
Rassismus am Strandbad? Wer Deutschkenntnisse an neuralgischen Punkten des Alltages einfordert, handelt nicht rassistisch – sondern verantwortungsbewusst.
Riesenempörung letzte Woche wegen eines Strandbadbetreibers aus Halle an der Saale. Der setzte für sein Geschäft nun fest, dass Menschen ohne ausreichend Deutschkenntnisse nicht an den Strand und ins Wasser dürften. Die Begründung lautet: »Es geht ausschließlich um den Schutz von Menschenleben und die Vermeidung von Badeunfällen.« Viele Gäste, die kein Deutsch könnten, hielten sich – aus Gründen mangelnder Verständigungsfähigkeit – nicht an die Baderegeln und könnten auch den Anweisungen der Bademeister nicht folgen.
Daraufhin setzte die Empörung ein. Man bezichtigte den Betreiber rassistischer Reflexe – dass sich das im Osten der Republik abspielte, in Sachsen-Anhalt gar, wo demnächst gewählt und nach allen Prognosen die AfD stärkste Kraft werden dürfte, gefiel den Empörten besonders gut – denn der Vorfall schien ihnen zu bestätigen, dass die Ostdeutschen das dringlichste Problem eines ansonsten weltoffenen Deutschlands seien. Von SPD bis Linkspartei Betroffenheitsnoten, die teils Vergleiche zogen mit deutschen Touristen im Ausland: Man stelle sich nur vor, die Türken ließen keinen Alman mehr ins Mittelmeer, weil der die türkischen Baderegeln nicht versteht.
Die Bürde der Verantwortung
Das sind freilich markige Vergleiche, Steilvorlagen, die man sich gemeinhin nicht entgehen lassen will, um etwas plakativ zu machen. Genau besehen ist dieser Vergleich jedoch nicht statthaft. Die Küstengewässer an türkischen Stränden sind gemeinhin leicht begehbar. Sie werden in großer Zahl überwacht und die Baderegeln sind mindestens auf Englisch ausgewiesen. Beim Strandbad in Halle handelt es sich jedoch um ein Naturbad mit gewissen Strömungen und Untiefen bis zu 13 Metern. Die Tücken eines solchen Gewässers werden vom Publikum gemeinhin gesehen – lassen sich aber ohne Sprachbarriere zumindest ansatzweise vermitteln.
Ist ein solches Verbot, für so unschön man es vielleicht auch hält, ein Akt des Alltagsrassismus? Einer, der angeblich belegt, was »wieder möglich« sei in Deutschland? Die Empörten blendeten jedenfalls die Gefahrenlage und den Handlungsdruck aus, der der Entscheidung laut Aussage des Betreibers vorausging. Sie fokussierten sich lieber auf »die richtige Haltung«, die aber am Rande eines Naturbades, in dem sich dann irgendwann eine Tragödie des Ertrinkens abspielen mag, nicht gerade von großem Nutzen für Hinterbliebene und Verantwortliche sein dürfte.
Nun kann man dem Betreiber natürlich problemlos unterstellen, er habe die Begründung nur vorgeschoben, weil er eine gewisse Klientel, die er nicht nach dem Aussehen vor dem Eingangsbereich aussortieren darf, gar nicht erst in seinem Naturbad haben möchte. Gemeint wären damit junge Männer aus einem anderen Kulturkreis, die in Freibädern im gesamten Land immer wieder als Unruhestifter auftreten und die anderen Badegäste in Bedrängnis bringen. Doch selbst wenn dieser Umstand dahinterstecken sollte, hätte er unzweifelhaft eine Sicherheitskomponente, die man nicht einfach ignorieren sollte, nur weil einem die Stoßrichtung nicht gefällt. Der Betreiber haftet am Ende für die Sicherheit von Gästen und Personal: Er trägt die Verantwortung für die Handlungen und muss demgemäß Entscheidungen treffen dürfen, die einen Zugewinn an Sicherheit versprechen. Es ist jedenfalls allzu einfach, ohne Verantwortung übernehmen zu müssen, ein bisschen auf dicke Haltungshose zu machen.
Nichts verstehen?
