
Über den Ursprung der westlichen Werte.
Schwimmen zwei junge Fische durch das Wasser. Ein älterer Fisch kommt ihnen entgegen und sagt: „Morgen, Jungs. Wie ist das Wasser?“ Die beiden schwimmen weiter. Nach einer Weile schaut der eine den anderen an und fragt: „Was zum Teufel ist Wasser?“
In seinem Buch „Dominion“ stellt der Historiker Tom Holland die These auf, dass sich praktisch alle Werte, die wir im Westen als selbstverständlich nehmen, auf das Christentum zurückführen lassen, auch wenn uns das gar nicht bewusst ist. Ein Buch, das auch hartgesottene Atheisten zum Grübeln bringt.
Von Cäsar zum Christentum
Tom Holland ist ein recht ungewöhnlicher Historiker. Obwohl er eigentlich den Schlüssel zu einer steilen Karriere in der Hand hielt (er hatte in Cambridge studiert und war dann zur Promotion nach Oxford gegangen), schmiss er alles hin, weil er keine Lust mehr hatte. Statt seine Dissertation über Lord Byron zu Ende zu führen, schrieb er lieber eine Vampirgeschichte, die in der Zeit von Byron spielte. Er hatte nach eigener Aussage genug davon, arm zu sein – und auch keinen Elan mehr, Byron tot zu analysieren. Dann lieber dunkle Goth-Geschichten.
Er blieb aber nicht nur bei den Vampir- und Horrorgeschichten, sondern veröffentlichte zunehmend auch populärwissenschaftliche Bücher über das Altertum. Die Römer, die Griechen, die Perser hatten es ihm angetan. Doch ihm fiel auf, dass bei aller Begeisterung für die antiken Gesellschaften bei ihm immer wieder ein Störgefühl auftrat, wenn er versuchte, sie wirklich lebendig nachzuvollziehen.
Den gallischen Krieg zum Beispiel. Cäsar rühmt sich in seinem Werk völlig ungeniert, über eine Million Gallier getötet zu und eine weitere Million versklavt zu haben. Die Idee, dass das falsch sein könnte, war ihm offenbar komplett fremd. Zwei Millionen niedergemacht – in der Antike ging man recht großzügig mit Einschätzungen um, vielleicht waren es auch weniger –, das war für Cäsar ein Riesen-Erfolg! Er zeigt die Lumpengestalten stolz auf Triumphzügen durch Rom. Der Stärkere hatte gewonnen.
Oder die Spartaner, bei denen alle neugeborenen Babys daraufhin beurteilt wurden, ob sie zu anständigen Kriegern taugten (oder zu Müttern anständiger Krieger). Falls nicht, wurden sie entsorgt. Immer wieder stößt er sich daran, wie ausschließlich die Kultur auf Stärke, Härte und Macht ausgerichtet war. Und er fragt sich, was genau sich daran falsch anfühlt.
Dabei kommt er zum Thema der Religion im Altertum und stellt fest, dass das, was wir heute unter Religion verstehen, für Römer und Griechen ein fremdes Konzept war. Die uns gängige Idee, dass es auf der einen Seite eine Religion gibt, die sich mit der Ewigkeit oder dem Geistigen beschäftigt und auf der anderen Seite einen weltlichen Teil, diese Zweiteilung war im Altertum fremd. „Religio“ war eine Praxis, den Göttern an bestimmten Tagen zu opfern, um sie milde zu stimmen. Es gab aber keine Trennung zwischen Säkularem und Religiösem.
Die Fragestellung der „Religio“ führte den Agnostiker Holland dazu, sich mit den Wurzeln seiner moralischen Vorstellungen auseinanderzusetzen. Woher kommt das eigentlich, dass wir jedem Menschenleben einen Wert beimessen? Woher die Idee, dass man den Staat auf eine Weise organisiert, der weitgehend unabhängig von religiöser Einmischung ist? So kam er dazu, sich mit der Ideengeschichte des Christentums auseinanderzusetzen.
Religion unter dem Kreuz
Dominion – deutscher Titel: Herrschaft. Die Entstehung des Westens – ist ein Buch, das beschreibt, welche Einflüsse ins Christentum wirkten und wie sich dieses verbreitete. Und Hollands Fazit ist klar: wir sind die Goldfische, die in christlichem Wasser schwimmen, ohne es selbst zu merken. Weil wir unser Aquarium selbst nicht sehen.
Unsere Religion fußt darauf, dass Jesus gekreuzigt wurde. Eine brutale, öffentliche Foltermethode, bei der Menschen zuschauen konnten, wie Gekreuzigte elendiglich zu Grunde gehen, während die Vögel nach ihren Augen picken. Eine Methode, die das Römische Reich gegen die schlimmsten Rebellen einsetzte. Um zu demonstrieren, wer die Macht in Händen hält.
Und diesen schändlichen Tod, diese Erniedrigung, wählt der Gottessohn der Christen. Holland beschreibt, wie schwer es für die Urchristen war, das zu akzeptieren. In den frühen Jahrhunderten gibt es kein Bild vom Kreuz, Jesus wurde damals als Lamm dargestellt. Opfer ja, aber nicht gleich so unmenschlich brutal. Paulus schreibt, ein Gekreuzigter, das wäre für Juden schwer zu schlucken, aber in den Augen von Griechen oder Römern geradezu Idiotie. Ein Gott, das muss etwas mit Macht sein, Glamour, Gold, nicht entsetzliches Leiden unter der Knute eines Stärkeren. Was soll daran schon göttlich sein?
Und doch hat sich genau diese Religion verbreitet. Eine, wo die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein werden. Ein Glaube, dass Jesus nicht nur für die eigenen Leute gelitten und gestorben ist, sondern für alle. Und auch auferstanden ist für alle. Paulus beschreibt das in seinem Brief an die Galater. „Da ist nicht mehr Jude noch Grieche, da ist nicht mehr Sklave noch Freier, da ist nicht mehr männlich und weiblich; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“ Alle mit der gleichen menschlichen Würde, die aus dem Göttlichen kommt: das war neu.
Für Holland stellt das eine völlige Abkehr von der römischen Tradition dar. Und gleichzeitig ein enormes Erfolgskonzept. Die christlichen Gesellschaften haben sich nach Holland genau deshalb so nachhaltig entwickelt, weil sie diesen Glauben angenommen haben. Weil es für sie immer eine klare Trennung gab zwischen dem, was Cäsar gebührt und dem, was heilig ist. Einen König, der im Weltlichen herrscht und einen Papst, der die moralische Institution ist. Und dazu kam eben die Würde eines jeden Menschen.
Gegenpol zum Christentum: Hitler
All die Ideen der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit führt er direkt auf das Christentum zurück. Andere Gesellschaftsformen kannten das nicht. Selbst den Marxismus, der Religion explizit als Opium für das Volk strikt ablehnt und sogar bekämpft, sieht er in der Tradition des Christentums. Dass jeder Mensch ein gleiches Recht hat auf Ressourcen, das wäre im Altertum eine Absurdität gewesen.
Natürlich heißt das nicht, dass in unserer Geschichte alles immer gut gelaufen wäre. Hexenverbrennungen, Sklavenhaltung, Kriege, beide Kirchen, die Hitler unterstützten – Holland behauptet nicht, dass alles immer rosarot war oder ist. Die Kirche hat viel und oft geirrt. Aber die Urgedanken der Bibel, und die von Augustin und Thomas von Aquin, die sieht er als die Quelle und Basis unserer Ethik und dessen, was uns zum Guten zieht.
Der Gegenpol zum Christentum in der Neuzeit bildet für ihn nicht Stalin, sondern Hitler. Weil Stalin bei allen Verbrechen und Menschenverachtung immerhin die Grundidee der Gleichheit vertreten hat. Er meint, dass in der Neuzeit deswegen Hitler als das Ur-Böse dargestellt wird, weil der Faschismus das Recht des Stärkeren propagiert. Die in Rom völlig normale Ansicht, dass es unwertes Leben gibt, dass die Starken die Schwachen unterdrücken sollen. Menschen, die im Goldfischtank des Christentums aufgewachsen sind, empfinden das als falsch.
