
Den Journalisten Gert Ewen Ungar gibt es nicht mehr – aus ihm ist ein Propagandist geworden, der sich um journalistische Mindeststandards wenig schert.
Zum Geleit: Gert Ewen Ungar stieß im Februar 2022 zu den neulandrebellen, einer Plattform, die ich 2017 zusammen mit Tom J. Wellbrock aufgebaut hatte. In dieser Zeit arbeiteten wir recht eng zusammen. Die folgenden Zeilen sind nicht einfach die Geschichte einer Entfremdung, sie dokumentieren viel mehr, wie der Krieg Fronten im zivilen Leben aufwirft – und welche Methoden zwischen einstigen Kollegen, die sich gut zu verstehen schienen, angewandt werden, wenn der Krieg dräut. Und sie zeigen auf, wie sehr es persönliche Erlebnisse sind, die die Bewertung der allgemeinen Sicht auf die Lage beeinflussen können.
Gert Ewen Ungar ist ein Anagramm. Mit bürgerlichen Namen heißt er Günter Wagner. Seit einigen Jahren lebt Wagner in Moskau – er arbeitet dort als Redakteur bei Russia Today. Vorher war er freier Mitarbeiter der russischen Nachrichtenplattform. Wagner hatte schon in den Jahren zuvor eine Nähe zu Russland entwickelt – das machte ihn für gewisse Medien, unter anderem auch für die im Geleitwort erwähnten neulandrebellen, zu einem Russland-Experten. Wagners Einschätzungen unterschieden sich wohltuend von dem medialen Einheitsbrei, den man schon damals – schon vor dem Ukrainekrieg – in der deutschen Medienlandschaft vernahm.
Mit Beginn des Krieges lag es für ihn nah, Berlin und sein Heimatland zu verlassen, um in Russland sein sowohl privates als auch sein berufliches Glück zu suchen. Damals freute ich mich für ihn – mir schien es, als würde Günter Wagner, den wir intern natürlich Gert nannten, nur dort aufblühen können. Ihn empörten jene Stimmen, die Russland zu einem diabolischen Akteur erklärten – und Russen entmenschlichten. Er stieß sich am Stadtbild Berlins, lange bevor der heutige Kanzler das thematisierte – und gleich zurückruderte. Seine Empörung zur Berichterstattung zu Russland, aber auch ganz generell, teilte ich – teilten wir als Team der neulandrebellen. Wagner war ein ruhiger Zeitgenosse, der seine Kritik strukturiert vortragen konnte. Ausgeglichenheit: Das wäre das Attribut, das man jenem Wagner von damals anheften konnte.
»Ihr müsst wieder Angst haben«

Man steigt nie zweimal in denselben Fluss – der antike Denker Heraklit meinte damit, dass alles in Bewegung ist und weder das Gewässer noch derjenige, der ins feuchte Nass steigt, das- oder derselbe bleibt. Das Umfeld prägt einen, man entwickelt sich weiter – und man wird zu einem anderen. Wieso sollte Günter Wagner davon ausgeschlossen sein? Natürlich veränderten sich seine Artikel – Deutschland kam, auch damit konnte man noch einverstanden sein, immer häufiger als Gottes Geißel auf Erden vor. Zuletzt musste man sich jedoch die Augen reiben. »Warum sollte ich gegen diesen Krieg sein?«, fragte er bei X. Nun gut, hatte ich was in den falschen Hals bekommen? Ich kannte den Kontext nicht. Aber wie meinte er denn den folgenden Satz, gerichtet an die Deutschen? »Ihr müsst wieder Angst haben. Ihr müsst wieder lernen, die Spiele meiner Kindheit zu spielen: Wenn jetzt eine Atombombe kommt, was würdest du machen? Das sollte wieder euer Entertainment sein.« Befremdlich. Aber gut, vielleicht hatte er ja einen schlechten Tag im Moskauer Berufsverkehr?

Dann das: »Ich kritisiere beispielsweise das sanfte und zaghafte Vorgehen Putins in der Ukraine. […] Kiew müsste längst in Schutt und Asche liegen und jeder Politiker, der einen Fuß in Kiew setzt, muss um sein Leben fürchten.« Gert war ein friedliebender Zeitgenosse, der den Krieg verachtete – zu viele menschliche Opfer müssten erbracht werden, alles Menschenmögliche müsse getan werden, um das Leid zu beenden. Wo ist das hin? Was ist mit Wagner geschehen? Dann noch so ein Auszug seines neuen Selbstbewusstseins: »Ich meine, Russland sollte Selenskij endlich töten. Dann ist der Spuk vorbei. […] Die USA und Israel sind hier große Vorbilder.«
An dieser Stelle wurde mir seine endgültige Radikalisierung bewusst – eine Radikalisierung, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und ich meldete mich bei Wagner: »Leider habe ich einige – ich sage mal – befremdliche Aussagen von Dir bei X wahrgenommen. Ich nehme an, dass Du weißt, welche ich meinen könnte.« Ich bat um ein Interview, war mir aber noch nicht ganz schlüssig, ob ich nicht doch einen Artikel zur Causa schreiben sollte; dann aber natürlich mit der Möglichkeit, dass die Hauptfigur jener Zeilen auch zu Wort kommen darf – hierzu sandte ich Wagner einige Hintergrundfragen, mit denen ich den geplanten Artikel anreichern wollte. Anliegen war, auch Wagner einen Raum zur Artikulation zu geben – im Regelfall macht man das mit fokussierten Fragen, die man in einem veröffentlichten Interview nicht unbedingt auf diese Weise stellen würde. Ich sicherte Wagner selbstverständlich eine faire Berichterstattung zu – und ich versprach, ihm den Artikel vor der Publikation zur Freigabe vorzulegen. Das gebietet die journalistische Lauterkeit.
Hintergrundfragen als die große Wagner-Agitationsshow

Am Montagabend veröffentlichte er die Fragen, die zur Veröffentlichung nicht von mir autorisiert waren, auf seiner Webpräsenz – angereichert mit seinen Antworten. Auch das persönliche Anschreiben, das überhaupt nicht für die Öffentlichkeit gedacht war, legte er seinem Publikum vor. Den schlechten Stil monierte ich bei ihm natürlich – er beharrte jedoch weiter darauf, dass ich meinen Artikel zu seiner Person vorher von ihm absegnen lassen sollte. Wofür? Eine Erteilung der Freigabe wird notwendig, wenn Hintergrundfragen im Spiel sind, um folgende Fragen abzuarbeiten: Gibt der Autor die Aussagen richtig wieder? Und ordnet er sie richtig ein und zu? Aber wenn die Fragen veröffentlicht vorliegen, wozu noch freigeben? Ohnehin entspricht es nicht den Standards, zugegangene Fragen eines Mediums vorab auf der eigenen Plattform zu veröffentlichen. (Wenn Sie so nett wären, werfen Sie die Suchmaschine an und suchen nach Herrn Wagners Blog – wir wollen ihn hier nicht verlinken.)
Wagner beantwortet die Fragen ohnehin nur ausweichend, man muss den Eindruck bekommen, dass er sie nutzte, um sich bei seinen Lesern in Szene zu setzen. Er sah sie als Dokument einer ideologischen Entfremdung – bis heute sehe ich Russland nicht als Feindnation, bin aber nicht gewillt, es als Ausdruck eines irdischen Paradieses anzusehen. Ich will die geneigte Leserschaft an dieser Stelle nicht weiter mit den langweiligen Details journalistischer Arbeits- und Herangehensweisen nerven. Daher sei an dieser Stelle gesagt, dass im Vorgehen und den Auftritten des RT-Mannes mehr steckt, als die verkorkste Beziehung zweier ehemaliger Kollegen. Natürlich ist das eine Ebene, die mich als Mensch beschäftigt. Missgünstig bin ich nicht, ich wünsche Günter Wagner nichts Schlechtes, sorge mich auch um ihn. Wie geht es weiter mit ihm? Was, wenn ein Krieg ausbricht? Kann er dann als Deutscher in Russland noch arbeiten? Ungewöhnlich wäre es nicht, dass man Vertreter einer Feindnation aus dem öffentlichen Leben filtert.

Auch das wollte ich von ihm in Erfahrung bringen, ohne den Stab über ihn zu brechen – daher die fokussierte Fragestellung zur O-Ton-Gewinnung. Und natürlich liegt die Frage nahe, ob er glaubt, hier Landesverrat zu begehen. Ich würde es zögerlich so interpretieren, wenngleich die juristische Einordnung das nicht zulässt – immerhin spielt er mit dem Tod seiner Landsleute, die übrigens deutlich mehrheitlich nicht an einen Angriff Russlands glauben und – davon kann man ausgehen – lieber heute als morgen diesen Konflikt beilegen wollen. Wagner macht zwischen den Bürgern und der Regierung keinen Unterschied. Ich erinnere mich, wie oft er kritisierte, dass die veröffentlichte Meinung in Deutschland genau denselben Fehler machen. Und ja, ich glaube in letzter Konsequenz auch, dass er ein Kandidat für eine Sanktionierung seitens der Europäische Union sein könnte.
Und ich ahne außerdem, dass auch dieser Artikel ihn in die Öffentlichkeit rückt und unter Umständen sichtbar macht für jene, die so fröhlich sanktionieren. Ich bin explizit kein Freund dieser Praxis. Aber eine gewisse Nachvollziehbarkeit wäre schon gegeben, wenn ein deutscher Journalist öffentlich dazu auffordert, das Land seiner Eltern – und seiner Familie, die heute noch dort lebt, nach meinen Informationen – mit Krieg zu überziehen. Man mag das nachvollziehen, wenn man in Moskau Drohnenangriffe erlebt hat. Auf emotionaler Ebene – aber als Journalist hat er eine Verantwortung, er ist in dieser Stellung mehr als Privatmann, auch wenn er sich damit herausredet, dass sein X-Account nicht von RT bezahlt würde. Wagner schimpft sich immerhin Journalist. Wie wäre es mit dem notwendigen Abstand, den er von Journalisten auf der anderen Seite stets – und zurecht – eingefordert hat?
Einer, der auszog Journalist zu werden – und als Propagandist endete
In unserer gemeinsamen Zeit ereiferte er sich – zurecht! – über den Haltungsjournalismus deutscher Medien, speziell der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Ihre Regierungsnähe war ihm unfassbar. Und jetzt? Was macht er? Nun gut, er geht über das hinaus, was die russische Regierung tut, er sähe es gerne brutaler – aber Haltung zeigt er grundsätzlich schon. Auch diese Frage stellte ich ihm. Bemerkt er den Doppelstandard? Nein, das tue er nicht, antwortete er – er zeige ja keine Haltung, seine Sicht sei begründet – George Restle und Co. würden das von sich auch so behaupten. Und die Haltungskollegin Wagners, Frau Hayali, sowieso. Das war eine der wenigen Hintergrundfragen, die Wagner bündig beantwortete – bei anderen schwang er sich dozierend auf, nochmals die Geschichte der Konfrontation auszubreiten, als ob ich sie nicht kenne, als ob das Overton Magazin nicht fast täglich über diese Gemengelage berichten würde.
Diese Geschichte des Mannes, der auszog, um Journalismus in Russland zu machen, endete mit einer besorgniserregenden Radikalisierung – Wagner ist zu einem Hardliner geworden, zu einem Falken. Der Journalist Gert Ewen Ungar ist tot, zurück bleibt der Propagandist Günter Wagner, der Öl ins Feuer gießt. Hat ihn jemand dazu aufgefordert? Auch das wollte ich, um ihm die Gelegenheit einer Erwiderung im geplanten Artikel zu geben, von ihm wissen. Wagner antwortet, das sei eine »Verschwörungserzählung über Russland«. Ist es so abwegig anzunehmen, dass jemand an ihn herangetreten ist, um ihn, den deutschsprachigen Mitarbeiter – von denen es bei RT immer weniger gibt, man berichtete mir von verschiedenen Seiten, dass die Arbeitsbedingungen miserabel, viele Inhalte mit KI generiert und gewisse tendenzbetriebliche Vorgaben vorherrschen sollen – als Angstagenten einzusetzen? Oder aber im Gegenteil, um das deutsche Publikum in einen Hassmodus zu versetzen? Wenn man mit einem rechnen kann im Krieg, dann damit dass man mit allem rechnen kann.
Vielleicht will er auch die Brücken hinter sich verbrennen und in Deutschland zu einer persona non grata werden? Ungefähr so, wie Sunzi es in der »Kunst des Krieges« formulierte, als er meinte, mit einer Barriere im Rücken kämpfe man mit dem Mut der Verzweiflung wackerer nach vorne? Dann wäre ich freilich nur ein nützlicher Idiot für ihn, der ihm zu diesem Bruch verhilft. Ist es also kognitive Dissonanz oder ist Wagner ein Provokationsagent? Darf man letzteres in Erwägung ziehen – und freundlicherweise beim Betroffenen nachfragen? Natürlich würde er, wäre dem so, eine solche Frage abwiegeln müssen. Oder weiß er am Ende gar nicht, wofür ihn sein Sender einspannt?
Nachdem ich sah, was Wagner aus den Fragen bastelte – ich mache ihm ja noch nicht mal zum Vorwurf, dass er seine Positionen beibehielt, schließlich wollte ich ihn auch auf einer menschlichen Ebene verstehen –, war mir schlagartig klar, was ich zuvor nur diffus verspürte: Ja, dieser Krieg wird kommen – wenn es selbst die einstmals Vernünftigen nicht schaffen, der Propagandamatrix zu entgehen, wie soll er sich abwenden lassen? Manchmal sind es die persönlichen Erfahrungen, die der Weltgeschichte vorzugreifen scheinen. Wagner hat es vielleicht auch nicht einfach bei seinem Arbeitgeber, muss sich beweisen – stimmt er deswegen in den Chor russischer Falken ein? Was haben wir über die Hunderprozentigen in Deutschland gelacht. Nun ist er selbst zu einem mutiert. Oder wie der Kollege Tom J. Wellbrock schreibt: »… im Falle eines Krieges würde ich wahrscheinlich lieber einem Russen gegenüberstehen als Gert Ewen Ungar«. Was auch immer der Antrieb für seine Entgrenzung ist: Es ist eine tragische Geschichte, die nicht an der Front für ihn enden wird – früher hat er das den Kriegstreibern noch zum Vorwurf gemacht.
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Ist es wirklich erforderlich, bestimmte Menschen noch mit einer langen Etüde zu adeln? Es gibt unzählige Abweichler in dieser Branche, Einer hetzt gegen grün, der nächste gegen blau, ein anderer hetzt nur, weil es auch andere tun, ein dritter weiß gar nicht, warum er das tut. Viele schreiben auch von Dingen, von denen sie regelmäßig keine Ahnung haben. Also was soll das? Berichten wir doch lieber von Menschen, die ihren Beruf -egal in welchem Land sie aus welchen Gründen wohnen- ernst nehmen und wahrheitsgetreu berichten. Darauf kommt es an. Und wenn sie, weil sie die Wahrheit sprechen, verfolgt werden, so ist es eine Pflicht, erstens diese Menschen und ihre Berichte bekannt zu machen und zweitens auch diejenigen zu benennen, von denen sie verfolgt und drangsaliert/sanktioniert werden.
Ich spiele auch immer wieder die Möglichkeiten durch und war lange Zeit sicher, dass England mit seinen Storm Shadows und sonstigen MI6-Spielchem in Russland viel mehr provoziert als Deutschland und wohl eher als Empfänger einiger Warnschüsse ausgewählt wird. Je länger Leute wie Merz, Pistorius und der Talkrunden Held Kiesewetter aber machen und neues Geld organisiert wird, umso mehr wächst die Sorge, dass die russischen Militärs das anders einschätzen könnten.
Wenn dann ein Kollege sich ganz klar in diese Richtung äußert, ist das schon mal einen Artikel wert, denke ich.
Allerdings vermute ich auch weiterhin, dass sich die Kriegsfraktionen eher noch in Kiew einem längeren Abbauprozess hingeben werden, bevor dann Ziele weiter westlich jenseits der ukrainischen Grenze aufs Korn genommen werden.
Die Worthelden auf beiden Seiten haben stets eine Gewissheit, dass sie in einem Schutzraum mit gewisser Narrenfreiheit operieren und die eigenen Leute sie als eine Art Kettenhund ansehen, die den Anderen Furcht einflößen sollen. Bei Medwedew und Kiesewetter war das irgendwie auch immer ein bisschen so angelegt, dass man sie als im großspurigen Penälertum feststeckend angesehen hat.
Wenn so ein Kollege schon mal erwachsen war, macht man sich natürlich Gedanken.
Habe jetzt alle drei Beiträge zur Sache gelesen, aber Hölle, was ist das denn? Diesen Text finde ich sehr problematisch, weil er unter dem Deckmantel der Journalistenkritik eine persönliche Abrechnung betreibt.
Und von wegen journalistische Ethik – die Offenlegung des bürgerlichen Namens ist ein stilistischer und ethischer Fehler. Ungar hat sich aus Gründen, die ich nicht kenne, ein Pseudonym zugelegt. Dieses ohne Not zu lüften, ist kein journalistischer Akt, sondern ein Akt der Bloßstellung.
Die Spekulation über die Steuerung durch RT ist ein rhetorischer Taschenspielertrick. Er stellt die Frage, um sie als Frage in den Raum zu stellen, ohne sie beantworten zu müssen. Die Verdächtigung bleibt haften. Das ist die Methode des Verdachts, nicht der Aufklärung.
Das Ding mit der EU-Sanktionsliste ist nach der Überschrift der unappetitlichste Teil. De Lapuente beteuert zwar, kein Freund dieser Praxis zu sein, aber die Bemerkung, „eine gewisse Nachvollziehbarkeit wäre schon gegeben“, ist der verbale Fuß in der Tür zur Denunziation – mir wurde schlecht. Das ist die Sprache des „Ich will ja nichts gesagt haben, aber…“.
Das hier ist der einzige der drei Artikel, den ich komplett ablehne. Es ist eine öffentliche, persönlich gefärbte Abrechnung – aber kein Journalismus.
Ich habe das Gefühl es gibt Zuviel Texte im Internet. Jeder meint etwas schreiben zu müssen. Da gehen wichtige Dinge verloren und es wird sehr persönlich. Dieser Text hier ist sehr persönlich und für die Leser völlig unwichtig. Welche Erkenntnis soll hier bitte erfolgen ??
Diese hier:
„Ja, dieser Krieg wird kommen – wenn es selbst die einstmals Vernünftigen nicht schaffen, der Propagandamatrix zu entgehen, wie soll er sich abwenden lassen?“
Und sie ist hochrelevant.
Wenn die Vorabfragen nicht zum Veröffentlichen gedacht waren, ist auch diese X-Veröffentlichung abzulehnen.
RdL stellt in seinen Video-Interviews Fragen, die auf Klischees über den Interviewten eingehen und in der Video-Situation vom Interviewten normalerweise als Möglichkeit genutzt werden, neutral und ohne persönliches anrempeln des Interviewers abgeräumt werden können.
Die ersten Eskalationsschritte hat Ungar getan.
RdL nutzt es als Vorlage, sich zu distanzieren. Womöglich falls die EU fortfährt, missliebige Blogger zu sanktionieren.
Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass wir schon längst in der Vorkriegszeit leben. Die Gesellschaft in allen beteiligten Ländern ist zunehmend polarisiert, Ein Dazwischen ist kaum noch möglich.
Ich war lange in einer „russlandfreundlichen“ Gruppe, habe mich von ihr aber zunehmend distanziert, denn auch dort breitete sich eine unreflektierte positive Haltung gegenüber Russland zunehmend aus und wurde vehement vertreten: Bei Puntins Geburtstag fingen die Teilnehmer an, ihm zu gratulieren; alle seine Äußerungen wurden bis zur Unkenntlichkeit positiv verdreht; eine sachliche Auseinandersetzung darüber, dass Russland ein autokratisches System ist, war nicht mehr möglich. Die Tatsache, dass dort die digitale Überwachung schon wesentlich weiter fortgeschritten ist als hier, wird einfach ignoriert, obwohl die meisten aus der Gruppe, dies gerade in Deutschland kritiseren.