Verlassen wir den Badestrand in Halle, wenden wir uns der eigentlichen Problematik zu, die in diesem Fall ruht – und die da lautet: Die fehlende Beherrschung der deutschen Sprache im Alltag birgt nicht nur Probleme – es ist viel mehr ein Skandal, dass es trotz integrativer Bemühungen noch immer so ist, dass eine ganze Reihe von Menschen im Lande lebt, die weiterhin kaum des Deutschen mächtig sind. Es gibt darüber keine konkreten Zahlen, denn das Statistische Bundesamt erhebt keine zu dieser Fragestellung. Warum eigentlich nicht? Man erfährt lediglich, dass sechs Prozent der Gesamtbevölkerung – und 23 Prozent der »Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte« – in den heimischen vier Wänden kein Deutsch spricht. 13 Prozent der Gesamtbevölkerung und 43 Prozent »mit Einwanderungsgeschichte« sprechen vorwiegend eine andere Sprache zuhause. Ableiten lässt sich dabei nur schwerlich, wer gar kein Deutsch kann – bestenfalls darf man die Zahlen als Trend begreifen. Die Empirie in deutschen Großstädten zeigt aber, dass die Verständigungsproblematik erstaunlich hoch ist. Gerade in den Metropolen und Ballungsgebieten entstehen geradezu ethnische Exklaven, in denen die deutsche Sprache nicht von sehr großer Relevanz ist.
Fehlende Sprachkenntnisse sind dabei weit mehr als eine bloße Unannehmlichkeit. Wer sich im Alltag nicht verständigen kann, stößt nicht nur selbst an Grenzen – er schafft auch für diejenigen Schwierigkeiten, die mit ihm in Kontakt treten müssen. Angefangen beim Arzttermin, setzt sich dies in der Schule fort und reicht bis zur Kommunikation mit Behörden, Polizei oder Rettungskräften. Missverständnisse kosten Zeit, binden Ressourcen und Personal und können in kritischen Situationen sogar gefährlich werden. Eine Sprache zu beherrschen ist im alltäglichen Kontext kein kultureller Luxus, auch kein rückständiges Pochen auf eine Leitkultur, die es bitte bloß nicht geben möge – es ist ein Sicherheitsfaktor und die Grundlage einer Gesellschaft, die sich nicht längst in der Dysfunktionalität eingerichtet haben will.
Von der Steigerung des Selbstwertgefühls, weil man auch in einem neuen Umfeld kommunikationsfähig ist, gar nicht erst zu reden. Denn mangelnde Sprachkompetenz bedeutet für die Betroffenen selbst einen Verlust an Selbstständigkeit. Wer Formulare nicht versteht, Arbeitsanweisungen nur bruchstückhaft nachvollziehen kann oder auf Dolmetscher aus der Familie angewiesen ist – oft minderjährige Kinder, die die Last von Eltern tragen, die im deutschen Alltag nicht selbstverantwortlich bestehen können – bleibt dauerhaft abhängig. Der Zugang zum Arbeitsmarkt wird erschwert, soziale Kontakte außerhalb der eigenen Community entstehen seltener, und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bleibt ebenfalls eingeschränkt. Integration erschöpft sich eben nicht darin, dauerhaft in Deutschland zu wohnen – sie setzt voraus, sich in der gemeinsamen Sprache verständigen zu können. Und diese gemeinsame Sprache ist – Deutsch.
Die, die es ausbaden müssen
Fehlende Deutschkenntnisse haben die Etablierung von Parallelgesellschaften drastisch befördert. Dabei war der Rückzug in Stadtteile, in denen die Amtssprache längst eine Randerscheinung wurde, nicht nur für diejenigen bequem, die Deutsch nicht lernen mussten – man lies diese Entwicklung von Amtswegen und unter politischen Vorgaben einer gänzlich falschen Toleranz gewähren und akzeptierte, dass innerhalb des Staates mehr oder weniger abgeschlossene Gesellschaften entstanden, die es nicht mehr nötig hatten, sich sprachlich zu integrieren – mit dieser behördlichen Bequemlichkeit verbunden ergab sich ein eklatanter Kontrollverlust in einigen Stadtteilen großer deutscher Städte.
Zwar existieren Integrations- und Sprachkurse, doch ihr Erfolg bleibt vielfach überschaubar. Mittlerweile gibt es einige Protagonisten, die in der Erwachsenenbildung tätig waren und vom fehlenden Druck auf jene künden, die im Zuge ihrer Ankunft im Lande die Sprache erlernen sollten. Die Behörden scheuten die Anwendung von Zwang – oder von Anreizen, die eine Lernaufnahme begünstigen könnten. Fernbleiben wird gemeinhin akzeptiert, der Träger der Maßnahme gewährt im Zweifelsfall einfach noch einen Sprachkurs als Zweitauflage. Man wolle Menschen in solchen Integrationskursen nicht schikanieren – ein ziemlich schiefes Bild, den Erwerb einer Sprachkenntnis als Schikane zu deklarieren. Den Spracherwerb obligatorisch zu machen, die ins Land kommenden Menschen zu verpflichten: Das ist ein Hoheitsrecht des Staates und seines Gemeinwesens. Es nicht nachgehalten zu haben, war eine Unterlassung gravierender Güte. Die Zeche hierfür zahlen Pflegekräfte, Sachbearbeiter, Polizisten, Ordnungsdienstmitarbeiter, Kontrolleure – und nicht zuletzt Betreiber von Schwimmbädern, die schnell zum neuralgischen Sammelpunkt werden können, wenn disziplinarische Anweisungen nicht verstanden werden. Menschen, die Verantwortung für den sicheren Ablauf ihres Geschäftes tragen, die eine Fürsorgepflicht gegenüber Angestellten an den Tag legen müssen, haben nun auszubaden, was politisch seit vielen Jahren unterlassen und als falsche Toleranz verkauft wurde.
