Wenn Blinde sich für sehend halten

ARD-Hauptstadtstudio, in Comic-Stil entfremdet.
Berlinautor, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vernarrt in ihre »Narrative« über den Ukraine-Krieg verlieren Deutschlands Qualitätsmedien zunehmend den Kontakt zur Wirklichkeit. Und wundern sich, dass viele ihnen nicht mehr vertrauen.

Neulich bei Lanz: Der Politologe Johannes Varwick, engagiert für die Rolle des Putin-Verstehers, plädierte für Deeskalation: »Wir sollten eruieren, wie Putin aus dieser Situation herausfinden kann, ohne dass er sein Gesicht verliert oder seine Macht in Russland.« Da war Markus Lanz natürlich außer sich, ebenso wie die Grünen-Politikerin, der Militärexperte und die ukrainische Journalistin, die zufällig ihre Brötchen bei einem transatlantischen Thinktank verdient. »Was kümmert es uns, ob Putin sein Gesicht verliert!? Die NATO kann gar nicht eskalieren, da Putin ja angefangen hat. Eskalieren kann nur Russland. Und weil die NATO nicht eskalieren kann, kann sie auch nicht deeskalieren. Und überhaupt … mit Putin kann man nicht verhandeln, weil er sich eh nicht an Verträge hält. Selenskij hat übrigens gerade Verhandlungen mit Putin per Dekret verboten. Natürlich enden Kriege immer am Verhandlungstisch. Die Ukraine kämpft auch für unsere Freiheit. Nur der hochverehrte Präsident Selenskij darf entscheiden … Und überhaupt, nur Putin-Versteher und Verräter können etwas Anderes behaupten.« Die ganze irre Litanei also, die Deutschlands Meinungselite wie eine tibetanische Gebetsmühle herunterleiert.

Moment! Es war gar nicht Varwick, der die oben zitierten Worte sinngemäß aussprach, sondern der amerikanische Präsident Joe Biden. Schade eigentlich, dass Biden sie nicht bei Lanz aussprach. Wie hätten der Moderator und seine handverlesenen Gäste wohl reagiert? Vermutlich hätte ihnen das blanke Entsetzen im Gesicht gestanden. Und die ausgedachten Floskeln, die sie so oder so ähnlich garantiert vorgebracht hätten, wenn nicht Biden, sondern Varwick, Harald Welzer, Richard David Precht oder Alice Schwarzer diese ketzerischen Gedanken ausgesprochen hätte, wären ihnen nicht über die Lippen gekommen. Man wird ja mal träumen dürfen.

Glauben statt Wissen

Ähnlich wie Sektenmitglieder nicht verstehen können, warum der Rest der Welt nicht wie sie die Apokalypse herannahen sieht, die nur aufgehalten werden kann, wenn alle für den Guru ihr letztes Hemd geben, so kann auch die deutsche Journaille partout nicht nachvollziehen, warum so viele Bürger ihr Glaubensbekenntnis nicht teilen. Das kann natürlich nur am schädlichen Einfluss der russischen Propaganda und ihrer fünften Kolonne liegen. Oder an Begriffsstutzigkeit. Oder an Feigheit. Selbst hält man sich natürlich für ganz besonders mutig und sonnt sich in dem Gefühl, die Moral für sich gepachtet zu haben. Dass es nicht allzu viel Mut erfordert, vom Schreibtisch aus für die Fortsetzung des Krieges bis zum »Sieg« zu trommeln, während ukrainische und russische Soldaten in Scharen verrecken, ja, darauf müsste man halt erst mal kommen.

Dass große Teile der Bevölkerung die Kriegsbegeisterung der Grünen und der deutschen Qualitätsmedien nicht teilen, könnte damit zu tun haben, dass Moralapostel sich notgedrungen umso tiefer in Widersprüche verstricken, je verbissener sie sich in ihr manichäisches Weltbild hineinsteigern. Wenn die Ukraine grundsätzlich gut ist und Russland böse, Selenskij ein Held und Putin der Teufel in Menschengestalt, dann versteht es sich natürlich von selbst, dass die Russen das von ihnen besetzte Atomkraft Saporischschja selbst beschossen haben müssen. Da es keinen Beleg für diese steile These gibt, zitiert man, wie das ZDF, erst mal ausführlich die ukrainische Seite, die eben dies behauptet, und erwähnt dann ganz am Rande, dass Russland das Gegenteil behauptet.

So ist der Ausgewogenheit Genüge getan und die Zuschauer sind auf das »richtige« Gleis gesetzt worden. Der Chefredakteur der konservativen Schweizer »Weltwoche«, Roger Köppel, hat das typische Vorgehen deutschsprachiger Medien in seinem Video-Blog kürzlich wie folgt beschrieben: Kritisch seien sie nur gegenüber der russischen Propaganda, nicht aber gegenüber der ukrainischen. »Und wenn die Wirklichkeit dem entspricht, was der Kreml sagt, dann entscheiden sich die Medien gegen die Wirklichkeit.«

Wunschdenken schlägt Realitätssinn

So kann es, im Eifer des Gefechts, schon mal passieren, dass die Tagesschau einen ukrainischen Artillerieangriff auf einen Markt in der von Russland besetzten Stadt Donezk versehentlich als russischen bezeichnet, obwohl die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters das Geschehen korrekt wiedergegeben hatten. Hier Absicht zu unterstellen, wäre dennoch verfehlt. Man darf sich das so ähnlich vorstellen wie bei dem Bericht über den notorischen Aufschneider Maxwell Chikumbutso aus Simbabwe, der einen Fernseher erfunden haben wollte, der aus Funkwellen Strom erzeugt. So schön, dass es einfach wahr sein muss, dachte man sich wohl bei tagesschau.de und posaunte den Unsinn gleich mal in die Welt hinaus. Wunschdenken schlägt Realitätssinn.

Solche Fehler sind aber gar nicht schlimm – für die Journalisten, die sie begehen. Man aktualisiert dann eben stillschweigend die Meldung oder löscht sie einfach. Das Kalkül: Im Zweifel sind immer die Russen schuld, und wenn sich später herausstellen sollte, dass es die Ukrainer waren, erinnert sich eh keiner mehr an die falsche Schuldzuweisung. Diese Einschätzung mag für den einzelnen Medienbeitrag zutreffen. Doch wenn sich solche Fälle häufen, spüren selbst eher unkritische Medienkonsumenten irgendwann, dass sie nicht objektiv informiert werden. Es sei denn, sie haben sich selbst schon von der Kriegsbegeisterung anstecken lassen.

