Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Kriegszeiten

Yasmin Fahimi auf der Re:Publica 2022.
Stefanie Loos / re:publica, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Um die Wirtschaft zu schonen und Arbeitsplätze zu erhalten, sollten unbedingt wieder Boni und Dividenden ausgezahlt werden – und zwar auch bei solchen Unternehmen, die von Steuerzahlergeldern am Leben erhalten werden, findet DGB-Chefin Fahimi.

Yasmin Fahimi ist seit etwas mehr als einem halben Jahr Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die ehemalige SPD-Generalsekretärin wurde in den Jahren zuvor medial immer wieder als Genossin des linken Parteiflügels präsentiert – was immer das in der hiesigen Sozialdemokratie auch bedeuten mag. Was Fahimi dazu befähigte, dem DGB gleich vorsitzen zu dürfen, weiß man nicht so genau. Vielleicht ja der Umstand, dass ihr Lebensgefährte Michael Vassiliadis Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie ist.

Anders kann man sich das nach ihren aktuellen Äußerungen gegenüber der dpa nicht erklären. Eigentlich sind sie so befremdlich, dass man intuitiv einen Aprilscherz Ende Dezember vermutet. Die Gewerkschaftsvorsitzende spricht sich nämlich für Boni und Dividenden aus: Auch und gerade bei Unternehmen, die durch staatliche Gelder – auch Steuerzahlergelder genannt – gestützt werden müssen. Lasse man das weiterhin nicht zu, schade das den Arbeitsplätzen, eine Abwanderung der Betriebe beginne. So gehe eben Marktwirtschaft. Überhaupt sei jetzt nicht die Zeit, um »kapitalismuskritische Grundsatzdebatten« zu erörtern.

Die Rückkehr der Schock-Strategie

Die, die die Reformjahre um die Agenda 2010 und den neoliberalen Zugriff auf den Staat kritisch begleitet haben, erinnern sich vielleicht noch: Damals belehrte man uns Tag für Tag, dass sich in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt drastisch etwas ändern müsse, wolle der Standort Deutschland erhalten bleiben. Würde man Personal- und Lohnnebenkosten nicht senken, den Kündigungsschutz nicht lockern und die Sozialhilfe nicht drücken, geschähe nämlich das Unglück: Unternehmen würden das Land verlassen und dorthin gehen, wo sie bekämen, was sie wollten.

Die damalige Sozialdemokratie hat sich dieser Erpressung gebeugt, Schröder und Müntefering tingelten durch die Lande und erklärten ihrer verprellten Wählerschaft, dass sie ja eigentlich anders wollten, aber nicht könnten: Die Marktwirtschaft sei wie sie sei, fressen oder gefressen werden, so laute die Parole. Man müsse die Regeln die Marktes annehmen, auf Forderungen eingehen, vielleicht könne man im Gespräch mit den Arbeitgebern aber hier und da noch gewisse soziale Härten wegverhandeln.

Yasmin Fahimi klingt aktuell wie jene Sozialdemokraten, die dieses Land vor zwei Jahrzehnten in den Neoliberalismus geführt haben. Auch sie tut so, als sei Politik machtlos, müsse sich den Regeln des Marktes unterwerfen, wenn sie das Land nicht dem Untergang preisgeben will. Wer nicht wolle, dass Arbeitsplätze verlorengehen, der dürfe jetzt nicht die Mechanismen des Kapitalismus und des Marktes hinterfragen, sondern müsse in den sauren Apfel beißen.

Hier schwingt die Schock-Strategie mit, die Naomi Klein vor 15 Jahren in ihrem gleichnamigen Buch beschrieb: Eine Ausnahmesituation wird inszeniert oder wenigstens beschworen, die jetzt ein Art »antizyklisches« Handeln notwendig macht. Aufgrund eines Notstandes müssten nun alle über ihren Schatten springen und Dinge zulassen, die man vielleicht für nicht akzeptabel hält. Falls man sich nicht zu diesem Schritt entschließen kann, droht die Katastrophe.