Das ist der eigentliche Skandal um die Ereignisse in Halle. Der Betreiber muss so handeln, weil parallelgesellschaftliche Strukturen den Geschäftsablauf nicht nur behindern können, sondern sogar gefährden. Stattdessen stürzt man sich erneut in eine Rassismus-Debatte, die nichts beleuchtet, sondern einen gesellschaftlichen Missstand weiter vernebelt. In Sachsen-Anhalt hat man letzte Woche eine der vielen Episoden des bundesrepublikanischen Alltages beobachten können, deren Grundlage das Scheitern etwaiger Integrationsbemühungen ist. Natürlich sollte niemand aufgrund seiner Herkunft benachteiligt werden. Viel entscheidender ist aber letztlich, berechtigte Anforderungen an Kommunikation und Sicherheit nicht vorschnell als Diskriminierung abzutun. Eine Amtssprache zu beherrschen ist keine Kür – es ist Pflicht. Sollte es zumindest sein, wenn man seinen Lebensmittelpunkt verlagert hat. Wer hier den Rassismus beschreit, festigt Strukturen, die sich über die letzten Jahre eingeschliffen haben und die den Alltag in diesem Lande auf eine negative Weise beeinflussen. Dass am Ende auch Deutsche in der Türkei leben, die kaum Türkisch können, rechtfertigt nicht, warum man es hierzulande hinnimmt, dass es dieses Phänomen in starker Ausprägung gibt. Die türkischen Behörden hätten jedes Recht dazu, Sprachkenntnisse von diesen ausgewanderten Deutschen zu verlangen.
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Eigentlich sollte die Erlernung der Sprache des Aufnahmelandes eine Selbstverständlichkeit sein. Leider erodiert das stark, das merke ich bei uns in der Firma, gerade englisch sprechende Ausländer (vor allem Pakistani), bemühen sich teilweise überhaupt nicht und die servilen selbsthassenden Deutschen kommen denen dann auch noch zu 120% entgegen. Ich bin dann halt raus, ich gehe nicht in englischsprachige Meetings (so es sich irgendwie vermeiden lässt) und meide die entsprechenden Kollegen (bzw. die mich).
Dass unsere Politik Arbeitnehmerfreizügigkeit etabliert, aber das Sprachproblem (auch in Kigas und Schulen) einfach wegignoriert wird, bringt mich wirklich auf die Palme! Es scheint kaum offizielle Regelungen zu geben. Ich saß auch schon in einem Ersthelferkurs für den Führerschein, zusammen mit Leuten, die buchstäblich nichts verstanden haben können, weil sie nicht ansatzweise deutsch verstanden oder sprachen. Sowas regt mich auf! Dann kann man es doch auch gleich lassen! Selbstredend haben die natürlich auch alle ihren nötigen Nachweis erhalten, daseinsveredelnde Herkunft reicht ja mittlerweile und niemand hat Bock, sich mit den Gutmenschen zu streiten…
„Viele Gäste, die kein Deutsch könnten, hielten sich – aus Gründen mangelnder Verständigungsfähigkeit – nicht an die Baderegeln und könnten auch den Anweisungen der Bademeister nicht folgen.“
Wie es die Befürworter solchen Nonsens wohl im Umkehrschluss im Ausland halten? Sonderlich sprachbegabt ist die deutsche Spezies ja ohnehin nicht…
Also ab sofort dann die Nutzung von Bademöglichkeiten für deutsche Urlauber im Ausland an deren Sprachkenntnissen speziell in der jeweiligen Verbotskultur festmachen?
Da möchte ich gerne Mäuschen spielen, wenn der feisten Erna nach dem Eimersaufen jetzt auch noch der Strandzugang ohne Spanischkenntnisse (plus natürlich genereller Schreib- und Leseprüfung, welche zunehmend bereits in der Heimat scheitert…) abgesprochen wird!
