Die Bierkiste als letzter moralischer Hochsitz des Shitbürgertums

Mann auf Bierkiste, SPD, Pistorius - KI generiert
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Die Sozialdemokraten protestieren gegen eine Geschäftsordnung und vereinbaren in Berlin mit Linken und Grünen einen Kampf gegen Selbstverständlichkeiten. Wie tief geht es noch? Die SPD: Ja!

Da stand er nun also – auf einer Bierkiste. Auf dem Berliner Bebelplatz. Mikrofon in der Hand. Sprach einige, jedoch in der Substanz wenig merkwürdige Worte, und beschwor seine Schar, die im Laufe der letzten beiden Dekaden doch sehr übersichtlich geworden ist, mit recht unambitionierten Tönen: Boris Pistorius, Kriegsminister der Republik, der große, ja der bierkistengroße Hoffnungsträger seiner Partei, den Sozialdemokraten. Einer, der auf so ein zweckdienliches Podest steigen kann und wieder selbst herunterfindet, gilt in den Kreisen der Schrumpfdemokraten längst als Kanzlermaterial. Pistorius wird ihr Mann heißen, wenn dereinst – 2029 oder doch viel früher – neuerlich Bundestagswahlen stattfinden.

Die Nationalhymne fand auch ihren Platz, die Pistoriusianer intonierten sie – wenn auch nicht ergriffen. Einigkeit und Recht und Freiheit. Drei Begriffe, die auf das zeitgenössische Land so gar nicht anwendbar scheinen. Manche würden von einer durch und durch lausigen Inszenierung sprechen. Aber man muss den Hut ziehen vor so viel Schamlosigkeit, vor dieser Fähigkeit, sich kraft des eigenen Sendungsbewusstseins, das einerseits die Wurzel des sozialdemokratischen Niedergangs ist, während sie andererseits solche Schauspiele entwirft, auf eine solche Weise zu produzieren. In der Hauptstadt zu marschieren, an einem Platz Halt zu machen und zu schwadronieren, weil einige hundert Kilometer weiter – in Sachsen-Anhalt – ein Landtagspräsident von der AfD gewählt wurde, ist in der Tat schier einzigartig.

Der Widerstand auf der Bierkiste

Man sollte aber konkretisieren, was den Bürgern vorgesetzt wurde: Die Sozialdemokraten, die sich von Boris Pistorius anführen ließen, machen auf außerparlamentarische Opposition, weil der Landtag in Magdeburg die Dreistigkeit besaß, der eigenen Geschäftsordnung zu folgen. Weil also im Landesparlament Sachsen-Anhalts kein Abweichen von dieser Vorgabe stattfand, sondern dem Protokoll genüge getan wurde. Unsere Demokratie? So geht sie nun mal – und das finden die Sozialdemokraten zuweilen lästig. Dafür steigen sie auf Kisten, dagegen singen sie an – »unsere Hymne«.

Parallel dazu verhandeln die Sozialdemokraten der Kapitale mit den Grünen und der Linkspartei über eine Koalitionszukunft. Abgestraft wurden sie vor einigen Sonntagen. Verluste um ein Drittel der Potenz, die die Partei noch vor drei Jahren bei der Senatswahl erzielte – damals war das Wahlresultat schon ein Schatten seiner selbst. Aber sie ist nicht totzukriegen. Noch nicht. Immer noch gibt es welche, die sich mit ihr zusammenfügen wollen. In Berlin haben die drei Parteien zusammengesessen und sich auf einen ersten Zwischenschritt geeinigt: Das Dreigestirn möchte ganz generell dem Antisemitismus etwas entgegensetzen – und gegen Kriminalität vorgehen, gehen jene der Berliner Clans insbesondere. Erstaunlich, denn man hätte annehmen können, dass diese beiden Punkte Selbstverständlichkeiten sind, die von deutschen Parteien nicht extra verhandelt werden müssten. Was wollen sie als nächstes beschließen? Etwa, dass in der hauptstädtischen Koalition Sauerstoff geatmet werden und bei dringlichen Bedürfnissen Toiletten aufgesucht werden dürfen?

Ist das wirklich der Ernst dieser drei? Selbstverständlichkeiten ausbaldowern – und sie dann als ganz großen Wurf, als ersten Schritt zu einer gemeinsamen Zukunft zu präsentieren? Ist das plumpe Bürgerverachtung – oder grassierende Dummheit? Womöglich ja eine Mischung als beidem. Ein Armutszeugnis ist es allerdings allemal. Wo sind eigentlich die konservativen Kräfte, das was davon übrig ist? Haben sie kein Bierkisterl, damit sie sich auf einem der vielen Berliner Plätze aufstellen können, um deutlich zu machen, dass das Land auf Abwegen ist? Hilft es vielleicht, wenn man das Deutschlandlied gegen diese kackdreisten Selbstverständlichkeitshändler anstimmt? Einen Versuch wäre es ja wert …

Rechtsstaat? Ach ja, können wir ja machen!

Dahinter steckt ja dann doch noch eine tiefere Wahrheit: Ja, die drei potenziellen Regierungsparteien haben offenbar bei den beiden Themen, die nun angepackt werden sollen, bislang eine offene Flanke ausgewiesen. Wenn man das Offenkundige, das Selbstredende und das eigentlich Unverhandelbare so hervorheben muss, scheint es erst jetzt Thema zu werden. Dieses stolze Ergebnis der ersten Sondierungsrunde lässt wahrlich tief blicken. Das Bekenntnis zum Rechtsstaat – ein in die Krise geratener Komplex freilich – setzt im Grunde voraus, dass man derlei Kämpfe als politische Entscheidungsträger angehen muss. Oder man tut es nicht, sollte sich aber dann zu seinen rechtsstaatlichen Defiziten bekennen.

Rechtsstaat? Können wir machen, sagen sie – wenn es denn sein muss, wenn es denn gewünscht ist. Na gut, dann machen wir es halt! Nun ist die Geschäftsordnung des Landtages von Sachsen-Anhalt natürlich kein Ausdruck rechtsstaatlichen Wirkens – solche Ordnungen lassen sich jederzeit neu austarieren, unter Einbeziehung des Landtages selbst wohlgemerkt. Zu monieren, dass sich da Abgeordnete daran halten, ist jedoch auch nicht gerade ein Beleg dafür, dass man es mit Leuten zu tun hat, die sich an die Gepflogenheiten des politischen Betriebes halten – sie tun es nur, wenn sie glauben, einen Anspruch auf den Genuss der eingeschliffenen und in Geschäftsordnungen niedergelegten Gepflogenheiten zu haben.

