Unser Boykottbrauchtum

Diego Armando Maradona
Dani Yako, Public domain, via Wikimedia Commons

Nach 2018 und 2022 wird schon wieder in Deutschland über einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft gesprochen. Warum hat niemand die Europameisterschaft in Deutschland boykottiert? Muss denn jeder Lebensbereich hochpolitisiert werden?

Deutschland ist ein Land, in dem Traditionen und Brauchtum immer mehr schwinden – und noch nicht mal mehr als lebenswert betrachtet werden. So wird Weihnachten etwa als Fest begangen, bei dem es um den Austausch von Konsumgütern geht und das seinen ursprünglichen Sinn längst ausgeblendet hat. Vereine beklagen Mitgliederschwund, gekocht wird vegan – und damit Omas traditioneller Braten der Vergessenheit anheimgestellt – und was ein Maibaum ist, wissen auch immer weniger Menschen. Allerdings könnte man nun nicht behaupten, dass Deutschland nicht darum bemüht ist, sich neues Brauchtum anzuschaffen.

Nehmen wir nur mal – ich thematisierte es bereits in aller Kürze – den mittlerweile bewährten Brauch, es um die Silvesterfeiertage knallen zu lassen. Nicht falsch verstehen, damit ist nicht das Böllern gemeint, sondern das Gewese um ein etwaiges Böllerverbot. Jedes Jahr schwappt es wieder hoch. Aus dem einst zwanghaften Empörungsknallfrosch entwickelte sich ein feiner Brauch zum Jahreswechsel. Ähnliches im Sommer, wenn Sonnenlaune, Stau und Sommerloch sich vereinen, um die gute alte deutsche Tradition nach einem Tempolimit zu fordern. Das kann durchaus sinnvoll sein, wird aber so ritualisiert eingefordert, dass man wirklich festhalten kann: Die Forderung nach dem Tempolimit ist zum Weihnachten des PS-armen Sonntagsfahrers aufgestiegen. Noch ein neuer Brauch scheint sich gerade eben zu etablieren: der WM-Boykottismus. Dabei schlagen sich die Flagellanten hocherregt auf die Brust und äußern ihre Empörung in Richtung WM-Gastgeber und Weltfußballverband – verbunden wird diese Hampelei mit dem Ausruf nach Fernbleiben.

2018, 2022 und 2026

Wir wissen freilich, dass all die alten Bräuche und Traditionen igitt sind. Es waren die Hochämter der Altvorderen, unserer Väter und Großväter, quasi faschistische Ereignisse von alten weißen Männern – und hin und wieder auch Frauen –, denen der Anhänger der neuen deutschen zivilgesellschaftlichen Sekte, querfinanziert durch staatliche Fonds und Zwangsbeiträge, etwas weniger Vorbelastendes entgegensetzen möchte. Was bietet sich dabei besser an, als sich die Parolen der »Zivilgesellschaft« anzueignen und sie auszurufen, wann immer es der Brauch vorsieht? In diesem Jahr fällt die Forderung des WM-Boykottes etwas früher aus, als es noch im Jahr 2022 der Fall war. Damals feierte man Boykottismus kurz vor Turnierstart. Heuer fällt das Fest günstiger – der Zeitpunkt, so besagen Gerüchte, wird von der heimlich tagenden Ministerpräsidentenkonferenz im Kölner Keller festgelegt.

Nun also die Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, in Kanada und Mexiko – Beginn: 11. Juni 2026. Um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird im Aztekenstadion in Mexiko City angepfiffen: Mexiko trifft an jenem Abend auf Südafrika. Letzteres war 2010 Gastgeber, damals gab es diese Tradition des Boykottismus noch nicht. Stattdessen zelebrierte man 2010 und 2014 die Vorgängerempörung: Man monierte, dass die Gastgeber – eben Südafrika und später dann Brasilien – gar nicht in der Lage wären, ein solches internationales Turnier umzusetzen. Daher gab es in Deutschland immer wieder Stimmen, die dem Weltfußballverband in purer Selbstlosigkeit anboten, in höchster Not einzuspringen und das Turnier auf deutschem Boden auszutragen. Denn 2006 war noch in aller Erinnerung, die Welt zu Gast bei Freunden, Deutschland als Gastgeber – was für ein Sommermärchen. Und so kam es, dass diese Weltmeisterschaft 2006 die letzte war, die man in Deutschland als berechtigtes WM-Turnier betrachtet. 2010 und 2014 sorgte man sich um die Unfähigkeit der Gastgeber – wobei auch 2014 schon dezent auf die Arbeitsbedingungen verwiesen wurden, die ethisch nicht vertretbar seien. Ab 2018 hatte man diese Haltung dann kultiviert und setzte auf ein Ritual, das einen Boykott forderte. Damals fand die WM in Russland statt – sollte man da nicht daheimbleiben? Dann folgte 2022 Katar: stay home? Und nun das Turnier in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Dort kann man vielleicht nicht mal mit Armbinde um den nackten Ministerinnenoberarm auftreten, ohne dass man von einem Delegierten der US-Regierung gerügt wird.

Das Politisieren der Kicker im DFB-Dress ist übrigens noch so ein neuer Brauch – er ist freilich ausbaufähig und wird sicher noch eine Fortsetzung finden. Aber zurück zur anstehenden Weltmeisterschaft. Nach Trumps jüngster Außenpolitik scheint der Boykott-Aufruf nun opportun – sogar Nikolaus Blome fordert ihn, vor vier Jahren sprach er sich für einen Boykott des Turniers in Katar noch nicht aus. Im Gegenteil, man sollte dringend teilnehmen. Nun hat er sich besonnen. So ein Fernbleiben wäre nebenher auch eine schallende Ohrfeige für die anderen beiden Gastgeber: Kanada und Mexiko. Das ist schon einigermaßen witzig. Da kritisiert man die Allüren der Vereinigten Staaten, deren Drang, der Welt ihr Wesen und ihre Regeln aufzudrängen – und dann findet eine Weltmeisterschaft dreier Gastgeber statt und man tut so, als sei dieses Turnier eine rein US-amerikanische Angelegenheit. Kollateralschaden nennt man es wohl, wenn jemand zu Schaden kommt, der mit der Sache nichts zu tun hat. Aber Brauchtum ist Brauchtum …

Wem nützt ein Boykott?

»Ablasshandel auf Kreisliganiveau«: So nannte der schon eben erwähnte Blome das muntere Boykottierenwollen kurz bevor die Nationalmannschaft nach Katar aufbrach. Und: »Die Moralsucht wird zunehmend zur Seuche«. Dann bittet er in seiner Spiegel-Kolumne darum, Katar von der Moralinseuche auszuschließen – es sei ohnehin viel zu spät, jetzt noch einen auf moralisch zu machen. Man habe über Jahre gewusst, dass das Turnier in der Wüste stattfinden solle. Auch von Arbeitssklaven war bereits Jahre zuvor die Rede. Doch man thematisierte einen Rückzug kaum. Wochen vor der Abreise falle es den Politaktivisten der damaligen neuen Regierung dann aber ein, die ganze Veranstaltung ethisch zu betrachten und einen eventuellen Boykott in den Raum zu stellen. Offenbar hält er den Zeitpunkt jetzt, Trump zu boykottieren und mit ihm gleichsam Mexiko und Kanada zu brüskieren, für geeigneter.

Blomes damalige Kolumne fokussierte sich kaum auf den Nutzen von Boykotts. Gibt es den überhaupt? Es ist etwas anderes, wenn man Waren boykottiert und damit wirtschaftlichen Schaden anrichtet. Dann ist der Boykott nicht Ausdruck einer Moralseuche, sondern erzielt materielle Auswirkungen – aber bei einer Weltmeisterschaft nicht teilzunehmen: Wem hilft das? Sicher, hier und da werden Sponsorenzahlungen ausfallen. Aber dennoch bewegt man sich im Rahmen der Symbolpolitik. Den einzigen Mehrwert ziehen jene daraus, die sich ganz besonders überlegen in Fragen der Moral wähnen. Sie zahlen auf ihr moralisches Konto ein und dürfen sich dafür hochleben lassen, mal wieder auf der richtigen Seite gestanden zu haben. Und Trump? Wird er weinen – oder wird ihn das dazu bringen, den Europäern mit mehr Hochachtung zu begegnen? Glauben die Boykotteure, der Mann aus dem Oval Office leistet dann Abbitte? Am Ende fragt noch nicht mal mehr jemand nach den Daheimgebliebenen, sondern alle Welt spricht von dem Turnier, den Toren und Sensationen und den Mannschaften, die auf das Finale zustreben. Eine Weltmeisterschaft braucht keine Stars – sie macht die Stars. Und wer nicht kam, hat eben nicht stattgefunden. Wer spricht denn heute noch von denen, die 1976 nicht nach Los Angeles und 1980 nicht nach Moskau zu den Olympischen Sommerspielen fuhren? Darüber liest man bestenfalls in Fußnoten. Woran man sich stattdessen erinnert: An die DDR-Fußballer, die Gold gewannen. Oder aber man denkt an Alexander Ditjatin, den russischen Kunstturner, der 1980 acht Medaillen gewann – der Rekord hatte bis 2008 Bestand.

