Die wunderbare Ahnungslosigkeit des ungeskripteten Ben

Ben Berndt, KI-generiert
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Er ist kein Journalist, weiß nicht besonders viel und stellt trotzdem Fragen. Was zunächst wie ein Mangel erscheint, könnte die größte Stärke von Ben und seinem Podcast sein.

Die doppelte Buchführung ist meines Erachtens die größte Errungenschaft der europäischen Zivilisation. Gut, es gibt auch ein Paar andere tolle Sachen in unserem Zivilisationsraum – aber für mich als Buchhalterin gibt es doch nichts Schöneres als „Haben“ und „Soll“. Mein Traum ist es, in Frankfurt eine Grundschule mit dem Namen „Haben & Soll“ zu gründen, in der ich den Kindern mit sanfter doch bestimmter Hand die Liebe für die doppelte Buchführung beibringen möchte. Durch den Podcast {ungeskriptet} by Ben bin ich davon überzeugt, dass Stefan Homburg, Professor für Öffentliche Finanzen, ein perfekter Mitarbeiter meiner Schule wäre.

„Bens letzter Gast ist der Knaller!“ So lautete die Nachricht eines Freundes im September. Dazu schickte er einen Link zu einem YouTube-Video, in dem der besagte Ben, nicht mit Professor Homburg, sondern mit dem russischen Botschafter in Deutschland redete. Eigentlich wäre es mir am liebsten, wenn meine Freunde mir keine Videos mehr zuschicken würden, aber da bei dem einem oder anderem Freund die Gesprächsthemen ein bisschen auf der Strecke bleiben, gucke ich mir ab und zu doch das eine oder andere Video an.

Monolog und Ratlosigkeit

Der Ben, den ich bis dato nicht kannte, sah sympathisch aus. Das war schon mal gut. Und an sich könnte ein Gespräch mit dem russischen Botschafter natürlich interessant sein. Nicht nur der Freundschaft zuliebe entschied ich mich, das Gespräch anzugucken. Nun, sehr geehrte Leser, leider war es kein Gespräch, sondern ein langer, langweiliger Monolog des Botschafters, währenddessen sich auf Bens Gesicht ein großes Fragezeichen abzeichnete. Es wäre weniger peinlich gewesen, wenn Ben nicht im Bild gewesen wäre oder wenn er einfach ins Fitnessstudio abgehauen wäre, während der Botschafter seine nicht mal brisanten Gedanken auf YouTube deklamierte.

Als ich am selben Abend meiner Freundin Frau Meyer traf, erzählte ich ihr, dass ich an dem Tag eine Stunde mit einem Video von Ben verplempert hatte.

„Ben? Du meinst den Ben, der ungeskriptet ist?

„Schrecklich dieses neu-Deutsch, aber ja, den meine ich. Herr Mahler hatte mir ein Video von einem Gespräch zwischen Ben und dem russischen Botschafter geschickt. Was ist der Typ doof. Ich meine Ben, nicht den Botschafter. Der Botschafter erwähnt zum Beispiel den Kosovo und man sieht Ben denken: Was war dort denn? Ja, Ben, da war mal was. Mein Gott!“

„Aber der Ben ist doch kein Journalist. Der ist gar nicht belesen. Jene Anspruchshaltung kann man bei ihm überhaupt nicht haben.“

„Was ist er denn?“

„Er sagt von sich, dass er kein Journalist ist. Er redet einfach so mit Menschen, die ihn interessieren.“

„Einfach so? Und woher kennst du ihn?“

„Professor Homburg war mal bei ihm zu Gast,“ sagte Frau Meyer – und sie errötete dabei, da sie seit geraumer Zeit eine platonische Liebe für den Professor hegt.

Der Freundschaft mit Frau Meyer zuliebe habe ich mir am nächsten Tag das Gespräch zwischen Ben und Professor Homburg angeschaut und hatte mich vorher nochmal erinnert, dass ich früher, als ich noch klein war, auch manchmal spielte, ich wäre ein Journalist. Und ich muss sagen, wenn man den Ben als Achtjährigen betrachtet, der einfach so tut als wäre er Journalist, dann kann man ihn ertragen. Die Bemerkung, dass eine Erregerbörse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einer vernünftigen Idee klingt, kann man einem Achtjährigen verzeihen. Bei einem Erwachsenen fragt man sich, wie viele sogenannten Pandemien er noch braucht, bevor er endlich versteht, dass die WHO nichts Gutes im Schilde führt.

Gottseidank war Professor Homburg da, um Ben die schwierigsten Themen auf ganz einfache Weise zu erklären. Ich muss den Professor unbedingt als Lehrer für meine Grundschule engagieren. Dass er ein Verschwörungstheoretiker ist, kann für die Kinder nur gut sein.

Ahnungslosigkeit ist erfrischend

Eigentlich wollte ich nach diesem Gespräch ein Buch über die Weltgeschichte der Interpunktion weiterlesen, auch ein nicht unwichtiges Thema für die zukünftige Grundschule, aber das Buch („On the Mark“ – Auf den Punkt) nervte mich mit seinen Gendertheorien über Fragezeichen. Ach, dann doch lieber noch ein Gespräch von Ben, diesmal mit Raphael Bonelli, der Psychiater aus Wien, der während Corona kritische Videos über die damaligen Maßnahmen machte, aber sich heutzutage wieder 100 Prozent auf Männer mit Pornosucht, Ehebrecher und unglückliche Singles konzentriert. Mit so einem Metier hat man immer Kundschaft.

Obwohl der Psychiater höchst interessante Ideen über Kopf, Bauch und Herz hat, wäre er doch ein bisschen zu pedantisch für meine Grundschule. Er sagte Ben ständig, dass der ihn falsch verstanden hatte. Anscheinend hatte der Psychiater vorher noch nie ein Gespräch von Ben angeschaut. Was für eine Anspruchshaltung der Herr Doktor Doktor Bonelli doch hat! Auch erwähnte er, dass seine Patienten meistens schon vor ihrer Therapie seine Bücher gelesen haben – was Ben vermutlich, na ja, gut, Sie wissen schon, was ich hier schreiben könnte … Jedenfalls hat Bonelli in meiner Schule Hausverbot, da ich nicht möchte, dass die Kinder sich schon mit Pornosucht beschäftigen, bevor sie das Haben und Soll richtig beherrschen.

