
Mit Höcke zu sprechen, ihn gar sprechen zu lassen: Darf man das? Ja, man darf es – man soll es – man muss es. Journalisten, die nicht mit jedem sprechen wollen, sollten sich besser einen Job ohne Kundenkontakt suchen.
Caren Miosga hat den Bundeskanzler von der traurigen Gestalt in ihrer letzten Sendung – am letzten Sonntag – einfach reden lassen. Sie bohrte nicht richtig nach, unterbrach ihn nicht schroff. Er durfte erzählen. Sich ausjammern. Kein Publikum vor diesem musste sowas ertragen. Also einen Wimmerkanzler, der so hilflos in der Luft hing, wie ebenjener sonntags im Ersten. Man sieht ihm an, dass ihn seine so lange vorbereitete Kanzlerschaft – mindestens seit der Jahrtausendwende geht er mit der Idee seiner eigenen Kanzlerschaft schwanger – vollkommen überfordert. Wäre er auch nur eine klein bisschen anständigere Person, so könnte man regelrecht Mitleid mit ihm bekommen.
Über den Stil der Gesprächsführung wurde dann auch debattiert – freilich nicht über jenen von Caren Miosga. Sondern über den eines gewissen Ben Berndt. Besser bekannt als Ben Unscripted – oder ungeskriptet by Ben, Deutsch war wirklich mal eine sehr schöne Sprache. Der hatte nämlich einen Gast, den man ihm verübelte: AfD-Politiker Björn Höcke. Und er sprach nicht nur mit ihm, sondern ließ ihn sprechen. Ohne nachzubohren, ohne Unterbrechung, ohne Schnappatmung. Das erzürnte die Lohnschreiber der Hauptstadtpresse immens. Wie der Kanzler sich selbst, so bejammerten sie den Untergang der Sitten im Großen und den Niedergang des Journalismus im Speziellen. Denn so, wie es Berndt angestellt hat, könne man journalistisch nicht vorgehen.
Höcke sprechen lassen: Nicht journalistisch?
Berndt behauptet von sich selbst, er sei gar kein Journalist – eine schwache Ausflucht, ehrlich gesagt. Er mag das Fach nicht studiert haben, aber er arbeitet wohl im journalistischen Bereich, denn immerhin präsentiert er den Rezipienten seiner Show, althochdeutsch Follower oder User genannt, die von ihm geführten Gespräche. Und er lädt auch nicht irgendwelche Nachbarn zum Plausch ein, sondern Personen des Zeitgeschehens. Die besten Journalisten aller Zeiten haben das Fach nicht studiert. Man denke nur mal an Seymour Hersh. Ja, man darf sogar annehmen, dass das Studium des Journalismus‘ – zumal in der hiesigen Bundesrepublik – eher ein Garant dafür ist, dass man künftig ganz sicher nichts als Journalist taugt. Aber besonders schlimm ist das nicht, denn irgendwo gibt es immer ein freies Pöstchen als Faktenchecker oder Pressereferent.
Nein, das darf man dem guten Ben nicht durchgehen lassen – er ist ein Journalist, weil er die Tätigkeit eines Journalisten ausübt. Er hat es gar nicht nötig, sich so billig aus der Affäre zu stehlen. Ein Gespräch laufen zu lassen, den Gast die Zeit für Ausführungen zu geben: Auch das ist eine mögliche journalistische Form. Eine, die in den öffentlich-rechtlichen Kadettenanstalten nur für ganz spezielle Gäste reserviert ist – und für gewisse andere Gäste gibt es eine speziellere Form des Gespräches: »Operation Lass-ihn/sie-den-Gedanken-nicht-ausführen«. Ob wohl die Starinterviewer untereinander Wetten abschließen, wer einem lästigen Gesprächspartner schneller das Wort abschneiden kann?
Beide Formen haben selbstverständlich ihre Berechtigung. Einen Politiker, der dauernd ins Abstrakte und Vage abflutscht, zu unterbrechen und ihn zu konkreteren Ausführungen zu bewegen, ist völlig legitim. Ihn reden und ausführen, seine Weltsicht ausbreiten zu lassen: Auch das ist nicht zu beanstanden – denn auch dieses Format hat seinen Charme. Bei Höcke geht man vom gefährlichsten Mann der Republik aus – wenn sich ein Journalist auch nur ein bisschen wie Ermittler fühlt, der den Tatmotiven eines potenziell Verdächtigen auf den Grund gehen will, dann löchert man den redseligen Delinquenten doch nicht dauernd mit Zwischenfragen. Nein, man tut alles dafür, dass er spricht, dass es aus ihm heraussprudelt – man reicht ihm noch eine Zigarette, schenkt ihm nach, nickt ermutigend, schaut ihn gebannt an. Er ist der Mittelpunkt des Verhörs, die Zeit steht still, damit er ausführen kann. Welcher versierte Vorgesetzte käme auf die Idee, dem ermittelnden Fragesteller anzustacheln, den Redseligen dauernd zu unterbrechen? Jede Kleinigkeit, die der Befragte preisgibt, kann ein Puzzlestück sein. Was hier gesagt sein soll: Einen Menschen reden zu lassen, zumal wenn er im Verdacht steht, ist eine an sich sehr gute Form, um den Motiven und dem Antrieb der Person auf den Grund gehen zu können. Es braucht keine Einordnung. Die Frage, ob man uneingeordnet stehenlassen darf, was verdächtigte Gäste so kundtun, ist falsch gestellt: Die eigentliche Frage dahinter ist, welchem Menschenbild man anhängt. Glaubt man, sein Publikum bestehe nur aus Vollidioten, so ordnet man ein – nimmt man an, dass sein Publikum erwachsen ist, selbst abschätzen kann, so braucht man diesen Service nicht.
Serienmörder, Schlächter und andere Teufel
Ohnehin gibt es eine Reihe von Berufen, die sich nicht aussuchen können, mit wem sie es zu tun haben möchten oder nicht. Nehmen wir nur den Arzt, überhaupt alle Berufe aus dem Gesundheitssektor: Behandelt wird, wer mit gesundheitlichen Problemen in der Praxis oder im Krankenhaus vorstellig wird. Es mag schon sein, dass man lieber der älteren Dame hilft, die gelassen mit ihrem Leidensdruck umgeht – aber wenn nun mal der Typ kommt, der dauernd »seine Perle« vermöbelt (auch andersherum möglich!), dann wird selbstverständlich auch er versorgt. Ähnlich bei Anwälten – nur ohne Desinfektionsmittel. Erinnert sei an Michael Ballwegs Rechtsanwalt Reinhard Löffler, der im Interview erzählte, dass seine Parteikollegen von der CDU empört gewesen seien, weil er den Gründer von Querdenken vor Gericht vertrat und vorher auch schon Mitglieder der AfD in einer anderen Angelegenheit.