Statt mit dem, was man für das Andere, das Böse und Teuflische hält, zu leben, es auszuhalten und als Teil dieser fehleranfälligen Welt zu werten, üben sich die Boykotteure lieber in Flucht. Sie wollen möglichst viel Abstand zwischen ihrer blütenweißen Weste und dem Schlachterkittel bringen. All das kann man machen – aber bitte, seid so gut, verwechselt das nicht mit Widerstand oder auch nur mit Politik. Ein solcher Boykott dient ausschließlich der Regulierung des eigenen Moralinhaushaltes. Man tut es für sich – den Menschen, die im boykottierten Gastgeberland leben, mit denen man angeblich fühlt und fiebert, haben von einer solchen Aktion nichts.

Boykott ist einfach: Einfach mal abschalten!

Außerdem stellt sich die Frage, ob es so ratsam ist, Turniere dieser Art als politischen Striptease zu missbrauchen. Die Grundidee des Sports als Völkerverständigung ist – zugegeben – ein alter Hut, eine recht unglaubwürdige Ausflucht. Aber haben jene Menschen, die Freude an so einem Spektakel haben, nicht auch das Recht, nicht mit Politika zugekleistert zu werden, wenn sie nur ein Fußballspiel sehen wollen? Wie die Nationalmannschaft in Katar instrumentalisiert wurde – einige Rädelsführer innerhalb des Teams haben die Politisierung angetrieben –, war in so grandioser Form peinlich: Muss das am Ende wieder so kommen. Dazu kam, dass man sportlich in der Vorrunde ausschied. Vor der Welt den moralischen Oberlehrer spielen und dann fußballerisch scheitern: Beschämend! Die beste Moral liegt auf dem Platz – das hat Sepp Herberger nie gesagt, es klingt aber so, als hätte er es kundtun können.

Dabei ist ein Boykott so einfach, man benötigt nichts und niemanden. Schon gar keine Initiative aus der Politik. Wem die ganze Veranstaltung in Übersee nicht passt, kann im nächsten Sommer ja an den See gehen, mit dem Fahrrad durch die Walachei stromern und irgendwo Picknick machen: Da dürfte man recht einsam sein, weit weg vom Endgerät – lassen Sie also Ihr Handy daheim! – und der Übertragung auf Public-Viewing-Areas. Sicherlich wird das keine große Mehrheit sein, die meisten schalten doch ein und wollen wissen, ob es ins Elfmeterschießen geht. So gut kennen sich die Boykott-Aficionados freilich auch selbst. Sie wissen von ihrer Schwäche. Daher schreien sie nach einem starken vaterländischen Vorgehen, einem verordneten Boykott – denn dann sind sie von ihrer Neugier erlöst. Sie wären damals ja auch in die Eisdiele gegangen, als dort der Tod im Schirmchen lauerte. Nur der Lockdown konnte sie zurückhalten – daher verteidigten sie ihn so vehement. Er half ihnen, nicht schwach zu werden. Der moderne Bürger dieses Landes, so er ein braver Bürger ist, braucht einfach klare Ansagen und abgesteckte Grenzen.

Vor zwei Jahren war die Europameisterschaft in Deutschland. In einem Land, in dem immer noch Prozesse gegen Corona-»Kriminelle« geführt werden. In der die Polizei morgens zur Durchsuchung kommt, weil jemand einen Minister als etwas bezeichnete, was alle ohnehin wissen, sich aber nicht zu sagen trauen. In dem große Angst vor freier Meinungsäußerung herrscht und zunehmend Strukturen etabliert werden, die wie eine Mischung aus Staatssicherheit und Staatspolizei wirken. Meldeportale erfassen unterhalb der Strafbarkeitsgrenze – und die Bürger der Mittelschicht darben immer mehr und mehr. Warum boykottierten die Deutschen nicht ihre eigene Europameisterschaft? Die Grundlagen waren doch gegeben. Aber der Brauch will es, dass es immer die anderen sind, die man boykottieren will.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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79 Kommentare

  1. Tja, wie ticken wohl Menschen, die Sportveranstaltungen aus politischen Gruenden boykottieren wollen, in ihren Koepfen?
    Und sind unter denen, die solche Boykotts fordern, Menschen mit entprchendem Einfluss, sprich Macht? Solche werden ja neuerdings als Eliten bezeichnet.
    Was soll ich davon halten, wenn Menschen mit Macht dumme Aktionen fordetten (und eventuell durchsetzen koennten)?
    Koennte ich daraus schlussfolgern, dass viele unserer Eliten dumm waeren?
    Und, welche Konsequenzen koennten sich daraus fuer all jene ergeben, die nicht zur Elite gehoeren?

  2. „Muss denn jeder Lebensbereich hochpolitisiert werden?“
    JA, denn ALLES ist Politik!

    Abgesehen davon ist „professionelles“ Balltreten pure Korruption, es geht nicht um Sport, sondern ausschießlich um Geld.

    1. >“Abgesehen davon ist „professionelles“ Balltreten pure Korruption, es geht nicht um Sport, sondern ausschießlich um Geld.“

      Ist das heutzutage allgemein Usus, Dinge zu behaupten (die vielleicht stimmen koennten – oder auch nicht), ohne sie zu begruenden?

    2. @Faber
      „Ja, denn alles ist Politik!“

      Nicht etwa alles, was dir verblieben ist?
      Bei mir kommen dem Schauspiel der Politik viele andere Dinge voran: Familie, Freunde (analoge; nicht etwa jene von Foren, FB, TikTok, & Co, welche ich nichtmal kenne), Musik (insbesondere live!), Sport & andere Hobbys, sich mit Mitmenschen austauschen & vor dabei vor allem zuhören (P2P), durch die Stadt schlendern (idealerweise in weiblicher Begleitung!), etc, pp.

      „Abgesehen davon ist „professionelles“ Balltreten pure Korruption…“

      Der Spieler? Wohlmöglich noch welche der Profis? Womit willst du denn solche, die völlig legal 15 Mio aufwärts im Jahr einstreichen, bestechen bzw. für Korruption empfänglich machen, womit sie sich nur selbst ein Ende bereiten würden?

      1. @Otto Motto
        > „Wenn ich mir ein neues Smartphone kaufe, dann geht es auch um Geld, ist das denn auch Korruption?“

        Schwer zu sagen. Immerhin ist es – meiners Wissens nach – nicht moeglich, sich ein Smartphone zu kaufen, auf dem ein Betriebssystem installiert ist (oder installiert werden kann), das Ueberwachungsfreiheit und Schutz der persoenllchen Daten ermoeglicht. Ein potentieller Markt waere vorhanden. Ich kann aber nicht sagen, ob irgendwelche Kraefte ihn unterdruecken. Wenn dem so waere, dann waere Korruption ein potentiell brauchbares Werkzeug dafuer.

    3. Was hat das Zahlen von legalen Gehältern denn mit Korruption zu tun? Da würde ich eher mal im Politik- und Medienbereich suchen!
      Über die Höhe könnte man diskutieren, aber solange es jemand gibt, der bezahlt. Und es ist im Profibereich nun mal ein Geschäftsbetrieb und auch da gilt Angebot und Nachfrage. Und die angeblichen Beschützer des „traditionellen deutschen Vereinsfussballs“, die scheinheiligen Ultras sind die ersten, die gegen Trainer, Spieler, Vereinsverantwortliche vorgehen, wenn die Tabellensituation nicht passt und Investitionen und Veränderungen fordern. Und das geht nun mal mit Geld. Und dann gibt es eben Vereine, die vernünftig wirtschaften und Vereine, die das Geld zum Fenster hinauswerfen. Und viele Geschäftsleute weltweit, die das große Geschäft wittern und Vereine die entweder unfähige Funktionäre haben oder der Meinung sind nur so im Geschäft der großen mithalten zu können ihren Verein an diese Geldhaie verkaufen. Jüngstes Paradebeispiel Atletico Madrid, der frühere Arbeiterverein und Gegenpol von Real. But that‘s the current bussiness. There‘s no way back!

