Wer weiß schon, wie das Wetter wird?

Regenwetter
W.carter, CC0, via Wikimedia Commons

Zum Projektmanagement des nächsten Krieges hier noch einige kleine Fragen.

Bevor wir weiter rüsten und planen, wie wir den großen Krieg gewinnen, den Russland sicher beginnen wird – wir wissen schon wann, wir haben ja einen Plan – sollten wir vielleicht noch ein paar Faktoren bedenken, die außerplanmäßig hineinspielen könnten. Zum Beispiel: Wer weiß schon, wie das Wetter wird?

Da sind zunächst einmal die Kosten: So ein großes Projekt kann schon mal unversehens teurer werden als gedacht. Man denke nur an den Bau der Elbphilharmonie. Es kann auch deutlich länger dauern, als man ursprünglich dafür vorgesehen hat. Das kann selbst im fleißigsten und cleversten Ländle beim Bau eines Bahnhofs passieren. Manches lässt sich auch einfach nicht bei jedem Wetter gleich gut bauen.

Wird es schnell genug umzusetzen sein?

Teurer und länger kann jedem passieren, natürlich auch jenen, die in Berlin sich bemühen, zum dritten Mal einen Flughafen zu bauen. Die Planer des dritten großen Krieges sind sicher klüger. Doch wer weiß schon, wie das Wetter wird?

Beim Voranschlag für so ein großes Projekt, das sehr viel und lange Geld kosten könnte, muss neben der Materialbeschaffung die Instandhaltung des bereits Vorhandenen eingepreist werden.
Das fiel jetzt auch bei der Bundeswehr auf. Man freut sich schon über und auf viel neues Gerät, doch was schon im Bestand ist, ist oft nicht instand; zur Wartung fehlt es aber an Kapazitäten.

Gewartet werden müssen nicht nur schwere Geräte, sondern auch Brücken, die sie tragen sollen. Im Brückenbauen und erhalten waren wir in den letzten Jahren nicht so gut. Nun sind sie marode. Geld, das nicht da war für zivile Infrastruktur, erscheint zwar nun wie aus dem Nichts zur Kriegstüchtigkeit. Doch auch wenn es sehr viel ist – wird es schnell genug umzusetzen sein?Können wir unsere bröselnden Brücken rechtzeitig erneuern, um im Rahmen des Zeitplans unsere Panzer den Russen entgegenzurollen? Schließlich leiden zunehmend auch Straßen und Brücken unter Extremwetter wie Hitze und Flut. Und wer weiß schon, wie das Wetter wird?

Konsumgüter, die Konsumenten abschaffen

Zu veranschlagen ist im Haushaltsplan neben dem Material auch das Personal, also die Menschen, die das kosten wird. Die muss man ja auch zunächst anschaffen; und dann muss man nicht nur sie selbst bezahlen, sondern gegebenenfalls auch ihre Hinterbliebenen. Das Geld dafür muss wiederum erst einmal erwirtschaftet werden.

In der zivilen Industrie und Wirtschaft fehlen allerdings die Leute, die stattdessen zum Militär gehen, oder deren Arbeit in den Dienst der Rüstungsindustrie gestellt wird; die aber schafft keine bleibenden Werte. Die Konsumgüter, die die Rüstung bereitstellt, schafft die Konsumenten ab.

So ein geplantes Kriegsprojekt könnte uns also länger und teurer zu stehen kommen, als jeder verkalkulierte Bau. Sollen wir es uns dann vielleicht doch lieber von vornherein sparen?
Ist das etwas auch das Kalkül der jungen Leute, die sich gegen die Wehrpflicht zur Wehr setzen? Jetzt gehen die auf die Straße, gegen den Wehrdienst demonstrierend wie zuvor schon fürs Klima. Statt am Kriegsprojekt mitzubauen – wollen die etwa auf Schlecht-Wetter machen?