Was hat das mit dem Thema zu tun? Sind Sie nicht in der Lage, eine Angelegenheit ohne schräge Vergleiche zu erörtern?
Er hat doch genau das angesprochen, was gefragt wird. Was machen die Betreiber bei Touristen und sollte man deutschen Touristen im Ausland dann ebenfalls alles verbieten, solange sie nicht auf Malle einen Spanischtest im C1-Niveau bestanden haben?
Es geht doch im Artikel nicht um Touristen, die die sich nur für ein paar Tage in
deutschland aufhalten (und die sich auch noch an die Regeln halten), es geht um
unsere Gäste, die teils schon seit vielen Jahren das deutsche Sozialsystem nutzen,
aber sich nicht um die deutsche Sprache bemühen.
Es geht um die Sicherheit im Schwimmbad, da die Gäste die Baderegeln nicht verstehen. Das war der Aufhänger. Das kann ein Tourist, ein Analphabet und ein Migrant sein.
Für mich ist es selbstverständlich, dass ich, sollte ich jemals nach Portugal, Schweden oder sonstwohin auswandern, die jeweilige Amtssprache erlerne, ansonsten wäre ich das, was Deutschen im Osten immer nachgesagt wurde: Der Stumme = nemec. Derjenige, dessen Sprache man nicht versteht, und im Umkehrschluss, derjenige, der meine Sprache nicht versteht.
Außerdem habe ich immer gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mich – sicher auch radebrechend – in der jeweiligen Amtssprache unterhalten habe.
@Gunther
Also dementsprechend Ausnahmegenemigungen für den feisten Heinz (und der feisten Erna) im Urlaub?
Und wie verhält es sich dann für deren „in die Pools pinkelnden“ Nachwuchs, welchem dieses NoGo noch nicht von deren besten Freunden, der KI und ihren Handys, vermittelt wurde?
Tja, hätten wir wenigstens einen Weltkrieg gewonnen, dann wäre sie jetzt eine nach Ihren Maßstäben „nützliche“ Sprache.
Deutsch ist halt auch keine nützliche Sprache. International wird sie kaum gesprochen und selbst im eigenen Land eher von der Unterschicht (und dem Beamtentum) verwendet. Ich verwende bei vielen Gesprächen weitaus mehr Englisch als Deutsch, daher kann ich das schon nachvollziehen.
Was den Badebetreiber angeht, so kann er die Baderegeln problemlos auf Englisch auslegen. Das mag manchen Deutschtümlern nicht gefallen, ist aber internationaler Standard, gerade wenn man es auch auf Touristen abgesehen hat, von denen man beim besten Willen nicht erwarten kann, dass sie Deutsch sprechen. Dass dies nicht gemacht wird, zeigt eher die Kleinbürgerlichkeit dieses Landes, welches sich immer noch als moralische Weltmacht und weltoffen sieht, aber eigentlich nur ein Gartenzwerg in einem verblühenden Garten ist.
Englisch spricht nun auch nicht jeder, Piktogramme sind oft hilfreich und international verständlich. Aber eine Schnellsuche ergab keine Treffer für: „Keine Pommes am Beckenrand.“
Dafür gab es ein schönes für: „Bitte nicht vom Beckenrand springen!“
@PfefferundSalz
Ihrem letzten Satz stimme ich zu. Der ganze übrige Rest ist aber nur hochnäsiges Gelaber eines Weltbürgers, der sich seiner kulturellen Herkunft schämt.
Macht euch doch mal ehrlich. Es geht nicht darum, ein paar Zugewanderte vorm Ersaufen zu bewahren.
Es geht darum, einen Massenauflauf testosterongesättigter Jungmänner zu unterbinden.
Diese Kombination ist nämlich für gewöhnlich nicht mit Worten beherrschbar.
Und bevor die Inhaber des Gewaltmonopols auftauchen, ist es meistens zu spät.