Anwälte haben Menschen zu vertreten, die andere Menschen töten – offenbar ist das viel akzeptabler, als eine Bewegung zu gründen oder einer falschen Partei anzugehören. Aber nun gut, diese Form der Doppelstandards ist so alt wie die Menschheit. Pontius Pilatus wollte einst vom Volk wissen, wen er zu Ehren des Passahfestes freilassen soll: Jesus von Nazareth, der als gutmütiger Aufrührer vorgeführt wurde – oder den raubeinigen Barabbas, einen in der Region bekannter Räuber und Mörder. Die Menge entschied sich eindeutig: Barabbas soll es sein. Und so kam er frei. Wenn man was ausfrisst, so lehrt uns dieses Gleichnis, dann gleich richtig, denn lieber hängt – oder kreuzigt – man jene, die zahm sind. Die menschliche Niedertracht ist groß. Noch ein Beruf, der sich nicht aussuchen kann, mit wem er spricht: Der Journalist. Freilich, er kann sich auch bequem in den Arbeitssessel fläzen und zum Schreibtischbewohner mutieren, der über Dinge und Personen schwadroniert, ohne sie sich aus nächster Nähe zu betrachten. Doch falls man es ernst meint, sucht man das Gespräch. Falls nicht, wäre ein Job irgendwo in einem gottverlassenen Backoffice wohl angebrachter – ohne Publikumsverkehr. Journalisten interviewen ja auch Milizen, Guerilleros oder Entführer in Kriegs- und Krisengebieten, sie wollen deren Motive begreifen und für das Publikum verständlich machen – oder aber es kommt ein Gespräch heraus, das belegt, dass die Milizionäre nicht nachvollziehbar agieren. Wer bitte käme auf die Idee, einem Journalisten vorzuwerfen, er betrete unmoralisches Terrain, weil er mit Entführern oder Schlächtern spricht?
Selbstverständlich ist das aber vielleicht auch nicht mehr, dass man einem solchen Berichterstatter nicht die Leviten lesen würde. Als Tucker Carlson mit Waldimir Putin sprach, warf man ihm ja vor, er rede mit einem Kriegsverbrecher – also ob das in irgendeiner Weise eine Rolle spielen würde. Denn auch ein potenzieller Kriegsverbrecher – ob Putin das nun ist oder nicht, ist nicht das Thema – ist ja eine Person der Zeitgeschichte und damit von höherem Interesse. Bornierte Kleinbürgermoral tut hier nichts zur Sache – sie ist etwas für Kleingartenanlagen oder den donnerstäglichen Tanztee. Interview mit einem Serienkiller? Welcher Journalist schreit da nicht laut »Hier! Hier!« und hat sofort einige Fragen im Sinn, die er ihm stellen wollte? Darf man so einem Kerl, der 37 Menschen gemeuchelt hat, kein Forum bieten? Und falls man doch mit ihm zusammensitzt: Muss man ihn unterbrechen, wann immer er mit einer Antwort ansetzt, um einordnen zu können?
Er ist wieder da!
Stellen wir uns nur mal für eine Sekunde vor, dass Timur Vermes‘ Bestseller aus dem Jahr 2012 Wirklichkeit wird – stellen wir uns vor, »er ist wieder da«: Adolf Hitler als Wiedergänger. Gruselige Vorstellung, wenngleich Vermes ja schön skizzierte, wo der Ex-Führer landen würde: Bei YouTube – in der Politik keinesfalls. Dürfte man mit ihm sprechen? Nein, liebe Empörten, mit diesem Gedankenspiel soll nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass der YouTuber Ben mit Hitler sprach – dieser Höcke ist kein Hitler, Vergleiche dieser Art verbieten sich. Wer sie ernst meint, ist ein historischer Armleuchter. Aber man kann diese ganze Nummer, die mal wieder Deutschland in einen neuen Empörungsmoment führte, weiterspinnen. Und zwar mit diesem Beispiel eines wiedererwachten Diktators. Wäre es nicht eine Unterlassung, in diesem fiktionalisierten Falle mit ihm nicht sprechen zu wollen? Sicher, Millionen Tote gehen auf das Konto seiner Herrschaft – aber wie verlockend wäre es, dem Mann bei ungeskriptet by Ben oder wer weiß wo sonst sprechen, einfach nur sprechen zu lassen?
Bei Miosga hörten wir von ihm nichts. Ständig fiele sie ihm ins Wort. Kein Seelenstriptease, keine Herauskehr seines Innersten – der Erkenntnisgewinn könnte aber immens sein, wenn man ihn nur ließe. Vielleicht wäre er sogar sympathisch, diesbezügliche Berichte aus seiner Zeit gab es genug, meist von Frauen – charmant war er, zuvorkommend gleich dazu. Wäre das eine Vermenschlichung Hitlers, der man auf keinen Fall Beihilfe leisten dürfte? Dabei war Hitler eindeutig ein Mensch – und das Böse, ohne Hannah Arendt jetzt schon wieder bemühen zu wollen, ist nun mal banal und menschlich und nichts als ein Hanswurst. SS-Schergen waren treusorgende Familienväter – »The Zone of Interest« ist ein wirklich sehenswerter Film, der dieses Phänomen in den Mittelpunkt stellt. In der Tat darf man annehmen, dass der Wiedergänger kaum Chancen hätte, offen befragt zu werden – es ist heute wohl in der Tat wichtiger, dass Journalismus moralisch rein ist, statt dass er seiner Aufgabe nachkommt, Menschen zu informieren, ihnen die Personen des Zeitgeschehens vorzustellen und ein Bild – einen Ausschnitt wenigstens – von der Wirklichkeit zu zeichnen. Harald Martenstein wies in dieser Causa auf das Folgende hin: »Vor einiger Zeit erschien ein letztes Buch von Lutz Hachmeister, voller internationaler Interviews mit Adolf Hitler. Die Weltpresse interviewte oft Hitler. Er interessierte nämlich die Leserschaft. Das Buch hat 384 Seiten.«
Journalismus ist kein Beruf, der sich moralisch astrein ausführen ließe. Freilich, wenn man Journalismus mit Faktencheck verwechselt, lässt es sich in einem moralinbetriebenen Parallelkosmos einrichten. Aber wirklicher Journalismus geht hin, wo es wehtut – wo man sich dreckig machen kann. Man spricht mit allen, die Teil der Öffentlichkeit sind – oder es werden sollten, weil sie etwas zum Diskurs beizutragen haben. Ganz egal mit wem. Auch mit dem Teufel, dem Verführer und Verdreher, selbst mit dem Tod, mit dem der Brandner Kasper noch einige Schnäpse schluckte. Wäre der alte Brandner kein Büchsenmacher vom Tegernsee, sondern ein richtiger Journalist gewesen, hätte er ihn nochmal kurz vor seinem Abtritt interviewt. Wer mag schon Peter Thiel mit seiner ganzen Pseudoreligion und seiner transhumanistischen Agenda? Aber mit ihm sprechen, ihn interviewen zu können: Wer da als Journalist keine Aufregung verspürt, muss wirklich frigide sein. Und sollte man Thiel dann ständig unterbrechen, wenn man dann doch mit ihm beisammensitzt? Wird er dadurch ein besserer Mensch, der die menschliche Kreatur nicht zur Maschine transformieren will? Beraubt ihn so ein Vorgehen seiner Pläne? Nicht? Dann kann man ihn auch reden lassen.
