Donna Quichotta und Sanchos Panzer

Königin Ursula von der Leyen
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Eine bitterböse Weihnachtssatire.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiserin Ursel der Anderthalbsten ausging, dass alle Narrative in der EU geschätzt würden. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Wolodimirius Statthalter in Ost-EUnien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

Da die Realität in all ihrer Boshaftigkeit sich hartnäckig weigerte, sich den von der EU-Bürokratur verordneten Narrativen anzupassen, sah ihre Durchlaucht sich leider gezwungen, die bereits gegen diverse europäische Journalisten und Bestseller-Autoren verhängten Sanktionen nun auch gegen die widerspenstige Realität anzuwenden. Infolgedessen wird es der Realität ab sofort untersagt, sich im EU-Terr(or)itorium und erst recht nicht in den Köpfen der EU-Bürger aufzuhalten.

Mal in Russland einmarschieren

Wie Burgfräulein Strazi in ihrer unendlichen Weisheit bereits festgestellt hat, ist Putin für Hunderte Millionen Todesopfer verantwortlich, und wir werden alles daran setzen, dass die Realität dieses Postulat endlich vollumfänglich umsetzt. Dazu ist es unumgänglich, dass die Weissagungen des NATO-Propheten Mark Rutte, wir seien Russlands nächstes Ziel und ein Krieg wie zu Zeiten unserer Väter und Großväter stünde an, von der Realität nicht länger ignoriert wird. Diese Ignoranz beweist eindeutig, dass die Realität der russischen Propaganda auf den Leim gegangen ist oder gar von Moskau direkt finanziert wird. Das werden wir nicht länger dulden!

Ab sofort haben sich alle Tatsachen, Fakten und sonstigen realen Begebenheiten einer behördlichen Prüfung zu unterziehen und werden nur bei völliger diplomatischer und pazifistischer Untauglichkeit in Umlauf gebracht. Das süße Gesäusel der defätistischen Friedenshetzer muss endgültig verstummen, um den mühsam herbei fantasierten Glauben an den Endsieg nicht zu gefährden und die Untertanen vor kognitiver Dissonanz zu schützen.

Schließlich sind wir der guten, alten Tradition der europäischen Herrscher-Dynastien verpflichtet, bei denen es quasi ein Volkssport war, alle ein bis zwei Generationen mal in Russland einzumarschieren. Aus Gründen der Traditionspflege sollten daher auch so schnell wie möglich deutsche, französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert werden, damit sie mit ihren auf Pump aufgepimpten Armeen direkt auf der Pole-Position stehen, wenn wieder mal ein Rotbart operiert.

Einen guten Putsch fürs neue Jahr

Als weihnachtliches Zeichen guten Willens werden einige Exportbeschränkungen aufgehoben, so dass zum Beispiel wieder ein Maidan genehmigungsfrei nach Moskau exportiert werden kann. Mehr Entgegenkommen kann man nun wirklich nicht erwarten!

Für die festtägliche Bombenstimmung empfehlen wir Granatäpfel mit kanon(isch)en Gesängen.

Hier ein paar Beispiele:

Alle Jahre wieder
fällt die Bomb‘ geschwind
auf die Erde nieder
wo die Russen sind

Klingelbeutel klingelingeling
Klingelbeutel kling
Die Euros, eure knappen,
die sollt ihr jetzt berappen
Rheinmetall wird’s freuen
und ihr werdet´s bereuen

Morgen, Kinder, wird’s Krieg geben
den kriegt ihr von uns geschenkt
und wir nehmen euch das Leben
das geht schneller als ihr denkt

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein besinnungsloses, aber dafür umso gesinnungsfesteres Weihnachtsfest und einen guten Putsch fürs neue Jahr.

Hubert Heck

Hubert Heck, Baujahr 1965, ist Liedermacher und Friedensaktivist, Mitorganisator der Proteste gegen die US-Atombomben im rheinland-pfälzischen Büchel und diverser Friedenskundgebungen in seiner Region, war lange Jahre im Kreisvorstand für die Linkspartei aktiv und ist seit deren Wokeness-Wende in einer autonomen Gruppe bei den Freien Linken organisiert.
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69 Kommentare

    1. den Adligen hat sie geheiratet, fruchtbar war ihr Schoss, jetzt fehlt nur noch die Krone,
      egal ob Kaiserin oder Königin oder nur
      Grossfürstin, der Europäische Adel im Absolutismus des 21. Jahrhundert
      😱🤢