Nach Bonelli nahm ich Widerwillens das Buch über die Weltgeschichte der Interpunktion wieder auf. Ich versuchte die Genderperspektiven so gut wie möglich auszublenden, wie ich das in der Arbeit mit Diversitätsgedöns auch mache. Als das Buch aber behauptete, dass das hebräische Fragezeichen „?“, im Gegensatz zum arabischen Fragezeichen „؟“, europäisch orientiert ist und damit Mitschuld an Kolonisierung und Genozid hat, legte ich es definitiv zur Seite und verstand den Charme von Ben. Ben weiß nicht, ob seine Fragezeichen europäisch oder arabisch sind. „Gibt es da einen Unterschied?“, würde er wahrscheinlich fragen. Ja, Ben, es gibt einen Unterschied. Weil er so wenig weiß, kann Ben kaum Haltung zeigen. Wie erfrischend ist das heutzutage.

Mathilde van der Linden

Mathilde van der Linden ist Buchhalterin aus den Niederlanden. Sie arbeitet und wohnt in Frankfurt am Main.
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50 Kommentare

  1. „, weiß nicht besonders viel“

    Das ist mir auch schnell unangenehm aufgefallen! Aber er ist „nett“ und hat viele „Views“! Sein Gespräch mit Michael Lüders von vor etwa 5 Monaten hat jetzt über 2 Millionen Aufrufe. Also: Da muss man hingehen! („Shut Your Eyes And Think Of England!“)

    „Die doppelte Buchführung ist meines Erachtens die größte Errungenschaft der europäischen Zivilisation.“

    Man kommt dabei ja mit zwei der vier Grundrechenarten aus? Sehr PISA-freundlich, das!

    Währenddessen haut die KI übrigens mal eben einige hundert mathematische Beweise raus, deren Qualität wohl zwischen der einer Doktorarbeit und der einer Fields-Medaille liegt. (Was, Fields-Medaille kennste nich‘? Einfach Ben fragen!)

    1. > Aber er ist „nett“ und hat viele „Views“!

      Jetzt hab ich doch mal Bernds Youtube-Seite besucht und sein Interview mit Roger Köppel angeklickt. Mein Eindruck ist: das ist einfach nur Klaas Heufer-Umlauf, der sich in seiner Vodcast-Station einen dieser Smartphone-Video-Filter fürs Sozial-Networking installiert hat (Hauptmerkmal: kräftige Arme) und es mal mit Politik versucht.

      Nebenerkenntnis bei dem Ex-Welt-Chefredakteur-Interview: die Roten Khmer werden bis heute nicht als knochenharte Nationalisten angesprochen, die sich Teile der Mao-Bibel draufschafften, um überhaupt ein theoretisches Fundament vorweisen zu können, die aber eigentlich nur an Fremdenfeindlichkeit, Rückzug aufs Land, technologischer Rückentwicklung und brutalster Machtausübung interessiert waren, die letztlich zwar noch von den USA an der Macht und wie Taiwan in der UNO gehalten wurden, vom kommunistischen Vietnam aber doch entmachtet wurden, weil die sich die Massaker gegen ethnische Vietnamesen nicht länger anschauen wollten.

      Und: wenn Millionen Todesopfer in der Sowjetunion angesprochen werden, sind nicht die 23 Millionen Opfer des Barbarossa-Feldzugs gemeint, sondern die mal größer mal kleiner geschätzten Opfer der Gulags, die es übrigens schon zu Zaren-Zeiten gab. Da hieß die Behörde aber anders.

      Was Fragezeichen angeht, scheint es so zu sein, dass es das ursprünglich weder im Hebräischen noch im Arabischen gab, aber durch viele Übersetzungen aus dem Westen dann tradiert wurde.

      Also wie die arabischen Zahlen nur andere Richtung oder im Deutschen das Deppenapostroph aus dem Englischen/Amerikanischen, weil’s chic aussieht.

      Im Hebräischen werden ebenfalls arabische Zahlen verwendet und zwar als Ziffern von links nach rechts geschrieben und 18, fällt der KI bei der Gelegenheit ein, ist eine absolute Glückszahl, weil in hebräischen Buchstaben von rechts nach links geschrieben die Kombi ‚1‘ + ‚8‘ auch Leben bedeutet. Shit happens.

      1. „Jetzt hab ich doch mal Bernds Youtube-Seite besucht“

        Ich möchte wirklich nicht auf „Ben“ eindreschen. Wer sich dadurch intellektuell stimuliert fühlt, soll sein Schaffen ruhig ausgiebig verfolgen. Menschen mit höheren Ansprüchen finden Besseres.

        Aber Gegenfrage: Wie lauten eigentlich die Namen der zur Zeit größten 10 deutschen Intellektuellen, deren scharfsinnige Betrachtungen zu all dem zu beobachtenden Elend man unbedingt in eigene Überlegungen einbeziehen sollte?

        1. Über die Medien wird man die nicht finden. Mein Ansatz wäre, zuerst die KI noch lebende deutsche oder deutschsprachige Intellektuelle auflisten zu lassen (gesagt – getan, von einigen habe ich noch nie was gehört), dann mit deren Namen nach Konkretem wie dem Ukrainekrieg zu fragen.

          Mit Sloterdijk habe ich das gemacht. Wenig überraschend wird Putin stark angegriffen, aber schon Mitte 2022 hat er die Medien kritisiert. Wusste ich nicht.

          Da Intellektuelle häufig auch schlau sind und je besser sie in „der Mitte“ eingebettet sind, sie keine Lust auf Dissidententum haben und es mit Kritik nicht übertreiben, lassen sie aber doch etwas hören, wo sie oder ihre Biographen dann später drauf verweisen können. Eben so wie Sloterdijk.

          Fragt man bei Steffen Mau, was er außerhalb von Nato-Themen so von sich gibt, fallen die Bürgerräte auf, die er im Osten empfiehlt (ob das die Hauptmedien transportieren möchten?). Von seinen Triggerpunkten hatte ich, glaube ich, gehört. Seine Idee, dass Grenzöffnungen durch hochtechnologische „Sortiermaschinen“ ersetzt wurden, klingt richtig. Es ist Jahrzehnte her, dass Leute aus dem globalen Süden legal in den Norden konnten. Aber ist das eine besondere intellektuelle Erkenntnis oder nur eine ausgesprochene Banalität?

          Im Westen gibt es keine Finanzierung von Dissidententum wie in Ländern, auf die sich die reichen USA konzentrieren und dafür zahlreiche NGO-Finanzierungsmöglichkeien schaffen, die jedem Dissidenten ein auskömmliches Leben und Berühmtheit verschaffen, so lange sie auf Linie sind. Besonderes Niveau ist dafür nicht erforderlich. Siehe Pussy Riot. Pjotr Andrejewitsch Pawlenski ist eine Extranummer und lehrreich, weil sobald er seine Kunst in Frankreich präsentierte, er schnell in der Geschlossenen war. Für die ganz üblen ukrainischen Kunst-Nummern, die nach Feb. 2022 für etliche Monate in Sendungen wie Kulturzeit auftauchten, die ausschließlich Bilder mit blau-gelben Flagge produzierten, war dann aber doch zu wenig bürgerliche Dilettanten-Toleranz vorhanden. Bei Pussy Riot waren die Texte den meisten Zuhörern unverständlich. Putin-kritisch reichte.