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Bei Kalbitz hat’s besser funktioniert als bei Höcke. Man könnte vielleicht doch noch am Gesprächsstil arbeiten.
Wie vor 90 Jahren. Zensur, Feindsender, Kriege, Überschuldung, anstatt KZs Maßnahmen wie die gegen Dogru, Baud, Röper, Lipp – ohne Gerichtsverhandlung. Nicht mehr lange und es gibt Busifizierungen wie in der Ukraine, und noch mehr Profit für die Rüstungskonzerne und korrupte Politik.
Da kann man nur wieder an das beste Deutschland erinnern das Deutsche jemals in ihrer Geschichte hatten.
Gedenken wir den Opfern die es schützten: Den über 100 Mauertoten, erschossen, erstochen von sogenannten Flüchtlingen, Schmugglern, Terroristen (zB KgU), BGS, westl. Besatzern. https://www.youtube.com/watch?v=8UYx0XMdKdk
„Unvergessen sind die ermordet wurden an dieser Grenze..“
Die DDR war so großartig, edel und gut, daß die Leute in vollen Eisenbahnzügen geflohen sind. Über die Mauer, unter der Mauer durch und sonst wie geflohen. Die DDR war so toll, das sie eine Mauer bauen mussten um die Leute zu ihrer sozialistischen Beglückung zu zwingen. Das macht die realexistierende BRD aber noch längst nicht gut. Die BRD scheitert genauso an der Schere aus amtlich verkündeten Anspruch und der gelebten Wirklichkeit. Der Widerspruch zwischen verkündetem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat und der Praxis in Unserer Demokratie™ wird genauso wie im Arbeiter- und Bauernparadies immer größer.
@“Man sieht ihm an, dass ihn seine so lange vorbereitete Kanzlerschaft – mindestens seit der Jahrtausendwende geht er mit der Idee seiner eigenen Kanzlerschaft schwanger – vollkommen überfordert.“
Man wußte doch schon lange vorher das Merz nicht zum Kanzler taugt, vermutlich hat ihn Merkel deshalb schon in die Pilze geschossen. Merz soll bereits in der CDU nur noch eine Zustimmung von ca. 50% haben. Ob sich in der CDU schon ein „Königsmörder“ bereit macht um Merz zu stürzen wird sich eventuell bald zeigen.
Da die AFD Fleisch vom Fleische der CDU ist wird ein Zusammengehen oder eine Koalition kaum vermeidbar sein und dann gnade uns Gott.
Was Höcke betrifft, selbstverständlich darf man hören was der Mann zu sagen hat ansonsten wüßte man ja nicht was in den AFD-Hirnen so rumspukt.
Man sollte immer über seine Gegner informiert sein.
Leider geht der Trend in Krisenzeiten immer nach RECHTS in Deutschland.
Wenn wir diesen Trend nicht aufhalten dann „Gute Nacht Marie“
Der neue BDM ist bereits stark vernetzt, auch mit der AFD
https://m.youtube.com/watch?v=TbOxXO0VlAc&pp=ygUVcmVjaHRzcmFkaWthbGUgZnJhdWVu
Zwangsarbeitsdienst nicht mehr ausgeschlossen. Uniformierte mit Pfefferspray und Handschellen bewaffnete Jobcentermitarbeiter auf Kontrollbesuch.
https://m.youtube.com/watch?v=pxJXxPigsq4&pp=ygUeS29udHJvbGxlIEpvYmNlbnRlciBub3JkaGF1c2Vu
Nein, ich würde Hitler nicht sprechen lassen! Dann würde ich mich lieber mit einem Raben unterhalten.
@Sonja
Ich würde Hitler nur dann nicht sprechen lassen, wenn ich verhindern wollte, dass die Menschen erfahren, dass er wirklich für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war um für Deutschland Lebensraum im Osten zu erobern und dabei viele Millionen Menschen zu ermorden.
Und Hitler zog es vor sich das Leben zu nehmen, anstatt Rede und Antwort stehen zu müssen.
Warum Höcke so gehaßt wird, ist ziemlich einfach zu verstehen. 2015, während des Masseneinschleppungsamoklaufes unserer Regierung, mobilisierte er in Erfurt aus dem Stand Tausende zu Protestkundgebungen, was ihm erst die Aufmerksamkeit des etablierten Systems einbrachte. So kam es, daß er zu Jauch ins Fernsehen eingeladen wurde, und die Talkshow für die Systemlinge zu einer schallenden Ohrfeige wurde. Er, mit einem Deutschlandfähnchen auf der Sessellehne, belehrte den anwesenden Bundesjustizminister aus dem Handgelenk über §90 StGB, daß alle nach Luft schnappten – unvergeßlich. Danach wurde er nie wieder in eine Talkshow eingeladen, so gut wie möglich totgeschwiegen und zum Teufel erklärt. Und verdammt, er ist immernoch da.
@EU? Nein danke!
Höcke wird hauptsächlich nur deshalb gehasst, weil er den etablierten Parteien – insbesondere CDU/CSU – die Wähler wegschnappt.
Es geht hier nicht um Stilfragen.
Für mich ist völlig eindeutig, dass Höcke ein gefährlicher Vollblut-Nazi ist.
Wer benennt heute noch seine Kinder nach germanischen Heldenmärchen?
Ich bin Enkel einer Familie, in der alle Kinder solche Namen trugen (Günther, Gundhild, Holger usw.) und bei Tisch täglich Gebete zur Germanenreligion sprechen mussten.
Sogar in zur Nazizeit galt solcher Fanatismus bei anderen Nazis als absonderlich. Alle diese Kinder, darunter mein Vater, sind auf ihre Weise 1968er geworden.
Höcke ist genau so ein gläubiger Vollblut-Nazi, wie meine Großeltern es waren.
Damit will ich nicht der Dämonisierung durch das herrschende Parteikartell das Wort reden. Denn dieses Kartell dämonisiert, um seine eigene Ignoranz der Arbeiter, ihre Ausbeutung, den Russenhass und die Kriegstreiberei zu rechtfertigen. Jedoch muss klar sein: Wer heute Höcke liberalisiert, kann sich in einem der Arbeitslager wiederfinden, die Höcke im Rahmen seiner „Remigration“ einrichten will. Zur Nazi-Zeit gab es allein in Berlin 6.000 Arbeitslager. In ganz Europa waren es 40.000. Oft waren die Lager nach den Firmen benannt, für die die Entrechteten die Zwangsarbeit zu Lohndrückerpreisen verrichten mussten. Jeder weiß, dass die Löhne in der Nazizeit mehr als dürftig waren. Genau das bedeutet „Remigration“.
Liberalisierung ist bei Höcke völlig fehl am Platze.
Haben Sie denn das Interview gesehen? Mit welchen Aussagen begründen Sie Ihre Ausführungen?
