
Noch ein halbes Jahr, dann endet die Präsidentschaft Frank-Walter Steinmeiers. Er war ein Präsident der Politeliten – und damit ein präsidialer Versager.
Zehn Jahre lang hat der einst gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat im Schloss Bellevue verbracht. Was bleibt von diesem Frank-Walter Steinmeier? Hat er das Amt nachhaltig geprägt? Wird seine Amtszeit Wirkung hinterlassen? Steinmeier folgte Joachim Gauck, dem Freiheitspräsidenten, der sich gerne gegen jede emanzipative Bestrebung stellte, die aus dem Volk heraus wirkte – aber so tröge und trist hat nicht mal er das Amt ausgelegt. Unter Steinmeier wurde das Amt des Bundespräsidenten erst sediert, dann auch noch eingeschläfert und gewissermaßen postmortal geschändet. Steinmeier dürfte – und das passt zu dieser Zeit – der miserabelste Bundespräsident der Geschichte der Bundesrepublik gewesen sein. Er war elitär, parteiisch und ein Schwurbler.
Als er 2017 antrat, galt er als der beliebteste Politiker eines Landes, das längst im starren Stillstand verharrte und Charisma als etwas bewertete, das man möglichst verbergen und verstecken sollte. Frank-Walter Steinmeier musste sich freilich nicht darum sorgen, wo er ein solches Charisma verborgen halten könnte. Es verrät jedoch alles über diese Zeit und dieses Land, dass ausgerechnet er es zum Bundespräsidenten schaffte – er, ein charismatischer Low Performer, ein biederer Parteizinksoldat und Rhetor gedrechselter Monotonie. Seine vorherige politische Laufbahn gilt als beeindruckend – beeindruckend unsichtbar. Steinmeier war eine graue Eminenz, Spin-Doctor des parteilichen Niedergangs seiner Partei. Durch ihn und mit ihm wurde aus den Sozial- die Suizidaldemokraten.
Der verspätete Weimarer – oder: Der Elitenpräsident
Was war nur in ein Volk gefahren, dass sich ausgerechnet diesen Mann als den beliebtesten Kopf des politischen Berlins ausgesucht hatte? Frank-Walter Steinmeier kam aus dem Nichts, er trat nach der Kanzlerschaft Gerhard Schröders aus dem Schatten der damaligen sozialdemokratischen Granden und wurde den Bürgern im Lande als hochseriöser, fachlich versierter Staatsmann verkauft – seine Physiognomie half ihm dabei. Steinmeier sah schon in jenen Jahren aus wie ein Wiedergänger aus der Weimarer Zeit – enger Anzug, kleine Brillengläser, verkniffener Blick. Im selben Jahr, da es Steinmeier ins Schloss Bellevue spülte, erschien die gefeierte Serie Babylon Berlin, die im Berlin der Weimarer Republik spielte – die fiktive Figur des Regierungsrates August Benda, in Szene gesetzt von Schauspieler Matthias Brandt, scheint geradezu die Kopie des damals neuen Bundespräsidenten gewesen zu sein. Oder die Vorlage?
Steinmeier wurde offenbar als die Imagination eines Weimarer Politikers angesehen – und das traf sich gut mit dem Lebensgefühl der Deutschen. Ja, im Laufe seiner Bundespräsidentschaft rückte der Mann mehr und mehr in die Rolle eines aufrechten Demokraten, der wie einstmals die Politiker der Mitte zwischen 1919 und 1933 in der »Demokratie ohne Demokraten« auftrat. Der neue Präsident wurde zum Meme, zum wiederbelebten Kämpfer gegen den Nationalsozialismus, den man im Laufe der letzten Jahre in die Alternative für Deutschland (AfD) hineininterpretierte. Wie jenen Kämpfern für das demokratische System einst, so fehlte auch dem »verspäteten Weimarer« die Ausstrahlung, um die Menschen für sich gewinnen zu können.
Aber es wäre regelrechte Geschichtsklitterung, die Amtszeit des Bundespräsidenten Steinmeier mit dem bloßen Fehlen einer Strahlkraft erklärbar machen zu wollen. Steinmeier war nie ein Volkstribun, auch wenn er sich hoher Beliebtheitswerte erfreute. Stets wirkte er kühl, ja geradezu abweisend. Seine politischen Meriten hatte er sich bei den Sozialdemokraten mit der Umsetzung der Agenda 2010 verdient – Steinmeier war Schröders Mann fürs Grobe. Bürgernähe galt für diese Aufgabe eher als hinderlich. Der SPD-Apparatschik blieb sich in seiner Zeit als Bundespräsident treu. Selten ergriff er Partei für die Stimmungen aus dem Volk im Lande, stets mahnte er die Unzufriedenheit der Bürger ab. Sicher, hier und da erklärte er auch, dass die Parteien den Kontakt verloren hätten, was ihn jedoch nie dazu veranlasst sah, den Bürgern bei der Formulierung ihres Unmutes moralisch beizustehen. Steinmeier war der Präsident eines elitären Politbetriebes, der es verabscheute – und es noch immer tut – mit normalen Bürgern auf Tuchfühlung zu gehen. Den Zorn, der sich besonders in Ostdeutschland Bahn brach, thematisierte er vor allem anklägerisch und bewertend. Zwar traf Steinmeier im Namen eines Programmes, das sich Ortszeit nannte, in Städten und Dörfern auf Bürger – aber wie im Grunde alles, was sich im politischen Leben des zeitgenössischen Deutschlands abspielt, darf man auch hier von einer »Bürgernähe nach vorheriger Selektion« ausgehen.
Der AfD-Schöpfer – oder: Der parteiische Präsident
Zentral für die elitäre Haltung des Bundespräsidenten namens Steinmeier war die Prämisse, sich stark in die Tagespolitik einzumischen. Das Amt des Bundespräsidenten versteht sich eigentlich als überparteiisch – das jedenfalls entwickelte sich im Laufe der bundesrepublikanischen Geschichte auf diese Weise. Und es hat sich bewährt. Verfassungsrechtlich kann ein Bundespräsident durchaus kundtun, wie er zu aktuellen Themen steht – Ratschläge an die Bundesregierung oder die Parlamentarier sind dabei eine Grauzone, dürften aber stark die Verfassungsauslegung tangieren, wonach der Bundespräsident kein parteipolitischer Akteur sein sollte. Steinmeier wühlte sich immer wieder in tagespolitische Themen hinein, oft hatte man den Eindruck, er wolle damit die Bundesregierung, den Bundesrat und den Bundestag vor sich hertreiben.
Besonders das Thema der AfD und die damit verbundene Inszenierung um »unsere Demokratie«, die wiederum in einem »Kampf gegen rechts« eingebettet ist, hatte es dem Sozialdemokraten aus Bellevue angetan. Objektiv verhielt er sich in der Frage danach, wie denn mit jener Partei umzugehen sei, eher nicht. Im Herbst des letzten Jahres äußerte er sich – indirekt zwar, aber dann doch deutlich – wohlwollend zu einem Verbotsverfahren der AfD. Dass er als Bundespräsident sich so stark in die Parteienlandschaft einmischt, ist auf zweierlei Art tragisch – erstens, das sei nochmals wiederholt, gab er damit die Rolle des unparteiischen Staatsoberhauptes auf. Und zweitens ist er, der Mann der Agenda 2010, ein Mitverursacher jenes Vakuums, in das die AfD vorstoßen konnte. Seine Partei hat sich von der ursprünglichen Klientel abgewandt, eine Politik der Begüterten gemacht, ganze Landstriche verwaisen und strukturschwach werden lassen. Die Sozialdemokratie verstand sich bis in die Neunzigerjahre hinein als eine Partei, die eine Alternative für ein von der Union geführtes Deutschland sein wollte – bis sie den Reformkurs des sogenannten »dritten Weges« fuhr und zusammen mit der britischen Labour Party die europäische Sozialdemokratie aushöhlte. Danach biederte sich die SPD jahrelang an die Merkel-Union an, übrigens unter maßgeblicher Führung des späteren Bundespräsidenten – in diesem Prozess fehlte dem Land eine Alternative zum Merkelismus.
Die SPD hat der AfD das Feld freiwillig geräumt. Und nun tritt einer der führenden Köpfe dieser Anbiederungspartei, die wie ein Arbeitskreis der Union agierte, vor das versammelte Land – wobei: wer versammelt sich heute noch, wenn ein Bundespräsident irgendwas vom Teleprompter stammelt? – und warnt eindringlich vor der Kreatur, deren Schöpfer auch er ist. Bisweilen musste man fast annehmen, als nutze Steinmeier die Autorität seines Amtes lediglich dazu, die politischen Fehlentwicklungen der eigenen Partei zu überdecken. Statt die Ursachen des Vertrauensverlustes großer Bevölkerungsteile zu thematisieren, verlagerte sich sein Fokus häufig auf die Bekämpfung ihrer politischen Symptome. Die AfD erschien dabei weniger als Folge einer jahrzehntelangen Entfremdung zwischen Politik und Bürgern, sondern als Störung einer Ordnung, an deren Entstehung er selbst mitgewirkt hatte. Psychologisch gesprochen muss man von einem Abwehrmechanismus sprechen: Die Verantwortung für die notorische Krise des Landes wurde geoutsourct – die eigene Schuldhaftigkeit auf eine Partei übertragen, die bis dato noch keinerlei Regierungsverantwortung in Händen hielt. Steinmeier wurde angetrieben von der Absicht, die Geschichte der Gegenwart von den eigenen politischen Anteilen daran zu entkoppeln.