Der DGB als Kriegsgewerkschaft

Die Vorsitzende des DGB hat ihre Rolle als Vertreterin der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hintangestellt. Das ist offenbar das Opfer, das sie bereit ist zu erbringen. Sie sorgt sich laut dpa nicht so sehr um die lohnabhängig Beschäftigten im Lande, sondern um die Konzerne – und um jene, die ohne produktiv zu werden, die Gewinne in Form von Bonuszahlungen und Dividenden einstreichen. Selbst wenn der Staat – die Steuerzahler, um es genauer zu sagen – für diese Leistungen aufkommt, weil er nämlich Unternehmen vor dem Bankrott retten möchte, sollte man diese Mechanismen nicht außer Kraft setzen.

Fahimi kann sich diese Sätze erlauben, zumal als Sozialdemokratin, weil sie längst nicht mehr als Chefin einer Gewerkschaft in Frieden fungiert, sondern die große Ausnahmesituation beschwört: Den Krieg. Der mache einen Burgfrieden notwendig. Zu unser aller Wohl sollen steuerfinanzierte Unternehmen weiterhin ein erträgliches Geschäft für Manager und Investoren bleiben: Der Krieg gebietet das.

Natürlich würde sie nicht vom Krieg sprechen, wie es die hiesigen Sozis gemeinhin nicht tun. Der Mann aus Bellevue etwa erklärt ja dauernd, dass die Zeiten hart seien: Aber Krieg? Nein, im Krieg befinden wir uns wirklich nicht! Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages sieht das freilich anders, Waffenlieferungen in Kriegsgebiete und militärisches Training von Parteien, die sich in einem Kriege befinden, könne man getrost als Kriegsteilnahme bewerten. Nur unsere Einpeitscher aus der Politik, die weigern sich weiterhin davon zu sprechen.

Die Sozialdemokratin an der Spitze des DGB stilisiert mit ihren Betrachtungen eine Kriegsgewerkschaft, die in diesen harten Zeiten zurücksteht, keine »falschen« Diskussionen anfachen will: Zwar spricht Fahimi auch die teuren Energiekosten an, die besonders Unternehmen treffen könnten, weswegen ein Gespräch mit der Bundesregierung nötig sei, um Lösungen zu finden: Aber dass sie als vermeintliche Vertreterin arbeitender Menschen, der kleinen Leute also, gar nicht erst die Prämisse dieser kriegerischen Entwicklung hinterfragt, ist skandalös – aber auch nicht mehr weltbewegend in dieser an Skandale solcher Art reichen Republik.

So ist das im Krieg

Die Sozialdemokraten und ihre gewerkschaftlichen Zweige hatten von Anbeginn ihrer Existenz einen schlechten Ruf im Lande. Sie würden das Land spalten, war der Vorwurf. Als der erste große Weltenbrand 1914 begann, fürchtete man die vaterlandslosen Gesellen, die parlamentarisch Kriegskredite verweigern könnten. So weit kam es freilich nicht, die Sozis hatten ein Einsehen, Krieg erfordere Einheit im Lande – und erfordert Opfer. Es scheint, dass sich diese Angst der Sozialdemokraten vor Vorwürfen der Vaterlandlosigkeit chronifiziert und pathologisiert haben.

Fahimi klingt jedenfalls wie so viele Sozialdemokraten vor ihr. Es ist, als würde sie der dpa gegenüber zum Ausdruck bringen: Wir wollen nie wieder vaterlandlose GesellInnen sein! Und damit ihr es auch alle glaubt, erlauben wir euch Boni und Dividenden – ja, soll doch der Steuerzahler für eurer Geschäftsmodell blechen!

Man hat überhaupt den Eindruck, dass in diesem Lande jede Institution unterwandert ist. Anders lässt sich nicht erklären, wie eine Gewerkschaftsführerin so ungeniert alle gewerkschaftlichen Restwerte über Bord werfen kann, ohne in den Massenmedien attackiert zu werden. Die berichten so nüchtern davon, als sei das nichts. Kühle Berichterstattung ist ja an sich wünschenswert: Aber das passt ja gar nicht in diese Zeit, in der Medien dauernd damit beschäftigt sind, moralisch und oberlehrerhaft zu ideologisieren und zu geifern: Wenn es ums Heizen geht, ums Impfen, um staatstragende Geschäfte …

Aber bei Fahimi, die als vermeintlich linke Sozialdemokratin das gewerkschaftliche Wesen ad absurdum führt und die unproduktive Bereicherung als systemimmanent und unabkömmlich vorstellt, regt sich kein Gemüt. Alles ruhig im Staate Deutschland. Schweigen bis über die Kante des Abgrunds hinaus. Was wir erleben ist der Krieg. Nicht in der Ukraine! Er ist längst hier. Er schleift unsere Grundsätze, die restlichen Werte, von denen wir noch annahmen, dass sie Gültigkeit haben könnten. Betreibt seine übliche Gleichschaltung. Seine Anpassungsmechanismen. Entfacht Anbiedern und Mitmachen. Ein frohes Kriegsjahr 2023 uns allen!