  1. Und dann können wir auch das Tannenbaum-Lied meines Opas singen: „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum. Was drunter liegt, das sieht man kaum. Da muss man mit der Lupe gucken. Ei siehe da, ein Pfefferkuchen. Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum. Was drunter liegt, das sieht man kaum.“

  2. Es tut mir leid, aber ich kann Satire nicht mehr ernst nehmen.

    Es ist nicht dass ich das hier schlecht geschrieben finde (im Gegenteil), aber unsere geliebten Führer stellen es bereits mit einer kurzen Audienz für ihre Hofberichterstatter in den Schatten.

    1. Eigentlich ist Satire ja auch nicht dazu da sie Ernst zu nehmen. Allerdings ist das
      was unsere Politiker zur Zeit verzapfen äußerlich Satire, aber im Immeren bitterer Ernst.
      Der obige Text ist aber nun tatsächlich Satire. Also kurz sacken lassen und einmal schmunzeln!

  3. Redaktionelle Bearbeitung der Kirchen- & Kindergesangbücher (EKD 2025), Anpassen des aus der Zeit gefallenen Begriffs „Weihnacht“ durch die modernere Variante: „Wehrmacht“
    (…) Einmal werden wir noch wach – heissa dann ist Wehrmachtstag … (…)

    (…) Morgen kommt der Wehrmachtsmann, kommt mit seinen Garben … (..)
    (…) Wehrmacht will es wieder werden … ()

    Für den Knecht Ruprecht, mit Olaf dem Rentier, legen wir eine Fußmatte vor die Tür, mit der Aufschrift: „Salve“.
    Freuen wir uns dann auch auf den Besuch vom „Teufelskerl/-kanzler aus dem Wadepfuhl“!

    Kleinanzeige am Laternenpfahl vor dem Bäckereiladen: „Wehrmachtsmann für Ihre Kinder – günstig – Telefon : 0… …“

    1. „Für den Knecht Ruprecht, mit Olaf dem Rentier, legen wir eine Fußmatte vor die Tür, mit der Aufschrift: ‚Salve'“ – da sind Fehler unterlaufen, es muss „braune Fußmatte“ heißen und die Aufschrift lautet „Slava Ukraini“… 😁😉

      Friedliche Weihnachten!

    1. Ja, der russische Spott über „Europa“ ist inzwischen sehr beißend, trifft aber eben leider ins Schwarze.

      Als von der Leichen auf dem Staats-Chefs-Treffen am 18./19. Dezember die Parole ausgab, daß keiner gehe, ehe nicht eine Entscheidung für die Ukraine getroffen sei, kursierte in Russland eine Karikatur von der Leyens mit dem Text:

      „Durchgeknallte Gynäkologin hat 23 Staats-Chefs als Geiseln genommen und verlangt 200 Milliarden Lösegeld“

      Es wurden bekanntlich nur 90 Milliarden, und die Kontonummer, von der das abgebucht wird, hatte sich über Nacht auch geändert. Aber da gibt es Medien, die verkaufen das als großartigen Erfolg der Diplomatie von Merz und von der Leichen…

  4. @“Alle Jahre wieder
    fällt die Bomb‘ geschwind
    auf die Erde nieder“

    Plumps, plumps, plumps, sagte der alte Mann im Dreirad
    „Von dort oben sind sie runtergefallen“

    So, jetzt muss ich mich aber sputen sonst gibt es mecker 🙂

      1. Ja, seltsam. Scheint inzwischen gelöscht zu sein. Pistorius sagt da, daß er nicht glaubt Putin werde die NATO angreifen. Vielleicht wird Pistorius jetzt auch sanktioniert???? Sowas darf man doch nicht sagen

      2. Und er bewegt sich doch. Der Herr Pistorius…

        Die o. a. Seite ist zwar verschwunden aber auch Moon of Alabama berichtet darüber. Ob wirklich Vernunft einkehrt bei den Kriegstreibern?

        „Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich von der Panikmache innerhalb der NATO distanziert. In einem Interview mit der „Zeit“ erklärte er, er glaube nicht an ein Szenario eines umfassenden Krieges zwischen Russland und dem Bündnis.

        Er kommentierte damit Äußerungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte,“

        https://www.moonofalabama.org/2025/12/what-changed-with-the-german-minister-of-defense-and-why-did-it-change-so-fast.html

        Das Interview mit der Zeit ist hinter einer Bezahlschranke. Aber dafür geb ich keinen Euro aus.