Vielleicht sind Sie auf die „haltet-den-Dieb“ Taktik hereingefallen, die die Regierung veranstaltet: Es ist der Kanzler und die restlichen Parteien mit Ausnahme von BSW und AfD, die die Politik der Nazis der 30er Jahre tatsächlich verfolgen. Ja, Merz ist es sogar gelungen, was H. versagt blieb: Zusammen mit Großbritannien gegen Russland zu agieren und – im Auftrage von Blackrock – die Ukraine zu munitionieren. Übrigens: Nach der UN-Resolution 3314 von 1974 ist die Produktion von Waffen durch die Ukraine auf deutschen Boden bereits eine Kriegsbeteiligung Deutschlands und ein Angriff auf Russland. Dass Russland sich angesichts der Angriffskriege der USA – zuletzt gegen den Iran – bedroht fühlen könnte, sollte jedem eigentlich verständlich sein. Es gilt immer noch die Feindstaatenklausel der UN, die es erlaubt, ohne Zustimmung des Sicherheitsrats militärisch gegen Deutschland vorzugehen, womit die aktuelle Regierung uns alle in größte Gefahr bringt. Und besonders nicht BSW und AfD.
Es wäre klug darüber nachzudenken, wer die wahren H.-Nachfolger sind. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es die Briten waren, die den paraphierten Friedensvertrag vom April 2022 versenkt hatten.
Im Prinzip stimmt die Jobbeschreibung: Journalisten haben mit jedem zu sprechen.
Jetzt kommt das ABER: Höcke mit dem Teufel vergleichen? Ernsthaft?
Wenn man Höcke zuhört, dann hört man einen Sozialdemokraten der 80er.
Die Wahrheit ist: Der wäre damals in der SPD gar nicht aufgefallen und hätte eher zum linken Flügel gehört und zwar zu einer Zeit, als die Politikrichtung „links“ noch sozial, pazifistisch, NATO-kritisch war.
Mir fällt gerade auf: Wäre doch eine gute Beleidigung des Höcke-Flügels: Man bezeichnet sie als sozialpazifistisch. Hört sich ähnlich an wie nationalsozialistisch und darauf kommts doch heute an. Inhalte? Pah, die haben wir inzwischen doch überwunden und der böse Pazifismus behindert doch die gute Kriegstüchtigkeit, die heutzutage das neueste Moral-Update der Bessermenschen ist.
Also. Der lumpige Sozialpazifist Höcke will der CDU der 80er (dem Weidel-Flügel) ein bisschen sozialen Benimm beibringen. Das geht natürlich gaaaaar nicht. Gleich mal drauf mit der Keule.
Höckes „Remigration“ ist in Wirklichkeit eine Maßnahme, um höhere Löhne durchzusetzen und die Arbeiter in den Arbeitslagern zur befreien?
Da bleibt einem die Spucke im Munde weg. Warum haben Sie es nötig, solchen Unsinn zu erzählen? = Weil Höcke ein gefährlicher Vollblut-Nazi ist!
Stimmt, Sie haben natürlich recht.
Die neoliberale Merkel-CDU hat 2015 aus reiner Menschenliebe eine massenhafte Einwanderung in die Sozialsysteme ermöglicht. Der Springer-Konzern hatte sein Erweckungserlebnis und war mit Refugees-Welcome-Aufklebern auf den Spuren von Jesus Christus.
Ich liege falsch, Sie richtig.
Es ging natürlich nicht darum, den Sozialstaat zu schrotten. Oder mit Schrottimmobilien selbst Gschäfterl auf Steuerzahlerkosten zu machen, wie später mit Masken, um die Kuh zu melken, solange sie noch Milch gibt.
Dass der Sozialstaat derzeit massivst unter Druck steht, hat auch überhaupt nichts damit zu tun, das konnte ja keiner absehen, dass ein Topf, aus dem immer mehr Menschen Geld entnehmen, die selbst weniger oder nichts in diesen Topf einzahlen, irgendwann leer ist.
Haben Sie schonmal die Streichliste der Politik angeschaut, der der Paritätische Wohlfahrtsverband geleakt hat?
Ich wünsche einen guten Magen, denn man könnte kotzen, wenn man das liest!
Aber das hat nichts mit nichts zu tun, das ist schon klar.
Die ganzen jungen Männer, die hierher kamen haben auch überhaupt nichts damit zu tun, dass der Iwan uns 2029 (oder war 2027?) überfallen will (was ja schon seit Anfang 2000 klar war) und die Revanchisten (die aber natürlich die guten Demokraten sind) hier eine Reservearmee brauchen (da werden sie sich aber täuschen, aber so ist das, wenn man Menschen nur als austauschbare Zahlen betrachtet) und zwar nicht mehr nur eine, die den Arbeitnehmern Feuer unterm Hintern macht.
Ich frage mich wirklich, wo die Machtanalyse der Linken geblieben ist. Vermutlich in identitären Zeiten irgendwo in der Unterhose verschütt gegangen.
„Die neoliberale Merkel-CDU hat 2015 aus reiner Menschenliebe eine massenhafte Einwanderung in die Sozialsysteme ermöglicht.“
Auch die sog. „Merkels Grenzöffnung von 2015“ ist nur ein Propagandanarrativ in der AfD-Szene. Der Prozess hat mit Merkels Machtübernahme in 2005 richtig an Fahrt gewonnen. Von 2005 an stiegen die Zuwanderungszahlen exponentiell an. 2015 markierte nur einen bestimmten eruptiven Punkt, an dem man diie jahrelange -gewollte- Entwicklung nicht mehr vertuschen konnte und es allg. sichtbar wurde. Zwischen 2005 und 2015 -und auch schon vorher unter Schröder- hat sich darüber und über die gesamtgesellscftlichen Folgekosten niemand in Deutschland beschwertt, weil alle Deutschen vom billigen Ausländer profitieren und an ihm verdienen wollten.
@Bettina-di-Monaco
„Wenn man Höcke zuhört, dann hört man einen Sozialdemokraten der 80er.“
Ja, ja, und Alice Weidel ist dann in Ihren Augen vermutlich die Rosa Luxemburg der AFD.
Mehr Blödsinn Höcke als Sozialdemokraten zu verorten geht nicht und vom Wolf im Schafsfell haben Sie vermutlich nie gehört.
@Bettina-di-Monaco
„Wenn man Höcke zuhört, dann hört man einen Sozialdemokraten der 80er.“
Ja, ja, und Alice Weidel ist dann in Ihren Augen vermutlich die Rosa Luxemburg der AFD.
Mehr Blödsinn Höcke als Sozialdemokraten zu verorten geht nicht und vom Wolf im Schafsfell haben Sie vermutlich nie gehört.
Lieber Otto0815! Wie schön zu sehen, dass der Glaube an die von den Sozialingenieuren hergestellten Narrative zu unzerbrechlich ist. Vorausgesetzt natürlich, dass Sie das Interview tatsächlich gesehen haben.
Nie wieder ist jetzt!
