Tausendmal Du, tausendmal duhuhuhu …

Fingerfreunde
HridoyKundu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

… war in den Achtzigern eine beliebte deutsche Popnummer – ist heute aber übergriffige und dreiste Normalität.

Ich weiß nicht genau, wann es angefangen hat. Es muss in jenen Monaten gewesen sein, als die Stimmung im Betrieb schlechter, die Bürokratie lästiger, immer mehr Kollegen ihren Arbeitsplatz verloren. Da änderte sich der Ton, in dem die Chefs mit ihren Angestellten „kommunizierten“.

Bei den Betriebsversammlungen sprachen uns die „CEO’s“ plötzlich mit „Ihr“ und „Du“ an – so vertraut, so intim, als ob wir Freunde wären, Kumpel. Ich wollte das nicht. Niemand von meinen Kollegen, soweit mir bekannt, wollte diese pseudo-partnerschaftliche Anbiederei. Niemand fühlte sich dabei wohl. Dieses „Du“ suggeriert Gemeinschaft, Vertrauen. Familie. Aber das ist eine Firma nicht. Dieses „Du“ verschleiert die Machtverhältnisse.

Die vertragsbeendenden Schreiben, da stimmte plötzlich die alte Welt wieder, waren denn auch so wie früher: kalt. Eiskalt. Per Sie.

Duzen bei Ikea

Neulich nahm ich eine Tramperin (ja, das gibt es tatsächlich noch) im Auto mit. Sie war, schätze ich mal, gut 40 Jahre jünger als ich. Sie duzte mich, natürlich. Ihre Kleidung, es war eine Kluft, zeigte, dass sie auf der Walz war. Was für einen Beruf sie denn lerne? „Ich will Dachdecker werden“, sagte sie. Dachdeckerin? Nein, sagte sie, „Dachdecker“. Wir blieben beim „Du“.

Ich erinnere mich noch daran, wie erwachsen ich mich fühlte, als plötzlich nach den Sommerferien beim Übergang in die Oberstufe die Lehrer uns Siezen mussten. Das war ein Stück Emanzipation. Nun konnten uns diese Quälgeister nicht mehr so von oben herab herablassend striezen. Das „Sie“ zähmte die Wutausbrüche der damals noch sehr strengen Lehrer. Es machte den Unterricht etwas menschenfreundlicher. „Sie Versager!“, sagt sich halt doch ein bisschen schwieriger als „Du Versager!“

Das Duzen greift ja seit einigen Jahren heftig um sich, populär gemacht wurde es durch die schwedische Firma Ikea. Ob es dem Betriebsklima genutzt hat? Wohl nicht wirklich. Denn gerade haben viele Ikea-Mitarbeiter gegen ihre Duz-Chefs für bessere Löhne gestreikt – in Thüringen etwa zehn Wochen lang.

Schlechtes Deutsch, schlechte Bahn

Wenn Firmen beschließen, ihre Mitarbeiter oder ihre Kunden zu duzen – was ist das? Freundlichkeit? Frechheit? Anmaßung? Ich, als Erwachsener, ich möchte für mich bestimmen, mit wem ich vertraut umgehe und per „Du“ bin.

Der Auslöser für diese Überlegungen: ein Unternehmen, das mich seit vielen Jahren nervt. Die Deutsche Bahn AG. Gerade von so einem Laden möchte ich nicht geduzt werden. Die Bahn AG macht seit einiger Zeit eine große Werbekampagne unter dem Slogan: „Mehr Zuverlässigkeit für deine Reise“. Ich wusste bisher gar nicht, dass die Herren und Damen im Berliner Bahnturm zu Selbstironie fähig sind. Oder ist es Sarkasmus? Allenfalls 60 Prozent der Fernzüge sind derzeit pünktlich. Neulich wollte ich mit der Bahn von Hamburg nach Köln. Fast jeder zweite Zug war begründungslos gestrichen. Ich nahm dann das Auto.

„Ihr nutzt die Bahn so stark wie noch nie“, heißt es in dieser Werbekampagne. Dieses schlechte Deutsch entspricht dem schlechten Zustand der Bahn. Man muss heute so stark wie noch nie sein, um diese Bahn zu benutzen.