          Aber sowas wie Memorial ist ein absoluter Dauerläufer. Jeder, der sich nicht selber informiert, erfährt nie, dass die nur verboten wurden, weil sie sich über mehrere Gerichtsverfahren und Strafzahlungen hinweg weigerten, sich selbst als ausländischer Agent zu bezeichnen, weil sie aus dem Ausland finanziert werden. In den USA ist das seit 1938 gesetzlich vorgeschrieben. Damals wegen Nazis und die hatten selber wenig Geld und waren in den USA als Bettel-Gesandte unterwegs.

          Nein, egal ob Russland, Iran, China oder früher Sowjetunion, die dortigen Dissidenten konnten immer sicher sein, dass sie im Westen warm empfangen und versorgt werden.

          Und wenn die Künstler wie Au Weiwei dann einen eigenen Kopf haben, aus Deutschland weggehen, weil die Medien nichts taugen:
          1. kein Raum für abweichende Stimmen („Meinungskorridor“)
          2. Hang zu Autoritarismus und Konformismus
          3. Heuchelei in der Außenpolitik und Wirtschaft
          4. Zensurvorwürfe bei sensiblen Themen (Gaza-Konflikt)
          dann haben die Hauptmedien wenig Lust, das groß zu diskutieren. Nu, lebt er in Portugal.

          In die Medien darf er nur, wenn er kurz nach China reist und spekuliert werden kann, ober er verhaftet wird. Da er nicht gezielt provoziert, wie Nawalny das mit Genuss bei jeder sich bietenden oder geschaffenen Gelegenheit tat, war seine Reise ansonsten komplett unspektakulär.

          Jeder liebt die Dissidenten, die zu ihm passen.

          1. Danke für die Mühe! Das haut mich jetzt aber alles nicht vom Hocker. Dabei gibt es viele Menschen, die sehr, sehr Beeindruckendes leisten. Nur eben nicht im politiknahen Bereich. Weshalb ist das so?

  2. Also da wäre noch mehr gegangen.

    Ben zeigt im Gegensatz zur Behauptung im Text z.B. ganz viel Haltung, wenn es darum geht den Polizeistaat und die AfD zu verteidigen. Folgerichtig darf man bei Ben z.B. behaupten, dass die NSDAP links war. Seine Gästeliste hat wie bei vielen großen Influencern, die die Algos der asozialen Medien erfolgreich ausnützen, einen starken Rechtsdrall. Das ist auch kein Wunder, denn er soll der deutsche Joe Rogan sein. Ja, ich habe extra „soll“ nicht „will“ geschrieben. Habe ich Belege? Nun, ich bin ja nur Kommentator und kein Journalist.

  3. Ben ist ein wunderbares Abbild unsere Gesellschaft, keine Ahnung, davon aber viel … gutgläubig bis naiv, was will man mehr?

    Wird Ben mal die Systemfrage stellen?

  4. Ich habe gelernt, dass es „Soll und Haben“ heißt.

    Zum Artikel: Um die richtig guten Fragen zu stellen, muss man kein Journalist sein. Wie wir täglich im ÖRR sehen und hören können, sind die meisten Journalisten auch gelernte Journalisten, verhalten sich aber nicht so. Es herrscht ein sehr großer Mangel an Neutralität in der Berichterstattung. Sie aber stellen Fragen an Politiker, die nicht wehtun und wo ich mich frage, warum fragt dieser Mann oder diese Frau nicht nach, wenn unzureichende Antworten gegeben werden? So ist es den befragten Politikern immer wieder möglich, inhaltsleere Floskeln in die Welt zu pusten. Schrecklich.

  5. Das Außergewöhnliche an Bens Format ist, daß er seine Gäste laaaaaange ausreden läßt. Diese nehmen den Großteil der Sendezeit von manchmal über 3 Stunden je Sendung ein, was einem die Möglichkeit gibt, sie mal in aller Ruhe kennenzulernen. Und dann selbst zu entscheiden, ob das nur viel heiße Luft ist, oder ob da auch wirklich sachlich begründete Argumente dahinterstehen. Denn so ein paar kurze, einstudierte Sätze im Talkshow-Format reichen nicht, Wenn sie aber lange reden müssen, kann man sehen, wieviel Redundanz oder sogar Dummschwall da manchmal kommt. Oder alternativ, wieviele gute Gedanken da ans Licht kommen, die man sonst nicht die Zeit hat, sie auszuformulieren.

    Das Interview mit dem russischen Botschafter war da eine Ausnahme, da der nur wenig Zeit mitgebracht hatte. Aber gestern habe ich mir die Sendung mit Markus Krall angeschaut, und mich anschließend über die Lobeshymnen in den Kommentaren sehr gewundert. Der Mann, der da offenbar als regelrechter Guru in Wirtschaftsfragen angesehen wird, versteht ja noch nicht mal das System Kapitalismus, dem er das Wort redet! Nichts von der Geldschöpfung (die er allein bei den Staaten ansiedelt) und vom Problem des Zinseszinses, das alles zerstört, was wirtschaftlich geschaffen werden kann. Der ist eine Art Neuauflage von Hans Werner Sinn, der ja auch nichts begriffen hat, aber Äußerungen tat, als sei er der Nabel der Welt.

    Dafür sei Ben Dank gesagt! Er ist das Gegenteil etwa eines Patrik Baab, der seine Interviews mit hoher Sachkunde moderiert, aber das Ergebnis von Bens Format ist dennoch hilfreich. Man muß halt die Zeit dafür haben….

  6. Mrs. Anchovy unscripted –
    Ich empfehle Videos von Franz Hörmann. Er war Professor für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen. Er erklärt, warum Giralgeldschöpfung i.V.m. der doppelten Buchführung ein Betrugssystem ist.

    Fragen werden gestellt, um anschließend mehr zu wissen.

  7. „Das Außergewöhnliche an Bens Format ist, daß er seine Gäste laaaaaange ausreden läßt.“

    Das ist bei Glenn Diesen genauso! Der hält zwischendurch allerdings auch schon mal selber Monologe, was „Ben“ wohl aus Gründen des Selbstschutzes zumindest bisher klugerweise vermeidet.

    Glenn Diesen und seine drei wichtigsten Kollegen sind für mich fast tägliches Pflichtprogramm, während ich mir „Ben“ nur anschaue, wenn mich der Gast interessiert.