In Russland sind die sozialen Medien wie Telegram, WhatsApp etc. fast vollständig eingeschränkt sind. Man kann sich nur noch über VPN kontaktieren. Und es wird offen darüber diskutiert, auch die VPN Dienste einzuschränken. Die Menschen sollen vollständig von der westlichen Außenwelt abgeschottet werden und einen vom Staat kontrollierten russischen Messanger nutzen. Mittlerweile haben vielen Menschen zwei Smartphones: eines für den staatlichen Messanger und ein anderes für eine darüber hinausgehende Kommunikation.
Ich bin schon seit langem viel in Russland unterwegs, spreche die Sprache und habe dort viele Freunde, mit denen ich auch Kontakt halte, wenn ich in Deutschland bin. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Schichten und politischen Spektren. Seltsamerweise ist mir mit ihnen eine kritische Auseinandersetzung über Russland und den Krieg eher möglich als in Deutschland. Hier in Deutschland ist die Diskussion so polarisiert, dass eine sachliche Auseinandersetzung kaum noch möglich ist..
Als ob es darauf ankommt. Russland befindet sich im Abwehrkampf gegen westlichen Imperialismus. Es ist gut möglich, dass der westliche, liberale Kapitalismus Russland als Beute benötigt um zu überleben.
Von den USA breitet sich zudem ein völlig ungeschminkter Raubtier-Kapitalismus aus. Da ist es völlig egal welche Regierungsform dagegenhält. Vermutlich ist ein autokratisches System in diesem Punkt sogar effektiver.
Die Gegenüberstellung von Demokratie (gut) und Autokratie (böse) ist typische westliche Propaganda. Es soll den Krieg (gegen das Böse) rechtfertigen. Auf diese Rechtfertigungsideologie sollte man nicht herreinfallen.
@ garno
Ich stimme Ihnen zu. Das gute Europa und das böse Russland?
Das ist doch purer Blödsinn um die eigene Verlogenheit zu verbergen und seine Bevölkerung in den Abgrund reißt. Wenn eine Atombombe auf Deutschland fällt dann haben wir das einzig und allein unserer kriegslüsternen Regierung zu verdanken.
Patric Baab & Kempten
https://m.youtube.com/watch?v=THELpeCp1ns&list=PLC8BiBSArcJGQki_cNNBtI4C7N6q86ehS&pp=iAQBmAUB
Das ist genau die Polarisierung, die ich meine. Wenn man das russische System kritisiert, dann wird einem automatisch unterstellt, dass man die westlichen Systeme gut findet. Tatsache ist doch, dass bei allen grossen Staaten nach aussen die geopolitischen Interessen der jeweils regierenden Elite vertreten werden und nach innen dafür gesorgt wird, dass die Bürger mitziehen. Es unterscheiden sich nur die Methoden und das mittlerweile graduell, denn auch die westlichen Regierungssysteme werden immer autokratischer. Aber für mich gehört Putin und seine Regierung genauso zur brutalen politischen Elite wie die Regierungen des Westen und wir Bürger sind alle nur instrumentalisierte Untertanen, ganz gleich, ob wir in Russland, China oder Europa wohnen.
Es sind aber die USA, die die Welt im Griff haben – mit der Ausnahme von China, Russland und Iran, die lassen sich nicht westlichen Kapital-Interessen unterwerfen. Das ist das Problem für den Westen, deswegen die Hetze gegen die bösen Autokratien. Oder meinen Sie im ernst, die USA wären eine Demokratie, wo die politische Macht gekauft wird?
Es geht mir um die Menschen. Egal ob in Russland, USA, China oder sonst wo. Wir alle werden von Eiten regiert, die vor allem ihre Interessen durchsetzen wollen. Dabei hat keiner ein Problem damit, uns zu opfern, indem sie Kriege anfangen bzw. provozieren. Putin schickt ebenso wie Trump und andere seine Leute in den Krieg, während er und sein Minister sicher im Bunker sitzen. Und wer regelmässig in Russland ist, sieht zunehmend die invaliden Männer. Ich habe mit einigen gesprochen. Es sind schlimme Geschichten und vielen dämmert, dass der Preis sehr hoch, zu hoch war. Und welchen Preis zahlen die Politiker, die diese Männer in den Krieg schicken?
Danke für Ihre Schilderung. Dieses dämliche der Feind-meines-Feindes-Denken ist wirklich ätzend. Als ob man nicht den Westen und z.B. BRICS gleichzeitig kritisieren könnte.
Eigentlich ist das auch aus machttheoretischer Sicht völlig bescheuert: Als ob nur eine Wahl zwischen Russland und China oder EU und USA denkbar wäre.
Es ist übrigens völlig im Interesse derjenigen, die die Macht in dieser Welt haben zu behaupten, es gäbe nur eine solche Wahl und man müsse entweder das eine oder das andere System unkritisch bejubeln, damit die Leute ja nicht anfangen, sich mal vorzustellen, wie die Welt sein könnte, wenn es nicht Herrscher und Beherrschte geben würde, sondern nur Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen.
In den NSU- Veröffentlichungen über den Kiesewetter-Mord wurden digitale Überwachungen genannt, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Ob in Russland die digitale Überwachung schon wesentlich weiter fortgeschritten ist als in Deutschland ist eine Feststellung, die man nicht belegen kann. Bekannt ist ja die umfassende digitale Überwachung von DDR- Bürgern durch westliche Dienste schon zu DDR-Zeiten. Sollte dies aufgegeben worden sein?
Ich persönlich finde die Forderung, Kriegstreiber aus dem Spiel zu nehmen, alles andere als radikal. Als Politiker, welche zu ihrem eigenen Vorteil ihre Bestimmung, Krieg von ihren Mündeln fernzuhalten, in’s Gegenteil verkehren und Tod & Verstümmelung von Hunderttausenden nicht nur in Kauf nehmen, sondern aktiv befördern, sind diejenigen, welchen man neben unzähligen weiteren Charakterschwächen Radikalität zuschreiben kann und muss; und zwar völlig unabhängig von der politischen Ausgangslage oder persönlichen Überzeugung! Keine politische oder persönliche Grundausrichtung rechtfertigt es, Hunderttausende in’s Verderben zu schicken!
@“!ch persönlich finde die Forderung, Kriegstreiber aus dem Spiel zu nehmen, alles andere als radikal.“
Ich finde wenn man Kriegstreiber aus dem Spiel nehmen will muss man das Übel an der Wurzel packen, ergo radikal und daran sehe ich nichts Falsches.
Wie wollen Sie Putin aus dem Spiel nehmen? Das erklären Sie mal.
Der Zar ist so gut geschützt, da werden Sie sich die Zähne ausbeißen.
Egal was Herr Unger, Herr De Lapuente, Herr Meyer, Herr Schulze oder ich fordern. Einfluß auf die Entscheidungsträger in der Politik hat das in DE ebenso wie in Russland keinen!
Natürlich wäre es nicht schön wenn Deutschland sich in den Krieg ziehen läßt und deshalb bombardiert wird aber wenn es doch geschehen sollte sind unsere Entscheidungsträger dafür verantwortlich die nie auf entsprechende Warnungen gehört und stattdessen weiter eskaliert haben und es noch tun.
Aber auch wir als Bevölkerung sind schuldig weil wir nicht STOP gesagt haben.
Also wird es kommen wie es kommen muss, es sei denn es findet ein Wandel um 180 Grad in der deutscgen Außenpolitik hin zum Frieden statt
„Wo zu wenig Hirn vorhanden ist, kommt die Moral!“
Teil 2:
Bei der Abwägung des Für & Wider sollte nicht vergessen werden, das es sich hierbei in erster Linie nur um die allseits bekannten Motive handelt, um Kriege und Zerstörung zu rechtfertigen: Gier, Machtgelüste & überzogener Egoismus; von Selbstverliebtheit und fehlender Empathie ganz zu schweigen!
Wen zählt dann der Autor zu den Journalisten? Es wäre doch einfacher, deren Namen zu nennen. Abgezählt würde doch eine Hand ausreichen.
Und wie hält er es mit Tucholksy: “ …küsst (schlagt) die Faychisten, wo ihr sie trefft.“?
Sind ihm nur die akzeptabel, die in Auseinandersetzungen alle Kontrahenten gleichsetzen, unabhängig von ihrem Handeln? Damit meine ich ihn nicht ausschlieslich, nur machmal.
Hören Sie, Herr Oberst. Ich kann ja keinen mehr küssen, wenn er mich vorher mittels Rakete in Stücke gerissen hat.
Genosse, bitte. Soviel Zeit muß sein . Herr Oberst wäre ich nie geworden, selbst nicht zum Preis des Lebens.
Es soll KZ-Häftlinge gegeben haben, die das Bombardement ihrer Unterkunft bejubelt haben.
Den Deutschen, oder in unserem Land lebenden, die das ganze Drecksspiel durchschauen, geht gerade der Arsch auf Grundeis!
Da haben sie sich Jahrzehnte vom Kapitalistischen Warenhedonismus, einer oberflächlichen Friedlichkeit und gespielten Menschenfreundlichkeit( solange genug und lecker auf den Buffet auch für die prekären aus Medien und Kultur aufgetischt wurde) domestizieren lassen( die, die mal rebellisch waren) oder gar nicht erst Abwege der politökonomische Analyse geraten lassen, und jetzt wo die ersten Böen des Gewittersturms den Sonnenschirm umstossen, geraten sie in Panik.
was ist schlimmer, den Atompilz eine Tausendstel Sekunde beobachten zu können, oder ein Sanktionsleben zu führen, zwischen den Menschen herum zu irren und nicht mal einen ordentlichen Judenstern bekommen zu haben, der wenigstens nicht sichtbares Zeichen des Terrors wäre, dem man ausgesetzt ist?
Der Gert ist uns Träumern hier vielleicht nur eine Vorwarnzeit Voraus!
@Roberto, wärest du jetzt nicht Deutscher in Frankfurt, sondern Cubaner in Havanna, würdest du ernsthaft gegen A Bomben auf das Pentagon demonstrieren gehen? Würdest du die anrückenden Folterer und Zuhälter aus Quantico mit Fähnchen begrüßen und deine Tochter mit einem Epstein T Shirt zur Musterung in die Luft halten?
Sollte mein Text für die Seelen der Overtoneleser zu prall sein oder Es wegen Ärger mit der inneren Zensurschere führen und nicht veröffentlicht werden dann ist das so.
a er meine Scheidung von Overtone ist dann auch so.
die ossietzkies sind halt wenig.
Die Westalliierten wußten von Auschwitz und hätten die Mittel gehabt die Krematorien zu bombardieren das hätte viele Leben gerettet. Die Frage ist, wie weit die Bombardierung von Zielen in Deutschland die maßgeblich Waffen für die Ukraine liefern das Sterben in der Ukraine zu beenden. Die Forderung von Ungar ist eine Überspitzung und so auch zu Werten
@Otmars
Genauso habe ich das auch von Ungar verstanden. Natürlich ist das kein Journalismus der „ehrenwerten Art“, soll er auch nicht sein. Ansonsten hätte er nur noch in unserer Blase eine Basis. 😉😉
Mein 4. Kommentar, der wird aber auch gelöscht 😁
In WK2 war man noch nicht in der Lage so exakt Objekte zu zerstören wie das heute mit Marschflugkörpern möglich ist.
Teilweise wurden Bomben nach dem Abwurf um Hunderte von Metern alleine durch den Wind verstreut. Allerdings war die Zielfindung auch noch viel schwieriger.
Bestimmte Teile des Lagers bombardieren hätte genauso nur die Häftlinge treffen können.
Und dafür hätten die Allierten ihre Soldaten gefährden sollen?
Warum hat Russland diese Luftangriffe nicht ausgeführt?
Hatten die keine Luftwaffe? Da habe ich andere Kenntnisse.
Aussage 1: „In WK2 war man noch nicht in der Lage so exakt Objekte zu zerstören wie das heute mit Marschflugkörpern möglich ist.“
Das ist in dieser Form zu pauschal und irreführend. Moderne Marschflugkörper besitzen zwar eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit, Reichweite und Zuverlässigkeit, aber die Behauptung, im Zweiten Weltkrieg habe man keine präzisen Angriffe durchführen können, ist historisch falsch.
Bereits im Zweiten Weltkrieg wurden einzelne Brücken, Bunker, Schiffe, Industrieanlagen oder Staudämme gezielt angegriffen. Bekannte Beispiele sind die britische Operation „Chastise“ gegen die Möhne- und Edertalsperren 1943, bei der speziell entwickelte „Rollbomben“ unter sehr präzisen Abwurfbedingungen eingesetzt wurden, oder die Versenkung des deutschen Schlachtschiffs „Tirpitz“ im Jahr 1944 durch die RAF mit den von Barnes Wallis entwickelten „Tallboy“-Bomben. Die dafür eingesetzten Besatzungen trainierten wochenlang speziell für diese Einsätze.
Der Unterschied zu heute liegt eher in Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Verbreitung solcher Mittel.
Aussage 2: „Bestimmte Teile des Lagers bombardieren hätte genauso nur die Häftlinge treffen können.“
Bei Luftangriffen bestand real immer die Gefahr, dass Häftlinge, Zwangsarbeiter oder andere Internierte getroffen wurden. Allerdings war dies keineswegs ein Hindernis, das die Westalliierten grundsätzlich von Luftangriffen abhielt. Während des Krieges wurden immer wieder Industrieanlagen, Verkehrsknotenpunkte und militärische Ziele bombardiert, obwohl bekannt war, dass sich in deren Nähe Zwangsarbeiterlager oder andere zivile Einrichtungen befanden. Ein bekanntes Beispiel sind die Ford-Werke in Köln. Dort wurden bei alliierten Luftangriffen die Unterkünfte tausender Zwangsarbeiter zerstört, während die eigentlichen Produktionsanlagen bereits kurz nach Kriegsende wieder genutzt werden konnten.
Die historische Kontroverse dreht sich allgemein meist nicht darum, ob das Gebiet des KZ Auschwitz grundsätzlich erreichbar war, sondern ob die alliierten Führungen den Angriff als (militärisch) sinnvoll genug einstuften. Die Diskussion über mögliche Angriffe auf die großen deutschen KZ wird in der Wissenschaft deshalb nicht primär technisch, sondern vor allem hinsichtlich Prioritäten, Informationslage, militärischer Doktrin und politischer Entscheidungen geführt.
Frage 1: „Und dafür hätten die Allierten ihre Soldaten gefährden sollen?“
Doch, genau das taten die Westalliierten im Luftkrieg regelmäßig, auch bei Zielen von begrenztem militärischem Nutzen.
Die strategische Bombenkampagne gegen das Deutsche Reich gehörte zu den verlustreichsten Unternehmungen des Krieges. Allein RAF und USAAF verloren zusammen ungefähr 106.000 Angehörige (Gefallene, Verwundete oder Kriegsgefangene) bei Einsätzen über Europa; die RAF allein verlor dabei rund 9.000 Flugzeuge.
Gerade deshalb wird der militärische Nutzen dieser Kampagne bis heute kontrovers diskutiert. Der Historiker Richard Overy gelangte in seinem Werk „The Bombing War“ zu einer deutlich kritischeren Bewertung des strategischen Bombenkriegs als viele ältere Darstellungen.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob sie Soldaten gefährdeten, sondern *wann* und *warum* sie bereit waren, dieses Risiko einzugehen.
Frage 2 + 3: „Warum hat Russland diese Luftangriffe nicht ausgeführt? Hatten die keine Luftwaffe?“
Hier braucht es eine historische Korrektur: Es gab damals kein „Russland“. Die Russische Sowjetrepublik war lediglich ein Gliedstaat der UdSSR.
Die UdSSR verfügte selbstverständlich über eine Luftwaffe und führte bereits 1941 Luftangriffe auf Berlin durch. Sie besaß sogar spezielle Langstreckenbomberverbände für solche Einsätze. Die Angriffe wurden jedoch kritisch ausgewertet, ein Grund vielleicht auch, warum die Sowjetunion keine eigene strategische Bombenkampagne nach britischem oder amerikanischem Vorbild entwickelte. So konzentrierte sich ihre Luftmacht überwiegend auf die unmittelbare Unterstützung der Bodentruppen und die Bekämpfung deutscher Streitkräfte an der Front.
Von der Bedeutung der sowjetischen Luftstreitkräfte zeugen ansonsten bekannte Verbände wie die sogenannten „Nachthexen“, ein vollständig aus Frauen bestehendes Nachtbomberregiment, das tausende Kampfeinsätze gegen deutsche Truppen flog.
Gegenwärtig lässt sich wiederum feststellen, dass die russische Luftwaffe zwar regelmäßig Luftschläge durchführt, dabei jedoch stärker auf Distanzwaffen, Risikominimierung und die Unterstützung operativer Ziele setzt. Eine dem anglo-amerikanischen strategischen Bombenkrieg des 20. Jahrhunderts vergleichbare eigenständige Doktrin großflächiger Luftoffensiven spielte in der russischen Militärtradition historisch eine deutlich geringere Rolle. Luftmacht wird traditionell anders eingesetzt und seltener ganze Kriege um die Erlangung absoluter Luftherrschaft herum organisiert wie im Fall von westlichen Staaten. Auch heute nimmt der russische Luftkrieg eher einen stärker unterstützenden Charakter für die Operationen der Landstreitkräfte ein.
@ Sepp Gladiola 21 Uhr 53 : großen Dank für Ihren kompetenten Beitrag wider das unsägliche Geschwätz
das Elend das solch ein Konflik mitbringen würde, sprengt unsere aktuellen Phantasie..
Deutschland können dann die Nato nicht mehr helfen, Russland China nicht mehr ..
Journalisten sollte das zumindest klar sein, oder Sie sind einfach nur nackte Oportunisten..
als langjaeriger heise-foren-insasse war man ja noch deutlich beklopptere antideutsche gewohnt.
dies ist mal ein leidlich originelles exemplar.
und natuerlich sind solche hass-tiraden falsch. auch wenn sie sonst ja immer von der anderen seite kommen.
Sinngemäß ist Propaganda eine Information, um die Empfänger dieser davon zu überzeugen, eine Sache, Idee oder eine Partei bzw. ein bestimmtes Ziel zu unterstützen. Der Autor macht nun gleiches in obigen Artikel.
Schon in der Überschrift ist die Zielrichtung vorgegeben. Nicht einfach ein Journalist Ungar fordert da etwas, nein ein deutscher RT-Journalist muß es sein. Solcherart Schlagzeilen zeichnen westliche Propaganda aus.
Quintessenz, ein Propagandist bezeichnet den anderen als Propagandisten.
@ K Robert 12 Uhr 19 So ist es. Sie haben ins Schwarze getroffen: schon
der Aufmacher ist reißerisch tendenziös .
Ach, Unger betreibt Propaganda? Wer die Texte von Unger gelesen und verstanden hat, weiß das schon von Anbeginn. Ist das ein Alleinstellungsmerkmal von Unger und/oder der Zunft an sich? Nein.
Gibt da einschlägige Literatur, z.B.: Erich Schmidt-Eenboom, Undercover – Der BND und die deutschen Journalisten
Und wer nicht gerade das Empfinden und Verständnisvermögen eines Backsteins hat, kommt auch von selbst drauf. Die Dienste im Dienst der Herren, plus Subunternehmer. Wäre doch schon schräg ausgerechnet die Bewußtseinsformungssparte auszunehmen. Oder?