Die sozialdemokratische Dialektik unserer Tage: Man beruft sich auf demokratische Spielregeln, solange sie das gewünschte Ergebnis hervorbringen. Tun sie das nicht, erklären sie die Regeln zum Skandal. Und während man in Magdeburg gegen die Anwendung einer Geschäftsordnung auf die Straße geht, entdeckt man in Berlin, dass die Bekämpfung von Straftaten durchaus zu den Aufgaben einer Regierung gehören könnten. Nebenwidersprüche? Ach was, davon sprachen die Marxisten früher – und selbstverständlich die, die heute immer noch den alten Meister exegieren. Aber die Sozialdemokraten halten sich nicht mit Widersprüchen auf, die nebenher entstehen – nein, sie sind der Hauptwiderspruch, die inkarnierten Paradoxie, die von einer regelrecht krankmachenden Doppelmoral geschliffen und um jeden Restintellekt gebracht wurden.

Shitbürger Partei Deutschlands

Shitbürger sind ein Menschenschlag, der sich für die moralische Avantgarde der Gesellschaft hält. Er – der Shitbürger – ist sich seiner eigenen Anständigkeit so sicher, dass er darüber jede Selbstprüfung ablehnt, ja geradezu verlernt hat. Auf der richtigen Seite zu stehen, treibt ihn den ganzen lieben langen Tag an. Immer. Überall. Auch im Schlaf, wenn er träumt. Und er träumt viel. Wer dauerhaft mit seinem Standing auf der für ihn richtigen Seite beschäftigt ist, braucht sich mit den Niederungen des Widerspruchs, mit demokratischen Zumutungen und den gelegentlich unangenehmen Ergebnissen parlamentarischer Verfahren nicht mehr explizit aufzuhalten. Er verwechselt seine Gesinnung mit einer politischen Leistung. Seine Empörung hält er für Widerstand, seine Haltung setzt er mit Erkenntnis gleich – und eine Bierkiste, die um einige Zentimeter erhöht, verwechselt er mit wahrer Größe.

Den Shitbürgern fehlt alles, was die einstige Sozialdemokratie groß gemacht hat: Ein Begriff von den materiellen Lebensverhältnissen der Menschen. Die Bürger haben im Regelfall nicht den Luxus, ihre politische Existenz um die Hege und Pflege des eigenen Gewissens herum zu organisieren. Das gelingt nur Funktionären, die sich um ihre Zukunft nicht sorgen müssen. Heute steht der prominenteste Hoffnungsträger der Sozialdemokratie abends auf einer Bierkiste und demonstriert gegen ein parlamentarisches Verfahren. Und seine Berliner Genossen diskutieren ernstlich darüber, ob man künftig gegen Kriminalität vorgehen sollte. Arbeiterpartei, Volkspartei: Das war mal. Die heutige Partei dieses Namens ist zu einer plumpen Haltungspartei geschrumpft. Hat sich durch selbstgerechte Auftritte, durch Rechthaberei und Gesinnungsstolz, durch Doppelmoralin und Tugendtrunkenheit selbst verzwergt.

Das Bierkisterl ist das Sinnbild der geschrumpften politischen Größe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die heute nur mehr als Shitbürger Partei Deutschlands auftreten möchte – und über diesen Umstand in die vollkommene Bedeutungslosigkeit fällt. Die Genossen um ihren Heiland Pistorius verwechseln Demokratie immer häufiger mit ihrem eigenen politischen Anspruch – oder besser gesagt: ihrer eigenen politischen Anspruchslosigkeit. Gefangen im Kreislauf aus Selbstgerechtigkeit, Realitätsverlust und moralischer Hypererregung macht sie sich zunehmend lächerlich und disqualifiziert sich als Alternative für Deutschland. Das Schlimmste ist, dass die Sozialdemokraten ihren eigenen Niedergang nicht mehr begreifen. Solange sie noch eine Bierkiste finden, auf die sie steigen können, scheint für sie noch eine Zukunft greifbar. Aber sie verwechseln Größe mit der Erhabenheit eines armseligen Behelfspodestes und reden sich ein, es sei eine große Bühne.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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44 Kommentare

  1. Jaja, das war einfach eine verlogen-demagogisch-widerwärtige Aktion der Lumpen-SPD als Teil der „Raubgemeinschaftsparteien der Demokratisch-Extremistischen Mitte“. Unter dem Betreff „LUMPEN-SOZIALDEMOKRATIE am Werk am 07.10.2026 — Antisemitismus“ schrieb ich den wackeren Widerstandskämpfern in Bullshit-Berlin am 09.10.2026:

    „Guten Tag nach Idiokratie-Bullshit-Berlin, in den Bendlerblock, in die Lumpen-SPD-Fraktion des Jahres 2026,
    Guten Tag Herr Pissetorius!

    Bring‘ mir `mal `nen Kasten Bier, sonst streick ick hier! [ … ]“

    1. Roland Weinert:Mein erste Kommentarversuch ist man wieder im Nirvana verschwunden. Die
      Overton KI scheint man auch mit einem Kasten Bier in Laune zu halten. Ich hatte mir einmal den
      Gesangsversuch der Hymne von dem Kriegs….äh Verteidigungsminister Pistolius auf Video angesehen.
      Grausam, als hätte er den Kasten Bier auf dem er stand vorher selbst geleert. Wie schaffen es die Medien
      diesen Mann immer als beliebtesten Politiker zu kreieren? Werden die, die man um ihre Meinung
      befragt mit einem Kasten Bier 3 Stunden vorher auf die richtigen Antworten getrimmt?

      1. > Wie schaffen es die Medien diesen Mann immer als beliebtesten Politiker zu kreieren?

        Dort sind Formulier- und Blend-Profis am Werk.

        @Artikel „Das Dreigestirn möchte ganz generell dem Antisemitismus etwas entgegensetzen – und gegen Kriminalität vorgehen, gehen jene der Berliner Clans insbesondere. Erstaunlich…“

        Eben nicht erstaunlich, weil das das erste war, was die Medien nach dem Wahlerfolg der Linken thematisierten, um ihnen gleich einen Laune-Dämpfer zu verpassen und ihnen klar machte, wer die Deutungshoheit im Land hat und wer darüber bestimmt, ob eine Regierung ihr bestes versuchen darf oder mit Schlagzeilenscharmützeln in die Defensive gedrängt wird.

        Der Teil mit Bierkasten ist gut gelungen, der Teil, wo der Boa-Constrictor-Einfluss der Medien thematisiert gehört, weniger.

      2. @Inninör
        Sowas geht heute problemlos. Es passt gerade so gut daß der der beliebteste Politiker Deutschlands ist, also ist er es. Die Medienleute tragen die frohe Kunde weiter ohne nachzufragen.
        Ich persönlich kenne niemanden bei dem sich der Herr Pistorius irgendeiner Beliebtheit erfreuen würde.

      3. Pistorius war bereits in der ersten Umfrage nach seiner Ernennung zum V-Minister der mit Abstand beliebteste Politiker und ist es bis heute geblieben.