  3. Der Artikel ist ein typischer Roberto, man weiß nicht was er sagen will?
    Aber irgendwie möchte er doch den Trump und seine USA ein wenig in Schutz nehmen, denn für die West AfD ist MAGA die Seite der Guten. Das nimmt natürlich die Realität einseitig war. Deshalb erinnere ich ein wenig an die vergessenen
    Boykotte, die doch von der USA der Guten ausgingen:
    – 1980 Boykott des Westen der Olympiade in Moskau wegen des sowjetischen Einmarsches in Afganistan
    – 1984 Retourkutsche des Ostblocks der Olympischen Spiele in LA
    – 2022 diplomatischer Boykott der olympischen Winterspiele in Beijing, angeführt von den USA wegen Menschenrechtsverletzungen.

    Das war nur ein winziger Ausschnitt aus der Boykottgeschichte, die doch maßgeblich vom „Reich der Guten“ den USA ausgingen. Wenn die jetzt auch mal Opfer eines Boykotts durch ihre europäischen Vorfahren werden, soll mir das egal sein!

    1. Wie waere es damit:
      Sowohl die Vereinigten Staaten alsauch alle Staaten innerhalb der EU sind ja demokratisch. Das wuerde dann bedeuten, dass jegliche Boykotte im Namen der Waehler durchgesetzt wurden?

      1. Lieber Markus, bekommen Sie eigentlich Geld dafür, dass Sie in Ihren Kommentaren ständig betonen, dass Deutschland eine Demokratie ist? Das kann man doch nur noch behaupten, wenn man nur ÖRR sieht und Spiegel und Süddeutsche liest oder den Lügen der Politiker und Politikerinnen mit aller Naivität glaubt. Schauen Sie sich doch einfach mal in diesem Land um und vergleichen es mit der Demokratie-Theorie.

      2. Sorry Markus, habe beim Schnelllesen glaube ich die Intention deines Beitrags falsch interpretiert. Vergiss meinen Kommentar bitte. Entschuldige bitte.€

    2. @Naomi
      „Der Artikel ist ein typischer Roberto, man weiß nicht was er sagen will? Aber irgendwie möchte er doch den Trump und seine USA ein wenig in Schutz nehmen, denn für die West AfD ist MAGA die Seite der Guten.“

      Sofern ich mit meinem Verständnis falschliegen sollte, das du einen mächtigen Ossi-Komplex hast, definiere bitte den Zusammenhang bzw. die angedeute/behauptete Gemeinsamkeit zwischen Roberto De Lapuente und der AfD; egal ob Ost oder West! Danke im voraus

      1. Ich soll mich vor dir erklären? Das ist doch typisch für die Arroganz westlicher weißer Männer und auch einiger westlicher weißer Frauen, wobei ich mit Westen den globalen Westen und nicht die kleine BRD, die sich zu wichtig nimmt, zähle.
        Ich muß dir gar nichts erklären. Ob du meine Meinung akzeptierst oder nicht ist mir auch egal. Aber bemerkst du nicht die Arroganz in deinen Ton oder fehlt dir dazu das Feingefühl?
        Sofern ich mit meinen Verständnis falsch liege, das du eine mächtigen Westkomplex hast, definiere bitte warum man Trump und seine USA mögen muß?.

        1. @Naomi

          „Sofern ich mit meinen Verständnis falsch liege, das du eine mächtigen Westkomplex hast, definiere bitte warum man Trump und seine USA mögen muß?

          Sogar völlig falsch! Da gibt es nichts zu definieren; von mögen kann keine Rede sein! Bei keinem Politiker! Und von müssen gleich gar nicht…

          …aber um Missverständnissen vorzubeugen: Dich würde ich nichtmal mit der Kneifzange anfassen wollen, sofern du das verstehst! Feingefühl empfinde ich bei dir als völlig unangebracht. ¿Comprendes?

    3. …. ein typischer Roberto, man weiß nicht was er sagen will?
      Aber irgendwie möchte er doch den Trump und seine USA ein wenig in Schutz nehmen, …

      @Naomi:
      Willst Du damit sagen:
      du weißt zwar nicht, was Roberto will,
      aber was er möchte, das weißt Du irgendwie doch?
      Oder möchtest Du uns etwas anderes mitteilen?

  4. Die Infantilisierungs-, Spaltungs- und Ablenkmechanismen waren schon immer Mittel zur Gestaltung von Politik. Bsp. der kommerz. Fußballbetrieb:

    Brot und Spiele: Die Abgründe des kommerzialisierten Fußballbetriebes
    23.10.2017
    Paris Saint-Germain legt 222 Millionen Euro für einen jungen Brasilianer hin. Doch das Fußballvolk, gierend nach Unterhaltung jeder Art, trägt seine bitter verdienten Groschen in die Arenen der Kommerzballgesellschaften und ihrer herangezüchteten Gladiatoren.

    von Flo Osrainik

    Was zu viel ist, ist zu viel. Und 222 Millionen Euro Ablöse bei einem Gehalt von rund 100.000 Euro – nicht im Jahr, am Tag – für einen jungen Brasilianer namens Neymar, der unter anderem schon eine Luxusjacht im Wert von 8 Millionen US-Dollar, zahlreiche Luxuskarossen, Immobilien oder Diamantohrringe besitzt, sind zu viel, auch wenn er den Ball unendlich lange danteln oder schnell wie der Blitz damit rennen kann. So ungefähr meint das jedenfalls Uli Hoeneß, der sich selbst mit dreistelligen Millionenbeträgen und Balldantlern auskennen sollte.

    Dem Fußballer Javi Poves aus Spanien reichten im Jahr 2011, da war er 24, hingegen zehn Minuten Profifußball für Sporting Gijon in der Primera Division, um sich angewidert vom „kapitalistischen Fußball-System“, wie er damals sagte, abzuwenden. Einst spielte er, wie so viele, Fußball aus Liebe zum Spiel. Er kündigte seinen Vertrag, um Geschichte zu studieren und soll kein Geld mehr von Sporting entgegengenommen haben. Das vom Klub zur Verfügung gestellte Auto gab er zurück, da es sich falsch anfühle, zwei Wagen zu haben.

    Multimillionäre in den Weltstädten, Sklaven auf Katars Baustellen

    Aber ganz offensichtlich sieht man das weder in Paris noch bei den unterhaltungsbedürftigen Zuschauern des durchkommerzialisierten Fußballs in Resteuropa so. Auch ein frei von Moral handelnder Investor wie Nasser Al-Khelaifi wird dem nichts abgewinnen können. Der katarische Präsident von Paris Saint-Germain dürfte in den Pariser Banlieues womöglich genauso wenig soziale Missstände erkennen wie ein Franz Beckenbauer in Katar Sklaven auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft der FIFA.

    Kann sein, dass sich der „Kaiser“ vor Ort nur von Geschenken seiner Gastgeber blenden ließ. Vielleicht wusste Beckenbauer auch nicht, dass Sklaven in absoluten Monarchien wie in Katar keine Eisenketten mehr tragen, denn heute gibt es Bankkonten, die einfach leer bleiben können. Auch müssen moderne Gladiatoren keinen Tod mehr fürchten und dürfen sich nach Eintritt des Rentenalters, also spätestens mit Ende 30, den Kopf darüber zerbrechen, was mit der restlichen Lebenszeit anzufangen ist.

    Der Zusammenhalt der Sklaven, Lohnsklaven oder auch Arbeiter wurde jedenfalls schon früh, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aufgebrochen, indem man die anfangs erfolgreichen Interessenvertretungen der Arbeiter zerschlug. Dafür begann man früh, Werkklubs zu gründen. In Deutschland zum Beispiel bei Bayer, Wacker, Carl Zeiss, Volkswagen und Opel. International war Gleiches etwa bei Royal Arsenal (FC Arsenal), Lancashire and Yorkshire Railway (Manchester United), Philips (PSV Eindhoven), Pommery (Stade de Reims), Peugeot (FC Sochaux) oder Parmalat (AC Parma) der Fall. Auch entstanden zahlreiche weitere Werksteams in West- und Osteuropa (Zenit Sankt Petersburg, BATE Baryssau, Schachtar Donezk) und in anderen Teilen der Welt, ob in Asien (Urawa Red Diamonds, Sanfrecce Hiroshima), Südamerika oder Afrika, um ein Identitätsgefühl gegenüber dem Konzern und gegen andere Arbeiter herzustellen.