Gegen jede Form von Bevormundung, Einschränkung der Informations- und Äußerungsfreiheit, betreutem Denken, betreuter Demokratie, Indoktrination, Gesinnungsterror usw. seitens SPD, AfD, LGBTQ, Omas gegen Rechts, CDU/CSU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen u. a.
P.S.
Die Befürworter von Äußerungseinschränkungen sollten wissen, dass sie im Grunde Antidemokraten sind.
Es geht ja nur darum, ob die Narrative des politisch-medialen Komplexes über(!) Herrn Höcke weiterhin ungestört und ohne reichweitestarke Gegendarstellungen verbreitet werden können oder nicht. Das ist alles!
Der „Focus“ hat den Kern des Problems daher sehr treffend auf den Punkt gebracht:
https://www.focus.de/politik/meinung/hoecke-podcast-zeigt-linke-diskurswaechter-verlieren-hoheit_adba6405-270c-4aa7-b733-84e10517177c.html
Schon allein dadurch, dass Herr Berndt den Herrn Höcke ungestört reden ließ, bestand also aus Sicht von gewissen Leuten die ernste Gefahr, dass ihr eigenes Narrativ beschädigt werden könnte.
Unwillkürlich muss man stutzen, denn entweder ist ihr eigenes Narrativ, das uns ja tagtäglich in den Mainstreamzeitungen und TV-Sendern begegnet, richtig und zutreffend – dann könnte das Gespräch mit Höcke daran eigentlich gar nicht viel ändern, sondern das Narrativ würde im Gegenteil sogar bestätigt werden – oder das offiziöse Narrativ ist sehr einseitig bzw. regelrecht falsch.
Nur dann, wenn das übliche Narrativ falsch wäre, müsste man Angst haben, Höcke reden zu lassen … !
—
Übrigens ein sehr schöner Satz:
„Ja, man darf sogar annehmen, dass das Studium des Journalismus‘ – zumal in der hiesigen Bundesrepublik – eher ein Garant dafür ist, dass man künftig ganz sicher nichts als Journalist taugt.“
Auch das hier fiel mir auf:
„Journalisten interviewen ja auch Milizen, Guerilleros oder Entführer in Kriegs- und Krisengebieten, sie wollen deren Motive begreifen und für das Publikum verständlich machen.“
Spontan kommt mir hier ein richtiger Journalist in den Sinn und kein politischer Zuarbeiter, nämlich Peter Scholl-Latour.
Der wollte auch die Motive anderer begreifen.
Exakt das unterscheidet die heutigen Abgänger der Journalistenschulen von echten Journalisten:
Motive verstehen wollen – egal von wem – oder aber einer bestimmten Meinung bzw. politischen Richtung zum Sieg zu verhelfen wollen. Herr De Lapuente hat das sehr schön aufgespießt!
Etwas zugespitzt:
Ein sog. „Haltungsjournalist“ ist kein Journalist.
Sehr richtig:
1) Ein sog. „Haltungsjournalist“ ist kein Journalist.
2) Spontan kommt mir hier ein richtiger Journalist in den Sinn und kein politischer Zuarbeiter, nämlich Peter Scholl-Latour.
Der wollte auch die Motive anderer begreifen.
Das ist das ganz große Scheitern der Brandmauer. Denn die bedeutete, dass man die AfD nicht nur überall ausgrenzte, was sie als Jammervorlage nutzte. Nein, auch reines Zuhören war schon verdächtig. Was dann bewirkte, dass das von der AfD Gesagte unwidersprochen blieb.
Mir war das immer klar. Da war eine Zeitlang jeden Tag Alice Weidel auf X. Da habe ich das Gesagte gelesen und gekontert. Ich bin ja durchaus Polemiker. Alice kommt jetzt nimmer. Ob deswegen, weiß ixh natürlich nicht.
Das war ja angreifbar. Wenn sie alle Windräder abreisen will, dann deswegen, weil sie wie alle Rechtspoulisten im Geld der Fossil- und Atomindustrie schwimmt. DSann dieses haltlose Corona-Geschwurbel. Dann dieser knallharte Neoliberalismus nach dem Vorbild Mileis. Das zu thematisieren, wäre das Mittel, um den AfD-Aufstieg zu bremsen. Diese Argumente sind völlig unbekannt. Wegen der Brandmauer.
Bevor nun dieser Höcke zum Friedensschaf ernannt wird, muss ich doch daran erinnern, dass es da Bedenken gibt. Beispielweise, was da für Figuren auftauchten, auf seinem Flügeltreffen:
https://exif-recherche.org/?p=6580
Den Flügel gibt es offiziell nicht mehr. Im Verborgenen wahrscheinlich schon noch.
Ein anderes Thema ist seine wahrscheinliche Identität mit einem Landolf Ladig. Fehlt in der Debatte ebenfalls. Brandmauer eben.
Nun habe ich die KI Grok gefragt:
Ist Björn Höcke identisch mit Landolf Ladig und hat dieser zu Gewalt aufgerufen?
Antwort:
Ja, es gibt sehr starke Indizien und weitgehende Übereinstimmung in seriösen Quellen (einschließlich AfD-interner Bewertungen und des Verfassungsschutzes), dass Björn Höcke hinter dem Pseudonym „Landolf Ladig“ steckt. Ein direkter, expliziter Aufruf zur physischen Gewalt durch „Ladig“ ist nicht dokumentiert, wohl aber NS-verherrlichende, revisionistische und revolutionäre Rhetorik.
campact.de +1
Zur Identität Höcke = Landolf LadigLadig-Texte erschienen 2011/2012 in NPD-nahen Publikationen wie Volk in Bewegung (herausgegeben vom Neonazi Thorsten Heise) und der Eichsfeld-Stimme. Darin wird u. a. die NPD gelobt, der Nationalsozialismus als „erste Antiglobalisierungsbewegung“ positiv dargestellt und der Zweite Weltkrieg als „ökonomischer/ideologischer Präventivkrieg“ fremder Mächte gegen das erfolgreiche Deutschland umgedeutet.
andreaskemper.org +1
Stilistische und inhaltliche Übereinstimmungen: Seltene Begriffe und Formulierungen wie „organische Marktwirtschaft“, „aufpotenzierende Krisendynamiken“, „Formliebe“ (im Kontext deutscher Tugenden), falsche Buchtitel (z. B. „Genius der Deutschen“ statt korrekt „Der deutsche Genius“) oder „Homöostase“ tauchen fast ausschließlich bei beiden auf. Es gibt Synopsen mit wörtlichen Parallelen.
campact.de +1
Weitere Indizien: Persönliche Nähe zu Heise (Nachbarschaft, Hilfe beim Umzug), Plagiate und thematische Kontinuität. Der AfD-Bundesvorstand (unter Frauke Petry) leitete 2017 ein Ausschlussverfahren gegen Höcke ein, weil er „nahezu sicher“ Ladig sei. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sah 2019 eine „nahezu mit Gewissheit“ anzunehmende Identität.
