
25 Jahre nach 9/11 ist die Vergangenheit keineswegs vergangen. Die Kriege, die Angst, der Streit um Israel und selbst die politischen Kämpfe im heutigen New York zeigen: Wir leben noch immer in der Welt, die Osama bin Laden geschaffen hat.
Als ich noch klein war, nicht so ganz klein, beinahe fünfzehn Jahre alt, haben mich meine Eltern nach New York mitgenommen. Wir guckten uns die halbe Stadt an, das Empire State Building, das Metropolitan Museum, auch das World Trade Center.
Ich weiß noch so ungefähr, wie es damals dort aussah. Wir kamen aus der eher schmuddeligen U-Bahn auf die Straße; um die Twin Towers herum gab es eine große freie Fläche, wo Menschen herumliefen wie die Ameisen, inmitten ein Kunstwerk, eine stilisierte Weltkugel aus Metall, die, wie ich heute weiß „The Sphere“ hieß.
Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen
Man konnte zwischen den Towern stehen, den Kopf in den Nacken legen und an ihnen hochsehen. Dann kamen sie einem doppelt so hoch vor. Oder man fuhr zum Restaurant Windows of the World hoch; der Aufzug kostete zehn Dollar. Pro Person. Das war meinen Eltern damals zu teuer, und sie sagten, wir machen das ein andermal.
Unterirdisch lief ein breiter Weg unter einer unerwartet niedrigen grauen Decke, mit Säulen abgestützt, der führte zur einer Vorortbahn nach New Jersey. Ich weiß noch, dass ich das Gewicht der vielen tausend Tonnen über mir spüren konnte. Dann ermahnte ich mich, nicht so albern zu sein. Die New Yorker Freunde meine Eltern fanden, das World Trade Center sei ein hässlicher, seelenloser Betonblock.
Wenn ich heute das World Trade Center angucke, und das tue ich immer, wenn ich nach New York City komme, wundere ich mich stets über den Reichtum, der, wie es scheint, aus dem Nichts entstanden ist. Ein riesiges weißes geflügeltes Gebäude ragt über dem Eingang zu der Luxus-Mall, die das neue Center erschließt, einem startenden Luftschiff oder vielleicht auch einem landenden Schwan gleich.
Unter dem Schwanendach sind Outlets von Apple, Moleskin, Pandora, Swarowski, und Uniqlo; auch ein von Profis bespieltes Grand Piano steht herum, als Manifestation der Entertainmentkomplexes, der Manhattan regiert. Alle Wege sind beleuchtet, color-codiert, wettergeschützt und klimatisiert. Schöne neue Welt.
Wir leben noch immer in der Welt von Osama Bin Laden. Die zehntausenden von Sicherheitskameras in Downtown Manhattan, die Kriege im Mittleren Osten, Bibi Netanyahu, der es am liebsten hätte, wenn wir nicht nur den Irak, Syrien und den Iran, sondern auch Gaza und die Westbank beseitigen würden, Donald Trump, der die Wahl gewonnen hat, weil Amerika Angst hatte, dass die Flüchtlinge der Kriege im Mittleren Osten an unserer Küste landen könnten. Die Vergangenheit, sagt unser Nationaldichter William Faulkner, ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen.
Bin Ladens drei Gründe für den Anschlag
Das bringt mich zu dem Punkt: Wer hat eigentlich das World Trade Center in die Luft gesprengt? Der Irak war verdächtig, auch die Taliban in Afghanistan; nun ist mal wieder Saudi-Arabien dran. Mehrere Familien von 9-11-Opfern haben Klage gegen das saudische Königreich eingereicht. Aus Saudi-Arabien stammt die Mehrzahl der Flugzeugentführer, auch Bin Laden selber.
Saudi-Arabien ist der wichtigste amerikanische Verbündete im Mittleren Osten. Eine Diktatur eigentlich, aber eine reiche. In einem Manifest nannte bin Laden drei Gründe für den Anschlag auf das World Trade Center: Die amerikanische Unterstützung Israels gegen die Palästinenser, die Unterstützung oppressiver Regime im Mittleren Osten und die Anwesenheit von US-Truppen in Saudi-Arabien.