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23 Kommentare

  1. Leider, lieber Roberto, lässt dein Artikel darauf schließen, dass du vom DGB und Gewerkschaft im Allgemeinen noch nicht einmal über Buchwissen verfügst, und wenn, dann aus den falschen Büchern:
    Der DGB ist, war, und wird eines nie sein: die Vertretung der Arbeitnehmer, wenn überhaupt, dann derer, die diese Arbeitnehmer im Auftrag der Geschäftsleitung gängeln: Meister, Vorarbeiter, Capos, und wie sie sonst auch heißen mögen. Das weiß ich, seit ich mich in den 80er Jahren für Sockelbeträge anstatt prozentualer Erhöhungen eingesetzt habe, da diese diejenigen, die eh am wenigsten verdienen, am meisten bringen und den Antreibern immer noch genug lassen. Die Folge: ich wurde aus Gewerkschaft und Betrieb vertrieben.
    So gesehen, muss man sich dann auch nicht mehr wundern, warum die Dame und ihresgleichen die Boni verteidigen, die sie schließlich auch bekommen, nicht nur aus den Gewerkschaftsbeiträgen. Bekanntgewordene Beispiele gibt es nicht nur bei Porsche!
    Tja, Geschwurbel rings und lechts, je mehr zu verteilen ist, desto linker werden die Damen und Herren. Denn weder Geschlecht noch Herkunft ändern daran etwas.
    An ihren Taten sollt ihr sie messen und dann auch gebührend dafür abstrafen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Das was Besseres nachkommt, ist jedoch nicht garantiert, leider!

    1. Ich weiß nicht im Detail wie Unabhängigkeit bei Gewerkschaftern gewahrt wird, aber oft sieht man auch als Außenseiter, dass das nicht klappt. Einmal braucht es Unabhängigkeit von der Unternehmerseite und dann auch horizontal in der Gewerkschaft. Je größer eine Gewerkschaft ist oder je abhängiger vom Unternehmer ein Unternehmen organisiert ist, je autokratischer und totalitärer, umso schwieriger wird es dort eine funktionierende Gewerkschaft einzuführen.

      Bei den Verhandlungen zu dem Werk von Elon Musk in der Grünheide sah man alle Schattierungen von Union Busting. Erst wollte er gar keine Gewerkschaft, dann sollten nur Führungspersonen die Gewerkschaft dort verwalten. Na klar wollen die Boni und Aktienoptionen.

      Das führt dann zu dem Teufelskreis, dass Aktienkurse hochgetrieben werden von dem Führungspersonal, damit die Optionen mehr wert werden, meistens mit Aktienrückkäufen. So hat Apple die meisten ihrer Kurssteigerungen erreicht und viele andere superreiche Unternehmen.

      Dadurch dass sich Gewerkschaften fast nur auf Verbesserungen der Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder konzentrieren, fallen viele wichtige andere Aspekte aus dem Rahmen, wie z.B. Rechte nicht-gewerkschaftlicher Arbeiter, Pazifismus und Umweltschutz.

      1. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es verstehe. Was haben die Gewerkschaften in Betrieben denn zu sagen? Sind in den Betrieben nicht die Betriebsräte, die tragenden Säulen der ArbeiterInnen?
        Es kann auch Listenwahl geben, in der offen gesagt wird, dass die von einer Gewerkschaft getragen wird.
        Mir geht es darum zu sagen, dass der Betriebsrat auch ohne Gewerkschaft installiert werden kann. Das Betriebsverfassungsgesetz war zumindest, gut zu gebrauchen.

