt, Schröder war wirklich ein Musterbeispiel von „links blinken und rechts abbiegen“. Da wurde mehr als deutlich, dass man eine SPD kaufen kann, wenn es darum gehen soll, eine neoliberale Agenda durchzusetzen. Freilich um den Preis der ruinösen Selbstaufgabe und politischem Suizid. Das Personal spiegelt in seiner kopflosen Ignoranz seither nur das Siechtum eines untoten Partei-Zombies.
      Zu einer anderen Politik werden auch die im Artikel Genannten nicht in der Lage sein, denn letztendlich haben sie ja den Niedergang ja mit getragen.

  20. Hallo Overton!

    Wieso kann man noch nicht freigegebene Kommentare eigentlich schon auf eurer Webseite lesen, aber nicht darauf antworten? Ist das eine neue Taktik von euch, um Kritiker fernzuhalten?

  21. Dazu fällt mir die Aussage Lafontaines ein der neulich sagte – er ist immer in derselben Partei geblieben nur der Name der Partei hat mehrfach gewechselt.

    > Die SPD muss wieder Friedenspartei werden!

    Also ich brauch die SPD nicht. BSW ist für mich die bessere Alternative.

    Wer sich erinnert – 1914 Zustimmung zu den Kriegskrediten. Mir scheint der Autor hat die SPD nicht verstanden. Brand und Schmidt waren die Ausnahme nicht die Regel. Schon ergibt das Ganze Sinn. 😉

    Oder wer erinnert sich noch daran?
    „Reichs-Militärminister Gustav Noske (SPD), der während der Berliner Januar- und Märzkämpfe 1919 einen drastischen Schießbefehl erließ. Hintergrund: Nach der Ausrufung der Republik kam es zu Aufständen (wie dem Spartakusaufstand) und Generalstreiks radikaler linker Kräfte, die die Räterepublik errichten wollten. Noske setzte reguläre Truppen und rechte Freikorps ein, um diese niederzuschlagen.“ KI
    Alles mal passiert.

  22. Ich sehe nur Apparatschiks und Parteisoldaten in der SPD!
    Die SPD hat ihre eigene Klientel verraten, nichts Neues eigentlich, wenn man die Geschichte diese Partei in den focus nimmt!
    Jaja, Otto Wels, das Feigenblatt dieser Partei, kennt man!
    Kurt Schuhmacher kennt man auch, den Fast-Bundeskanzler, selbst dem stehe ich kritisch gegenüber!
    Ach ja, Brandt, mehr Demokratie wagen, die Ostverträge zwar als historische Leistung, aber zu viel Demokratie war wohl auch von übel, siehe Radikalenerlaß.
    Und sonst?
    Immer das Gleiche, das „Opposition Scheiße ist“ ( Franz Müntefering SPD ) war schon 1928 bekannt.
    Die Reichsmarine wollte einen Ersatzbau für ein Linienschiff auf den Weg bringen, einen Panzerkreuzer.
    Die SPD warb mit „Schulspeisung statt Panzerkreuzer“ und erreichte genug Stimmen, um den Reichskanzler, Herrn Müller zu stellen, als Haupt einer Koalitionsregierung. Natürlich wurde das Kriegsschiff gebaut, Schulspeisung adé !
    Wie gesagt, Opposition ist S******!
    1914. Staaaatstragend, Zustimmung zu den Kriegskrediten!
    1918-1920 Bündnis mit der OHL, General Groener&Ebert („Ich fürchte die Revolution wie die Sünde“), dann das sich an die Spitze setzen der revolutionären Bewegung, der Verrat an den eigenen Genossen, Noske ( „Einer muß der Bluthund sein“) als ausführendes Organ, der Dank der Rechten:
    1920 Kapp-Putsch, gelähmte Parteibonzen, der Chef der Heeresleitung Hans v. Seekt schnarrend „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“, ließ die Truppen in den Kasernen (Durfte natürlich bleiben….was bedeutet noch mal cochones?? )
    Rettung durch den Generalstreik, das Volk zeigte die Mittelkralle, die SPD-Bonzen wischten sich den Schweiß von der Stirn, Ebert Reichspräsident, mißtrauische Arbeiter gründeten die Rote Ruhrarmee. Freikorps, Reichswehr, Feierabend, Gemetzel an der Arbeiterschaft ( Hat mein Großvater, Bergmann, Gelsenkirchen, gerade eben überlebt, Großeltern waren Zeitzeugen, zeigten mir wer da wo von wem niedergeknallt wurde )
    1928 s.o.
    1933 Otto Wels, Applaus, Applaus, aber kein Generalstreik kann man propagandistisch natürlich aufblasen und was draus machen ) bis
    1945 wurden verfolgt, mussten stillhalten, hielten still, klar, spielten keine Rolle, einzelne ließen sich mit den reaktionären Monarchisten und Militaristen des 20.Juli 1944 ein, ein wenig matter Glanz viel auf die SPD. matt, ein ganz klein wenig (kann man propagandistisch natürlich aufblasen und was draus machen)
    1969 Willy wählen, Brandt s.o. dann Schmidt
    NATO-Doppelbeschluß, 1.000.000 Leute auf der Straße, Schmidt, paternalistisches Staatsverständnis ( Ja doch, die Taten, die Taten ), zog die Nummer durch, bot gleichzeitig Verhandlungen an, andere NATO-Staaten beteiligten sich an der Aufstellung der Mittelstreckenraketen, hatte Glück, hat geklappt, Mittelstreckenraketen wurden ( ja, nicht ganz alle, aber fast ) abgebaut!
    Preisfrage: Welcher SPD-Kanzler erlaubte das Aufstellen neuer Mittelstreckenwaffen ohne Kontrolle darüber und als einziger europäischer NATO-Staat? (Irgendwer sagte einmal, das Geschichte sich als Farce wiederholen würde, seltsam, das mir das jetzt einfällt)
    Dann Schröder ! Der Macher! Ein wahrhaft sozialer Kanzler! Endlich! Kohl war weg!
    Jugoslawienkrieg, Entgrenzung der Finanzmärkte, Hartz-Gesetzgebung, der Totengräber der SPD!
    Dann immer wieder Sänftenträger bei Merkel, immer links geblinkt und nach den Wahlen rechts abgebogen, die Kanzlerkandidaten einer blasser als der andere ( ich weigere mich hier Namen zu nennen)
    Scholz s.o., jetzt Sänftenträger bei Merz
    Staaaaatstragend ! ( s.o. 1914 )
    „Die SPD ist eine Arbeiterpartei“ schrieb einst ätzend Kurt Tucholsky!
    Ich halte die aktuelle erste, zweite und dritte Garde der SPD für inkompetent, unfähig, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu erkennen und im oligarchischen Parlamentarismus für um sich selbst kreisend!
    Keine Ahnung wer die wählt, aber ein gut Teil ist gewiß im obersten Stock der Alterspyramide zu finden!
    In GE war alles SPD, dann zogen die sich aus den Stadtteilen zurück, tja, da sitzt jetzt die AfD an der Basis.
    Das war hier dann so die lokale Verhinderung der AfD, gewissermaßen.
    Die große alte Dame SPD, also groß eher nicht und Dame irgendwie auch nicht, sagen wir die Omma SPD,
    überlebt, kann aufs Altenteil, kann weg!

  23. Ich hätte nicht gedacht, dass die Zensur hier bereits eingreift, und dass nur, weil ich den Kabarettisten Volker Pispers im O-Ton zitiert hatte. So ist denn auch die Zeit meines Postens bei Overton damit leider zu Ende. Viel Glück allen Forenten und dem Overton-Team.

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