Holland setzt sich auch (vor allem in einem eigenen Buch dazu) mit dem Islam auseinander und sieht dort massive Unterschiede zum Christentum. Dort gibt es keine Trennung zwischen Religion und Staat, das Gesetz der Scharia kommt direkt von Gott. Menschen haben es nicht in Frage zu stellen. Gläubigen Männern verheißt er Gutes, Frauen und Andersgläubigen nicht. Es würde zu weit führen, hier auch noch die Ansichten von Holland zum Islam zu schildern, doch gut kommt er nicht weg. Bestimmt ist sein Bild auch beeinflusst von einer Reportage, die er für die BBC vor Ort über die christlichen Jeziden drehte, kurz nachdem der südliche Teil des Irak vom Islamischen Staat befreit wurde. Christliche Männer, die von ISIS tatsächlich barbarisch gekreuzigt wurden, Frauen und kleine Mädchen, die als Sklavinnen verwendet wurden. Alte Frauen, die zu unattraktiv waren und getötet und in einem Haufen liegen gelassen wurden. Er hat noch die Gebeine vorgefunden. Wer so etwas sieht, das im Namen dieser Religion durchgeführt wurde, der wird kein Freund des Islam werden.
Persönliche Einschätzung
Holland selbst ist im Rahmen seiner Recherchen langsam und vorsichtig in Richtung Christentum zurückgekehrt. Jenseits der Kirchen sieht er jetzt darin eine positive Kraft, die wir in den nächsten Jahrzehnten dringend brauchen werden.
Wie es war Dominion zu lesen? All die Beschreibungen, wie wunderbar es sich lese, haben sich bei mir lange Zeit nicht bestätigt. Erstmal bin ich ja, wie wir jetzt wissen, ein Goldfisch und habe mich daher noch nie wirklich für das Christentum interessiert. Und dann noch 594 Seiten Kriege, Kämpfe, Babylonier und Pompeji – puh, also leichte Lektüre geht anders. Letztlich habe ich es gelesen, weil in meinem englischen Umfeld eine fundamentale Debatte über Holland und seine Thesen ausgebrochen ist. Ich kam nicht mehr daran vorbei, weil mir die Ideen wieder und wieder begegnet sind. In England ist der Goldfischtank mittlerweile im Mainstream angekommen. Also habe ich meine negative Haltung zur Kirche (Aussagen wie „Gott ist queer!“ oder „Impfen ist Nächstenliebe!“ lassen mir die Haare zu Berge stehen) zur Seite geschoben und mich auf das Buch eingelassen. Es hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht.
Auf dem Cover wird Dominion beworben mit einem Zitat aus der Sunday Times: „Wenn große Bücher einen dazu anregen, die Welt mit völlig neuen Augen zu betrachten, dann ist Dominion in der Tat ein sehr großes Buch.“(1) Dem kann ich zustimmen. Bei mir hat es – wie gesagt – eine ganze Menge Denkprozesse in Gang gesetzt.
(1) If great books encourage you to look at the world in an entirely new way, then Dominion is a very great book indeed.





Ein Aufsatz von geradezu peinlicher Oberflächlichkeit – und Blindheit gegenüber den Realitäten westlicher Herrschaft.
Die Realitäten westlicher Barbarei im Namen des Christentums stinken allerdings zum Himmel. Es wäre eine interessante Frage, inwiefern hier das Römertum fortlebte. Es gibt insgesamt eine starke Tendenz, die religiösen Lehren zu sehr hochzuschätzen und dabei zu vergessen, dass das Christentum oder jede Form eines mitmenschlichen Lebens von jedem einzelnen Menschen selbst errungen werden muss. Wir mögen hier im christlichen Abendland eine antike Moral leben und ein Moslem im Irak mag eine „christliche“ Moral verinnerlicht haben. Angehöriger einer Religionsgemeinschaft zu sein, ist weiß Gott kein Verdienst und nichts, worauf man stolz sein dürfte.
Man kann die religiösen Schriften auch als Wegweiser verstehen und in diesem Sinne halte ich die christliche Offenbarung in der Tat für sehr wegweisend.
„Ein Aufsatz von geradezu peinlicher Oberflächlichkeit…“
Dazu gehört sicherlich, dass Marx in der „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ nicht vom „Opium für das Volk“ schrieb, sondern vom „Opium des Volkes“. Vielleicht zu oft das neunte Studioalbum der Toten Hosen gehört?
So lange es Religionen gibt wird es auch immer Krieg geben.
Bester Artikel seit langem dazu: https://qpress.de/2026/08/24/befreiung-von-religion-christentum-und-anderen-altlasten/
Danke! Guter Artikel und darüber hinaus auch viele andere. Danke! Guter Artikel und darüber hinaus…
War mir ein Vergnügen….vielen Danke nochmal, wirklich und überhaupt, musste einfach sein, wirsing 😉
Die Autorin mag dies anders sehen, doch meines Erachtens beschränken sich die heutigen „westlichen Werte“ im Wesentlichen auf folgendes:
1. Geld gilt.
2. Wer uns nicht passt, den machen wir platt.
3. Russen sind Untermenschen und gehören ausgemerzt.
Das „Neue Testament“ wurde von den römischen Kaisern Vespasian und Titus mit Hilfe ihrer (gerade besiegten) Freunde in Ägypten und Judäa geschrieben, besonders erwähnenswert ist dabei Josephus der auch den allergrößten Teil der Begleitliteratur in der ihm eigenen Weise verfasst hat.
Neben der anfangs nur als Sklavenreligion für die alten Völker des römischen Ostens konzipierten Oberfläche ist das NT ein ziemlich bösartiges Werk der römischen Oligarchie, voll mit schwärzestem Humor und natürlich den Gründungsmythen des Antisemitismus. Die römische Oberschicht hat über 1000 Jahre auch als religiöse Administration und Autorität gearbeitet, aber dabei fast kein Wort darüber geschrieben. Bis zu diesem Werk…
@emil
Wo haben Sie denn diesen geradezu BIZARREN Unsinn gelesen:
„Das „Neue Testament“ wurde von den römischen Kaisern Vespasian und Titus mit Hilfe ihrer (gerade besiegten) Freunde in Ägypten und Judäa geschrieben, besonders erwähnenswert ist dabei Josephus der auch den allergrößten Teil der Begleitliteratur in der ihm eigenen Weise verfasst hat.“
In meiner Kirchengeschichte herrschten Päpste und Bischöfe ja höchst weltlich, von ihren Kriegen bis zu ihren Huren. Die Moral waren was für das gemeine Volk. Also so wir bei unserem verehrten Herrn Reichskanzler von den Christlichen Demokraten.
Ein guter Artikel, dem uneingeschränkt zuzustimmen ist.
Viele kennen zwar die „Kriminalgeschichte des Christentums“ (besser gesagt: der Kirchen ! ), wissen aber nur sehr wenig darüber, was das Christentum an humanitärem Fortschritt gebracht und wie die Antike war.
Und ja, die Antike kannte noch nicht einmal die Begriffe „Schuld“ und „Sünde“. Schuld gab es lediglich in dem Sinne, dass jemand nicht seine Pflicht erfüllt hatte, z.B. als Offizier oder als Sklave.
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Wer sich noch mehr mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei das 1999 von Hans Meier verfasste Büchlein
„Welt ohne Christentum, was wäre anders?“ empfohlen.
In eine ähnliche Richtung geht sein Vortrag vor der Konrad-Adenauer-Stiftung“ von 2005 mit dem Titel „Demokratischer Verfassungsstaat ohne Christentum – was wäre anders?“
https://www.kas.de/documents/252038/253252/7_dokument_dok_pdf_7315_1.pdf/f80c7e92-41bb-505d-01ce-acec8574b79f?version=1.0
Es gibt noch mehr Dinge, die uns selbstverständlich sind und die letztlich auf das Christentum zurückgehen: die Trennung von Kirche und Staat, der Zeitbegriff, die Caritas u.a.m.
Auh fein, Adenauer, hat natürlich einen tadellosen Leumund. und so geistreiche Sprüche drauf, wie „meinetwegen auch Hitler“ oder „lieber das halbe Deutschland ganz, als das ganze Deutschland halb.“ Also auch nur ein Blutsäufer aus vollem Herzen, nur vlt. oder auch nicht, ohne offenkundige Mitgliedschaft in dem Verein. Apropos, da war ja auch die Sache mit der Renazifizierung in der BRD, unter freundlicher Mitwirkung von Hans Globke. Also Adenauers rechter Hand, die zuvor die Massenvernichtung der Juden mit vorbereitete.
Ach ja, ach nein. Man kann das noch so schön in dahingeheuchelte Worte verpacken. Karl-Heinz Deschner hat schon recht, „Mit Gott und den Faschisten: Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler und Pavelić.“
Eigentlich ist es offensichtlich, dass die Gesellschaft und auch Menschen, die mit Kirche oder Religion nichts zu tun haben wollen sehr stark von Christentum geprägt sind, auch wenn einige das für sich selber nicht wahr haben wollen. Und sicher prägt Religion auch Moral. Die Wurzeln von Moralvorstellungen liegen aber tiefer bzw. davor. Ich würde sagen, dass Moral auch im Tierreich zu finden ist, auch wenn es dort keine Religion geben mag, und Moral dort nicht intellektuell interpretiert und legitimiert wird. Wenn man diese Fähigkeiten aber hat, nach Ursachen zu suchen, Unsicherheit bewältigen und gemeinschaftliche Normen stabilisieren zu wollen, und symbolische Welten bilden zu können, scheint das Auftreten von Religion eine praktische Unvermeidlichkeit.