        1. Die meisten, die im Betriebsrat sitzen sind Gewerkschaftsmitglieder. Sie schaffen dies, da sie zum einen das Geld für Werbung und zum anderen die Personalmittel haben. Natürlich kann ein sehr charismatischer Arbeiter auch in den Betriebsrat kommen, aber das sind Einzelpersonen. Wenn du in einem Großkonzern arbeitest, dann kennst du normalerweise nur sehr wenige Personen, größtenteils diejenigen, mit denen zu zusammenarbeitest und deshalb sind die meisten auf die Empfehlungen dritter angewiesen.
          Deswegen ist auch die Idee, Parteien abzuschaffen und Einzelpersonen zu wählen Unsinn, da keiner Zeit und Lust hat sich mit den Ideen einer einzelnen Person zu beschäftigen. Ich merke das immer, wenn die Sozialversicherungsträger zur Wahl aufrufen, das ist mir vollkommen gleich, obwohl es vielleicht??? wichtig wäre.

          1. Das kenne ich anders, außer wenn ich in großen stationären Betrieb gearbeitet habe. Ich war in einigen Betriebsräten und es ist mir leicht gefallen Kollegen zu gewinnen für den Betriebsrat zu kandidieren. Ich bin alles, nur nicht charismatisch.
            Die Wahlen zu dem Sozialversicherungsträger ist was ganz anderes.
            Das alles war aber auch nicht die Frage.

  2. Aus meiner Sicht sind folgende Trends entscheidend:

    1. Gewerkschaften sind längst zu groß, zu professionalisiert und bei Konzernen, bzw. großen Kapitalgesellschaften, wie alle großen Organisationen anfällig für dem Kapitalismus inhärente Korruption. Peter Hartz war ein Beispiel. Es muss gar nicht illegale Korruption sein. Viele Karrieristen wollen auch einfach nur dabei sein und nicht negativ auffallen, siehe Angela Merkel mit ihrer Karriere und ihrer Aussage zu Minsk II, einem Dolchstoß gegen deutsche Diplomatie in der Nicht-NATO-Welt.

    2. Das Personal sind Karrieristen. Mir fällt auch derzeit häufig auf, dass viele Migranten sich einfach nur anpassen, so wie von ihnen immer gefordert wurde. Entweder sie unterwerfen sich als oft frustrierte Niedriglohnarbeiter oder sie werden auch Karrieristen. Das ist ziemlich traurig, denn oft sind sie noch jünger, ehrgeiziger und kamen eventuell von unten, also müssten wissen, dass sie etwas gegen Armut und Rassismus tun müssen.

    3. Alle alten Institutionen erhalten sich vornehmlich aus ihrer Trägheit, ideologisch, bürokratisch und finanziell. Das gilt für Gutes wie für Schlechtes und insgesamt, je älter eine Organisation ist, umso weniger funktioniert sie oft noch im gegenwärtigen Kontext.

    Bei einem Gewerkschaftsbund, also Bund sogar, wo „Deutsche“ darauf steht, braucht man nichts zu erwarten. Sie alle müssten verstehen, dass Gewerkschaften nicht für Krieg sein können oder Kriegsindustrie ganz kritisch ist als Mitglied in einer Gewerkschaft und zumindest durch spezielle Regeln eingehegt werden müsste. Es hätte Konversion der Industrie gebraucht als die Chance da war nach dem vermeintlichen Ende des 1. kalten Krieg. Das ist ähnlich wie mit den Ethikerklärungen von deutschen Universitäten, wo trotz der noblen Erklärungen an den allermeisten Unis doch Forschung für Kriegswaffen, also Material und Wissen für „Angriffskriege“, die man Russland vorwirft, durchgeführt wird. Das ist einer der vielen Doppelstandards.

    Es ist genauso wie bei den bekannten vom Staat finanzierten Anti-Kriegsvereinen, die mit ihrer über hundertjährigen Tradition prahlen, außer ihre Vereinsgeschichte zu verwalten und Spenden zu sammeln, nichts auf die Reihe kriegen. Viele davon übernehmen auch gerne das Wording der Regierung zum Ukrainekrieg, reden von „Angriffskrieg“ ohne den geopolitischen Kontext und lassen sich damit die Möglichkeit nehmen kritisch und anders zu denken. Sonst würden sie ihre Einnahmequellen und Gemeinnützigkeit gefährden.