@Kanonier
„… Massenauflauf testosterongesättigter Jungmänner…“
Diese Sättigung würde vielleicht auch dem einen oder anderen Deutschen gut zu Gesicht stehen, wird aber zunehmend bereits in den Schulen konterkarriert: „Wie schön, das ich heute ein Mädchen bin…“
„Das mag manchen Deutschtümlern nicht gefallen, ist aber internationaler Standard, gerade wenn man es auch auf Touristen abgesehen hat, von denen man beim besten Willen nicht erwarten kann, dass sie Deutsch sprechen. Dass dies nicht gemacht wird, zeigt eher die Kleinbürgerlichkeit dieses Landes, welches sich immer noch als moralische Weltmacht und weltoffen sieht, aber eigentlich nur ein Gartenzwerg in einem verblühenden Garten ist.“
Die zumindest in den Großstädten flächendeckende Verbreitung von zweisprachigen, deutsch-englischen Informationen scheint eher nicht dazu beigetragen zu haben, das Verwelken des Gartens Deutschland aufzuhalten. In einigen urbanen Gegenden sind inzwischen praktisch alle Ladenschilder, Speisekarten etc. sogar nur noch auf Englisch, was ja auch ausreicht, da die zahlenmäßig immer geringere indigene Population, die das nicht versteht (Alte, Leute mit geringer Schulbildung), ökonomisch sowieso irrelevant ist, im Gegensatz zu den potentiellen zahlungskräftigen Kunden aus aller Welt. An Anbiederung an die angelsächsische Welt fehlt esnun wirklich nicht. Man hatte eine solche Situation im deutschsprachigen Raum schon einmal um 1800, als Französisch ziemlich genau die Rolle spielte, die heute das Englische spielt. Wäre nicht Napoleon gekommen und damit ein verstärktes deutsches Nationalgefühl, wäre Deutsch vielleicht schon damals ausgestorben bzw. hätte höchstens noch eine Zeitlang in ländlichen Dialekten weitergelebt.
Was auffällt: Während Diversity ansonsten zum Ideal erhoben wird, setzt man bei bei Sprachen immer mehr auf English only.
Zu den Touristen noch: China verzeichnet bedeutende Zuwächse in diesem Sektor, obwohl wahrscheinlich kaum ein internationaler Tourist Chinesisch kann. Ist aber wohl kein so großes Problem, da es sehr leistungsfähige Übersetzungs-Apps gibt.
Am Sonntag sind laut Tagesschau in Deutschland 26 Menschen ertrunken. Traurige Sache ist das mit der Sprachbarriere.
So, und jetzt möchte ich die Vornamen aller Ertrunkenen wissen!
Wir schicken unsere Kinder zum Schulschwimmen, sie ihre zum Kampfsport.
Für die Namen wenden Sie sich bitte an die Tagesschau.
Ansonsten gehen die Kinder natürlich zum Kampfschwimmen, die Freiheit wird gegen die Russen in der Ostsee verteidigt und da ist auch sehr schön zu sterben.
Nur durch die Nennung der Vornamen bekäme die Meldung mit den 26 Personen einen Sinn. Ohne die Nennung ist es die typische BRD-Desinformation. Ich kann mich irren mit meiner Vermutung. Ich würde gern erfahren, ob ich mich irre. Nun ja, jeder weiß (auch Du), was es zu bedeuten hat, ob nun Fußgänger auf der Autobahn im Verkehrsfunk, oder im Löschteich ertrunkene oder oder oder… Ansonsten hat es einen gewissen Unterhaltungswert und ich amüsiere mich durchaus dabei, wenn mit vielen Verrenkungen um den Elefanten im Wohnzimmer herum geschrieben wird. 🙂
Hallo Herr Lapuente, ich bin dort ortskundig. Ort des Geschehens ist der Heidesee in Halle-Nietleben. Nietleben ist der Randbereich von Halle-Neustadt, wo in DDR-Zeiten Plattenbau-Wohnraum für 100.000 Menschen errichtet wurde. Heute ghettoisiert und bewohnt von eingeschleppten kultur- und raumfremden Menschen aus aller Welt, dezent ausgedrückt. Der Heidesee war und ist die Badewanne von Halle-Neustadt, nur jetzt mit anderen Menschen als früher. Es ist dort sehr schlimm geworden in den letzten 10 Jahren. Das ist eine der Stellen, wo man sagt, das ist nicht mehr mein Land.
Ach so, was ich noch hinzufügen möchte, das Foto mit der menschenleeren glatten Wasseroberfläche täuscht. Da ist ganz schon was los, alles voll mit Menschen, laute Musik wird abgespielt, Umgebung zugeparkt, und jede Menge hinterlassener Müll. Das werden wohl eher die Gründe für den Eklat gewesen sein, und nicht „die Sprache“.
Nach dem WM-Aus gegen Paraguay:
„Jungs, wir sind stolz auf euch!“
(Kanzler Friedrich Merz)
„Nagelsmann ist ein Toptrainer!“
(Rudi Völler)
„Ich bleibe.“
(Julian Nagelsmann)
„Tja sorry.“
(Spieler Havertz)
„Glückwunsch Paraguay!“
(Spieler Amiri)
Paraguays Präsident hat den Tag des Sieges über Deutschland zum nationalen Feiertag ausgerufen.