Erstaunt das angesichts einer bis ins Mark verotteten bürgerlichen Gesellschaft? Nein.
Nehmen wir an der ganze Laden kracht zusammen. Angesichts der zunehmenden Verwerfungen des krisenbehafteten Betriebssystems keine unrealistische Annahme. Manchen eher unbedarften Gemütern würden die Augen übergehen, wenn sie quasi offiziell erführen, wenn denn Dienstakten der Dienste in „unbefugte“ Hände geraten, wer da alles mit wem.
Wenn jemand eine Bombardierung fordert, egal, was von wem aus welchen Gründen bombardiert werden soll, hat er sich selbst aus dem Spiel genommen. So jemand ist für mich moralisch erledigt, auf welchem Weg er dorthin gelangt ist, spielt für mich keine Rolle!
„Wenn jemand eine Bombardierung fordert, egal, was von wem aus welchen Gründen bombardiert werden soll, hat er sich selbst aus dem Spiel genommen.“
Ist dort die Bombardierung deutscher Industrie und Infrastruktur im WW2 eingeschlossen?
Oder ein anderes klassisches Dilemma: https://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem
@ Ansg:
Hier ein paar Krücken:
@Wallenstein schrieb »fordert«, das ist Präsens, inkludiert ggf. die Zukunft, für die Vergangenheit kann jeder fordern, was und wie es Ihm/Ihr beliebt.
Das Trolley-Problem würde man gerne sehen, das eine »Bombardierung« (die fantasierten sog. chirurgischen Eingriffe nehmen wir da mal raus) auch nur in Erwägung ziehen könnte.
Dem stimme ich zu. Kein Mensch mit auch nur zwei Groschen Anstand fordert Bombardierungen. Es genügt sich vor Augen zu führen, was die Bombardierung eines Landes bedeutet. Es bedeutet, dass tonnenweise explosives Material auf unschuldige Menschen abgeworfen wird, dass Tod und Zerstörung herabregnet auf Leute, die nichts, aber auch rein gar nichts Böses getan haben und nur ihr normales Leben führen wollen. Ich bin das alles so unendlich leid. Ich ertrage diese Propagandisten und Kriegstreiber nicht mehr. Egal ob sie Kallas, Merz, Pistorius, Putin, Selenski heissen. Ich möchte, dass sie endlich allesamt die Fresse halten. Ich will keine durchgeknallten, mit religiösen Symbolen tätowierten US-Kriegsminister mehr sehen, die die Bombardierung des Irans als Akt göttlicher Rache glorifizieren, keine Rabbis, die die Verwüstung Gazas segnen, keine Bischöfe, die kurz vorm Kanonensegnen stehen, keine Politiker, die „den Krieg nach Russland bringen“ wollen und auch nicht deren russische Pendants, die Deutschland oder die EU bombardieren wollen. Haben die alle Lack gesoffen?
Dem stimme ich zu. Kein Mensch mit auch nur zwei Groschen Anstand fordert Bombardierungen. Es genügt sich vor Augen zu führen, was die Bombardierung eines Landes bedeutet. Es bedeutet, dass tonnenweise explosives Material auf unschuldige Menschen abgeworfen wird, dass Tod und Zerstörung herabregnet auf Leute, die nichts, aber auch rein gar nichts Böses getan haben und nur ihr normales Leben führen wollen. Ich bin das alles so unendlich leid. Ich ertrage diese Propagandisten und Kriegstreiber nicht mehr. Egal ob sie Kallas, Merz, Pistorius, Putin, Selenski heissen. Ich möchte, dass sie endlich allesamt die Fresse halten. Ich will keine durchgeknallten, mit religiösen Symbolen tätowierten US-Kriegsminister mehr sehen, die die Bombardierung des Irans als Akt göttlicher Rache glorifizieren, keine Rabbis, die die Verwüstung Gazas segnen, keine Bischöfe, die kurz vorm Kanonensegnen stehen, keine Politiker, die „den Krieg nach Russland bringen“ wollen und auch nicht deren russische Pendants, die Deutschland oder die EU bombardieren wollen. Haben die alle Lack gesoffen?
Wladimir Putin wird sich sicher nicht von Ungar/Wagner beeinflussen lassen, aber das die reale Gefahr besteht, nach der russischen Auflistung der westlichen Rüstungsfirmen als Kriegsziele, ist nicht von der Hand zu weisen. Die deutliche Eskalation bei der letzten Bombardierung Kiews, und der Hinweis Lawrows an seinen amerikanischen Kollegen, sollte man im Westen vielleicht als Hinweis verstehen, wohin sich dieser Krieg entwickeln kann. Mein Wunschdenken konzentriert sich auf eine Wirkung des Offenen Briefes von Jeffrey Sachs an Bundeskanzler Merz (Berliner Zeitung). Aber wahrscheinlich nur Wunschdenken.
„Die deutliche Eskalation bei der letzten Bombardierung Kiews, und der Hinweis Lawrows an seinen amerikanischen Kollegen, sollte man im Westen vielleicht als Hinweis verstehen, wohin sich dieser Krieg entwickeln kann.“
Riecht irgendwie nach Erpressung.
Und so jemand wie Lawrow sollte es gewohnt sein seine Worte so zu wählen das keine unerwünschten Interpretationen möglich sind.
Habe mir die Screenshots der Posts von G. Wagner angeschaut und kann die Kritik des Autors RdL nicht nachvollziehen. Die contents entsprechen inhaltlich dem, was in Politik-Talk -Sendungen im russischen Staatsfunk seit spätestens 4 Jahren läuft. G. Wagner ist ein RT -Journalist in Moskau, macht dort seinen Job ganz gut und ist diesbezüglich niemandem in Deutschland Rechenschaft schuldig. Es handelt sich offensichtlich um eine persönliche Fehde zwischen dem Autor RdL und G. Wagner. Diese muss man als Freunde nicht öffentlich austragen,
„G. Wagner ist ein RT -Journalist in Moskau, macht dort seinen Job ganz gut“
Mit dem selben Fatalismus könnte man auch sagen das ein KZ-Aufseher auch nur seinen Job macht.
Guten Tag,
was monieren Sie konkret? Ist G. Wagner ist ein RT -Journalist in Moskau -Ja oder Nein?
Macht G. Wagner seinen Job gut oder schlecht? Wenn RT als Arbeitgeber mit dem Mitarbeiter G. Wagner unzufrieden wäre, dann würde man ihn wie in jedem Unternehmen entlassen. Margarita Simonjan verfügt über ein Jahresbudget von 32 Mrd. Rubel -ca. 390 Mill. USD- und kann damit auf dem globalen Journalisten-Markt jeden, den man haben will, kaufen.
Guter Vergleich. Jack the Ripper hat aus seiner Sicht heraus auch einen sehr guten Job gemacht. Hat sich nicht erwischen lassen und ist heute noch im Gespräch.
Guter Vergleich. Jack the Ripper hat aus seiner Sicht heraus auch einen sehr guten Job gemacht. Hat sich nicht erwischen lassen und ist heute noch im Gespräch.
Sehe ich auch so. Was mich dagegen voll ankotzt ist, dass ich hier für Kriegsaufrufe zahlen muss:
4.5.2014:
ARD-Korrespondentin Golineh Atai meinte etwa in einer Live-Schalte aus Donezk: „Diese Militäroffensive kommt leider viel zu spät.“
oder aktueller hier:
Berliner Zeitung, 10.12.2025:
„Ein besonders raffinierter Plot-Twist droht dagegen zu verblassen. Das
wäre ungerecht. Vergangene Woche wurde der Brüsseler ZDF-Korrespondent
vom Außenministertreffen ins „heute-journal“ geschaltet. Seine
Kunstfertigkeit kann nur ermessen, wer die Vorgeschichte kennt. Der Chef
des Nato-Militärausschusses hatte laut darüber nachgedacht, angesichts
mutmaßlicher oder tatsächlicher russischer Provokationen „aggressiver
oder proaktiv statt reaktiv“ aufzutreten. Ein „Präventivschlag“ könne
durchaus als „Verteidigungsmaßnahme“ betrachtet werden.“
„Putin hatte geantwortet: „Wir haben nicht vor, mit Europa zu kämpfen.
Aber wenn Europa gegen uns kämpfen will, sind wir sofort bereit.“ Auf
Schulhofdeutsch lautet der Dialog: „Noch so ’n Ding, Augenring.“ – „Komm
doch, wenn du dich traust.“ Der ZDF-Korrespondent fand eine originellere
Übersetzung: „Statt friedlicher Töne droht Moskau gestern Europa mit
Krieg.“ Mit dem Zweiten erzieht man besser.“
„Das alles sind kreative Ansätze, um ein Konfrontationspublikum auf
Betriebstemperatur zu bringen. Oft wird versucht, Deutschland
schlechtzureden. Dabei steckt hier noch so viel Schöpferkraft.
Selbstredend ergießt sich auch über die Russen hirnverbrannte bis
hirnverbrennende Propaganda. Jede Menge. Doch so hanebüchen Moskaus
Mumpitz auch sein mag, er hat einen Vorteil: Ich muss ihn nicht
bezahlen.“
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/trabanten
desgrauens-wie-der-oerr-versucht-die-zuschauer-auf-kriegstemperatur
zubringe-li.10009575
S
Pluralismus ist schon ein schwieriges Ding, wenn man erwartet das alles in den Medien der Linie des großen Zampanos folgt sollte man bei der nächsten Wahl sein Kreuz bei den Blaunen oder den Nationalbolschewisten machen.
Sorry, man muss jetzt aber nicht verstehen, was Sie das schreiben?
Aber wer mit der Verwendung mit Wörter wie „KZ-Aufseher“ argumentiert, kann sich sonst vlt. nicht klarer ausdrücken.
Das deutsche Bürgertum hat auch 1914 und 1939 zurückgeschossen. Und zwar 1914 „aus aufgezwungener Notwehr“ und 1939 seit 5:45 Uhr „zur Verteidigung“.
Offenbar fällt den Vögeln nix neues mehr ein.
Ich will Gert Ewen Ungar mal zugute halten, dass das ein typischer Fall von: „so wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“ ist.
Seine Reaktion ist natürlich sehr radikal, aber wenn man die tägliche Russen- und Kriegshetze unserer „Elitessen“ sich so anhören muss, dann ist das schon irgendwie verständlich. Und wenn man dann noch den Vergleich mit den wachsweichen „Verurteilungen“ dieser Elitessen hinsichtlich der US und israelischen Kriegsverbrechen hört oder liest, dann kann schon einmal eine Sicherung durchbrennen.
Ich muss allerdings klar sagen, dass ich keinerlei Bombardierungen oder ähnliches fordere, selbst wenn mich die Wut über meine Mitmenschen und deren Geschwätz packt. Krieg ist immer die schlechteste aller Möglichkeiten, auch wenn man das heute in Deutschland vergessen zu haben scheint.
In den Köpfen läuft der Krieg ja schon … die Investition hat sich gelohnt!
Leider nicht für das Kanonenfutter.
Gert Ewen Ungar ist mir gelegentlich mit einigen guten Texten untergekommen. Und das in verschiedenen Medien, sowohl hier in D als auch in RU. Herr Wellbrock von den Neulandrebellen ist mir auch einige Male mit interessanten Artikeln auf RT aufgefallen – ist der eigentlich auch ein RT-Journalist? (Nebenbei: Die Kommentare vom Altlandrebellen hier auf Overton waren mir meist lieber als die Texte vieler Autoren – schade, dass er hier nicht mehr schreibt).
Das, was RdL hier von Gert Ewen Ungar gepostet hat (ich werde einen Teufel tun und mich der Vollständigkeit halber etwa bei X anmelden) und skandalisiert, ist die vulgarisierte Position eines Karaganow. Der Unterschied: Karaganow erläutert genau, weshalb er der Auffassung ist, dass die europäischen Eliten nur über einen begrenzten Atomschlag „zur Vernunft“ gebracht werden könnten und in jedem dritten Satz betet Karaganow, dass Gott verhindern möge, dass solcherart Vorgehen nötig werden würde. Da Gert Ewen Ungar wahrscheinlich und verständlicherweise der Glaube an Gott abgeht, bleibt dann halt die nüchterne Aussage von Karaganow bestehen.
Gert Ewen Ungar hat sich Positionen zu eigen gemacht, die – so meine Beobachtung – in Russland verbreitet sind, ohne Kreml-Position zu sein. Allerdings ist wohl ein öffentlicher Druck entstanden, dem sich auch der Kreml nicht gänzlich entziehen kann. Wenn ich mir die Meinungen vieler russischer Militärblogger so anschaue (o.k., die wenigsten werden sich als Journalisten begreifen – und ihre Einstufung als Propagandisten werden sie zustimmend zur Kenntnis nehmen), hätten die mit Gert Ewen Ungar keine Probleme.
Ob es unbedingt des von RdL insinuierten Drucks von RT und/oder anderer Institutionen auf Gert Ewen Ungar bedurfte, sei mal dahin gestellt. Wenn man in Russland lebt, sieht eben manches anders aus.
Was mir unklar bleibt, weshalb die ganze „Story“ hier auf Overton ausgebreitet werden muss (musste es?) und wieso im Text noch mahnend/warnend und/oder süffisant ein Hinweis erscheinen musste, dass Gert Ewen Ungar wie andere Autoren möglicherweise sanktioniert werden könnte – oder sollte?
Mit dem Artikel hier von Roberto kann man wunderbar jede Feme gegen Journalistisch tätige Zeitgenossen rechtfertigen. Da werden dann auf Overton jene Artikel gegen die Zensur der EU gegen Kritiker die bis hin zur Vernichtung der bürgerlichen Existenz zur Lachnummer.
nebenbei wird damit auch gleich noch ein altes Prinzip über Bord geworfen „schreib niemals über ein Thema von dem du selbst betroffen bist, lass das Redaktionskollegen machen“ ich werde weiterhin die Texte von Ungar lesen.
Ungar hat nie den Eindruck erweckt das er keinen klaren politischen Kurs hätte.
In ganz Jungen Jahren habe ich von einer alten Frau gelernt, wo Bomben herkommen da Zielen auch Bomben hin.
Natürlich kann man auch die Frage stellen, wieso die russische Regierung ausgerechnet Deutschland verschonen sollte bei den bekannten historischen Erfahrungen der russischen bzw sowjetischen Bevölkerung mit Deutschland.
Das ist natürlich lächerlich, entschuldigen Sie, wenn ich das so unverblümt sage. Wenn ein deutscher Journalist fordert, man möge das Land seiner Herkunft bombardieren, dann hat das nichts mit „journalistisch“ zu tun. Wieso ist es nicht in Ordnung, wenn deutsche Journalisten das andersherum tun – wieso tolerierbar, wenn es von der anderen Seite kommt? Was Wagners Artikel betrifft, die Sie gerne lesen: Nur zu, ich will hier niemanden dazu aufrufen, dessen Artikel zu boykottieren – was man allerdings vernimmt, wenn man sich umhört, so findet ein großes Befremden unter Kollegen der Bubble statt, was Wagners Artikel betrifft.
Wieso es nicht tolerierbar ist, wenn es von der anderen Seite kommt? Ein Versuch einer Erklärung:
Da geht es natürlich um die tieferen Ursachen dieses Konflikts. Wenn man, wie ich, davon ausgeht, dass es in gewisser Weise um einen Endkampf des westlichen Finanzkapitalismus und dessen Eliten geht, indem, ohne Wenn und Aber Russland und dessen Rohstoffe erobert werden müssen (auch um China von Norden einzukreisen, man könnte auch über die Herzlandtheorie nachdenken), dann wird doch sicherlich klar, wer hier der eigentliche Agressor ist. Unter diesem Gesichtspunkt verstehe ich Karaganov und Ungar sehr wohl, wenn sie sagen man müsse dem Agressor mal eine vor den Bug hauen, damit dieser zur Vernunft kommt, um noch Schlimmeres zu verhindern.
Das vergleiche ich mal mit einem Jungen, der am Schulhof ständig gemobbt, geschlagen und abgezogen wird, bis er eines Tages einen der (sagen wir 3) Bullies mit dem Mute der Verzweiflung umhaut, um die anderen beiden abzuschrecken. Kann funktionieren, hab ich so schon in vielen Filmen gesehen.
Hoffe es ist verständlich!
@ Roberto de Lapuente : Was man allerdings so vernimmt, wenn man sich umhört, so findet ein großes Befremden unter Kollegen der Bubble statt. “ … Kollegen der Bubble ? neudeutsch für Blase ?
Argument ist das allerdings keines, dass Ungarns Aussagen, die Journaille befremdet.
„was man allerdings vernimmt, wenn man sich umhört, so findet ein großes Befremden unter Kollegen der Bubble statt, was Wagners Artikel betrifft.“
So eine Behauptung ist ein Mittel, das typischer Weise bei Mobbing eingesetzt wird.
Diese öffentliche Art der Auseinandersetzung ist völlig daneben und wirkt eher wie eine persönliche Abrechnung. Du machst Dir auch nicht die Mühe, die Gründe für die Radikalisierung nachzuvollziehen. Außerdem: Aussagen sollten schon verlinkt werden, damit sie in Gänze und im Kontext lesbar sind. Ungars Antworten auf Deine Fragen hätten auch im Zusammenhang mit diesem Artikel verlinkt werden müssen. Ist die Nennung des Klarnamens nötig gewesen? Wenn ja, wozu?
Je näher dieser Krieg zu rücken scheint, um so mehr werden moralisierende Haltungen wie Monstranzen vor sich her getragen. Wenn es ein Land gibt, dem ich für die prägende Erfahrung sich richtiger Weise zur Wehr zu setzen, sofort Respekt zollen mag, dann ist es Russland. Es ist bekannt das dies ein starker Teil der russischen Identität darstellt. Genau so, wie die offensichtliche Schlaftrunkenheit des Deutschen, wenn es darum geht sich gegen die Kriegstreiberei zu organisieren.
So lange Israel…ähh… Deutschland existiert, wird es auch Krieg geben.
Ansonsten gehe ich ganz mit „Cromwell:“ Es handelt sich offensichtlich um eine persönliche Fehde zwischen dem Autor RdL und G. Wagner. Diese muss man als Freunde nicht öffentlich austragen“.
Neinnein, das ist gar nicht persönlich – wie könnte es auch sein? Schließlich hätte Günter nichts dagegen, wenn unser aller Häuser bombardiert werden. Ich möchte auch nicht, dass russische Häuser bombardiert werden – auch ukrainische nicht. Früher waren wir uns darüber einig. Aber wenn jemand meinen Tod – Ihren auch – in Kauf nimmt, dann ist das spätestens dann eine Meldung, wenn das Gesagte aus dem Mund eines Menschen kommt, der Öffentlichkeit hat. Und die hat er.
Ich denke weniger, das er hier zu einer Bombardierung Deutschlands aufruft.
Er hält m.E. es nur für nötig, eine Art Exempel zu vollziehen, um Schlimmeres, nämlich den ganz großen Krieg mit Deutschland, respektive mit Europa zu vermeiden.
So lese ich jedenfalls seine Einlassungen zu diesem Thema.
Was seine Äußerungen bezüglich Kiew und Selenskij und Konsorten betrifft, kann man sicherlich geteilter Meinung sein.
Nur, würde es sicherlich nicht schaden, sondern eher mal das Kriegsende beschleunigen, wenn Russland ein bißchen weniger zimperlich mit der Ukraine umgehen würde.
Es geht ja, bei allen nötigem Respekt, nicht darum, was man nach seinen Posts denkt oder weniger denkt: Seine Aussagen lassen da gar keinen Interpretationsspielraum. Man kann lesen, was er fordert – der einzige Interpretationsspielraum ist: Konventionell oder atomar.