    Am Schlimmsten ist aber die neue Medienkontrolle und was mit den Twitter Files aufgedeckt wird. Mal abgesehen von der furchtbaren Form als Tweets, sind diese Leaks sehr lesenswert. Ich war wieder wie bis zum Erscheinen vergangenen Leaks zu naiv und dachte, das wären oft Inkompetenz oder False Positives. Aber man sieht mal wieder wie bei Menschen, die nichts gemacht haben, absichtlich von Blockwarten nach Gründen gesucht wird, sie zu zensieren, weil sie nicht das sagen, was die Regierung hören will. Da das im Verborgenen läuft, unterschätzt man die Niederträchtigkeit.

    Überhaupt wird im Großen und Ganzen der Niedergang und Gang in die Katastrophe verwaltet. Es scheint wie das Muskelzucken eines toten Tieres.

  3. Ein frohes Kriegsjahr 2023 uns allen
    Ich wünschte zwar das es ohne „Kriegs“ geht, der Intension stimme ich zu.
    Ein bisschen moralisierend fährt der Autor fort und „geißelt“ zu Recht die Verfahrensfrage der Demokratie bei den deutschen Gewerkschaften. Nur warum? Ist Vetternwirtschaft nicht eine Grundprämisse bei den Sozialdemokarten? Das schon vor Vetter, es waren immer Männer, nur einmal eine Frau (Rosa Luxemburg), die dann auch noch recht hatte, daraus „vaterlandlose GesellInnen“ zu machen ist bei bisschen viel. Die Frauen der Sozialdemokratie sind nicht einmal „gleicher Lohn für gleichen Arbeit“ angegangen.
    Ich stimme Robert de Lapuente in seiner Kritik sehr zu, obwohl ich mich als Kommunist sehe und grundsätzlicher kritisieren würde.
    Für mich ist die Schocktherapie hier eher die Begriffe wie „Lohnnebenkosten“ aufgeführt werden. Was ist der Lohn denn? Was sollen denn Lohnnebenkosten sein? Von wem werden die Werte geschaffen, mit denen alles bezahlt wird? Wo da sind Nebenkosten zu finden?
    Es wird viel darüber schwadroniert, was den Beschäftigten in den Betrieben alles erwartet, das wird dann auch noch als Erpressung deklariert, was irgendwie heruntergefallen ist, sind die Freiheiten für die Banken, Aufhebung von Verboten der Heuschrecken. Zeitgleich wird die Privatisierung der öffentlichen Daseinsfürsorge betrieben. Privatisierung der Rentenversicherung.
    Mit den Fetischen ist es so eine Sache, sie sollen verschleiern. Werden sich die ganzen Handlungen zusammen gesehen, könnte Mensch darauf kommen, dass es nicht nur um den Lohn geht. So ist ein Kapitalistenknecht wie Peter Hartz beauftragt worden, die nach ihm genannten Gesetze zu schreiben.
    Alle haben gejohlt und es toll gefunden, die Löhne sanken und die DM verschwand, die Bewertung für Deutschland sank und sie konnten auf Kosten anderer Aufschwung feiern.
    Heute sind die Sozialdemokraten froh, Hartz IV durchs Bürgergeld ersetzt zu haben.
    Das alles hat der DGB mitgetragen.
    Der Kasten an der Erde ist ein Fettnäpfchen, „Auch sie tut so, als sei Politik machtlos“ sie tut nicht nur so, es ist so.
    https://www.klartext-info.de/alt/buecher/das_kartenhaus_screen.pdf
    https://www.klartext-info.de/alt/buecher/Nebensache_Mensch_2005.pdf
    Eine Politik, die nicht den Notwendigkeiten der nachkommt, geht unter, weil es mit der Wirtschaft bergab geht. Der Profit ist das oberste Ziel. „Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst, ist dies: daß das Kapital und seine Selbstverwertung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion
    erscheint; dass die Produktion nur Produktion für das Kapital ist und nicht umgekehrt, die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprozesses für die Gesellschaft der Produzenten sind.“ K. Marx 1957, S. 278)
    Genau, anbiedern ist das Zauberwort, sehe ich die Linkspartei und die Rosa Luxemburg frage ich mich weshalb sind die so weit Rechts. Das aller Ding frage ich mich bei Israel auch. Eine andere Geschichte.
    Nicht wörtlich zu nehmen, Guten Rutsch
    https://www.youtube.com/watch?v=uq6He-PWc_c