Organisierte Religionen wie das Christentum sind für mich lediglich ein Machtinstrument, welches auf Angst und Drohungen basiert. Wie derzeit auch die Politik, welche für die Verbreitung von Angst und Unsicherheit Folgsamkeit erntet; bis hin zu Kriegen und Selbstaufgabe der Einzelnen. Auch für meine Moral brauche ich weder das Eine noch das Andere und mein Gemeinsinn beschränke ich mich auf mein direktes Umfeld von 10 – 15 Personen, die es erwiesenermaßen genauso halten. Alles weitere ergibt sich inviduell ohne Ansagen von „Wohlgesonnenen“. Ich bzw. wir entscheide(n) selbst, ohne den restlichen Milliarden zu schaden oder uns von Häuptlingen vereinnahmen zu lassen. Den nötigen Talern für die voraussichtlich verbleibenden Lebensjahre brauche ich nicht mehr hinterherzujagen, da ich mittlerweile genügsam genug bin, nicht mehr alles Materielle haben zu wollen. Gesundheit ist der einzige Unsicherheitsfaktor, mit dem zu rechnen ist. Aber lieber mit 75 abtreten, als mich weitere 15 oder gar quälende 20 Jahre vom wohlgesonnenen Staat abhängig zu machen, da mir die Angst nicht zu eigen geworden ist.
Organisierte Religionen wie das Christentum sind für mich lediglich ein Machtinstrument, welches auf Angst und Drohungen basiert. Wie derzeit auch die Politik, welche für die Verbreitung von Angst und Unsicherheit Folgsamkeit erntet; bis hin zu Kriegen und Selbstaufgabe der Einzelnen. Auch für meine Moral brauche ich weder das Eine noch das Andere und mein Gemeinsinn beschränke ich auf mein direktes Umfeld von 10 – 15 Personen, die es erwiesenermaßen genauso halten. Alles weitere ergibt sich inviduell ohne Ansagen von „Wohlgesonnenen“. Ich bzw. wir entscheide(n) selbst, ohne den restlichen Milliarden zu schaden oder uns von Häuptlingen vereinnahmen zu lassen. Den nötigen Talern für die voraussichtlich verbleibenden Lebensjahre brauche ich nicht mehr hinterherzujagen, da ich mittlerweile genügsam genug bin, nicht mehr alles Materielle haben zu wollen. Gesundheit ist der einzige Unsicherheitsfaktor, mit dem zu rechnen ist. Aber lieber mit 75 abtreten, als mich weitere 15 oder gar quälende 20 Jahre vom wohlgesonnenen Staat abhängig zu machen, da mir die Angst nicht zu eigen geworden ist.
Ach das werte Marketing. „Über den Ursprung der westlichen Werte.“ Sind das nicht Börsenwerte und ist das nicht die letzte in ihrer Breitenwirkung unübertroffene Religion?
Vlt. ein paar Anmerkungen dazu:
Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben.
– Walter Benjamin: „Kapitalismus als Religion“, 1921
Er sei eine reine Kultreligion, ohne Dogmatik, ohne Transzendenz und ohne Erlösung . Der Kapitalismus zelebriere den Kultus in Permanenz; jeder Tag sei Festtag, der die äußerste Anspannung der Verehrenden fordere, und der Kultus sei, wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Religionen, nicht entsühnend, sondern verschuldend, er mache Schuld universal.
– Anmerkungen zu Walter Benjamins Ausführungen
Und zum permanenten Ausnahmezustand:
Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der ‚Ausnahmezustand‘, in dem wir leben, die Regel ist. … Das Staunen darüber, daß die Dinge, die wir erleben, im zwanzigsten Jahrhundert ’noch‘ möglich sind, ist kein philosophisches. Es steht nicht am Anfang einer Erkenntnis, es sei denn der, daß die Vorstellung von Geschichte, aus der es stammt, nicht zu halten ist.
– Walter Benjamin: „Über den Begriff der Geschichte“, 1940
Die sog. „repräsentative Demokratie“ ist ein Euphemismus, dient der Verschleierung und Bewahrung von „Eliten“- Herrschaft (egal wie man Elite nun definieren mag) und gehört überwunden. Aber die Idee der Herrschaft des Demos durch Sachentscheidungen ist gut und daher „Demokratie“ zu Recht eine Selbstverständlichkeit.
Die organisierten sog. „christlichen“ (Staats-) Kirchen (und auch viele „Frei“-Kirchen) stehen zum NT wie repräsentative Demokratie zur echten Demokratie…
@Adanedhel Das Problem der real existierenden „repräsentativen Demokratie“ ist, dass wir keine haben. Würde z. B. die Hälfte der Mitglieder des Bundestages ausgelost werden, dann würde die reale Politik sicherlich anders aussehen. Heute bestimmen die Parteien, wer in den Bundestag kommt, es sei denn, jemand gewinnt ein Direktmandet, was äußerst selten vorkommt.
Das gilt auch für die Justiz bzw. die Rechtsprechung „im Namen des Volkes“. Richter werden „benannt“ und weder gewählt noch ausgelost. Was wäre, wenn Richterämter unter allen, die ein rechtswissenschaftliches Studium erfolgreich abgeschlossen haben, ausgelost werden? Ich bin mir sicher, viele Urteile der Bundesverfassungsgerichts und vieler anderen Bundesgerichte in Deutschland würden anderes ausfallen und zwar im INTERESSE des Volkes und nicht nur „im NAMEN des Volkes“.
Immer wieder nett, dass die dunklen Seiten des „Herrn“ Jesus beliebig ausgeblendet werden, weil sie das Glanzbild des Religionsstifters (der ja eigentlich Paulus war) trüben könnten. Verächtlicheres und Unchristlicheres z. B. über Judas kann man kaum äußern: „Doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird. Es wäre ihm besser, dass der selbige Mensch noch nie geboren wäre“. Judas ging dann hin und „erhängete sich selbst“.
Auch die Gewissheit, nach der Quälerei am dritten Tag schon wieder leiblich (!) aufzuerstehen war so vielen anderen Gekreuzigten eher nicht vergönnt.
Wie die christliche Theologie mit Judas umgeht, bedarf schon reichlich vieler Überlegungen, die nachzuvollziehen dem Fremden wie mir wohl immer misslingen muss. Offensichlich ist ihm sein Verrat nicht persönlich zuzurechnen, da es doch eindeutig durch den Entschluss des Herren vorbestimmt ist. Also Wehe dem, der den Entschluss des Herren vollstreckt. Klingt nicht sehr vernünftig.
Die Kreuzigung ist tatsächlich eine unglaublich grausame Methode, Menschen zu töten. Dabei wurden durchaus nicht alle Opfer mit Nägeln fixiert, sondern nur angebunden. Das Anbinden war grausamer, weil es länger dauerte, bis sie starben. In der Antike war man sich dessen bewusst, es galt auch als besonders entwürdigend. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass es tatsächlich einen historischen Jesus gab. Das ist zwar, anders als es christliche Apologetik nicht müde wird zu behaupten, keineswegs bewiesen, aber dem Religionsstifter dem (aus damaliger Sicht ) würdelosesten Tod anzudichten, ist nicht zwingend. Ist aber nur eine Überlegung, die genauso wenig zwingend ist.
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“
Matthäus 5:17 ( über die Gesetze des alten Testaments)
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. “
Matthäus 10:34
von wegen, die andere Wange hinhalten . . .
Das mittlerweile in Halle (Saale) eingemeindete in Halle-Peissen liegt etwa 5-6 km östlich der Saale, mitten in einem ehemals slawischen Siedlungsgebiet. Sie wurde ca. 1200 um einen um 950 erbauten Fluchtturm errichtet. Noch heute (letzter Besuch von mir ca. 2005) feiert die Gemeinde die dortige sehr blutig verlaufende Christianisierung. Das Leben eines ungetauften heidnischen Menschen galt den Christen als nicht lebenswert. Derart blutige Christisnisierungen mit zehntausend(en) Opfern allein in Deutschlands Osten zeigt wenig von der angeblichen Achtung des Christentums vor dem Leben. Betrachtet man die Kreuzzüge oder die von Christianisierungen begleiteten Kolonialisierungen dann fällt die Menschenverachtung des Christentums noch um viel erschreckender aus, vom Blut der europäischen Religionskriege ganz zu schweigen. Doch wenn auch die Autorin vornehmlich historisch argumentiert, bis heute segnet die Kirche Waffen und gibt dem Töten ihren christlichen Segen. Bis heute stehen das Töten glorifizierende kriegsverherrlichende Kriegerdenkmäler auf kirchlichen Friedhöfen, so auch immer noch in Halle-Peissen.