Es ist doch hier eine Frage der Wahrnehmung, ihm zu unterstellen, eine wie auch immer gearteten Angriff bspw. auf deutsche Drohnenproduktionsstätten herbei zu reden, oder eben nur darauf aufmerksam zu machen, das, angesichts der eindeutig kriegstreibenden Verlautbarungen der hiesigen Protagonisten der medialen und politischen Seite angebracht scheint.
Auch, den entsprechenden Link zu seiner Seite zu veröffentlichen, würde, schon alleine aus paritätischen Gründen sicher zu einer Klärung beitragen.
und was ist der Sinn der Sache, seines unzweifelhaft rüdem Verlangen? Herr Wagner erwartet und verlangt einen Stopp der Eskalation oder einen „erklärten Krieg“ , nichts weiter. Der Krieg wird kommen, Aber je länger diese „Krankheit“ verschleppt wird, desto heftiger wird dieser ausfallen. Das heißt nicht, da ich alles an seinem Erguss gut finde.
PS. Mein 3. Post, wird wahrscheinlich auch zensiert.😉
In welchem Text „fordert“ GEU einen Angriff auf D oder EU oder die Bombardierung „unser aller Häuser“? Was Du aus den Textstellen machst ist Interpretation, die sich nicht zwangsläufig daraus ableiten läßt. Man muss mit den Kernaussagen nicht einverstanden sein, doch diese für eine Distanzierung oder Abrechnung (so kommt Dein Text rüber) zu instrumentalisieren und aufzubauschen, ist keine adäquate Form der Streitkultur, weder unter Freunden noch sonst jemanden. GEU ist nicht der Feind oder Gegner, gegen den man anschreiben muss, die sitzen woanders. Berechtigte Kritik sieht anders aus.
@ Lapuente 14 Uhr 06 : Der rt Autor habe nichts dagegen, dass „unser aller Häuser bombardiert werden “
Das
allerdings habe ich von ihm nicht gelesen. Es werden die russischen Streitkräfte auch nicht Lapuentes Burg als Ziel programmieren. Die Ziele wurden doch schon publiziert. Rüstungs- und Waffenschmieden .
„…wenn unser aller Häuser bombardiert werden.“ Die Kirche mal im Dorf lassen. So hat sich Ungar nicht geäußert und ihm das zu unterstellen ist mieser Stil und Panikmache, die an Bashing grenzt. Ich fand Deine Beiträge bislang i.d.R. gut aber dieser Artikel ist völlig daneben. Besser die Hitze rausnehmen und darüber schreiben, was jemand wirklich ausdrückt.
Ich will Ungar in keinster Weise entschuldigen, aber er ist eine Art „Konvertit“ und die sind häufig tausendprozentig.
Er ist ein homosexueller Deutscher in Russland (seine Homosexualität hat er ja selbst häufig öffentlich thematisiert) und ich kann mir vorstellen, dass das nicht immer einfach ist. Ich vermute, dass er glaubt, dass bei ihm keinerlei Zweifel bestehen dürfen in Hinblick auf seine absolute Parteinahme in Sachen Russland. Er hat in Deutschland alle Brücken hinter sich abgebrochen. Es gibt keinen Plan B mehr für ihn.
Ich war noch nie in Russland, ich habe immer nur darüber gelesen, habe hier in Deutschland ein paar Russen kennengelernt. Mein Eindruck ist, dass Gert Ewen Ungar glaubt, so radikal sein zu müssen, weil das Russen von ihm erwarten und das glaube ich eben nicht, im Gegenteil. Die Russen mit denen ich zu tun hatte, sind eher sehr freundliche, fast naive herzliche Menschen, die einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen und die so gar nichts zackig-preußisches an sich haben, so zumindest meine Erfahrung.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele Russen also im Gegenteil ein Problem mit einem Deutschen in Russland haben, der seine Heimat gerne in einen heißen Krieg mit Russland verwickelt sehen will, zumindest schreibt er sowas ja.
Ich schreibe hier übrigens nur meine persönlichen Eindrücke ohne jeden Anspruch darauf, ob ich das richtig auffasse oder nicht, ich kenne ihn ja nicht persönlich. Mir ist nur auch aufgefallen, dass er sich sehr radikalisiert hat in den letzten Jahren.
Diplomatie ist das Gebot der Stunde, auch im zwischenmenschlichen Bereich und Diplomatie beinhaltet immer zumindest den Versuch, die andere Position zu verstehen. Ich persönlich habe sehr viel mehr Verständnis für Probleme, die von Angst herrühren als „Probleme“, die einfach giergetrieben sind (weil sich Kriegshetzer z.B. mit ihren scheiß Rüstungsaktien dumm und dämlich verdienen).
Ich bin Pazifistin und billige in keinster Weise, was Gert Ewen Ungar schreibt, aber ich versuche das Ganze aus seiner Sicht zu verstehen. In meinen Augen ist das eine ganz tiefe irrationale Angst, von „den“ Russen abgelehnt und vielleicht sogar abgeschoben zu werden. Weil er eben keinen Plan B hat.
Und er ist halt so typisch deutsch in seiner antideutschen Attitüde, die schon Churchill (nicht, dass ich von dem irgendwas halten würde, aber das Zitat ist trotzdem treffsicher) beschrieben hat: „Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“
Und Ungar greift nun halt überspitzt gesagt nach der Gurgel Deutschlands und liegt zu Füßen Russlands.
Das ist vollkommen irrational, weil er glaubt, damit in Russland gut anzukommen. Ich glaube das nicht, im Gegenteil. Ich vermute, dass ihn viele Russen eher für einen Verräter halten, für einen Menschen der illoyal ist und dem man nicht trauen kann.
Ich würde das zumindest so sehen, wenn ich Russin wäre.
Wie gesagt: Ich kann mich irren, aber man versteht ja vieles auch über die eigene Empathie. Charakterstark ist es natürlich nicht, wenn man seine Angst über alles stellt und dafür sogar die eigenen Landsleute opfern würde (zumindest verbal), aber ich kann das immerhin noch besser verstehen als die eigenen Landsleute aus Gier zu opfern, wie das soviele Kriegshetzer in Deutschland meines Erachtens tun würden.
Es ist halt die Angst und die Gier von Menschen, die glauben, wir hätten nur dieses eine Leben und danach wäre alles vorbei. Ich glaube übrigens, dass die Gleichmut vieler Russen (ca. 70% bekennen sich zum orthodoxen Christentum, das die gesamte Gesellschaft massiv prägt), daher rührt, dass sie das eben nicht glauben, sondern durch ihre christliche Haltung die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod haben, die übrigens auch bewirkt, dass man nicht willens ist, seine Seele der Rüstungsindustrie zu verkaufen, weil es einfach ein verdammt schlechtes Geschäft ist, für schnöden Mammon seine unsterbliche Seele zu beschmutzen.
Man kann übrigens als Pazifistin hervorragend Putin für einen dummen kalten Krieger halten, der in die Falle der US-Amerikaner gelaufen ist und gleichzeitig massiv die deutschen Bundesregierungen seit Merkel kritisieren, die zu Füßen der Amis liegen, die uns das Fell über die Ohren ziehen (und uns z.B. unsere kritische Infrastruktur in die Luft jagen, um uns ihr scheißteures LNG-Gas andrehen zu können). Deutschland ist für die USA ein tributpflichtiger Vasall, das hat Brzeziński selbst öffentlich verkündet. Wir sind also demnach die Geisel der US-Amerikaner, die unsere gesamte Politik unterminiert haben (und übrigens auch die der EU – denn anders ist deren Handeln nicht mehr zu erklären, denn es werden offenkundig US-amerikanische Interessen vertreten und nicht die der Europäer) und Ungar weiß das auch, beschimpft aber trotzdem die Geisel, anstatt die Geiselnehmer. Weil sich die Geisel nicht wehrt, während er bequem in Russland hockt. Ich gestehe ihm seine Angst zu, was ich ihm vorwerfe ist, dass er UNS UNSERE ANGST NICHT ZUGESTEHT!
„Er hat in Deutschland alle Brücken hinter sich abgebrochen. Es gibt keinen Plan B mehr für ihn.“
Allen westlichen sog. „Journalisten“, die nach Russland gehen, um für das Putin-Regime zu arbeiten, wird eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt und der Reisepass konfisziert -siehe der Fall Dagmar Henn. Sie können Russland nicht mehr verlassen -egal in welche Weltrichtung. Das ist der Hebel, den Kreml gegen sie alle hat und warum sie liefern MÜSSEN.
Das interessiert mich. Henn musste ihren Pass abgeben und schreibt deshalb, was sie eben schreibt? Woher stammt Ihre Kenntnis?
Soweit mir bekannt ist, haben sowohl Frau Henn wie auch andere dort Lebende, vorerst politisches Asyl erhalten. Bei Karin Kneissl (Ehemalige Außenministerin der Republik Österreich) ist es ebenso. Beide haben unabhängig voneinander berichtet, daß sie dabei sind, sich um die Russische Staatsbürgerschaft zu bemühen. Was wohl kein einfacher Prozess sein soll. Das man dort den Pass abgeben muß, ist völliger Schwachsinn. Selbstverständlich können alle Betroffenen, so sie das den wollen, wieder in ihre Heimatländer zurückreisen.
Allein das Wort „Putin Regime“ zu verwenden, zeugt von der Geisteshaltung dessen, der so einen Mist verfasst.
Wird Ausländern „vorübergehendes Asyl“ gewährt, erhalten sie eine „Bescheinigung über vorübergehendes Asyl im Gebiet der Russischen Föderation“. Diese dient als Identitätsnachweis innerhalb der gesamten Russischen Föderation und wird persönlich abgeholt. Der nationale Reisepass (Personalausweis) und andere Ausweisdokumente verbleiben im Besitz der ausstellenden Behörde.
Ich kenne den Aufenthaltsstatus von Dagmar Henn und Gert Ungar nicht. Möglicherweise besitzen sie eine Aufenthaltserlaubnis. Sollten sie jedoch Flüchtlingsstatus haben, wurden ihnen ihre deutschen Pässe abgenommen.
Hier muss ich energisch widersprechen .
Nach dem deutschen Journalisten Ulrich Heyden, der ebenfalls in Moskau lebt, der auch hier bei Overton schon mehrere Artikel veröffentlicht hat , ist wirklich niemand gezwungen worden nicht mehr Ausreisen zu dürfen.
„deutsche Journalisten“
Heyden ist nicht „deutscher Journalist“, sondern ein 72-jähriger Rentner, der in Moskau seit Anfang der 90er lebt und mit seinen Propaganda-Büchern für den deutschen Markt seine Rente aufstockt. Leute wie G. Wagner oder D. Henn gehören zu einer anderen Kategorie: sie sind erst nach Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine und der Auflösung der beiden russischen Sender RT und Sputnik in Berlin im März 2022 nach Moskau gegangen. Sie waren vor Februar 2022 in Deutschland nicht „deutsche Journalisten“ und sind es seitedem noch weniger. „niemand gezwungen worden nicht mehr Ausreisen zu dürfen.“ , Korrekt. Sie müssen nur versuchen, ohne gültige Reisepapiere in den Schengen-Raum (oder die USA) einzureisen. Viel Erfolg!
Ah, der Heyden ist gar kein Journalist…da hätte ich schon früher drauf kommen können…????
Ich war nur selbst schon mehrfach dort und das entspricht mal so überhaupt nicht meinen _Erfahrungen_!
Jeder, der irgendwo was hinschreibt, darf sich Journalist nennen. Ein Angler ist aber kein Fischer..
Schon klar, Ulrich Heyden ist bei den Herren, hier wie da, nicht gut gelitten. Da schreit der Propagandist Propagandist und das bei einem der Wenigen der tatsächlich die Bezeichnung Journalist verdient hat. Vlt. macht man sich doch lieber selbst ein Bild:
Opposition gegen das System Putin: Herrschaft und Widerstand im modernen Russland
Ein Krieg der Oligarchen: Das Tauziehen um die Ukraine
Wer hat uns 1945 befreit?: Interviews mit Kriegsveteranen und Analysen zu Geschichtsfälschung und neuer Kriegsgefahr
Der längste Krieg in Europa seit 1945: Augenzeugenberichte aus dem Donbass
Nebenbei erwähnt, es gibt es noch eine Menge Online-Berichte von ihm.
@cromwell
„Heyden ist ein 72 jähriger Rentner der mit Propaganda Büchern seine Rente aufbessert“……
Na und? Ist wahrscheinlich ertragreicher als Flaschen zu sammeln.
@cromwell
„Heyden ist ein 72 jähriger Rentner der mit Propaganda Büchern seine Rente aufbessert“……
Na und? Ist wahrscheinlich ertragreicher als Flaschen zu sammeln.
Oh, hätten die Deutschen kein Vaterland, was würden sie machen!
Als Prolet hat man kein Vaterland, konstatierte mal ein kluger Mann. Hat/braucht vielleicht Ungar auch keins? Kann man das von ihm trotzdem einfordern?
Die Nennung des echten Namen eines Journalisten, der diesen gerne verborgen wissen wollte, ist so unfassbar schäbig, dass mir da echt die Worte für fehlen!
Ich weiß schon, warum ich hier seit einigen Wochen nicht mehr schreibe, und das mit Ausnahme dieses einen Posts auch nicht mehr wiederaufnehmen werde.
Da stimmte Ich Ihnen zu. Es ist unschwer zu erkennen, daß dies, warum auch immer, evtl. rein gar nichts mit
dem Text von Herrn Unger auf RT zu tun hat, es sich stattdessen um ein ganz anderes Problem handelt, daß
der Autor hier auf sehr unschöne Weise auszutragen versucht.
Was die neue Kommentarfunktion angeht, werden die einzelnen Posts sehr willkürlich freigeschalten.
Ich bin mal gespannt ob es dieser Kommentar schafft.
Man darf alles kritisieren, man muss es aber nicht.
Fakt ist, RT ist russisches Staatsmedium.
Fakt ist, der Besagte Journalist arbeitet für RT.
Fakt ist, Deutschland führt als Kriegspartei
Krieg gegen Russland. (1)
Fakt ist, Russland hat bislang kein
deutsches Territorium angegriffen.
Jetzt fordert ein in Russland für ein
russisches Medium tätiger Journalist,
dass Russland nun auch offizielle
Kriegshandlungen gegen Deutschland
durchführen möge.
Forderungen, man müsse Russland wiederum
über das Feigenblatt Ukraine im Hinter-
kand angreifen und den Ukrainern bis
zur Atombombe alles mögliche liefern,
um genau das zu ermöglichen, kommt
fast täglich im deutschen Staatsmedium.
Und all das verwundert?
Jetzt?
Oder Gegenfrage: Wo genau hört
eigentlich deutscher Journalismus auf?
Ungar verbreitet selbstverständlich
russische Positionen, er lebt in Russland,
er arbeitet für RT. Wenn er etwas Anderes
machen würde, würde man ihn dort
rausschmeissen. In der ARD verbreitet
man ja auch gefälligst NATO Positionen..
Radikalität ist übrigens keine russische
Eigenschaft, es ist eine dieser Zeit generell.
Ja, wir sind im Krieg.
(1)
https://www.bundestag.de/resource/blob/957632/44633615ad0618f5cd38c35ad0a30fe4/WD-2-023-23-pdf-data.pdf
Ich kann die persönliche Betroffenheit und Enttäuschung von Roberto verstehen, aber er überschreitet in meinen Augen hier klar eine Grenze: Die Grenze zur persönlichen Abrechnung, in der unterschwellig sogar Rache- und Bestrafungsphantasien auftauchen (Landesverratsvorwurf, ja sogar ein gewisses Verständnis für EU-Sanktionierung – geht es noch?). Auch die permanente Wiederholung des „richtigen“ Namens von Gert, der sonst nur von Denunziationsportalen verbreitet wird, ist unangemessen. Der ganze Text hat einen faden Beigeschmack. Man vergleiche dazu den Text von Tom Wellbrock auf den „neulandrebellen“. Und lese am Besten den Text von Gert selber, den Roberto „netterweise“ nicht verlinkt, um sich eine Meinung zu bilden.
Je weiter man nach hinten läuft, desto lauter tönen die Schreihälse. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Die, wenn auch nur leichte, Simulation von Krieg, die ich bei der Bundeswehr erleben durfte, hat mich überzeugt: Wir müssen alles dafür tun, damit diese Sch… nicht eines Tages in echt abläuft. Als ich mich hinlegen musste um mit meinem G3 auf einen Pappkameraden, der hinter einem Holzstoß lauernd dargestellt war, zu schießen, möglichst zwischen die Augen, das war der Moment, der meine Einstellung zum Krieg, die vorher eher abstrakter Natur war, fundamental verändert hat. An anderen „Gedienten“, wie Wadepuhl, Kiesewetter oder Pistorius ist das offenbar spurlos vorbei gegangen, vielleicht fehlt ihnen die für Empathie notwendige Phantasie.
Ich halte mich von sozialen Medien fern. Wenn ich ausnahmsweise, wie in diesem Artikel über eine X-Nachricht stolpere, muss ich sagen: Damit ersetzen wir differenzierte Analysen durch Latrinenparolen – wobei auf dem Lokus früher auch mal ein echt origineller und witziger Sponti-Spruch dabei sein konnte. Aber echter Humor ist selten in diesen Tagen. Letzten Freitag abend habe ich nach ewigen Zeiten kurz bei der heute-show reingezappt. Mir ist schlecht geworden und habe schnell abgeschaltet. Das organisierte Klatschen des Publikums über die schalen Witzchen über die anderen, die Schmuddelkinder, war zum Fremdschämen. Über sich selbst und die eigenen Fehler aus tiefster Seele zu lachen, ist der erste Schritt zurück zur Menschlichkeit. Vielleicht liest Herr Ungar/Wagner diese Zeilen ja und findet zurück zu sich selbst.
Sehr geehrter Herr Ungar,
Leider habe ich meinen Kommentar geschrieben, bevor ich ihren Text auf ihrer Seite logon-echon.com gelesen habe. Ihre Analyse zu den Ursachen des Konfliktes zwischen Russland und der EU halte ich im wesentlichen für zutreffend. Sie deckt sich im wesentlichem mit den Ausführungen von John Mearsheimer u.a. zu diesem Thema.
Dann aber geht es los:
1. Sie schreiben „Kiew sollte schon längst in Schutt und Asche liegen.“ Werter Herr Ungar, mein Vater hat mit 16 als Flakhelfer den großen alliierten Bombenangriff auf Münster am 6.10.1943, einem sonnigen Sonntag-Nachmittag erlebt. Hätte er frei gehabt, wäre er vielleicht ins Kino gegangen. Die Kinos standen am Ludgeri-Platz und der hat einen Volltreffer bekommen. Über 400 Zivilisten sind ingesamt ums Leben gekommen, darunter viele Kinder. Was konnten die für den Hitler? Auch die Anhänger des Schah-Sohnes fordern ja von den USA, ihr eigenes Land zu bombardieren. Ich finde solche Gewaltphantasien entsetzlich, die genau zu solchen Tragödien führen, wie die Bombardierung der Berufsschule in Starobelsk durch die Ukraine.
2. Sie schreiben: „Die Deutschen müssen wieder Angst vor Vernichtung haben, dann sind sie zu Frieden fähig.“ Meinen sie damit auch sich selbst oder mich? Pauschale Aussagen über Deutsche, Russen, Juden dienen nur dazu, Gemüter gegeneinander aufzuhetzen. Ich bin zuallererst Mensch und lasse mich nicht in irgendeine Fahne einwickeln.
3. Sie schreiben: „Ich persönlich halte einen Krieg zwischen Deutschland und Russland für nicht mehr vermeidbar.“ Ohne Wenn und Aber. Wieso schreiben Sie dann überhaupt noch? Wer immer nur auf die Kriegstreiber schaut, wird irgendwann zu ihrem Spiegelbild.