  4. Als Einleitung:
    Die Einordnung in Links und Recht passt nicht mehr in unsere Zeit. In der SPD ist seit Schmidt und dem SPD Vogel nichts mehr links. Evtl. werden noch ein paar sich selbst als „Links“ haltende Junggenossen zeitweise toleriert.
    Innerhalb der SPD und auch den Gewerkschaften machen Abkömmlinge aus gut bürgerlichen Hause und Erben von Funktionären meist schneller Karriere. Wenn man dazu noch einer Minderheit angehört hat man klare Vorteile. Die relativ gute schulische Ausbildung befähigt dieses Klientel die Idealisten an die Wand zu drücken und innerhalb der Organisation aufzusteigen. In den anderen bürgerlichen Parteien wäre eine schnelle Karriere wegen der dortigen Konkurrenz nicht so einfach möglich. Diesem Nachwuchs geht es allein um die Teilhabe an den Fleischtöpfen. Bei den Gewerkschaften siehts ähnlich trübe aus.
    Aussage eines höheren Funktionärs meiner Gewerkschaft:
    „Mit viel Idealismus fangen die jungen Leute an, werden in der Mühle gemahlen und kommen stromlinienförmig wieder ans Tageslicht,“ wenn nicht, werden sie abgesägt.
    “ Nur wenn es um Verteilung der Posten geht ist bisschen „Leben in der Bude“, ansonsten wird in den Gremien alles abgenickt.“ Je höher die Dotierung desto härter die Bandagen.

    Die Aussage dieser Dame, ich bezeichne die nicht als Genossin und erst recht nicht als Kollegin, bestätigt meine und die Beobachtung vieler meiner früheren Kollegen.
    Eigentlich müsste ich der 60jährige Mitgliedschaft in einer DGB Gewerkschaft schämen. Schämen für den weiteren Werteverfall innerhalb des DGB. Für die SPD braucht sich schon lange niemand mehr zu schämen 🙂

    Am Rande:
    Die IG Chemie war schon immer ein Kuscheltier der Konzerne. Rechtzeit zu einer Wahl kamen dort die Zuwendung an die genehmen Personen. Nicht unbedingt in monetärer Form, sowas ist ja verboten, aber in sonstigen Unterstützungen. Bei Fragen wie der DGB (politisches Gremium) agieren oder auf bestimmte Ereignisse reagieren soll, unterstützte die IG Chemie dann auch fast immer die Argumente der Arbeitgeberverbände und des Wirtschaftsministeriums.

    Die Texte von Roman und Georg finde ich treffend (bis auf den kleinen Angriff auf Roberto).

    1. Zur berichteten Zeit waren noch nicht einmal die Italiener, Spanier, Türken, usw. in der Gewerkschaft, da sie meist branchenfremde Hilfsarbeiter waren. Zumindest in der IG Druck und auch auf dem Bau.
      Das ist heute anders, da sich deren Kinder glücklicher- und verdienterweise „hocharbeiten“ konnten. Und somit haben sie es dann eben auch in die Gewerkschaft geschafft. Zum Leidwesen derer, die es noch nicht „geschafft“ haben.
      Das Ganze ändert aber nichts daran, dass „die Gewerkschaften“ schon seit langem zumindest in Deutschland der verlängerte Arm der Arbeitgeberverbände sind.
      Und was lechts und rinks angeht: wenn es das jemals gegeben hätte, wäre das, so wie das meiste Andere, bei Karlchen (nein, nicht Überall, sondern Marx) belegt. Die Diskussionen darum gab es damals nämlich auch schon. Anwendbar auf die Richtungsbestimmung dürfte aber Marxens Aussage über die Religion sein. Und nicht nur, weil es in beiden Fällen ums Glauben geht.

  5. Hoffentlich merken immer mehr in Deutschland, daß wir, wie mein längst verstorbener.Gemeinschaftskundelehrer schon in den späten 1980er an seine Schulklasse gerichtet – in der Ära Helmut Kohls – in einer „Mehrparteiendiktatur“ leben, die alle gesellschaftlichen Organisationen und Clubs bzw. Vereine umfasst.