    Verkehrte Welt: Löhne wandern in Trikots und Arena-Besuche

    Mit Propaganda, wegen der Begeisterung der Nazis für diese Methode der Meinungsmache später in Öffentlichkeitsarbeit (PR) umbenannt, hat man es dann auch geschafft, die Interessen der breiten Arbeiterschaft dahin zu steuern, dass diese ihre Wochenlöhne für Tickets und Trikots der millionenschweren Gladiatoren ausgibt, um die Logos von Konzernen Spazieren zu tragen und obendrein in Scharen sogar zu den Auswärtsspielen in die Arenen zu pilgern. Und das selbst dann, wenn die Leute dafür kreuz und quer über den Kontinent reisen müssen.

    Wen stört da schon der an maximale Ungerechtigkeit grenzende Umstand, der einem Jungkicker im Schlaf mehr Geld beschert als manch ein Baustellensklave fern der Heimat und Familie unter der glühend heißen Sonne Katars in seinem ganzen Arbeitsleben zusammenbuckeln könnte?

    https://web.archive.org/web/20171025084301/https://deutsch.rt.com/gesellschaft/59434-brot-und-spiele-abgruende-kommerzialisierten/

      1. Eine Gesellschaft, deren Angehörige einen großen Teil ihrer Zeit nicht im Hier und Jetzt verbrächten, »sondern irgendwo anders, in den belanglosen Jenseitswelten des Sports und der Musicals, der Mythologie und metaphysischen Phantasie« – und man müsste heute hinzufügen in den virtuellen Welten sozialer Netzwerke und digitaler Medien-, »wird es schwer finden, den Beeinträchtigungen durch diejenigen zu widerstehen. Die diese Gesellschaft manipulieren und gängeln«.

        Heutige Indoktrination funktionierte, so Huxley, recht schlicht: durch »Wiederholen, Verschweigen und Rationalisieren – das Wiederholen von Schlagworten, welche sie als wahr hingenommen, das Verschweigen von Tatsachen, welche sie als unbeachtet gelassen sehen wollen, das Erwecken und Rationalisieren von Leidenschaften«, welche zur Festigung der bestehenden Machtverhältnisse nutzbar sind. Diese traditionellen Methoden würden schon bald, so Huxleys damalige Vorhersage, mit den »unaufhörlichen Zerstreuungen« kombiniert, »die im Westen nun in einem Meer von Belanglosigkeiten alles zu ertränken drohen, was […] zur Bewahrung individueller Freiheit und zum Bestehen demokratischer Einrichtungen unentbehrlich ist«.
        (Rainer Mausfeld, Hybris und Nemesis – Wie uns die Entzivilisierung von Macht in den Abgrund führt – Einsichten aus 5000 Jahren, S.329)

        1. @Gracchus Babeuf

          Ob @Markus mit deinem „copy & paste“ als Antwort auf seine simple aber doch unmissverständliche Frage zufrieden ist, muss er selbst beurteilen! Von mir gäbe es bestenfalls einen 🐟

        2. Es braucht fuer mich keinen Huxley, um diese Gegebenheiten hier wahrzunehmen. Und ich weiss auch, dass diese Gegebenheiten einfach aufgrund der menschlichen Triebe moeglich sind.

          Und, ich persoenlich denke, dass es am brauchbarsten waere, die Triebgetsteuertheit des Saeugetiers Mensch zu akzeptieren. Wer etwas an der Struktur dieses westlichen Gesellschaftssystems abaendern moechte, muesste – meiner Meinung nach – mittels psychologischen Werkzeugen operieren. Dass dies erfolgreich sein kann, zeigen mir die die Ergebnisse von z.B. Mahatma Ghandi oder auch Nelson Mandela.

          1. @Markus:
            So so, „die Triebgetsteuertheit des Saeugetiers Mensch“ soll also verantwortlich sein für alle Ungerechtigkeiten in der Welt.
            Welche angeborenen Triebe, die man, um die Welt besser machen zu können, psychologisch „abtrainieren“ müsste, meine Sie denn?
            Was macht für Sie einen Menschen zu einem Menschen und unterscheidet ihn bei aller ähnlichen Veranlagung vom Tier? Wo verorten Sie sich eigentlich?
            Und all die technischen Errungenschaften – ein Ergebnis von Trieben?
            Mit Verlaub, Sie verbreiten hier Unsinn.

            1. >Welche angeborenen Triebe, die man, um die Welt besser machen zu können, psychologisch „abtrainieren“ müsste, meine Sie denn?

              Ich gehe davon aus, dass die Verabeitung von Sinneseindruecken und die dadurch hervorgerufenen Reaktionen wahrscheinlich heute noch nach demselben Muster funktioniert, wie vor 10.000 Jahren. Innerhalb so einer kurzen Zeitspanne ist genetische Anpassung nicht moeglich.

              Ich moechte damit sagen, dass ein Mensch wahrscheinlich grosse Muehe aufbringen muss, um in unserer durchtechnisierten Welt klarzukommen.

              Sie sprechen von ‚Triebe abtrainieren muessen‘. Ich denke da eher an ’sich seiner Triebe und seiner intrinsischen Verhaltenswiesen bewusst sein‘,

              Ich hoffe, dass Sie wohl schon noch kapierieren, Sie kleines tragbares Loch.

              Wie fuehlen Sie sich jetzt? Sind Sie vielleicht wuetend auf mich? Denken sie, ich wollte Sie beleidigen? Oder denken Sie, dass ich Ihnen nur mal ein Beispiel fuer die Angrif/Flucht-Reaktion praktisch voraugen fuehren wollte? Gelingt es Ihnen, innere Gelassenheit zu wahren?

              > „Wo verorten Sie sich eigentlich?“
              Ich betrachte mich weder als besser oder als schlechter inbezug auf Andere. Ich versuche, solche Denkschablonen zu vermeiden. Ich betrachte jeden Menschen induviduell, jeder ist anders.

              > „Und all die technischen Errungenschaften – ein Ergebnis von Trieben?“
              Zumindestens koennte ich vermuten, dass oft Neugier und kreativer Spieltrieb mit beteiligt waren.

              Herzlich, Markus

              1. “ Innerhalb so einer kurzen Zeitspanne ist genetische Anpassung nicht moeglich.“

                Sie scheinen nicht zu begreifen, dass es gar nicht um genetische Anpassung geht, wenn man an die Entwicklung des menschlichen Gehirns und die soziale Entwicklung des Menschen denkt. Immerhin spricht man nicht umsonst heute von Zivilisation.
                Davon auszugehen, dass Mensch für sein Handeln v.a. seine Triebhaftigkeit verantwortlich machen kann, ist in meinen Augen eine billige Entschuldigung und würde ihn/sie von jeglicher Verantwortung entbinden. Da gibt es ja bereits Unterschiede zwischen Kind, Jugendlichem und Erwachsenem.
                Und ihr billiges „Experiment“, indem Sie mich beleidigen, um herauszufinden, ob ich meine Triebe im Griff habe, können Sie sich sparen. Zwischen Flucht oder Kampf (nicht Aggression) entscheidet sich Mensch instinktiv in Gefahrensituationen wenn er/sie angegriffen wird, es also um Leben oder Tod geht, nicht wenn er/sie verbal beleidigt wird. Wer in so einem Fall aus Wut z.B. zuschlägt, hat seine Triebe eben nicht im Griff und müsste sich zu Recht eventuell wegen Körperverletzung verantworten.
                Von Personen, die sich in verantwortlichen Positionen (z.B. Politiker) befinden, ist es mehr als legitim zivilisiertes, durchdachtes, ethisches Handeln einzufordern.
                Trump z.B. verhält sich zwar wie ein 5jähriger, was aber keinesfalls bedeutet, dass er nicht genau weiß, was er tut, insofern eben nicht irgendwelchen Trieben nachgibt, im Gegensatz zu einem Kind.

                1. Noch zwei Anmerkungen:
                  Intrinsisches Handeln, also aus eigenem Antrieb heraus etwas zu tun, hat mit
                  Triebhaftigkeit nichts zu tun, weil es dazu einer inneren Haltung/Einstellung und eines eigenen Willens bedarf, im Gegensatz zum extrinsischen Handeln, das von außen vorgegeben wird.
                  Und was die Neugier und den Spieltrieb angeht, darüber verfügen auch Affen, sogar mein Hund. Dennoch sind Tiere nicht in der Lage, soweit zu denken und voraus zu denken wie der Mensch.

      2. Ich denke, das dies genau die richtige Frage ist. Was würde ein Boykott ändern?
        Es ist letztendlich eine Sektion der Unterhaltungsindustrie. Ich mache mir da keine Illusionen und gehe auch ins Theater, wo hochbezahlte Künstler für Geld ihr Können ziegen.
        Nicht Fußball ist absurd, sondern die Bedingungen, unter denen er gespielt wird. Würde der Bezahlfußball zusammenbrechen, was vorstellbar erscheint, wäre die Welt nicht besser.