Korrektur im 2. Satz (missverständlicher Ausdruck):
… mitten in einem ehemals slawischen Siedlungsgebiet. Die Kirche wurde ca. 1200 um einen um 950 erbauten Fluchtturm errichtet….
Es scheint, dass mit einem Rückgriff auf christliche Religion den aktuellen Untergangsszenarien begegnet werden soll.
„USA: Gute Christen gegen den Anti-Christen (gegen den militärisch-industriellen Komplex und Trump? “
https://www.youtube.com/watch?v=b49wSjMfCv8
Ich brauchte nicht Deschners „Kriminalgeschichte“, die ich erst nach der Wende in die Hände bekam, um eine Meinung zum Christentum zu bilden und ganz sicher keine gute. Diese Meinung zu ändern, sehe ich auch wenig Anlass, auch wenn man wirklich nicht sagen kann, dass der westlich-amerikanische Amoklauf der Neuzeit, dem Christentums ins Sündenregister zu schreiben ist. Klar machen die Pfaffen schon wieder mit – auch bei uns in Deutschland – aber sie werden nicht nicht gebraucht. Die Show würde ohne sie genauso laufen.
Aber trotzdem stimmt die These, die mit dem Fischbeispiel illustriert wurde. Niemand von uns – auch ich nicht, der aus einer atheistischen Familie seit drei Generation kommt- streift zweitausend Jahre, in denen unsere Kultur, unser Denken, unsere Begriffe so geprägt werden, einfach ab. Das geht nicht, ist vollkommen unmöglich, so sehr wir das ablehnen mögen.
Wobei man sich auch der Tatsache bewusst sein sollte, dass in der griechischen Antike das Fundament für europäisches, auch christliches Denken gelegt wurde. Aber das kann ich nur anreißen. Um das sachkundiger zu behandeln, fehlt mir die Kompetenz.
Aber die Autorin, bzw. der Autor des besprochenen Buches, beschreibt einen Aspekt, der schon wichtig ist. Pagane Götter strafen, weil sie sich ärgern, man ihnen nicht zu Willen ist, sie schließen aus Spaß Wetten über menschliche Schicksale ab. Trifft es dich, hast du eben Pech gehabt. Davon hat der Gott des Alten Testaments auch noch reichlich, meldet aber immer als Rechtfertigung die Verletzung eines göttlichen Gebotes. Mit Jesus geht es dann um Gerechtigkeit, Vergebung, Belohnung. Natürlich nie in der profanen christlichen Wirklichkeit, aber als menschlichen Anspruch.
Jetzt darf man nicht annehmen, dass antike Menschen nicht den gleichen gerade zu natürlichen Anspruch an Gerechtigkeit hatten wie wir. Als zu Neros Zeiten ein Sklave seinen Herren und sich selbst tötete, mussten alle Sklaven dieses Herren am Kreuz getötet werden. Das gab erhebliche Unruhe in Rom, weil auch die niederen Römer wussten, dass das Unrecht und die Sklaven keine „Dinge“waren. Das antike Christentum entwickelte die Begriffe, in denen wir noch heute denken und wenn wir vor Gericht gehen, erwarten wir Gerechtigkeit. Die kriegen wir dann zwar oft nicht. Was aber ein Problem profaner Realität ist und darum geht es hier erstmal nicht.
So wie ich es verstehe.
Das würde den biblischen Gott zum göttlichen Equivalent des westlichen und speziell des modernen US Imperialismus machen, unvorstellbare, brutalste barbarei versteckt unter einer dünnen Fassade des heuchlerischen Moralisierens.
Kein Wunder das der Westen die Heuchelei weiter getrieben hat als vielleicht jede andere „Zivilisation“.
Man könnte auch sagen der Unterschied zwischen Zeus und Yahwe wäre wie der zwischen Donald Trump and Joe Biden.
Das ist zwar eher eine ahistorische und immer von christlicher Propaganda geprägte Vorstellung von Geschichte und paganer Religion, die sogar zahlreiche „sekulare“ Zeitgenossen verinnerlicht haben aber wenn es denn nur wahr wäre, würde es Sinn ergeben.
Der Plottwist ist das in Wirklichkeit alle Religionen der sogenannten Achsenzeit sich in eine Richtung einer Verehrung von angeblich gerechten, freundlichen, liebevollen und unfehlbare Göttern entwickelt haben.
Der Zeus an den die Griechen und Römer zur Zeit Jesu glaubten hatte nur mehr relativ wenig mit dem Zeus von Homer und Hesiod zu tun.
Man könnte allerdings sagen dass die Heiden insofern ehrlicher waren (Überraschung!!!) als dass sie als sie ihre Götter neu imaginierten und zunehmend als moralisch rein und perfekt darstellten sie nicht gleichzeitig die Geschichte umschrieben, also nicht alle Texte umschrieben oder beseitigten die aus einer Zeit stammten in der sie sich ein vielleicht „barbarischeres“ Bild von den Göttern gemacht hatten.
Die Grundaussage, dass wir alle Kinder des Christentums sind, viel mehr als wir und das für gewöhnlich vorstellen, und egal ob wir Christen, Ateisten oder sonstwas sind, stimmt natürlich. Das Bild mit den Fischen im Wasser was Anne Burger bringt, passt hier wirklich gut. Das Christentum und die damit transportierten Werte stecken ganz tief in uns. Aber damit auch ein Haufen verquere Schuldgefühle, Verklemmungen, psychische Blockaden usw.
Wie sehr dieses Christentum in uns steckt, würde man wahrscheinlich erst ganz plastisch merken, wenn man mit einem indigenen Stamm zu tun hätte, der kaum je Kontakt zur restlichen Zivilisation hatte.
Mir ist das schon sehr lange klar. Anderen aber vielleicht nicht in welchem Maße das zutrifft, weswegen es gut ist da mal drauf hinzuweisen. Allerdings beginnt Anne Burger diese Tatsache dann zu nutzen um daraus mit Hilfe des genannten Buches einige, aus meiner Sicht, ziemlich oberflächliche Schlussfolgerungen mit diversen Kurzschlüssen zu ziehen. Und dann kommt sie zu dem Urteil, dass der Welt noch nie etwas Besseres widerfahren wäre als die westliche aus dem Christentum entstandene Zivilisation und dass man dies heute wieder mehr in den Blick nehmen sollte. Eine Rückbesinnung auf das Christentum und seine Werte könne eine gute Richtschnur für die Zukunft sein.
So entstehen dann solche Vorstellungen, wenn man sich aus der Geschichte nur die Dinge heraussucht, die zur aktuellen persönlichen Agenda passen.
Natürlich stimmt es, dass man in der Antike mit Gewalt, Macht, Unterdrückung und Grausamkeiten ganz anders umgegangen ist, als wir das heute tun. Man hatte sicher auch weniger Schuldgefühle dabei, doch es ist, aus meiner Sicht, ein Kurzschluss anzunehmen, dass die Gesellschaften von damals wesentlich unmenschlicher gewesen wären als die heutigen. Ab einem bestimmten Punkt scheinen sie aber wirklich übertrieben zu haben und es wurde in der Tat zu viel, zu unmenschlich, weswegen sich dann das Christentum, quasi als Gegenreaktion durchsetzen konnte.
Aber man darf ja nicht vergessen, dass vieles in unserer Kultur nicht nur auf dem Christentum, sondern auch auf den Römern (Rechtsystem) und Griechen (staatliche Organisation, erste demokratische Ansätze) beruht.
Und auch im Rest der Welt haben ja nicht nur Gewalt, Chaos und Willkür regiert, sicher nicht. Es ist nicht so, dass das Christentum die Welt aus dem moralischen Elend gezogen hätte, nein nein.
Es ist überhaupt keine gute Idee 2000 Jahre alte Kulturen durch die Brille heutiger Ethik zu betrachten, da man die Gesamtheit der Lebensumstände gar nicht so einfach nachvollziehen kann!
Das ist viel zu vereinfacht dargestellt.
Es gab da in der Antike verschiedene Konzepte. In Rom z.B. gab es die Trennung zwischen Staatsmacht/Kaiser und der Religion. Sofern sich die Religion nicht gegen den Staat, bzw das Kaisertum richtete, konnte man jede Religion ausüben und davon wurde auch reger Gebrauch gemacht.
Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit sind nicht nur auf das Christentum zurück zu führen, sonst wäre das schon früher in der Geschichte des Christentums aufgetaucht, aber teilweise schon. (Vielleicht dazu später mehr)
Das mit dem Recht auf gleiche Ressourcen war auch im Altertum keine Absurdität, vielleicht in ein paar Reichen, aber nicht überall.
Aber auch zu viel Heuchelei und solchen Dingen wie dem Gutmenschentum.
Diese Islampassage ist wirklich gruselig! Vollkommen irreführend.
Ich weiß nicht ob sich Christentum und Islam viel tun, wenn man vergleicht welche Untaten in ihrem Namen durchgeführt wurden. Aber ich schätze das Christentum hat doch noch etwas mehr auf dem Kerbholz.
Der Islam hatte natürlich auch glänzende, hochkulturelle Phasen, auch wenn die heute größtenteils vorbei sind.
Der Islam hat eigentlich auch eine recht hoch stehende soziale Ethik, auch wenn die heute nicht immer zum Zuge kommt.
Und wenn jemand das, was der IS getan hat, als Ausdruck des Islams ansieht, wie Anne Burger das hier tut, dann ist ihm eigentlich nicht mehr zu helfen. Das ist in etwa so als würde man das Christentum nur aus der Perspektive von Inquisition und Hexenverbrennungen betrachten.
Nun ja, sie ist Mathematikerin. Durch Geschichtsbücher muss sie sich offensichtlich durchquälen. Deswegen hat sie das wohl auch noch nicht so oft gemacht. Kein Wunder, dass ihr da ein paar Dinge fehlen um manches richtig einordnen zu können.
Aber zurück zum Anfang. Es war in der Antike in der Tat so, dass die Schwachen, die Armen und die Notleidenden, zumindest in den Reichen rund ums Mittelmeer, keinen dem Heutigen vergleichbaren Status hatten. Platt ausgedrückt, sie waren einfach schwach und daher auch in gewisser Weise missachtet. Das sollte aber nicht dazu verleiten damalige Gesellschaften rundweg als barbarisch abzutun. Das ist schon komplexer.
Dennoch war es halt irgendwann zu viel der Missachtung was dem Christentum zum Aufstieg verhalf und es hat diesen Status dann geändert.
Heute hat man dann dadurch den Zustand, dass Leute in schwachen und notleidenden Situationen immer geltend machen können, dass sie durch diesen ihren Status einen Anspruch auf Hilfe und Beachtung haben. Und das wird manchmal auch übel ausgenutzt, bis dahin dass man sich darum streitet wer denn das ärmste Schwein ist und so in den Genuß von Unterstützung kommen darf. Das ist eben die negative Seite des Ganzen.
Von denen, die es bis hier hin geschafft haben meinen Text zu lesen wird vielleicht auch noch der ein oder Andere übrig bleiben um sich meine astrologische Perpektive auf dieses Thema anzuschauen, so zweifelhaft Astrologie den meisten auch erscheinen mag.
Christus Symbol war bekanntermaßen der Fisch. Und mit seiner Geburt begann auch das 2000 Jahre andauernde Zeitalter des Zeichens Fische, voher gab es das Zeitalter des Widders, heute sind wir gerade in das Zeitalter des Wassermannes eingetreten.
Im Zeichen Widder geht es vor allem um Selbstdurchsetzung in der Welt, die durch kämpferische Wesensart und auch das Erreichenwollen von Unabhängigkeit und irdischer Macht bestimmt ist. Man schaut weniger nach rechts und links wie es denn den anderen so geht.
Im Zeichen Fische hingegen kommen all die Dinge vor, die auch von Christus bevorzugt werden und im Christentum zu Werten wurden. Spiritualität, Mitleid, Erbarmen, soziales Engagement, universelle Liebe (knapp ausgedrückt).
Im Zeichen Wassermann hingegen geht es dann vor allem um das Durchsetzen und Bewahren der Individualität in der Gesellschaft. Jeder soll die Möglichkeit haben seine Individualität in der Gesellschaft zu leben. Daher die Aufklärung. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, das sind Wassermannthemen.
Das ist hier nur kurz angerissen, aber ich denke man merkt wie all das mit dem Christentum und dem davor und danach zusammenhängt. Und so wie das Zeitalter der Fische vorbei ist, ist wohl auch das Zeitalter des Christentums vorbei.
Irgendwann wird eben immer eine Sache zu extrem, was zu einem Umschwung führt und zu neuen Präferenzen im neuen Zeitalter.
In der Astrologie werden aber alle Zeichen als gleichrangig betrachtet, es gibt keine guten und keine schlechten Zeichen. Somit sollte man auch daran zweifeln ob es bessere und schlechtere Zeitalter gab in einer moralischen Wertung, auch wenn wir heute mit den Präferenzen des Widderzeitalters ein paar Probleme hätten, auf unser heutiges Gemüt bezogen.
Ich weiß nicht mehr wo ich es gelesen habe, aber dieses Zitat in Bezug auf die Menschheitsgeschichte ging in etwa so: Immer nur unendliche Macht (als Ideal) oder unendliche Liebe (als Ideal), als wäre es nicht nötig, dass diese beiden starken Triebe im Menschen gleichermaßen beachtet werden.
Das kann man ganz gut auf den Wechsel vom Widderzeitalter der frühen Antike zum Fischezeitalter der letzten 2000 Jahre beziehen. Und auch auf manche Probleme, die wir heute noch haben.
Immer nur unendliche Macht oder unendliche Liebe
Zitat: „Heute hat man dann dadurch den Zustand, dass Leute in schwachen und notleidenden Situationen immer geltend machen können, dass sie durch diesen ihren Status einen Anspruch auf Hilfe und Beachtung haben.“
Das deutsche Grundgesetz von 1949 mit seiner Religionsfreiheit ist sicherlich kein extrem religiöses Werk. Mit seinen Artikeln, Werten usw. zielt das Grundgsetz wie die christliche Botschaft auch aber auf ein ein soziales und friedliches Miteinander und für einen ökonomischen Ausgleich zwischen Arm und Reich.
Zitat: „Und so wie das Zeitalter der Fische vorbei ist, ist wohl auch das Zeitalter des Christentums vorbei.“
Das kann schon sein. Es kann aber auch sein, dass es einen großen (atomaren) finalen Knall gibt und man braucht keine Fische und keine Religion mehr. Es kann auch sein, dass aus der Dystopie/Utopie „Skynet“ Realität wird und diese versucht, den biologischen Irrläufer der Evolution aka „Homo sapiens“ zu eliminieren. Es kann aber auch sein, dass die Menschen nach dem nächsten großen Krieg wie nach dem Ersten Weltkrieg wieder ein paar Jahre den Hals voll haben vom Krieg und dann beginnt das Spiel neu. Es kann auch sein, dass die Tech-Oligarchen und ein paar andere Superreiche die Herrschaft über diesen Planeten übernehmen und alle anderen sich gegenseitig bekriegen.
Wer hätte sich z. B. 1975 vorstellen können, dass in Deutschland wieder militärisch aufgerüstet und gegen Russland gehetzt wird?
Unabhängig von der technologischen Entwicklung haben sich einige „Stories“ aus der Bibel seit 2.000 Jahren nicht geändert. Zum Beispiel der Turmbau zu Babel als Zeichen für die menschliche Gigantomie oder der „Tanz um das Goldene Kalb“, eine Geschichte, die für die Hochmut des Menschen steht. Auch die Begnadigung am Passafest würde heute wieder zum selben Ergebnis führen: Wenn der Führer/Herrscher das gemeine Volk fragen würde: Wen soll ich begnadigen: den kriminellen Serienmörder und mehrfachen Vergewaltiger oder diesen pazifistischen, kapitalismuskritischen und basisdemokratischen Sozialrevoluzzer? Die Mehrheit würde sich für Barabbas entscheiden und nicht für Jesus Christus.
Ich bin mir nicht sicher, ob das Universum unendlich ist, aber in diesem Punkt bin ich mir ganz sicher: Die Spezies „Mensch“ ist ein Irrläufer der terrestrischen Evolution und die Botschaft des Mannes aus Nazareth, der vor rund 2.000 Jahren lebte, ist sicherlich nicht dafür verantwortlich.
„Irrläufer der Evolution“ – viele Grüsse von Arthur Koestler, ich habe sein Buch auch gelesen. Hochinteressant wie alles, was er geschrieben hat, aber die Schlussfolgerungen sind mir doch eine Idee zu pessimistisch. Vielleicht kriegt die Menschheit ja doch noch die Kurve („evolviert“) und ordnet sich in das System Erde ein, ohne es kaputtzumachen. Es braucht halt immer ein wenig Zeit um einen Gleichgewichtszustand – den Jesus wohl im Sinn hatte – zu erreichen.
