
War mein Opa Nazi? Der Spiegel will, dass ich das herausfinde. Und was, wenn ich es weiß? Diese Nazi-Schau wirkt mehr und mehr wie ein toter Fetisch.
Seit Wochen springt es den Besucher der Spiegel-Webpräsenz ins Auge – ganz prominent an oberster Stelle: Was hat Opa eigentlich damals getrieben? War er in der Partei, hat er Kriegsverbrechen begangen? Das Magazin hat Millionen Mitgliedskarten der NSDAP digital aufbereitet, damit jeder nachschauen kann, was die Vorfahren angestellt haben. Familienrecherche sei jetzt nämlich notwendig. Der Spiegel lässt nicht locker. Finden Sie heraus, was Ihre Familie unter Hitler getan hat! Und auch: Das Lügen hat ein Ende! Die Spiegel-Kartei bringt nun Aufklärung.
Nun, vielleicht bin ich ja taktlos, aber so recht erschließt sich mir nicht, warum man 80 Jahre nach Ende jenes fatalen Krieges nochmal auf Ahnenforschung gehen sollte. Welche Lügen, wie es heißt, würde man damit denn aushebeln? So gut wie alle, die in dieser Kartei vorkommen dürften, sind längst tot und lügen damit auch nicht mehr. Und will man der 101-jährigen Großmutter wirklich noch ein Streitgespräch aufs Sterbebett binden? Aus meiner Warte ist das sinnlos, nicht mehr wert als eine Möglichkeit zum Stöbern, wie man als Neugieriger auch alte Plattensammlungen durchforstet, weil es sich eben anbietet. Und was, wenn der Name eines Ahnen vorkommt? Es ist besorgniserregend, wie das Magazin hier den einstigen Anspruch, man möge sich erinnern, zu einen sinnentleerten Fetisch umfunktioniert – aber das passt freilich auch zu dieser Zeit.
Opa auf der Krim
Ich weiß wenig über Großvaters Kriegserlebnisse. Auf der Krim war er. Die Deutschen vergessen heutzutage gerne, dass sie die Halbinsel damals gerne annektiert hätten. Daran sollten sie sich heute aber erinnern und etwas Demut zeigen. Stalingrad: Dieser Kelch ging an ihm und damit auch an mir vorbei. Wäre er dort gelandet, gäbe es diesen Artikel nicht. Später war er in russischer Gefangenschaft. In Sibirien. Er kam 1950 nach Hause. Nicht sonderlich mangelernährt. Ohne Ödeme, die Mangelernährung gemeinhin verursacht. Andere Rückkehrer sahen da viel mitgenommener aus. Meine Tante freute sich, dass sie nun auch einen Papa habe – die Väter anderer Mädchen kamen früher nach Hause. Oder waren nie weg. Die Russen, so erklärte Großvater, wenn er überhaupt mal was über jene Zeit preisgab, seien nicht so schlecht zu ihnen gewesen. Dargestellt hatte man das in Deutschland damals anders. Die meiste Zeit schwieg er sich über jene Zeit aus. Jahre später, mein Großvater war längst tot, sichtete meine Großmutter im Fernsehen Bilder einer Kriegsgefangenenweihnacht. Schwarz-weiß, Tannenbaum und einige wohl singende – der Film war ohne Ton – Ex-Soldaten der Wehrmacht. Sie glaubte ihren Hans erkannt zu haben. Mein Vater zeichnete eine Wiederholung der Sendung – ich glaube, sie lief im ORF – auf. Wieder und wieder spulten wir vor und zurück. Aber nein, es war nicht ihr Hans – diese deutschen Kerle sahen sich damals alle ziemlich ähnlich. Und sie hießen fast alle Hans.