Der Bundespodcaster – oder: Der Schwurbelpräsident
In zehn Jahren ist es dem amtierenden Bundespräsidenten so gut wie nie gelungen, selbst Akzente zu setzen – Steinmeier gab eine Dekade lang ein Staatsoberhaupt, das nur auf Schlagzeilen und Trends reagierte. Dann aber auch nie in der Form, dass er sich eigene Gedanken zur Sachlage machte. Stets gab er den mainstreamigen Kommentator von ausgemachten Debatten und Diskussionssimulationen aus dem Komplex der veröffentlichten Meinung. Nun ist Originalität selbstverständlich nicht die Qualität, die ein Bundespräsident aufweisen muss. Dennoch waren seine Kommentierungen so frappierend andockfähig in der Shit-Kultur des Shitbürgertums, dass es schon verstörend auf manchen Bürger einwirkte. Demgemäß flankierte Steinmeier stets die Regierungspolitik – seine Erbauungsansprachen bauten dabei auf die Koryphäen der deutschen Weltwahrnehmung. Denen glaubte er unbesehen. Bestes Beispiel: seine Haltung in Zeiten der Pandemie. Steinmeier klang so, als flüsterten ihm die regierungsbewährten Virologen und andere Fachleute ihre Ergüsse ins Ohr – man darf wohl davon ausgehen, dass es nicht so viel anders war.
Frank-Walter Steinmeier wies jede Kritik ab, die die Maßnahmen jener Jahre als überzogen und diktatorisch bewerteten. Solche Aussagen hielt er für bösartig. Während der Pandemie, so die Quintessenz aus diversen Statements und Reden des Bundeskanzlers, sei alles in allem gut verlaufen. Hier und da monierte er den fehlenden Respekt in Debatten – ein Missstand, den er allerdings mit seiner lauwarmen Art, viel zu sprechen und nichts zu sagen, auch verursacht hat. Ob beim Klima, bei der AfD oder in puncto Ukrainekrieg: Steinmeier hegte keine eigenen Gedanken, die er den Bürgern präsentierte – er mischte sich zwar, wie bereits erwähnt, gar zu gerne in die Tagespolitik ein, bereicherte sie aber nicht mit neuen Ansätzen.
Steinmeier schwurbelte nach, was die Berliner Blasenentzündung gerade als Thema der Stunde auserkoren hat. Schwurbeln – der Duden definiert es so: »verschwurbelt reden; Unsinn erzählen«. Die Präsidentschaft des Sozialdemokraten strotzte nur so vor fabulierter Unsinnigkeit. Steinmeier interpretierte das Amt nicht, wie einige seine Vorgänger, als moralische Institution, die es sich leisten konnte, dem politischen Betrieb in Berlin mit Abstand und ein wenig Abgeklärtheit zu begegnen. Nein, er legte sich das Amt als Rechtfertigungsinstitution für politische Klientelpolitik zurecht. Im Grunde war er eine Art Bundespodcaster, der Reactions zum politischen Tagesbetrieb lieferte. Also Kommentierungen auf niederster Stufe, die die Haltung jeweiliger politischer Richtungsangaben verstärken sollten. Steinmeier glich in dieser Funktion mehr einem Rezo als einem Johannes Rau, er zeigte mehr von einem Content Creator als von einem zur Neutralität verpflichteten Staatsoberhaupt.
Was bleibt? – oder: Fazit einer gescheiterten Präsidentschaft
Frank-Walter Steinmeier wurde 2017 zum Bundespräsidenten gewählt – er galt damals als der Mann, dem das Amt fast zwangsläufig zufallen müsse. Er war beliebt, trat adrett auf, seine Anzüge saßen perfekt. Er simulierte einen Weimar Widerstandschic, der bei manchem Shitbürger wirklich gut ankam und dabei suggerierte, die heutige Bundesrepublik würde neuerlich in schwierige Zwanzigerjahre geraten – nur diesmal eben 100 Jahre danach. So kam es dann auch, wenngleich sicher aus anderen Gründen als man sich unter Sozialdemokraten und Grünen imaginierte. Der Charme des Bundespräsidenten war – gelinge gesagt – schon vor seiner Wahl spröde. Seine Figur zeugte von der inkarnierten Langeweile, seine Originalität war nicht vorhanden – Steinmeier atmete die blanke Belanglosigkeit, er artikulierte sich in blasser Trivialität. In dieser fahlen Aufmachung war er der beste Kandidat für das höchste Amt eines Landes, das längst den politischen Bullshit zur Leitlinie der Nation erkoren hatte.
In den zehn Jahren, die er nun im Berliner Lustschloss verbrachte, entfaltete Steinmeier keinen eigenen Stil. Er blieb durchgehend gehaltlos. Er erhob die Monotonie zur präsidialen Kategorie. Seine Ansprachen waren reizlos, er trug sie ohne stimmliche Betonung vor – wer Schlafprobleme hatte, griff auf Steinmeiers Ennui zurück. Er lullte den Souverän durch die pure Macht der Eintönigkeit ein. Steinmeier war ein rhetorischer Anästhesist, vielleicht gar aus Überzeugung. Bürger einschläfern: War das nicht eine wichtige Aufgabe für das neue Deutschland? Inhaltlich überzeugte er dementsprechend – nämlich nicht. Aber das war eingepreist, schon vor seiner Präsidentenzeit war Steinmeier keine Figur aus dem Berliner Politbetrieb, die inhaltliche Debattenbeiträge beisteuerte. Er war der Offizier seiner Partei – und was die Partei wollte, setzte er um. Stets blickte er besorgt ins Land, seine Mimik simulierte eine Weisheit und Nachdenklichkeit, die man ihm abnehmen mochte, so man ihn nicht kannte. Steinmeier war ein hübscher, ein ansehnlicher Präsident, so wie man sich einen malen würde – die Simulation eines Intellektuellen.
Nun kursieren die Gerüchte, wer ihm nachfolgen könnte – nach zwei Amtsperioden ist Steinmeiers Bundespräsidentschaft endgültig vorüber. Zunächst hieß es, dass ihm im Januar 2027 dringend eine Frau folgen müsse. Das sei die Qualifikation des Augenblickes – was diese Frau sonst können oder ausstrahlen sollte, ist dabei zweitrangig. Das Geschlecht ist heutzutage schon eine große Leistung. Kurz danach mobilisierte die Presse einen ganz speziellen Kandidaten, der vom Typus aussieht wie der scheidende Bundespräsident: Hans-Peter Kerkeling, ein alternder Komiker, dessen lustigsten Tage schon längst verstrichen sind – die nächste Stufe der politischen Debilisierung scheint eingeläutet. Kerkeling hat sich zuletzt bewährt: Er zeigte prominent Gratismut und ist bei allen Themen auf Regierungs- und Zeitgeistlinie. Wieder einer, der nachdenklich tut, über die schlechtsitzende Brille linst und große Kenntnis mimt. Das gefällt den deutschen Shitbürgern – am Ende wird Kerkeling die Fortführung Steinmeiers mit anderen Mitteln sein. Aber über die Vereinigten Staaten lachen, weil die einen Reality-Star zum Präsidenten machten …
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Solange all diese Leute nicht lebenslänglich im Knast sind, wird sich auch nichts auf dieser Welt ändern.
Allein diese Leute in den Knast stecken, bringt nichts, wenn nicht jene ökonomischen und politischen Ursachen beseitigt sind, die solche Mumien hervorbringen.
Für mich gilt Rosa Luxemburgs Losung: Sozialismus oder Barbarei.
Sozialismus = Barbarei.
Etwas Geschichtsunterricht und ein Blick in die realen Gegebenheiten würde da helfen …
Die Bundespräsidenten waren schon immer so, aber das Kabarett war früher besser.
Hier Reinald Grebe mit seinem Lied: Ich bin der Präsident.
https://www.youtube.com/watch?v=3bgO8JxvG90
Einfach in die Zeitmaschine setzen und träumen. Schönen Sonntag
Und jetzt fahren wir in der Zeitmaschine weiter 60 Jahre zurück, als Theodor Heuss zu einem Bewerber beim Einstellungsgespräch sagte: „Eins müsse sie sich merke, wenn sie jetzt bei uns anfange: Die Pflicht zum Widerspruch isch im Gehalt inbegriffe.“ Heute ist es die Pflicht zum Ja-sagen.
Widerspruch!
Theodor Heuss war zwar kein Volljurist, aber trotzdem von mäßigem Verstand.