        Sehr erstaunlich für einen Mann, den damals ausserhalb Niedersachsens keine Sau kannte. Ein besonderes Charisma, eine aussergewöhnliche Rednerbegabung oder ein sympathisches Äusseres? Fehlanzeige.

        Im Kabinett absolvierte er den Übergang von Scholz nach Merz nahtlos, er blieb in seinem Amt. Meines Wissens als einziger. Da werden Erinnerungen an Dick Cheney und das sogenannte „Continuity of Government“ wach.

        Für mich ist der Mann eine transatlantische Blockpfeife, der von seinen Strippenziehern bequem an der kurzen Leine gehalten werden kann. Insofern ein guter Anzeiger für die aktuelle Strategie der transatlantischen Elite.

  2. Hundt und Schröder sangen einst:
    „Deutschland, Deutschland, mir stinkt alles was dir selbst an dir gefällt“
    Aus der LP Anarchie in Germany“ (oder Germoney?)

    1. Sorry ich habe mich geirrt, der Song befindet sich auf der LP: „Hundt & Schroeder auf freiem Fuß‘
      Habe deshalb gerade im Plattenregal nachgeschaut.

      Songtext Deutschlandlied
      „Deutschland Deutschlland mir stinkt alles was dir selbst an dir gefällt“

      „Einigkeit und Recht und Freiheit wurden doch zu sehr gequält“

      „Korruption, Gewalt und Willkür geht dem Staat leicht von der Hand“

      „Denk auch mal an deine Kinder
      Denke deutsches Vaterland“

  3. Ein Soze, der gegen die Demokratie demonstriert. Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Andererseits aber gab es ja mal einen August Bebel, Zuträger für die britische Regierung, den „Bluthund“ Noske, den Berliner Polizeipräsidenten Zörgiebel….Aber auch einen Willy Brand…Die „Sozialdemokratie“ ist schon was besonderes…
    Für mich waren die Sozen spätestens dann „verbrannt“, als ein Kriegsminister Scharping sich mit seiner Gräfin beim fröhlichen Liebesspiel von der Medienmeute ablichten ließ, während seine Unterstellten fröhlich die Menschen in Jugoslawien/ Serbien abschlachteten…
    Das „Projekt Sozialdemokratie“, das in Gotha und Eisenach begann, liegt in den letzten Zügen. Lassen wir sie ruhig entschlafen!

    1. @RonaldNach dem Rücktritt von Bärbel Bas scheint der Bruch der Koalition der Billigen kurz vor dem Ende zu stehen.
      Was folgt?
      Neuwahlen?
      Minderheitsregierung von Merz mit Zustimmung der rechtsextremen AFD, inkl. brualster Sozialraub und noch mehr Aufrüstung?
      Koalition der AFD mit der CDU und weiter voll auf Kriegskurs?

      Wie es aussieht sind das alles keine guten Aussichten und wir stecken in einem wirklichen Dilemna.

      Was tun?

      1. Otto0815: Um ihre Zukunfstphantasien zu realisieren, müßte die CDU aber mit den Grünen und
        den Linken ins Bettchen hüpfen. Den Sozialraub haben die Grünen schon praktiziert, die muß
        man nicht mehr anlernen. Das gilt auch für den Kriegskurs, für den die Grünen so schreien.
        Die AFD wird sich auf ihre Phantasien sicherlich nicht einlassen, sonst hätte man sie nicht so
        bekämpft.

      2. Was tun?
        Wir erleben in Echtzeit den Niedergang/ Zusammenbruch des transatlantischen Imperiums. Der amerikanische Teil (USA) hat begriffen, das sie die Rolle als Hegemon nicht mehr finanzieren können und wickelt die imperialen Verpflichtungen ab und wird Teil der „multipolaren“ Welt werden. Der ( West-) europäische Teil( EU) will die Rolle der USA selbst übernehmen! Dazu muss aber Russland, das dies nicht zulässt, unterworfen werden. Bisher sieht es nicht danach aus, das das gelingt. Und ohne Sieg über Russland hat die EU keine Zukunft! Man kann es auch so beschreiben: Wenn ein Imperium zerfällt, werden auch Alle Institutionen, die der Hegemon dieses Imperiums zur Ausübung seiner Macht geschaffen hat, auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft. Diese passen sich an die neue geopolitische Lage an oder werden aufgelöst!
        Für mich sieht es nach Zerfall der EU aus. Und damit kommen wir zur BRD. Deren „Eliten“ sind ja noch als „Kompradoren“ des zerfallenden Imperiums aufgestellt worden. Und mit der fortlaufen Auflösung dieses werden auch die „Kompradoren“ ( und deren Parteien) überflüssig. Es werden sich neue Strukturen mit neuen Akteuren herausbilden. Der Kampf der „alten“ Eliten gegen die „neuen“ ist in vollem Gange. Er wird damit enden, das der Großteil der „alten“ Eliten verschwindet( diejenigen, die sich an die neue Welt anpassen können, werden bleiben).
        Es gab eine Welt vor SPD,FDP und CDU und es wird eine Welt danach geben!
        Für den Einzelnen bedeutet das, sich zu schützen, wenn „shtf“, wenn „the shit hit the fan“, wie die Amerikaner sagen. Die Familie stärken, Netzwerke von Gleichgesinnten schaffen, viele Aufgaben, die der Staat zukünftig nicht mehr erfüllt, selbst organisieren, materiellen Besitz nicht mehr als Hilfsmittel für das „Ego“ betrachten, sich, die Kinder und Enkel selbst bilden und Fähigkeiten nach Interessen und Neigungen erwerben…. Mensch bleiben!
        Und sich immer die Frage stellen: was ist wirklich wichtig im Leben!
        Dann werden sie, ich und viele andere Menschen den Zirkus in Berlin, Brüssel… mit mehr Gelassenheit betrachten.