Verschwörungstheorien

Wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt, kann die Einordnung wichtiger Geschehnisse durch die Medien recht genau vorhersagen. Dass irgendwelchen ausgewählten Experten zufolge wahrscheinlich die Russen die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 zerstört haben würden, war klar. Vorsichtshalber werden die Experten in den Talkshows und Interviews erst gar nicht gefragt, für wie wahrscheinlich sie eine amerikanische, polnische oder ukrainische Urheberschaft halten. Stattdessen räsoniert man über das Für und Wider einer russischen Täterschaft, und hofft wohl, dass beim Publikum hängen bleibt, dass es nur die Russen gewesen sein können. Ist das »Narrativ« erst einmal gesetzt, lässt es sich prima als Munition nutzen, um zu begründen, weshalb der Westen auf den Sturz Putins setzen solle. Stephan-Andreas Casdorff hat vor wenigen Tagen in einem Kommentar für den Tagesspiegel gezeigt, wie das geht. Putin benehme sich »wie einer mit schräger Psyche«, schreibt Casdorff. Mit so einem kann man natürlich nicht verhandeln, soll der Leser denken. Um zu belegen, dass Putin verrückt sei, behauptet Casdorff unter anderem: »Er jagt seine Pipelines in die Luft.« Außerdem lüge er, opfere seine Soldaten und lasse zu, »dass, wer seinen Truppen in die Fänge kommt, gefoltert wird«. Weshalb es »unvorstellbar« sei, dass Joe Biden oder Olaf Scholz Putins »blutige Hände« schüttelten. Leider erwähnt Casdorff nicht, ob westliche Politiker künftig noch die blutigen Hände ihrer chinesischen, saudi-arabischen oder türkischen Kollegen schütteln dürfen.

Völlig klar war für die Qualitätsmedien bis vor kurzem auch, dass auf keinen Fall die Ukraine hinter dem Mord an Darja Dugina stecken könne. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) informierte seine Leser im August unter der Überschrift »Kiew spricht von Propaganda – FSB veröffentlicht Video von angeblicher Dugina-Mörderin« kurz über die russische Version des Geschehens, wonach der Mordanschlag auf die »Kriegsbefürworterin« vom ukrainischen Geheimdienst ausgeführt worden sei. Sodann wurden ausführlich die Dementis der ukrainischen Regierung, ungenannter russischer Oppositioneller sowie des ultrarechten Asow-Regiments aufgelistet. Alles in allem dennoch ein vergleichsweise sachlicher Artikel. Ganz anders Frank Herold in seinem Kommentar für den Tagesspiegel. Aus der unbestrittenen Tatsache, dass Putin schon des Öfteren Menschen über die Klinge springen ließ, wenn es seinen Interessen diente, folgerte Herold freihändig, dass der Kreml auch hinter dem Mord an Dugina stecken müsse. Indem er die Ukraine beschuldige, dafür verantwortlich zu sein, könne Putin »die perfekte Umkehrung von Täter und Opfer erneuern«, mit der er den Krieg rechtfertige.

Fehler … passieren halt mal

Dummerweise stellte sich jüngst heraus, dass, nach Informationen von US-Geheimdiensten, die ukrainische Regierung den Mordanschlag genehmigt haben soll. Genauer gesagt: von »Teilen der ukrainischen Regierung«, wie aus der Presse zu erfahren war. Wie so oft im Leben war es also die wahrscheinlichste Theorie, die sich als zutreffend herausstellte, nicht die an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorie, die so gut zum Narrativ gepasst hätte. Das Medienecho auf diese Enthüllung fiel, wie zu erwarten, mau aus. Ach so, ja, haben wir uns halt geirrt, wird man sich in den Redaktionsstuben gedacht haben. Breiten wir den Mantel des Schweigens darüber aus. Auch darin ist man ja geübt.

Ob Bidens neue Kompromissbereitschaft oder Selenskijs unsäglicher Vorschlag, die NATO möge über einen Präventivschlag nachdenken, um einem russischen Atomwaffeneinsatz zuvorzukommen – was nicht ins Narrativ passt, wird kurz vermeldet und verschwindet dann flugs wieder von der Agenda. So wird man es wohl auch halten, falls wider Erwarten irgendwann der Beweis dafür erbracht werden sollte, dass die beiden Ostseepipelines von »befreundeten« Staaten beschädigt wurden. Die Aufregung wird sich rasch wieder legen und die Leitartikler werden plötzlich entdecken, dass es doch eigentlich eine gute Tat gewesen sei.

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52 Kommentare

  1. Progressiv gedacht, ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht zu reformieren, weil das gesamte redaktionelle Personal ausgetauscht werden müsste.
    Das ist nicht möglich, auch wenn es gelänge die verwaltungs-, und programmbestimmenden Gremien des ÖRe, dem parteipolitischem Einfluss zu entreißen und in Zuschauer-/Hörerhand zu übergeben.

    Eine Krähe zöge die anderen Krähen wieder ins Boot.

    Wenn, müsste der ÖRe drastisch geschrumpft werden. Der Übersicht,
    Kosten und Kontrolle halber.

    Mit einem Rundfunkbeitrag zwischen 5 und 10 € könnte man leben, oder ?

    Sport, Geschwafel und schlechte Unterhaltung können die Privaten besser. Die Kernkompetenz des ÖRe
    war früher das journalistische Handwerk. Für nen Heiermann im Monat funktioniert das auch heute noch.

        1. Chavs: The Demonization of the Working Class. 2011. ISBN 978-1784783778 (dt. Prolls. Die Dämonisierung der Arbeiterklasse. VAT Verlag André Thiele, Mainz 2012).

      1. Aber die privaten Konzernmedien sind doch noch schlimmer und überhaupt nicht kontrollierbar.

        Das der ÖR große Probleme hat – meine Zustimmung.

        Aber alles privat – meine Ablehnung.

        1. Von „alles privat“ war nicht die Rede.

          Wer braucht 66 öffentlich-rechtliche Radiosender in Deutschland ?