    „Patrik Baab“

    Guter Mann, aber vergleichen wir doch mal die Klickzahlen. Was verrät uns das darüber, wo man die Mehrheit der potentiellen Zuschauer abholen kann und wo nicht?

    1. Ja, leider. Wobei Bens Format erst mit dem Höcke-Interview so richtig durch die Decke ging. Und das war ja auch nicht wirklich gut, aber er war halt der Einzige, der es tat. Über 4 Mio Zuschauer in kurzer Zeit!
      ….und seitdem die neue „nichtstaatliche“ Zensurbehörde in Form der Landesmedienanstalten an der Hacke hat. Aber da hat er zum Glück den richtigen Anwalt (Steinhöfel) gefunden, der hoffentlich dem ganzen Spuk dieser Behörden ein Ende bereiten wird. Multipolar ist damals auch standhaft geblieben, aber das Verfahren ist wohl auch nur im Sande verlaufen, da die Behörde es dann wohl doch nicht mehr soooo wichtig fand, und das vor allem nicht vor Gericht ausfechten wollte.

  8. Weiß Ben weniger, als der normale Tagesschau oder Heute oder Privat TV Konsument, der dann seine Stimme an eine Partei gibt?
    Hier haben seine Zuschauer zumindest die Möglichkeit, Personen der aktuellen Zeitgeschichte und ihre Darstellung der Welt, von ihnen präferierte Themen usw ohne ständige Unterbrechungen, Widerspruch, Fangfragen, erzwungenen Themenwechsel, …. zu hören. Vieles, was wir in den von Jounalisten produzierten Medien nie lesen oder hören würden und was diese nie zulassen würden, weil sie immer „im Auftrag“ arbeiten.
    Damit kann man seine bisherige Meinung zu einer Person und/oder einem Thema überprüfen oder erweitern. Mit etwas Vorinformation und Aufmerksamkeit merkt man auch, was die Interviewten weglassen oder was sie besonders betonen.
    Allerdings haben die Podcasts sehr deutliche Längen, sind gelegentlich langweilig oder einfach uninteressant. Dann kann man vorspulen, abkürzen oder ganz ausschalten. Jedenfalls lernt man eine Person ein wenig besser kennen, so wie sie sich selber darstellen will.
    Dazu kommt, mit dem richtigen Player ist es werbefrei und kostet nichts, außer Zeit und Aufmerksamkeit, bringt aber möglicherweise mehr, als die ÖR Dampfplaudereien oder Sommerinterviews. deutscher Spitzenpolitiker.

    1. Die Erklärung, dass lange Interviews so revolutionär wären, ist falsch. 99zu1 macht auch lange Interviews. Die Frage, ob Ben intelligenter wäre als das durchschnittliche Tagesschau-Publikum darf bejaht werden. Die interessante Frage ist doch, warum ein deutscher Joe Rogan so erfolgreich ist wie der US-Rogan, obwohl der in den USA davor noch eine Karriere im Wrestling hatte, also schon ziemlich bekannt war. Das würde zu der Fragen nach dem Funktionieren der Algorithmen führen, wie diese Kultur erschaffen wurde, wer die kontrolliert? Oder zu so vergangenen Modeerscheinungen wie dem „Intellectual dark web“, wo ähnliche Gäste und ähnliche Inhalte promotet wurden. Wir landen dann bei rechten Influencern und ihren reichen Sponsoren, den Besitzern dieser Medien. Libertarier, Zionisten, Neoklassiker, Bitcoin Bros, AI-Doomer, Alienarchäologie, Impfgegner, Klimawandelgegner, Bibelwerfer usw.

      *alle, die käuflich sind

      Ab und zu ist mal Jemand drin, der nicht dazu gehört wie z.B. Flint Dibble bei Rogan. Aber der wurde und wird danach dann monatelang mit einer Hetzkampagne verfolgt und auf seinem Kanal sieht man dann auch wieder wie das mit den Klickzahlen läuft. Es ist auch sehr bezeichnend, dass sich der Mr. Berndt an MSM orientiert, also mit quantitativen Maßstäben. Ein Journalist will er ja nicht sein.

  9. „aber für mich als Buchhalterin gibt es doch nichts Schöneres als „Haben“ und „Soll“. “

    Für mich als Nicht-Buchhalter steht da nur „Soll – Haben“, aber die Geldbörse besteht leider aus Zwiebelleder und beim Öffnen kommen mir sofort die Tränen.

    Eine Frage noch zu doppelten Buchführung: „Begeht die Bundesregierung nicht gerade Insolvenzverschleppung?“

  10. „Insolvenzverschleppung“ wäre eine Frage des Strafrechts, nicht der Buchführung.
    Zu finden unter § 283 StGB.

    Trifft auf die „Beschuldigten“ aber nicht zu. Ist ja nicht ihr Geld.

    Das „Haushaltsrecht“ zuckt auch nur mit den Schultern.

  11. Ich hörte mir jahrelang Ken Jebsen-Interviews an. Denn er hatte viele wohl ausgesuchte Gäste, oft recht unbekannte Buchautoren. Das Interview damals mit Markus Krall war für mich der Anfang vom Ende. Das ist jetzt 6 Jahre her und der Gau mit dem Joker-Video kam erst etwas später. Denn wer einen Crash-Propheten und Gold-Verkäufer einlädt, der bekommt von dem normalerweise eine Sponsoringgebühr oder anders rum wäre es ein Vortragshonorar. Ein Gold Bug will ein Geschäft machen und der „Vortrag“ ist bezahlte Werbung. Ich habe leider mal in der Branche, die solche Events organisiert, 2 Jahre Einblick gehabt. Egal wie man es dreht, wer so Jemanden wie Krall einlädt und einfach reden lässt, beteiligt sich an dessen Geschäft. Wer für diese Schleichwerbung kein Geld verlangt, ist entweder dumm oder erhofft sich daraus andere geldwerte Vorteile. Gerade Jemand wie Krall ist die Quintessenz des Kapitalismus. Der will nur reich (und mächtig) werden. Dazu hat er noch eine besonders perfide Investment-Strategie, nämlich je mehr Kriege und Krisen es gibt, um so besser für ihn. Diese Not und Leiden für die Betroffenen betet er regelrecht herbei. Dazu sagen Rechtsextreme auch ganz offen, dass der Staat erst kaputt gehen muss, damit deren Vorstellung einer besseren Welt (nur für sie selbst) Realität wird.

  12. Er ist kein Journalist, weiß nicht besonders viel und stellt trotzdem Fragen. Naja, damit gehört er also zur Mehrheit der schreibenden Zunft auf diesem Planeten.

  13. In Zeiten des Haltungsjournalismus ist ein naiver Interviewer wie Ben genau richtig. Das ist eine Marktlücke, die schon Thilo erkannt hatte, aber nicht ausfüllt, weil auch er Haltungsjournalist ist.