    1. Wunderbar die die deutsche Moralkeule geschwungen. Weshalb prangern Sie denn nicht die Kommerzialisierung des deutschen „Gesundheitswesens“ unter Spahn und Lauterbach an oder die Kommerzialisierung des deutschen Bildungs- und Univeritätswesens, den Verkauf deutscher Unternehmen an die Finanzhaie, vornehmlich Blackrock, Vanguard etc., das Casinogebahren bei Strom, Gas und vielen Lebensmitteln, die einige wenige reich machen und bei der Bevölkerung für vollkommen überzogene Preise sorgt und nicht zuletzt die immer arrogantere und maßlose Plünderung unserer Geldbeutel durch die vollkommen aus dem Ruder laufende Steuer- und Abgabenpolitik bei gleichzeitiger Plünderung dieser Gelder durch die Parteien in den Bundes- und Landesregierungen und den Kommunen.
      Das wäre viel wichtiger als ständig allen anderen Ländern dieser Erde erzählen zu willen, was sie aus moralischen und ideologischen Gründen zu tun und zu unterlassen haben. Zumal sie sicher durch die Mainstreammedien sehr einseitig über die Geschehnisse in anderen Ländern informiert werden. Immer noch zu glauben, dass sie hier objektiv berichtet wird, wäre
      äußerst naiv.

      1. Jetzt habe ich den wichtigsten Boykottgrund ganz vergessen, nämlich den Boykott der deutschen Kriegstüchtigkeit.
        Und was den Fussball betrifft, meines Wissens nach wird doch niemand gezwungen hinzugehen oder sich die Spiele anzusehen. Ich habe auch an vielem kein Interesse, keinen Bezug oder kein Verlangen, z.B. Spielfilme jeder Art, Netflix- oder Fernsehserien, ESC, Dschungelcamp, Wandern, Sushi und Pressack, Tanzen, Facebook etc., die weichgespülten und einseitigen politischen Diskussionsrunden im Fernsehen, Christopher-Street-Day und, und, und. Also nehme ich daran nicht teil oder nutze es nicht. Aber dieser Verzicht, den die meisten Kommentatoren hier äußern und der ja viele unterschiedliche Gründe haben kann, hat doch nichts mit Boykott zu tun, oder täusche ich mich da?

  5. Nein, nein, nein, wir Teutschen sind absolut GEGEN Boykotte! Die sind unfair, haben nichts mit der Veranstaltung zu tun, schaden uns selbst…

    …jedenfalls, so lange es um Isreal geht…

    Da wird aus dem Ansinnen, Israel wegen des Völkermordes in Gaza vom Eurovision Song Contest auszuschließen, ein Weltuntergang gemacht, und anschließend in den höchsten Tönen jubiliert, weil der Antrag scheiterte. – um umgehend Spanien und andere Teilnehmerländer an den Pranger zu stellen, wenn sie deswegen ihre Teilnahme in diesem Jahr absagen.

    Man weiß eben zu differenzieren… 😉

    1. Es ist nicht immer leicht, sich in diesen Zeiten zurechtzufinden. Das von dir gewählte Beispiel illustriert es sehr anschaulich. Da ist es schon gut, in Politik und Medien starke Persönlichkeiten zu haben, an denen man sich orientieren kann. Bei denen man Hilfe und Belehrung findet. Wann wurden wir in unserem Land jemals so gut informiert und regiert?

    2. Soweit ich mich erinnere hat doch der Westen, also der globale Westen, das Reich der Guten, mit den Boykottierten angefangen. 1980 durften die westlichen Sportler nicht in Moskau, dem Reich des Bösen, an den Olympischen Spielen teilnehmen. Das ging auf die USA zurück. Jetzt fällt der Stein, den sie gegen andere erhoben hat, zurück auf ihre eigenen Füße

      1. Japp!

        Und was bei dem Beispiel ESC noch hinzukommt: Deutschland hat da ja auch einen Boykott angedroht! Und zwar für den Fall, daß Israel ausgeschlossen würde….. 😉

  6. Zitat aus dem Artikel:
    „Das Politisieren der Kicker im DFB-Dress ist übrigens noch so ein neuer Brauch – er ist freilich ausbaufähig und wird sicher noch eine Fortsetzung finden.“

    In der Tat. Und deswegen „boykottiere“ ich mittlerweile einfach alle Welt- und Europameisterschaften. Ein großer Fußballfan war ich nie, aber die erste WM die ich als siebenjähriges Kind bewußt miterlebt habe, war die WM 1990. Und dann gleich Weltmeister. Seitdem konnte ich wenigstens ein bißchen was mit Fußball anfangen und EM / WM hab ich mir immer angesehen. Aber diese Politisierung hat es mir verdorben. „Isch over“ heißt das im Fußball, gell?

    Aus dem Artikel:
    „Statt mit dem, was man für das Andere, das Böse und Teuflische hält, zu leben, es auszuhalten und als Teil dieser fehleranfälligen Welt zu werten, üben sich die Boykotteure lieber in Flucht. Sie wollen möglichst viel Abstand zwischen ihrer blütenweißen Weste und dem Schlachterkittel bringen.“

    Jep, ein altbekannter psychologischer Mechanismus, der sicher nichts Gutes bringt. Erinnert mich an das Interview von C.G. Jung mit dem Journalisten Georg Gerster aus dem Jahr 1960.

    „Gerster:
    Aber wenn wir diese Beobachtungen zusammenzählen, müssen wir doch sagen, dass eigentlich die Zeit, in der wir leben, auf eine – ich möchte fast sagen summarisch – auf eine große Neurose zusteuert?

    Jung:
    Ja, wir sind schon lange darin! Ja, die grosse Demonstration ist der Eiserne Vorhang! Da sind Millionen von Leuten, die ganz anders denken oder anscheinend fühlen als wir. Mit denen man sich überhaupt nicht verständigen kann: Das ist der Zustand unserer Seele!
    Wir haben so und so viel in uns, mit dem wir nicht übereinstimmen, das wir lieber nicht haben möchten, von dem wir nichts wissen wollen und das ist der Zustand von Europa zum Beispiel, von der Welt überhaupt. Der Westen spricht von Freiheit und solchen Sachen, aber es ist keine ergreifende Leidenschaft darin.“

    Das ganze Interview findet sich bei Bedarf hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=S3BaDZO4qVQ

  7. Ach was, da wird nichts boykottiert.
    Das ist doch nur Blabla.
    Panem et circenses, wussten schon die alten Römer, braucht es, um die Menschen ruhig zu halten.
    Da es für den Großteil der Menschen hier immer weniger panem gibt, ist wenigstens circenses unverzichtbar.
    Zudem sollte man nicht vergessen, das die Politik immer gerne solch große Turniere nutzte, um möglichst geräuschlos Gesetze durchzuwinken, denen es an Popularität mangelte!
    In Katar war Fancy Naeser mein persönliches Highlight, wie sie mit trotzigem Blick, der bunten Armbinde und viel zu kurzem Rock im streng muslimischen Land auf der Tribüne der Welt ein Spotlight unserer Republik demonstrierte! Das hätte man nicht erfinden können, Realsatire pur!
    Die Europameisterschaft hier, vor allem in meiner Heimatstadt Gelsenkirchen, hat Europa aufgezeigt, wie es um unsere Verkehrsinfrastruktur bestellt ist.
    Mit der Legende des Auslandes, das wir ein gut organisiertes Land seien, ist gründlich aufgeräumt worden. Wäre doch schade gewesen, den ausländischen Gästen diese Erfahrungen vorzuenthalten.
    Meine Frau und ich waren im Dezember zwei Wochen in den Niederlanden, fuhren auf intakten Straßen ohne Baustellen und genossen einen tatsächlich gut funktionierenden ÖPNV. Wir hatten schon ganz vergessen, wie sich das anfühlt. Bei uns im Ruhrgebiet stellt sich die Frage des Tempolimits vom Grundsätzlichen her schon mal nicht.
    Wer hier die A 40, A 42 oder auch A 3 zu befahren das Vergnügen hat, ist schon gedanklich von der Einführung eines Tempolimits Äonen entfernt. Man darf da auch schon mal zwar 80 fahren, freut sich dann aber, wenn der Verkehr nicht steht und der Tacho 30 oder 50 zeigt.
    Es wäre für das Ruhrgebiet eigentlich günstig, wenn man diese Situation touristisch nutzt und als Erlebnisurlaub bewerben würde .
    Was nun Omas Sonntagsbraten angeht, so bin ich als Jahrzehntelanger Hobbykoch noch in der Lage, diesen herzustellen. Ich habe dann merkwürdigerweise immer volles Haus und die Apologeten einer anderen Ernährungsweise in meiner Familie vergessen dann leichten Herzens ihre Grundsätze.
    Nein, wie ich schon sagte, Boykottieren ist blabla!