          Warum wird die Hälfte des Rundfunkbeitrages für Renten und Rückstellungen eingesetzt ?
          Der Beitragszahler bezahlt mit 8-9 Euro pro Monat für die Rente von Buhrow, Schlesinger usw.
          Dieses Geld wird gar nicht fürs Programm verwendet.

          Nur zwei von vielen Beispielen..

        2. @oskarwagenrecht: „Alles privat“ ist, auch wenns vielleicht nicht böse gemeint war, ein Strohmann. Bei den privaten kann ich zumindest darauf verzichten ihnen mein Geld zu geben. Das ist immerhin ein Hebel, der mir und allen anderen beim ÖR seit 2013 komplett genommen wurde.

  2. Auch die ARD zelebriert Nachrichten deren Aussagen nur gemocht werden sollen – dem entsprechend wird gefiltert, verschwiegen und verdreht. Danach werden sie als das „vorherrschende“ Meinungsbild verbreitet, welches aber nur noch die Meinung der Herrschenden wiedergibt.

  3. Es geht halt nicht mehr anders. Die vom Autor angeführten Beispiele sind ja nur die Spitze des Eisbergs, wir werden inzwischen rund um die Uhr von nahezu allen Medien (egal, ob ÖR oder privat) manipuliert.

    Regierungen, die sich dazu entschieden haben, einer eigenen Agenda ohne Rücksicht auf die Bevölkerung zu folgen, müssen die Medien gleichschalten. Anders funktioniert solcherlei Politik nun mal nicht.

    1. Ich kann eigentlich keine Gleichschaltung der Medien durch die Regierung erkennen (nun ja, von Hinterzimmeragreements weiss ich nichts).
      Viel schlimmer scheint mir zu sein, dass diese Gleichschaltung freiwillig durch die Betroffenen selbst erfolgte. Wie sowas allerdings vonstatten geht, ist mir schleierhaft.

      1. Wenn Du Dich mit der Gleichschaltung während des Nationalsozialismus befasst: Die Gleichschaltung passierte weitestgehend freiwillig. Zumindest in der Anfangszeit.

  4. Sehr guter Artikel.

    Dazu noch etwas von der Bundeszentrale für politische Bildung.

    Kriege sind vor allem in demokratischen Gesellschaften gegen den Willen der Bevölkerung schwer durchzusetzen. Deshalb müssen Regierung und Militär sicherstellen, dass die Menschen den Krieg mittragen. Um ihr Ziel zu erreichen, setzen sie bewusst Medien als Mittel der Beeinflussung ein. Es wird ein Bild des Krieges vermittelt, das ihn als notwendig und unausweichlich darstellt. Den Versuch der gezielten Beeinflussung der Öffentlichkeit während eines Krieges bezeichnet man als Kriegspropaganda.

    und aus dem Völkerrecht, genauer Art. 20. der internationalen Konvention der Vereinten Nationen über bürgerliche und politische Rechte von 1966:

    Jede Kriegspropaganda wird durch Gesetz verboten.

  5. Ich wundere mich eigentlich nur noch darüber, dass bei uns die gelben Westen noch nicht ausverkauft sind.
    Scheinbar ist die Mehrheit geradezu dankbar dafür, nicht selbst denken zu müssen und dieses ganzen medialen Irrsinn erfolgreich zur Ablenkung vom eigenen Leben konsumieren zu können.
    Ob es sie am Ende von der Verantwortung für das eigenen Leben befreit, wage ich zu bezweifeln.

    Die Hoffnung der Regierenden, dass noch weniger Menschen bemerken, welche Verschiebungen aktuell realisiert werden, wenn sie sich zukünftig auch noch mit Cannabis selbst therapieren dürfen, ist nicht abwegig.
    Zumindest wird die Anzahl derer zunehmen, denen das dann auch noch egal ist.

    1. > Ich wundere mich eigentlich nur noch darüber, dass bei uns die gelben Westen noch nicht ausverkauft sind.

      Zum Beispiel weil ich, als ausgesprochener Kriegsgegner, nicht hingehe.

      Sobald die Ukraine besiegt ist, wird die Qualitätspresse eine Ukraine-Rochade machen.

      Rochade ist ein Begriff von Hadmut Danisch und beschreibt, wenn die Qualitätspresse über Nacht ihre Meinung radikal umdreht. Etwa in der Anfangszeit von Corona waren die Querdenker für Masken und die Qualitätspresse gegen Masken. Über Nacht wurde dann der Standpunkt ausgetauscht und auf einmal waren alle Nazi, die keine Maske trugen. Im Syrienkrieg gab es zwei solcher Rochaden. Vor dem Krieg war Assad ein demokratisch gewählter Präsident. Während des Krieges ein Schlächter und Diktator. Heute ist er wieder Präsident. Nach dem Ukraine-Krieg wird das Gleiche passieren.

      Und das Volk lernt nicht dazu.

  6. Ich habe mich immer gefragt, wie es Hitler seinerzeit geschafft hat, innerhalb von 6 Jahren sein Volk die Kriegsbegeisterung anzuerziehen. Aber man lernt nie aus.

    1. Die gleiche Methode wie heute auch: Durch Emotionalisierung (@Herr Rötzer, die Mechanismen wären mal ein Artikelthema).

      Spannend war dabei, dass die Nazis auf reale Probleme verweisen konnten und reale Lösungen brachten. Die starken Emotionen waren also nicht unbegründet. Die emotionalisierte Propaganda als wissenschaftlich erforschte, systematische Methodik wurde erst später entdeckt.

      Ein reales Problem war zum Beispiel der Verlust landwirtschaftlicher Flächen im Osten bei gleichzeitiger Flüchtlingsflut aus dem Osten (Deutsche, aber auch Russen, Ukrainer und interessanterweise auch hunderttausende von Juden). Die Lösung waren zum Beispiel massive Arbeitseinsätze in der Landwirtschaft um landwirtschaftliche Flächen zu erschließen.

      Andere reale Probleme mit realen Lösungen war die Massenarbeitslosigkeit durch die Weltwirtschaftskrise, der politische Bankrott der Weimarer Republik, die extremen Reparationsforderungen nach dem WK1, die extremen Sanktionen Deutschlands durch Westmächte, …

      Es gab auch kleine Sachen wie die Einführung des 1. Mai als Feiertag der Arbeiterklasse (ja, Hitler war tatsächlich Sozialist), Mutterschutzgesetze, Schwangerschaftsurlaub, verpflichtende Kantinen für Unternehmen, Ruheräume für Frauen. Während die Welt im Chaos der Weltwirtschaftskrise versank, hat Hitler Urlaubsheime gegründet um Normalsterblichen einen Ostsee-Urlaub zu ermöglichen.