Dreierlei muss man Heuss aber lassen:
1. Heuss war nicht so scheel, öffentlich „Hoch auf dem gelben Wagen“ zu intonieren.
2. Heuss war der Steinmeier seiner Zeit.
3. Heuss war ein Meister der Staatsräson und Regierungspropaganda. Bauernschlau ließ Heuss derart öffentlich vermarkten, Widerspruch gegen die Staatsgewalt wäre erste Bürger- und Beamtenpflicht, dass das auch noch mehr als 70 Jahre später nicht nur gläubig-unkritisch bestaunt, sondern darauf sogar positiv Bezug genommen wird.
Schön auch einige Auszüge aus Heuss´ Wikipedia-Artikel:
– „Am 23. März 1933 stimmte Heuss (…) dem Ermächtigungsgesetz zu.“
– „Dieser [BRD-]Integrationskurs führte dazu, dass Heuss Konfrontationen mit dem Bundeskanzler oder anderen Verfassungsorganen möglichst vermeiden wollte.“
– „Deshalb scheute [Heuss] auch eine offene Kraftprobe mit Adenauer, dessen machtbewusstem Durchsetzungswillen und verfassungsrechtlichen Kompetenzen er ohnehin nur wenig entgegenzusetzen hatte.“
– „Zur gegenseitigen Wertschätzung trug[en] auch [Heuss´ + Adenauers] Übereinstimmung in den großen und wichtigen politischen Fragen bei, so z. B. die Westbindung (…) die Wiederbewaffnung“
Heuss war also ein echter Querdenker, der überall Widerspruch äußerte, Konflikte naturgemäß offen ansprach und austrug und Rückgrat zeigte, wo immer er konnte.
Wäre es damals nach dem Pazifisten Heuss gegangen, wären Abhängigkeit und Vasallenschaft der BRD vom Großen Bruder sofort rigoros unterbunden worden und eine waffenstarrende BRD-Armee, die sich und uns heute gegen Russland „kriegstüchtig“ schleift, hätte es nie gegeben.
Theo, wir fahr´n nach Lodz!
Wikipedia als Quelle? Na, na, na… Aber Sie haben natürlich recht.
Es liegt mir ferne, Papa Heuss in den Himmel zu heben.
Ich sagte ja, die Bundespräsidenten waren alle ähnlich, aber der hatte wenigstens etwas Humor und war mit Werner Finck befreundet. Das ist in etwa so als wenn Frank-Walter ab und zu mit Volker Pispers ein Bier trinken würde.
@Stefan Nold
„Ich sagte ja, die Bundespräsidenten waren alle ähnlich, aber der hatte wenigstens etwas Humor und war mit Werner Finck befreundet.“
„die Bundespräsidenten waren alle ähnlich“. Da haben Sie mal ein wahres Wort gesprochen.
Und Humor haben Sie aus meiner Sicht mindestens genau so viel wie Heuss, wenn Sie sich die höchst
unerfreuliche Funktion des Amtes Bundespräsident für den gewöhnlichen BRD-Insassen mit privaten Beziehungspräferenzen und Marotten des jeweiligen Amtsinhabers schöndenken.
Ein bisschen Spaß muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein 🙂
Einer war mit Werner Finck befreundet und schwäbelte, einer salbaderte pfäffisch, einer sang wie der Teufel, einer verteilte gratis seine Niere, einer war bei der Sturmabteilung. Ein anderer war KZ-Bauleiter und vernutzte KZ-Häftlinge. Letzterem wurde jahrzehntelang fälsch nachgesagt, er habe beim Afrikabesuch die berüchtige Grußformel gesprochen: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe N***r.“ Dabei wäre einem ehemaligen KZ-Bauleiter das N-Wort doch nie über die Lippen gekommen!
Da kann sich jeder Sofageneral seinen persönlichen Lieblingsersatzkaiser zum Anhimmeln raussuchen. Und seinen persönlichen Repräsentations-Super-Gau als „Totalversager“ geringschätzen.
Allen Bundespräsidenten gemeinsam ist, dass sie zu ihrer jeweiligen Zeit immer die genau passende Staatsräson und Regierungspropaganda überparteilich zum besten gaben (außer einer, der war damit seiner Zeit paar Jahre voraus und musste deshalb zurücktreten).
Dadurch kann es dann kommen, dass die Objekte bundespräsidialer Zurichtung das verbale Marketing insbesondere früherer Bundespräsidentenexemplare ehrfürchtig für bare Münze nehmen und den Fehrbelliner Reitermarsch blasen: „Wir wollen unsern alten Kaiser Theo wieder haben!“
Aber Spaß beiseite. Ist ja schließlich Sonntag.
Zum Ernst des Lebens gehört auch die Erkenntnis, dass dem Theo Heuss erst nach 1945 siedend heiß einfiel, dass er schon immer dagegen und sogar noch länger mit Werner Finck befreundet gewesen wäre. Nur humorbefreite Finck-Freunde hätten das für einen ostentativen Persilschein gehalten.
Und aus der Erkenntnis, dass „die Bundespräsidenten alle ähnlich“ waren, schmieden dergestalt enttäuschte Untertanen die Hoffnung auf den jeweiligen Nachfolger, der doch endlich mehr Format haben möge (dasselbe beim Kanzler, allen Ministern und dem gesamten Staatsapparat).
Das ist die große Stärke der herrschenden Verhältnisse: dass sie sogar noch die Unzufriedenheit der Leute in deren frenetischen Fahneneid auf das System verwandeln.
Mit an vorderster Front kämpft dafür seit je die Figur Bundespräsident.
Sind es diese Bundespräsidenten wirklich wert, dass man man sich mit so vielen Worten über sie aufregen muss?
Stefan Nold
Nein, die Bundespräsidenten sind das nicht wert. Keinesfalls.
Aber Sie, werter Herr Nold, und die sonstige verehrte Leserschaft, sind es wert, dass man abträglichen Fehlauffassungen, Illusionen und im Umlauf befindlichen Falschinformationen über Amt und Funktion des Bundespräsidenten und die jeweiligen Amtsinhaber entgegentritt.
Sie sind das wert 🙂
Das zu unterlassen, hieße ja, auch dem hier bei OT gepredigten Irrglauben Vorschub zu leisten, Frank-Walter „Die Niere“ Steinmeier wäre ein „Gescheiterter“ .
Wenn Sie die „vielen Worte“ monieren, unter deren Zuhilfenahme der Widerspruch erfolgt, vergleichen Sie dies doch bitte auch mit dem (mainstream)-medialen verbalen Dauerfeuer, mit dem notorisch die Parteilichkeit für den Bundespräsidenten (Amt und Figur) immer wieder in die Kosumentengehirne eingebimst wird.
Dagegen sind meine paar Sätze hier ein Tropfen auf den heißen Stein.
Selbst der irreführende Bezugsartikel von RDL hier umfasst ja 100 mal mehr Worte als mein Widerspruch.
Und was die „vielen Worte“ betrifft, schummeln Sie ja auch selbst ein bisschen. Zwar fassen Sie selbst sich in Ihren hiesigen Kommentaren vergleichsweise kürzer.
Dafür lassen Sie aber Rainald Grebe für sich sprechen. Und der macht auch „viele Worte“ , sehr viele und singt über 5 Minuten.
Schönen Wochenstart wünscht Ihnen Ihr
Egon Kowalski
Warum haben Sie ausgerechnet Heuss wrwähnt und nicht Gustav Heinemann?
Heinemann war doch mit Abstand der beste Bundespräsident
Ja natürlich, Gustav Heinemann war mit Abstand der beste. Aber den Spruch vom Widerspruch war ein guter Kontrapunkt für die BRD von heute und ihren Bräsidenten.
Der „rhetorische Anästhesist“ ist eine wirklich gelungene Formulierung!
Auch der Werdegang dieses Herrn ist treffend beschrieben!
Aber Steinmeier ist nun einmal ein Produkt der Parteienoligarchie, der nicht zuletzt deshalb beliebt ist, weil er seiner Frau eine Niere spendete, der gute Mensch Steinmeier.
Das diese Geschichte nichts mit seinem politischen Verhalten zu tun hat, scheint den meisten Bewunderern entgangen zu sein;
Man muss ihn an seinen politischen Handlungen messen:
-Agenda 2010, er als neoliberaler Erfüllungsgehilfe
-Corona, er als Scharfmacher und vehementer Verteidiger der Grundgesetzbrüche
-Minsk II., er federführend am diplomatischen Betrug Russlands beteiligt
-Kriegshetzer
-Bilderberger
Die Präsidentendarstellung hat der Autor zur Genüge beschrieben und richtig bewertet.
Dieser Mann hat dem Land nicht gut getan!
Als Ergänzung: m.W. war Steinmeier (als Aussenminister) während des Syrienkriegs daran gelegen, die islamistisch-salafistische (Terrororganisation) Ahrar al-Scham („Islamische Bewegung der freien Männer der Levante“ – https://de.wikipedia.org/wiki/Ahrar_al-Scham ) an den Gesprächen in Genf zu beteiligen.