Und ein Wort noch an dich, lieber Roberto:
Du fragst deinen Ex-Kollegen ob er sich „radikalisiert“ hätte. Da schwingt eine grundsätzlich negative, ausgrenzende Wertung mit, die ich so nicht teilen möchte. Eine radikale Lösung kann schlecht sein, muss aber nicht. Diese Vokabel hat sicher auch dazu beigetragen, die Antwort so ausfallen zu lassen, wie sie ausgefallen ist.
Lieber Roberto, lieber Herr Ungar, Frieden und Versöhnung fängt im kleinen an. Redet wieder miteinander. Geht mit gutem Beispiel voran. Und dann schreibt ihr einen gemeinsamen Beitrag für den Frieden zwischen Deutschland und Russland. Darüber wie Streit und Hader entstehen kann, zwischen Kollegen, die mal auf ähnlicher Wellenlänge lagen. Darüber wie schwer es ist, die Hand zur Versöhnung auszustrecken. Und dass es trotzdem möglich ist.
Lieber Herr Nold,
das finde ich einen tollen, konstruktiven Vorschlag!
Ich könnte mir auch ein Overton-Gespräch(klar, per Video) vorstellen: erfahrungsgemäß geht man von Angesicht zu Angesicht pfleglicher miteinander um. Aber vorsichtshalber könnte man ja Sie als Gesprächsleitung dazuschalten. 🙂
@Froschhaut
Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Es gibt viele Menschen, die den ganzen Streit und Unfrieden leid sind. Vielleicht gibt das ja den Streithähnen den Anstoß, ihr Kriegsbeil zu begraben. Die beiden sollten da wirklich mit gutem Beispiel voran gehen, aber in persönlichem, nicht-öffentlichen Gespräch, sonst besteht die Gefahr einer Inszenierung und das wäre kontraproduktiv. Ich freue mich, wenn ich zu einer Aussöhnung beitragen konnte, aber als Moderator bin ich wirklich nicht geeignet. Trotzdem vielen Dank für ihre Anregung
Klasse was Roberto hier niederschrieb, Danke Dir für diesen Artikel.
Dem Rest wird Fakten offenbart, da diese diesen Journalismus vielleicht nicht verstehen.
Diese Welt in der ich bis heute aktiv gegenüberstehe, besagt das der Satan seine Meisterschaft zur Meisterung befähigt ist, da daß Gute ‚glauben‘ verloren gegangen ist.
Selbst mein Familienkreis füttert den Satan, obwohl, diese sich als Christen bezeichnen.
Diese Art vom Dialog hatte ich mit meiner Ehegatinn, danach verließ sie mich…
Nicht wirklich ist sie gegangen, aber wollte keinen klarifizierten Dialog!
ZITAT: Hetze betreiben und Hass sehen“ ZITATENDE. Hass sehen ? Ist schon das Original falsch oder ist ws keines ? was ist passiert? Absicht ?
Oijojoiohjoi! So langsam sollte so mancher Forist aber aufpassen, was er so von sich gibt. Es reicht allein, was heute Morgen alles so an Unappetitlichem geflissentlich zur Kenntnis zu nehmen war. Beginnend der eNTenkanal – wer hätte das gedacht, da soll doch jemand unseren Kanzler als ’Lackaffe’ verunglimpft haben, einfach nur schlümm. Eine offensichtlich eigens installierte Sonder-Staatsanwaltschaft trat – Gott sei’s … – umgehend aktiv geworden. An gleicher Stelle auch Neues zur Wiedereinführung der Sippenhaft hierzulande, eines gewissen Dogrus – der sowieso schon finanziell sanktioniert mittels FDGO – Mutter ihrer pekuniären Mittel rechtsstaatlich beraubt. Überrascht es da, wenn ihr für Notfälle der Weg über die Deutsche Bundesbank doch noch eingeräumt wird? Als ob das für heute nicht gereicht hätte schließlich auch noch uns’aller RdL mit seinem „J’accuse“ contra seinem früheren Spezi von den Neulandrebellen, dem ‚Geeeert‘. Nach Röper, Lipp, Baud, Dogru und wie sie alle heißen scheint jetzt wohl die Zeit reif zu sein, gänzlich die ‚Tabula rasa‘ sicherzustellen, bevor ‚dem Volke‘ offiziell offenbart werden kann und muß, dass es jetzt doch – alles andere als leider – heißt&gilt, dem ‚Russen‘ mit einem ‚totalen Krieg, was sonst – Arbeitstitel: Barbarossa 2.0“ an den Zwickel zu fahren.
Wie also trötete jetzt ausgerechnet auch noch Herr de Lapuente in das ihm bereitgestellte Horn? „Deutscher RT-Journalist fordert Bombardierung Deutschlands„Den Journalisten Gert Ewen Ungar gibt es nicht mehr – aus ihm ist ein Propagandist geworden, der sich um journalistische Mindeststandards wenig schert.“ Pfui, aber auch! So ein Landes- wenn nicht Hochverräter! Lasst den noch mal …
Nein, ich werde jetzt wem auch immer nicht auf den Leim gehen – weder RdL noch bspw. RSK 2.0 – und keinesfalls Verlautbarungen wenn nicht Mutmaßungen von mir geben, wieso solch eine Blähung fällig gewesen sein könnte – Achtung: Konjunktiv (wo doch eigentlich die Gedanken sind – so hoffe ich doch – immer noch frei sind). Mir mal meinen ganz eigenen, privaten – alles andere. Als künstlichen – Frontex zu bemühen, darf ‚man‘ das heutzutage überhaupt noch.
Die ‚Bombardierung Deutschlands‘ hat er also gefordert, der zum RT-Propagsandist mutierte? Mit Verlaub und auf den Punkt gebracht, hat nicht gerade Ihr Gastautor – gebürtiger Soffjetbürger – mit spitzem Finger auf einen gewissen Roderich K. verwiesen, der geradezu hilfeflehend (belegt mit Originalaussagen dieses Experten) um einen neuerlichen ‚Feldzug gegen Russland‘ gebettelt hat? Hieß es da nicht neulich an anderer Wirkungsstätte – einfach mal Bibi&Donald fragen – dass in solchen Fällen völkerrechtlich verbürgtes Selbstverteidigungsrecht auch putativ vorauseilend in Anspruch genommen werden muß und dann auch wurde, frei nach dem alten Müller-Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!? ISollte es dem Anklage-Autoren wirklich entgangen sein, was da gerade so abgeht allen Ebenen, Bühnen, Schienen – rund um die Uhr! Es wird provoziert, auf Deibel komm raus. Kein einseitiges Vergnügen, zugegeben. Wenn sich ein Prof. Karaganow so seine Gedanken macht, das ist dann nicht zulässig? Wenn jemand dessen Gedanken extrapoliert, ist das ein Wunder?
Da lasse ich doch mal vorauseilend einen „Oberst Lawrence Wilkerson“ zu Worte kommen, der ehemalige Stabschef des US-Außenministers und heuer gelegentlich Gast bei Prof. Diesen, Sie kennen ihn hoffentlich, diesen Kämpfer pro verlustig gegangener Diplomatie. Nein, er ist kein Propagandist, schon gar keiner von RT. Auszug aus dem Interview vom 26.5., gefällig?
„Ich glaube, die Ukraine wird von Europa und den Vereinigten Staaten aufgehalten, und wir halten sie zum Teil deshalb auf, weil sie mit unglaublich hochentwickelter Technologie experimentieren und dies mit unserem Geld und unseren Einrichtungen tun, die sich faktisch auf ihrem Boden befinden, und wir sind wie Hitler 1936 in Spanien, der diese Stukas beim Sturzflug beobachtet und ihre Leistung entsprechend anpasst. Mit anderen Worten: Israel, Großbritannien, die
Vereinigten Staaten und andere lernen vom Schlachtfeld der Ukraine und wollen nicht, dass es aufhört. Und so werden sie Selenskyj weiter finanzieren, solange er dafür sorgt, dass es weitergeht, und solange er diese Experimente mit neuen Formen der Kriegsführung in seinem Land durchführt. Es ist also schrecklich.
Es ist eine furchtbare Situation. Ich habe Putins gerade beendete groß angelegte Übung seiner Nuklearstreitkräfte nicht erwähnt, was mir sagt, dass er, wenn er eine durchführt, unweigerlich gegen die NATO in den Krieg zieht und zweitens, dass er möglicherweise Atomwaffen einsetzen muss. Nun, genau das meine ich. Ich glaube nicht, dass weder die Iraner noch die Russen erwarten, dass von der anderen Seite Diplomatie oder Frieden kommt. Noch einmal: Das ist das Schockierende an der Diplomatie,dass es noch immer eine solche Verzweiflung gibt, Frieden zu finden. Die Amerikaner und Iraner können sich nicht einmal zusammensetzen und miteinander reden. Das Gleiche gilt für die Europäer. Sie weigern sich nach all den Jahren sogar, mit Russland zu sprechen.
Das ist diplomatisch gesehen sehr unreif. Ich meine, es ist absurd, dass wir an diesem Punkt angelangt sind, aber eine weitereÄhnlichkeit ist die wahrscheinliche Eskalation. Wie ich schon sagte, erwarten weder die Iraner noch dieRussen… Die Russen haben Kiew zudem extrem hart getroffen, was wir bisher noch nicht gesehen haben. Sie signalisieren also eine massive Eskalation. Auch die Iraner signalisieren, dass sie im Falle eines erneuten Angriffs der Amerikaner die Golfstaaten …“
Wer hat denn – zu Minsk und anderswo – jegliche Möglichkeit, jede Chance pro Diplomatie unmöglich gemacht, wer verweigert jeden Einsatz? Ach, was soll’s … warum sollte ausgerechnet ich …
Dass ich Sie für’s weitere wieder davon abzubringen könnte, auf solche Kratzfüsse wie auch Bücklinge vor der Gestapo 2.0 – von mir aus auch vor Stasi 2.0? Wohl kaum, mußte aber wenigstens mal verlautbart werden.
Sehr geehrter Herr Lapuente
Aus dem „Technischen“ kommend haben Sie sicher schon mal was von Torsions- und Überlastungsbrüchen gehört. Mutmaßlich ukrainische Banden haben mir schon 2 mal die Vorderachse vom Fahrrad gelöst und dann den vorderen Teil des Fahrradsattels mit einem glatten Schnitt abgetrennt. Ich wünsche Ihnen eine bzgl. ukr eine heilere Lebensumgebung als ich sie erlebe. Und vermutlich sind Ihnen die permanenten Distanzfolterungen des hiesigen Systems nicht in schmerzlicher Erinnerung. Ich lese immer öfter das Wort Faschismus die BRD betreffend. Dazu habe ich keine Gegenargumente. Auch wenn ich die beanstandeten Äußerungen selbst nicht – nein, keine zwingende verpflichtende Alibi-Distanzierung jetzt -, ich kann verstehen, wie sich manche Ansichten herausbilden. Da Sie Ihre Werte hoch halten bin ich über das Herbeischreiben von EU-Sanktionen zutiefst enttäuscht. Das ist für mich der wirkliche Skandal Ihres Artikels.
Muss man schweigen, weil man sonst die falschen Leute erreicht? Dann macht der Spiegel ja alles richtig, wenn er die Probleme im Lande nicht weiter aufgreift.
Herr Unger ist kein Problem in unserem Land. Dass Ihnen seine Gedanken Probleme machen ist völlig in Ordnung.
Er war so konsequent, das Land zu verlassen. Für Menschen mit Familie ist das unmöglich. Aber er kann diese Freiheit leben.
Er lebt jetzt in enger Umgebung von Menschen, die eine etwas andere Philosophie als wir haben. Die erleben, wie ihre Friedfertigkeit schamlos ausgenutzt wird.
Der Westen führt hinterhältig Krieg und sagt grinsend, er sei es gar nicht, das sei nur der kleine Wichtelstaat. Uns fehlt der Sensor, zu überlegen, wie es uns damit gehen würde.
Hallo Herr Lapuente, ich schätze Ihre Artikel und Ihre Bemühungen, der Kriegspropaganda entgegenzuwirken, EGAL VON WELCHER SEITE SIE KOMMT, sehr. Und ich bedaure sehr die Radikalisiserung von G. E. Ungar, der sich selbst noch angesichts seiner Erfahrungen 2014/2015 in Novorussija sehr zurückhielt. Allerdings sollten wir auch den Menschen verstehen. Er erlebt die Verlogenheit des Westens aus mehreren Perspektiven. Was tatsächlich in der Ukraine oder in Russland vorgeht, das können wir hier nicht wissen, da wir durch das europäische Zensursystem weitgehend abgeschnitten sind. Und in dieser Frage ist es nur menschlich, wenn Bombardierte sich radikalisieren. Vielleicht sollte der Kontakt auf menschlicher Ebene weitergeführt werden, statt auf (vermeintlich) journalistischer. Meiner Meinung nach versuchen Sie den Menschen Gert zu verstehen (Finde ich richtig gut!). Villeicht war dann aber die Herangehensweise nicht unbedingt die richtige, denn statt das Ganze in ein jornalistisches Gewand zu hüllen, sollte einfach ein freundschaftliches Verhältnis angestrebt werden. Finde ich jedenfalls. Die Fragen an Gert könnten von diesem einfach missverständlich aufgenommen worden sein. Es ist bekannt, dass immer wieder russiche oder deutsch/russische Journalisten mit Fragen aus deutschen Redaktionen konfrontiert werden, nur um mit Versatzstücken deren vermeintlich propagandistische Arbeit zu „belegen“. Ein Beispiel ist Röper, der einer Anfrage des ZDF zu einem Interview zustimmte, unter der Auflage, dass seine eigenen Leute diese Interview ebenfalls aufzeichnen werden. Natürlich machte das ZDF einen Rückzieher. Also: Vielleicht ist eine andere Ebene hilfreicher für den Zugang zu dem Menschen Wagner? Ich lese aus seinen Texten eher Enttäuschung und Verbitterung, weniger Propaganda.
Ich gehe mal davon aus, dass, wenn man in Russland lebt und tagtäglich erlebt, wie der Westen/eben auch Deutschland via Ukraine tief nach Russland hinein angreift und Tod und Zerstörung betreibt, ganz zu schweigen von dem Gemetzel, das in seinem Namen in der Ukraine geschieht, dass bei der ständigen Überschreitung roter Linien gegenüber Russland und der hohnlachenden Zurückweisung russischer Gesprächsangebote man zu radikaleren Schlüssen kommen kann als im immer noch ruhigen Deutschland sitzend.
Für mich ist das eine wirklich tragische Situation, nämlich ’schuldig‘ zu werden, egal wie man sich entscheidet.
Und ja, ich fürchte, dass das beschriebene Szenario genau das Ziel der NATO-Clique ist, damit sie endlich den großen Krieg vom Zaun brechen kann.
Was den Artikel von RdL angeht, so stößt mir seine Selbstgerechtigkeit schon lange auf.
Deutschland bombardieren, mit Krieg überziehen?
Herr de Lapuente, lese ich zu flüchtig oder hat Ungar nichts dergleichen geschrieben?
Mir scheint, dass es hier ausschließlich um Gefühle und Verletzungen persönlicher Natur geht, nicht geeignet für einen Artikel.
Das ändert nichts daran, dass die Äußerungen Ungars mir nicht sinnvoll oder hilfreich in der Sache scheinen.
Deutschland – eine Geißel Gottes auf Erden ? Schaut man in die Geschichte:
Der industrielle Mord am Judentum und
der Vernichtungskrieg gegen die slaw. Untermenschen im Osten, dann liegt der Herr Ungar nicht wirklch falsch. Dazu darf man noch die Europäer zählen, die
in den amerikanischen Kontinent einge -fallen sind wie gottlose Massenmörder .
Ich hatte so gehofft, der Autor würde die Entnazifizierung Deutschlands unterstützen, falls Russland sie jemals durchführen sollte. Leider nein; aus irgendeinem Grund ist der Autor von dieser Aussicht nicht begeistert.
„die Entnazifizierung Deutschlands unterstützen, falls Russland sie jemals durchführen sollte.“
Und warum kuschelt dann die AFD mit russischen Offiziellen und umgekehrt?
@Ansg
Ein bestimmt großer Teil der AfD-Wähler sind gegen den Krieg mit Russland, an anderer Teil denkt wirtschaftlich und findet, dass die Bundesrepublik mit den anderen Parteien, außer dem BSW, die „Bachgasse“ herunter gehen wird.
Im Übrigen hinkt ein Vergleich der AfD mit den NS gewaltig. In der Außenpolitik wollten die Nazis den Krieg, wollten Autark werden, wollten Gebiete erobern und Menschen (Slaven) vernichten. Das ist nicht im Sinne der AfD.
Im Inneren läuft jetzt schon alles zur Zufriedenheit der Rechtradikalen. Der Staathalter der CSU macht die Gesetze welche die Faschisten in der AfD, nach der Machtübernahme, brauchen. 😉😉
Siehe Polen und Ungarn. Dort lässts sich, mit den von den Vorgängern geschaffenen Regelungen, gut regieren. 😉
Hat es das eigentlich schon mal gegeben, dass ein Staatenbündnis ein Nachbarland putscht, das Land komplett „umdreht“ und dann in einem jahrelangen Bürgerkrieg – der dann zu einem Krieg gegen ein weiteres Nachbarland eskaliert wird – verheizt?
Und sich dabei dann noch als moralisch überlegen inszeniert?
Das ist übrigens keine „Hilfe“ für die Ukraine.
Wenn man jemanden vor einen Bus schubst, dann ist das keine Hilfe.
„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt)
Das Fatale ist, dass für beide Seiten dieser Krieg existenziell ist und dadurch die Irrationalitäten immer weiter wachsen. Verbale Abrüstung tut Not. Allerdings gilt es festzuhalten, dass die Gesprächsbereitschaft durchaus ungleich verteilt ist. Diese einzufordern, das wäre sinnvoll und human.
Man hofft, hoffentlich nicht vergebens, auf Intelligenz und Vernunft auf beiden Seiten…
@ AeaP 16 Uhr 16 … Das Fatale ist, dass dieser Krieg für beide Seiten existentiell ist“ ……… Soll WAS heißen ?? Dass beide Seiten diesen Krieg brauchen? Oder, dass
er für beide Seiten existentiell bedrohlich ist ? eeeeeeeecht ? Bedrohlich ist er für Russland, wenn man die Absichten des Westens kennt und die Aufrüstung der Ukraine. Für EUropa ist der Krieg nicht existentiell. Oder wie meinen ?
Er ist für alle existenziell im Sinne einer Niederlage. Knapp formuliert: Für die Ukraine und Russland geht es um die Staatlichkeit in der bisherigen Form, für die EU um die Existenz in der bisherigen Form, aber für den Wertewesten insgesamt geht es um die nackte Existenz. Denn die Niederlage des Wertewestens würde seinen religiös verbrämten, nach wie vor kolonialen Allmachtsanspruch vollständig zerstören. Das hätte für unsere „Elite“ unabsehbare Folgen. Daher die Bösartigkeit und Verbissenheit.
Herr Günter Wagner ist ein ganz normaler Mensch, der versteht und lernt das etwas sich in der Welt und vor allem in Eurasien verändert. Gerade indem Umfeld der der Europäischen Union. Die Veränderung ist wenn man richtig Hin schaut erschreckend. Während in der Ukraine der Faschismus aufblüht übernimmt die Brüsseler Politik immer mehr diese und durch den Krieg in der Ukraine an dem die EU und Nato / USA nicht ganz unschuldig sind schürt man eine schon einmal dagewesene Russophobie ( jüdischen Bolschewismus). So was darf es nie wieder geben.