Hey, Du, Bahnchef …

Weiter mit der DB-Werbung: „Mehrere Tausend Streckenkilometer werden mit neuen Gleisen, Weichen, Signalen und Stellwerken ausgestattet.“ Nett, diese Worte, nur: In den vergangenen 30 Jahren wurde das Streckennetz systematisch demoliert – von 41.000 Kilometer auf 33.000 Kilometer runtergerockt, rund 60.000 Weichen wurden rausgerissen, unzählige Signale entfernt, über 100 Groß- und Mittelstädte vom Fernverkehr abgehängt. Die Folge: notorische Unzuverlässigkeit für deine Reise.

Aber nun, verspricht die Bahn, soll „das Reisen für euch noch komfortabler und entspannter“ werden. Hä? Bei meiner letzten Bahnfahrt war das so: Zwei Mal musste ich umsteigen, zwei Mal war der Anschlusszug weg, das unentspannte Hetzen und unkomfortable Wetzen von Gleis zu Gleis umsonst. „Denn wir wollen, dass ihr in Zukunft alle eine bessere und schnellere Reise habt.“

Mir wäre es schon recht, wenn die Bahn mich von Hamburg in meinen Heimatort auf der Schwäbischen Alb so schnell bringen würde wie vor über 30 Jahren. Da war der Zug um fast zwei Stunden schneller als heute – obwohl es da noch keine ICE-Rennstrecken gab. Also, Du, Bahnchef Richard: Vorwärts für deine Zukunft in die Vergangenheit!

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38 Kommentare

  1. Schöner Artikel!

    Ganz richtig: „Dieses „Du“ verschleiert die Machtverhältnisse.“
    Dazu passt dann die üble Team-Ideologie, die im Gefolge der McKinsey-Berater in Deutschland eingerissen ist. Ich vermute übrigens, dass dies auch mit ein Grund für die zunehmend schlechten Entscheidungen in vielen Bereichen gewesen ist.

    Nebenbei: Wer andere fremde Erwachsene einfach duzt, der verrät im Grunde entweder seine schlechte Erziehung oder aber den etwas plumpen Wunsch nach Anbiederei.
    Manche tun das ja auch hier im Forum … vielleicht in Erinnerung an frühere Gewerkschafts- oder Genossenzeiten. Aber hier ist keine Gewerkschaft und wir sind auch keine Genossen.

    Und über die Bahn … Na, da lohnt es sich gar nicht, hier Zeit zu verschwenden.

    1. Sie, Ihr, Herr, Frau, so hatten die Gemeinen den Adel anzusprechen (so den Überhaupt).
      Fühlen sich jetzt alle Adlig? Komisch, mir kommen die meisten eher Gemein vor.

  2. In Norddeutschland ist das Duzen üblich. Weite Teile der norddeutschen Steppe waren früher von den Dänen und Schweden besetzt. Die haben flache Hierarchien und dass allgemeine Du mitgebracht.
    Wer damit nicht klarkommt, wird in Hamburg mit Zugverspätungen bestraft.

      1. Die Bahn schafft in den Intercitys gerade die Restaurants ab.

        Das nennt man Kundenservice.

        Dann ist es dann auch egal ob Du, Sie oder Onkel.

    1. Und die Anrede Frau durch Weib?

      Nachgeschaut:
      Kunde, nachfragender Geschäftspartner
      Kunde (Prostitution), Jargonbezeichnung für einen Freier
      -Für mich gehört die 2. Position zur ersten dazu, wozu muß man die Unterscheiden?
      -Was ist daran nicht gut gemeint?

    2. Du da,

      wenn Respekt für SIE in den Bereich der Wohlfühlprobleme fällt, dann haben Sie offenbar absolut keine Probleme mehr, da Respekt obsolet – und das in jeder Hinsicht!
      Reeespekt 👍

  3. Die Großmutter eines Freundes kannte den Spruch folgendermaßen: Es lässt sich leichter DU A…loch als SIE A..loch sagen.

    Wie dem auch sei.
    Das SIE ist eine Form der Höflichkeit und des Respekts. Nur arme Geister und/oder ohne Kinderstube kennen den Unterschied nicht.
    Das DU hingegen muss erst erarbeitet werden!

    Bereits vor einigen Jahren wurde ich telefonisch durch eine bekannte KFZ-Versicherung geduzt. ABER nur derjenige, mit dem ich „Schweine zugeritten“ habe, kommt in diesen „privaten“ Genuß.☝️

    Und wer hier mangels Erziehung den Unterschied nie erlernte, lässt sich zumeist auch am Inhalt des Beitrages erkennen.🥱

    Wobei das woke DU natürlich eine perfekte Grundlage für einen homogenen Brei ist, da nichtssagend, unbedeutend und wertlos.