Das hat doch nicht viel mit dem Thema zu tun, die Paraguayer werden jetzt nicht deutsch oder schwimmen lernen und bestimmt nicht nachträglich durch Deutschland baden gehen oder das deutsche Sommerloch stopfen.
Aber Extra-Feiertage finde ich gut, (fast) egal warum.
Uiuiui – immer, nicht nur im sonstigen, realen Leben, schön beim kredenzten Thema und im gleichen-Schritt-Tritt bleiben!?
Nun, das funktioniert doch bisher – gelegentliche Ausnahmen bestätigen die Regel – fast perfekt!
Aber ich stimme zu: der Schnitter rast zwar durch sämtliche grundlegende Bereiche wie Gesûndheit, Wøhnen, Daseinsfūrsorge, Ernâehrung, Rënthen, geistige Frêihėit, Büldung, Sœzialês etc., aber drüber zu reden, ist viel zu jenseitig.
Außerdem scheint’s ohnehin fast niemanden mehr tatsächlich zu interessieren.
Dachte bereits beim Lesen der vielversprechenden „Kopfzeile“, dass nur Fußball heute noch wichtiger sein könnte.
Und siehe da; der alternative Lesern bietet es eigeninitiativ an – noch bevor in Bälde gewiss auch hierzu eine Meldung platziert wird.
Ah, Ende des Monats, alles muss raus. Bei RDL wurde es ein Eintopf angeschnittener Themen, die weg mussten, Sie hatten noch ein paar hübsche Sonderzeichen und ich etwas maue Restironie mit MHD. So geht der interessenfreie Tag auch rum. 😉
Tztztz.
Schon als Kind wurde ich „gezwungen“, gelegentlich Eintopf zu essen.
Daher kann ich mit Fug und Recht behaupten, selbst einen durchschnittlichen Eintopf von Wassersuppe unterscheiden zu können.
Und was die Sonderzeichen betrifft: schrieb bisher viele Texte; aber Sonderzeichen wurden, bis auf wenige, sträflichst diskgriminiert.
Somit setze ich ein kæmpferisches Zeichen für allumfassende Diwersitåt und Freiheid; auch für die soeben genannten.
Wenn das als Erklärung nicht reichen sollte, bliebe nur noch folgendes:
da magische Zeiten angebrochen sind, die dies und jenes -wusch- spurlos verschwinthen lassen (Dunkelziffer unbekannt), kann man entweder eine kaahiih zum Kørrektùr lesen beauftragen, oder selbst krëativ werden, um põhse, pøse Wôrter zu elliminiehren, in der vagen Hoffnung, die Schangsen zu erhöhen.
Aber darauf käme ich im Lebbe nicht. ;-))
Da fehlt doch noch was oder?
„Der Putin und die Russen waren es, der Iwan ist schuld daran.“
(Joe Göpels, Chefredakteur von Bilderbuch, Fußball-Spiegel und Welt des Fußballs)
Zitat: „Paraguays Präsident hat den Tag des Sieges über Deutschland zum nationalen Feiertag ausgerufen.“
Da könnten in den kommenden Jahren noch ein paar weitere Feiertage dazukommen, nicht nur in Paraguay:
„Im Vergleich zur Rede des AfD-Abgeordneten Dominik Kaufner, der vor seiner Karriere in Brandenburg der bayerischen CSU angehörte, klangen die Einlassungen aus der SPD und CDU jedoch noch harmlos. Kaufner behauptete etwa, die Rote Armee habe damals „vergewaltigt wo immer sie hinkam“. Auch mache sich die BSW-Fraktion „zum Sprachrohr russischer Geschichtsfälschung“, ihr Antrag „trieft vor russischer Propaganda“ und die Ehrenmale seien „Schandmäler eines brutalen Besatzungsregimes“, die ehemalige Sowjetrepubliken „zu Recht abreißen“.
Kaufner ging noch weiter: So sei der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit 27 Millionen Opfern „eine Erzählung Moskaus, um in der Opferhierarchie ganz nach oben zu rutschen“, zudem habe „nie ein Sowjetvolk existiert“, ja, die UdSSR sei sogar verbrecherischer als Nazideutschland gewesen. Das BSW biete sich mit seinem Antrag „als Vehikel russischer Softpower auf Kosten unserer nationalen Ehre an“, schimpfte er und ergänzte: „Kein Deutscher mit Selbstachtung kann da mitgehen.“ Auf Lehmanns Nachfrage bezeichnete Kaufner seine Position als „souverän“ und bekräftigte: „Sie passt gut zu unserer Wählerschaft.“
Kaufners Meinung ist keine Ausnahme in seiner Partei. Die Brandenburger AfD-Fraktion, die über 30 Sitze im Landtag verfügt und damit nach der SPD die zweitstärkste Partei ist, stimmte dem Inhalt seiner Rede in einem Social-Media-Post zu. Sie forderte darin: „Schluss mit der Glorifizierung der Roten Armee!“, und schrieb von angeblicher „russischer Geschichtspropaganda“, die „der Wehrmacht eine Völkermordabsicht gegen ein sowjetisches Volk unterstellt, das es als Einheit gar nicht gab“. Das klingt wie eine Reinwaschung der Deutschen Wehrmacht.