      3. Was tun?
        Wir erleben in Echtzeit den Niedergang/ Zusammenbruch des transatlantischen Imperiums. Der amerikanische Teil (USA) hat begriffen, das sie die Rolle als Hegemon nicht mehr finanzieren können und wickelt die imperialen Verpflichtungen ab und wird Teil der „multipolaren“ Welt werden. Der ( West-) europäische Teil( EU) will die Rolle der USA selbst übernehmen! Dazu muss aber Russland, das dies nicht zulässt, unterworfen werden. Bisher sieht es nicht danach aus, das das gelingt. Und ohne Sieg über Russland hat die EU keine Zukunft! Man kann es auch so beschreiben: Wenn ein Imperium zerfällt, werden auch Alle Institutionen, die der Hegemon dieses Imperiums zur Ausübung seiner Macht geschaffen hat, auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft. Diese passen sich an die neue geopolitische Lage an oder werden aufgelöst!
        Für mich sieht es nach Zerfall der EU aus. Und damit kommen wir zur BRD. Deren „Eliten“ sind ja noch als „Kompradoren“ des zerfallenden Imperiums aufgestellt worden. Und mit der fortlaufen Auflösung dieses werden auch die „Kompradoren“ ( und deren Parteien) überflüssig. Es werden sich neue Strukturen mit neuen Akteuren herausbilden. Der Kampf der „alten“ Eliten gegen die „neuen“ ist in vollem Gange. Er wird damit enden, das der Großteil der „alten“ Eliten verschwindet( diejenigen, die sich an die neue Welt anpassen können, werden bleiben).
        Es gab eine Welt vor SPD,FDP und CDU und es wird eine Welt danach geben!
        Für den Einzelnen bedeutet das, sich zu schützen, wenn „shtf“, wenn „the shit hit the fan“, wie die Amerikaner sagen. Die Familie stärken, Netzwerke von Gleichgesinnten schaffen, viele Aufgaben, die der Staat zukünftig nicht mehr erfüllt, selbst organisieren, materiellen Besitz nicht mehr als Hilfsmittel für das „Ego“ betrachten, sich, die Kinder und Enkel selbst bilden und Fähigkeiten nach Interessen und Neigungen erwerben…. Mensch bleiben!
        Und sich immer die Frage stellen: was ist wirklich wichtig im Leben!
        Dann werden sie, ich und viele andere Menschen den Zirkus in Berlin, Brüssel… mit mehr Gelassenheit betrachten.

  4. „Das Bierkisterl ist das Sinnbild der geschrumpften politischen Größe der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die heute nur mehr als Shitbürger Partei Deutschlands auftreten möchte – und über diesen Umstand in die vollkommene Bedeutungslosigkeit fällt. “

    Es springt einem auch gleich ins Auge, dass Bärbel Bas ihren Rücktritt mit angeblich unanständigen, unchristlichen und unmoralischen Verhalten seitens ihrer CDU-Koalitionäre begründet hat. Bas, aus einer Arbeiterfamilie stammend, wollte den kleinen Leuten Gutes tun.

    Sie ist aber Teil einer Koalition, die auf looser Themen eingeschworen ist: Ukrainekrieg, Aufrüstung, Russlandsanktionen und Deindustrialisierung. Jetzt soll sie den kleinen Leuten nichts geben, sondern per „Reformen“ Wohlstand entziehen. Erst hat sie die Arbeit verweigert und nun tritt sie zurück – aber Schuld ist die Härte des politischen Wettbewerbs.

    Ich fürchte das liegt nicht an der CDU, sondern daran, dass sie sich in Duisburg mit der von ihr erwarteten Politik nicht mehr hätte auf der Straße blicken lassen können. Die Quadratur des Kreises gelingt halt nicht, nicht mal Merz, aber der hat mit Moral ohnehin nicht viel am Hut.

    1. @Simon
      Man könnte sagen: „Kleiner Mann ganz groß“

      Derweilen verschleudert er unser Steuergeld
      Die Schweiz kaufte 36 F35 für 6 Milliarden
      Pistorius kaufte 35 F35 für 10 Milliarden
      Fällt da jemanden etwas auf?

      Auch dafür steht der Obergefreite Pistorius
      Ein Auszug aus:
      „Die Katalogisierung des nackten Lebens – Warum die neue Wehrerfassung uns alle betrifft“
      Quelle: https://www.pressenza.com/de/2026/10/die-katalogisierung-des-nackten-lebens-warum-die-neue-wehrerfassung-uns-alle-betrifft/
      „Wie schnell diese vermeintliche Freiwilligkeit in staatlichen Zwang umschlägt, zeigt sich bereits im aktiven Dienst der Bundeswehr. Weil das Prinzip der Freiwilligkeit an seine Grenzen stieß, greift das Verteidigungsministerium im Mangelbereich der Panzerbrigade 45 an der NATO-Ostflanke zu verpflichtenden Marschbefehlen. Wie die Redaktion der Tagesschau meldet, werden nun Hunderte Spezialisten gegen ihren expliziten Willen dauerhaft nach Litauen versetzt. Wer aufbegehrt, dem drohen Strafverfahren wegen Befehlsverweigerung. Die Botschaft ist unmissverständlich: Im Ernstfall kollabiert die liberale Illusion der Wahlfreiheit über Nacht. Die ausgesetzte Wehrpflicht lebt sofort für alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren wieder auf. Grenzen schließen sich, Ausreisesperren greifen, und aus „bürgerlicher Freiheit“ wird staatliche Dienstpflicht.
      Das Erwachen im Ausnahmezustand

      Um zu verstehen, was hier wirklich geschieht, hilft kein Blick in die geschönten Broschüren der Bundeswehr-Karrierecenter. Man muss den Blick schärfen mit der Philosophie des Ausnahmezustands, wie sie von Giorgio Agamben formuliert wird. Agamben, geboren 1942 in Rom, zählt zu den profiliertesten und kompromisslosesten Denkern der europäischen Gegenwartsphilosophie. Bevor er sich ganz der Philosophie zuwandte, schloss er 1965 ein Studium der Rechtswissenschaften ab. Dieses tiefgreifende Verständnis für juristische Strukturen, Verfassungsrecht und die römische Rechtsgeschichte prägt seine gesamte spätere politische Philosophie. Eine exzellente englischsprachige Einführung in seine Biografie und sein theoretisches Fundament bietet die Internet Encyclopedia of Philosophy.

      Für Agamben ist der Ausnahmezustand kein historischer Betriebsunfall, sondern das geheime Kernmodell moderner Politik. Staaten neigen dazu, Krisen – ob Pandemien, Wirtschaftskrisen oder geopolitische Bedrohungen – zu nutzen, um Grundrechte legal außer Kraft zu setzen. Das Paradox: Das Recht wird durch das Recht selbst suspendiert. “

      Genug ist nie GENUG! Give Blood
      https://www.youtube.com/watch?v=V4bD9w61Fs0&list=RDV4bD9w61Fs0&start_radio=1
      Give blood
      But you may find that blood is not enough
      Give blood
      And there are some who’ll say it’s not enough
      Give blood
      But don’t expect to ever see reward
      Give blood
      You can give it all but still you’re asked for more

      Give blood
      But it could cost more than your dignity
      Give blood
      Parade your pallor in inequity
      Give blood
      They will cry and say they’re in your debt
      Give blood
      But then they’ll sigh and they will soon forget

      [Spoken in background]
      We’re heading for the day of reckoning, I’m telling ya
      It’s all building up to something, something that can only be redeemed with fire

      1. Nun ja, wenn man freiwillig den Beruf des Töters ergriffen hat, dann muss man auch damit rechnen, ihn an Orten auszuüben, die nicht im Bereich der persönlichen Präferenz liegen.