Letztlich haben sich in Syrien dann deren Allierte Al-Quaida/Al-Nusra durchgesetz, deren Chef Al-Jolani („der der Baerbock nicht die Hand gibt“) nun dort an der Macht ist. Steinmeier hat diesen auch schon im März in Bellvue empfangen.
Inwieweit das Syrien-,Projekt‘ des Westens – und also auch Steinmeiers – gelungen ist, kann jeder selbst entscheiden.
https://img.zeit.de/politik/ausland/2026-03/syriens-uebergangspraesident-al-scharaa-steinmeier-berlin-empfang-bild/wide__1000x562__desktop
Einen schönen Sonntag allerseits!
Der interessanteste war sicher Christian Wulf. Der hat immerhin viel Stoff für’s Boulevard geliefert. Hat sich doch seine angetraute Bettina je nach seinem Erfolgsstatus wahlweise immer wieder trauen und scheiden lassen. Ein großer administrativer Aufwand, aber effektiv. An den Wulfi erinnert man sich am ehesten.
Von Frank Walther „der Spaziergang hat seine Unschuld verloren“ Steinmeier wird genau dieser Satz hängenbleiben.
Ein Abwahlkandidat, der in einem Land wie Deutschland jedoch 10 Jahre im Amt blieb. Nun denn…..
Und was Hape Kerkeling betrifft, der will anscheinend Donald Trump oder Wladimir Selenskij Konkurrenz machen.
„Das Volk“ kann diese Schauspieler weder wählen noch abwählen.
Von inhaltlicher Einflussnahme rede ich gar nicht erst.
Natürlich nicht, aber hin und wieder hat man so Anwandlungen und träumt vom Abwählen.
Das ist erlaubt.
Interessant an Wulff war seine ganze, kurze „Amtszeit“.
Von Merkel (aus)gewählt, weil man den offenbar für besonders pflegeleicht hielt, um etwaige (geplante) Zumutungen besser vermarkten zu können, wurde er zwei Jahre später von der zweiten mächtigen Frau im Lande, Friede Springer (Bild & Co) abgeschossen, weil er wohl doch etwas zu eigensinnig war. Ob, wie vorgegeben, seine Einstellung zur Migration ausschlaggebend war, oder aber seine grundsätzliche Kritik am Finanzsystem, werden wir wohl nie erfahren. Das Einzige, was sicher ist, ist, daß es nicht die 700 Euro waren, die er angenommen haben soll, und deretwegen man ihn feuerte….
Vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Nichts was da so steht, ist in meinen Augen falsch.
Man könnte aber noch die Tätigkeit jenes Außenministers, der eine maßgebliche Rolle beim faschistischen Putsch 2014 in Kiew gespielt hatte, beleuchten. Seine Garantieerklärung ( zusammen mit Polen und Frankreich) beim Vertrag vom 21.2.2014 , und seine Anerkennung der Putschisten am 22.2.2014 erwähnen. Oder seine Reise nach Odessa, wo er wenige Tage nach dem Massaker vom 2.Mai 2014 die Organisatoren und Finanziers dieses Verbrechens traf und sich breit grinsend und Schulterklopfend mit diesem Abschaum ablichten lies.
Mit wie vielen westlichen Geheimdiensten diese Person kungelte und wessen Agenda er umsetzte. Oder warum Merkel ihn als AA loswerden wollte und ihn auf den Posten des frei werdenden Bundespräsers abschob.. Es gäbe noch viel zum Wirken dieser Person zu schreiben, aber bestimmt nichts Positives.
Und die „Beliebtheit“ dieses Lakaien hat viel mit Medien zu tun. Die haben ja auch die Trampolinspringerin zur beliebtesten Politikerin der BRD hochgejazzt. Und heute ist es eben der Kriegsminister Pistorius. Betreutes Denken für die Untertanen….
War da nicht auch noch was mit Menschenverschleppung und Folter?
Jetzt fehlen noch 36 Zeichen…….
Über Steinmeier könnte ein sehr kritischer und prägnanter Artikel geschrieben werden! Er steht noch aus.
Steinmeier als einer der Väter der Minsk-Abkommen, da er noch eine europäische diplomatische Vermeidung des Kriegs mit Russland praktizierte.
Sein Zukreuzekriechen vor seinen US-Chefs und seine Kriecherei gegenüber den fortgesetzten Demütigungen durch den Faschisten Melnyk. Hätte Steinmeier sich gewehrt, wäre er heute kein Bundespräsident.
Sein Zukreuzekriechen vor seinen „Freunden“ vom CIA, als er das Foltern von Murat Kurnaz durch die USA duldete.
Das müsste in aller Schärfe im Namen eines souverän Außenpolitik treibenden Deutschlands kritisiert werden
Soll aber niemand glauben, dass Merz oder auch Weidel nicht noch schlimmer wären. Zu so etwas wie die Minsk-Abkommen gegen US-Oligarchen wären die nicht in der Lage.
Das Minsk-Abkommen diente in Wahrheit zur Kriegsvorbereitung.
Bei ihrem Geständnis, dass das Minsk-Abkommen niemals erfüllt werden sollte und lediglich dazu diente Zeit zu gewinnen um die Ukraine gegen Russland aufzurüsten, erwähnte Merkel im Nebensatz auch die Appeasement Politik Chamberlains. Und das ist interessant, weil in der offiziellen Geschichtsschreibung das Münchner Abkommen als Versuch gewertet wird den 2. WK zu verhindern, während Merkel ganz klar davon ausgeht, dass dieses Abkommen lediglich dazu diente, den Krieg Hitlers gegen Russland zu ermöglichen.
Man muss natürlich auch wissen, dass Stalin vorschlug, statt der Übergabe der Tschechei an Hitler, eine internationale Friedenstruppe zu stationieren um dem Deutschen Reich den Weg in den Osten zu versperren.
Als England und Frankreich dies kategorisch ablehnten, wusste Stalin, dass Russland auf der Speisekarte des Westens stand und er versuchte dann, mit dem Nichtangriffspakt den Spieß noch herum zu drehen, was jedoch letztlich nicht gelingen sollte.
Nun ja, wir haben einen BuPrä, weil wir keinen König haben. Der ist billiger. Um mal mit etwas Positivem zu beginnen.
Der Buprä macht keine Politik, er verteilt eher Freundlichkeiten. Wenn wir nun einen Tiefen Staat haben (wovon ich ausgehe), wird der versuchen, hier am Parlament vorbei seine Politik durchzusetzen. Was an S. wirklich auffällt, ist seine völlig unverhüllte Sympathie für islamische Diktaturen. Khamenei, Erdogan und al Jolani konnten und können mit ihm äußerst zufrieden sein.
Das Schlechte ist geagt, jetzt muss ich ihn an zwei Punkten verteidigen. Er hat eine nach ihm benannte Formel vorgeschlagen, wie der Minsker Vertrag umzusetzen sei. Schlichtweg die Reihenfolge, in der er umgesetzt werden muss. War einfach, es ist die einzig mögliche Reihenfolge. Aber dafür wurde er ganz entsetzlich verdroschen. Wie die Furien gingen sie auf ihn los. Er ist somit der einzige sichtbare Politiker, der den Vertrag umsetzen wollte. Die anderen wussten, dass es nur darum ging, die Russen zu verarschen. Was sie dann taten.
Dann Februar 2014. Drei EU-Außenminister weilten in Kiew und das Ergebnis war, dass Präsident Janukowitsch unter Auflagen im Amt bleiben durfte. Das war für die Nazis auf dem Maidan nicht akzeptabel, sie mussten fürchten, dass der ganze Maidan versickert. Also schlugen sie los. Die hundert toten Demonstranten gehen fast ausnahmslos auf ihr Konto. Sie wussten, dass die Westpresse mit froßer Empörung Janukowitsch verantwortlich machen würde. Was sie natürlich tat, ohne das auch nur im Geringsten zu überprüfen. Steinmeier konnte Janukowitsch nicht mehr helfen, denn dieser wurde sofort als Massenmörder abgestempelt.
Die Gegenthese ist, dass S. dem J. eine Falle stellte, um diesen in Sicherheit zu wiegen. Ich weiß, aber das passt nicht.
Ich fand Herrn Steinmeier als Aussenminister gut, als Deutschland noch Diplomatie betrieb.
Aber seit er Bundespräsident ist, wurde er mehr und mehr Teil des Systems aus Altparteien, die den USA alle Zehen abküssen und von „unsere Demokratie“ faseln, und offensichtlich etwas ganz anderes meinen.
Ich habe diesen BP die letzten Jahre überhaupt nicht mehr wahrgenommen.
Wobei allerdings zu sagen ist, dass die letzten Bundespräsidenten alle weitgehend farb- und konturlos waren,
ob Köhler, Gauck, Herzog, Rau und Wulff: Gestalten, die nichts zu sagen hatten, und entsprechend auch keine Akzente setzen konnten. Nur Herr Wulff hat wenigstens mal etwas gesagt, das die Gemüter erregt hat: das mit dem Islam.