      1. „Genießen Sie Ihr Leben in vollen Zügen“

        …war da mal der passende Spruch… Heute kann man froh sein, wenn überhaupt ein Zug kommt! Aber statistisch ist alles in Ordnung, denn ausgefallene Züge tauchen zumindest in der Verspätungsstatistik nicht mehr auf. 😉

      2. Gerne! Wenn die Bahnen, die tatsächlich zuverlässig, pünktlich und während der Jahreszeiten überhaupt fahren nur nicht so weit weg wären ! !
        Japan, z.B. , evtl etwas näher könnte man auch die Schweizer Bahn akzeptieren…..Bis wir da eingemeindet werden (und wer will uns da schon ???) muß man halt autofahren….

      3. Niemals würde ich Bahn fahren.
        Dort käme ich ja mit Sicherheit mit Geimpften in Berührung.
        „Shedding“ ist immer noch ein Thema, das viel zu wenig beachtet wird.

      4. Wann fährt die denn noch? Im Sommer wegen dem Klimawandel fallen die Züge wegen der Hitze aus und im Winter wegen der Kälte. Und wenn dann mal die Temperatur passen würde sind Personen auf der Strecke 😭😭😭.
        Ist aber aufgrund der Energieersparnis sehr Nachhaltig und Klimaschonend.

  8. War nie ein Fußballfan, aber ich stimme Roberto J. de Lapuente zu – nur einen Punkt sehe ich komplett anders:

    „[…] Der moderne Bürger dieses Landes, so er ein braver Bürger ist,….[…]“

    Mensch könnte auch „Untertan“ sagen frei nach Heinrich Mann – denn seit dessen entlarvendem Buch über die „braven Bürger“ des deutschen Kaiserreiches, auch Untertanen genannt, hat sich nix geändert bei den deutschen Untertanen auch heute wieder „brave Bürger…“ genannt.

    Sogar „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ ist seit der Ampel-Regierung, und Ex-Außenministerin Baerbock, wieder „in“….und „nach oben katzbuckeln und nach unten treten“ seit Ex-Kanzler Schröders Agenda 2010, HartzIV und der damit verbundenen „Schwarzen Pädagogik“ gegen „Hartzies“ auch „BürgergeldempfängerInnen“ genannt sowieso….

    Ergo absolut „Nix neues unter der Sonne“ Deutschlands 2026 …..

    Gruß
    Bernie

  9. Der erste richtig wirksame Boykott im Fußball war meines Erachtens 1980, bei den Olympischen Spielen die in Moskau stattfanden.
    Ganz anderes Thema: aus der hier eingeblendeten Werbung für ein Buch entnehme ich, dass der Westend Verlag nun auch in „einfacher Sprache“publiziert.

    1. Man muß sich ja dem Bildungsstand der politischen Eliten im Lande anpassen….

      Wie sagte Kanzler Merz in Davos zu Trumps Vorhaben, Grönland an sich zu reißen?

      „Böser Putin!“

    2. Was verstehst du denn unter „einfacher Sprache“? Und, wurdest du es gut finden oder eher schlecht, wenn Wissen mittels moeglichst einfacher Sprache vermittelt wuerde – falls dadurch keine Wissens- und Verstaendniseinbussen auftreten taeten?

      Nebenbei: Ich bin froh, dass sehr viel englischsprachige Fachliteratur in einfacher Sprache gehalten ist. Das ist sinnvoll, da sie dadurch fuer internationales Publikum besser lesbar ist.

    3. „ Ganz anderes Thema: aus der hier eingeblendeten Werbung für ein Buch entnehme ich, dass der Westend Verlag nun auch in „einfacher Sprache“publiziert.…“

      Ich interpretiere das so, mit „Werken“ wie den obigen verdient der Westend-Verlag sein Geld. Mit wirklich systemkritischer Literatur, die man im Westend-Verlag auch findet, kann man kein Geld verdienen. Die Linken haben kein Geld, die Rechten schon….irgendwie logisch oder?

  10. Vielleicht sollte der geschätzte Autor seine Kritik noch mal überdenken. Es fiel uns in Deutschland nicht immer Ieicht, mehrheitlich die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch, es gab da Sachen in unserer Vergangenheit – also das mit den Juden war gar nicht in Ordnung! Das mit Russland muss man unter den aktuellen Bedingungen neu bewerten, aber dass wir für das absolut Böse standen, das hat uns überhaupt nicht gefallen.
    Und jetzt, wo wir uns gewandelt haben, wo wir für das Gute, also für das absolut ultimativ Gute eintreten, da sollten wir dafür nicht verspottet, sondern journalistisch unterstützt und begleitet werden. Ist doch nicht so schwer, unsere offiziell lizenzieren Wahrheitsmedien können das doch auch.
    Und, auch das sage ich in aller Deutlichkeit, wenn man unsere Güte, unser Eintreten für alles Gute, Schöne und Gerechte in dieser Welt nicht zu würdigen vermag – wir können auch anders. Wir können auch die „Sprache der Macht“. Oder lernen sie jedenfalls wieder und wenn das die beste aller deutschen Regierungen, die wir jemals hatten , sagt, dann wird auch das gut und richtig sein. Ist das Klar!?

    1. @1211, darf ich dich fragen, wer ihr seid? Du redest ja in deinem Beirag ueber Gefuehle, Entscheidungen, Taten und Wandelungen einer Gruppe, der du angzugehoeren scheinst. Und wenn jemand von „uns“ redet, dann gehe ich davon aus, dass das Gesagete dann auf jedes einzelne Individuum dieser Gruppe zutreffen muesse. Kann ich davon ausgehen, dass du mit „uns“ die sogenannten Meinungsfuehrer meinst? Und, was verstehst du unter „dem Boesen“ bezw. „dem Guten“? Meinst du z.B mit „gut“ einfach solche Sachen, die das Wohlbefinden steigern (fuer euch?) sind, und mit „boese“ solche Sachen, die (fuer euch) das Wohlbefinden schmaelern?

      Fragen ueber Fragen 😉

      1. Jetzt stell mir doch nicht so schwere Fragen. Und dann gleich so viele.
        Ich gehe mal los und frage die anderen „Wir“. Melde mich, wenn ich alle Antworten zusammen habe.
        Versprochen.

    2. Jo, schon Franz Werfel schrieb noch während des Zweiten Weltkrieges (er starb bereits im Sommer 1945) folgende Worte:

      „Zwischen Weltkrieg Zwei und Drei drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Der Gebrauch des Wortes ‚Humanitätsduselei‘ kostete achtundvierzig Stunden Arrest oder eine entsprechend hohe Geldsumme. Die meisten der Deutschen nahmen auch, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Humanität und Güte erschien ihnen jetzt der beste Weg zu diesem Ziel. Sie fanden ihn sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenlehre. […] Sie waren die Erfinder der undankbaren Ethik der ‚selbstlosen Zudringlichkeit‘. Zur Erholung hielten die Gebildeten unter den Heinzelmännchen philosophische Vorträge an Volkshochschulen, in protestantischen Kirchen und sogar in Reformsynagogen, wobei ihr eintöniges Thema stets der brüderlichen Pflicht des Menschen gewidmet war. Ohne Pflicht ging’s nicht, wie ja die deutsche Grundauffassung vom Leben in der ‚Anbetung des Unangenehmen‘ bestand. Sie waren, mit einem Wort, echte Schafe im Schafspelz. Da sie aber selbst dies krampfhaft waren, glaubte es ihnen niemand, und man hielt sie für Wölfe.“

      – Stern der Ungeborenen, Neuntes Kapitel

  11. Freiwild „Land der Vollidioten“ kommt gerade auf meinem Lieblingssender im Internetradio.
    Ansonsten hab ich schon seit 1995 meinen privaten Boykott für die Veranstaltungen des „Brot und Spiele“- Systems durchgehalten. Bekommt mir persönlich ganz gut….
    Einen schönen Sonntag noch.