    Ein Haltungsjournalist geht davon aus, das der interessierte Dritte, der Medienkonsument, strunzdumm ist. Darum muss er „falsche Antworten“ seines Interviewpartners korrigieren und einordnen. Blödsinn nicht zu benennen und stehen lassen, ist für ihn von Übel. Geht gar nicht.

    Dabei ist von z.B. von Alice Weidel geäußerter Blödsinn, die NSDAP sei eine linke Partei gewesen, für mich als „interessierten Dritten“ doch viel authentischer als jede pauschale Anschuldigung des Mainstream. Mir geht es doch gar nicht um das Wissen von Ben, sondern um die Ideen und Vorstellungen seiner Interviewpartner. Diese Vorstellungswelt wird mir aber vom Haltungsjournalisten, der im Meinungskorridor den vermeintlichen Dreck wegkehrt, vorenthalten.

  14. Ich frage mich wirklich warum Overton solche Artikel und solche „Autoren“ veröffentlicht, die andere Medienschaffende diffamieren, die auch oppositionellen Stimmen Reichweite verleihen.

    Die Dame meint wohl originell und lustig zu sein oder sein zu müssen. Und Ben Berndt habe offensichtlich im Vergleich mit „echten Journalisten“ (solchen die uns seit Jahren im Brustton der Überzeugung erklären, dass wir den Krieg gegen Russland nur gewinnen können und warum) keine Ahnung.

    Frau Linde wäre vielleicht gut beraten, es einmal bei Bild oder bei der Taz zu versuchten, denn dort passt das was sie zu schreiben in der Lage ist definitiv besser hin.

    1. Natürlich geht das – vergleichbar – bei BILD und taz nicht. Habe ich nicht den Hauch eines Zweifels. Aber ist das nicht gut, dass das hier geht? Und ehrlich, die Autorin „diffamiert“ doch wirklich niemanden.
      Ansonsten aber sche ich es genauso, was die Sicht auf „echte Journalisten“ betrifft.

    2. Ich glaube, Sie missverstehen die Autorin. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, sie zieht augenzwinkernd über Bens „Fehler“ her, nur um klarzumachen, dass er vieles richtig macht.
      Im Unterschied zu der einen Sendung von 99zu1 etwa, die ich gesehen habe (die war so mies gemacht, dass ich mir die anderen schenke), hat er ein Konzept, vermeidet Herumgestammele, bereitet sich anständig vor, so dass die Technik kein Thema ist, und lässt bei der Gesprächsführung immer wieder ein Gerüst ersichtlich werden, an dem man sich orientieren kann und das einem beim Erinnern gute Dienste leistet. Neuerdings gibt es sogar einzelne „Häppchen“ für alle, denen drei Stunden zu viel ist.
      Ob Ben tatsächlich so unbedarft ist, wie er tut, sei dahingestellt. Er fragt jedenfalls verständlich nach, wenn er etwas „nicht versteht“, er fasst (meist gekonnt) zusammen, was er glaubt, verstanden zu haben und macht so, auch ohne ein echter Journalist zu sein, didaktisch und lernpsychologisch sehr viel richtig und – sehr wichtig, finde ich – er sorgt dafür, dass sich Zuhörer wie Gäste ernst genommen und niemals bevormundet fühlen. Und anscheinend merken das die Leute.

  15. Dieser Ben ( Benjamin Berndt ) ist mir hinsichtlich seiner Art der Gesprächsführung genau so und überaus angenehm wie der 24-jährige Max Mannhart, Chef von „Apollo News“. Was solche Leute auf die Beine stellen mit einem Bruchstteil von Budget, im Vergleich zu den Staats-Propaganda-Verdummungsmedien ÖRR ( rd. 8 Mrd. GEZ-Zwangseueos ), ist einfach nur ’ssauguat‘. Die stellen noch Fragen; bieten keinen breit getretenen Quark üblicher Schleimspurrhetorik für den ‚Idiokratie Deutschland Staat‘.

    Die Stories von „Apollo News“ bieten meist richtige „News“. Was hier abgeliefert wird, ist unterm Strich großartig. Mit der neoliberal-kapital-libertären Anschauung ( im Sinne Donald Trumps ) von Mannhart und seinem Team stimme ich gar nicht überein. Ähnliches gilt übrigens für „NiUS“ mit Julian Reichelt und Ralf Schuler und Alexander Kissler. Der Slogan von „NiUS“ ist einfach nur großartigst: „Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird“.

  16. „ein langer, langweiliger Monolog des Botschafters“
    Ja, das war verschwendete Zeit.
    Der Botschafter laberte irgendwas von Gemeinsamkeiten, Freundschaft, Kultur, …
    Das interessiert in Deutschland niemanden – findet man bestenfalls peinlich.
    Echte deutsche Journalisten fragen wie man helfen kann mehr Russen zu töten. Das zählt und interessiert.
    Der Herr Russe war am falschen Dampfer – vielleicht war das auch der Grund für das Fragezeichen über Ben’s Kopf.

  17. Ob er keine Ahnung von irgendwas oder nichts hat, sei dahingestellt. Haben die kriegsgeilen Angestellten der offiziell lizenzierten Wahrheitsmedien mehr Ahnung? In einem Interview mit dem Chef einer Firma für EDV – Sicherheit schien er mir übrigens ziemlich sattelfest zu sein.
    Müsste ich zwischen Hayali und Blome / Reichelt / usw wählen, würde ich Berndt nehmen.
    Eine Bereitschaft, mir irgendwas von Journalisten „einordnen“ zu lassen, ist nicht vorhanden. Nicht mal da, wo ich mit ihnen auf einer Linie sein könnte. Ich will das nicht mehr, ich akzeptiere es nicht mehr, es bereitet mir Übelkeit. Ich bin deshalb dankbar für solche Formate und will was über und von seinen Gegenüber wissen und nicht Berndts Meinung zum Kosovokrieg kennenlernen. Und was ich überhaupt nicht will, ist Zensur durch Landesmedieanstalten. Und ja, es ist Zensur und nichts als Zensur was die betreiben, auch wenn sie grad bei Berndt zurückruderten. Zensur aber ist und bleibt ekelhafter als Sex mit Tieren. Zensoren sind Feinde der Freiheit und es gibt keine Ausnahme. Ich hatte das lange genug und ich will das nicht zurückhaben.

  18. Man würde sich ja wünschen, wenn ein Autor wenigstens Argumente machen würde.

    Man könnte sich zB informieren, was für Interviewstile es gibt, wie sie sich unterscheiden und welche Ziele sie haben.

    Verrückte Idee: mal den Wikipedia-Artikel zu Interview anschauen. Zuviel verlangt?