Für die Nachfolge dieses durchsichtigen und farblosen Präsidenten würde ich dem „besten Deutschland, das wir je hatten“ eine bestimmte Frau empfehlen: damit wäre der Wunsch nach einer Frau in diesem Amt erfüllt, und die Dame könnte sich – markant – schön in Szene setzen, zudem würde sie genau in die Politik und den Niedergang dieses Landes passen: Annalena Baerbock: das wäre der Clou, oder?
Du meinst, als er sich feige im „Weihnachtsurlaub“ versteckte, während Israel Gaza bombardierte? Und dem es Israel „dankte“, indem ihm die Luftwaffe der Terrorgruppe Hagana (heute „IDF“ genannt) ihm zwei Wochen später bei seinem Besuch der Grenze zu Gaza in Ägypten eine Bombe vor die Füße war, woraufhin er die Abriegelung Gazas (also die Blockade zum Aushungern der Palästinenser) sicherstellte?
Zu seiner Funktion als Steigbügelhalter der Nazis in der Ukraine haben andere ja schon viel Richtiges geschrieben.
Man kann natürlich alles immer schwarz sehen, aber die meisten Menschen haben auch mal gute Seiten, Zeiten, und
das kann auch erwähnt werden.
Ich meine, bzw. kann mich erinnern, dass der StM auch mal die USA kritisiert hat, und eine ausgleichende diplomatische Rolle gespielt hat – ganz nach der Tradition der Diplomatie, die ich vor allem bei Herrn Genscher sah.
Dass dieser Herr die Ukraine betrügen half, das war später.
Tut mir leid, wenn sie immer alles schwarz sehen: da kann ich ihnen auch nicht helfen.
„als er sich feige im „Weihnachtsurlaub“ versteckte, während Israel Gaza bombardierte?“
Von so einem Never Ending „Weihnachtsurlaub“ kann man nur träumen.
Soso – „Er war ein Präsident der Politeliten…“ es kann nur (den) Einen geben?!
„Ich finde es positiv, wenn die Menschen demonstrieren. Aber ich finde es töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration stattfindet.“
Berliner Zeitung vom 9. August 2004 zu den Protesten gegen Hartz IV süddeutsche.de
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren
„Wir können auch einmal frieren für die Freiheit. Und wir können auch einmal ein paar Jahre ertragen, dass wir weniger an Lebensglück und Lebensfreude haben“, sagte der Politiker. „Eine generelle Delle in unserem Wohlstandsleben ist etwas, was Menschen ertragen können. Wir haben andere Probleme ertragen, und wir haben sie bewältigt.“
Maischberger/2022
„Dann ist ja auch schrecklich, dass wir in einem Land leben, in dem nicht nur Bildungswillige leben, sondern auch hinreichende Zahlen von Bekloppten.“ (über Impfgegner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2021)
etc.
moin „Ach so“,
das letzte zitat ist von gauck und nicht von spaltmeier, aber ich verstehe gut, dass die beiden ideologisch betrachtet schnell verwechselt werden können.
spaltmeier sagte im november 2021:
„Diejenigen, die sich nicht impfen lassen […] gefährden uns alle.“
auch er hat viele zum nachplappern animiert, wodurch ich in meinem umfeld -zum glück nur wenige- endgültig ausgemistet hatte.
nun sind die fronten geklärt und falsche freundschaften geschichte.
auch spaltmeier sei dank.
Alle drei Zitate stammen nicht von F.-W., sondern vom Vorgänger!
Dies war nur ein Hinweis darauf, dass man sich nicht auf EINEN kaprizieren kann/sollte/dürfte, selbst wenn er aktuell greif- und verwertbar ist.
Statt dessen müsste man das gesamte Bild betrachten, statt nur EIN Puzzleteil; aber wer kann und will das schon!?
Das Abarbeiten an den beliebig austauschbaren Dienstboten hat einen gewissen Lindenstraßecharakter. Wer nicht erst seit gestern auf dem Planeten verweilt und darüber hinaus aus dem dabei Erfahrenen Schlüsse ziehen kann, könnte darauf gekommen sein, daß das Kreuzchen machen nicht wirklich etwas bringt. Die den elitären Kaderschmieden entstammenden Repräsentanten sind nämlich zum einen an überhaupt keine der getroffenen Aussagen gebunden. Zum anderen sind sie zwar beliebig austauschbar, aber eben nicht, wie es in einer Demokratie die den Namen verdiente üblich wäre, durch ein Quorum des demokratischen Souveräns.
Nebenbei erwähnt, für das faschistische Schildchen (die Bürgerlichen schmeissen hier gerne den von den Faschisten selbstgewählten Propagandabegriff zur Täuschung ein) haben die Protagonisten der sog. Alternative schön und vorsorglich selbst gesorgt. Schließlich will man als die originale Kopie des Originals erscheinen. Ein, wenn auch schwaches, Alleinstellungsmerkmal braucht man ja.
Eine der bekannteren Episoden ist hierbei die Selbstidentifikation der Vorsitzenden mit dem Faschismus des letzten Jahrhunderts (er war nie wirklich weg) im Sommerinterview (2023) mit der ARD.
So schaut er aus der Kampf gegen rechts, zur besten Sendezeit und ist damit für weniger unbedarfte Gemüter als ein Ablenkmanöver enttarnt.
Man kann die Garstigkeit der Alternative hervorheben und dabei verbergen, daß man genauso garstig ist. Es wird natürlich nur sehr selektiv hervorgehoben, sonst wären gar zu viele Überseinstimmungen zu entdecken und daß es bei dem Gebalg nur um die Plätze am Trog der tatsächlich Mächtigen geht. Wer vertritt am am glaubhaftesten die Gewinnerwartungen und den Status quo? Dafür gibt’s die Häppchen.
Die tatsächlich Mächtigen. Wie definiert sich Macht im kapitalistischen System? Genau. Und damit ist es ziemlich Schnurz ob ein Dienstbote einen (eigenen) Stil oder nicht hat, blass oder nicht ist. Für den Popanz sorgen die Medien, die den gleichen Herren dienen.
Aber der Name ist Super! Das muss man neidlos anerkennen, das kann man nicht toppen, besser geht es nicht: Frank-Walter Steinmeier.
Das klingt so bürgerlich-konservativ-deutsch. Damit können sich 88,8 oder sagar 90 Prozent der Deutschen identifizieren, das ist ein Mann der „Mitte“.
„Stein“ klingt nach alter und neuer deutscher Härte. 1935 hieß das mal: „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“. Kruppstahl ist zwar noch härter als Stein, aber die Produktion von Kruppstahl ist inzwischen auch viel teurer. Man denke nur an die gestiegenen Energiekosten. Das „gute“ Frackinggas aus den „guten“ USA ist doppelt so teuer wie das „böse“ Gas aus dem „bösen“ Russland mit dem „bösen“ Putin. Das Frackinggas von Donald Trump ist aber ideologisch reinrassig bzw. rassenlos und das Gas der Freiheit und der Demokratie. Für die Freiheit und die Demokratie müssen die Deutschen und die deutsche Wirtschaft auch mal Opfer bringen und den Gürtel enger schnallen. Warum wollen viele Bürgerinnen und Bürger das in Deutschland nicht verstehen?
„Meier“ ist immer noch einer der Nachnamen, die in Deutschland extrem häufig vorkommen wie Bauer, Müller und Schmidt. Das klingt bekannt und wohlvertraut. Das gilt auch für den Frank und den Walter. Frank ist ein alter deutscher Vorname. Es heißt auch: „frank und frei“, das bedeutet: offen und ehrlich. Und wer kennt ihn nicht, den Walther von der Vogelweide, den größten deutschen Dichter des Mittelalters, und den „Mein Gott Walter“, diesen legendären Hit aus dem Jahr 1975 des bekannten und populären deutschen Sängers Mike Krüger?
„Walter hatte es nicht eilig
arbeitete ja im selben Haus
und wenn er keine Lust hatte
fiel die Arbeit eben aus.
Das machte auch nichts
denn er war Hausverwalter
wenn die ander’n wieder ihn sah’n
meinten sie nur: Mein Gott Walter.“
Man stelle sich vor, der allerhöchste politische Volksvertreter der Deutschen, der Bundespräsident, würde Adolf Russki heißen oder Teuntjen Denker (den Namen gibt es offenkundig tatsächlich). Was hier dann los wäre.
Dann wären viele Deutschinnen, Deutschen und auch queeren Deutschen komplett verwirrt und verunsichert und verunsicherte und verwirrte Bürgerinnen und Bürger kann die Politik nicht mehr kontrollieren. Wenn die ordentlichen Deutschen etwas nicht wollen, dann ist das Chaos, Anarchie, Tohuwabohu, Kuddelmuddel, Regellosigkeit, Unordnung und einen Rasen, der 1,50 mm zu hoch ist. Was sollen denn da die Nachbarn sagen, wenn sie über den Zaun schauen und sehen, dass der Rasen 1,50 mm zu hoch ist? Viele clevere Deutsche pflastern den Rasen deshalb heute mit Pflastersteinen (Stein!) zu, dann ist das Problem für die nächsten 1.000 Jahre gelöst. Da muss der ordentliche und saubere Deutsche dann nichts mehr mähen und nur noch alle fünf Jahre einmal im Jahr mit dem Hochdruckreiniger die Fugen sauber machen. Und da sagen die Kritiker, Nörgler und Nestbeschmutzer, es würde in Deutschland keine Denker und fast nur noch Dichter geben. Mahlzeit!