  4. ~ Das „Sie“ distanziert uns Menschen noch weiter voneinander …
    ~ „Sie … (irgendeine Beleidigung)“ läßt sich genauso leicht sagen wie „Du … (irgendeine Beleidigung“ – alles andere sind anerzogene Halbwahrheiten, die man überwinden kann
    ~ „Sie“ hat nichts mit mehr Respekt zu tun, auch das ist eine Plattitüde; Respekt ist eine Art Gefühl, welches ich unabhängig von „Du“ oder „Sie“ entgegenbringe
    ~ und zu guter letzt: Höflichkeit ist die leichteste Form der Verachtung

    … und die Höflichkeit und den Respekt erkennt man an der Kinderstube: „Nur arme Geister …“ (q. e. d., cui bono)

    1. Huch – ein sich angesprochen gefühlter 🙁. Aber immerhin haben Sie Ihre eigene, begrenzte Sichtweise sehr gut dargelegt, zusammengefasst und als Beweis angeführt!👍

      Wenn Sie das Erkannte noch positiv umzusetzen vermögen, steht Ihrem Überleben nichts mehr im Wege.

      Es sei denn, ihr Alias Soylent Green („steht für:
      Soylent Green, Originaltitel von … Jahr 2022 … die überleben wollen, Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1973
      Soylent Green, die namensgebende künstliche Nahrung aus Menschenfleisch im gleichnamigen Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1973“) ist Programm.
      DANN bedarf es natürlich keiner Höflichkeiten mehr. 🤣

      Good luck und wohl bekomm’s
      Pssst

  5. @Arno Luik

    Klares Jaber zu Ihrer Glosse; a) die DB war um Mitte der 1980er durchaus reklamefähig: deren Bahncard wurde so beworben: HALBER PREIS FÜRS GANZE VOLK; b) zum S-Idiotismus, der uns zum Hobbyvolk von -oft nach getaner Arbeit- verzweifelten Schrauber*innen machen will – nur Verachtung; und c) daß Telekom seit`n paar Monaten über deren 1155-Nummer ihre Kund*innen nur noch duzt dürfte deren Abgang in die Marktnische beschleunigen …
    Gruß, Sent

  6. In Schweden – wie im übrigen auch im Englischen – ist das Duzen üblich. Daher eben auch bei IKEA. Ob Du oder Sie ist nicht entscheidend. Entscheidend ist die wirkliche Wertschätzung der Arbeit. Alles andere ist nebensächlich.

    1. Falsch: Auf Englisch „Ihr“zt man sich, erkennbar am „are“ hinter dem „You“.
      Dass sich alle duzen, ist ebenso falsche wie kurzgedachte und nicht totzukriegende Legende.

  7. Ehrlich gesagt, ich kann dem Artikel nicht zustimmen. Es spielt wirklich keine Rolle, ob der CEO ein „Du“ oder ein „Sie“ verwendet. Wenn man die Sprache eines Menschen zur Grundlage der Kritik macht, dann ist man auch nicht besser als irgendwelche „woken“ Sprachpolizisten, die der Meinung sind, man sei ein schlechter Mensch, weil man irgendwann mal das Wort „Indianer“ verwendet hat. Nein, wenn wir in diesem Land endlich wieder vernünftige Umgangsformen haben wollen, dann müssen wir zu der Erkenntnis kommen, dass die Sprache eben NICHT den Menschen macht. Das heißt, ob man sich fürs „Du“ oder fürs „Sie“ entscheidet, das sollte jeder frei entscheiden können, ohne damit rechnen zu müssen, für die Verwendung des einen oder des anderen Begriffs gemaßregelt zu werden.

  8. Manchmal ist es aber auch der Unternehmensstruktur geschuldet. Internationale Unternehmen, insbesondere, wenn sie stark im englischsprachigen Raum unterwegs sind, entscheiden sich für das DU im Deutschen, weil es einfacher ist. Die englische Sprache kennt nur das You und das ist es. Der Unterschied, wenn er denn gemacht werden soll, liegt im folgenden Namen. Folgt ein Mr. oder Mrs etc, dann war mit dem you unser SIE gemeint. Kommt aber so gut wie nie vor. Meine Chefin wird mit dem Vornamen angesprochen, ebenso wie sie uns mit dem Vornamen anspricht. Für die deutschen Mitarbeiter, die zwischen den Sprachen hin- und herwechseln, wird es im Alltag einfacher, wenn man die Anredeform auf den Vornamen und DU verkürzt. Der Stilwechsel bei den Kündigungen ist allerdings durchaus ein Stilbruch. Das sehe ich auch so. Auch das kann man anders händeln, besser machen.