Beziehungen halfen ihm nach der Rückkehr dabei, eine Stelle im örtlichen Automobilwerk zu bekommen – Audi zahlte dann auch bis zum Tode meiner Großmutter eine zusätzliche Witwenrente an seine hinterbliebene Ehefrau. Er war als Lederer ausgebildet, aufgewachsen in Regensburg, in direkter Nachbarschaft zu den Thurn und Taxis‘. Meine Großeltern bekamen Jahre nach seiner Heimkehr eine zweite Tochter – meine Mutter –, weil er wenigstens ein Kind aufwachsen sehen wollte. Heute würde man feststellen, dass sein Nachkriegsleben ein Ausbund an kleinbürgerlicher Spießigkeit war. Arbeit, Familie, kein Fußball, aber dafür die Kleingartenanlage. In letzterer fiel er eines schönen Tages um. Schlaganfall. Schon auf der Fahrt ins Krankenhaus verstarb er. Er war Anfang 60. Geboren wurde er 1914 – der Erste Weltkrieg tobte da bereits. Wie kann man jemanden das Spießige verübeln, wenn man davon ausgehen muss, dass er Höllen durchschritt? Sabine Rennefanz, Kolumnistin des genannten Magazins, arbeitet sich indes daran ab, was die Kartei über unsere Verdrängung verrät. Als sei Verdrängung ganz und gar unmenschlich.
Hat mein Großvater Johann als Wehrmachtssoldat Menschen getötet? Beweisen lässt es sich nicht, aber erahnen schon. Hat er Soldaten im Gefecht erschossen? In so einer Konstellation wäre das normal und alles andere nur verwunderlich. Hat er bei standrechtlichen Erschießungen mitgewirkt? Zivilisten, Frauen, Greise und Kinder gar, vor einem ausgehobenen Loch hingerichtet? Das lässt sich nicht verifizieren. Natürlich war ich neugierig und habe dann die Datenbank, die der Spiegel so exzessiv anpreist, gesichtet. Aber nichts, ein Mann, der den Namen meines Großvaters trägt, lässt sich dort nicht ausfindig machen. Muss ich jetzt von seiner Unschuld ausgehen? Darf ich das hoffen?
Opa? Kenne ich nicht!
Und was würde mir eine solche Hoffnung eigentlich einhandeln? Schließlich kannte ich den Mann, der mein Großvater war, überhaupt nicht. Sein Tod ereignete sich zwei Jahre vor meiner Geburt. Alles, was ich über ihn weiß, habe ich aus zweiter Hand erfahren. Verklärungen inklusive. Hans war der beste Gatte aller Zeiten – und der feinste Vater auf Erden. Das so zu sehen ist für Hinterbliebene mehr als legitim, hilft aber in keiner Weise dabei, einen Menschen nähergebracht zu bekommen. Wenn ich also ehrlich bin, ist Omas Hans in all den Jahren meiner Existenz ein Fremder für mich geblieben. Es macht für mich wenig Unterschied, ob man von meinem Großvater spricht, von meinem Ururgroßvater, der vielleicht um das Jahr 1850 geboren wurde oder von einem mittelalterlichen Handwerker aus dem Umkreis Regensburgs. Mir fehlt schlicht der Bezug. Die Figur, die mir meine Oma in Gesprächen vorstellte, war eine Skizze, vielleicht sogar eine Karikatur des Menschen, den sie liebte. Man kann ihr das – wie gesagt – nicht zum Vorwurf machen. Aber wie sollte ich Gefühle entwickeln als Nachgeborener? Kann man denn überhaupt jemanden lieben, den man nie kennenlernen konnte?
Was ich sagen will: Es macht für mich also überhaupt keinen Unterschied, ob ich nun erfahren würde, dass der beste Gatte auf Gottes weitem Rund, im Krieg unbewaffnete Menschen erschoss oder nicht. Und man steinige mich bitte nicht sofort, sondern erst nach dem nächsten Satz, aber die Frage, die sich stellt, liegt doch auf der Hand: Wäre er meiner Mutter ein schlechterer Vater gewesen, wenn so eine Schandtat bekannt gewesen wäre? Würde es, erführe sie heute von väterlichen Verbrechen, ihre Erinnerungen an ihn so belasten, dass sie ihre Kindheit als Betrug einordnen würde? Und müsste sie – weil es offenbar auch zur Maxime des Spiegel-Projektes gehört, wir kommen gleich darauf zurück – mit ihm brechen und ihn posthum ächten und sich entlieben müssen? Was hätte ich von der Gewissheit, dass Opa ein Mörder war? Entschudligen Sie meine Offenheit, aber was hat das alles mit mir zu tun? Mich treiben ganz andere Sorgen um. Nicht der Zweite Weltkrieg, sondern der Dritte, wenn man es ganz genau wissen will.