      Aus unserer Perspektive von heute klingt es seltsam und wie Nazi-Sprache, aber aus der Perspektive der damaligen Menschen hat Hitler in der Zeit 1933 bis 1939 tatsächliche reale und erhebliche Verbesserung der Lebenssituation gebracht. Zum ersten mal seit dem ersten Weltkrieg konnten Deutsche wieder sowas wie Wohlstand erfahren.

      1. Htler hat dies, Hitler hat das… und Sozialist war er also auch noch. Geht’s noch @Tuka Ram?
        Jede einzelne der von Ihnen aufgezählten „Wohltaten“ des elenden Faschistenpacks diente nur dem einen Zweck, nämlich den nächsten Krieg vorzubereiten!
        „Sowas wie Wohlstand“ für gar nicht so wenige Deutsche gab es nach Ende der Hyperinflation spätestens wieder seit Mitte der Zwanziger in der Weimarer Republik. Und die „Welt“ versank auch nicht im Chaos, schon mal was von Roosevelt und New Deal gehört?
        Hier wurde und wird ja durchaus nicht immer faktenbasiert geschrieben, aber Ihr Kommentar belegt bis jetzt unangefochten Platz 1 auf der Liste der sinnfreien Kommentare.

        1. > den nächsten Krieg vorzubereiten

          Das ist zu plump und zu kurz gesprungen, dass ist die Nachkriegserzählung vom bösen deutschen Gen.

          > Sowas wie Wohlstand

          Das ist wieder zu kurz gesprungen. Vor der Hyperinflation gab es die Hungerjahre und nach der Hyperinflation begann die Weltwirtschaftskrise. Und dazwischen lagen die Reparationsforderungen und Sanktionen. Und zumindest für mich gehört zu Wohlstand auch politische Stabilität.

          > Roosevelt und New Deal gehört?

          Die Amerikaner kamen erst mit Beginn der Kriegswirtschaft wieder aus der Depression heraus, erst 1941 lag die Arbeitslosigkeit näherungsweise auf dem Niveau der Vorkrisenzeit und erst 1943 war die Arbeitslosigkeit wieder niedrig, das war fast zehn Jahre nach dem Deutschen Reich.

          Also etwas weniger Geifer bitte.

          Es wurde gefragt, wie Hitler eine so starke Unterstützung erreichen konnte. Und ein Teil der Antwort liegt in den politischen Aktivitäten Hitlers. Wenn Du Hitler auf Judenvernichtung und Krieg zu reduzierst, übersiehst Du die eigentlichen Mechanismen. Hitler ist nicht 1933 angetreten und hat Deutschland erklärt „in sechs Jahren fangen wir einen Weltkrieg an, lasst uns Hakenkreuze schwenken“.

          Die diabolische Leistung Hitlers bestand darin, dass im damals recht nüchternen und rationalen Deutschland eine starke emotionale Bewegung aufzubauen. Hitler war nicht böse weil er Hakenkreuze benutzt hat. Er hat Hakenkreuze benutzt, um ein leicht erkennbares Symbol der Bewegung zu benutzen. Der Ausgangspunkt von Hitlers Macht bestand darin bei Menschen Denken durch Fühlen zu ersetzen.

          Die gleichen Mechanismen, die durch Hitler entdeckt wurden, findest Du heute bei vielen anderen stark ideologischen Gruppen. Bei den Grünen oder den Woken zum Beispiel. Aber um die Mechanismen erkennen zu können, muss man sich den antifaschistischen Schaum vom Mund wünschen (übrigens der gleiche Schaum den die Faschisten vor dem Mund hatten) und anfangen sich mit der Mechanismen auseinander zu setzen. Ich glaube eine solche Auseinandersetzung dürfte für viele Menschen erschreckend und augenöffnend sein. In unserem Land wird immer ganz viel über Antifaschismus geredet. Tatsächlich sind wir jedoch wieder voll drin im 1000-jährigen Reich.

          Nur mal als Hinweis: Italien, Japan, Ungarn und Deutschland waren gleichermaßen faschistisch. Aber nur in Deutschland gab es Judenverfolgung (jedenfalls bis zur Besetzung Ungarns). Umgekehrt gelten Polen und Frankreich als Opfer des Faschismus, waren aber in Wahrheit genauso antisemitisch wie das Deutsche Reich. Judenverfolgung ist kein zwingender Teil einer faschistischen Weltanschauung. Ungarn hat keinen Krieg angefangen, war aber trotzdem faschistisch. Also ist auch Krieg kein faschistisches Merkmal.

          Die Grundvoraussetzung für Faschismus ist es Denken durch Fühlen zu ersetzen. Die zweite Zutat ist es, dieses Fühlen zu vereinheitlichen. Alles andere ist dann Folge. Hast Du mitbekommen, dass es während Corona Leute in Deutschland gab, die „Querdenker“ in Konzentrationslager einsperren wollten? Natürlich nur zum Schutz des Volkes. Der Schutz des Volkes war so ziemlich exakt die Begründung für Konzentrationslager bei den Nazis. Diese extreme Entgleisung während Corona wurde möglich, weil den Deutschen auf emotionaler Ebene mit Bildern und einer bildhaften Sprache Angst gemacht wurde und ihnen mit den Regierungsmaßnahmen eine Lösung vorgestellt wurde. Genau das hat auch Hitler gemacht.

          1. Guter Kommentar.
            Manchmal ist es hilfreich aus der eigenen, selbstgeschaffenen Denkstruktur rauszutreten und somit seinen Standpunkt zu ändern. Das ergibt folglich eine andere Perspektive.

          2. „Hitler ist nicht 1933 angetreten und hat Deutschland erklärt „in sechs Jahren fangen wir einen Weltkrieg an, lasst uns Hakenkreuze schwenken“.“

            Nein, er hat das bereits Jahre zuvor in seinem Machwerk niedergeschrieben. Jeder, der es wissen wollte, konnte es also wissen.