Für mich war der letzte Bundespräsident, der dieses Amt mit einer passenden Einstellung innehatte Richard von Weizsäcker. Ich weiß, er war wie es heute so schön heißt „umstritten“ ob seiner politischen Vergangenheit, aber ich fand seine Art und vor allem seine Reden sehr interessant.
Genau so sehe ich das auch: den besten Bundespräsidenten, den ich bisher erlebt habe, war Herr R. v. Weizsäcker.
Er hatte, soweit ich mich erinnere, häufig „staatstragende“ Reden gehalten, und stand ein wenig über der Tagespolitik.
Der deutsche Präsident hat alle seine Aufgaben voll vorgeführt, er war repräsentativ unterwegs…..
Dieser Sitzplatz ohne politischen Macht, kostet den Bürgern viel, aber der Präsident besitzt keine präsidiale Funktion in einem souveränen Staat.
Die Welt lacht über Deutschland, aber die deutschen, schlafen gerne weiter….
Bei aller Mäkelei: Wir hatten nie vorher einen Bundesuhu und wir werden vermutlich auch keinen mehr bekommen,
Die Institution BuPrä hat sich überlebt, die meisten derjenigen, für die sie eingerichtet wurde, sind nicht mehr unter uns.
Es sei denn, das Narrativ, dass Deutsche einen Quasi-Monarchen bedürfen, ansonsten würden sie, genetisch bedingt, früher oder später in einen totalitären Rausch verfallen, ist berechtigt.
Die Institution BuPrä hat sich überlebt, die meisten derjenigen, für die sie eingerichtet wurde, sind nicht mehr unter uns.
Es sei denn, das Narrativ, dass Deutsche einen Quasi-Monarchen bedürfen, ansonsten würden sie, genetisch bedingt, früher oder später in einen totalitären Rausch verfallen, ist berechtigt.
Das beste, was ich jemals zum Thema Bundespräsident las, war das großartige Stück von Georg Fülberth, damals im Freitag – Überschrift:
„Der Staatsnotar“
Mehr ist er nicht!
Soweit gelesen bevorzugt Steinmeier einen Politik-Profi als Nachfolger. Nun – davon gibt es viele, Bibi, den Schwiegersohn des Imperators, den Fritz, das Markel, einen koksenden Clown oder so weiter… Hauptsache nicht wieder jemanden, der wenn lediglich residiert, um ab und bräsige Volksreden zu schwingen. Der würdigste Nachfolger dafür wäre wahrscheinlich unser Björnie von den Rechtsalternativen oder vergleichbare Wonneproppen aus dem rechtskonservativen Spektrum, namentlich der CDU, vermutlich alles, dass sich noch halbwegs auf den Beinen halten kann.
War das jetzt beleidigend oder herabwürdigend? Nein, nicht zwangsläufig und unter dem Gesichtspunkt, wie die aktuelle Schrott-Politik die Lebensleistung sehr vieler Menschen entwertet, nachvollziebar. Es musste irgendwann so kommen, wie eine Eruption.
Ein passender Text zum Sonntag. Fast schon liturgisch im Tonfall – nur dass man hier keine heilige Schrift auslegt, sondern die Frage verhandelt, welcher Hohepriester ins Schloss Bellevue. gehört. Denn man merkt schnell: Es geht hier weniger um Politik als um Heilserwartung. Um den alten Reflex, aus einem staatlichen Repräsentanten entweder einen Erlöser oder einen Sündenbock zu machen.
Natürlich ließe sich an Steinmeier vieles kritisieren. Seine Rolle als Außenminister auf dem Maidan, der Fall Kurnaz, die Rente mit 67 – alles Stoff, der im Text nicht auftaucht. Aber dann müsste man über Politik sprechen. Dieser Text hat jedoch ohnehin einen anderen Schwerpunkt. Er macht aus Steinmeier keine politische Figur, sondern eine symbolische. Er wird nicht analysiert, sondern aufgeladen. Dabei ist der Mann weder Ursache noch Ursprung der Misere, die ihm hier zugeschrieben wird. Er ist bestenfalls ihr Symptom. Doch Symptome haben einen Vorteil: Man kann sie verfluchen, ohne die Krankheit verstehen zu müssen.
Denn wer von einem Bundespräsidenten Rettung, moralische Orientierung und Wahrheit erwartet, hat die wichtigsten Illusionen bereits geschluckt: dass solche Dinge überhaupt von einem Amt geliefert werden könnten. Und dass es dieses Amt braucht. Doch warum eigentlich diese dauerhafte Sehnsucht nach einer moralischen Institution? Nach einem Menschen im Schloss, der einem sagt, wie die Welt zu deuten ist?
Wirklich auffällig ist, dass der Autor genau jene Mechanik reproduziert, die er an Steinmeier beklagt. Er entlarvt ihn als Figur – ohne zu bemerken, dass er selbst mit auf der Bühne steht. Er trägt bloß ein anderes Kostüm: das des distanzierten Aufklärers. Und wenn Steinmeier angeblich abhängig ist von der Zustimmung der politischen Klasse – ist der Journalist aus der „Gegenöffentlichkeit“ nicht mindestens ebenso abhängig von der Zustimmung der Enttäuschten? Auch hier wird Applaus gesammelt, nur auf einem anderen Marktplatz.
Das Muster dahinter ist alt:
Die einen machen aus einem Funktionär einen Staatsmann.
Die anderen machen aus einem Funktionär einen Dämon.
Beides ist Verehrung. Und beides verfehlt die Sache.
Denn die eigentlichen Fragen sind viel simpler und unangenehmer: Warum braucht es überhaupt diese Figuren? Warum sucht man ständig neue Priester? Mal heißen sie Steinmeier, mal Gauck, mal Habeck, mal Weidel, mal Wagenknecht. Die Namen wechseln, die Liturgie bleibt. Es werden ständig dieselben Hoffnungen vorgetragen, dieselben Enttäuschungen verwaltet und dieselben Erlösungsfantasien recycelt. Die Rollen im Stück bleiben gleich. Nur die Kostüme werden neu verteilt.
Die implizite Hoffnung dahinter ist durchsichtig: Wenn nur der richtige Mensch dort oben säße, dann wäre wieder alles im Lot. Dann wäre die Politik klug, die Gesellschaft vernünftig und die Zukunft gesichert. Gewänne Deutschland nebenbei noch den Weltpokal, wäre es perfekt. Das ist eine stille, selten ausgesprochene Erwartung. Eine moderne Form von Religion – nur ohne Himmel, aber mit Bellevue, Kanzleramt und Parteitagen. Und sie ist der Kern der Enttäuschung.
Der Autor glaubt dabei, er beschreibe eine Rolle. Vielleicht stimmt das sogar. Aber wer zehn Jahre lang gebannt auf Rollen starrt und nie fragt, warum das Publikum ständig nach Erlösung lechzt, hat womöglich den interessanteren Teil der Aufführung übersehen.
Denn die eigentliche „Heilserwartung“ sitzt nicht im Schloss Bellevue. Sie sitzt in den Köpfen der Zuschauer. In der Vorstellung, irgendwo müsse es doch eine Instanz geben, die Ordnung stiftet, Sinn erzeugt und die Widersprüche der Welt auflöst. Mal projiziert man diese Hoffnung auf einen Präsidenten, mal auf einen Kanzler, mal auf einen Parteivorsitzenden. Das Objekt wechselt. Das Bedürfnis bleibt. Man hat die alten Priester entlassen – und neue gefunden.
An dieser Stelle kann man nur noch müde lächeln und bilanzieren: Gott ist tot. Die Heilserwartung nicht.
Ich schließe an an und ergänze zwei Items.
Für das erste habe ich, weil mit dem Stand der Diskussion hier im Forum nicht so vertraut, im Archiv nach Artikeln zu 9/11 geschaut und beziehe mich hier auf den Beitrag von Jörg Schneider (Ein langer 11. September | 10. September 2024). Ein aufmerksamer Kommentator und Beobachter [Herr K., 11. September 2024 um 09:20] merkte völlig zu Recht dieses an: “Nicht einmal der Aufprall des Flugzeuges bewegte den Turm, es wurde vom Turm verschluckt.”
Hingegen bietet DER SPIEGEL (der fast so tut, als hätte er Mohammed Atta beim Kofferpacken geholfen – Atmo! Atmo!) den Zeugen Chuck Allan auf: “Er weiß, dass seine Etage bei Orkanböen um etwa fünf Meter in jede Richtung schwanken kann. Aber das hier ist kein Schwanken mehr. Das ist eine massive Neigung. (…) Der Horizont steht schräg im Fensterrahmen von Chuck Allans Büro.” (Ausgabe 49/2001 S. 153 f.)