    Auch hier, nicht erst seit dem 24. Februar 2022, die reinste Doppelmoral, Demokratieverachtung und Heuchelei in „Kriegszeiten“, wie übrigens auch Bosse bei Firmenfeiern sagen – beispielsweise der Trigema Chef Wolfgang Grupp vor kurzem vor versammelter Belegschaft seiner Bekleidungsfirma.

    Eine Lösung weis ich leider keine, mir reicht es schon wie immer mehr Menschen bemerken, dass wir, nicht erst in Ampelregierungszeiten, unter Kanzler Scholz und Vizekanzler Habeck, längst in einer Parteiendiktatur leben, die überall in der Gesellschaft verfilzt ist, dass fing schon viel früher an – lange vor Kanzler Kohl👍

    Und da regen wir uns über andere Länder auf, die keine lupenreinen Demokratien bzw. „autoritäre Staaten“ sind – reinste deutsche Doppelmoral eben. 🙄

    Zynische Grüße
    Bernie

  6. In Ergänzung zum Artikel und den Kommentaren möchte ich noch fix auf einen Artikel in der »konkret« 12/22 hinweisen, in dem sich Frank Graf auch so seine Gedanken zum Thema gemacht hat. Auch er hat das Thema an der Person der Dame Fahimi aufgehängt:

    Die Ausputzerin

  7. Deutschland ist zu einer abgefickten Scheißveranstaltung mutiert. Überall nur noch besitzstandswahrende, fettgefressene Breiärsche mit Partei- oder Funktionärsbuch. Wer nicht untergekommen ist hat halt Pech gehabt. Das wird nix mehr. Der ganze kollektive Scheißhaufen gehört abgeräumt und bei Null wieder angefangen.

  8. Klare Kante, RdLs kritischer Kommentar zu diesem SPD-Mädl an der Spitze des Gewerkschaftsbunds. Und ja, es ist faktische Kriegspolitik, die hier unternommen wird. Dagegen polemisiert RdL moralisch berechtigt. Und ganz zu recht, erinnert der Autor an die Lage vor den und im ersten großen „Weltfest des Todes“ (so Th. Mann später selbstkritisch). Wobei dieser DGB Ende 2022 in der Tat als „Kriegsgewerkschaft“ handelt.

  9. D zahlt schlappe 25, MRD an die EU…
    D zahlte während Korona zig MRD an die Unternehmen…
    Krankenkassen schickten Briefe an ihre Kunden, man muss die Beiträge wergen Korona bis zu 100% erhöhen…
    ND1-2 wird gesprengt, Unternehmen (russische) enteignet und andere mit weiteren zig MRD entschädigt…
    Machtkonsolidierung auf Kosten der gesamten EU Bürgerschaft, damit bonis gezahlt werden, AHA! Raubwirtschaft am eigenen Volk und bitte sparen sparen sparen…
    Was sie aber vergessen ist, das am anderen Ende der Welt eine gesunde Demographie existiert und die können locker mit dem ‚Netz der Dinge‘ konkurieren.

  10. Das ist der Sinn des woken Universums: man baut Minderheiten auf, lässt die besonders Eifrigen und gleichzeitig Hörigen Karriere machen und streicht dann den Lohn ein, wenn die so Geförderten und Gehypten zum Dank erzreaktionär daherschwafeln. Sie sind für die Mehrheit unangreifbar, denn wer will schon als toxischer “alter weißer Mann“, Verschwörungstheoretiker oder noch Schlimmeres gelten.

    1. Das isses 🙂
      Jahrelang habe ich zu vielen Dingen die meiner Meinung nach verkehrt liefen geschwiegen. In keinem Falle wollte ich Beifall von der falschen Seite bekommen.
      Resultat: Solch gelaaberter Mist der DGB Dame^^

  11. Nach nochmaligen Durchlesen steigt der Zorn immer stärker
    Bekommt die Dame direkte Zahlungen für diesen Stuss? oder Aufsitzratsposten für sich, ihren Gemahl und Freunde zugeschanzt?
    Leider bin ich in keiner Position mehr, aber habe noch ein paar Freunde und Gewerkschaftskollegen.