In die Politik müssen Menschen mit Verstand und Gewissen. Dies mangelt es in in vielen Ländern und vor allem in der EU. In einer Zeit wo alle Menschen in Frieden leben wollen, arbeiten und Familie haben braucht es diese Kriegstreiber in der EU nicht. Gerade die Scharfmacher die am meisten nach Krieg rufen werden sich eine Dreck scheren ihre Familienmitglieder in den Krieg zu bringen sondern das allgemeine Volk. Der Krieg in der Ukraine wird von Politikern der EU unterstützt und bezahlt um an die Rohstoffresourcen zu kommen die Europa dringend braucht um wirtschaftlich nicht unter zugehen. Doch das Schlimmere ist die wieder Erstarkung des Faschismuses und der damit verbundenen Russophobie und Kriegshetze gegen Russland.
Grüße aus Moskau.
Also ich kenne diesen Gert nicht, aber ich glaube ich kann zu einem Teil nachvollziehen was zu dieser Art von Radikalisierung geführt hat. Ich würde direkt ausschließen, dass jemand an ihn herangetreten ist. Vielmehr gerade der Umstand, dass Niemand an ihn herantritt könnte einer (von vielen) Gründen für die Radikalisierung sein. Auch kann ich mit Gewissheit sagen, dass im Falle eines Krieges ihm keinerlei Gefahr droht.
Tatsächlich denken in Russland sehr Viele Menschen ähnlich. Wenn sie anfangen zufällig Menschen auf der Straße zu fragen, werden sie auf ähnliche Sichtweisen treffen, wenn auch wahrscheinlich nicht immer so krass. Meiner Einschätzung nach spielt hier auch eine sehr tiefe Enttäuschung über seine Heimat noch als Verstärkungsfaktor. Aber ich kann ihnen soviel sagen, in der russischen Gesellschaft reift ein Konsens darüber, dass Europa – und insbesondere Deutschland nur durch Furcht noch von einem Kollisionskurs mit Russland abgehalten werden kann. Die Russen wollen wirklich keinen großen Krieg. Aber sie sind extrem verzweifelt und glauben mittlerweile, dass nichts anderes mehr funktioniert, und der einzige weg diese Eskalationsspirale zu durchbrechen ist es die Europäer – und hier in erster Linie die Deutschen in eine animalische Furcht zu versetzen. Das fordern sie von ihrer Regierung immer lauter. Man muss schon sagen, dass ausgerechnet Putin hier noch einen Stabilitätsanker darstellt und noch am stärksten bremst. Dass es noch nicht viel schlimmer eskaliert ist, ist allein Putin und seiner Autorität und dem Vertrauen der Bevölkerung zu verdanken. Jeder andere an seiner Stelle hätte schon längst den Deutschen auf eine eindrückliche Weise demonstriert wohin der Wunsch Russland in eine „bedienungslose Kapitulation“ zu treiben führen würde. Sehr populäre Ansichten unter der russischen Bevölkerung (und hier müssen wir wirklich differenzieren, die Regierung ist da viel gemäßigter) sind zum Beispiel die Deutschen verstehen nicht, dass Russland sie vernichten kann und im Zweifelsfall auch nicht zögern würde. Dass ein Krieg zwischen Russland und der NATO nicht ein Krieg wie in der Ukraine sein würde. Das wäre unweigerlich ein Vernichtungskrieg ohne Zurückhaltung unter Einsatz Aller verfügbarer Mittel, einschließlich Massenvernichtungswaffen. Viele (nicht Alle) Russen denken, dass die Europäer sich große Illusionen machen und dass das einzige was sie auf den Boden der Realität bringen und vom Kollisionskurs noch abbringen kann sei ein Ereignis , dass sie in eine Angststarre versetzte. In sofern was Gert sagt, entspricht der Stimmung in Russland durchaus. Es wundert mich nicht.
Wo ist euer Problem? Ihr marschiert in euer Nachbarland ein und beschwert euch wenn sich das Nachbarland wehrt.
Stoppt dich einfach mal eure kranke Invasion. Dann fliegen euch auch keine Raffinerien mehr um die Ohren.
Wer friedlich sein will, müsste mal anfangen seine Angriffe zur Eroberung von Land einstellen.
@ Ottono 21 Uhr 02 : ….. und dann werden für die im Donbas und auf der Krim, wieder Milch und Honig fließen, wie schon vor der russischen Invasion.
Mann, o, Mann !
Vor der russischen Invasion war es auf jeden Fall friedlicher als danach! 2019=27 Tote 2020=26 Tote 2021=25 Tote (laut OSZE vorwiegend durch Minen und Blindgänger)
Dagegen wurden bis zum 5. März 2023 wurden 4.859 getötete Zivilisten allein in der Oblast Donezk bestätigt.
@RDL
Vorab Dinge:
1) Social Media ist nicht Ort von Journalismus, bestenfalls ein Ort, um Informationen zu finden. Wenn ein Journalist das verwechselt, ist es kein Journalist.
2) Wenn jemand mit Pseudonym, Alias oder als Kunstfigur arbeitet, ist das zu respektieren. Diesen Respekt zu verweigern und einen Klarnamen ohne Not oder Notwendigkeit preis zu geben, ist Denunziation, auch wenn er anderweitig bereits publik ist.
3) Journalisten haben nicht zu fordern. Das Ergebnis journalistischer Arbeit kann es ermöglichen, Forderungen zu erheben oder zu unterstützen, implizit oder mittelbar, aber nicht direkt und explizit.
4) Journalisten dürfen eine Meinung haben. Diese Meinung kann die Kolorierung journalistischer Arbeit beeinflussen, doch ist die Meinung, wenn sie denn genannt werden will, als solche zu kennzeichnen und vom Versuch objektiver Arbeit ausdrücklich zu trennen.
Da wäre noch mehr zu nennen, aber wer mit diesen vier Punkten nicht einverstanden ist, braucht nicht weiter zu lesen.
Was gibt es denn für Sie auf der Haben-Seite, Herr RDL?
Ungar hat „gefordert Deutschland zu bombardieren“, und das hat er auf „X“ getan. Das ist zweifellos abscheulich, so wie jede Aufforderung zur Gewaltanwendung – unabhängig von Absender und Adressaten – unzivilisiert und widerlich ist.
Er hat sich von seinen früheren Positionen gelöst und radikalisiert, das mag bedauerlich sein, ist jedoch sein Recht.
Weiter hat Ungar Ihre informellen Anfragen ungefragt auf einem Blog veröffentlicht. Ganz mieser Stil, zweifellos.
Reisende soll man nicht aufhalten, Flüchtenden nicht in den Rücken schießen und seinen Befindlichkeiten und Enttäuschungen keinen scheinbar offiziellen Rahmen geben. Das ist Ihnen nicht gelungen, Ihre persönliche Kränkung glitzert aus allen Zeilen, mit denen Sie sich bemühen, den Anschein eines neutralen Überblicks zu erzeugen, indem Sie eine gemeinsame Vergangenheit erzählen.
Und im Abschluss wollen Sie in Unger Ihre Erweckung entdecken, erkennen in Ungers Fall – jetzt Ihnen offenbar und für alle unausweichlich –, dass alles in einem Krieg kulminieren wird. Geht’s noch dicker?
Ich würde diesen Text nicht wie @Mischa (durchaus nachvollziehbar) ein „J’accuse“ nennen, es ist eine Triage. Sie haben entschieden, »Gert Ewen Ungar gibt es nicht mehr« und ihn weiterhin ganz verständnisvoll (und ohne Notwendigkeit) als »ein Kandidat für eine Sanktionierung seitens der Europäische Union« bezeichnet, und damit auch die ihn Verbundenen und Umgebenden einer möglichen »Sippenhaft« (Sevim Dagdelen) preisgegeben. Und das in eine Weise, die wie ein „ist nicht schön, aber so ist es nunmal“ daherkommt, aber das gedachte „eat this“ nicht verbergen kann.
An Ihrer Stelle hätte ich „bei Gelegenheit“ einen Absatz geopfert und Unger mit ähnlichen Vertretern aus allen Lagern in eine Reihe gestellt und lässig abgehandelt, um sie der Indiskutabilität und damit Unsichtbarkeit anheim zu geben.
Wenn Sie, Herr RDL, denken, dass Ihre Arbeit gesellschaftliche Wirkung hat und haben soll (und ich denke, dass auch Sie diese haben), dann haben Sie auch eine Verantwortung. Und hier haben Sie versagt.
Was Sie hier getan haben, besonders im Hinblick auf die europäische Praktik der »persona non grata« bezüglich unbequemer Journalisten sowie der vorherigen und gegensteuernden Arbeit, die das Overton-Magazin im Vorfeld geleistet hat, ist ein immenser Schaden.
Abschließend als unwahrscheinlich eintretende Empfehlung:
Volle Zustimmung, insbesondere der Abschnitt „An Ihrer Stelle hätte ich „bei Gelegenheit“ einen Absatz geopfert und Unger mit ähnlichen Vertretern aus allen Lagern in eine Reihe gestellt und lässig abgehandelt, um sie der Indiskutabilität und damit Unsichtbarkeit anheim zu geben.“ So wäre klar geworden, dass diese inhumane Ungeheuerlichkeit nicht im luftleeren Raum, also „unprovoziert“, entstanden ist – im übrigen vermute ich, dass das https://www.deutschlandfunkkultur.de/32-autoren-und-autorinnen-distanzieren-sich-vom-westend-verlag-102.html sicher eine Rolle dabei spielt. Selbstschutz geht vor Fremdschutz, irgendwie nachvollziehbar.
Da machen Sie eine weitere Ebene auf: “Haltung zeigen.“
Auch ich würde und werde es weiter vorziehen, eine größtmögliche Distanz zu Figuren wie Reichelt zu erhalten. Doch sind es Leute des Wortes, welche den Westendverlag verlassen, die können & sollten & müssen dagegen schreiben. Und wenn nicht, einfach die F****e halten und zum nächsten Verlag gehen. Aber es muss ja diese lächerliche Aufmerksamkeitsökonomie bedient werden. Und viel schlimmer, die sogenannten Intellektuellen dieser Gesellschaft befinden sich in einem mentalen Zustand von „Jäger oder Gejagter“; von da kann so nichts Konstruktives kommen.
Das macht den ganzen Artikel dann auch noch fragwürdiger; also die doch vorhandene Reputation von OM für eine Marginalie wie Ungar über Bord zu werfen. Ich hatte folgenden (unfertigen) Absatz aus meinem Post entfernt, da ich einerseits vermutete, er würde die Mod nicht passieren, und er andererseits nicht nüchtern genug war. Mal sehen, ob es klappt:
Für den Fall, meine Bitte ans Forum: Lasst die tote Frau ruhen.
Zitat „LG“: „Aber es muss ja diese lächerliche Aufmerksamkeitsökonomie bedient werden.“
Ich glaube, das Problem reicht viel tiefer als bloße „Aufmerksamkeitsökonomie“.
Natürlich spielt Aufmerksamkeit eine Rolle. Aber Aufmerksamkeit ist nie neutral verteilt. Bestimmte antiwoke, migrationskritische oder „gegen links“ gerichtete Titel sind schlicht marktfähiger als klassische sozialkritische Literatur. Das lässt sich ganz banal an Resonanz und Sichtbarkeit beobachten: Geh mal auf Amazon und such nach den Titeln von Reichelt/Voss, Poschardt oder ähnlichen Westend-Autoren. Die erzielen Reichweiten und Benotungen, von denen ökonomisch-alternative oder friedenspolitisch-orientierte Autoren nur träumen können. (Die letzten Werke von Pappe und Flassbeck haben 3 bzw. 40 Rezensionen, Poschardt über 2000). Der Markt prämiert die kulturelle Rechte deutlich stärker als Struktur- und Gesellschaftskritiker. Und der Zeitgeist tickt rechts. Das erzeugt dann einen strukturellen Sog. Ein Verlag muss nicht einmal ideologisch mit „nach rechts kippen“, um sich entsprechend auszurichten. Es genügt schon, wenn bestimmte Themen höhere Reichweite, mehr Rezensionen, mehr Debatten und damit mehr Clicks und mehr Umsatz versprechen. Ein Verlag ist nicht die Heilsarmee und selbst die ist – Stichwort Tafeln – ja längst ökonomisiert. Für alle anderen gibt es „Books on Demand“ und der „Demand“ nach „links“ ist verschwindend gering.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt: Mensch wie Institution passt sich im Voraus oft an zu erwartende Politklimaveränderungen an. Niemand muss offen sagen: „Wir bereiten uns auf neue Machtverhältnisse vor.“ Aber natürlich ist ein Verlag, der sich als heterodox-bürgerlich bis maximal BSW-kompatibel präsentiert, in einem autoritärer werdenden Klima weniger angreifbar als einer, der dezidiert linke oder systemoppositionelle Positionen publiziert. Ich gehe davon aus, dass bald die AfD (mit)regiert, so wie es bei den Nachbarn bald einen Präsidenten Bardella geben wird – und viele andere lesen sicher auch die Wahlumfragen. Anpassung erfolgt da selten als Bekenntnis – meist ist es eine langsame Sortierung dessen, was noch erwünscht, tragbar oder geschäftsfähig erscheint.
Deshalb wirken die aktuellen Entwicklungen auch nicht isoliert: die Trennung von bestimmten Autoren in den letzten Jahren (z. B. WW), dann neue Forenregeln und stärkere Reglementierung (die Ausfilterung bestimmter systemkritischer Foristen wie PU, ATR etc.), die Ausweitung der Kooperation mit rechtsaffinen Milieus, und nun die öffentliche Abrechnung mit Ungar.
Und wirklich auffällig ist dabei weniger *dass* Ungar kritisiert wird – dafür gäbe es genügend Gründe – sondern *wie*. Die Kritik erfolgt weder universalistisch oder pazifistisch, sondern stark persönlich und national gerahmt: Der eigentliche Skandal scheint zu sein, dass er, ein alter Freund und Weggefährte, jetzt „gegen Deutschland“ stehe. Das ist ein bemerkenswerter Perspektivwechsel für ein Milieu, das sich früher einmal stärker internationalistisch oder progressiv verstand.
Weniger spannend als die Radikalisierung einzelner Personen ist deshalb die langsame Verschiebung eines ganzen publizistischen Feldes.
@ Sepp Gladiola:
Ja, da gehe ich mit Bedauern mit. Klar ist ein Verlag eine wirtschaftliche Unternehmung, doch traurig ist es schon, dass sog. „linke Verlage“ (»heterodox-bürgerlich« mag ich, das ist genau so sperrig wie der Zustand) die Entwicklung von Markt & Gesellschaft nur antizipieren, statt den Markt selbst intelligent und mit zeitgemäßem Marketingzu verändern.
Richtig und dieses »wie« ist desaströs, dabei offenbar unbemerkt.
Defensiv ist nicht »progressiv« und inzwischen definitiv woanders, doch das scheint den sich selbst so Bezeichnenden völlig zu entgehen. Irgendwann haben sie sich irgendwo zurückgelassen – oder es war auch nur »Haltung«.
Ja, dem kann ich zustimmen.
(Die Regel mit den 100 Buchstaben ist lästig und sie sollte wieder eingestampft werden)
Wieso, einfach notfalls diie Klammer nebst Inhalt dazu kopieren!
(Die Regel mit den 100 Buchstaben ist lästig und sie sollte wieder eingestampft werden)
Wow El-G, da hast du mal gut einen rausgehauen.
Das hat gut getan, Danke!
Das konnte mich glatt animieren hier noch mal zu posten.
😊
Freut mich, einen alten & vermissten „Haudegen“ zu einen Kurztrip aus der selbstgewählten Diaspora motivieren konnte.
Sarkasmus erkenne ich da, wo die USA und Israel die großen Vorbilder sind. Tatsächlich interessiert es hier ja keinen großartig, wie Palästinenser und Iraner gemordet werden. Selbst die Folter der Aktivisten der Gaza-Flotilla wird schnell vergessen, obwohl da nicht nur Entschuldigung sondern mindestens Entschädigung zu fordern wäre.
Nein, man sollte nicht so empfindlich sein, wenn jemand Deutschland wünscht, wovon Russland mit deutscher Hilfe – wenn nicht Urheberschaft – schon genügend bekommt. Hier hört man nur die kriegstreiberischen Töne der Herrschenden, und das Volk betet grösstenteils artig nach. Gaza , Iran, ukrainischer Drohnenterror in Russland interessiert ja keinen oder geschieht denen ganz Recht. Nein, da darf man dann nicht so empfindlich sein, wenn mit gleicher Münze rausgegeben wird..
Habe eben – irrtümlich – bei Nuhr reingezappt, Was hat da ’nur‘ die Publikumsblase, geklatscht wenn nicht mit den Füssen getrampelt, nachdem ihnen vom ‚Pispers-Ersatz‘ erklärt wurde, dass ihnen alsbald das Fell über die Ohren gezogen werden muss. Ohne zu erklären warum und wieso. Bei der Stuhlrunde bei Illners – eigentlich zum gleichen Thema – war man ehrlicher (?). Da gab es ein Plakat mit der Aufschrift „Sozialstaat statt Sturmgewehr“!
„Sarkasmus erkenne ich da, wo die USA und Israel die großen Vorbilder sind. Tatsächlich interessiert es hier ja keinen großartig, wie Palästinenser und Iraner gemordet werden. Selbst die Folter der Aktivisten der Gaza-Flotilla wird schnell vergessen, obwohl da nicht nur Entschuldigung sondern mindestens Entschädigung zu fordern wäre.“
Ja, das ist maximal zugespitzt und eine schallende Backpfeife für die so genannte Werteordnung.
Zitat:
„Aber wie meinte er denn den folgenden Satz, gerichtet an die Deutschen? »Ihr müsst wieder Angst haben.“
Also zumindest DEN Satz vom Gescholtenen kann ich unterschreiben, wenn er an die hieisgen Kriegstreiber, an die Russophoben, die wohl noch Opas Rechnung offen haben, an die Politiker, die Russland vernichten wollen, gerichtet ist.
Denn diese Angst wäre wohl das Einzige, was uns vorm Krieg hier in Weteuropa und vor einem zerstörten, wenn nicht gar verstrahlten Deutschland retten würde.
„Denn diese Angst wäre wohl das Einzige, was uns vorm Krieg hier in Weteuropa und vor einem zerstörten, wenn nicht gar verstrahlten Deutschland retten würde“
Nein, ganz gewiss nicht.
Denn diese Angst wäre die gleiche wie vor 5,6 Jahren, wo diese Angst die schutzbedürftigen Untertanen zweckmäßig unter die Fittiche der „Schutz“ spendenden Nation und an ihre damaligen Fronten trieb. Um ihnen in den heiligen MRNA-Tempeln schlussendlich den Rest zu geben.
Nein – aktuell verändern sich die Verhältnisse. Der Hegemon hat fertig. Er wird sich daran gewöhnen müssen, jetzt in einer multipolaren Welt zu leben.
Das ist eine in Russland inzwischen eine recht weit verbreitete Meinung.
Die sind der Meinung das ihre Regierung zu lasch ist.
Der Grund, die anhaltende und offene Unterstützung der Ukraine.
Nicht nur das man denen was verkauft sondern den Geld gibt und die gesamte Informationsgewinnung für die Ukraine sicherstellt sowie die Drohnen über das eigene Gebiet fliegen läßt.
Meiner Meinung nach würden die bei einem Konflikt mit der EU (NATO ist ja eigentlich nicht mehr), von Anfang an härter zuschlagen.
Ich denke mal nach einer Woche ist Strom weg, Kommunikation incl. Internet weg, Wasser weg, Verkehr, Logistik und Lebensmittelversorgung stark eingeschränkt und Kraftstoffversorgung mangelhaft.
Sehr schön im Winter mit Wärmepumpe und EAuto.
Daraus resultiert dann Chaos.
Das ist die Variante ohne Kernwaffen.