Zu beachten ist, dass es drei Phasen der Evolution gibt, die nach verschiedenen Regeln funktionieren: kosmische Evolution – biologische Evolution – und mit dem Auftritt des Menschen die kulturelle Evolution. Letztere hat gerade erst begonnen.
@Woody Box Ich habe im Internet mal nach der Zahl der Kriege ⚔️ im engeren Sinne gesucht, die es in den vergangenen Jahren 2.000 Jahren gegeben hat. Das ist gar nicht so einfach, weil es davon abhängt, ab welcher Zahl von Toten man einen bewaffneten Konflikt als „Krieg“ definiert und viele Tote im Krieg nicht auf einem Friedhof mit Grabstein und Namen/Sterbedatum bestattet wurden. Das war vor 2.000 Jahren so, vor 500 Jahren und auch im letzten Weltkrieg.
Wahrscheinlich sind es mehrere Tausend. Eine Studie kommt auf über 14.500, wenn man alle „kleineren“ bewaffneten Konflikte und alle Bürgerkriege mitzählt. Man kann aber sicherlich davon ausgehen ausgehen, dass es bis heute = 2026 mehr als 1.000 „größere“ Kriege waren.
Der letzte große Weltkrieg von 1939 bis 1945 hat weltweit ungefähr zwischen 65 und 70 Millionen Soldaten und Zivilisten das Leben gekostet. (Die zerstörten Gebäude und die zerstörte Infrastruktur lassen wir an dieser Stelle einmal weg.)
Was hat der Mensch aka „Homo sapiens“ als Spezies in den letzten Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden daraus gelernt? Er hat daraus gelernt, wie man immer noch effektivere und effizientere Waffen konstruiert und baut, um möglichst kostengünstig Krieg führen zu können.
Einen kategorialen Unterschied zum letzten großen Weltkrieg gibt es aber. Die beiden Atombomben, die kurz vor Kriegsende von den USA über Japan abgeworfen wurden und verniedlichend „Little Boy“ und „Fat Man“ genannt wurde, waren Silvester-Böller im Vergleich zu den heutigen Nuklearwaffen. Der Widerstand der Bürgerinnen und Bürger gegen die nukleare und konventionelle Aufrüstung hält sich jedoch in Grenzen. Noch schlimmer sind die Mainstream-Propaganda-Medien von ARD, BILD, FAZ, RTL bis ZDF. Man fasst es kaum, dass einige Journalisten den Ausbruch eines großen Krieges geradezu herbei wünschen und es ihnen mit der militärischen Aufrüstung Deutschlands nicht schnell genug geht.
Wenn es allerdings um den Klimawandel geht, dann wird damit „argumentiert“, dass es das schon immer und seit den Zeiten der Dinosaurier gegeben hätte, damit man nichts ändern und keine Maßnahmen gegen den Klimanwandel ergreifen muss. Kölle Alaaf und Helau!
„Ich bin mir nicht sicher, ob das Universum unendlich ist, aber in diesem Punkt bin ich mir ganz sicher: Die Spezies „Mensch“ ist ein Irrläufer der terrestrischen Evolution und die Botschaft des Mannes aus Nazareth, der vor rund 2.000 Jahren lebte, ist sicherlich nicht dafür verantwortlich.“
Woher die Anmassung, zu entscheiden ob etwas ein Irr- oder Geradeläufer ist? Wer legt denn den vermeintlich richtigen Endpunkt fest? Wer weiss denn wo die Evolution hin will? Weiss sie es selbst?
Meinereiner deucht, hier streiten sich die Rosinenpicker 🍇 mit den Erbsenzählern 🧩 🧩🧩🧩🧩.
In der Zeit vor den Römern war Religion vor allem dafür da, das Unerklärliche zu „erklären“. Blitz und Donner können lebensgefährlich sein, aber man kann auch seine Feinde damit beeindrucken. Heute glaubt fast niemand mehr an den „Gott des Donners“, weil man weiß, wie der Donner physikalisch entsteht.
Worin besteht nun die zentrale Botschaft des Mannes aus Nazareth, der vor rund 2.000 Jahren lebte und an ein Kreuz genagelt wurde?
➕ Frieden und Diplomatie sind besser als Aufrüstung und Krieg.
➕ Liebe ist besser als Hass.
➕ Der Kapitalismus hat auch seine Fehler, Schattenseiten und macht nicht alle Menschen reich.
➕ Wer über Neid redet, der muss auch über Gier reden.
➕ Die Würde des Menschen ist wichtiger als die „Würde“ des Kapitals.
➕ Alle Menschen sind gleichwertig.
➕ Die Forderung, Mitmenschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte
➕ Doppelmoral ist die Moral der Scheinheiligen.
In den vergangenen 2.000 Jahren hat sich in dieser Hinsicht durchaus manches verbessert. Das mit den barbarischen Gladiatorenkämpfen im Kolosseum ist heute etwas aus der Mode gekommen. Das Prinzip „Brot und Spiele“ gibt es selbstverständlich immer noch. Das nennt man dann
+ „Dschungelcamp“,
+ „We love to entertain you.“
+ „Hartz aber herzlich.“
+ „Kuh sucht Bauer“ oder
+ „Deutschland sucht den Superpupser.“ usw.
Als sehr erfolgreich kann man die christliche Religion aber nicht bezeichnen, denn manchmal gibt es bei dieser tendenziell für alle Menschen positiven Entwicklung immer wieder herbe Rückschläge, wenn Politiker, wie das derzeit der Fall ist, den Namen Christus missbrauchen und zu Lasten des Sozialstaates für den Krieg (gegen Russland) aufrüsten.
Oder nehmen wir diese „christlich-soziale“ Partei mit der Abkürzung „CSU“ und diesen „christlichen“ Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder. Dieser redet immer sofort von Neiddebatte, wenn man die obszöne Schere zwischen Arm und (Super-)Reich kritisiert und die Frage stellt: Warum müssen „Superreiche“ mit einem Vermögen von 100 Milliarden Euro immer noch reicher werden? Denn der „christliche“ Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder, redet nämlich nie von Gier, Habgier und Raffsucht.
Habgier ist das maßlose und unersättliche Verlangen nach materiellem Besitz, Reichtum oder persönlichen Vorteilen auf Kosten und zu Lasten anderer. Es ist das nimmersatte Streben, materielle und immaterielle Güter anzuhäufen, wobei der reine Besitz oder die Anhäufung irgendwann wichtiger werden als der eigentliche Nutzen. Dann geht es auch nicht mehr um Eigentum und Vermögen, sondern darum, mit diesem Vermögen, Macht und Herrschaft über andere auszuüben.
Oder die mediale Hetze opportunistischer Journalisten (und Journalistinnen!) gegen Arbeitslose, die zu faul wären, für 13,90 Euro brutto pro Stunde zu arbeiten, damit Billionäre wie Elon Musk noch reicher und reicher werden. Früher war das eine Spezialität der asozialen Bildzeitung. Die „Bild“ hetzt seit 1952 gegen Arbeitslose, gegen Ayslbewerber, gegen Flüchtlinge, gegen Sozialhilfempfänger, gegen den Sozialstaat, gegen Obdachlose, gegen Kranke und Rentner (vor allem gegen bedürftigte Rentner) usw.
Heute macht man das auch bei ARD, FAZ und ZDF: Nach unten treten ⬇️ und nach oben buckeln ⬆️. Da bleibt die Frage, stellen diese Journalisten (und veganen Gender-Journalistinnen!) am 24.12. in ihrem Wohnzimmer einen „Christbaum“ auf, der auch noch auf heidnische Bräuche zurückgeht? Christlich ist das sicherlich nicht.
Kienzle: Noch Fragen Hauser?
Kienzle: Nein Hauser. Aber haben Sie mal zwei Milliarden Euro? Dann entwickle ich eine PR-Kampagne für christliche Werte und gegen Scheinheiligkeit, Heuchelei, Ingnoranz, Arroganz, Dekadenz und die Doppelmoral der Mainstream-Propaganda-Medien.
Wenn Römer zu Cäsars Zeiten von „einer Million“ reden, wie kommen sie überhaupt auf diese Zahl?
Mit den Römischen Zahlen kann man nur bis ca. 5500 rechnen. Das Dezimalsystem wurde erst um 1100 neuer Zeitrechnung in Europa in Pisa vorgestellt. Es dauerte aber noch ca. 100 Jahre, bis es als das bessere Zahlensystem akzeptiert wurde, weil man damit beliebig große Zahlen darstellen konnte.