    1. Habe die Tage irgendwo ein Konzertplakat der Kapelle gesehen. Weiß gar nicht mehr wo. Ich kenne die eigentlich nicht und habe mal den Wikieintrag gelesen und da steht, dass ich das nicht hören darf. Warum, steht da nicht so ganz genau, aber es werden ganz viele Journalisten zitiert, die das meinen und die würden sowas ja nicht schreiben, wenn es nicht stimmt?
      Die, wenn ich es richtig wiedergebe, sind anschlussfähig und bedienen subtil böse Muster, die du wohl nicht erkennst, was du aber bei denen, die sich nicht täuschen lassen, nachlesen könntest.
      Ich habe mir dann das Lied, von dem du geschrieben hast, natürlich nicht angehört. Ich bin oft zu naiv und falle auf Dinge herein, auf die ich nicht reinfallen sollte, Gut, dass es die Wikipedia gibt. Besonders die in deutsch. Die ist für das Land der……..

  12. Aber die Nichtteilnahme spart doch auch jede Menge Steuergeld? Manche Entscheidungen der Regierung sind vielleicht doch nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blick scheint?

  13. Pfff, ausgerechnet Fußball. Den brauch ich nicht boykottieren, weil’s gegen Trumps own Country geht, sondern den boykottiere ich schon seit weit mehr als 20 Jahren, weil es eine reine Kommerzveranstaltung ist, deren Ergebnisse in vielen Fällen weniger erspielt, als vielmehr hergestellt wirken.

    1. Und wo und vin was leben Sie? Schließlich ist in D dich seit langem alles kommerzialisiert? Sogar die in vielen Kreisen der deutschen Welt- und Klimaretter so beliebten Lasmtenfahrräder. Oder habe ich etwas übersehen?

      1. Klar kann man sich immer was abgucken, beispielsweise beim Klaviervirtuosen.

        Aber nein, ursprünglich wollte ich etwas revolutionäres schreiben wie

        Wer Fußball guckt ist raus!

        begnügte mich dann aber mit der bescheideneren Variante.

        1. Diese Zurückhaltung bezüglich Exaltation und Epigonie ist begrüßenswert.

          Bei einem Klaviervirtuosen könnte ich höchstens und ggf. schauen, wie Manschettenknöpfe getragen werden, denn virtuose Musik lässt mich die Augen schließen und liegt fern meiner Fähigkeiten.

  14. Boykott hat je nach Sichtweisen zwei Funktionen.
    1.
    Man boykottiert einen ‚Staat‘ aus irgend welchem Gutdünke, oder
    2.
    Man boykottiert seine erfundenen lügen
    Das Ergebnis aus jedem Boykott ist, das lebende Subjekt im Staat, wird in Haft genommen.

    Jeder Boykott ist fernab von Freiheit!
    Das Kapital hat jede menschliche, ethnische, kulturelle Subjekte für sich vereinnahmt oder eben ausgerottet.
    Dazu benötigt man Arenen, wie sie annodazumal schon immer existierten.

  15. Also, bis 13 Uhr am Sonntag konnte ich weder im RDL-Traktat noch in den bis dahin aufgelaufenen ‚Kommentaren‘ etwas vermelden, was denn für einen Boykott sprechen könnte oder gar würde dieses Mal. Allenfalls die üblichen Blähungen von den noch üblicheren Farbenfrohen, Abgesehen von ein, zwei max drei erträglichen Ergüssen, da aber selbst bei denen … ‚Tabula rasa‘ bzgl. warum, wieso, weshalb. Dabei dürfte doch ‚allmählich‘ eine Lage gegeben sein wenn nicht ‚herrschen‘ – und nicht nur zu Transatlantika (ehem ?) — die bedenklich zu mehr als Stirnrunzeln Anlass geben sollte, dürfte eher wohl müßte.

    Also, das letzte Mal, als solch eine Gelegenheit hierzulande bestand bzw. sich aufdrängte wie derzeit, da soll’s ja auch keinen Boykott gegeben haben, Neiiiiin, warum denn auch! Und bei der Eröffnungsfeier nichts was hätte fehlen dürfen. Sogar reichlich rechte Arme im rechten Winkel erhoben (zur Anzeige ‚So hoch springt er‘!). Nein, nicht nur auf des Führer’s Tribüne, nicht nur im Stadionrund. Auch bei den reichlich Mutigen beim Einzug aus jenen Ländern, die sich alsbald darob schämen würden bzw. sollten, insofern sie es überhaupt noch (jemals) konnten.

    Tja, und der Boykotte gab es dann daraufhin trotzdem welche. Nicht nur einmal (1940) – Paris war dann eben 2024, das zweite Mal (1944) schon gar nicht und auch nicht beim dritten Mal (1948), da hieß es sich nämlich erst einmal recht verschnaufen. Außerdem mußten wohl ein, zwei, drei andere, wichtigere (oder waren es dringlichere) Projekte mit angeschoben werden. Ein flächendeckender Boykott anno ‚sechsunddreiss’ge‘ – nun, man weiß es zwar nicht so sicher, aber von der Hand zu verweisen dürfte es wohl kaum (gewesen) sein, dass von den sechzig, siebzig Millionen die und der ein oder andere dann doch lebend das Folgejahrzehnt hätten erreichen können. Übrigens, (falls es jemand vergessen haban sollte), im Ersatz-Medaillenspiegel aus diesem Dutzend an Jährchen steht – Überraschung – ausgerechnet jener lütte kontinentübergreifende Landstrich im Osten mit seinem Beitrag von schlappen 25 Millionen, eher plus statt minus, auf der pole position.

    Also, seien wir doch mal ehrlich, für so einen Boykott – recht- bis frühzeitig zum Einsatz gebracht – spricht und spräche doch einiges. Einen Versuch jedenfalls wäre es bestimmt auch heuer einmal wert. Wo doch der aktuelle ‚KING KONG‘ – warum auch immer wenn nicht (auch) noch um seinem Amigo Gaza-Godzilla unter die schweissnassen Achseln zu grefen – vermeint, so gut wie alles in Schutt&Asche legen zu müssen. Klar, das macht schon Spass, mal den größten schwimmbaren Flugplatz mit diversem Beipack Gassi zu führen, das ‚ausgemachte Saupack‘ zu triezen, bis der sich freiwillig selbst entleibt. Na klar, wären ja auch nur ein paar zerquetschte Millionen – 100 derzeit noch auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Gleichen auch noch (siehe paar Zeiie zuvor), braucht’s denn wahrlich noch mehr an Argumenten für einen Boykott, wenn’s beliebt? Einem Völkermorder zu Willen, sich auf biblischen Pfaden wähnend – längst dem höchsten globalen Gericht notorisch aktenkundig . die Welt ins Elend zu stürzen.

    Der Jänner ist ja jetzt vorbei, schon vergessen was zwei Tage nach Neujahr an ‚Geilem’ in der Karibik so abging? Einem anderen – direkteren – Nachbarn sowas wie die Kronjuwelen zu stibitzen nebst dessen Vorturner dort inkl. Eheweib um beide sowas wie der ‚Spinne Kankra‘ zum Frass vorzuwerfen? Quasi noch während der Durchführung dieser Unterdangen gleich noch die weiteren, die bald anstehenden Verrichtungen penibelst mit Blut an die Wand zu schmieren? Den Lang-Zeit-Kandidaten Kuba – ein Dreiviertel-Jahrhundert schon seinem Häscher zu entkommen versuchend – Kolumbien, wenn nicht gar Brasilien. Haut einfach weg den Scheiss? Alles nicht eines Boykottes wert?

    Nein, habe sie nicht vergessen, wie könnte ich? Mexiko, Kanada, die Anrainer von God’s und King Kongs Land? Sind das nicht zufälligerweise die ‚Mitveranstalter‘ der demnächst anstehenden ‚World-series of Fifa-Peace-Trump-Games‘. Wie hätten’s denn gern, vorher oder nachher? Wie, was denn? Gefressen zu werden, natürlich! Wenn einer Grund hätte, von einem Boykott zu träumen, dann doch wohl … Aber Lebensmüde wie diese beiden sehnen sich wohl schon nach der dann sicheren Ruhe. Da wäre ein Boykott nur hinderlich. Wollen wir mal nicht so sein und ihnen das Vergnügen gönnen.