      2. Kleine Ergänzung: die F-35 Bestellung der Schweiz ist mittlerweile auf 30 geschrumpft, und der Preis wurde nicht fix ausgehandelt. Also so viel schlauer waren unsere Einkäufer auch nicht…

  5. Trump handelt, die anderen gackern bloß. Das ist seine Taktik und die verfängt. Der Handelnde steht beim Wähler besser da als der Gackernde.
    Pistorius begibt sich freiwillig in die Position des Gackernden. Denn es ist keineswegs eine Trump’sche Unverschämtheit passiert, vielmehr tut das Parlament seinen Job. So verschenkt man Stimmen.
    Vielleicht hätte er das Ganze durch ein Lob des Biers, welches ihm diesen Standpunkt verschafft hat, retten können. Ein schwerstens von Prohibition bedrohtes Genussmitel, was Viele überhaupt nicht gut finden. Aber auch das ist ihm verwehrt. Die SPD ist die Prohibitionspartei schlechthin.

    1. @Artur_C
      Trump lügt sich mal wieder etwas in die eigene Tasche und nicht nur das.
      Das Geschrei im Westen bez. seines Öl-Deals und der publikumswirksamen Selenskij-Schelte verkennen,dass es sich nur um Theaterdonner handelt
      Die Sanktionen bez. Öl hat er nur befristet ausgesetzt und seine Dienste liefern weiter die Zielinformationen für die Ukrainer.

      Also alles wieder nur eine Trump-Show und die bringt die kriegswilligen Europäer schon vollkommen aus der Fassung.
      Vermutlich lacht er sich über seine gackernden Vassallen insgeheim gerade kringelig weil sie ihm trotzedem Milliarden in seine Kasse spülen.

      1. Lies mal bei den Russen. Trump hat diee Ukraine angewiesen, die Drohnenangriffe einzustellen. Ansonsten gibt es keine Daten mehr. Der macht ernst.

    1. Die aktuelle? SPD? Das Personal dieser Partei, zumindest in ihren Spitzen, hat sich während der letzten mehr als 100 Jahre nicht verändert, auch wenn da heute andere Namen stehen als früher.

      1. @Otto Motto: Einspruch❗Die SPD mit Otto Wels an der Spitze war 1933 die einzige Partei, die geschlossen gegen das „Ermächtigungsgesetz“ stimmte. Alle anderen rechten, liberalen, national-konservativen und „bürgerlichen“ Parteien haben diesem Gesetz zugestimmt. Mit diesem Gesetz wurde der alternative Adolf Hitler formal zum Diktator und Führer aller Deutschen gemacht.

        Nach dem „Endsieg“, der bekanntlich 1945 in die braune deutsche Hose ging, wollte ein SPD-Parteivorsitzender und Bundeskanzler mit dem Namen Willy Brandt 1969 „mehr Demokratie wagen“. Dieser Willy Brandt floh 1933 vor Adolf Hitler und seinen alternativen deutschen Nazis nach Norwegen und später nach Schweden und bekämpfte dort gegen die „anständigen“ Deutschen, sonst wäre er wahrscheinlich in einem konzentrierten Lager gelandet und dort ermordet worden wie Heinrich Jasper, Otto Thielemann, Gustav Steinbrecher und andere SPD-Politiker. Der SPD-Politiker Steinbrecher war in der Weimarer Republik Minister, der SPD-Politiker Heinrich Jasper sogar Ministerpräsident.

        Heute lautet das Motto „noch mehr Kapitalismus wagen“ und das gilt für die SPD, für die „Christen“ von der CDU/CSU, für die Panzer-Grünen, die FDP und sogar für viele „Linke“, aber vor allem für diese blaue „Alternative“, deren Vorsitzende Alice Weidel den rechtsextremen Terroristen Adolf Hitler als „links“ framt und dem milliardenschweren“superreichen“ Plutokraten Elon Musk kiloweise Honig um den Mund schmiert.

        Noch Fragen?

  6. Es ist schon kurios daß einer der die Gesellschaft zum Kriege ertüchtigen will und somit das Grundgesetz bricht, selbiges vom Reichstag zum Bebelplatz (ausgerechnet) schleppt (von 2020-23 wurde man für diese Aktion verhaftet) und etwas von Einigkeit und Recht und Freiheit leiert.
    Die Gleichsetzung der Wahl eines AFD Politikers zum Landtagspräsidenten mit der „Machtergreifung“ (die Macht wurde denen ja viel mehr übertragen) der NSDAP ist zudem eine grobe Verharmlosung der Jahre 1933-45 und steht unter Strafe.
    Wie arg wurde eine junge Frau namens Jana fertig gemacht, weil sie sich 2020 mit Sophie Scholl verglich, was tatsächlich etwas unangemessen ist.

    1. Jasmina: Und überhaupt: Wo ist das Amt für Arbeitsschutz wenn so deutlich gegen die
      Sicherheitsvorschriften verstoßen wird. Eine Bierkiste ist als „Tritt“ nicht zugelassen. Nutzt
      jemand diese in einem Geschäft z.B. zum Auffüllen der oberen Regale und er wird erwischt,
      gibt es heftigen Ärger.

  7. Wenn ich Bilder der Pisto- Demo sehe, kommt mir der Verdacht, dass es sich um eine unangemeldete Demo handelt. Haben denn noch alle ihre Augen und sonstiges Zubehör? Ist ja nicht immer üblich.

    1. Ja dieser Eindruck kann entstehen. Eigentlich war die Demo ja auch für den 7 Oktober geplant dann entschieden die führenden Repräsentanten der SPD aber sich schon am Vorabend zu versammeln um in den Geburtstag des russischen Präsidenten rein zu feiern.

  8. Für mich die alles entscheidende Frage: was war in der bierkiste drin, also welche Sorte Bier (bayerisches helles oder doch Flensburger aus dem Norden) und mindestens genauso wichtig: wer hat das Bier getrunken und wem haben die SPD genossen die leeren Flaschen zur Abgabe am pfandautomaten spendiert?

  9. Vor ein paar Jahren wurde in Dresden auf dem Postplatz ein Mann von der Polizei verprügelt und festgenommen, der gerade öffentlich aus dem Grundgesetz vorgelesen hatte. Und jetzt latschen die Politiker, die dieses brutale Coronaregime zu verantworten hatten, und bis heute nicht zugeben wollen, saß da was schiefgelaufen ist, mit dem Grundgesetz in der Hand zu einer als „spontan“ inszenierten Parteikundgebung, um gegen einen demokratischen Vorgang zu protestieren…

    1. Minimale Berichtigungen: 1. Aus der sächsischen Verfassung, nicht aus dem GG wurde vorgelesen.
      2. Da ist aus Sicht der Regierigen allenfalls schiefgelaufen daß nicht alle begeistert mitgemacht haben. Deshalb gibts – aus der gleichen Perspektive – auch keinesfalls etwas zuzugeben.
      Als potentiell oder erfolgreich genötigter Teil des Souveräns sieht man das ggf. anders, allerdings scheint eine Mehrheit des Souveräns weiterhin erkenntnisresistent.