            Hitler hat gar nichts „entdeckt“, er und seine Schergen haben lediglich bekannte Konzepte der Massenbeeinflussung übernommen und zur Perfektion getrieben. „Symbole“ wurden z. Bsp. bereits von den alten Ägyptern benutzt.

            „Denken durch fühlen“ zu ersetzen ist eine uralte Methode der Herrschenden, um ihre Macht zu sichern. Das war also nicht neu und muss auch nicht zwingend zum Faschismus führen. Selbstverständlich gehörte diese Methode zum „New Deal“ von Roosevelt. Genausowenig wie in Deutschland verschwand die Wirtschaftskrise auch in den USA nicht über Nacht. Aber „gefühlt“ wurde den Menschen wieder eine Zukunftsperspektive gegeben. Der Auftrag Roosevelts war es, den Dampf dem Kessel zu kriegen, um die Macht der herrschenden Klasse zu sichern. Nur darum ging es dem Kapital, nur deswegen wurden dem gemeinen Volk Zugeständnisse gemacht, die vorher undenkbar waren.
            In Deutschland entschieden sich die Konzerne und Banken für die Diktatur und Krieg, indem sie einen Hitler groß werden ließen.

      2. „Zum ersten mal seit dem ersten Weltkrieg konnten Deutsche wieder sowas wie Wohlstand erfahren…

        Nicht nur das: Deutschland hatte damals wieder zu einem Selbstbewusstsein gefunden. Aber bereits knapp nach dem „Schandvertrag von Versailles“, wurden bereits von ausländischer Seite Stimmen laut – wenn auch nur leise – dass „man mit diesem Vertrag, den nächsten Krieg in 30 Jahren Hätte“, wie ein britischer Diplomat meinte. Und selbst Wilson bekannte offen: „Ich als Deutscher, würde diesen Vertrag, nicht unterzeichnen.

        Und wenn ein Volk gedemütigt wird, braucht es nur einen charismatischen „Führer“, der in der Bevölkerung wieder den Glauben an eine Zukunft schüren kann.

  7. „oder ob westliche Politiker künftig noch die blutigen Hände ihrer chinesischen, saudi-arabischen oder türkischen Kollegen schütteln dürfen.“
    Och, kein Problem, so von blutigen Händen zu blutigen Händen.

  8. Die sogenannten Meinungsmacher dürften mittlerweile reine Überzeugungstäter sein. Einseitig dumpf fröhnen sie opportunistisch der vorgegebenen Staatsraison.
    Und Staatswohl ist nicht Volkswohl.
    Da mittlerweile gerade im ÖR die Meinungsvielfalt zugunsten der strammen autoritären Scheuklappen-Linie ausgehebelt wurde, wird eine seriöse Berichterstattung ohne radikalste Reformen nicht möglich sein. Bei dem derzeitigen politischen Regime inklusive der Pseudo-Opposition wird es eher noch grausiger werden.
    Frei nach TSS: wer die Macht hat, hat das Recht, wer das Geld hat diktiert das Meinungs-Monopol.
    Vielfalt war vorgestern, Einfalt ist heute.

  9. Mein Dank an Hans-Dieter Rieveler für seine sehr klare und deutliche Aussprache der Problem der MSM.

    In der letzten Tagen nimmt in o-m die klare Kritik zu. Es wird weniger um den heißen Brei drumrum geredet. Das finde ich gut!

  10. Wenn ich die Nachrichten im Öffentlichen Fernsehen oder bei den Privaten sehe und höre, frage ich mich, ob die, die die Meldungen verbreiten, nicht merken, wie begrifsstutzig und blöd sie sind – ich frage mich, wie all die Personen sich fühlen.

    1. Hi Wölli,

      die hinter den „Journalisten“ stehenden wissen genau, was sie tun.
      Die Journalisten wissen genau, was die hinter ihnen stehenden für Texte, Filme, Nachrichten wollen….

      Wer dort aussteigt, verliert Job, Karriere, Geld, Freunde, Anerkennung und mitunter auch Frau und Familie.

  11. Vom frommen Glauben, den Hans-Dieter Rieveler und der „Russische Hacker“ teilen wollen

    Der RH hat oben folgendes gepostet:
    Dazu noch etwas von der Bundeszentrale für politische Bildung.
    „Kriege sind vor allem in demokratischen Gesellschaften gegen den Willen der Bevölkerung schwer durchzusetzen. Deshalb müssen Regierung und Militär sicherstellen, dass die Menschen den Krieg mittragen. Um ihr Ziel zu erreichen, setzen sie bewusst Medien als Mittel der Beeinflussung ein. Es wird ein Bild des Krieges vermittelt, das ihn als notwendig und unausweichlich darstellt. Den Versuch der gezielten Beeinflussung der Öffentlichkeit während eines Krieges bezeichnet man als Kriegspropaganda.“

    In der Tat ist ein ominöser „Wille der Bevölkerung“ die *ungenannte* Hauptfigur in Rievelers Stück. Aber wo ist der aufzufinden? Die BpB teilt es mit: In den Gesetzen, Verfügungen, allgemeiner den Verboten und Erlaubnissen der Regierungen. An die haben die Individuen der Staatsbevölkerungen jeden gesellschaftlichen Gestaltungswillen abzugeben, bei Strafe der Marginalisierung, der Ruinierung ihres Daseins, des Wegsperrens und ultimat des Todes, in dieser Reihenfolge.

    Die (un-)heimliche Botschaft der Rievelerschen Apologie anständigen, wahrhaftigen, einer Sorgfaltspflicht genügenden Journalismus lautet:
    Falls sich eine demokratisch formierte Öffentlichkeit der Kriegspropaganda der Regierung – die er ja nicht unterbinden will, siehe Marginalisierung_bis_Tod – völkischem Realismus und Opportunismus folgend, dem Willen und den Verfügungen der Regierungsverantwortlichen beugten, dann ginge der Krieg in Ordnung.
    HALT! Neenene! Da steht „Ordnung“, nicht „sei rechtens“. „Rechtmäßigkeit“ ist nicht Rievelers Thema!