Früher hatte ich ja noch noch die egoistische Hoffnung, dass meine kurze Sichtweite zur Alpenrepublik West wie auch zum Franzmann vis-à-vis vielleicht etwas Deckung vor … verschaffen könnte. Heutzutage hat sich das für mich gewandelt. Bei dem Volch was da zwischenzeitlich vor und hinter dem Rhein lauert, kann es mir (schnurzpiep)egal sein oder besser noch: je näher die Einschläge kommen umso …
Was meinen verschwundenen Beitrag ohne Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe betrifft: ich bin Eurer Meinung: ich muss hier nichts schreiben.
„Moskauer Nächte und Qualität aus Deutschland“ von Gert-Ewen Ungar ist allerdings unbedingt lesenswert.
Der Artikel erinnert mich an das Zerwürfnis und den Bruch zwischen Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg im August 2010. Die beiden galten als engste Vertraute und lebten zeitweise zusammen in Wiesbaden. Domscheit-Berg gründete später die Konkurrenzplattform OpenLeaks und veröffentlichte 2011 das Enthüllungsbuch Inside Wikileaks. Die damals gegen Assange kursierenden Anschuldigungen stammten, wie man heute weiß, aus den Giftküchen US-amerikanischer und verbündeter Geheimdienste. Vielleicht handelt es sich aber auch einfach um R.-D. La Puentes Vorsorge gegen mögliche EU-Sanktionen.
Da Gert Ewen Ungar auch recht oft für die NDS geschrieben hat, bin ich sehr auf deren Reaktion gespannt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist jedenfalls noch nichts erschienen.
Qarum auch? Eher gibt es das nächste Müller’sche Èchauffement zu einem Erguss im Dorfblatt ‚Rheinpfalz‘.
[Ich hole mir riesige Packung Popcorn und eine Cola ]
Ach wirklich, Herr Lapuente — was um alles in der Welt konnte da nur schiefgehen?
Wie konnte es bloß passieren, dass ein Journalist eines der skrupellosesten staatlichen Propagandamedien Europas, der jahrelang Schulter an Schulter mit Ihnen in den sogenannten „alternativen Medien“ unterwegs war und die russische Aggression relativierte, plötzlich die Maske fallen lässt und so zu sagen endlich einen stolzen “Coming out” macht?
Dass jemand irgendwann keine Lust mehr hat, sich als bloß „besorgter Friedensfreund“ zu inszenieren und stattdessen offen ausspricht, was in russischen Staatsmedien seit Jahrzehnten völlig normal klingt — lange vor 2022, lange vor 2014?
Dieser aggressive russische Chauvinismus. Dieser militaristische Ton. Diese permanente Verachtung gegenüber Nachbarstaaten und letztlich auch gegenüber Deutschland selbst.
All das war nie verborgen. Man musste nur hinhören wollen.
Aber Sie waren jahrelang zu beschäftigt damit, jede Kritik an Putins Politik reflexartig als „Russophobie“ abzutun. Wer auf den imperialen Ton russischer Medien hinwies, galt bei Ihnen sofort als NATO-Propagandist, Kriegstreiber oder hysterischer Transatlantiker.
Und jetzt plötzlich das große Erschrecken?
Jetzt entdeckt man überrascht, dass Menschen aus einem aggressiv-nationalistischen Propagandaapparat womöglich tatsächlich aggressiv-nationalistische Ansichten vertreten?
Aber Hand aufs Herz, Herr Lapuente: Befinden sich nicht längst viele Ihrer eigenen Autoren und Gästeautoren genau auf derselben Schwelle — nur mit etwas mehr Restscham, sie öffentlich zu überschreiten?
Nehmen wir Michail Silnizki mit seinem muffigen imperialen Großmachtgerede über „Kleinrussen“ und seiner empörten Haltung, die Ukraine sei historisch gefälligst Eigentum Moskaus geblieben — Hände weg, Westen!
Oder Stefan Nold, der seine Sehnsucht nach einer vollständigen ukrainischen Kapitulation kaum noch verbergen kann.
Oder Ulrich Heyden, der in seiner Chuzpe inzwischen so weit geht, Interviews in russisch besetzten Gebieten zu führen, während im Hintergrund bewaffnete russische Soldaten herumstehen — offenbar fördert das die „freie Meinungsäußerung“ der Befragten ungemein.
Oder Florian Rötzer, der schon seit Telepolis-Zeiten aus dem systematischen Säen „endloser Zweifel“ an russischen Kriegsverbrechen eine publizistische Spezialdisziplin gemacht hat — vom MH17-Abschuss bis heute.
Oder Wladimir Sergijenko, der bei Ihnen gern als Opfer von „Cancel Culture“ und angeblicher Unterdrückung der Meinungsfreiheit präsentiert wird. Wobei Ihr so wunderbar „pluralistisches“ Magazin natürlich lieber verschweigt, wofür genau der SBU Sanktionen gegen ihn verhängt hat: für Auftritte im russischen Staatsfernsehen, in denen er sich zu ganz ähnlichen Fantasien über die Bombardierung ukrainischer Kraftwerke mitten im Winter hinreißen ließ.
Und da soll Herr Ungar plötzlich der schockierende Ausreißer sein?
Nein. Er ist eher das ehrliche Symptom eines Milieus, das sich jahrelang einredete, man könne aggressiven Imperialismus, autoritären Nationalismus und staatliche Kriegspropaganda irgendwie als „Friedensposition“ verkaufen — solange man nur oft genug „das alles hat doch Western provoziert!!!“ dazu sagt.
Vor einigen Jahren las ich einmal ein Buch über die Nürnberger Prozesse — ich weiß nicht mehr genau, vielleicht war es Douglas Kelley. Besonders hängen geblieben sind mir die Passagen über die Gespräche der Angeklagten untereinander während der Spaziergänge oder beim Essen in der Gefängniskantine.
Einige von ihnen entdeckten damals plötzlich ( völlig unerwartet natürlich!) dass sie jahrzehntelang gemeinsam mit brutalen Psychopathen und Kriminellen ein Regime aufgebaut hatten. Manche wollten am Ende nicht einmal mehr neben bestimmten Mitangeklagten sitzen oder gemeinsam spazieren gehen.
Ja, vermutlich waren auch sie damals furchtbar schockiert darüber, mit wem sie sich da all die Jahre eingelassen hatten.
Und ganz nebenbei: Ich empfehle wirklich jedem, sich einmal mit den „alternativen Journalisten“ des Zweiten Weltkriegs zu beschäftigen. Mit William Joyce, Robert Brasillach, Marcel Déat, John Amery oder sogar Pierre-Antoine Cousteau — dem Bruder des berühmten Jacques-Yves Cousteau.
Auch sie gingen damals in die Hauptstädte aggressiver Regime, erklärten mit großer Selbstgewissheit, nur sie allein würden „die Wahrheit“ kennen, während alle anderen lügen würden. Auch sie erzählten ununterbrochen, der Aggressor verteidige sich doch bloß, wolle lediglich „Respekt“, sei vom Westen und seinen Gegnern „in die Ecke gedrängt“ worden und habe praktisch keine andere Wahl gehabt.
Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder?
Musste ich gerade irgendwie daran denken.
Da bleibt doch nix mehr zu sagen als ein starkes schwarz-rotes „Ruhm der Ukraine! Den Helden Ruhm!“.
Drei Fragen an Sie:
– wer rückte seit 1990 an die Grenzen des „Angeklagten“ heran, trotz anderslautender Absprachen?
– wer verweigerte seit 1990 jede Kooperation mit dem „Angeklagten“ auf Augenhöhe?
– wer lässt nicht ab von seinem kapitalistisch begründeten, religiös verbrämten, neokolonialen WELTbeherrschungsanspruch?
Warum erkennst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken in deinem eigenen aber nicht?
Sicher kann man sich als in Deutschland lebender eines gewissen Ärgers nicht erwehren, wenn man, vielleicht auch noch nuklear, bombardiert werden soll.
Andererseits lebt Herr „Ungar“ in Russland und hat sich so weit integriert wie man es sich hier von manchen sehnlichst wünscht, er empfindet und denkt russisch.
Und da muß ich ihm nun leider recht geben: Spätestens seit Merz hat sich Deutschland als Kriegstreiber und Kampfunterstützer hervorgetan, sich somit einen Reminder verdient.
Herr Lapuente kann allerdings beruhigt sein, irgendwer scheint auch in Russland an diesem Krieg sagenhaft zu verdienen.
Wir können raten wer es ist.
Echte Angriffe nur wenn es politisch nun gar nicht mehr anders geht und großartiges Gerede dazu in russischen Medien zeigen sicher, eine Eskalation ist unerwünscht. Stattdessen möge dieser Krieg noch lange währen und die Taschen der russischen Rüstungsoligarchen und ihrer Paten füllen, auf dass noch die Urenkel in Mailand, Paris, London und New York shoppen gehen können!
Was ist an „Overton“ noch als Alternative zu den MSM zu betrachten? Wahrscheinlich nichts! Mein Kommentar zu dem Artikel – gelöscht. Ohne jegliche Begründung. Passte wohl nicht ins Narrativ. RDL schreibt Ungar würde nicht antworten. Falsch. Ungar hat seine Antworten auf „X“ veröffentlicht. Ich habe sie gelesen und kann alles nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich, dass „Overton“ sie nicht abdruckt. Ungar nennt das Medium : fähig zur Hetze.
Es ist traurig, aber wohl dem Zeitgeist geschuldet.
Bin ich der einzige, der diesen Artikel als problematisch empfindet?
Gert Ewen Ungar wird hier öffentlich an den Pranger gestellt.
Er würde „den Feind“ auffordern, Deutschland zu bombardieren.
Der Autor RdL schreibt selbst, dass er Gert Even Ungar (GEU) damit der Gefahr aussetzt, vom EU Regime sanktioniert zu werden.
Das wird doch hoffentlich nicht Ziel dieses Artikels sein!
Es ist noch nicht so lange her, da begrüßten es zumindest einige deutsche Medien, wenn Exil-Iraner die Bombardierung ihres Landes forderten, um das Regime dort zu stürzen.
Nun tut dies ein Exil-Deutscher, da ist das Entsetzen groß.
Ich sehe da allerdings keinen großen Unterschied.
Um es klar zu sagen:
Ich persönlich finde es abstoßend, wenn Exilanten die Bombardierung ihres Heimatlandes fordern, dem sie den Rücken gekehrt haben, aus welchen Gründen auch immer.
Einiges von dem, was GEU schreibt, finde ich absolut richtig.
ZB, dass wir hierzulande wieder Angst vor Atomwaffen haben sollten.
Diese Angst und daraus resultierend eine Politik, deren oberste Priorität darin bestand, Atombombenexplosionen in Deutschland zu verhindern, hat zur Entspannungspolitik von Brandt und Bahr geführt, der wir das Überleben im kalten Krieg verdankten.
Die Aussagen von GEU sind für Deutschland völlig ungefährlich, da niemand in Russland seine Wünsche umsetzen wird.
Richtig gefährlich für alle in Deutschlnd lebenden Menschen sind hingegen die Worte und Handlungen des Kanzlers Merz, der gemeinsam mit der Ukraine langreichweitige Lenkflugkörper teils sogar bei uns produzieren lässt, damit sie dann tief ins russische Hinterland geflogen werden und dort russische Menschen töten. Das ist eine Beteiligung am Krieg auf der Seite der Ukraine und in einigen Fällen wohl auch eine Beteiligung an Kriegsverbrechen, wenn wie in Starobelsk Zivilistrn getötet werden. Und das wird, wenn es weitergeht, unweigerlich russische Vergeltungsschläge, auch auf Deutschland, auslösen.
Die Gebete des deutschen RT-Journalisten wurden erhört:
https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101274212/rumaenien-drohne-trifft-wohnkomplex-in-grenzstadt-kampfjets-steigen-auf.html
Lapuente erweist sich als Umdreher: erst als „staats- und systemkritischer Journalist“ Gefolgschaft einsammeln – und dann sich umdrehen und möglichst viele dabei mitnehmen. (Wobei einige der „Kommentatoren“ natürlich mit im Boot sind, damit das glaubhafter ist und damit besser funktioniert)
So geht das.
Wenn er mal lieber geschwiegen hätte …
und Schluss
O v ert o n ist tot
Ich will mich gar nicht in die persönliche Debatte einmischen, dazu kenne ich die Hintergründe zu wenig,
Lediglich ein paar Fakten und einige Dinge die mir auffallen. Es ist objektiv tatsächlich ein psychologisches Problem nicht nur in D sondern der EU generell, dass die Bevölkerung sich nicht mehr vorstellen kann von irgend etwas wirklich betroffen zu sein, mal abgesehen von den täglichen ökonomischen Sorgen, die sie zunehmend in Anspruch nehmen. Daher auch die Passivität mit der sie alle hinnehmen. Soweit die Fakten nun zu den Dingen die einem auffallen.
Die geschilderten Forderungen, wie Russland seine Kriegsführung ändern soll, also massive großflächige Zerstörungen, Tötung von gegnerischen Führungskräften ist lediglich die Idee sich der im westlichen üblichen und von niemanden ernsthaft in Frage gestellten Kriegsführung zu bedienen.
Es regt niemanden auf weder UN noch „Menschenrechtler“ wenn im Libanon ganze Städte und Dörfer zerstört werden und alle Anwohner, egal ob Moslem, Druse, Christ Hisbollah Anhänger oder Gegner pauschal vertrieben werden. Wissenschaftler und Politiker im Iran dürfen nach belieben getötet werden, niemand ist „besorgt“ .
Fazit: die ganze Welt darf sich wie die sprichwörtlichen Vandalen aufführen, Kriege, Verbrechen jeder gegen jeden, völlig egal wo Sudan, Somalia, Palästina, alles völlig easy. Nur Russland darf gar nichts, alles sofort ganz ganz schlimme Verbrechen die sofort mit Sanktionen bestraft und mit massivster Reaktion bedacht werden müssen.
Das jedenfalls der Eindruck der sich einstellt wenn man so grob reflektiert wie die allgemeine Debatte/Berichterstattung ist.
Natürlich habe ich dazu auch einen Literaturtipp
https://www.oekom.de/buch/imperiale-lebensweise-9783865818430
kann ich nur empfehlen, sehr sehr lesenswert.
Dieses „betreute Denken“ in den Medien hat es ermöglicht, Europa quasi in Salami-Taktik zum direkten Kriegsteilnehmer zu machen.
Es wird zwar berichtet, dass wir die Ukraine mit Milliarden unterstützen, Waffen liefern usw. Und wie toll die „Ukraine“ nun Moskau beschießt und Industrieanlagen zerstört. Nur bei Massakern wie an den Schülerinnen ist man etwas kleinlaut.
Es wird aber nicht gesagt, dass wir damit direkte Kriegsteilnehmer sind. Und offen Krieg gegen Russland führen.
Offenbar können die Medienkonsumenten heute nicht mehr Eins und Eins zusammenzählen. Und mit Leuten mit abweichender Meinung reden ist inzwischen auch verpönt.
Ratlos …
„Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht.“ (Harold Pinter, Literaturnobelpreisträger 2005).
Das heißt aber nicht, dass die Verbrechen nicht erwähnt werden. Vorgestern hörte ich in einem Satz einer DLF-Journalisten über den Konflikt in Israel/Palästina folgende Beschreibung: ….der Terrorangriff der Hamas vom 07.10.2023, der zum Vorgehen im Gazastreifen führte ……
Auch hier sterben Menschen und auch hier verhält sich die Journalistin, sie fordert die IDF zwar nicht zum Bombardement auf, aber sie lässt die Opfer einfach in ihren Worten verschwinden. Wie das Kaninchen im Zirkus verschwinden 10.tausende Opfer.
Wer derartiges tut, ist auch radikal, aber auf eine sehr versteckte Weise.
„2000 Kilometer weit in den Osten werden die Zielkoordinaten der US-Armee von ihrem Stützpunkt in Wiesbaden – etwas westlich von Frankfurt am Main – geschickt: In der Ukraine werden dann die HIMARS-Raketenwerfer mit diesen Daten gefüttert, dann kommt der Feuerbefehl auf russische Truppenansammlungen oder Stellungen.
Eine aktuelle Recherche der New York Times zeigt: Die amerikanische Beteiligung am Krieg reicht weit tiefer, als bisher bekannt war. Eine geheime Partnerschaft beeinflusste nicht nur strategische Entscheidungen auf hoher Ebene, sondern lieferte auch präzise Zielinformationen direkt an ukrainische Soldaten im Kampfgebiet.
Task Force Dragon arbeitet von Wiesbaden aus
Das Ziel dieser Kooperation war es, Russlands Überlegenheit an Truppen und Waffen auszugleichen. Zu diesem Zweck gründeten die USA eine verdeckte Einheit namens Task Force Dragon. Das Zentrum dieser Zusammenarbeit befand sich im US-Heereshauptquartier in Wiesbaden, Deutschland. Täglich legten amerikanische und ukrainische Offiziere dort gemeinsam Ziele fest – russische Einheiten, Ausrüstung oder Infrastruktur.“
Ist es ein Wunder, dass die Russen ernsthaft darüber nachdenken dagegen vorzugehen? Dass Ungar dies dann als Propagandaaufhänger nutzt, ist sicher seinem Arbeitgeber geschuldet, aber verständlich mMn.
Mal sehen ob das kommen kann:
h#ttps://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/wiederholt-sich-1914-bricht-der-krieg-zwischen-europa-und-russland-endgueltig-offen-aus
„Laut dem Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages verliess Deutschland bereits 2022 mit der Ausbildung von ukrainischen Soldaten an gelieferten Waffen den „gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung“. Diese offizielle Analyse und Bewertung liegt lediglich vier Jahre zurück und wirkt auf den Leser des Jahres 2026 wie ein Dokument aus Vorkriegszeiten.“
Etc.
Die nicht dienstlich hier unterwegs seienden Personen können das ja mal neben die zu hörenden Stimmen aus Russland und diesen Artikel hier stellen und ihre Schlüsse ziehen.
OT ist tot!
Schon wieder dieser Karaganow, wer Atombomben als Geschenk Gottes tituliert schießt sich selbst aus der Debatte.
So ähnlich „argumentieren“ übrigens auch die Religioten die sich Bibi in seine Regierung geholt hat.
Mein letzter Versuch hier für heute.
Der Text wirkt auch auf mich weniger wie die Analyse einer persönlichen Radikalisierung als eine private Abrechnung, die endlich ihr geeignetes Thema gefunden hat. Dazu passt auch, dass der bürgerliche Name des Kritisierten prominent auftaucht und der mehr als offene Hinweis auf mögliche EU-Sanktionen. Menschlich mag das alles nachvollziehbar sein, als fundierter Beitrag überzeugt es mich aber nur bedingt.
Interessant wäre ja gerade nicht die küchenpsychologische Frage, „was mit Gert geschehen ist“, sondern welche gesellschaftlichen Mechanismen Kriege überhaupt hervorbringen. Denn die beobachtete Entgrenzung ist keineswegs ein Spezialphänomen von Russlandauswanderern oder einzelnen politischen Milieus. Krieg produziert fast zwangsläufig Lagerdenken, Entmenschlichung und den Wunsch, den Gegner kollektiv abzustrafen – auf allen Seiten.
Und genau da liegt für mich der problematischste Punkt: Das Problem ist doch nicht, dass „der Gert“ jetzt „gegen Deutschland“ sein soll. Warum soll Loyalität gegenüber einem Nationalstaat denn höher stehen als Loyalität gegenüber Menschen allgemein? Das Problem ist, dass der Kritisierte überhaupt anfängt, Menschen kollektiv als legitime Ziele zu denken. (Ich habe von ihm zuletzt übrigens erstaunlich wenig bei RT gelesen und zeitweise gedacht, er sei dort gar nicht mehr aktiv.)