  5. Immerhin kämpfte der echte Don Quichote nur gegen Windmühlenflügel und hatte als Armee nur seinen Sancho Panza. Wohingegen die heutigen Don Quichotes gegen eine Atom-Macht kämpfen und als Armee das Heer der Kriegswilligen in Europa haben.

    Aber sie kämpfen auch für ihre Ehre und für ihre Werte, also für ihre Ideologie in ihrer dogmatischen Form, was das Gemeinsame zu Don Quijote wäre.

    1. Der Unterschied ist, dass die heutigen gar nicht kämpfen, sondern ihre Völker kämpfen lassen. Gegen diese Verrücktheit ist der Don ein Chorknabe oder Waisenknabe.

      1. Napoleon war wohl der letzte Herrscher der selbst mit in den Krieg zog. Seine Gegner ließen kämpfen und hatten Erfolg.
        Aber ich denke, dass dieser Aspekt nicht wirklich ausschlaggebend für die heutigen Kriege ist. Selbst die Soldaten sitzen heute in Bunkern und töten mit der Mouse

        1. Um den Kriegserfolg ging es nicht, sondern um die Einbildung eines Feindes. Die Ursel kämpft auch nicht mit der Maus, sondern höchstens mit dem Maul. Und entgegen deiner Vorstellung sitzen die wenigsten Soldaten in Bunkern, sondern lassen auf dem Schlachtfeld, an der Front Leib und Leben. Insofern ist es gar nicht so verrückt, wenn sich die Regierenden nicht an die Front begeben. Es zeigt aber, dass (Kriegs-)Verrücktheit leicht ist, wenn man den Kopf nicht dafür hinhalten muss.

          1. Geld umverteilen und einstecken, macht auszuüben, Machtapparat ausbauen und zementieren. lass deiner kreativen Vorstellung freien Lauf, macht der Gegner auch.

              1. erst ging’s um Krieg, ich zeigte alternativen auf.
                aber wenn es für dich alles gleich ist, lohnt sich weitere Diskussion nicht.
                Hauptsache das letzte Wort, na los.

                1. Sind es nicht die selben Mechanismen, die zu Krieg wie auch zu ihren „Alternativen“ führen?
                  Im Übrigen beginnt Krieg immer dann, wenn die Politik am Ende ist, nicht weiter weiß um ihre Ziele zu erreichen.

  6. Nie sollten die Ursprünge (Mittelalter) vergessen werden:
    •Waren die Schildbürger wirklich so dumm, wie sie taten ?•
    „Das waren merkwürdige Leute. Alles, was sie anpackten, machten sie verkehrt. Und alles, was man ihnen sagte, nahmen sie wörtlich.
    […] Es heißt: So dumm kann man nicht sein! Daraus folgt einwandfrei, dass auch die Schildbürger nicht so dumm waren, sondern dass sie sich nur so dumm stellten! Das ist natürlich ein großer Unterschied! Wer nicht weiß, dass zwei mal zwei vier ist, der ist dumm, und ihm ist schwer zu helfen. Wer es aber weiß und trotzdem antwortet, zwei mal zwei sei fünf, der verstellt sich. So ähnlich wie er machten es die Schildbürger.
    »Die Klugheit war an allem schuld. Und nur die Dummheit kann uns retten.
    […] Wir müssen uns dumm* stellen. Sonst lassen uns die Könige, der Kaiser und der Sultan nicht in Ruhe.«

    •Die Folgen der Dummheit für Schilda und die übrige Welt•
    Nun saßen die Schildbürger auf den Trümmern ihrer Stadt und ihrer Habe, waren froh, nicht gefressen worden zu sein, und beschlossen schweren Herzens, in alle Himmelsrichtungen auszuwandern.
    […] Das taten sie auch sehr bald. Und so kommt es, dass es heutzutage die Stadt Schilda nicht mehr gibt und die Schildbürger auch nicht.
    Das heißt: Es gibt sie natürlich noch.
    Nur ihre Enkel und Urenkel und deren Enkel und Urenkel leben über die ganze Erde verstreut. Sie wissen gar nicht mehr, dass sie von den Schildbürgern abstammen. Von Leuten also, die sich, um glücklich zu werden, dumm stellten und dadurch ins Unglück gerieten, dass sie dumm wurden. Und sie können es auch gar nicht wissen. Denn heutzutage gelangen die Dummen zu Ruhm und Rang, zu Geld und Glück genauso wie die Gescheiten. Woran sollten also die Dummen auf unserer Erde merken, dass sie dumm sind?“
    […] „Ein einziges Merkmal gibt es, woran man die Dummen erkennt: Mit dem, was sie erreicht haben, sind sie selten, aber mit sich selber sind sie stets zufrieden.
    Gebt also gut Obacht! Bei den anderen – und bei wem noch? – Ganz recht, bei euch!“
    Schöne Bescherung! {denn Geschichte(n) wiederhol(t)en sich}
    (aus Internet-märchen.de)