    Die Kunst liegt in der Grundhöflichkeit im englischsprachigen Raum, an die man sich sehr schnell gewöhnen kann. Bestimmte Dinge sagt man ganz einfach nicht und deshalb braucht man auch den Unterschied zwischen Sie und Du nicht. Es gibt Verhaltenskodexe, die sich auch auf die Schriftsprache erstrecken. Wenn wir nach Deutschland fahren und ich lese offizielle Briefe, dann schauert mich der oftmals aggressive Bulletpoint-Style. Man schickt keine Briefe, man donnert Menschen Nachrichten um die Ohren. Ist mir auch erst aufgefallen, als ich hier gelernt habe, dass es auch anders geht. Ich kann mich sehr gut an einen Business-English-Kurs in Deutschland erinnern, als meine Briefe immer vom Tutor mit der Bemerkung zurückkamen „Be more polite to the customer“. Damals habe ich das nicht verstanden, heute sehr wohl.

    Kultur meint eben nicht nur Kunst und Gewohnheiten, Schriftsprache und Umgangsformen gehören auch dazu.

    1. Letzteren kann ich voll zustimmen!
      Ich nenne deswegen „offizielle“ Briefe auch immer „wenn nicht, dann Tod“
      Allerdings gab es ja mal ein Schreibkultur … nur die ist vor die Hunde gegangen und der Refeudalisoerung des Systems geschuldet! Dem Pöbel darf man euhig doof kommen! Nett ist nur für Reichen und Mächtigen!

  9. Zum Duzen bei IKEA schreibt IKEA selbst:
    „Das Duzen über alle Ebenen ist keine Erfindung von IKEA und auch kein aufgesetztes Sprachsystem – es ist einfach schwedisch. In Schweden wird seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in der gesamten Gesellschaft geduzt. Damit haben die Schweden ein sehr kompliziertes und gestelztes System abgelöst, in dem beispielweise in Betrieben und Behörden Menschen nicht mit ihren Namen, sondern mit ihren Titeln angesprochen wurden, so dass sich der Herr Generaldirektor und die Frau Sekretären ziemlich umständlich begrüßen mussten. Seit Abschaffung dieses Systems (die vom damaligen Direktor der Gesundheits- und Sozialbehörde eingeleitet wurde), bleibt die formale Anrede dem König vorbehalten – der Rest der Bevölkerung spricht sich mit den Vornamen an und duzt sich.“

    Also das kann man ja durchgehen lassen. Ganz anders der Bahnvorstand. Der hat nun die zehnfachen Bezüge verglichen mit der Staatsbahn. Einziges Resultat der Privatisierung, die eigentlich damit enden sollte, dass wir alle Bahnaktien kaufen sollten. Was dann nicht passierte, weil der Ausgabekurs vernichtend niedrig wäre und von da nochmal abstürzen würde. Von so einem Vorstand will ich nicht geduzt werden. Allerdings.

    Was mich ein wenig wundert ist, dass der Arno so einen Bogen um Stuttgart 21 macht. Damals war er einer der führenden Protestler und hat DB-Akten geleakt. Wirklich erfolgreich war der Protest nicht, allerdings haben die Kritiker recht behalten: statt der geplanten 2 Milliarden sei mit 11 Milliarden zu rechnen. Diese Grenze wurde in diesem Jahr durchbrochen. Und damit ist nicht Schluss: man brauche jetzt da doch noch einen Kopfbahnhof. Also den, den man vorher mit Aplomb abgerissen hatte.

    Das wäre mal ein Thema. Meiner Meinung nach ist hier dieses neoliberale Parasitentum zu sehen, das immer weitere Milliarden vom Staat erpresst und dafür nur Mist liefert.

    1. Jaundnein: die S-Gesellschaft war, was sich auch sprachlich im SIE etwa der Kinder gegenüber den Eltern in Familien ausdrückte, sehr verknöchert-traditional. Dann kam die billigste Reform aller Zeiten bes. in S: die DUzreform. – Was IKEA wie zitiert abläßt: ja, deren erfolgreiches Geschäftsmodell beruht auf kumpelhaftem Du. Was soziologisch der arbeitende Kunde genannt wurde ist ´n IKEA-Ding. – Und gewiß bin auch ich und nicht erst seit vorgestern mittag gegen diese neo- oder pseudo-Parasiten, die bes. in der Schwindelpandemie Milliarden Staatsknete einstrichen – Autor Luiks Feuilletontext fand ich trotzdem so amüsant wie anregend.