    Man kann sich aber auch die geistige Mühe machen, das benannte Interview nach den Leistungen zu analysieren, diese zu benennen und ggfs zu qualifizieren und quantifizieren.

    Völlig unabhängig davon, ob die interviewte Person einem gefällt oder nicht, zeigt Ben eine innere Logik der Person offen und zielt damit klar auf eine subjektive Sicht. Er versucht die Motivationen herauszuarbeiten und dies mit der persönlichen Geschichte des Gastes einzuordnen.

    Ob diese Geschichte oder innere Logik der eigenen entspricht, überlässt er dem Zuhörer und erwartet somit ein gebildetes Gegenüber, dass selbständig reflektiert.

    Die Leistungen sind somit Einblicke zu gewähren, die in einer konfrontativen Situation schlicht unmöglich wären.

    Dem gegenüber steht das konfrontative Interview, dass bis ins Extrem ein Verhör wird. Dieses setzt ein geringeres Vermögen beim Zuhörer voraus, Sachverhalte selbst einschätzen zu können. Provokativ gesprochen, für die Dummen unter uns.

    Aber man kann sich als Autor auch vollkommen ohne Sachkenntnisse zur Angelegenheit äußern. So ein Artikel ist sehr schnell geschrieben und unter Buchhaltungsgesichtspunkten, Aufwand und Ertrag, für den Autor die beste Wahl.

    1. Wenn Berndt mit Markus Krall ein kooperatives Interview macht, ist das schon an sich eine Aussage über die eigene subjektive Sichtweise des Interviewers, zumal er selbst BWLer ist. Ich freue mich schon auf sein kooperatives Interviews mit Bibi Netanyahu, so wie das schon andere Bens gemacht haben und sich danach über den anschließenden Shitstorm wunderten. Auch für so ein Interview gibt es natürlich ein Sponsoring vom Interviewten.

      1. Tja, ob Herr N. ein besserer Mensch wird, wenn man ihm unangenehme Fragen stellt, ist die nächste Kindergeschichte.

        Aber du greifst einen schönen Punkt heraus: deutsche Interviewer verhalten sich oft, als wären sie in der Inquisition und hätten die Wahrheit gepachtet.

        Klassische Verhörtechniken werden da angewandt, psychischer Druck erzeugt – natürlich nur, beim „falschen“ Standpunkt bzw Parteizugehörigkeit.

        Herr Merz, Habeck, Baerbock usw. können und konnten sich darauf verlassen, dass die selben Interviewer plötzlich lammfromm waren.

        In sofern kann man diesen Journalisten nicht einmal einen Stil vorwerfen, denn sie sind total opportunistisch.

        Ben auf der anderen Seite interviewt jeden Gast mehr oder minder gleich, Daran erkennt mam, dass die Methode Methode ist und keine Moral oder Willkür.

        Vergleichbare Interviews kennt man übrigens früher von Jung und Naiv.

        Wie gesagt, der Punkt ist, dass der Zuhörer mehr erfährt (womöglich über einen sehr problematischen Menschen), als hätte man konfrontativ interviewt.

        1. Du kannst dem Netanyahu so butterweiche Fragen stellen, die seine Mitarbeiter dir schon in die Hand gedrückt haben und hinterher total empört sein, wenn du kritisiert wirst, dass du ihn den Genozid in Gaza relativieren ließt. Ein Interview mit Netanyahu würde den Kanal von Ben weiter wachsen lassen und er könnte sich noch etwas dazu verdienen. Dazu kriegt er noch einen schönen Staatsempfang in Deutschland, obwohl gegen ihn ein internationaler Haftbefehl vorliegt.

          https://www.youtube.com/watch?v=JZvCmAgRWI0

          „Klassische Verhörtechniken“ von deutschen Journalisten…. deutsche MSM-Journalisten, bekannt für ihre furchtbaren Foltermethoden und harten Fragen … meinst du das Ernst? Wäre ja auch schlimm, wenn der nette Benny den Krall zumindest mal gefragt hätte, was aus vergangenen Weltuntergangsprognosen wurde? Oh nein, da müsste man sich vorbereiten, was arbeiten und das wäre dann gleich so ein Verhör! Darum geht es hier doch eigentlich, die Schleichwerbung für Rechte als große intellektuelle Leistung zu verteidigen. Daher auch das leere Gequatsche von „Haltung“ oder „keine Argumente“, während selbst Keines gebracht wird. Mir ist schon klar, dass Rechte sehr für Meinungsfreiheit sind, solange sie noch nicht in der Regierung sind. So war das auch bei den Trump-Anhängern und Vielen davor. Tilo Jung wird auch nur angegangen, weil er AfDler nicht mit ihrem BS davon kommen lassen will und sich wehrt.

          1. Das gute am Internet ist, dass man aktiv Inhalte ansteuern muss. Wer Zionismus haben möchte, wird ihn finden. Zionistische Gäste sind in deutschem Fernsehen normal und es gilt als Wiedergutmachung am Holocaust – was natürlich nicht so ist. Was wolltest du eigentlich sagen?

            Ich schau mir Ben in der Regel nicht an, die Gäste sind zu seicht und Ben selbst wirft zu wenig intellektuell in die Waagschale für meinen Geschmack.

            Aber sein Vorgehen ist sinnvoll/anerkannt und die Behauptung, dass er sich die Inhalte zu eigen machte, offensichtlich konstruiert.

            Das Konzept eine subjektive innere Logik zu zeigen, ohne zu eigen zu machen, ist wohl bekannt im Journalismus.

            Ob das Konzept an sich einem gefällt, Bens Gäste oder sein konkrete Fragen: kann man alles blöd finden, ist ok.

            Was ich mit Verhörmethoden meinte ist auch wohlbekannt, ständige Unterbrechungen, ändern der Fragestellung ohne Antwort abzuwarten und sogenannte Suggestivfragen zu stellen.

            Dabei werden in den Fragen Unterstellungen eingearbeitet, so wie du das wunderbar vorgemacht hast.

            Ab einer gewissen Intensität muss man dazu psychische Gewalt sagen – aber völlig normal im Fernsehen (Markus Lanz, Hart aber fair, Maischberger,…)

            Diese Macher gehen davon aus, dass sie den Zuschauer mit diesem Framing beeinflussen können, also auf geringe Bildung und Abwehrmechanismen der Psychologie der Zuschauer setzen.

            Da dies systematisch zu gewissen politischen Haltungen passiert, muss man das als Teil einer psychologischen Kriegsführung sehen, gegen die eigene Bevölkerung einordnen.

            Bekämpft wird jede strukturelle Opposition gegen den Staat. Dazu gehören historisch in der BRD alle linken Standpunkte – Verteilungsfragen sind in sich immer strukturelle Fragen.