    * Anm.: oder tot

    1. „Das waren merkwürdige Leute. Alles, was sie anpackten, machten sie verkehrt.“
      Das waren Deutsche. Deutschland steht bekanntlich IMMER auf der falschen Seite.

  7. Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
    Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
    Mutter schenkte euch das Leben.
    Das genügt, wenn man’s bedenkt.
    Einmal kommt auch Eure Zeit.
    Morgen ist’s noch nicht so weit.

    Doch ihr dürft nicht traurig werden,
    Reiche haben Armut gern.
    Gänsebraten macht Beschwerden,
    Puppen sind nicht mehr modern.
    Morgen kommt der Weihnachtsmann.
    Allerdings nur nebenan.

    Lauft ein bisschen durch die Straßen!
    Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
    Christentum, vom Turm geblasen,
    macht die kleinsten Kinder klug.
    Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
    Ohne Christbaum geht es auch.

    Tannengrün mit Osrambirnen –
    lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
    Reißt die Bretter von den Stirnen,
    denn im Ofen fehlt’s an Holz!
    Stille Nacht und heilge Nacht –
    Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

    Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
    Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
    Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
    Gott ist nicht allein dran schuld.
    Gottes Güte reicht so weit . . .
    Ach, du liebe Weihnachtszeit! – Erich K.

    1. Ich musste googeln, denn diesen Spruch kannte ich nicht.

      Gefunden habe ich nur das hier, und das hat wohl eine ganz andere Aussage:

      „Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet.“
      (Karl Marx)

      1. Immer wenn das Wörtchen „muss“ imperativ im Kontext der Kunst auftaucht, schrillen bei mir die Sirenen! Alle!

        Kunst muss gar nichts, Kunst ist einfach da.

        Kunst Ist.

                1. Kunst dient der Befriedigung elitärer Herrscher wie auch gleichzeitig deren Kritiker, ist somit eher system-stabilisierend. Künstler sind somit Pseudo-Avantgardisten oder sogar Möchtegern-Avantgardisten (so wie Motonomer).

                  1. Eine meiner Frauen ist Künstlerin durch und durch.
                    Ich hatte früher nie viel übrig von Kunst, da ich früher immer an Gemälde, Skulpturen oder andere Objekte dabei gedacht habe,
                    Da aber eben auch Musik Tanz, oder sogar schriftliche Elaborate, eben alles was intentionell kreativ, also ursprünglich nicht kommerziell dargeboten wird aus dem inneren eines Künstlers entspringt und demnach die Instrumentalisierung und Kommerzialisierung der Kunst erst durch die herrschende Klasse stattfindet, hat sie natürlich ihre Berechtigung, weil sie nämlich andere Menschen dazu bewegt über das Gemengelage der menschlichen Befindlichkeiten nachzudenken.

        1. Kunst ist das Gegenteil von Natur, ist eine von Menschen geschaffene Gegen-Wirklichkeit zur materiellen Wirklichkeit der Natur und somit pure Ideologie. Und als solche bildet Kunst für individualistisch sozialisierte Menschen (wie im Westen üblich) eine Art Religionsersatz.

          Dan: „Kunst ist einfach da.“ Genau, so wie Gott oder sonstiges Über-Irdische auch.

          1. Nun, im ursprünglichen Sinne ist Kunst die Lebensäußerung eines Menschen. In der Kunst geht es um Beziehungen, deren Darstellung und Rezeption.

            In der bürgerlichen Gesellschaft hat Kunst aber eine andere Funktion.

            Zum einen hat die moderne Kunst die ästhetische Form und den Inhalt einer Ware. Zum anderen ist sie Ausdruck von Ideologie und Geschmack. Geschmack und Ideologie wiederum sind Habitus-geprägt, und somit vom sozialen Feld bestimmt, in dem sie entstehen bzw. reproduziert werden.