    Aber nein, bin noch lange noch nicht fertig mit meinem Plädoyer ‚Pro Boykott‘. Zwar dürfte sich ein Aspekt vermutlich erledigt haben, insbesondere wegen des oben bereits erwähnten Bullenauftriebs in der Straße von Hormuz. Die ‚Buben‘ aus Isfa- und Teheran wollten ja eigentlich auch. Habe mal nachgeschaut wo denn genau. Seattle hieß es, also Washington(-state) und nicht Minnesota. Das beruhigt natürlich ungemein, dass sie auch ohne Boykott überleben könnten. Obwohl … sollte der wohlfeile Erwerb von ‚Greenland‘ jetzt noch zügig über die Bühne gehen können, dann böte es sich schließlich auch an, zumindest die WM-Gruppe ‚G‘ (wie Gitmo bspw.) dorthin zu verlegen, mit einem ‚open end‘ für das B-Lager versteht sich. Noch ist das A-Lager zwar nicht überfällt, aber für absehbare Widerborste (sprich Terrroristen) aus Mechiko braucht es bzw. der I*C*E ja auch noch freie Unterbringungskapazitäten. Alles wird man schließlich nicht anderweitig verklappen können. Schließlich hat der Friedensfürst hohe Ansprüche, allerhöchste zumal. Zugegeben, ein Boykott wäre wohl nicht nur naxh m.u.M. mehr als sinnvoll. Und auch aus peküniären Gründen mehr als empfehlenswert.Steht doch zu mutmaßen an, dass für die weitere lebenslange Unterbringung und darüber hinaus auch jemand aufzukommen hat. Aber das sein andere Baustelle, die Firma Zahlemann&Söhne wird’s schon richten.

    Dann sind wir dann ja gerade richtig hier, oder! Was könnte eigentlich gegen einen Boykott aus ‚Good old Germany‘ sprechen? Unsere Buben, die fussballtretenden zumal, bekanntlich mit angeborenem Anspruch auf den WM-Titel 2026 (BILD weiß mehr) – 2030 geht ja nicht, da ateht ja der Russe auf der Türschwelle – sind bekanntlich ja mehr als sensibel. 2018 bspw. als es das letzte Mal um einen WM-Boykott ging, da glaubten sie sich doch tatsächlich – als sie doch anzutreten hatten auf gefährlicher russischer Scholle – schon frühzeitig in vorauseilendem Gehorsam verpissen zu müssen. Derart mitgenommen waren sie sogar, dass man ihnen zur Linderung ihrer Schmach den Titel von vier Jahren später zu Rio glaubte zuschanzen zu müssen. War aber dann sogar einmehrfaches Win-Win-Projekt. Die ‚Mannschafts-Buben‘ hatten sich und andere wieder lieb, Die Uncles aus Langley würden sich ungestört der Lula-Nachfolgerin entledigen können, ohne dass es allzu derb abgehen müßte mit dem gerade anderweitig larg eidenden Volk, 1:7 und so. Und das dritte Win? Nun ja, die Präsenz von Gevatter Putin – wegen der nächsten WM eben – war so unerträglich auch wieder nicht. So konnte man ihn – nach seiner unerträglichen Krim-Grabbing-action – ja wenigstens in Ruhe wähnen lassen. Mutter Merkel – neben ihm sitzend – wusste ja schon mehr. Von wegen Minsk II und so und wie man ihren Sitznachbar demnächst leimen können würde und Russland danach alsbald zügig in den Ruin treiben können würde.

    Übrigens ..,

    Wollte jetzt – insbesondere bezüglich Boykott mit besonders erfolgreichen Folgen wie auch hinsichtlich einer wohl längst vergessenen Art und Weise – der ganz persönlichen Form – hier auch noch was wenig bekanntes aufbieten. Was es z.B. mit dem Olympia-Boykott von 1980 zu Moskau so auf sich zu haben sollte. Der unsägliche Russe, dieses Mal sollte es ihm wahrlich an den Zwickel gehen, aber kräftig. Nein, nicht wegen des Boykotts, den verkraftete man mal so nebenberi, außerdem hatte man die gierigen US-Boys wenigstens so nicht zu ertragen.Was allerdings ein nicht kleiner Trugschluss war. Letztere hatten num ämlich reichlich damit zu tun, stattdessen aus dem Langley-Klingelbeutel finanzierte ‚Cruise missiles‘, ‚manpads‘ und was auch immer sonst von overseas direkt an den Hindukusch zu verbringen um dort endlich mal die paar renitenten Mudschaheddins – nicht zu verwechseln mit dem ähnlich auftretenden Talib – ‚kriegstüchtig‘ auszustatten und dem Russen heimzuleuchten.

    Der Russe war danach nicht mehr allzu lange in Kabul anzutreffen, Eingangs präsent auf Einladung einer aus freien Wahlen hervorgegangenen Regierung vor Ort (oder auch nicht, egal) – ja genau, kommt uns irgendwie doch bekannt vor – verließ er das allzu darbende Land auch schon wieder. Der sich als Machthaber gefühlt habende hatte sich doch tatsächlich darum bemüht – und das sogar erfolgreich, wie einem seinerzeit von hinter der Hand vermittelt wurde – Mädchen ‚endlich‘ einer Schulbildung zuzufügem, das und vieles andere mehr, was alsbald wieder versucht werden sollte, von unseren Buben, dann irgendwann vor Ort. Der einstige Machthaber – mit Verlaub – endete dann ziemlich roh kopfüber über dem Zaun hängend. Kurz bevor der Taliban dann die Mudshaheddins – eigentlich wie auch uneigentlich die Söldner eines Zbigniew Breszinsky – eines Polen vom Potomac, Bestseller-Autor auch noch.

    Nur noch ganz kurz, ich versprech’s! Ein ganz persönlicher ‚Boykott‘ gäbe es nämlich noch, einen eigentlich gänzlich ‚unprovoked‘ auch noch? 2012? Was soll da gewesen sein? Wer erinnert sich da nicht gerne, außer den deutschen Buben vom Rasenballsport vielleicht, EM in Polen und der – so schien es jedenfalls für uns Normalbürger – friedlichen Ukraine. Es bestand angeblich jedoch die Gefahr, dass der frisch gewählte Bundespastor beim Finale neben einem gewissen ‚Janukowitsch‘ zu sitzen kommen würde, was ihm wohl allergrößtes Unwohlsein verursacht Damals, da herrschte doch über allen Wipfeln Ruhe? Mitnichten! Wer mehr erfahren möchte oder wer es nicht glauben will, sollte das hier zur Kenntnis nehmen: https://www.zeit.de/sport/2012-04/ukraine-em-timoschenko-protest-hunger-streik. Wer es nicht tut, versäumt etwas. Den Beweis nämlich, dass das NATO-Projekt ‚Ukraine‘ keinesfalls von Putins Griff nach der Krim angestoßen wurde sondern schon viel früher in den trockenen Tüchern bestens formulierter Agitprop zur Verfügung stand. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, was die ZEIT zu verlautbaren hatte, Wochen wenn nicht Monate vor der Veranstaltung: „Die adrette Frau mit dem starken Zopf war vor acht Jahren ein Symbol, Heldin der Orangenen Revolution. Jetzt sitzt Julija Timoschenko mit einem Bandscheibenschaden im Gefängnis, hungert . Im ukrainischen Parlament breiteten Oppositionspolitiker gestern ein Plakat, breit wie ein Fußballtor, aus: “ Janukowitsch , töte Julija nicht“. Nun, der persönliche Boykott sollte nicht von statten kommen. Ein gewisser Balotelli nahm dem Bundespräse die Alp von der Stirn. Wenn nicht unsere Buben gar vorauseilend – wie später dann noch einmal – dieser Schande einen Riegel vorzuschieben müssen glaubten.

  16. Boykott von Waren ist immer zielgerichteter….
    (USAnische Waren boykottiere ich schon lange) (gar nicht so einfach, weil geschummelt wird)

    bei Sportveranstaltungen systematisch MerchandisingProdukte…
    warum also nicht Fußball gucken und ein altes 70er T-Shirt anziehen?

    stellt euch vor die vielen Produkte, die Lidl/Also etc wieder garantiert auf den Markt werfen, werden nicht gekauft…

  17. diese (nie wieder ist nie wech gewesen) Politisierung finde ich total Sch…. bzw deren Ausnutzung um sich gut darstellen zu lassen…
    glaubt irgendjemand das Frau Merkel ernsthaft Ahnung von Fußball hatte?

  18. Den Einstieg mit dem (sinngemäß) ‚Omas Braten gerät wg. Vegan in Vergessenheit‘ finde ich leicht albern, ansonsten aber eine hohe Zustimmungsrate meinerseits zum Artikel. Und der verlinkte Blome-Kommentar zu Katar 2022: vom Feinsten. Nikolaus B. war mir vage ein Begriff, aber dass er so pointiert und witzig schreiben kann, bis vor 15 Minuten unbekannt. Allerdings ist sein Artikel mit dem Boykottaufruf für die WM 2026 dann fast völlig Banane. Schade, wenn sich ein soeben errichtetes Denkmal dann gleich wieder selbst vom Sockel stößt. Oder so ähnlich.

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