    Sein Thema ist ein eigentümlich luxuriös erscheinender Gegenstand, an dem zu schaffen zu machen der bürgerliche Beruf eines Journalisten ist, weil das Daseinszweck eines Staatsinstitutes ist, der „Demokratischen Öffentlichkeit“: Es ist das Auseinanderfallen und wieder- oder neu-zusammenlegen von Recht und Ordnung.
    Das schwurbelte ich mir jetzt so zusammen, sagt ihr? Nö, es gibt dafür einen unwidersprechlichen Beweis – „uncontrovertible“, wie der Brite gern sagt – in der Gestalt der Strafgesetzgebung, die „(verfassungsrelevante) Delegitimierung von Staatsorganen“ unter Strafe stellt. Dieser Strafrechtsbegriff setzt eine Schranke, an der gilt „tertium non datur“, ein Drittes gibt es nicht. Entweder eine Tätigkeit im Institut der demokratischen Öffentlichkeit – d.h.: „nicht bloß eine Meinungsäußerung“ – ist delegitimierend, oder sie ist es nicht; und das verfügt für das Ganze des Instituts „demokratische Öffentlichkeit“, logisch und rechtlich, dass es die Staatstätigkeit zu legitimieren habe, ob das nun der Absicht und den Zwecken eines individuellen Teilnehmers in diesem Institut entspreche, oder nicht entspreche.

    Rieveler und der RH wollen den frommen Glauben teilen, daß dies „anders“ sei, wenn nicht „realiter“, so doch ideell (Rieveler) oder „recht eigentlich“ (RH), weil das sie selbst, ihren Status und ihre Tätigkeit in diesem Institut rechtfertigt (im Unterschied zu „legitimiert“)

    Ich verrate euch ein schmutziges, wenngleich ziemlich offen zutage liegendes Geheimnis:
    Die Staatspropaganda, Kriegspropaganda eingeschlossen und diese mit besonderem Nachdruck, richtet sich nicht an ein „Volk“, nicht einmal eine „Bevölkerung“, sondern an die Funktionseliten der Volksverwaltung. Die sollen „auf Linie“ gebracht, und mittels Kriegspropaganda zu Sonderanstrengungen motiviert werden, sich in der Konkurrenz um Pfründe und Daseinsgrundlagen innerhalb der erlesenen Stände zu bewähren.
    Und das tun sie dann halt, so oder so. Rieveler tut es just mit diesem Stück – halt abseits des „Mainstream“. Jedenfalls so lange, wie ihm das Strafrecht diese Option läßt.

    PS.: Wenn jetzt jemand denkt, diese meine „Meinungsäußerung“ sei häßlich und gemein, weil ich
    a) Rievelers gute Absichten nicht gelten ließe, und
    b) Doch bitteschön selbst nichts anderes täte
    weise ich das strikt zurück.
    A) Ist eine unsachgemäße Deutung, weil die „guten Absichten“ in meiner Darstellung nicht geleugnet sind, sondern im Gegenteil unverzichtbare Voraussetzung derselben, sonst hätte sie keinen realen Gegenstand.
    B) Ich tue sehr wohl etwas anderes, und hier ist das darin gegeben – tatsächlich ist das an dieser Stelle die einzige Möglichkeit, etwas „anders“ zu machen – daß ich die Selbstreferentialität des Rievlerschen Stücks dekonstruiere und vorstelle.

    1. „Die Staatspropaganda, Kriegspropaganda eingeschlossen und diese mit besonderem Nachdruck, richtet sich nicht an ein „Volk“, nicht einmal eine „Bevölkerung“, sondern an die Funktionseliten der Volksverwaltung. Die sollen „auf Linie“ gebracht, und mittels Kriegspropaganda zu Sonderanstrengungen motiviert werden, sich in der Konkurrenz um Pfründe und Daseinsgrundlagen innerhalb der erlesenen Stände zu bewähren.“

      Und damit das auch klappt, werden solche Beispiel öffentlichkeitswirksam an den Pranger der ÖR.

      Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, wurde vom Bundesinnenministerium freigestellt. Zudem wird ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

      Schönbohm werden fragwürdige (keine verbotenen, strafrechtlich relevanten) Kontakte vorgeworfen.

      Wer sich mit dem Feind unterhält fliegt. Das kommt mir irgendwie aus der NVA bekannt vor. Da flog auch ein Hauptmann (Bataillionschef) aus der Armee, weil er durch Selbstanzeige den Kontakt zu einem Onkel aus der BRD, welcher zu Besuch bei Ost-Verwandschaft war, gemeldet hat.

  12. Ich Leute erlebt, die in der Corona-Zeit sehr kritisch zu Mainstream-Infos waren.
    Und die auch erkannt haben, zu was die Medien alles fähig sind.

    Aber dann beim Thema Ukraine waren sie voll auf Linie

    1. Geht mir genau anders herum. Wegen Corona habe ich fein zugesehen, dass ich zeitig meine Impfungen bekomme und mich darüber hinaus vorsichtig verhalten. Noch heute habe ich ständig eine KN95-Maske in der Tasche, wenn ich das Haus verlasse, vorsichtshalber.

      Bei mir hört „der Spaß“ auf, wenn hier in Europa ein Krieg mit viel Zerstörung und vielen Toten provoziert wird und man mir auch noch einreden will, das müsse so sein.

  13. Wer aber vom westlichen Kapitalismus/Imperialismus nicht reden will, sollte auch von dessen Presselügen schweigen.

    https://www.youtube.com/watch?v=VJfcC2SeZ0g

    Zwar erinnert Herr Rieveler hier zutreffend (und Gott sei Dank) an einigen widerwärtig-kriegstreiberischen Systempessebrei.

    Mit dem völlig ironie- und gänsefüßchenfreien Anrufen der „Qualitätsmedien“ und deren gewähnter Aufgabe, wonach sich für die doch eigentlich „objektive“ Berichterstattung gehöre, zumal in unserer schönen Demokratie, sitzt Rieveler jedoch selbst der größten Propagandalüge auf und reproduziert sie.

    Bis der US-Imperialismus die BRD zum anti-sowjetischen Frontstaat ausbaute – und noch stärker bis vor 1933 -, war größeren Bevölkerungsteilen noch geläufig, dass ausnahmslos alle Presseerzeugnisse Propagandawerkzeuge ihrer jeweiligen Besitzer sind.