Vor 81 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Vor 76 Jahren kam mein Großvater zurück aus der Sowjetunion. Darf man freundlich darauf hinweisen, dass das ein langes, fast gänzlich umfassendes Menschenleben her ist? Ist es noch Teil der Aufarbeitung, jetzt den Lesern und Abonnenten den Auftrag ans Herzen zu legen, eine ganz besondere Form der Familien- und Ahnenforschung anzustellen? Wem hilft das? Zumal die damaligen Zeitgenossen, wie Opa Hans, längst beerdigt wurden – sicher, es gibt noch Zeitzeugen, aber die Reihen lichten sich beträchtlich. Muss man die Aktion des Nachrichtenmagazins als die letzte Zuckung eines Komplexes sehen, den man hierzulande seit vielen Jahren als »Aufarbeitung« kennt? Davon ist fast auszugehen – und so penetrant, wie der Spiegel jetzt täglich zur Recherche auffordert, drängt sich der hässliche Gedanke auf, dass diese »Aufarbeitung« nicht mehr ist, als ein etablierter, aber gänzlich sinnentleerter Fetisch, dessen Stoßrichtung von gravierender Sensationslust getragen ist.
Opa war kriegstüchtig
Umso mehr, da wir aktuell in einer Zeit leben, in der sich die Aufarbeitung endlich bewähren könnte – was sie aber nicht tut. Wieder sprechen wir im Ton der Untermenschenverachtung von den Russen – erneut will man Russland ruinieren und es in einen Krieg verwickeln, es am Ende besiegen. Erinnerungstage finde ohne russische Delegationen statt – nicht die Russen bezwangen das nationalsozialistische Deutschland, sondern angeblich die Amerikaner ganz alleine. Geschichtsvergessenheit: Ihr wollte man doch den Kampf ansagen! Kriegstüchtig soll das Land werden. Kriegsbereit gar. Und schon wieder erklärt eine Regierung auf deutschem Boden, bis wann man militärisch in vollem Saft stehen muss. In dieses Klima, in dem es sich lohnen würde, zurückzublicken und verstehen zu wollen, erklärt der Spiegel, man solle die Sünden des Großvaters recherchieren. Als sei damit alles geklärt, als könne man auf diese Weise noch so tun, als sei den Deutschen ihre Geschichte nach wie vor wichtig und bewusst. Der Spiegel simuliert gewissermaßen die Verinnerlichung der deutschen Geschichte – bedient aber nur einen oberflächlichen und vulgären Schuldkomplex.
Ja, ich habe das Wort bewusst gewählt – Schuldkomplex! Mir ist vollumfänglich klar, wer ihn gerne gebraucht. Vielleicht sollte man sich eingestehen, dass diese unappetitlichen Gesellen, die schon seit Jahrzehnten von einem solchen Komplex sprechen, am Ende nicht ganz falsch lagen? Wenngleich vermutlich aus anderen Gründen. Denn es zeichnet sich ab, dass die »Aufarbeitung« und »Erinnerungskultur« viel zu stark mit Schuld arbeitete – wie es der Spiegel aktuell auch tut – und viel zu wenig mit Zusammenhängen und nüchternen historischen Fakten. Wie war das damals wirklich? Welche gesellschaftlichen Dynamiken forcierten die Entwicklung? Wer wählte denn nun die NSDAP und warum? Warum fielen so viele um, speziell die ehemaligen Wähler der KPD und die Arbeiter? All das ist ziemlich unterrepräsentiert in jenem Komplex, mit der man Deutsche der Nachkriegszeit und darüber hinaus erzog. Die Schuld stand aber im Zentrum – später modifizierte man sie zu einer Form der Erbschuld. Und je länger nun die bestialischen Ereignisse von damals zurückliegen, desto plumper bedient man die Schuldhaftigkeit.