Sind die feige oder einfach nur faul? So oder so können wir auf solche Befindlichkeiten beim Menschenmaterial keine Rücksicht nehmen in der Planung. Wer nicht freiwillig kommt, wird halt verpflichtet. Im Projektmanagement des Krieges müssen wir uns ganz sachlich – und das heißt nun mal: rein wirtschaftlich – fragen, welche Investitionen sich mehr für uns lohnen, solche in Kriegsanleihen oder etwa in Klimaschutz?

Aber wer weiß schon, wie das Wetter wird?

Monika Kauer-Hain

Monika Kauer-Hain, Jahrgang 1967, verheiratet und Mutter einer erwachsenen Tochter, ist promovierte Theologin und Freie Rednerin. Praktisch ausgebildet zur Pfarrerin mit Berufserfahrung in Gemeinde und Beratungsstelle darf sie den Berufstitel aus kirchenrechtlichen Gründen jedoch nicht mehr führen, seit sie außerhalb der Kirche und unabhängig von jeder Institution tätig ist. Als Freie Theologin gestaltet sie hauptsächlich Trauerfeiern und Hochzeiten und bietet Coaching und Ghostwriting an. Sie ist Mitglied der paneuropäischen Bewegung Diem und der Partei mera 25.
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7 Kommentare

  1. Alles richtig. Das WETTER war bekanntlich immer der größte Feind, wenn es darum ging, Russland zu erobern. Das war bei Napoleon so und auch in Zweiten Weltkrieg. Die Russen können Kälte und WINTER, die verweichlichten wertewestlichen Europäer (Deutsche inklusive) fangen schon an zu bibbern, wenn es im WINTER einmal zwei Tage lang minus drei Grad Celsius hat. Wenn es im WINTER in Deutschland einen Zentimeter schneit, dann bricht in den Mainstream-Medien regelmäßig das „Chaos“ aus.

    Aber auch die WINTER in Russland werden nicht mehr so kalt wie das 1941/1942 einmal war, sogar die Permafrostböden tauen auf. Die Militärexperten der NATO wissen das. Die entscheidende Frage ist daher, ob das ausreichen wird, wenn es in Moskau, Wolgograd usw. im WINTER nur noch 25 Grad minus und keine 35 Grad minus mehr hat.

    Bis es in Russland im WINTER auch so warm ist wie in Deutschland, wollen Boris Pistorius, Friedrich Merz, Agnes Strack-Zimmermann und Oberst a. D. Roderich Kiesewetter (Wetter!) sicherlich nicht warten. Das könnte dann doch noch 20 oder vielleicht sogar 30 Jahre dauern und dann wäre Oberst a. D. Roderich KIESEWETTER von den vereinigten „demokratischen Christen“ 84 bzw. 94 Jahre alt. Das Durchschnittsalter für Männer lag laut destatis 2024 bei rund 77 Jahren. Das könnte also zeitlich etwas knapp werden.

    Abraten würde ich von einem „Blitzkrieg“. Das hat im Ersten Weltkrieg nicht funktioniert (Brief von Friederich M. an Mutti M. 1915: „nach dem WINTER ist der Krieg gegen den Franzmann vorbei und mein Bruder und ich sind wieder zu Hause“) und es hat im Zweiten Weltkrieg nicht funktioniert (Brief von Roderich M. an Mutti M. 1941: „nach dem WINTER ist der Krieg gegen den Russenmann vorbei und ich bin wieder zu Hause“).

    Keiner von beiden kam wieder bei Muttern an, denn Friederich M. hat im Ersten Weltkrieg sein Leben auf dem Schlachtfeld in der Nähe von Verdun für das den Kaiser und das Vaterland ausgehaucht und Roderich M. hat im Zweiten Weltkrieg sein Leben in Stalingrad für Führer, Volk und Vaterland gelassen. Wo genau in Stalingrad das war, das weiß keiner, weil das WETTER damals im Winter 1943 in Stalingrad so schlecht war.