    Dass sich an diesem Zweck bis heute nichts geändert hat, an der Einstellung gegenüber den medialen Denkgiften der Herrschenden hierzulande jedoch alles, ist das Verdienst eben jener edelfedernden Gehirnwäscher und ihrer regierenden und systemoppositionellen Sugardaddys. All diese Beteiligten haben ein vitales Interesse daran, ihre Ergüsse mit den allerhöchsten Weihen auszustatten, bevor sie sie ihn in Umlauf bringen: „objektiv“, „wertebasierte Ordnung“, „seriös“, „Weltgemeinschaft“ etc. pp. usw. usf.

    Eine wirkliche Medienkritik hätte damit zu beginnen, zu benennen, wozu diese Lautsprecher tatsächlich – also objektiv – einzig auf der Welt sind und wozu diese Moloche (teilweise auch mit erpressten Zwangsbeiträgen wie der öRR, oder üppigen finanziellen Zuwendungen der Regierung während Corona) am Leben gehalten werden.

    Es müsste also gezeigt werden, was der mörderische kapitalistisch-mediale Normalvollzug ist, statt sich (erst) über vermeintliche Abweichungen (z. B. Presselügen) vom gewähnten grundguten Daseinszweck dieser Schundschleudern zu echauffieren.

  14. Statistisches Bundesamt Pressemitteilung Nr. 449 vom 20. Oktober 2022
    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/10/PD22_449_61241.html

    Wenn man sich unten die Daten anschaut und an das berüchtigte Zitat des Bundespastors Gauck denkt „Frieren für den Frieden“, so kommt bald zum frieren auch noch hungern und nicht arbeiten dazu! Danke dafür an die Olivgrünen, Kriegsgeilroten und nichtgenugverdienenkönnenden Gelben. Die Ampel muss weg!

    „Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), September 2022
    +45,8 % zum Vorjahresmonat
    +2,3 % zum Vormonat

    Den höchsten Einfluss auf den Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat hatten im September 2022 die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 192,4 % und für elektrischen Strom mit einem Plus von 158,3 %.

    Mineralölerzeugnisse waren 42,9 % teurer als im September 2021, gegenüber August 2022 stiegen die Preise um 5,9 %. Leichtes Heizöl kostete 84,4 % mehr als ein Jahr zuvor, Kraftstoffe 38,6 % mehr.

    Die Preise für Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten stiegen binnen Jahresfrist um 144,3 %, Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln fast gleich stark um 144,5 %.

    Die Preise für Verbrauchsgüter waren im September 2022 um 18,3 % höher als im September 2021 und stiegen gegenüber August 2022 um 1,3 %. Nahrungsmittel waren 24,2 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+72,2 % gegenüber September 2021), Schweinefleisch (+46,3 %), Käse und Quark (+39,7 %) sowie Milch (+37,5 %). Die Preise für unbehandelte pflanzliche Öle waren 35,7 % höher als im September 2021, sie waren im Vormonatsvergleich zum vierten Mal in Folge gesunken. Kaffee war 32,0 % teurer als vor einem Jahr.“

  15. Ja, und ich will nicht versäumen, zu ergänzen: Das wird für viele tausend, vielleicht zehntausende von Leuten, tödlich werden, namentlich unter Rentnern, Versehrten und Kranken.

    Deshalb sind allerdings Parolen, wie „die Ampel muß weg“, nicht weniger schwachsinnig. Gewiß, eine angepasste Armutsverwaltung und Einkommensverteilung könnte die extremsten Schäden und Lasten auffangen, aber dafür gibt es keine politische Adresse. Und gäbe es sie, würde sie auf EU-Ebene zuschanden. Und ginge sie dort nicht zuschanden, entstünde in der EU eine Lage, wie in der Türkei. Und an der kriegspolitischen Seite der Ursachen würde nicht gerüttelt, im Gegenteil, sie würde befestigt.

    Folglich, und das werde ich nur einmal sagen, könnte nur ein europaweiter Arbeiteraufstand etwas aufhalten. Aufstand, nicht „Demonstrationen“, also etwas, was die Herren mit Gewißheit versuchen würden, blutig zu vereiteln. Wer das nicht in Kauf zu nehmen bereit ist, bleibt eine klagende, jämmerliche Gestalt – das sage ich ohne jede Wertung. Es ist keine Schande, vor einer Übermacht zurück zu weichen bzw. zu kapitulieren, ich persönlich halte es allerdings für eine Schande, wenn sich Leute darüber allerlei Dünnpfiff vormachen, allerlei Einbildungen pflegen und Schuldzuweisungen verteilen.

  16. In der Tendenz korrekt. Nur leider weit zu grosszügig und die cui bono-Frage nicht stellend, deren Antwort bei K&K auch schon gegeben worden ist. In Deutschland will man den Krieg. Und man will ihn, weil man ihn, nach ’89 für eine weitere historische Gelegenheit hält, Deutschland wieder zu dem zu machen, was es ihrer Meinung nach sein sollte, die „Führungsmacht“ Europas (Lambrecht). Und dann veranstaltet man Umfragen und stellt fest, dass die Unterstützung dafür in der deutschen Bevölkerung mau ist. Und kommentiert dann (bei der ARD), das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Rolle sei eben noch unterentwickelt. Und getreu diesem Ziel wird berichtet und für die ‚gute Sache‘ gelogen, dass die Balken schon ganz verdreht sind. Und sich täglich weiter von der Realität entfernt. Die bekanntlich sich irgendwann immer durchsetzt.

  17. Die Kurzsichtigkeit, Blindheit der (ich weiß: das ist ein ein wenig diffuser Begriff) „‚Links’liberalen“, nicht nur in den Medien, ist schon krass. Letztlich nur weil sie ihren geliebten Kapitalismus unbedingt er- und behalten wollen (und ihre damit verbundenen Pfründe, selbstverständlich), bereiten sie in ihrem Wahnsinn das Feld für den Großen Rechtsruck (was man sehr schön immer mit zeitlichem Vorlauf in den USA sehen kann). Denn wie seit der Corona-Pandemie und insbesondere seit dem Russischen Einmarsch in die Ukraine die letzten journalistischen Standards und Barrieren vor dem „Stürmer“-Niveau weggerissen werden, ist atemberaubend. Ich habe das etwas zweifelhafte Glück, einige dieser Leute (aus der Medienblase) persönlich kennengelernt zu haben – die glauben wirklich, dass sie die Guten sind. Da fällt dir nichts mehr ein…

  18. Wenn man sachlich auf spiegel.de und taz online einiges richtig stellt oder auf Widersprüche hinweist, wird der Beitrag meist nicht frei geschaltet.