  12. Spontan fand auch ich es bemerkenswert, was Fahimi da erzählt. Ihre Äusserungen sind, man kann es nicht überhören, im höchsten Mass blossstellend. Aber was genau stellen sie bloss? Ins recht grelle Rampenlicht rückt die Gewerkschaftschefin in erster Linie die Funktion von Gewerkschaften im Spätkapitalismus. Diese besteht nicht etwa darin, die Mitgliederinteressen durch dick und dünn zu vertreten, wie man naiverweise annimmt, sondern im Abfangen von Unzufriedenheitswellen, im Ruhigstellen des sprichwörtlichen starken Armes, der, wenn autonom agierend, wie sich des öfteren in Frankreich zeigt, eine Regierung gehörig ins Wanken bringen kann. Um diese Autonomie abzufangen gibts Gewerkschaften und einen Dachverband, deren strategische Abteilung stets abzuschätzen hat, wie viel an Forderungen unterstützt werden muss, um ein Übertreten der Ufer zu vermeiden. Und dann wird eine Auseinandersetzung inszeniert, gelegentlich inklusive Schlichtung, um den Preis fürs Kapital noch genau auszuhandeln. Immer mit Hinweis auf marktwirtschaftliche Sachzwänge. Da kommen dann schon mal Absurditäten dabei heraus, wie ‚Wir entlassen euch drei Jahre nicht, wenn ihr eine Lohnminderung in Kauf nehmt‘.

    Fahini hat das nicht nur gründlich internalisiert, sie fühlt sich ihrer Sache offenbar auch sehr sicher. Den Mitgliedern kann man auch die dicksten Kröten auftischen, geschluckt wird zuverlässig alles, der deutsche starke Arm baumelt nutzlos. Schliesslich hat die Regierung ja schon einige Goodies verteilt, sinnvollerweise mit der Giesskanne, man will sich ja gerade die Gunst derjenigen erhalten, die im Staat qua gesellschaftlicher Position ein Stimme haben, wenn auch eine schwache. Kombiniert mit der Verfeindungspropaganda von Jahrzehnten und nun der militärischen, wird das Staatsschiff auf Kurs gehalten, kann sich das eine Prozent weiterhin hemmungslos bereichern.

    Prost Neujahr.

  13. Ich weiß nicht, was die Empörung soll, die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaften ist Freiwillig. Es wird kein Arbeitnehmer gezwungen dort Beiträge zu zahlen.

    1. Das ist zweifelsohne richtig. Wie bei jedem anderen Verein. Der nennt sich dann aber auch nicht Gewerkschaft, was mit werken, arbeiten zusammenhängt, also ein spezieller Verein für lohnabhängig Beschäftigte.
      Es wäre also eine Frage der Ehrlichkeit seitens der Dame und ihrer Mitstreiter, den Streitgrund im Namen zu erwähnen und so klare Verhältnisse zu schaffen.
      Oder um auf deiner Ebene zu argumentieren, die Tatsache, dass ich einen als Banane deklarierten Apfel nicht kaufen muss, ändert nichts am Betrugsversuch.

  14. Das isses 🙂
    Jahrelang habe ich zu vielen Dingen die meiner Meinung nach verkehrt liefen geschwiegen. In keinem Falle wollte ich Beifall von der falschen Seite bekommen.
    Resultat: Solch gelaaberter Mist der DGB Dame^^

  15. Die EINORDUNG als 2. Kolonne des Kapital (direkt nach dem Kapital selbst) der SPD im GLOBALEN KLASENkampf, die SPD als Rettet vordem WELTkommismus, ws mit d eRINNERUNG an 1914 im Artikel geschieht ist – II. Intaernatinale, Revsinsismsufdebatte – ist aktuell. Der SOWJETfall und Maofall barchte nebm dr „kalöffenden Wunde“ WEltzkommistidsc SttatenÜBERmacht de NEOliberalen TURN der SPD, der zunehmend auch ncoh von de bRÜNE mitgemacht wird. Sowie ost man skhc hier (Artikel plus Kommentare recht einig).

    Schlimm ist, dass die NEU MASENintktien vob de FLEISCHtöpfe dr KIRCHEN“pfründe“ mit MASENmedioen ferngehalten werden.

    TAMTRSex für ALL² „Es“, mier #Spinhza GEOühioSPHIE ALL²wissen im ALL²tag sat KIRCH und PSYHIATRIE ist den uach d r“subvesive2 strategische taktische private öffetliche AUSWEG!

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