            Bourdieu argumentiert vor allem gegen die durch die Felder der literarischen und künstlerischen Produktion selbst erzeugte Illusion, Kunst entstehe ohne gesellschaftliche Voraussetzungen und damit in einem quasi magischen Schöpfungsakt durch einen isoliert-begnadeten Künstler. Es geht Bourdieu um den Bruch mit diesem Glauben, der es „anerkannten Künstlern gestattet, durch das Wunder der Signatur (oder des Namenszugs) bestimmte Produkte zu heiligen.

            Bei der Betrachtung der künstlerischen Produktion werde das Bild der Dynamik künstlerischer Entwicklung durch die Kämpfe der ästhetischen Positionen, Stile und Schulen bestimmt. Dadurch werde die Aufmerksamkeit fokussiert auf die „sichtbaren Produzenten“ als voraussetzungslose „Schöpfer“ ihrer Produkte. Diese Sichtweise sei „das Haupthindernis für eine rigorose Wissenschaft von der Produktion des Werts kultureller Güter.“ Vom Schöpfer-Mythos aus werde die „ungebührliche Frage nach den gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Möglichkeit“ zurückgewiesen, die Frage danach, „wer denn diesen ´Schöpfer´ geschaffen hat.“ So entstehe „Ideologie“, ein „Glauben“ an die magische Kraft des Künstlers oder Autors zur Transsubstantiation von Etwas in Kunst: Aber der „Produzent des Werts des Kunstwerks ist nicht der Künstler, sondern das Produktionsfeld als Glaubensuniversum, das mit dem Glauben an die schöpferische Macht des Künstlers den Wert des Kunstwerks als Fetisch schafft.

            Quelle:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Regeln_der_Kunst#1._Thema

            Nach Bourdieu ist Geschmack in der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaft der Ausdruck von Distinktion!

            Es gibt drei Gruppen:

            1. Populärer Geschmack (auch Notwendigkeitsgeschmack, da das ökonomische und kulturelle Kapital für einen höheren Geschmack nicht zur Verfügung stehen)
            2. Mittlerer Geschmack (auch Prätentiöser Geschmack, orientiert sich am Geschmack der herrschenden Klasse)
            3. Legitimer Geschmack der herrschenden Klasse, der sich vom „niederen Geschmack“ distinguieren will. Kaviar an Stelle von Käsebrot. Klassische Symphonie statt Helene Fischer. Van Gogh statt „Straßenkunst“.

            Nur mal soviel dazu und auch ein kleiner Seitenhieb zum Thema „Avantgarde“. 😉

          2. @garno

            Kunst ist der Versuch, die Wirklichkeit in idealisierter Form nachzugestalten.

            Kunst ist nicht das Gegenteil von Natur, nicht das Gegenteil von der Wirklichkeit, sondern der Versuch, Natur und Wirklichkeit in idealisierter Form (Ideal) nachzuempfinden und nachzugestalten; wobei man sich dem Ideal nur (an)nähern kann. Das ‚Wesen‘ eines Ideals besteht ja bekanntlich in deren Unerreichbarkeit; deswegen wird es auch immer wieder ‚neue‘ Versuche geben.

            Kunst hat keine Ideen über die Welt, sondern Ideen von der Welt.

            Dan: „Kunst ist einfach da.“

            garno
            „Genau, so wie Gott oder sonstiges Über-Irdische auch.“

            ‚Gott’ ist die Explikation (Erklärung) von Allem und deren Ursache.
            Kunst erklärt nichts.
            Kunst ist seinem Wesen nach keine Ideologie.

            1. Was wir da heute in der Höhle von Lascaux als Kunst ansehen, das dürfte damals integraler Bestandteil der Religion der Menschen gewesen sein.

              Dan: „Kunst ist seinem Wesen nach keine Ideologie.“

              Na was denn sonst? Gehört Kunst nicht zum Imaginären?

              1. @garno

                Kunst ist nicht imaginär, wir können sie erleben: sehen, hören, anfassen und spüren. Die Elemente der Kunst sind alle von dieser Welt, weil Kunst aus dieser Welt schöpft.

                Ich habe kurz zusammengefasst, was Religion (‚gott‘) sein soll: eine Erklärung der Welt.
                Kunst, wie in der Höhle von Lascaux, ist keine Erklärung der Welt, sondern eine Beschreibung der Wirklichkeit (Natur), hier gemalt.