            Obwohl Frau Wagenknecht bestenfalls gemäßigt links ist, wurde sie seit Jahrzehnten durch die Mangel genommen.

            Attacken auf Podcasts wie bei Ben muss man ja auch exakt in diesen Kampf einordnen. Ein harmloser Typ, der eher normalen, vielleicht unbequemen Leuten harmlose Fragen stellt, soll jetzt der Untergang unserer Zivilisation einleiten. Die Hysterie kennt keine Grenzen mehr.

            1. Weißte, ich habe keine Sorge, dass mit der Zeit immer klarer wird, dass der nette Ben doch eine „Haltung“ hat, auch bekannt als politische Gesinnung und die sehr wohl relevant ist bei seiner Gästeauswahl oder was für Fragen er stellt und Welche nicht. Die Richtung ist schon länger klar:

              Finanzinfluencer, Halbwelt, Apollo News, Welt, Nius , Weltwoche, Ausländer als Sündenböcke

              Der macht im Prinzip die Arbeit einer rechten Parteistiftung oder Think Tank, will das aber natürlich auch nicht wahrhaben.

              „Ein harmloser Typ, der eher normalen, vielleicht unbequemen Leuten harmlose Fragen stellt, soll jetzt der Untergang unserer Zivilisation einleiten. Die Hysterie kennt keine Grenzen mehr.“

              „Normal“ „unbequem“ „harmlos“ „Haltung“ „Hysterie“ – da ist einfach nichts, kannste noch so gescheit daher quatschen wollen über „sinnvolle Logik“ „Verhörmethoden“ oder „strukturelle Opposition“. Übrigens der nächste Widerspruch: Entweder man ist „strukturelle Opposition bekämpft vom Staat“ oder „harmlos“. Beides gleichzeitig geht nicht.

              „Was ich mit Verhörmethoden meinte ist auch wohlbekannt, ständige Unterbrechungen, ändern der Fragestellung ohne Antwort abzuwarten und sogenannte Suggestivfragen zu stellen.“

              Oben wurde ein anderer Kanal verlinkt, ähnliche Buchstabensuppe statt „ungeskriptet“ „uncensored“ – nämlich Piers Morgan Uncensored. Der arbeitet mit schwarzer Rhetorik, typischer britischer Imperialist. Das ist gemeint mit „Verhörmethoden“. Viele Gäste wie z.B. Norman Finkelstein reden sich ein, wenn sie mit machen, erreichen sie ein größeres Publikum. Bei ihm kann das Sinn machen, obwohl er schon übel angegangen wurde, z.B. mit Überraschungsgästen von der Israel Lobby. Letztlich sind das 2 Seiten einer Medaille. Der Eine lässt seinen ausgewählten Gästen praktisch alles durchgehen, weil sie sich schon selbst enttarnen würden. Das stimmt einfach nicht. Die meisten Zuschauer können nicht einordnen, wenn sie von Rechten manipuliert werden und mit Ideologie konfrontiert sind, die sie nicht kennen. Andersrum bei Morgan wird die Opposition bearbeitet, und zwar die linke Opposition und die Antizionisten, nicht die Rechten. Die pfeift er höchstens mal zurück – nachdem der Schaden schon geschehen ist. Joe Rogan auf deutsch funktioniert genauso wie Joe Rogan auf Englisch nur mit Rechten und vielen halbseidenen Figuren, mehr oder weniger offensichtlichen Betrügern, weil die Algorithmen der Silicon Valley Medien aus USA diese bevorzugen.

              Oben kommt noch ein Ben Fan mit der bescheuerten Verschwörungstheorie, dass der nette Ben sich verstellen würde, aber schon „Bescheid“ wüsste. Das sind die Typen, die immer einen Papi brauchen, der ihnen hilft.

  19. Was ein schnöder, hirntötender Artikel!
    Offenbar selber von nix Ahnung-
    da sind mir diese Podcasts doch lieber, weil es u.U. eine ganz andre Welt ist,
    die sich auftut, und die einem sonst verschlossen geblieben wäre.
    Logo, dass der Ben auch viele Neider hat.
    Grade aus dem Mainstream.
    Die können ihm nicht das Wasser reichen.

  20. Erschütternd! Wie herablassend kann man werden? Ben unscripted ist ein Gesprächsformat, bei dem die Inhalte und nicht Personen oder Propaganda im Vordergrund stehen. Und das muss offenbar mit lauter wertenden Bemerkungen ad personam ‚Ben‘ diskreditiert werden?! Erschütternd! Da fällt mir spontan der Satz ein: Schweigen ist Gold!

  21. wow…

    Als ob klügere Worte etwas ändern könnten wenn die Menschen doch das Risiko in Sachen Verlust immer als Primat sehen..
    Aber wie man sich an einer Person abarbeiten kann, wow…
    Nicht das Konzept von Google , Geschäftmodell ist Kritikwürdig, nein der Bend, denn der Ben hat immerhin mehr User als ARD und ZDF …..
    Aber ARD und ZDF da ist das auch ok auch wenn massive Geldmittel über eine Pflichtabgabe da reinströmen .

  22. Die Selbstüberhöhung die die Autorin und einige Kommentierende hier zelebrieren, in dem sie diesem Ben Naivität, Unwissen und Bildungsferne ungefragt attestieren, ist beschämend. Wer mit seinem Interview-Stil nichts anfangen kann, hat genügend andere Angebote. Das intellektuelle Vorspuren z.B. eines P. Baab hat auch nicht nur positive Seiten, eignet sich aber vermutlich besser zur Selbstbefriedigung jener, die für sich die Gegenteile von Naivität, Unwissen und Bildungsferne in Anspruch zu nehmen bemüssigt sehen.

  23. Die offene „naive“ Gesprächsführung von Ben ermöglicht eine ziemlich unbeein -flusste Meinungsbildung des Zuhörers. Das checken offenbar nicht alle hier. Oder es gefällt ihnen nicht .

  24. Dieser Artikel ist ein Musterbeispiel für genau jene journalistische Arroganz, die immer mehr Menschen satt haben. Statt sich ernsthaft mit Ben Berndt und seinem Interviewformat auseinanderzusetzen, suhlt sich die Autorin in Spott, Überheblichkeit und einer endlosen Ich-Geschichte. Die Vergleiche mit einem Achtjährigen sind keine Analyse, sondern billige Herabsetzung. Wer so argumentiert, liefert vor allem einen Einblick in die eigene Haltung, aber kaum überzeugende Argumente gegen das Format, das er kritisieren will.