welt.de +1
Höckes Reaktion: Er bestreitet es, drohte mit Klagen, verweigerte aber eine eidesstattliche Versicherung. Gerichte (z. B. LG Erfurt) sahen in manchen Streitfällen Meinungsfreiheit, keine bewiesene Falschbehauptung. Höcke hat nie überzeugend entkräftet.
urheberrecht.org
Höcke selbst leugnet es bis heute, aber die Beweislage (sprachlich, biografisch, institutionell) ist so erdrückend, dass die Identität als faktisch gesichert gilt.Zu Gewalt-AufrufenDie Ladig-Texte enthalten keinen direkten Aufruf zur physischen Gewalt (z. B. „Greift Politiker an“ oder ähnlich). Stattdessen:NS-Verherrlichung und Revisionismus: Der NS-Staat wird als positive „Antiglobalisierungsbewegung“ dargestellt, die nur durch „Präventivkriege“ gestoppt wurde. Das ist klassische rechtsextreme Geschichtsklitterung.
andreaskemper.org +1
Revolutionäre Rhetorik: Es wird von „Krise – Chance – Auftrag“ gesprochen, einer kommenden „politischen Revolution“, in der eine „identitäre Systemopposition“ die Führung übernehmen soll. Das zielt auf systemüberwindenden radikalen Wandel ab, nicht auf konkrete Gewalttaten.
campact.de
Solche Texte sind verfassungsfeindlich und NS-nah (wie vom Verfassungsschutz bewertet), aber kein direkter Gewaltaufruf im strafrechtlichen Sinne (§ 126 StGB o. ä.). Höcke selbst wird wegen Verwendung verbotener NS-Parolen („Alles für Deutschland“) verurteilt, nicht wegen Gewaltaufrufen.
zdfheute.de
Zusammengefasst: Die Identität ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben, die Texte sind extrem rechtsextrem und NS-verherrlichend, aber kein expliziter Gewaltaufruf. Die Debatte basiert vor allem auf Recherchen von Andreas Kemper und offiziellen Einschätzungen.
Mit Björn Höcke sprechen?
Ja selbstverständlich, auch ich würde das tun.
Ich würde sogar mit Artur_C sprechen.
Die bahnbrechenden Bücher zu Hitler sind längst geschrieben, z.B.:
Sebastian Haffner – „Anmerkungen zu Hitler“, von 1978,
oder wer es konservativer mag, als Kinofilm:
Joachim C. Fest : „Hitler – eine Karriere“. von 1977,
um mal zwei Standardwerke aus den 1970ern zu nennen.
Wer Nennenswertes zur Diskussion beitragen will, müsste sich erst durch eine Vielzahl von Literatur wühlen. Das bedeutet aber Arbeit. Vielleicht kennt jemand andere Titel?
Und der Thüringer Hanswurst von der AfD ist ein müder Aufguss längst vergangener Zeiten. Mit ihm oder über ihn reden? Wozu?
Einspruch. Tatsache ist, dass die einfachen Lösungsvorschläge der AfD bei vielen Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Das sind keine Historiker, keine Psychologen, keine Soziologen, keine Juristen und auch keine Ökonomen, und selbst dann, wenn man Historiker, Psychologe, Soziologe usw. ist, gibt es einen kategorialen Unterschied.
Nehmen wir z. B. Psychologen. Ein Psychologe kann sein Wissen und seine Kenntnisse einsetzen, um Menschen, die an psychischen Problemen erkrankt sind (Schizophrenie, Depression und was es da sonst noch so alles gibt), zu helfen. Man kann dieses Wissen aber auch einsetzen und bei einem Großkonzern PR-Kampagnen entwickeln, um Greenwashing und Socialwashing zu betreiben. Man kann auch als PR-Berater für die Regierung arbeiten, um die Bürgerinnen und Bürger zu manipulieren und für die Kriegspolitik der Regierung zu begeistern.
Herrn Höcke, Frau Weidel usw. zu ignorieren, ist eine mögliche Strategie. Aber wie man sieht, ist diese Strategie nicht sehr erfolgreich.
Insofern darf man auch nicht ÜBER Herrn Höcke reden, damit ignoriert man die Ursachen und treibt noch mehr Wählerinnen und Wähler in die Arme der AfD. Man muss geradezu MIT Herrn Höcke reden.
Herr Höcke ist nicht der personifizierte Teufel, das war Hitler auch nicht. Dazu wurde er erst von vielen Politikern, Historikern, Journalisten usw. nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht. Man blendet damit aber ganz bewusst den demokratischen Niedergang der Weimarer Republik und damit die ökonomischen, sozialen und politischen Entstehungsursachen des Dritten Reiches aus. Hitler ist nicht aus der Hölle hervorgekrochen, er war kein „Betriebsunfall der Geschichte“ (Fritz Fischer). Das Dritte Reich war aber auch kein „Vogelschiss“ (Alexander Gauland, AfD).
Man muss, wenn man mit Herrn Höcke redet und ihm in diesem demokratischen und sozialen Bundesstaat (siehe Art. 20 Grundgesetz von 1949) öffentlich eine Bühne bietet, selbstverständlich dann auch kritische Fragen stellen und darf ihm keinen Honig um den Mund schmieren wie das viele Journalistinnen und Journalisten der bürgerlich-konserverativ-liberalen Mitte mit den Politikerinnen und Politikern der Regierung tun.
Wenn man das macht, dann kann Herr Höcke zeigen, was er intellektuell draufhat und was er politisch will. Jahrelang war die AfD z. B. gegen den gesetzlichen Mindestlohn und wenn es darum geht, dass der gesetzliche Mindestlohn um ein paar lausige Cent erhöht werden soll, dann stimmt die AfD immer dagegen. Auf der anderen Seite hat die AfD-Vorsitzende Frau Weidel kein Problem damit, öffentlich mit einem narzistischen und milliardenschweren „superreichen“ Plutokraten wie Elon Musk zu sprechen, der Hitler unwidersprochen als „Kommunisten“ bezeichnet.
Dann müsst ihr eben mit einem Faschisten wie H. reden. Wenn es der Sache dient. Gebt seinem kruden Denken ruhig eine Plattform, seid ihm seine nützlichen Idioten.
Ich für meinen Teil habe im Laufe meines Lebens genug gelesen und gesehen, um mir ein fundiertes Bild über Deutschlands faschistische Alternative zu machen. Das ist die Partei des reaktionären deutschen Monopolkapitals. Und wenn es Dich wundert, dass diese Partei gegen den Mindestlohn ist, mich wundert das nicht. Lohndrückerei ist deren Geschäft.
Ich frage mich, was soll der Mehrwert, was soll die Erkenntnis sein, sich mit der faschistischen Sicht von H. auf die Welt auseinanderzusetzen. Das haben andere schon in den Jahren nach 1945 getan, das Thema ist durch.
@Captain Sharky
Mir müssen Sie sein Weltbild nicht erklären. Mir müssen Sie auch nichts über Sozialdarwinismus, das Dritte Reich inkl. Euthanasie und Holocaust, den Zweiten Weltkrieg und die sogenannte „Entnazifizierung“ nach 1945 erzählen. Ich habe die AfD nicht gewählt und ich beabsichtige auch nicht, sie zu wählen.