      1. Ich empfehle BittelTV auf youtube, die Videos rund um die gestrige Sitzung der Enquete Kommission rund um das Thema Schulen unter Corona und das Heimfahrtvideo von Tom Lausen…

        1. Herzlichen Dank. Ich verfolge aufgrund begrenzter Freizeit den Zusammenfassungen des Herrn Homburg. Ich fürchte, ich würde meiner Gesundheit schaden wenn ich mir das in aller Ausführlichkeit antue.

  10. 🙋‍♂️❗Einspruch Herr De Lapuente oder sollte ICH das falsch interpretieren: DIE SPD ist doch lediglich Teil des Problems. Wenn man sich darauf fokussiert, dann verkürzt man die politische Analyse. Es betrifft doch gleichermaßen auch CDU/CSU, die Grünen, die Pseudo-Linken und sogar die FDP.

    Die FDP war nicht immer nur eine (neoliberale und) asoziale Partei für die ökonomischen Interessen der besserverdienenden 💰 Reichen und Superreichen. Das war auch einmal eine liberale Partei, die sich für die Rechte der Bürger stark gemacht hat und nicht nur für die Rechte der Aktionäre, Immobilienspekulanten, Börsenzocker und Miethaie. Im Parteiprogramm von 1971 hat die FDP sogar den Kapitalismus kritisiert bevor mit dem rechtskräftig verurteilten Steuerhinterzieher Otto-Graf Lambsdorff (FDP) und Helmut Kohl (CDU) 1982/83 die „geistig-moralische Wende“ verkündet wurde, weil die Politik von Willy Brandt (SPD) und Helmut Schmidt (SPD) zu „sozial“ und zu „demokratisch“ war.

    Die „Krönung“ dieser „geistig-moralischen Wende“ von 1982/83 waren dann Leute wie der Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt von der FDP mit dem Satz: „Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt.“ Da stellt sich doch eine einfache Frage: Wozu braucht man dann einen Bundeswirtschaftsminister und ein Bundeswirtschaftsministerium mit vielen besserverdienenden Beamtinnen und Beamten, die von der Allgemeinheit bezahlt werden?

    Und da wären wir dann bei den politischen Folgen und der 🔷 „Alternative“ für Deutschland, abgekürzt AfD. Gegründet wurde diese sogenannte „Alternative“ 2013 bekanntlich von Bürgern der neoliberal-konservativen „Mitte der Gesellschaft“, denen die Politik von FDP, CDU/CSU und der „sozialdemokratischen“ Partei Deutschlands mit ihrer Agenda 2010, Hartz IV, dem „besten Niedriglohnsektor Europas“ (Gerhard Schröder) und den Steuersenkungen für die Reichen und Superreichen immer noch zu „sozial“ und zu „links“ war.

    Von dieser neoliberalen Politik profitieren nüchtern und bei Lichte betrachtet allerdings nur die oberen 10 Prozent der Gesellschaft und die besserverdienende Katherina Reiche von der CDU und vor allem die „Superreichen“.

    Und da wären wir dann bei der zentralen und grundlegenden Ursache für diese politische Entwicklung: Über den ungezügelten Monopoly-Kapitalismus, der sich als „freie“ Marktwirtschaft tarnt, wird in dieser SPD schon lange nicht mehr gesprochen. Der „Christdemokrat“ und amtierende Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU hat 2008 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: „Mehr Kapitalismus wagen. Wege zu einer gerechten Gesellschaft“. Da stellt sich die Frage: Ist das ökonomische, soziale und politische Ignoranz, Arroganz, Dekadenz, Dummheit oder Volksverdummung oder eine Mélange aus diesen Faktoren❓

    Die AfD ist die politische Folge dieser neoliberalen und asozialen Politik der „bürgerlichen Mitte“. Die Politik der AfD ist zwar noch asozialer als die Politik von SPD und CDU/CSU, aber sie verkauft ihre asoziale Politik als „alternativ“ und würzt sie mit

    🔵 20 Gramm „Anti-Establishment“ („Eliten-Kritik“)
    🔵 15 Gramm „Rassismus“,
    🔵 20 ml Diffamierung auf alles, was „links“ von der AfD ist,
    🔵 10 ml Bewunderung für milliardenschwere „Superreiche“,
    🔵 10 ml „Klimawandel-Ignoranz“,
    🔵 zwei Esslöffeln „Nationalismus“,
    🔵 einem gehäuften Teelöffel „direkter Demokratie“ und
    🔵 einem gestrichenen Teelöffel „Kriminalitätsbekämpfung“ (Steuerkriminalität ausgenommen).

    Und dieses 🧑‍🍳 Rezept für „blaue Bratwürste mit Sauerkraut“ kommt bei vielen Bürgern gut an. Vielen Wählern schmeckt das. Das kann man nicht abstreiten.

    Das aber ist offenkundig das tragische Dilemma jeder real existierenden Demokratie: Wenn die Mehrheit eine Politik wählt, von der 10 Prozent der Bevölkerung profitieren und immer reicher werden und die anderen 90 Prozent immer ärmer werden, dann kann das auf Dauer nicht funktionieren. Das hat noch nie funktioniert. Allerdings besteht die Mehrheit der Bevölkerung aus opportunistischen Untertanen und für Untertanen ist es leichter, nach unten zu treten und nach oben zu buckeln. Wenn die Mittelschicht Angst vor dem ökonomischen und sozialen Abstieg hat, dann gibt sie den Migranten, den Asylbewerbern, den faulen Arbeitslosen, der Unterschicht aka „Prekariat“ usw. die Schuld dafür, aber doch nicht dem Kapitalismus und den nimmersatten „Superreichen“. Das war schon vor über 100 Jahren so als Heinrich Mann seinen Roman „Der Untertan“ schrieb.

  11. Ich bin ein wenig erschüttert ob der Niveaulosigkeit des Artikels, obwohl wir von RdL ja schon einiges gewohnt sind. Aber das polemische Dingens hier ist wirklich aus einer der ganz unteren Schubladen.
    Die ganze Zeit diese reißerische und hetzerische Sprache! Vollkommen unnötig. Denn diese „spontane“ Veranstaltung, die Pistorius da anführte, sprach schon für sich selbst. Das Ganze war zum Fremdschämen, ein bisschen heuchlerisch und pathetisch auch, garniert mit einer fürchterlich schief gesungenen Nationalhymne. -> Fertig mit der Kritik an diesem sonst ziemlich uninteressanten Ereignis.