Das Statement mündet schließlich in der Behauptung, die Sowjetunion habe, „mit Kriegsende Vernichtung, Tod und Verderben über Europa“ gebracht. Widerspruch vonseiten der AfD-Führungsspitze oder anderer Landesverbände und Fraktionen waren bis zur Fertigstellung des Artikels nicht zu finden – obwohl Kaufner und seine Mitabgeordneten seit Langem mit dieser Rhetorik auffallen. Bereits im Mai zeigte sich ein Reporter des sonst nicht als besonders russlandfreundlich bekannten Nordkuriers entsetzt über „Geschichtsklitterung“.“
Quelle: „Russophobe Geschichtsfälscher: Wie die politische Klasse Nazideutschland reinwäscht“ von Alexandra Nollok, 28. Juni 2026
Die einzige Frage, die da noch übrig bleibt, gilt den Wolfgangs und Enricos im Forum und lautet: Seid ihr stolz auf eure Partei?
Ein guter und angemessener Artikel, der sachlich sowie mit vernünftigen Argumenten die nötigen Dinge ausspricht.
Dass das einigen Leutchen – einer deutlichen Minderheit – gegen den Strich geht, das kann, ja dass sollte den anderen, den Vernünftigen vollkommen egal sein.
Und ja, der Verweis auf ausreichende Sprachkenntnisse ist sinnvoll, denn er drängt auf Integration.
Nun ja, um so schriller werden sie wahrscheinlich aber auch hier im Forum aufheulen und die irrige Vorstellung hegen, dass sie durch den Gebrauch des Wortkonstrukts „Rassismus“ sowie durch plumpe Lautstärke und das sich Ausdenken einer Opfergeschichte überzeugen könnten.
Merke:
Wenn man keine echten Argumente hat, dann denkt man sich eben Wortungetüme aus und zieht mit Kampfbegriffen und R-Keulen in den Kampf.
—
Da es sich angesichts der Erfahrungen in deutschen Freibädern um ein echtes Problem handelt, ist Gefahrenabwehr angesagt. Ein Verzicht darauf käme Fahrlässigkeit gleich.
Das jüngste Beispiel aus Kehl: https://www.focus.de/panorama/bademeister-entsetzt-nach-kehl-fall-60-franzosen-stuermen-freibad-entwicklung-macht-mir-sorgen_cac22221-574f-4083-805a-30bfeda9436c.html
Man sollte auch einmal berücksichtigen, dass ein deutsches Freibad mit Mädchen und Frauen in knappen Bikinis für Männer, die ihrerseits in Ländern sozialisiert worden sind, wo schon ein unbedeckter Frauenkopf für Aufsehen sorgt und entweder gar nicht oder allenfalls im „Burkini“ gebadet wird, ganz explizit ein EROTISCHER Ort ist.
Ein Ort, wo man Mädchen und Frauen begegnet, die wegen ihrer vom „Burkini“ abweichenden Badebekleidung von so manchem dieser Badegäste innerlich als ein Sch….. betrachtet werden. Ein Ort, wo man sich erregen lässt und „Kontakte“ knüpft.
Mit „Baden“ oder gar mit „Schwimmtraining“ hat das alles so gut wie überhaupt nichts zu tun!
Oder hat etwa irgendjemand schon einmal diese bewussten jungen Männer ruhig die 50-Meter-Bahn schwimmen gesehen … ???
In Zeiten der Globalisierung sind die Linken im Westen eine Symbiose mit neoliberalen Wirtschaftsinteressen eingegangen (linker Internationalismus trifft Globalisierung des Kapitals). Sie beschränkten ihren Kampf fortan auf das Kulturelle. Aus Linke wurden Linksliberale, die die kulturelle Freiheit des Individuums in ungeahnte Höhen und Absonderlichkeiten trieben, was natürlich als Gegenreaktion die Populisten auf den Plan rief, die den Kapitalismus noch brutaler gestalte wollen.