Die Plausibilität lässt sich für den Nordturm im Film “Die letzten Stunden im World Trade Center” begutachten (wenn man das, was sich auf den Turm zubewegt, für eine Boeing 767 halten möchte), für den Südturm existieren im Web mehrere Schnipsel. Schwankt da was? Kippt da was? Ist eine massive Neigung zu beobachten?
Jetzt die Fragen: Wer war gleich von 1999 bis 2005 Kanzleramtsminister und damit zuständig für die Geheimdienste? Und sollte man wirklich annehmen, dass die Dienste dümmer sind als (exemplarisch) Herr K., Mathias Bröckers und Richard Gage zusammen?
Zweiter Punkt. Im Einflussbereich Steinmeiers kam es im Oktober 2002 zu nachfolgend wiedergegebenen Amtshandlungen zu dem unschuldig in das Folterlager Guantanamo verschleppten Murat Kurnaz:
“29. Oktober 2002
Bei der Präsidentenrunde im Kanzleramt wird unter der Leitung von Kanzleramtschef Steinmeier über eine ‘Nachfrage der USA’ beraten, ob Kurnaz nach Deutschland oder in die Türkei abgeschoben werden solle. BND-Präsident Hanning plädiert für … die Türkei und eine Einreisesperre für Deutschland. Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau, Innenstaatssekretär Claus-Henning Schaper und die anderen Mitglieder der Runde stimmen zu.
30. Oktober 2002
Im Bundesinnenministerium wird auf Weisung von … Schaper ein Strategiepapier entwickelt, wie man die Wiedereinreise von Kurnaz verhindern kann (…)
8. November 2002
Das Bundesamt für Verfassungsschutz informiert die CIA: Im Falle der Freilassung von Kurnaz bestehe der ‘ausdrückliche Wunsch’, dass er nicht nach Deutschland zurückkehre.”
(Fünf Jahre meines Lebens, S. 265 f.)
Dieses Agieren verlängerte Kurnaz‘ Martyrium um Jahre, und noch 2007 beteiligt sich (dann-) Außenminister Steinmeier an einer erneuten Diffamierungskampagne gegen den Deutschtürken (S. 275).
“Steinmeier interpretierte das Amt nicht, wie einige seine Vorgänger, als moralische Institution …”.
Mit dem zuvor Gesagten führte das möglicherweise zu einem Zuviel an kognitiver Dissonanz.
Schließlich ist Steinmeier auch (nur) ein Mensch.
„Das Abarbeiten an den beliebig austauschbaren Dienstboten hat einen gewissen Lindenstraßencharakter.“
Gracchus Labeuf
„Über Steinmeier könnte ein sehr kritischer und prägnanter Artikel geschrieben werden! Er steht noch aus.
Steinmeier als einer der Väter der Minsk-Abkommen, da er noch eine europäische diplomatische Vermeidung des Kriegs mit Russland praktizierte.
Sein Zukreuzekriechen vor seinen US-Chefs und seine Kriecherei gegenüber den fortgesetzten Demütigungen durch den Faschisten Melnyk. Hätte Steinmeier sich gewehrt, wäre er heute kein Bundespräsident.
Sein Zukreuzekriechen vor seinen „Freunden“ vom CIA, als er das Foltern von Murat Kurnaz durch die USA duldete.
Das müsste in aller Schärfe im Namen eines souverän Außenpolitik treibenden Deutschlands kritisiert werden.“
Estragon
Sehe ich auch so.
Aus dem Text:
„Dennoch waren seine Kommentierungen so frappierend andockfähig in der Shit-Kultur des Shitbürgertums, dass es schon verstörend auf manchen Bürger einwirkte.“
Der Werbebanner für das Buch im Text hat nicht genügt? Wenn das kaum wer kauft, könnte sein, dass das Publikum diesen Autor vom Springer-Verlag einfach nicht so gut findet wie er sich selbst. Das ist eigentlich kein Wunder, denn das Springer-Publikum und das hier sind schon anders bis auf wenige Ausnahmen, zumindest gibt es hier doch einige respektable Intellektuelle.
Dann das Abarbeiten an Frauen im letzten Kapitel: Wenn man vorher den Präsidenten als Grüßaugust in die Pfanne haut, was er durchaus allzu oft ist, dann kann das doch auch eine Frau machen, also 50/50 beim inoffiziellen Nepotismus oder gar ein Roberto J. De Lapuente, wenn er genug Fürsprecher im Bundestag hätte? Neuerdings also mit J. Das ist wie bei Managern. Ich wüsste nicht, was ein extra Buchstabe mit Punkt im Name an der Leistung besser macht. Damit er sich von den anderen Roberto De Lapuentes unterscheiden kann, die auch Kolumnisten sind?
@Stefan Nold
Nein, die Bundespräsidenten sind das nicht wert. Keinesfalls.
Aber Sie, werter Herr Nold, und die sonstige verehrte Leserschaft, sind es wert, dass man abträglichen Fehlauffassungen, Illusionen und im Umlauf befindlichen Falschinformationen über Amt und Funktion des Bundespräsidenten und die jeweiligen Amtsinhaber entgegentritt.
Sie sind das wert 🙂
Das zu unterlassen, hieße ja, auch dem hier bei OT gepredigten Irrglauben Vorschub zu leisten, Frank-Walter „Die Niere“ Steinmeier wäre ein „Gescheiterter“ .
Wenn Sie die „vielen Worte“ monieren, unter deren Zuhilfenahme der Widerspruch erfolgt, vergleichen Sie dies doch bitte auch mit dem (mainstream)-medialen verbalen Dauerfeuer, mit dem notorisch die Parteilichkeit für den Bundespräsidenten (Amt und Figur) immer wieder in die Kosumentengehirne eingebimst wird.
Dagegen sind meine paar Sätze hier ein Tropfen auf den heißen Stein.
Selbst der irreführende Bezugsartikel von RDL hier umfasst ja 100 mal mehr Worte als mein Widerspruch.
Und was die „vielen Worte“ betrifft, schummeln Sie ja auch selbst ein bisschen. Zwar fassen Sie selbst sich in Ihren hiesigen Kommentaren vergleichsweise kürzer.
Dafür lassen Sie aber Rainald Grebe für sich sprechen. Und der macht auch „viele Worte“ , sehr viele und singt über 5 Minuten.
Schönen Wochenstart wünscht Ihnen Ihr
Egon Kowalski
Bundespräsidenten fielen eher selten durch Originalität auf. Sie waren und sind meist überbezahlte „Grüßauguste”, die dem beim Volk vermuteten fragwürdigen Bedürfnis nach „Tschingarassabum”-Obrigkeit nachkommen sollen, – eine Abfolge von einfältigen Charaktermasken, die in einer Art Bedeutungs-Mimikry versuchten die inhaltliche Leere des Amtes zu camouflieren.
War das Amt durch Herr Gaucks unerträgliches Pfaffengeschwätz eigentlich schon hinreichend offensichtlich entwürdigt und somit zu sich selbst gekommen, konnte Herr Steinmeiers bräsiges Salbadern das noch „toppen” und so einen weiteren Tiefpunkt staatstragender Seichtheit hinzufügen.
Der „Shitbürger“ scheint es dem Autor angetan zu haben.
Um meinen Bedarf an Gesellschaftlichsanalyse zu decken, würde ich wohl zuallerletzt auf die Idee kommen, ausgerechnet die Einlassungen eine Springer-Hansels wie Poschardt zu Rate ziehen zu wollen, der mit gedanklichem „Zu-Kurz-Springen“ sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben scheint.
Seine Kritik ist ebenso wohlfeil, wie sein Bestreben vergeblich, sein kindlich-braves „Junge-Union-Rebellentum“ in einen womöglich maßgeblichen popkulturellen Diskursbeitrag umzumünzen.
Wo die Differenz von Oberfläche und Grund, Sein und Bewusstsein als Gleitmittel zur Vortäuschung von Relevanz missverstanden wird, kann er halt nicht anders als wie gewohnt im Seichten zu fischen, gewissermaßen in den Pfützen bürgerlich-ideologischer Inkontinenz.
Oh! Da bin ich bass erstaunt! Hatte die KI Erbarmen oder hat sie einfach eine sehr lange Leitung?
Jedenfalls erfreulich im Ergebnis! Da bleibt nur zu sagen: Geht doch!
Entsprechend den Kommentar weiter unten einfach ignorieren
Kritik am „Shitbürger“ und erstrecht an dessen Autor scheint wohl nicht erwünscht. Das gibt zu denken.
Ist allen bekannt, daß Steinmeier in seinem Bundespräsidenten-Sitz den Keller extrem vertiefen ließ? Der bisherige Keller war nicht tief genug, dort herunterzusteigen, um laut zu lachen.
Ich komme zu spät, im Grunde ist alles gesagt. Ein bisschen Nachsicht nach dem armen Mann sollte ihm aber gegönnt sein.