    Was muss man das dann so aufblasen? Und da auch noch eine Pseudogroßkritik an der SPD im Ganzen rein bringen. Völlig unpassend. Und dann der Vergleich zu den Berliner Verhältnissen. Total schief.

    Und dann eine Reihe gar nicht stimmiger Argumente. Das dickste Ding: Die Sozialdemokraten demonstrieren natürlich nicht gegen die Geschäftsordnung des Sachsen-Anhalt Landtages (was für eine blöd polemische Verzerrung!), sondern vor allem dagegen, dass ein paar (vermutlich) CDU-Abweichler den AFD-Kandidaten gewählt haben und später aber nicht den von der SPD! Und das ist weder undemokratisch noch sonstwas, sondern gar nicht so unverständlich, dass sie sich darüber ärgern. Die Art ist halt ein wenig doof, vor allem wenn das dann noch mit Anti-AFD und Wehret den Anfängen-Schmu verbunden wird. Wobei auch das seine Berechtigung haben kann, wenn man es denn gut macht.

    Und am Ende kommt RdL dann wieder mit seinen „Shitbürgern“. Keine Ahnung warum es ihm dieser Poschardt-Ausdruck so angetan hat. Er benutzt ihn hier im Sinne einer Kritik am Gutmenschentum. Da passt aber die Wortbedeutung gar nicht und der Ausdruck passt auch nicht wirklich zum Thema des Artikels.
    Es hat den Anschein als wolle man den Begriff „Shitbürger“ als eine Art Kampfbegriff populär machen.

    Im Grunde genommen ist die Hauptrichtung des Artikels (mal wieder) nicht eine Kritik an der SPD, sondern eine Art moralische Unterstützung der AFD.
    Bin gespannt ob RdL es auch mal hinbekommt die AFD zu kritisieren?
    Mancher wird jetzt vielleicht denken: „Wieso, das machen doch schon die MSM genug?“
    Ja, die machen es viel, aber meistens nicht richtig. Sie machen es so schlecht wie RdL hier gegen die SPD schießt.
    Von daher ist wirklich fundierte AFD-Kritik durchaus wichtig.

    1. > Bin gespannt ob RdL es auch mal hinbekommt die AFD zu kritisieren?

      Das übernehmen doch bereits andere Autoren hier, selbst wenns thematisch nicht reinpasst.

      > Von daher ist wirklich fundierte AFD-Kritik durchaus wichtig.

      Da fehlt mir das warum, dir das so wichtig ist. Eine Partei die noch nie regiert hat. Wenn sie mal regiert kann man gern auch kritisieren, aber doch nicht vorher. Wer hier von fundierte Kritik redet, meint einfach nur vernichtend, um Kritik gehts dabei nicht.

      > Was muss man das dann so aufblasen? Und da auch noch eine Pseudogroßkritik an der SPD im Ganzen rein bringen.

      Was ich echt erschreckend finde das manche immer noch nicht sehen wo sich das Land hinentwickelt, und das unter Führung oder Mitführung der SPD. Wobei es da leider eine Tradition gibt, wer in Geschichte aufgepasst hat, Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914. Dazu kommt Deindustrialisierung und Sozialabbau.

      1. @ Patient 0

        Das übernehmen doch bereits andere Autoren hier, selbst wenns thematisch nicht reinpasst.

        Stimmt. Aber mich würde mal interessieren wie RdL das machen würde und ob er es überhaupt machen würde/könnte/ (dürfte?).

        Da fehlt mir das warum, dir das so wichtig ist. Eine Partei die noch nie regiert hat. Wenn sie mal regiert kann man gern auch kritisieren, aber doch nicht vorher. Wer hier von fundierte Kritik redet, meint einfach nur vernichtend, um Kritik gehts dabei nicht.

        Kritik ist zu jeder Partei wichtig, gleich ob sie regiert hat oder nicht. Verstehe nicht wie man das in Zweifel ziehen kann. Bei der AFD ist es aber ganz besonders wichtig, weil sie mittlerweile die stärkste Partei in D ist und sich anschickt mitzuregieren. Und auch, wenn die AFD bisher nicht regiert hat, so hat sie dennoch in ihrem Verhalten, auch in den Parlamenten, dennoch bisher schon viel Einfluss auf die Politik genommen.
        Der AFD da eine Art Welpenschutz verpassen zu wollen, wäre doch wirklich eine ganz ganz unsinnige Sache.

        Und wieso „fundierte Kritik“ Richtung „vernichtend“ gehen sollte, verstehe ich auch nicht?
        Mit fundierter Kritik meine ich eine, die eben nicht diese Dämonisierung verfolgt, wie es sonst üblich ist, die aber die Gefahren, die durch die AFD aufkommen könnten, trotzdem im Blick behält.

        Was ich echt erschreckend finde das manche immer noch nicht sehen wo sich das Land hinentwickelt, und das unter Führung oder Mitführung der SPD. Wobei es da leider eine Tradition gibt, wer in Geschichte aufgepasst hat, Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914. Dazu kommt Deindustrialisierung und Sozialabbau.

        Naja gut, das ist aber ja nicht SPD-typisch, die konservativere Mitte, früher Zentrum genannt, hat Ähnliches auf dem Kerbholz und andere „Systemparteien“ natürlich auch.

    2. Der TwoMoon findet es halt gut wo die Republik in den letzten 30 Jahren hingeführt wurde und wehrt sich wortreich gegen jede mögliche Änderung des Kurses. Wie alle anderen lautstarken „unseredemokratie“-Schreier auch.

      Durch die AfD gibt es keine Kursänderung? Mag sein. Aber das muss man eben erst sehen bevor man es beschreit. Selbst wenn die AfD zur Folge hätte, dass es eine wirklich starke, nichtregierungs-organisierte, nicht-linksspalterisch dominierte, antikapitalistische, machteinhegende, von selbst-engagierten Menschen, nicht von Geld, getragene Bewegung gäbe, wäre das doch nur wünschenstwert. Oder?

      Schaunwermal.

      1. @ ratzfatz;
        Nur weil ich nicht glaube, dass durch die AFD irgendwas besser würde, heißt das noch lange nicht, daß ich die letzten 30 Jahre in D irgendwie gut finden würde. Natürlich nicht! Das kann man aus gar nichts rauslesen, was ich hier je geschrieben habe!

        1. „Kritik ist zu jeder Partei wichtig, gleich ob sie regiert hat oder nicht.“

          Genau da kann man es herauslesen.

          Mit diesem Satz werden automatisch alle gleichgestellt auf der Ebene der Worthülsen – und die Ebene der realen Taten und Ergebnisse wird völlig außen vor gelassen.