  2. Die Wahlen sind Fake.

    Kinder werden gehandelt.

    Pandemien werden geplant.

    Kriege werden inszeniert.

    Handys sind Überwachungsgeräte.

    Astronauten sind Schauspieler.

    Politiker sind willenlose Marionetten.

    Studien sind gekaufte Lügen.

    Gesetze werden von Konzernen geschrieben.

    Nur, das Wetter bleibt (zunächst noch) authentisch-;-)

  3. >>Monika Kauer-Hain, Jahrgang 1967, verheiratet und Mutter einer erwachsenen Tochter, ist promovierte Theologin und Freie Rednerin. Praktisch ausgebildet zur Pfarrerin mit Berufserfahrung in Gemeinde und Beratungsstelle darf sie den Berufstitel aus kirchenrechtlichen Gründen jedoch nicht mehr führen, seit sie außerhalb der Kirche und unabhängig von jeder Institution tätig ist. Als Freie Theologin gestaltet sie hauptsächlich Trauerfeiern und Hochzeiten und bietet Coaching und Ghostwriting an. Sie ist Mitglied der paneuropäischen Bewegung Diem und der Partei mera 25.<<

    Also gut, wenn es unbedingt sein muss… Anders als Frau Kauer-Jahn bin ich keine promovierte Theologin, weil ich mich bereits in der Pubertät dazu entschloss, von der Ausübung jedweder Religion zunächst vorsichtshalber Abstand zu nehmen, abgesehen vom Naturglauben, dem ich mich als Schamane verschrieben habe. Mein Totem ist derzeit die Wacholderdrossel. Inzwischen bin ich aber auch zu der Ansicht gelangt, dass eine Tätigkeit in diesem Zusammenhang mit streng konfessioneller Religionsausübung sinnvoll erscheinen könnte, etwa als Inquisitor. Für eine opulente Hochzeit wird es bei mir vermutlich nicht mehr reichen aber bei meiner kurzen Trauerfeier im Hospiz wäre die Anwesenheit einiger Erzengel vielleicht nicht völlig fehl am Platz.

  4. Würde sagen wollen dürfen müssen , es wäre wohl mehr als zu empfehlen für den ganzen Planeten Erde und seine Zukkkunft, der Russe würde zu Vernunft kommen. Wie sonst könnte dieses Wunderwerk der Natur geschützt werden vor diesem Gierschlund der Dummheit&Borniertheit.

    Wer eine Begründung dafür braucht, der lese hier:
    Jeffrey Sachs: Wenn wir vom Abgrund des Kriegs wegwollen, müssen wir ehrlich sein …
    Deutschland, Meinungsfreiheit, Der Westen gegen Russland, Ukrainekrieg gegen Russland, Jeffrey Sachs
    https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/jeffrey-sachs-wenn-wir-vom-abgrund-des-kriegs-wegwollen-muessen-wir-ehrlich-sein
    Frei nach Marcus Tullius Cicero: „Et ceterem censeo …“ Im übrigen bin ich der Meinung, alles sowieso nur noch Lug, Trug und Niedertracht.

  5. Eins ist absolut sicher: die Entwicklung eines neuen Waffensystems bleibt nie im vorgesehenen Rahmen. Große Vielfache sind das Übliche.
    Stuttgart 21 sollte 2 Milliarden kosten, Kritiker rechneten mit 11, jetzt ist man bei 13. Man sei da beim Bohren auf völlig unerwartete Bodenschichten gestoßen. Im Zivilen kommen da schon mal Fragen wie die, warum man das nicht vorher untersucht habe. Tja.
    Beim Militär passiert das nicht. Das ist Hightech und Laienfragen sind nicht zugelassen. Und überdies ist es geheim.

    Also in Kürze: wir dürfen uns auf die Verzehnfachung der jetzt geplanten Kosten einstellen. Da kommen wir nie wieder heraus.

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