Es gibt folgende vier Möglichkeiten:
1. Man ignoriert die AfD inkl. Höcke.
2. Die amtierende Regierung ändert ihre neoliberale Politik und bekämpft die Ursachen, die dazu führen, dass Leute Herrn Höcke und die AfD wählen und entzieht der AfD damit den Boden.
3. Man wartet auf den Weihnachtsmann und darauf, dass sich das Problem irgendwann von selbst löst.
4. Man redet mit Höcke, ohne ihm Honig um das Maul zu schmieren wie dies die Journalisten von ARD, ZDF, RTL. FAZ usw. mit Politikern von CDU, CSU, FDP, SPD und den Grünen machen, wenn sie diese interviewen.
ad 1: Diese Strategie ist bislang sehr „erfolgreich“, wenn man sich die Wahlerfolge der AfD ansieht oder?
ad 2: Wahrscheinlichkeit = 0
ad 3: Wahrscheinlichkeit = 0
ad 4: Es geht nicht darum, Höcke eine Plattform oder Bühne zu bieten, um sein „krudes Denken“ zu verbreiten. Es geht darum, dass Wähler und potentielle Wähler, die immer noch glauben, das wäre eine Partei, die sich für die Interessen der sogenannten „kleinen Leute“ und der hart arbeitenden Menschen einsetzt, durchschauen, dass diese Partei das nicht macht. Selbstverständlich gibt es auch Leute, die davon profitieren würden, wenn die AfD ihre Politik durchsetzen könnte. Aber die große Mehrheit der AfD-Wähler würde sich damit auf die eigenen Finger hauen, weil sie das nicht durchschauen.
Das setzt allerdings einen Gesprächspartner voraus, der Höcke gewachsen ist. Also Leute wie Markus Lanz, Caren Miosga, Dunja Hayali und Sandra Maischberger fallen da schon mal weg.
Es gibt auch Themen, die von der AfD gezielt besetzt werden um damit Wähler zu gewinnen, weil diese Themen von den anderen Parteien und den Mainstream-Propaganda-Medien bewusst ignoriert werden z. B. die Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen.
Welche Strategie hat die größte Erfolgswahrscheinlichkeit?
@DIRTY OPERATING SYSTEM:
Ich sehe das im Grundsatz genauso: Mit der AfD und auch mit Höcke zu diskutieren, um Widersprüche offenzulegen, wäre aus meiner Sicht das demokratisch bessere Mittel. Nicht, weil man deren Positionen verharmlosen sollte, sondern weil man sie argumentativ stellen muss.
Gerade das permanente Verteufeln und moralische Ausgrenzen treibt viele Wähler doch erst recht zur AfD. Es bestätigt deren Erzählung: „Die da oben haben Angst vor uns, deshalb lassen sie uns nicht reden.“
Ein AfD-Verbot halte ich ebenfalls für hochriskant. Die Wähler verschwinden dadurch nicht. Im Gegenteil: Viele würden sich erst recht bestätigt fühlen.
Entscheidend wäre ein Gesprächspartner, der ruhig, gut vorbereitet und hartnäckig nachfragt: Was bedeutet das konkret? Wer profitiert davon? Welche sozialen Folgen hätte diese Politik?
So entlarvt man eine Partei nicht durch Etiketten, sondern durch ihre Antworten.
@ DOS : Gab es nicht vor einiger Zeit ein längeres Gespräch (Witzleben?)
zwischen Hocke und Ulrike Guerot ?
Es ist interessant, dass Sie, wie auch viele andere in diesem Forum, ein bemerkenswertes Menschenbild haben: Der normale Bürger ist unfähig, selbst zu denken. Nur Sie und die „Partei“ – sozusagen die „Avantgarde“ ist dazu befähigt. Und somit ist es auch nur für Sie und Ihre Genossen erlaubt, Politik zu gestalten.
Das ist genau das, was zwei Diktaturen auf deutschem Boden ermöglicht hat.
Wie kommen Sie dazu, die BRD als Diktatur zu bezeichnen?
Oder meinen Sie all die Betriebsdiktaturen im Land, wo einer sich als Chef aufspielt und alle anderen haben nach seiner Pfeife zu tanzen?
Dauss ich aber Einspruch einlegen für eine Anmerkung. Höcke ist Westfale. Der ist in Lünen geboren und aufgewachsen. Der ist ein Westexport in den Osten. Lebt mittlerweile in Thüringen, aber er bleibt trotzdem ein Wessi. Da wandelt er auf sehr vielen Neonazispuren, als in dem 1990ern viele Neonazis aus dem Westen sich in der ehemaligen DDR umtaten.
Zitat: „… dieser Höcke ist kein Hitler, Vergleiche dieser Art verbieten sich. Wer sie ernst meint, ist ein historischer Armleuchter.“
D’accord, Das sehe ich auch so, aber es funktioniert. Diese simplen Botschaften (Höcke = Nazi = böser Mann) verfangen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern inkl. den „Omas (und Opas) gegen Rechts“, so wie das seinerzeit auch bei Hitler funktioniert hat, nur eben mit anderem Vorzeichen.
Dann muss man keine Probleme mehr analysieren, man braucht auch nicht über Ursachen reden. Das ist wie beim Krieg in der Urkraine: Putin = Angriffskrieg = böser Mann. Ursachen, Hintergründe, Zusammenhänge, wer profitiert von diesem Krieg und wer bezahlt dafür, das wird einfach ignoriert und ausgeblendet.
Wie formulierte es der Kabarettist Volker Pispers: Wenn der Feind bekannt ist, dann hat der Tag Struktur. Das gilt nicht nur für Rechte, für Linke, sondern auch für die bürgerlich-konservativ-liberale Mitte.
Von dem inzwischen verstorbenen Liedermacher Franz Josef Degenhardt stammen folgende Zeilen:
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Sing nicht ihre Lieder
Geh doch in die Oberstadt
Mach′s wie deine Brüder
Dieses Lied stammt aus dem Jahr 1965! Das war 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Frau Miosga ist Geburtsjahrgang 1969. Woher soll sie also dieses Lied kennen?
Diese Methode und einfachen Botschaften funktionieren allerdings auch bei vielen Bürgerinnen und Bürgern, die Herrn Höcke und Frau Weidel wählen: Alle Asylbewerber sind kriminelle Messerstecher. Auch hier ist die „Lösung“ doch einfach. Man macht alle Grenzen dicht, schiebt alle Asylbewerber ab und alle (deutschen) Bürgerinnen und Bürger leben im Wohlstand. Über die ökonomischen und sozialen Ursachen von Flucht und Vertreibung muss man dann auch nicht mehr reden und ob dann alle Deutschen im Wohlstand leben würden, daran kann und sollte man begründete Zweifel haben.