  19. (ein Hinweis: die Redaktionen sind nach innen nicht ganz so homogen und monolithisch wie sie nach außen wirken.

    Es gibt – theoretisch – Unzufriedenheit je nach Ressort – nicht zuletzt auch beim „technischen Personal“.

    Es sollte nicht überraschen, dass – ich habe keine Zahlen, nur die „anekdotische“ Erfahrung gemacht – polit. Selbstständigkeit dort zu finden ist, wo sich nicht die politischen Redakteure befinden.

    Professionalität führt eben auch zu Affirmation der politischen Kultur und Einengung von Perspektiven.
    Und das nimmt zu je höher die Position. Natürlich.

    Man frage Tonleute, Kameraleute, Cutter, Make-up usw. Die sind oft fortschrittlicher, „offener“
    Aber es gilt auch: „wir werden nicht gefragt“.

    Sie machen zwar eine gewaltigen Teil der ÖR Binnenkultur aus, werden aber weder gefragt noch öffentlich abgebildet.

    Anders gesagt, es ist eine Klassengesellschaft.
    (Zumindes hinsichtlich der ideologischen Durchdringung und der Hierarchie, nicht zwangsweise finanziell).

    2. Wenn die Öffis weg sind. Was kommt danach? Das ist die Gretchenfrage, die mir keiner gut beantworten kann.
    Denn man möge sich nicht täuschen: Die business-Modelle von Netflix und Co. sind für die „Kreativen“ oft eine noch größere Zumutung.

    Wo kein Staat mehr ist, wirkt die ökonomische Willkür vollständig.

    Und was eine Abschaffung von ÖRs mit den Medien macht, siehe GB und USA.
    Wir leben in der weniger schrecklichen Version.

    Ich habe hier keine Antwort wie sie sich reformieren lassen. Das ist so umfangreich, dass die Lösung einen eigenen Berufszweig beschäftigen könnte. (Deshalb tut es keiner.)

    Aber einfach „weg damit“ ist kein Weg. Es würde die Problematik verschärfen.
    Also aufpassen und nicht in die „Privatisierungsfalle“ tappen.

    Stoiber und Steinbrück haben das vor 15 Jahren mal versucht. Zum Glück wurde es abgeblockt. )

  20. Die Älteren unter uns werden sich noch an die Kirche erinnern. Das waren keine bösen Menschen, die die Ketzer verbrannt haben. Das war einfach Glauben.

  21. Brecht: Lied, im Gefängnis zu singen
    „Sie haben Zeitungen und Druckereien
    Um uns zu bekämpfen
    und mundtot zu machen
    (Ihre Staatsmänner zählen wir nicht!)
    Sie haben Pfaffen und Professoren
    Die viel Geld bekommen und zu allem bereit sind.
    Ja, wozu denn?
    Müssen sie denn die Wahrheit so fürchten?
    ..
    Sie haben Tanks und Kanonen,
    Polizisten und Soldaten
    [die wenig Geld bekommen und zu allem bereit sind.]
    Ja, wozu denn?
    Haben sie denn so mächtige Feinde?“

    Auch wenn uns der Optimismus etwas abhanden gekommen ist, diese Zeilen sind nach wie vor aktuell.

    Kohl hat sich einmal gerühmt, dass alle wichtigen Entscheidungen seiner Regierungszeit gegen den Willen von 75% der Bevölkerung durchgesetzt worden sind. Heute sind es ein paar weniger, die es mundtot zu machen gilt.

    Auch wenn ich ein paar Aspekte anders sehe, trifft Dagmar Henns Analyse weitgehend zu:
    de.rt.com/meinung/152128-alle-fur-nato-oder-was/

  22. Neueste Fake-Nachricht: Die Russen wollen den Staudamm sprengen, damit Cherson und Umgebung großflächig überflutet werden.
    Klar, denn wenn sie Cherson evakuieren und sich ggf. daraus zurückziehen, dann nur um sich selbst das zu erschweren.
    Dass die Ukrainer Minen im Oberlauf des Flusses zu Wasser lassen und sie gegen die Staumauer treiben, wird verschwiegen.

    1. Die Russen fluten sich selbst.
      Denen ist keine Strategie zu schmutzig.
      Die haben ja auch ein AKW beschossen, in dem sie sich
      aufhielten.
      Leute, die keine Raketen mehr haben,
      sind zum allem fähig.

    2. Wenn man sich Simulationen anschaut wie sich eine Zerstörung des Staudammes auswirken könnte, dann ist darauf zu sehen, dass die Stadt und große Flächen zu beiden Seiten des Flusses überflutet werden mit einer etwa 5 Meter hohen Flutwelle. Die Stadt wäre dann etwa 1 Meter hoch geflutet, das Wasser wäre dann aber nach ca. 3 Tagen wieder abgeflossen. Zwischen dem Staudamm und Cherson würde der Fluss natürlich auch zu beiden Seiten weit über sein Ufer treten. Allerdings wegen der Höhe des Geländes kaum auf die ukrainische Seite, sondern sehr weit und fast nur auf die russische Seite des Dnepr.

      Wie solch ein Szenario für die Russen von Vorteil sein sollte erschließt sich mir nicht. Auf der anderen Seite aber könnte eine Flutung Chersons und des rechts von Dnepr liegenden Tieflandes die Verteidigung der Stadt durch die Russen extrem erschweren. Wenn die Ukrainer also eine Offensive auf Cherson planen, wäre es eher für sie von Vorteil den Damm zu sprengen.

      Dann kommt aber eben folgende Meldung:
      Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal hat eine internationale Beobachtermission am Staudamm des Wasserkraftwerks Kachowka gefordert. „Wir rufen die Uno, die EU und andere Organisationen auf, eine internationale Beobachtungsmission für Kachowka zu organisieren“, sagte der Regierungschef. Internationale Experten sowie ukrainisches Personal müssten sich umgehend vor Ort begeben.

      Sie werden wohl nur solche Beobachter wollen, die dann genau „das Richtige“ berichten. Darüber hinaus wäre es wohl nicht so einfach festzustellen von wem denn die Minen in den Dnepr gelegt wurden. Wenn die schon drin sind, wird man das kaum erkennen können. Und wer sie wie gegen den Staudamm treibt, auch das wird nur schwer zu erkennen sein.

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