Ncht gerade mit Ruhm bekleckert
Die Highlights im Leben des Frank Walter? Nun, aus seinen Zeiten der Verantwortung als „Frühstücksdirektor in der Pension zur schönen Aussicht“ gibt es wahrlich nicht mehr allzu viel zu vermelden. Überrascht das, wo man doch bei Wiki erfahren muß „Er wuchs in Brakelsiek (Kreis Lippe, Nordrhein-Westfalen) auf, das heute zur Stadt Schieder-Schwalenberg gehört.“ Und das ist nicht das Einzige was sich da so an Aufschlußreichem auf Wikipedia finden lässt. Auch wenn Mitforist @Stefan Nold da starke Zweifel zu hegen scheint („Wikipedia als Quelle? Na, na, na…“).
Ja kann man denn den – immer überaus investigativ erforschten – Lebensläufen nicht trauen? Denke doch, denke schon! Wo sich doch schon früh bei ihm Grenz- wie Bruchlinien ankündigen, von Zeitenwenden zumal, die sich zwischenheitlch längst in ‚unserer Demokratie‘ eingegraben haben. Bei seiner Volkspartei, da hat die (Trend-)Wende ja mit ihm angefangen.
Kaum hinter dem Gitter vom Kanzleramt („Ich will hier rein“, klar das war der Gerd) angekommen, ging es ja los mit allerlei Kopfwenden. Die Erste mit der Schröder’schen Hunnenrede 2.0 „Heute morgen hat die NATO mit Luftschlägen …“, den moralischen Beistand („Kein zweites Auschwitz …) neben sich und sicher wähnend. Als Frühstücks…äh…Kanzleramtsminister sowas wie der Globke vom ‚Alten‘ maßgeblich beteiligt, weit mehr als jener Pankow-Spion bei Willy. Wiki verlautbart dazu „Er wirkte meist als Manager und Machtmakler im Hintergrund. So schrieb er Strategiepapiere der SPD wie: Reform des n Renten- und Gesundheitssystems im Dezember 2002 Agenda 2010 (Mitarbeit bei der Konzeption) Er gehörte dem Steuerungskreis zur Umsetzung der Hartz-Reformen an und war an der Vorziehung der Steuerreform 2003 beteiligt.“ Auch für andere Schmutzeleien konnte er für sachdienliche Beiträge bürgen. In Sachen ‚Abenteuerurlaub‘ in Guantanamo bspw. (einfach mal nach ‚Kurnaz‘ bei ‚duckduck‘ googeln, soll helfen. Klar, das war nicht besonders appetitlich, was mit dem armen Kerl – dem Murat, nicht dem Frank – so abzugehen hatte. Inwieweit aber dieser unser ‚oberster Stippenzieher‘ sein Patschehändchen in der causa ‚Curveball‘ involviert gehabt haben mag, da ging es ja darum. so was wie einen gewaschenen Angriffskrieg anzuzetteln, den Dubbeljuh’s Irak-Gang Number two nämlich! Selbst Wiki – ja, schon wieder – zieht die Stirne darob kraus „Gleichzeitig ist bis heute die Rolle von Steinmeier und dem ihm unterstellten BND im Irakkrieg umstritten.“
Ein Höhepunkt fürwahr, auch wenn es Frank Walter nicht bewußt gewesen sein dürfte. Noch stand der nächste Kipp-Punkt nicht bevor, er zeichnete sich aber schon am westlichen Horizot ab, quasi man schlägt den Sack und meint den Esel. Gut durchgesteckt „2007 war die US-Regierung zutiefst über Steinmeier irritiert …“ Steinmeier – zwischenzeitlich BAM unter A.M. – unterstützte hie und da die russischen Vorwürfe „…dass die unter anderem in Polen geplante National Missile Defense (NMD) das strategische Gleichgewicht in Europa stören würde.“ Der Wende-Vorgang diesbezüglich schien jedenfalls mehr als zäh und vorallem schwankend vonstatten bzw. abgegangen sein. Dass was es bei Cicero 2016 zu lesen galt, irritiert mich – wahrscheinlich nicht nur mich – heute noch und nicht nur wg. Frank – dem damals anstehenden Bundespräsiodenten. Kann mich noch gut erinnern, als das ‚Säbelrasseln‘ mir damals so unterkam. 8https://www.cicero.de/aussenpolitik/saebelrasseln-gegen-russland-herr-steinmeier-danke-fuer-dieses-klare-wort).
Heutzutage – just genau zehn Jahre später – dürfte darob so manch ‚einer der Expeeeerten‘ von Stuhlrunden et al mit Vehemenz den Kopf schütteln. Nun, vielleicht war sich der scheidende Außenminister nicht ganz so sicher, ob seine Parteivorderen mit seiner Bewerbubng überhaupt so einverstanden sein dürften. Da heißt es schon mal vorsichtig zu sein und das passende Beinchen nach oben zu strecken. Denn schließlich hatte er schon reichlich – etliche Jährchen vorher – sich der zukünftig allein herrschenden Partei-Riege angedient bzw. andienen müssen. Boris wie auch Lars waren mittlerweile schon auf’s Sprungbrett – nach oben, was sonst. Dass es erst anno 2022 sein sollte, dass eine Frau Doris K. ‚Mission accomplished‘ vermeldet konnte, überrascht irgendwie, aber ist doch logisch. Mit FW’s Wiederholungswahl hatte man sich ja den einzigen halbwegs ‚gefährlichen‘ Konkurrenten für immer vom Leib gehalten.
Säbelrasseln hin oder her, das geht natürlich gar nicht! Hatte unser damaliger Amtsinhaber im liebsten Amte der Deutschen – zumindest damals bis vor acht Jahren – sich doch fast um Kopf&Kragen gebracht. Nein, diesen zugegeben deprimierendsten Moment in seinem Leben und auch von amtswegen wird er wohl nicht noch mal erleben wollen. Doch, doch – zwischenzeitlich gibt es sogar einen Beweis-link für sein unterdrücktes Antreten an der Kranzabwurfstelle, gucke hier : https://freiburger-standard.de/2022/08/12/ukraine-2014-steinmeier-und-der-nato-putsch/. Da heißt es doch tatsächlch – u.a. Springers Welt zitierend – „…Deshalb will der Außenminister auf seiner Reise auch Signale an die eher prorussische Bevölkerung senden. Am Nachmittag war ein Besuch in Odessa im Süden des Landes geplant. Vor dem Gewerkschaftshaus wollte Steinmeier einen Kranz niederlegen. Dort waren vor knapp zwei Wochen nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Nationalisten und Separatisten rund 40 prorussische Aktivisten verbrannt.“ Wie es dann heißt, zu dieser Kranzniederlegung sollte es nicht kommen. „Die lokalen Behörden vermittelten Steinmeier, dass sein Vorhaben unerwünscht sei.“ Na ja, schön zurückhaltend formuliert eben. Ich – für meinen Teil – erinnere mich an ein ÖRR-Kurz-Filmchen – heute nicht mehr auffindbar – das für Frank Walter sehr entwürdigend gewesen sein dürfte, sein mußte.
Es muß kurz nach dieser verpassten Gelegenheit, auch a Bisserl gut Wetter mit den Pro-Russen-Ukros zu machen, gewesen sein, eigentlich genau am 19. 5. 2014 als ihm dann doch der Kragen platzte. Da war das zukünftige Paralleluniversum erstmals zutage getreten. Seine Wutrede, mit dem „…wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet…“, seine Anti-Kriegstreiber-Tirade
Unvergessen. Faschisten aller Art, Asow und was sonst noch hatte es – aber nur eigentlich – nicht zu geben, so wie später auch mal die Sklaven in Katar bei der Lichtgestalt. Man habe keine gesehen, als man dort lustwandelte. Dumm nur, dass es da such einen Oleh Tjahnybok geben mußte (https://opablog.net/2014/02/21/steinmeier-mit-faschist-tjagnibok-in-der-brd-botschaft-in-kiew/). So oft gibt’s dieses schöne Bild nicht mehr anzutreffen, seine bestimmt sehr wohlmeinende Eskorte wird ihm wahrscheinlich bis heute noch nächtens nachzugehen haben.
Tja, und acht Jahre später am Tage seiner zweiten Wahl – zwei Wochen vor der „Vollinvasion“ (wie es heute im ÖRR&MSM so zu heißen hat, dem unprovozierten/unprovoked Angriffskrieg zieht er gewaltig vom Leder, gegen den Russen. Gegen den Machthaber dort. Und er warnt, uns, den Bürger, und wen auch immer sonst. Aber warnen, das tat er ja immer besonders gerne. So wie auch in besagter Antrittsrede am 13.2.2022: „Aber, meine Damen und Herren, ich kann Präsident Putin nur warnen: Unterschätzen Sie nicht die Stärke der Demokratie!“ Frank Walter „Oberwarner“! Für bzw. vor was er noch nicht gewarnt haben mag, man weiß es nicht. Vielleicht mal hier nachschauen: https://www.altermannblog.de/steinmeier-warnt-2/! Hat der ‚alte Mann‘ denn jemals für diese seine Mühen, all das zusammenzutragen, dieses dingsbums am Bande bekommen?
Und sonst, was blieb noch so hängen aus seinen beiden Präsidentschaften?