Wie geht das denn zusammen, einerseits ohne historische Anleihen nehmen zu wollen, eine erneute Eroberung Russlands in den Raum zu stellen – und gleichzeitig den Leuten zu erklären, dass es verdammt wichtig sei zu wissen, was der Opa auf dem Kerbholz hatte, als er damals Teil des Russland-Feldzuges Hitlers war? Die Erinnerungskultur hat offenbar völlig versagt – und die Spiegel-Aktion ist ein Beleg dafür. Wäre das Anliegen der Aktion seriös, müsste man Opas Verbrechen in Relation zum NATO-Kurs gegenüber Russland setzen. Wieder ein Russland-Feldzug? Diese Frage müsste man sich stellen – und zwar unabhängig von einem russischen Verschulden oder Eskalieren des ukrainischen Bürgerkrieges. Stattdessen suhlt man sich in der möglichen Schuld von Altvorderen, die längst begraben sind und suggeriert den Menschen, man habe die Geschichte nicht vergessen. Wenn dann herauskommt, dass Opa an einem Kriegsverbrechen beteiligt war – ja, was dann? Dann folgt daraus zweierlei. Einerseits redet man sich in diesem Falle ein, verantwortungsvoll mit der Historie umzugehen – und andererseits kann man dann selbstbewusst ausrufen: Diesmal – ab 2029 – stellen wir es ohne Kriegsverbrechen an! Versprochen! Wir haben aus unserer Geschichte gelernt!
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„erneut will man Russland ruinieren und es in einen Krieg verwickeln“
Es sei daran erinnert, dass man Russland nicht in einen Krieg verwickeln will, sondern dass Russland 2022 einen Krieg begonnen hat mit dem es sich selbst gerade ruiniert!
Und vielleicht sollte die Propagandisten in Russland mal in der Spiegel App recherchieren bevor sie wieder solchen Blödsinn wie mit dem angeblichen Nazigroßvater von Olaf Scholz herausposaunen.
Manchmal wünscht man sich, dass bei solchen hochgeistigen Kommentaren das Internet für eine Weile nicht funktionieren würde.
@Titel: „Wir sollen Russland besiegen“ Es müßte gemäß der West-Eliten lauten: „Wir wollen Russland vernichten“ um nichts anderes geht es diesen Kriegstreibern. Tote, egal auf welcher Seite sind diesen Kriegstreibern egal so lange es nicht sie selbst oder ihre Bagage betrifft. Nazi-Opa wird sich freuen über diesen Rachefeldzug für den verlorenen Krieg
Die Eskalation wird immer weiter getrieben bis Russland der Geduldsfaden reißt und das ist von den Kriegstreibern gewollt. Man muß sich nur das Großmaul Rutte anhören.
Von den jetzigen Politikern kann man keine Umkehr zum Frieden erwarten und wenn wir als Bevölkerung es nicht stoppen werden wir mit denen untergehen.
Jetzt kommt die Fußball-WM, eine hervorragende Ablenkung um weitere Schweinereien vorzubereiten.
Wie das ausgehen könnte kann man sich bei Alex Wellerstein ansehen
Alex Wellerstein
NUKEMAP is a web-based nuclear weapons effects simulator. I created it in 2012 (and did all programming, design, and research on it). Since then it has had many updates to its effects model and capabilities. It has been used by over 20 million people globally, and has been featured in both academic and general-audience publications and television shows for depicting nuclear weapons effects. “The scariest site on the Internet isn’t lurking on the dark web, but hiding in plain sight at nuclearsecrecy.com,” says The Washington Post.
A screenshot of NUKEMAP, showing a vast fallout plume over the northeast United States, with a calculation of over three million deaths and even more injured
A screenshot from NUKEMAP, showing the effects of the first hydrogen bomb ever tested, had it been detonated on the island of Manhattan. The fallout plume is visible, and the fatalities and injuries are calculated in the many millions.
NUKEMAP is essentially a “mash-up” of Samuel Glasstone and Philip J. Dolan’s The Effects of Nuclear Weapons (1977) and online map programs (initially Google Maps, but now MapBox). It allows a user to simulate a nuclear detonation (with several possible parameters, including explosive yield and height of burst) anywhere on the world. It gives information about the ranges of prompt effects (blast, heat, acute ionizing radiation), delayed effects (fallout contamination), and calculates estimates as to the numbers of possible casualties based on an underlying database of global ambient population density.
NUKEMAP on the Daily Show with John Stewart
NUKEMAP made an appearance on the Daily Show with John Stewart in 2013.
NUKEMAP making an appearance on the Jimmy Kimmel show
A printout from NUKEMAP was used (with permission) by Irwin Redlener (of the National Center for Disaster Preparedness) in his appearance on Jimmy Kimmel Live! in 2017.
NUKEMAP is not the first such website to have been created, but its ease and quickness of use, extensive information, and deeply-developed effects model have led it to become the “gold standard” in such websites. It also features an extensive FAQ that explains the origins of the models, qualifies their accuracy, and in general attempts to set a high bar for technical transparency.