Sofort nach dem Anschlag, noch während der Luftraum geschlossen war, wurden mehrere saudische Bürger aus den USA ausgeflogen, darunter auch Verwandte von bin Laden. Das ist bekannt, aber diese neuerliche Klage richtet sich gegen einen gewissen Omar al-Bayoumi, ein saudischer angeblicher Geheimdienstagent, der in den USA lebte und der die Attentäter unterstützt haben soll. Inzwischen sei er in Saudi-Arabien untergetaucht, heißt es in der Klageschrift.
Al-Bayoumi selber und das saudische Königshaus weisen alle Vorwürfe zurück. Die Familienmitglieder hoffen nun auf Trump. Es liege an dem Präsidenten, Beweise zu veröffentlichen, die bisher unter Verschluss gehalten werden. Das sehe ich noch nicht, zumal Trump massive Business-Interessen in Saudi-Arabien hat. Die Trump-Organization baut dort einen sieben-Milliarden Dollar teuren Hotelkomplex.
Nachdem aber erst Afghanistan schuld an 9-11 war und dann der Irak, haben wir nun, glaube ich, alle ernstzunehmenden Länder durch. Es ist ein kleines Wunder, dass Netanyahu noch nicht behauptet hat, der Iran stecke hinter 9-11. Oder vielleicht hat er das, ich verfolge israelische Propaganda nicht in allen Verästelungen.
Der Kern des Konflikts hat Amerika erreicht
Noch ein paar andere Dinge haben sich weiterentwickelt, seit der wiedergewählte George W. Bush turnusmäßig abgetreten ist. Wir können nun Krieg führen, ohne dass einem einzigen unserer Soldaten ein Haar gekrümmt wird. Die oberste Heeresleitung sitzt in einem Bunker und drückt auf Knöpfe, und Bomben fallen. Für Amerika ist das eine große Erleichterung, denn unsere Soldaten haben schon lange keine Lust mehr, selber zu kämpfen, und Trump wirft gerade alle Mexikaner aus der Armee.
Wir können so viele Bomben abwerfen, wie wir wollen, oder jedenfalls beinahe, denn im Moment gehen uns die Bomben aus, und auch das Geld, neue Bomben zu kaufen. Wie kann das sein? Amerika hat im Zweiten Weltkrieg Großbritannien und die Sowjetunion mit Bomben versorgt, hatte selbst in den Tiefen des Vietnamkriegs genug Waffen, und heute haben wir das stärkste Militär der Welt.
Ich glaube aber, Trump ist gerade dabei, das fehlende Geld von Europa zu kassieren. Auch Europa lebt in der Welt, die Bin Laden geschaffen hat.
In New York gibt es ebenfalls Neues. Wir haben einen Bürgermeister, einen Demokraten, der zudem Moslem ist; Zohran Mamdani. Dass er gewählt wurde, machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. Etwa auch von seinem Vorgänger Rudy Giuliani.
Seine Feinde werfen ihm vor, dass er, als Muslim, quasi gesamtverantwortlich ist für 9-11. Und natürlich, dass er sich im Kampf um Israel, und Gaza gegen Israel gestellt hat, für das Ende der Besatzung und für ein freies Palästina. Nach 25 Jahren Kampf gegen den Terrorismus hat der Kern des Konflikts Amerika erreicht.
Seine Gegner nehmen es ihm übel, dass er einmal sagte, seine Tante sei damals in der U-Bahn angepöbelt worden, weil sie ein Kopftuch trug (nicht seine tatsächliche Tante, eine nahe Verwandte). Solche Vorfälle gab es wirklich, wobei das noch harmlos war. Bush hat 5.000 Muslime einsperren lassen. Aber was die anti-Mamdanis wirklich auf die Barrikaden bringt; ist, dass New York ihn gewählt hat.
Mamdani wird bei der Feier zum Jahrestag anwesend sein. Ein gewisser Jake Lang dazu aufgerufen, eine Menschenkette zu bilden, die Mamdani abhalten soll, zum Ort der Zeremonie zu gelangen. Wer ist Jake Lang? Ein Mann aus Pennsylvania, der vier Jahre im Gefängnis war, weil er sich am Aufstand des 6. Januar 2020 beteiligt hat. Er hat noch andere Verfahren am Hals, die sich allesamt um Gewalttaten gegen schwarze und muslimische Einwanderer drehen.