Die marxistische Kritik der Lohnarbeit und des Geldes ist schon älter als 100 Jahre und wird von den Opfern, die den materiellen Reichtum schaffen, aber arm bleiben, immer noch nicht als Kündigung des Geldsystems angestrebt.
Der Ursprung der „Westlichen Werte“ liegt in Griechenland. Die prägende Kraft ist – oder war – der Hellenismus. Dieser hat auch die römische Gedankenwelt geprägt. Wer etwas auf sich hielt, hatte einen griechischen Hauslehrer.
Für viele Dinge haben wir noch nicht mal einen eigenen Namen aus unserer Sprache: Die Staatsform ist die res publica, die Herrschaftsform ist die dimokratia.
Wir haben auch römisches Recht. Die kulturelle Leistung der Römer war die Trennung von Recht und Religion. Dort, wo diese Prinzipien nicht gelten, herrscht Unrecht. Denn das Recht ist der einzige Schutz des Individuums vor Willkür.
Und selbst Justitia geht auf Themis und Dike zurück: Ordnung und Gerechtigkeit. Das sind nicht die Prinzipien der Zehn Gebote.
Ein weiterer Aspekt ist die Trennung des römischen Reichs und somit der christlichen Kirche in einen Ost- und einen Westteil. Sind Russen jetzt keine Kinder des Christentums nur weil sie orthodox sind? Haben sie keine „Westlichen Werte“? Ist das Christentum in Byzanz nicht wieder nach Kleinasien zurückgekehrt wo es herkam?
Wie können „westliche Werte“ aus einer Religion entstehen, die aus Kleinasien stammt?
Wir haben hier einen Mischmasch aus der griechischen und römischen, keltischen und germanischen Kultur: griechische Wissenschaft und Philosophie, römische Lebensart, keltisches Geschick und germanische Naturverbundenheit. West-Rom hat sich entwickelt durch einen Fortschrittsglauben. Die Geschichte musste weiter fortgeschrieben werden.
Für Byzanz gab es keinen Fortschritt. Alles war durch die Bibel festgelegt und musste nur noch bewahrt werden.
Der Artikel wird der Komplexität des Themas nicht gerecht.
Das Kommunismus als logische Folge des Christentums gedacht wird ist wirklich der schwächere teil. Als ob Stalin bei seinen verbrechen, eine anderes Bestreben als Macht hatte… Der dachte sicherlich nicht an die Gleichehit aller und wollte das Gute. Ich würde sogar soweit gehen und würde sagen das Marx & Co für einer pervertierung des Christentums stehen. sowie diese Pervertierung auch in Form von Hexenverbrennungen oder Ablasshandel entstanden ist.
An die anderen christlich kritischen Kommentare hier:
Es gibt keinen der an nichts glaubt. Man muss sich nur seiner Ersatzt-Religion bewusst werden. Die wenigsten sind sich dessen bewusst.
Wir zensieren morgen, wir zensieren heut,
wir zensieren wütend und erfreut.
Wir zensieren ohne zu verzagen,
an allen sieben Wochentagen.
Wir zensieren deshalb früh bis spät
alles, was zu zensieren geht.
Wir zensieren heut und jederzeit,
zum Denken bleibt uns wenig Zeit.
@Moderation: bitte das vorstehende Gedicht zensieren wegen des grauenhaften, Zahnschmerzen verursachenden Versmasses!
Ideengeschichtlich baut die neuere politische Theorie/Ideologie natürlich auf der Entwicklung des Protestantismus gegen den Feudalismus auf. Die drei zentralen Schlagworte, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind gegen den Adel gerichtet. Die Zeit stimmt auch die Gedankenfigur der Religion als Opium für das Volk. Eigentlich eine antiklerikale Formulierung gegen die mit dem Adel verhandelten Kirchenfürsten und Kirchenvertreter. Zuletzt formuliert von Lenin gegen die russischen klerikalen Kirchenfunktionäre im zaristischen Russland. Irgendwie schon lustig, dass Marx immer falsch zitiert wird, der mit seiner Formulierung sich auf den damals gegenwärtigen Hustensaft mit Laudanum bezug, der mit seiner Opiumhaltigkeit mich aus, als billige Droge benutzt wurde.
Ein sehr interessanter Artikel, der sehr interessante Gedanken transportiert, während die hier versammelte Atheisten-Blase g.eifert: Welches verdammte Wasser? Weil man Christentum samt Gottesvorstellung an sich für ein Märchen hält.
Ich möchte dazu nur einen Gedanken einspeisen und gehe damit zum absoluten Anfang und ich möchte dazu Wikipedia zitieren: „Die Feinabstimmung der Naturkonstanten (auch Feinabstimmung des Universums) bezeichnet in der Kosmologie die überraschend genaue Abstimmung der physikalischen Naturkonstanten und des Anfangszustands des Universums. Um den gegenwärtigen Zustand des Universums und die Entstehung von Leben zu erklären, setzen die bisherigen wissenschaftlichen Theorien voraus, dass die physikalischen Konstanten der Natur und der Anfangszustand des Universums äußerst präzise Werte haben.[1][2] Bisher gibt es keine wissenschaftliche Erklärung für die Werte der Naturkonstanten.“
Diese „überraschend genaue Abstimmung der physikalischen Naturkonstanten……mit seinen äußerst präzisen Werte(n)…“ ist nach gängiger Ansicht von Atheisten auf einen ZUFALL zurückzuführen.
Wie muss ich mir das vorstellen? Nun, da explodiert halt eine unendlich dichte Masse (die lag da so zufällig im noch gar nicht entstandenen Universum rum) und dabei kommt dann diese Feinabstimmung des Universums samt Universum raus.
Und jetzt bitte notieren: Wer an einen solchen Zufall glaubt, ist nach gängiger Auffassung rational, wer an einen Schöpfer (Gott) glaubt, irrational.
Hm.
Wie bitte? Als das Universum enstand, war das der Anfang allen Seins, wie wir es heute kennen. Solche Konzepte wie „Zufall“ gab es vorher gar nicht. Also kann es nicht alles durch Zufall entstanden sein, aber auch nicht durch keinen Zufall. Zufall ist ein diesseitiges Konzept, dieseitig also nach dem Urknall, alles Vorherige, auch die dort herrschende Physik sind natürlich unbekannt.
Und nein, ich bin kein Atheist, aber solche Mutmaßungen rund um den Urknall in irgendeine Beziehung zu Gott zu setzen, halte ich für Quatsch.
@Two Moon
Warum ist nicht nichts?
DAS ist doch die eigentliche Frage!
Nichts entsteht und geschieht in der Welt ohne Grund und Ursache.
Atheisten glauben(!), dass aber doch alles (d.h. die schiere Existenz des Universums) ohne Grund und Ursache ist.
Spätestens an DIESEM Punkt – und da hat @Bettina-di-Monaco vollkommen recht – wird der Glaube(!) der Atheisten irrational – oder zumindest um keinen Deut rationaler als der von religiösen Menschen. Und wenn man nun auch noch die merkwürdige (würdig des Merkens !!) Existenz und Stimmigkeit der Naturgesetze betrachtet und das, was sie als „Feinabstimmung“ bezeichnet hat, dann muss man staunen.
Passend dazu Kant im Schlussteil seiner Kritik der praktischen Vernunft:
„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht,
je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt:
Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. “
Mit anderen Worten der Blick auf Existenz des unbeschreiblich großen Weltalls und das Bewusstsein von etwas in einem selbst, das ich als „Seele“ interpretieren würde. Manche nennen es „Gottesfunken“.
@ Wolfgang Wirth
Mir ging es darum, dass solche menschlichen Begriffe wie Zufall oder Absicht in Bezug auf etwas vor dem Urknall gar keine Bedeutung haben können. Unser Verstand kann sowas einfach nicht durchdringen.
Ich denke auch, dass alles im Universum sowas wie einen Grund und eine Ursache hat. Unser Begriff „Zufall“ sagt eigentlich nur, dass wir die Gründe einfach nicht verstehen können. Doch ein „Grund“ ist auch ein menschliches Konzept. Nur weil man nicht sagen kann, dass da irgendetwas Zufall ist, kann man aber auch nicht sagen, dass es Gründe dafür gibt, die unserem Konzept entsprechen und das daher auf einen Gott deutet.
Und nein, rational und irrational sind da auch keine sinnvollen Kategorien.
Ich denke man sollte das UNFASSBARE des Ganzen einfach akzeptieren. Zumindest was unseren Verstand betrifft. Da irgendetwas beweisen zu wollen halte ich für Unsinn.