    Die klassische Tageszeitung ist längst abbestellt. Das Vertrauen in die etablierten Medien ist massiv beschädigt. Und seit 2022 hat sich die Entfremdung von den öffentlich-rechtlichen Medien für viele Menschen weiter verschärft. Neutrale Berichterstattung ist kein freiwilliges Extra, sondern eine journalistische Grundpflicht. Wer politische Wertungen als Nachrichten verkauft, bestimmte Sichtweisen bevorzugt und andere mit herablassendem Ton abkanzelt, wird diesem Anspruch nicht gerecht. Dafür braucht es keine beschönigenden Formulierungen. Das ist ein Versagen journalistischer Standards.

    Ben Berndt muss kein wandelndes Lexikon sein und auch nicht jede Frage perfekt stellen. Sein Format gibt Menschen Raum, ihre Gedanken ausführlich darzulegen. Das Publikum kann zuhören, Widersprüche erkennen und selbst urteilen. Genau das scheint manchen Vertretern des etablierten Journalismus ein Problem zu sein: Da erklärt nicht ständig jemand, wie eine Aussage einzuordnen ist. Da wird dem Zuschauer zugemutet, selbst zu denken. Natürlich sind kritische Nachfragen wichtig. Wer sie vermisst, soll konkret benennen, wo sie fehlen, statt den Gastgeber wie einen unbedarften Schüler vorzuführen.

    Der eigentliche Offenbarungseid dieses Artikels ist deshalb nicht die angebliche Ahnungslosigkeit von Ben Berndt, sondern die Haltung der Autorin. Sie schreibt von oben herab, verspottet ihr Gegenüber und scheint dabei zu glauben, ihre eigene Überlegenheit müsse niemand mehr begründen. Das ist kein überzeugender Journalismus. Das ist genau jener selbstgefällige Belehrungsstil, der Leser und Zuschauer von etablierten Medien wegtreibt.

    Die Menschen brauchen keine journalistischen Oberlehrer, die ihnen erklären, wer ernst zu nehmen ist und wer nicht. Sie brauchen Journalisten, die recherchieren, kritisch nachfragen und auch Positionen zu Wort kommen lassen, die nicht ins eigene Weltbild passen. Wer andere Formate kritisiert, sollte bessere Argumente liefern als Spott und persönliche Herabsetzung. Wer das Publikum nicht überzeugen kann, sollte ihm wenigstens nicht die Fähigkeit zum eigenen Denken absprechen.

    1. Sollte man der Autorin Bewährung zugestehen?
      Vielleicht mag sie einen weiteren Text zum Verhör (durchgestrichen) zum Interview Amann ./. Kosubek verfassen.

      Danach mag man G+V-Konto schließen …

  25. Noch Jemand, der die schöne neue Welt beschwört und oben habe ich gelesen, dass Julian Reichelt jetzt ein anderer Mensch ist. Oder doch nicht? Ich glaube auch an Maga, ehrlich!

    Der beste Witz ist aber sich über die falsche Haltung der Autorin zu ereifern, weil der Ben ist ja so toll und ahnungslos, der hat überhaupt keine Haltung! Es ist ja auch klar, was hier der wirkliche Konflikt ist: Die Autorin will kleine Kinder zu aufgeklärten erwachsenen Menschen machen, weiß aber auch, was Medienmacht ist und wie man da unter die Räder kommen kann. Ben Fans wollen den großen wilden Westen und meinen, sie wären Revolverhelden so wie Ben es von sich meint. Das ist aber natürlich keine Haltung und sicherlich nicht die Falsche. Merke: Haltung und dann auch noch die Falsche, haben immer nur die Anderen.

    Hier sieht man mal wieder gut wie hart so viele Leser hier im ach so aufgeklärten Overton Window glauben wollen und dass sie nicht viel anders sind als die Zuschauer der ÖR oder eben vom Ben. Das mit der Naivität betrifft in erster Linien gar nicht so den Ben, sondern eher seine Zuschauer.

    „Die Menschen brauchen keine journalistischen Oberlehrer, die ihnen erklären, wer ernst zu nehmen ist und wer nicht. Sie brauchen Journalisten, die recherchieren, kritisch nachfragen und auch Positionen zu Wort kommen lassen, die nicht ins eigene Weltbild passen.“

    Brauchen keine Journalisten … brauchen Journalisten – ja, was denn nun? Das mit dem Recherchieren und kritisch nachfragen klappt ja wunderbar bei den Ben-Interviews! Hurra! (ungefähr so gut wie bei einer RDL-Kolumne, wo der auch keine Haltung zeigt, niemals, wird der Beitrag jetzt noch veröffentlicht?)

  26. Ich kann mit diesen ganzen „Podcasts“ oder Videoformaten nichts anfangen.
    Ich werde drei Stunden gezwungen mir ein Gelaber anzuhören um irgendwo versteckt zwischen Minute 123 und 126 einen Fakt zu erkennen.
    Diese Märchenerzähler in den Podcasts sind mir auch zu wieder.

    1. Geht mir genauso. Ich hab mir auch noch kein einziges Overton Interviewvideo „reingezogen“. Wenns Transkripte gäbe würde ich die aber überfliegen und an den für mich interessanten Punkten hängenbleiben und so am Ende evtl sogar das ganze lesen.
      Die Videomanie ist mir ein Rätsel. Auch für andere Dinge wie Anleitungen, als Testbericht verbränte Werbung usw. Verstehe nicht wo die Leute Zeit und Nerven für sowas aufbringen.

  27. Die Verfasserin dieses Textes hat die Realität in der wir leben nicht verstanden: Ben gibt nicht umsonst den Ahnungslosen. In dem Augenblick, in dem er das ablegt läuft sein Podcast Gefahr, abgesetzt oder in der Reichweite beschränkt zu werden. Dazu zählt auch seine Strategie, sich nicht als Journalist zu bezeichnen. Hier sind die Gesetze massiv verschärft worden, wie auch der „Angriff“ der Landesmedienanstalt, besser der neu eingerichteten „Zensurbehörde (?)“ beweist.
    Selbstverständlich fehlt ab und zu Fachwissen. Aber, in welchen Thema interviewt er eigentlich nicht? Insofern ist es natürlich, daß gelegentlich der fachliche Hintergrund fehlt, trotz seiner Mitarbeiter. Aber, der Ausgleich findet dadurch statt, dass der Interviewte alles sagen kann, was ihm wichtig erscheint. Und das ist sehr hilfreich.

  28. Hmmm??? Anstelle dieses Artikels von M. v. d. Linden hätte Overton hier auch etwas Interessantes oder wenigstens etwas Informatives bringen können. Warum soll mich Ihre persönliche Meinung zu Ben Berndt interessieren? Intellektuell bereichert hat mich das jedenfalls an keiner Stelle und beim Einstiegssatz frage ich mich, ob Sie das lustig oder ernsthaft meint?

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