          Aber bitte, was ist denn wichtiger: die Worte oder die Taten und Ergebnisse?

          Wer ein unbeschriebenes Blatt von vorne herein eines angeblich darauf geschriebenen Textes schuldig spricht, will keine Veränderung sondern das „immer weiter so!“ (vielleicht nach dem traurigen Motto: „da weiß man, was man hat“?).

          Wer Veränderungen von Vorne herein keine Chance lassen will, wird im immer Gleichen leben müssen. Und genau das ist das Interesse der Herrschenden und derer Büttel und Verteidiger.

          Ich weiß schon woran ich bei Ihnen bin. Also, was soll’s.

          1. @ ratzefatz:
            Es ist einfach so, dass ich viel mehr Veranderung möchte als Sie.
            Und mit der AFD wird es die nicht geben! Mit der AFD wird es gar keine ernsthafte Veränderung geben, höchstens weiter fortschreitenden Verfall.

            Nur weil die AFD noch nicht regiert hat, gibt es doch trotzdem eine Menge „Taten“ von ihr, an denen man sie messen kann. Das ist doch wohl klar.
            Und wenn Sie behaupten es wäre gut eine Partei nicht zu kritisieren, solange sie nicht regiert hat, dann sage ich, dass das gefährlich und naiv ist.

            Ich weiß auch woran ich mit Ihnen bin. Sie betreiben das gleiche Geschäft wie RdL.

            1. „Es ist einfach so, dass ich viel mehr Veranderung möchte als Sie.“

              Aha. Nun, ich möchte ihre „viel mehr Veranderung“ gar nicht wissen. Es kann nichts Gutes sein. So wie Sie hier auftreten. Als „gegenrechts“-Aktivist, wobei „rechts“ für Sie wie für all die anderen aktivistischen „Linken“ immer von Regierung und Mainstream-Medien vorgegeben wird und Sie brav diese Vorgaben nachbeten und weiterverbreiten.

              Wer das Motto ausgibt, lieber irgendwelchen unrealistischen Spinnereien nachzurennen als konkret mögliche (durch Bündnisse) Veränderungen zu versuchen durch Teilnahme stark zu machen und zu gestalten, ist Teil des „Spalte und Herrsche!“-Systems der Mächtigen.

              Das wirkliche, linke Projekt (effektive Machteinhegung, reale Demokratie durch Subsidiaritäts-Prinzip und lokale und physische Nähe zwischen Betroffenen und beauftragten Entscheidern, Aufbau der Verantwortlichkeit von unten nach oben, Begrenzung von Reichtum, …) ist seit mindestens 30 Jahren tot. Wer dem immer noch nostalgisch und realitätsvergessen nachhängt ist für die heutige gesellschaftliche Weiterentwicklung verloren.

              1. Sie fantasieren ständig etwas in mich herein.
                Ich bin kein „Gegen-Rechts-Aktivist“. Ich bin überhaupt kein Aktivist. Und ich bin auch nicht links!
                Und Ihre Fantasien basieren alle nur darauf, dass ich RdLs pro-AFD-Artikel kritisiere oder manchmal auch an anderen Stellen etwas AFD-kritisches sage. Auf mehr kann es gar nicht basieren.
                Aber genau das macht _Sie_ zu einem Pro-Rechts-Aktivisten, Pro-AFD-Aktivisten!
                Sie sind nicht an dem interessiert, was ich wirklich denke, Sie sehen nur, dass es gegen, die AFD geht, und da schon gehen Sie in den Aktivisten-Kampf-Modus über und fantasieren sich irgendwas über mich zusammen, was mich diskreditieren soll.

                1. Leider kapieren Sie garnicht, dass das „links-rechts“-Dichotomie-Schema eine Verarschung ist, und ich ganz gewiss nicht politisch rechts im Sinne von Autoritarismus, Eliteherrschaft, Gleichschaltung, Monetarisierung aller Lebensbereiche, Zinsknechtschaft, Profitwirtschaft, etc bin.

                  Ziemlich sinnlos, das hier, mit ihrem Händerumgewedel.

  12. Also ich finde das alles ausgesprochen lustig und unterhaltsam. Ich bedaure nur, dass ich mir den Minister im antifaschistischen Widerstandskampf nicht live anschauen konnte. Hätte ich es rechtzeitig erfahren, wäre ich schnell mal mit dem Rad vorbeigefahren. Vielleicht hätte ich mitsingen dürfen? Also falls ich auf den Bebelplatz gekommen wäre. Irgendso ein dumpfes Gefühl sagt mir, dass man in der Republik dafür sorgt, dass dem Minister beim spontanen Bad in der Volksmenge vor allem kein Volk zu nahe kommt. Kameras reichen.

    Die CDU hat aber in Magdeburg auch eine blendende Idee zum Beschluss erhoben und wird bei der Abstimmung über den Ministerpräsidenten geschlossen das Plenum verlassen. Wenn durch eine freie und geheime Wahl die Möglichkeit entsteht, dass frei und geheim gewählt wird, dann muss man das unterbinden. Wenn ich das richtig verstehe, dann bedeutet das, dass Siegmund auf jeden Fall im ersten statt im dritten Wahlgang gewählt wird.
    Wobei ich Verständnis für die Magdeburger Entscheidung habe. Es geht um das Ansehen und die Würde der Abgeordneten der CDU. Da muss das Land hinten anstehen. Die CDU hat auch einige Probleme, nicht nur dieses winzige Bundesland.
    Doch, ich finde es unterhaltsam.
    Eine übergroße Koalition der richtig guten Demokraten, also wirklich aller, die sich so in der Börde oder Altmark finden lassen, hat vor der Wahl die Geschäftsordnung des Landtages geändert, um einen Landtagspräsidenten der AFD möglichst zu verhindern und irgendsoein schmieriges Faktencheckerdings hat mich ungefragt belehrt , als ich das mal angeschaut habe, dass das überhaupt nicht gemacht wurde, um einen AFD-Präsidenten zu verhindern. Nun ja, hat es ja auch nicht. Dafür aber den Vize von der SPD, was die bitter beklagte. Habe vergessen, warum. Undemokratisch, Verstoß gegen parlamentarische Gepflogenheiten. Was weiß ich.
    Derweilen haben Damen von den guten und richtigen Partein in Magdeburg schon mal erklärt, dass sie, also sie persönlich, den Mandatsträgern der schlechten Partei „intellektuell überlegen“ sind. Wenn das so weiter geht, schaue ich mir in Zukunft die Sitzungen des Magdeburger Landtages live an. So lustig war es im TV seit der legendären Bremer Extratour und Loriots Tod nie mehr.

    Aber im ernst. Was glauben die mit diesen katholisch anmutenden Bekenntnisorgien zu erreichen?
    „Kinder sind es und kindisch ist ihr Tun “ (Goethe)

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