Wenn jemand fordert, Kiew „in Schutt und Asche“ zu legen, ist das barbarisch. Wenn anderswo von „Kriegstüchtigkeit“, „Siegfrieden“ oder der „Aufspaltung Russlands“ gesprochen wird, klingt das aber bestenfalls technokratischer. Die zugrunde liegende Logik unterscheidet sich weniger, als viele wahrhaben wollen. Weder der deutsche noch der russische noch der ukrainische Staat verdienen Loyalität – Menschen dagegen verdienen Schutz – vor Krieg, Elend und Gewalt, gerade auch vor staatlicher Gewalt.
Was mir im Artikel fehlt, ist eine wirklich friedenspolitische Perspektive. Stattdessen dominiert ein Moralisieren über journalistische Standards und Loyalitäten. Aber Kriege verschwinden nicht durch bessere Haltungskodizes. Die entscheidende Frage wäre doch: Warum reproduzieren moderne Gesellschaften und ihre Medienapparate immer wieder dieselben Eskalationsmuster? Um welche Interessen geht es da konkret? Der Verfasser kritisiert primär einen einzelnen Akteur – nicht jedoch die grundsätzlichen Strukturen, die solche Entwicklungen immer wieder hervorbringen.
Als linke Kommentatoren wie [Name einer Halbinsel], [aufständisches Obstanbaugebiet] oder [bekannte Buchfigur] hier noch mitschrieben, haben sie oft darauf hingewiesen, dass Krieg kein Betriebsunfall der Politik ist. Dass er tief mit Staat, Macht, Interessen und der systemischen Ordnung verknüpft bleibt. Diese grundsätzliche Ebene fehlt mir im Beitrag fast vollständig. Statt Strukturkritik gibt es vor allem Charakterdiagnostik und Moralisierung. Das passt aber bedauerlicherweise zum Zeitgeist.
Dabei zeigt der Text ungewollt selbst, wie ansteckend die Eskalationslogik geworden ist. Alle Seiten beklagen Propaganda — und sprechen irgendwann ihre eigene. Alle kritisieren Entmenschlichung — und landen selbst bei moralischen Kollektivurteilen. Das Tragische daran ist vielleicht nicht einmal, dass Menschen zu Falken werden. Sondern dass kaum noch jemand außerhalb der jeweiligen Lagerlogik sprechen kann.
Und noch eine kleine Anmerkung zum Forum selbst: Für ein Medium, das regelmäßig Konformismus und Debattenverengung kritisiert, wirkt der Umgang mit Autoren wie langjährigen Kommentatoren auf mich auffallend empfindlich. Leserfreundlich ist das auf Dauer nicht unbedingt.
Man fragt sich doch unwillkürlich, was sich jemand der angeblich Debattenverengung, Meinungskorridor, Laufstallmedien, Politikblasen, Kontensperrung ohne Prozess, Zensur usw. kritisiert auf die Idee kommen kann, ein Pseudonym aufzudecken. Er schießt sich doch selbst ins Knie. Wie soll man einem Redakteur vertrauen, wie soll ein Kommentariat einer Redaktion vertrauen, die hier Namen für den Staatsschutz preisgibt und Kontensperrung durch die EU nachvollziehbar findet?
Es ist doch klar wie Kloßbrühe, dass man unter solchen Voraussetzungen keine konsistenten Namen mehr benutzt. Schließlich möchte man keinen Besuch bekommen. „Sie haben unter dem Nickname xixi Ypsilon unerlaubte Kritik am Staat verbreitet und das mehrfach über Monate hinweg…. “ Overton soll sich mal ehrlich machen. Es ging doch gar nicht um die Kommentare. Es ging und geht darum, dass sich bei Overton die Prioritäten verschoben haben – vorsichtig ausgedrückt.
Zitat 1: „Man fragt sich doch unwillkürlich, was sich jemand der angeblich Debattenverengung, Meinungskorridor, Laufstallmedien, Politikblasen, Kontensperrung ohne Prozess, Zensur usw. kritisiert auf die Idee kommen kann, ein Pseudonym aufzudecken. (…) Overton soll sich mal ehrlich machen. “
Darauf hat der Verfasser ja letztes Jahr bereits seine Antwort gegeben und sich ehrlich gemacht:
„Was also bleibt von der Forderung nach Schutz durch Anonymität für die Betreiber solcher mehr oder weniger journalistischer Meinungsangebote? In Einzelfällen mag sie aus pragmatischen Gründen nachvollziehbar sein – aus Angst vor Kündigung oder gesellschaftlicher Ächtung etwa. Aber gehört es nicht zum Beruf des Berichterstatters, sich durch seine Berichte zu exponieren und damit anzuecken? Wer Öffentlichkeit will, aber sich vor den Folgen fürchtet, sollte überlegen, welchen Weg er gehen möchte. Seriosität beginnt dort, wo man bereit ist, für das eigene Wort einzustehen. Wer das nicht will oder nicht kann, sollte sich zumindest nicht der Illusion hingeben, er könne auf Augenhöhe mit jenen agieren, die mit offenem Visier arbeiten.“
Aus: https://overton-magazin.de/kommentar/kultur-kommentar/clownswelt-boehmermann-journalistische-anonymitaet-legitim/
Die lange Tradition (linker) politischer und publizistischer Pseudonyme scheint hier unbekannt zu sein. Für seine Worte einstehen kann man nämlich auch unter Pseudonym. Verantwortung dagegen setzt nicht zwingend die Offenlegung des bürgerlichen Namens voraus. Das Pseudonym tut aber etwas Wichtiges: Es lenkt die Aufmerksamkeit auf das Argument statt auf die Biografie oder das Gesicht des Autors. Wer Klarnamen zur Bedingung von Seriosität erklärt, wertet darum die Person auf – und das Argument ab.
Allgemein gilt: Wer „offen mit Namen“ auftreten kann, verfügt häufig über soziale oder ökonomische Sicherheiten, die andere nicht haben. Gegenüber Staat, Arbeitgebern oder organisierten Kampagnen („Online-Pranger XY“) hat Anonymität eine fast essentielle Schutzfunktion, gerade auch für Whistleblower. Auch bedeuten Journalismus oder Bloggen nicht definitionsgemäß persönliche Selbstgefährdung. Eine gute Recherche oder ein pfiffiger Kommentar werden nicht besser, weil der Autor leichter angreifbar ist. Und ein wichtiges Leak sicher nicht wahrscheinlich, wenn alle mit Namensschild unterwegs sein müssen.
Die Glaubwürdigkeit einer Aussage hängt von ihrer Qualität und Begründung ab – nicht davon, ob ihr Autor unter bürgerlichem Namen publiziert. Andernfalls müsste man einen erheblichen Teil der Publizistikgeschichte neu bewerten.
Dass hier die Vorzüge von Klarnamen betont werden und nun ein Autor mit bürgerlichem Namen (statt wie sonst unter seinem Alias) angesprochen wird, verdeutlicht meiner Meinung nach, dass Pseudonyme hier eher als Mangel denn als legitime Form öffentlicher Teilhabe erscheinen.
Zitat 2: „Es ging doch gar nicht um die Kommentare.“
Doch, ich finde, letztlich geht es gerade um die Kommentare und Beiträge. Also um jene Beiträge, die regelmäßig Grundsatzdiskussionen auslösen oder strukturelle Fragen erörtern. In Bezug auf solche scheint die Umstellung jedenfalls Wirkung gezeigt zu haben:
„Seit der Wiedereröffnung haben wir nun Erfahrungen mit den neuen Regeln gesammelt. Und wir können sagen: Die Diskussionen haben sich verändert. Sie sind vielfach konzentrierter, substanzieller und lesbarer. Viele Debatten gewinnen wieder an Tiefe, weil der Fokus stärker auf Argumenten liegt und weniger auf persönlichen Fehden, Nebenkriegsschauplätzen, privaten Händeln oder ritualisierten Dauerauseinandersetzungen. Zugleich ist die Zahl justiziabler und grenzüberschreitender Kommentarbeiträge seit der Umstellung deutlich zurückgegangen. Dafür bedanken wir uns herzlich bei den Beiträgern.“
Die Debatten mögen nun geordneter und konfliktärmer verlaufen. Ob sie deshalb auch vielfältiger oder erkenntnisreicher geworden sind, ist eine andere Frage. Womöglich sind sie nun vor allem substanzieller innerhalb eines enger definierten Diskussionsrahmens.
Danke für deine Antwort. Die von dir zitierte Aussage kenne ich. Es ist jedoch schon noch ein Unterschied, ob man der verkehrten Ansicht ist, nur wer seinen wirklich Namen benutzt, trägt Verantwortung für seine Texte – mit Seriosität hat das gar nichts zu tun – oder ob man sich zur Vergeltung zum Zuträger des Staatsschutzes macht, ihn quasi zum Kandidaten für eine künftige Kontensperrung vorschlägt, seine bürgerliche Existenz vernichten will. Was sind denn die demokratieidealistischen Anmerkung noch wert, wenn man sich in dieser Weise auf die Seite des Staates/der EU und gegen seine ehemaligen Mitstreiter stellt. RDL tut so als sei er persönlich von seinem Kollegen bombardiert worden. Das ist völlig übertrieben. Deutschland wird nicht wegen der Empfehlung eines Schreiberlings bombardiert werden.
Mir würde ein noch viel einfacherer Schluss einfallen. Wer mit eigenem Namen auftreten kann, vertritt eine Ansicht, die sich innerhalb des regierungsunkritischen Meinungskorridors bewegt. Der braucht den Schutz nicht. Aber ein Magazin, das für die Erweiterung des Korridors eintritt, müsste sich doch im Klaren darüber sein, dass für kritische Ansichten dieser Schutz notwendig ist.
Und ich denke es ist sich darüber im Klaren, hat aber seine ursprüngliche Zielsetzung aufgegeben. Man hat sich eben auf die Seite von Deutschland gestellt und sieht Systemkritik zunehmend kritisch. Will sie nicht mehr haben. Deshalb der Angriff auf die Kommentare. Die Kommentare haben sich nicht verändert, verändert hat sich der Blick der Redaktion auf die Kommentare.
Kunststück, wenn die unangenehmen Kommentare gleich gelöscht und nicht mehr veröffentlicht werden. Die Diskussionen haben sich nicht verändert, sondern sie werden durch Moderationseingriffe verändert.
Ich halte die Kommentare jetzt nicht für substantieller, argumentativer oder „tiefer“ was immer das auch sein soll. In jeder Hinsicht ist die nun praktizierte Oberaufsicht ein Verlust. Dieser Artikel passt wie das Tüpfelchen auf dem i in die neue Linie.
Das ist richtig, ich stelle auch die Verengung der Debattenkultur auf Overton fest. Das Problem das zum Weggang von Autoren auf Telepolis entwickelte wiederholt sich hier.
Ich habe auch gerne Artikel unter „anderem“ Namen veröffentlicht. Ganz einfach, weil es die eigene „bürgerliche“ Existenz gefährdet hätte im eigenen Namen zu veröffentlichen. Ich stimme zu Overton hat sich verändert. Das war bei Telepolis genauso. Wir hatten einmal in der DJU darüber diskutiert, wie weit man gehen kann in einem zunehmend autoritären Staat unter Pseudonym zu veröffentlichen ohne seinen „Brotjob“ zu verlieren. Hier hat Roberto die Antwort gegeben. Man kann es vergessen, den irgendeiner haut den Klarnamen heraus. Das war es dann mit der „bürgerlichen“ Existenz.
In meiner Jugend hatten wir die Parole „Es bleibt dabei der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“. Das ist über 50 Jahre her, aber es behält seine Richtigkeit.
Kleine Randnotiz am Rande bisher waren die Denunzianten von Gert immer Rechtsradikale Seiten mit überschaubarer Breite der Leserschaft. Roberto macht das jetzt auf eine Plattform die weit mehr Leser hat.
Ich versuche, nach gescheiterten Versuchen zu kommentieren, abschließend eine Einschätzung der Causa Gert Ewen Ungar – Roberto De Lapuente zu formulieren, denn sie treibt mich zu sehr um:
Den Umstand, dass sich Gert auf X derart persönlich radikal äußerte – nicht in seinem Blog! und schon gar nicht bei RT! – zeigt doch sehr deutlich seine Wut, Enttäuschung und Verzweiflung über den strikten Marsch vor allem der deutschen Regierung in eine Konfrontation mit Russland. Und formulierte er seine journalistischen Arbeiten (Nachdenkseiten) vor allem appellierend und warnend, bricht sich in seinen X-Texte die Wut Bahn.
Seinem Gedanken, die endgültige große Katastrophe nur durch gezielte, demonstrative aber begrenzte militärische Schläge gegen Deutschland verhindern zu können – er fordert eben NICHT die Verwüstung – weil dann die notwendige Angst erzeugt würde, um dann wieder politisch vernünftig und angemessen zu handeln, vermag ich allerdings nicht zu folgen. Diese ja auch von Karaganov vorgebrachte These verkennt nämlich die bereits zu weit aufgeheizte Stimmung der hier politisch Handelnden. Militärische Schläge würden nur zu blindwütigen, katastrophalen Reaktionen führen, und jegliche noch in Spuren vorhandene Bereitschaft zu diplomatischem Handeln würde desavouiert und delegitimiert.
Seinen Gedanken kann und muss man deshalb kritisieren. Und das hätte auch Roberto De Lapuente tun können und müssen. Leider hat er aber genau das NICHT getan, sondern es vorgezogen, zu denunzieren und verletzt zu attackieren. Dass in der begonnenen Korrespondenz zwischen beiden, anscheinend oder scheinbar der Kodex der Interviewführung nicht eingehalten worden ist, wird reichlich mimosenhaft kommentiert, die ausführliche und inhaltsschwere Stellungnahme Gert Ewen Ungars vorsätzlich nicht zu verlinken (ich kann nur dringend empfehlen, sie auf der Seite logon-echon.com nachzulesen) wiegt schon schwerer. Die penetrante Nennung des Klarnamens ist aber nur noch als schäbig zu bezeichnen, die unverhohlene Forderung nach EU-Sanktionen als erbärmlich.
Roberto De Lapuente, den ich für einen der wichtigsten politischen Autoren der neuen Medien halte, hat sich sehr geschadet, es fällt mir nun schwer, ihn künftig weiter mit Genuss zu lesen. Die Veröffentlichungen des Journalisten Gert Ewen Ungar werde ich in jedem Fall mit Interesse und Gewinn weiterverfolgen.
> Militärische Schläge würden nur zu blindwütigen, katastrophalen Reaktionen führen, und jegliche noch in Spuren
> vorhandene Bereitschaft zu diplomatischem Handeln würde desavouiert und delegitimiert.
Nun führt die NATO (oder ist es das Militär der NATO?) inzwischen offen Krieg gegen die Russen. Es ist unser Geld, das den Krieg am laufen hält. Es sind unsere Waffen, die Zieldaten kommen von unseren Satelliten, da die Ukraine keine Satelliten hat, unsere Geheimdienste und Militärberater helfen bei der Programmierung der Ziele und ob am Schluß überhaupt ein Ukrainer auf der Seite der „Ukraine“ kämpft? Vielleicht darf noch ein Ukrainer den Knopf drücken?
Ich kann mir schon vorstellen, daß die Russen langsam die Schnauze voll haben. Gerade nach dem Angriff auf die Schule von Starobilsk mit 21 toten Studenten – das sind ja laut „westlicher Sicht“ arme, vom bösen Putin besetzte Ukrainer, die „wir“ vom russischen Joch befreien wollen. Stattdessen werden sie – ein eindeutiges Kriegsverbrechen – von den „Ukrainern“ umgebracht …
Guenther Wagner? Wie langweilig. Ich hätte auf Gunnar E. Grewert o.ä. getippt.
So. Und um die bescheuerten hundert Zeichen voll zu kriegen, schreibe ich jetzt noch einen weiteren Satz.
Lieber Roberto,
dein Text hat mich ehrlich gesagt nicht überrascht, aber trotzdem getroffen. Nicht, weil ich Günter Wagner persönlich so gut kennen würde wie du, sondern weil man an deinen Zeilen merkt, dass da mehr kaputtgegangen ist als nur eine politische Übereinstimmung.
Gerade deshalb kann ich deine Reaktion sehr gut verstehen. Wenn jemand, den man einmal als analytisch, ruhig und friedenspolitisch orientiert erlebt hat, plötzlich in eine Sprache rutscht, die nach Vergeltung, Einschüchterung und Eskalation klingt, dann ist das kein kleiner Meinungsunterschied mehr. Dann steht da etwas Grundsätzliches im Raum.
Ich versuche mir wirklich zu erklären, wie es dazu kommen konnte. Die einzige Möglichkeit, die mir halbwegs plausibel erscheint: Vielleicht war Günter Wagner beziehungsweise Gert Ewen Ungar von den Drohnenangriffen in Moskau direkt oder zumindest sehr unmittelbar betroffen. Vielleicht durch eigene Angst, vielleicht durch Menschen in seinem Umfeld, vielleicht durch das Gefühl, dass der Krieg nun nicht mehr abstrakt ist, sondern vor der eigenen Haustür einschlägt. So etwas kann einen Menschen emotional verschieben. Das würde ich sogar verstehen.
Aber verstehen ist nicht dasselbe wie rechtfertigen.
Denn genau hier verläuft die Grenze: Wer seit Jahren die westliche Eskalationsrhetorik kritisiert, wer zu Recht darauf hinweist, dass deutsche Medien und Politiker Russland oft pauschal dämonisieren, der darf nicht plötzlich selbst in diese entgrenzte Logik verfallen. Man kann nicht bei den einen den Kriegsrausch erkennen und bei den anderen wegsehen, nur weil es diesmal aus der „eigenen“ Richtung kommt.
Am Ende ist es doch genau diese Logik, die uns immer tiefer in den Abgrund zieht: Die einen phantasieren von Härte im Namen des Westens, die anderen von Vergeltung im Namen Russlands. Und irgendwo dazwischen verschwinden die normalen Menschen — in Deutschland, in Russland, in der Ukraine — die diesen Wahnsinn nicht bestellt haben, aber am Ende bezahlen sollen.
Deshalb finde ich deine rote Linie richtig. Kritik an der deutschen Politik, an der NATO und an westlichen Medien bleibt notwendig. Vielleicht sogar notwendiger denn je. Aber sie wird hohl, wenn sie nur noch gegen eine Seite scharf sieht und auf der anderen Seite plötzlich blind wird.
RT hat tüchtig nachgelassen “ Ich danke Gott das ich kein Deutscher bin“ …
Solche Typen kennen Ihre eigene Geschichte nicht, erst recht nicht die anderer Länder…
In Sachsen ist jeder 7 Arbeitgeber Russischer Abstammung o(
Auch die Kommentare auf RT , viel weniger zu finden als früher und es muss einen Grund dafür geben ..
Lieber Herr de Lapuente,
mit diesem Brief möchte ich mich an Sie und Herrn Tom Wellbrock und an Herrn Dirk Pohlmann richten.
Sie haben kürzlich Stellung bezogen gegen Herrn Gert Ewen Ungar, indem Sie ihm vorwerfen, das Verhaltensgebot des Journalismus zu verlassen; nämlich indem dieser seine objektive Berichterstattung durch seine extrem emotionale Überfrachtung zu einer Aussage in der Art einer Propaganda ausformt.
Ich verstehe, daß Sie Herrn Ungar deswegen kritisieren und finde es gut, daß Sie drei ihn zurück holen wollen in das Reich der Sachlichkeit, zumal wir Deutschen froh sein sollten über jeden deutschen Journalisten, der nach Russland ausgewandert ist und Informationsaustausch mit Deutschland ermöglicht.
Fortsetzung, I. Boit:
Nehmen Sie Frau Paula P´Cay von InfraRot hinzu. Sie ist 1. eine Frau und 2. relativ emotional – wie G.E.Ungar, also ideal als Moderatorin.
Nochmals viele Grüße,
I. Boit