Es ist alles an Hemmungen weggebrochen, Israel zu beschuldigen
Langs Mutter ist Jüdin. Er aber hat sich vom Judentum losgesagt und ein Video gepostet, wo er den Talmud, den Koran, und ein Buch für christliche Zionisten verbrennt. Er hat auch eine Demonstration vor dem AIPAC-Büro in Washington, DC veranstaltet – APIAC, die mächtige israelische Lobbyorganisation –, wo er Hanukkah-Schokoladenmünzen in die Menge warf, den Nazi-Gruß machte, und erklärte, „Weiße in Amerika, passt auf, eure Kinder werden schwarze Muslims.“
Damit sind wir bei Israel und dem World Trade Center angelangt, der Mutter aller Verschwörungstheorien. Seit 25 Jahren gibt eine Wisperkampagne, wonach tatsächlich Israel hinter 9-11 steckt; die tanzenden Israelis, die E-Mails, die angeblich an alle Juden im World Trade Center gingen, um sie zu warnen. Die Neocons, die Kriegstreiber der Bush-Regierung, die allesamt eine große Nähe zu Israel hatten.
Ich halte das alles für Unsinn; alleine schon die Idee, dass die israelische Regierung warn-E-Mails schicken würde, ist gaga. Und wenn das inszeniert war, warum haben dann keine Palästinenser geframt, als Täter hingestellt, die wollen sie ja loswerden? Das erstaunliche daran ist aber, dass irgendwann zwischen der Bombardierung von Gaza und einen grinsenden Bibi Netayahu, der Trump in den Irankrieg zieht, alles weggebrochen ist an Hemmungen, Israel zu beschuldigen.
Mamdani hat Akten freigegeben, die 25 Jahre lang in 68 Boxen in einem Rathausbüro versteckt waren. Die weisen nach (schreibt die New York Times), dass die Stadtverwaltung von New York – also Giuliani – damals wusste, dass der Staub um die zerbröselnden Twin-Tower-Ruinen hochgiftig war. Heute sind mehr Menschen an diesen Nebeneffekten gestorben als es Tote am Tag des Anschlags gab, an Lungenkrebs, Leukämie, Herzversagen und anderen Krankheiten.
Wir leben noch immer in der Welt, die Bin Laden geschaffen hat. Das Gift ist immer noch überall. Der eigentliche Sturm, so fühlt es sich an, kommt noch.
Ähnliche Beiträge:
- Die Verschwörung, Folge 5 — The French Connection
- Die Verschwörung, Folge 4 — Top Secret
- Der große Satan
- Die Verschwörung, Folge 6 — Der Große Satan
- Die Verschwörung, Folge 25 — Cohibas





Osama bin Laden war ein Terrorist im Auftrag der CIA. Mehr nicht. Dem kann man alles mögliche unterstellen. Nur nicht, das er den Einsturz der drei Türme in New York mittels zweier Flugzeuge organisiert hat!
Der Terroranschlag am 11.92001 war ein „Inside-Job“. Und von den 19 fliegenden Teppichmessern war kein einziger Afghane oder Iraker. Und trotzdem wurden diese Länder überfallen und Hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen ermordet….
Das bis heute ein riesen Berg Lügen aufgetürmt werden, um die Täter und die Motive zu verdecken, sollte klar sein. Ich halte diesen Beitrag als Teil davon.
Und wer hat Osama Bin Laden geschaffen???
Da war doch mal was in Afghanistan … gegen die Udssr … wobei, damals waren es ja Helden, diese Mudjaheddin … Widerstandskämpfer gegen das Böse an und für sich, welches aus der damaligen Sovietunion kam.
Ich erinnere mich jedenfalls an Folgendes: ich hatte gerade fertig Tennis gespielt mit einer hübschen sportlichen Frau, und ich hatte verloren, wir sassen bei einem Wasser, als im TV die Türme gezeigt wurden.
Meine Begleiterin begann sofort zu weinen.
Ich dachte: „alles hat seine Ursachen, seine Gründe, seinen Beginn – und seine Folgen. Und da habt ihr sie nun, die Folgen“.