                Kunst hat keine Ideen über die Welt (wie sie sein soll), sondern Ideen von der Welt (wie sie ist).

                Das ist der naturalistische Fehlschluss von ideologischen Kulturtheoretikern oder denjenigen, die sich dafür halten. Sie wollen die Welt nicht beschreiben, sondern Gesellschaften ändern (oder eben auch nicht). Ideologen/Ideologien zielen auf die menschliche Gesellschaft und verwechseln diese mit der Welt, der Wirklichkeit, der Natur.

                Ein weiteres großes Problem ist, dass Kunstbetrieb und Kunstgebrauch mit der Kunst an sich verwechselt werden. Ich kann ein Gemälde von Rembrandt groß herausstellen oder ihn öffentlich verbrennen, beides hat mit dem Bild von Rembrandt nichts zu tun.

                Das Beispiel der Kunst aus der Altsteinzeit belegt, dass Kunst lange vor einer Klassengesellschaft und lange vor Ideologien und der entsprechenden Politik existiert.

                1. Sie scheinen ja geradezu besessen von Kunst zu sein. Ich muss gestehen, dass ich keinen richtigen Zugang zu Kunst habe, sodass ich Ihnen gern das Feld überlasse – und Kunst für mich auch weiterhin etwas Imaginäres ist.

                  1. Was ist denn daran besessen? Ich versuche doch nur, Kunst zu definieren; im Gegensatz zu denen, die die Kunst für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren!

                    Imaginär?
                    Aber Musik ist doch hörbar. Sie haben doch ihre Lieblingsmusik, oder?

                  1. Gelesen

                    Wie ich oben schon anführte, so kreist auch diese Diskussion hauptsächlich zwischen Kunstbetrieb und Kunstgebrauch.

                    Und Kunst ist nunmal keine Ideologie.

                    In diesem Punkt sind wir uns ja schon mal einig 😉

  8. Sehr schön geraten, Herr Heck aber wenn die falsche Partei an die Regierung kommt, gilt Solches vielleicht wieder als Wehrkraftzersetzung und ob ich da mitmachen möchte, weiß ich noch nicht so recht, weil es gewisse Risiken beinhaltet.
    Ihnen ebenfalls frohe Feiertage und alles Gute – viel schlimmer kann es schließlich auch noch werden und wird es mutmaßlich auch noch, keine Frage aber sämtliche Gefühle harmloser Weihnachtsseeligkeit zu verletzen, ist vielleicht auch nicht die effektivste Methode, auf die Befindlichkeiten der hiesigen Speckgürtelbevölkerung einzugehen. Diese wünscht sich vielleicht nur den ungestörten Genuss ihrer Festtagsbraten und klickt alles weg, was hierbei als störend empfunden wird. Ein wenig weniger radikal wäre daher eventuell zweckdienlicher gewesen.

  9. Köstlich !!
    Allerdings hatten die Werte-Europäer-Eliten neben der Tradition in Russland einzufallen auch die Tradition mehr oder weniger beständig aus niederen Beweggründen auch übereinander herzufallen. Da trifft wohl das das deutsche Sprichwort zu Pack schlägt sich Pack verträgt sich. Gut möglich, das die gegenwärtige Gemeinsamkeit wieder in gegenseitiges schlagen kippt, wenn der aktuelle Russlandfeldzug scheitert, der Reichtum zu Ende geht und all die selbstgemachten Probleme unter dem Teppich hervorquellen.

  10. ‚Süsser die Bomben nie klingen …‘
    Die Friedensfürstin Urschel I. hat wohl keine Sorge, daß ihr zahlreicher Nachwuchs auch in einer Blutmühle endet ;-(
    „Traurig, traurig, traurig …“ wie Direktor Taft gesagt hätte.
    Nun, immerhin scheint Elendsky inzwischen zu Konzessionen bereit, wie SEIN ‚Friedensplan‘ zeigt. -> https://www.stern.de/politik/ausland/selenskyjs-friedensplan–diese-20-punkte-sollen-den-krieg-beenden-36990048.html
    „Weihnachten“ ist ja das Fest der Hoffnung, also lasst uns alle hoffen, daß dieser Wahnsinn sein Ende findet! Es erinnert mich nur irgendwie an Wilsons „14 Punkte“ …

    Friedliche Tage Euch
    Frank

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