  10. Auf der Suche im Netz nach möglichen Kunden, werden von mir alle ‚Du und Regenbogenfarben‘ Unternehmen von meiner Liste gestrichen.
    Das ehemalige Staatseigentum, wurde Marketingtechnisch den Leuten so verkauft, als würde der ‚freie‘ Markt mehr bieten, jetzt hat der Kunde den Salat und der Investor ein gutes Einkommen.
    Das mitgenommene Madel auf der Walz, sagte Dachdecker, wie süss!, denn so manchen Politdarsteller gehört das ‚Dach neu gedeckt‘.

  11. Duzen, wem Duzen gebührt.
    Vor einigen Jahren ging es in einer Radiosendung um einen Kinderarzt, der seine Patienten ab 14 siezte – für manche wohl zum ersten Mal in ihrem Leben (Willkommen in der Strafmündigkeit!). Das staatliche Du in Gesundheitsthemen (Impf-Werbung) hat sicher vielen zum ersten Mal in ihrem Leben klargemacht, dass sie keine „Respektspersonen“ sind (oder es je waren).

  12. Ganz schlimm: Die SB-Kassen beim Aldi, wenn es mal schnell gehen soll.
    Von einer Maschine geduzt zu werden ist entwürdigend. Diese widerliche Anbkederung an eine jugendlichen Zeitgeist ist einfach zum Kotzen.
    Das ist ein Laden, der mir Waren verkauft und damit Gewinn macht, sowas soll mich mit Respekt behandeln und nicht duzen.
    Oder andersrum: Ey, Du Aldi-CEO, gibt mir mal 10% Rabatt, dann können wir mal reden, ob das mit dem Duzen gehen könnte.

  13. Ich bin in öffentlichen Dienst, dort sehe ich mich in der Kaste des ausführenden Angestellten, sprich Sysadmin mit einigen Servern (Linux) Anstalts und auch Weltweit am tun, die Maschinen.
    Nun kommt ein/r in der Hierachie weit über meiner Gehaltsklasse, Kaste angesiedelte Person mit irgendwelchem Mumpitz an, und fragt dann, wollen Wir uns nicht duzen?
    Schon das zwingt mich darüber nachzudenken und ist für mich in dem Moment schon eine Herrausforderung, eine Forderung (die, die kommen sind in der Regel Jünger, so ca. 20 Jahre).
    Ich bin dann gezwungen, bzw. will das nicht, es sind de facto vom Status her Personen, die mir, salopp formuliert, Befehle, Wünsche, Aufträge übermitteln.
    Ich lehne das Du ab, weil es dann eben auch einfacher ist, den Wunsch, die Aufgabe, die Order abzulehnen.
    Für mich (60) ist son Du auch immer bisschen persönlicheres Ding, so auf Job, da muss das nicht sein, Sie gucken dann zwar immer bisschen merkwürdig, wenn ich das ablehne, eben auch gerade mit der Argumentation: „Sie sind Befehls bzw. Auftragsgeber, ich würde lieber das Sie beibehalten“ und bin da in 20 Jahren sehr gut damit zurechtgekommen.

    1. Ich weiß nicht was die Aufregung soll. Im Informatikbereich ist es üblich sich zu duzen. Komisch wird es eher wenn ein Vorgesetzter mit „Euch“ anfängt und einem selber meint. Da er einem zwar nicht Siezen will, aber Duzen wohl auch nicht so angebracht ansieht. Das erinnert dann schon wieder an die Zeit wo die Eltern noch gesitzt wurden und der Adel seine Untergebenen in der 3. Person angesprochen haben.

      Aber hier merkt man wie alt der Durchschnitt der Teilnehmer des Kommentarbereichs ist. Wenn diese hier immer noch auf sizen bestehen, obwohl es im Internet, also zu Zeiten von Newsgroups und Usenet üblich war sich zu duzen. Newsgroups werden sowieso nur noch von Informatikern benutzt. Ich frage mich wenn Du das nutzt, sitzt Du dann auch alle und kannst damit leben, Dich als Digital Immigrant zu outen? Auch im Linux Umfeld wird das nicht anders gemacht, außer bei Windowsgläubigen, aber die haben sowieso ein Rad ab.

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