Hinzukommen Arroganz, Ignoranz, Dekadenz und Opportunismus vieler Journalistinnen und Journalisten der bürgerlich-konserverativen Mitte, die sich selbst allerdings für „links“, „aufgeklärt“ und „gebildet“ halten, weil sie irgendwann einmal irgendwas studiert und dieses Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Eingebildet ist nüchtern und bei Lichte betrachtet in vielen Fällen sicherlich zutreffender.
Aufklärung und Kritik an der herrschenden Nomenklatura gibt es nicht, weil viele Journalistinnen und Journalisten der bürgerlich-konservativ-liberalen Mitte selbst Teil dieser Nomenklatura sind. Gendern ist super, aber schafft das auch bezahlbaren Wohnraum für Normal- und Geringverdiener? Selbstverständlich nicht, aber das interessiert doch keine Journalistin und keinen Journalisten, wenn man selbst zu den sogenannten „Besserverdienern“ gehört.
Das gilt nicht für alle Journalistinnen und Journalisten, denn Ausnahmen wie zum Beispiel Patrick Baab bestätigen die Regel. Dazu gibt es ein sehr aufschlussreiches Video von Herrn Baab, einem ehemaligen und langjährigen Mitarbeiter des ÖRR, auf YT: Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben.
Nachdem viel Hype um das Interview gemacht wurde, habe ich mal für ein paar Minuten reingehört. 4 Stunden Interview. Was soll das? So viel Lebenszeit möchte ich nicht darauf verschwenden. Aber was ich gesehen habe, war der gleiche Interviewstil den Frau Miosga mit dem Bundeskanzler pflegt. In dem Interview erzählt Höcke, wie er an seine alte Schule zurückkehrt. Das ist BUNTE-Niveau. Nein, ich halte Höcke nicht für einen Nazi. Aber ich würde ihm ein paar harte Fragen stellen. Z.B: „Stellen sie sich vor, alle Menschen mit ausländischen Wurzeln würden morgen nicht zur Arbeit kommen. Ein Generalstreik aller ausländischen Arbeitskräfte. Was meinen Sie? Was würde dann noch funkionieren?“ Ich weiß nicht ob harte Fragen gestellt wurden, ich habe für drei oder vier Minuten mal ein paar mal hin und hergesprungen. Dann hat es mir gereicht. Diese liebedienerischen Interviews kann man in die Tonne treten. Man schaue sich mal im Vergleich das Interview an, das Günter Gaus mit Rudi Dutschke geführt hat. Das hatte intellektuelle Substanz. 40 Minuten lang. Die Konzentration, mit der dieses Interview geführt wurde, war auf beiden Seiten zu spüren. Wahnsinn.
https://www.youtube.com/watch?v=SeIsyuoNfOg
Was würde denn noch funktionieren, wenn alle Arbeiter mit deutschen Wurzeln streiken würden? Hätten durchaus Grund dazu.
Der gewöhnliche MSM-Journalist hält den Medienkonsumenten für beliebig manipulierbar und glaubt daher, dieser sei zu keinem eigenen Urteil fähig. Daher darf eine Unperson wie Höcke sich und sein Program nicht ohne Konfrontation darstellen. Attackiert man ihn nicht, geht der dumme Zuschauer ihm doch auf dem Leim.
Die Kritik an diesem Interview ist ein Offenbarungseid für die Erziehungsjournalisten und zeigt, was sie von Demokratie wirklich halten. Nichts!
Sehr sehr schön, Höcke, Merz, sehr sehr schön. Hauptsache ja nicht über BSW (oder beliebige andere totgeschwiegene) und was die zu sagen haben reden oder berichten. An sich wie immer. es ist höchst aufschlussreich über was NICHT berichtet wird. Und fast noch aufschlussreicher, dass dies unisono geschieht quer durch die ganze Medienszene von ÖR, privaten Systemmedien bis zu den sogenannten alternativen Medien.
Da mag an Zufall glauben wer will. Es ist reiner Budenzauber. Alles was wirklich für das System gefährliche Opposition sein könnte wird, auch in den sogenannten Alternativen , konsequent totgeschwiegen und hinter solchen Operettenkonflikten versteckt. Dabei will ich nicht in Abrede stellen, dass die AfD in manchen Dingen wirkliche Opposition ist. Der Witz ist der, dass genau diese Dinge auch wieder konsequent totgeschwiegen werden.
Ich würde mich nach sorgfältiger Vorbereitung eventuell gerne mit Herrn Höcke unterhalten, wenn eine Möglichkeit bestehen würde, diesen Gesprächskanal unter demokratischen Bedingungen zu etablieren, befürchte aber, dass er sich hiervon nicht ohne Weiteres begeistern ließe. Weiß das Overton-Magazin schon, unter welchen Bedingungen ich mich als Privatperson mit unserem künftigen Potentaten ins Benehmen setzen darf? Gibt es eine Warteliste? Was mag das kosten?
Ja im Prinzip hat der Höcke sich als Opfer inszeniert:
gibt ja nicht mal mehr Gaststätten mit deutscher Speisekarte!
Griechen gibts, und Inder, aber nix, wo anständig Sülze serviert wird!
Dem Manne kann geholfen werden mich wundert dass da die AfD nicht drauf kommt:
einfach ringsum so’n paar Kneipen aufmachen mit den gewünschten Menüs.
Gejammert hat er auch, die deutsche Sprache würde verhunzt, grausliges ‚Denglish‘.
Als Lehrer wäre er besser aufgehoben,
da könnte er die Kids damit triezen,
aber wehe, der würde die ganze Nation- was immer das sei- mit sprachlichen Zwängen überziehn-
welches Zeitalter darfs denn sein? Lutherdeutsch? Bismarkdeutsch?
Das wußte der selber nicht so recht, unglaublich was der rumgeeiert hat,
und ich frage mich wie man so einen ernstnehmen kann, der solche halbgaren Sachen absondert.
Die 4 Stunden waren gut zu bewältigen, mit dem Trick einfach die Geschwindigkeit hochzudrehn.
Wenn man sich selber überzeugen will, was das für einer ist.
Staatsmännisches Format? Fehlanzeige.
Eher provinziell drittklassiges Niveau.
Ich würde sagen: Setzen! Sechs! mal die Hausaufgaben machen!
Pranzt zwar mit vorgeblicher Bildung, aber das ist alles Inselwissen, ohne Zusammenhang.
Also: kein Mann für dieses Land.
Letztlich gehts beider Diskussion nicht um Journalismus, wie man am Beispiel Miosga sieht. Es geht darum Meinungen die man nicht hören will „einzuordnen“ äh wegzucanceln.
„Journalisten, die nicht mit jedem sprechen wollen, sollten sich besser einen Job ohne Kundenkontakt suchen.“
Na hier lässt der Autor jetzt aber endgültig die Katze ausn Sack was er unter Journalismus versteht.
Es wird ja auch so den zeitgenössischen
Journalismus beigebracht und gesetzlich eingehegt.
Das dieser keinen Kundenkontakt mehr mit Hitler hat ist wohl ein Unding.
Aber K.I. könnte helfen.
https://youtube.com/shorts/pdyYMEGRb-A?feature=shared