NUKEMAP 3D on Fox News
NUKEMAP 3D made an appearance on Fox News in 2015.
As a result, NUKEMAP has been used by scholars, commentators, and journalists across the political spectrum — a rare case of a 21st century tool about a controversial technology that has allowed people of differing opinions to at least agree on the basic technical dimensions of the problem.
A screenshot of NUKEMAP 3D, which shows a large mushroom cloud over Manhattan
A screenshot from NUKEMAP 3D, showing the mushroom cloud of a 20 kiloton detonation over lower Manhattan.
In 2013, I also released a version of NUKEMAP called NUKEMAP 3D, which does the same functions albeit also allowed the rendering of a three-dimensional mushroom cloud in the Google Earth API, allowing an additional visual dimension of the size of these weapons to be more intuitively understood. Unfortunately, Google discontinued support for the necessary API code in 2016, and the code is no longer operable. There is a (somewhat inadequate) work-around (the cloud shapes can be exported to Google Earth Pro, as described in the link above).
In 2014, NUKEMAP was a finalist for a National Science Foundation “Vizzies” Award for Data Visualization.
A screenshot of the MISSILEMAP webite
MISSILEMAP showing a hypothetical Minuteman missile launch.
A screenshot for MISSILEMAP, showing a series of rings over Moscow
A zoomed-in screenshot of MISSILEMAP, showing accuracy rings (Circular Error Probable, in blue), and a designated area of very high blast pressure for a given missile. The application allows the user to “animate” the accuracy of the missile, as well as calculate the Single Shot Probability of Kill for arbitrarily-sized targets.
In 2017, I also developed the MISSILEMAP, a variant of NUKEMAP that visualizes the relationship between nuclear missile range and accuracy and the explosive payload, showing how nuclear planners regard the military utility of these weapons. It allows one, for example, to determine why a nation might aim several weapons at a single target in order to reach a guaranteed confidence in its destruction.
A screenshot of stylized rings over a city, showing areas of effects
A screenshot from the Outrider/NUKEMAP application.
In 2018, I worked with the company BlueCadet to develop a variation of the NUKEMAP with funding from the Outrider Foundation targeted towards younger audiences. Along with generating significant news coverage, it was named as a finalist for the 2018 Science Media Awards at the Jackson Hole Wildlife Film Festival.
https://alexwellerstein.com/
https://alexwellerstein.com/projects/nukemap/
https://nuclearsecrecy.com/nukemap/
Danke für diesen sehr treffenden Kommentar. Was ich vielleicht noch ergänzen würde ist, dass das offizielle Gedenken heute immer zielgerichtet ist. Wir gedenken der Toten nicht, weil sie tot sind, und unter oft jämmerlichen Umständen sterben mussten, nicht einmal der memoria wegen, seit wir vom Glauben abgefallen sind. Wir gedenken der Toten, um die AfD zu verhindern, um Unseredemokratie zu retten, etc. – dieses Gedenken macht die Opfer des Nationalsozialismus zu Mitteln eines Zwecks, mithin zu Objekten (des staatlichen) Handelns. Ein klarer Verstoß gegen das Menschenwürdegebot aus Art 1 I GG.
Ich nenne das finales Gedenken.
Das vom Autor beschriebene „negative‟ Gedenken („Mein Opa war ein Mörder‟, wer sich an die NPD Demos gegen die Wehrmachtsausstellung erinnert) tut letztlich das gleiche, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Und verwerflich finde ich hier auch, dass man das gratismutig zu einem Zeitpunkt anfängt, wo, wie der Autor ja auch ausführt, kaum einer der Beschuldigten sich noch selbst zu der Entnazifizierungsakte einlassen kann. Es ist billig, sich an der eigenen Gerechtigkeit zu erfreuen, in dem man jemanden verurteilt, der sich nicht mehr verteidigen kann.
„Dann folgt daraus zweierlei. Einerseits redet man sich in diesem Falle ein, verantwortungsvoll mit der Historie umzugehen – und andererseits kann man dann selbstbewusst ausrufen: Diesmal – ab 2029 – stellen wir es ohne Kriegsverbrechen an! Versprochen! Wir haben aus unserer Geschichte gelernt!“ – das fast es gut zusammen: Gutmenschentum, Doppelmoral und camouflierte, bürokratische Bösartigkeit.