Man könnte aber natürlich auch sagen, dass gerade dieses UNFASSBARE das Göttliche ist.
Da hat Kant was vergessen:
Die blühende Sommerwiese mit allem möglichen Getier, was sich da rumtreibt und auf geheimnisvolle Weise zusammenarbeitet. Das ist mindestens genauso bewunderungwürdig wie der bestirnte Himmel.
Die wenigsten überhaupt sind bewusst.
Aber wie kommt man darauf Marxismus mit Stalin gleichzusetzen. Nach allem was man weiß, war Stalin vor allem Stalinist.
Bewusstheit, egal ob sie sich auf Jesus, Buddha oder auch niemanden bezieht, wird immer in eine Form umfassender Liebe münden, dem Kapitalismus als Religion der Unbewusstheit zugeneigt zu sein ist damit so ausgeschlossen, wie dessen stetigen Begleitern dem Leid, dem Krieg und dem Tod.
Die Begriffe „Wert“ und „Bewertung“ sowie ihre verwandten Begriffe und Zusammensetzungen werden [heute] auf verwirrte und verwirrende Weise verwendet, nicht nur in Wirtschaftswissenschaft und Philosophie, insbesondere in anderen Sozial- und Geisteswissenschaften. Ihre Bedeutung war einst relativ klar, ihre Verwendung begrenzt. „Wert“ bezeichnete den Wert einer Sache, und „Bewertung“ bedeutete eine Schätzung dieses Wertes. Der betreffende Wert war hauptsächlich wirtschaftlicher oder quasi-wirtschaftlicher Natur. War dies nicht der Fall, handelte es sich um eine Art von Wert – nicht um Schönheit, Wahrheit, Richtigkeit oder gar Güte. Die Ausweitung der Bedeutung und des Gebrauchs dieser Begriffe begann in … der politischen Ökonomie. „Wert“ und „Bewertung“ wurden zu Fachbegriffen, die für jenen Zweig der Wirtschaftswissenschaft von zentraler Bedeutung waren, der als Werttheorie (Ricardo, Smith vor Marx, Q.) bezeichnet wurde. Dann begannen deutsche Philosophen, namentlich Rudolf Hermann Lotze, Albrecht Ritschl und Friedrich Nietzsche, den Begriff des Wertes und der Werte in einem viel weiteren Sinne zu verstehen und ihm in ihrem Denken eine vorrangige Bedeutung beizumessen.
Philosophen seit der Zeit Platons hatten eine Vielzahl von Fragen unter Titeln, wie „das Gute“, („“entfallen ab hier) das Sinnhafte, das (Ge-)Rechte, die Pflicht, die Tugend, das moralische Urteil, das ästhetische Urteil, das Schöne, das Wahrhaftige, das (End-)Gültige, für sich bearbeitet. Im 19. Jahrhundert entstand – oder wurde wiederbelebt, da sie im Wesentlichen bereits bei Platon zu finden ist – die Vorstellung, dass all diese Fragen zur selben Familie gehören, da sie sich alle mit dem Wert oder dem, was sein sollte, befassen, nicht mit Tatsachen, dem, was ist, war oder sein wird.
(Anm. Qana: Platos Keimethik wurde in der antiken Welt breit zurück gewiesen, auch von Aristoteles. Sie erhielt Jhd. später, parallel zur Ausbreitung der christlichen Lehre, eine Neuformulierung im „Neuplatonismus“, der im Westen historisch in der christlichen Lehre teils vernichtet, teils aufgehoben wurde – namentlich durch Augustinus.)
Verschiedene Autoren des 19. Jhd hielten dafür, alle diese Fragen unter den Oberbegriffen „Wert“ und „Bewertung“ nicht nur zu gruppieren, sondern als Teile einer allgemeinen Theorie von Wert und Bewertung aufzufassen, die Fragestellungen aus Wirtschaftswissenschaft, Ethik, Ästhetik, Rechtswissenschaft, Pädagogik, vielleicht auch Logik und Erkenntnistheorie umfasse, und auf dieser breiten Basis besser zu behandeln und zu beantworten seien.
Diese Konzeption reifte in den 1890er Jahren in den Schriften von Alexius Meinong und Christian von Ehrenfels heran, zwei österreichischen Anhängern von Franz Brentano. Durch sie und durch andere wie Max Scheler und Nicolai Hartmann, zwei deutsche Anhänger Edmund Husserls im 20. Jahrhundert, gewann die Idee einer allgemeinen Werttheorie auf dem Kontinent und in Lateinamerika an Popularität. In Großbritannien hatte sie einen gewissen Einfluss (Namensliste als Referenz), allerdings in geringerem Maße als anderswo, da britische Philosophen eher an traditionelleren Begriffen wie „gut“ und „richtig“ festhielten. In den Vereinigten Staaten hingegen wurde sie kurz vor und nach dem Ersten Weltkrieg mit Begeisterung aufgenommen.
(Einleitung des Artikels VALUE AND VALUATION in Encyclopedia.com – Oxford, Columbia – in bearbeiteter Übersetzung von DeepL.com )
Vielleicht taugt das ja jemandem in dieser Vorhölle …
Ich kenn mich in der Geistesgeschichte nicht gut genug aus, um mit wissenschaftlicher Autorität Urteile abzugeben, aber m.E. legt die „Enzyclopedia“ noch heute Zeugnis von der utilitaristischen Ignoranz, mit welcher der angelsächsische Raum die Rolle Immanuel Kants bedacht hat und weiterhin bedenkt.
Kants => Transzendentalphilosophie hat den erklärten Zweck und „Sinn“ gehabt, einer patriarchal-herrschaftlichen Ethik „ontischen“ Raum zu schaffen, indem er hergebrachte metaphysische und ontologische Vorstellungen („Dinge an sich“) in ein Reich jenseits des Verstandes und der (praktischen) Vernunft exiliert hat. Dieser methodische Skeptizismus hatte eine wachsende geistesgeschichtliche Basis in der ökonomischen und politischen Tätigkeit des Bürgertums und floß auf diesem Wege gleichsam intuitiv in das breite, wie „gehobene“ gesellschaftliche Bewußtsein ein.
Noch schlechter kenn ich mich in der Religionsgeschichte aus, aber mir deucht, das, was heute unter „christliche Werte“ verhandelt wird, hat seine Keimform im blutig vernichteten häretischen Judentum, das gemeinhin „frühchristlich“ geheißen wird und im Johannisevangelium ein paar Spuren hinterlassen hat.
Aufgenommen wurde diese jüdische Häresie m.W. vor allem im Manichäismus, der westlich Byzanz ebenfalls blutig bekämpft worden ist und später auch aus seinem Ursprungsgebiet, der persischen Levante, nach Osten exiliert worden ist.
Eine selbständige „westliche“ Gestalt hat diese monotheistische Strömung im lutheranischen Protestantismus und namentlich im Calvinismus bekommen, allesamt gnostische Konzepte, die vom Papsttum ein Jahrtausend lang unter dem denkbar massivsten Einsatz systematischer Folter und Massenmordes bekämpft worden sind, nicht obwohl, sondern weil gnostische Konzepte der „Heiligkeit“ zum unverzichtbaren Bestand der katholischen Priesterherrschaft gezählt haben.
To whom it might concern.
Rein zufällig oder vielleicht auch nicht vernahm ich gestern in gemeinhin als seriös anerkannten Deutschlandfunk in der Sendung Tag für Tag, dass der christliche liebe Gott auch eine Schattenseite habe. Um es deutlich zu sagen, im Alten Testament tritt er verschiedentlich als faschistoider Schlagetotgott in Stil eines BenGvir auf. Und dies nicht nur in den in dieser Sendung zitierten Stellen: https://www.deutschlandfunk.de/tag-fuer-tag-28-08-2026-komplette-sendung-100.html
Man stelle sich gerne auch die Frage, warum manche Christen heute meinen, diese dunkle Seite der christlichen Religion pflegen zu müssen. Ahnt man das technische Aufrüstung allein für die ersehnte „Kriegstüchtigkeit“ nicht ausreicht? Dient sich die Kirche der Zeitenwende an?
Ich jedenfalls habe mich von dieser Religion verabschiedet und Gleiches gilt für das Judentum und die Muslime. Alle Religionen, die aus dieser Weltgegend kommen, sind am Ende destruktiv und gewalttätig. Das gilt besonders für das Christentum. Zur Erinnerung für Frau Burger zwei Verbrechen des Christentums, die sie vergessen hat. Erstens der Abwurf von Atombomben auf große Städte und zweitens der Kolonialismus, der die Dritte Welt schuf und die Entwicklung ihrer Gesellschaften verhinderte.