Mit dem Kampf gegen linksliberale Absonderlichkeiten werden dann auch gleich sonstige Freiheitsrechte mitabgeschafft. Die Gräben in der Gesellschaft werden auf jeden Fall tiefer und verdichten sich zu unüberwindbaren Hindernissen. Wo das hinführt, das kann man in den USA sehen.
@garno Da, was Sie beschreiben, das ist das alte feudale Herrschaftsprinzip „teile und herrsche“. Mit „teilen“ ist selbstverständlich nicht Solidarität gemeint und dass man den großen Kuchen gerecht aufteilt.
Mit „teilen“ ist spalten, trennen gemeint. Man teil die Gesellschaft in queere Menschen und nichtqueere Menschen und hetzt dann die Queeren gegen die Nichtqueeren auf oder umgekehrt. Die Besserverdiener hetzen die Geringverdiener gegen die Arbeitslosen und Flüchtlinge auf. Die Oberschicht hetzt die Mittelschicht gegen die Unterschicht auf, damit die Reichen und Superreichen noch reicher werden.
Richtig, und neben „Teile und Herrsche“ fällt mir in letzter Zeit immer öfter ein weiteres Herrschaftsprinzip auf: Man lässt andere für sich, für die eigene Interessen arbeiten: Der Westen lässt die Ukrainer für westliche Kapital-Interessen Kämpfen, die USA lassen die Europäer für Ihr Kapital „arbeiten“. Man lässt andere für sich die „Drecksarbeit“ erledigen.
Der Stärkere nutzt den Schwächeren schamlos aus. Das ist vom Grundsatz her westliche Politik. Radfahrer-Prinzip nennt man das wohl: Nach unten treten und nach oben buckeln. Damit ist westliche Politik bestens beschrieben. Neoliberalismus in Aktion.
@garno
Ich habe ehrlich gesagt, etwas Mühe, Ihren knapp gefassten Kommentar zu verstehen.
Sie schreiben …
„Mit dem Kampf gegen linksliberale Absonderlichkeiten werden dann auch gleich sonstige Freiheitsrechte mitabgeschafft.
1. Wie ist das zu verstehen?
„Mit dem Kampf gegen linksliberale Absonderlichkeiten …“
Wer kämpft gegen linksliberale Absonderlichkeiten?
Betrachten Sie den erotisch und eventmäßig Schwimmbadbesuch durch jene bewussten Männergruppen als „linksliberale Absonderlichkeit“ bzw. als ihr Ergebnis?
Ja, das kann man wohl schon so sehen. Zustimmung, sofern ich Sie jetzt richtig interpretiere.
—
2. Welche Freiheitsrechte meinen Sie?
Etwa das Recht, ein Schwimmbad zu betreten?!?
Nun ja, dieses Recht dürfte geringer wiegen als das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
—
3. Wer ist denn das Freiheitsrechte abschaffende Subjekt?
Sofern Sie sich auf das Freiheitsrecht, ein Schwimmbad zu betreten beziehen, meinen Sie ja anscheinend die Schwimmbadbetreiber. Sollen sie nicht ihr Hausrecht wahrnehmen dürfen?
Ist der Verlust dieses „Freiheitsrechts“ hier etwa ein Problem?
—
Zuletzt noch ein kleiner Nachtrag zu ihrer gestrigen Antwort an mich unter „Alles Faschisten außer Luigi?“
Ich will Ihnen da überhaupt nicht widersprechen.
Gut und weiterführend finde ich Ihren Hinweis auf die – trotz aller Unterschiede – bestehenden Gemeinsamkeiten von liberaler und linkssozialistischer Ideologie.
Vermutlich ist das heute auch einer der Gründe, weshalb sich Anhänger dieser vordergründig verfeindeten Weltanschauungen trotzdem oft recht gut verstehen … und auch, warum es so vielen ehemaligen Achtundsechzigern so leicht fiel, aus den K-Gruppen ins Lager der neoliberalen und globalistischen „Eine-Welt“-Avantgarde zu wechseln.
BEIDE Weltbilder zielen auf Zukunft, zielen auf Modernisierung und Überwindung des Bestehenden, auf die Gestaltbarkeit von Mensch und Gesellschaft, auf Zerstörung von Tradition, auf Loslösung vom religiösen Glauben und übrigens auch auf einen vollkommen hemmungslosen Technikeinsatz.
Im Grunde handelt es sich um die zwei (konkurrierenden) Flügel der EINEN Fortschrittspartei. Wobei ich das Wort „Fortschritt“ nun ganz bestimmt nicht in qualitativer Hinsicht gebrauche.
Mit anderen Worten:
Die heute zu beobachtende „unheilige Allianz“ von Neuen Linken und milliardenschweren Neoliberalen ist auch aus diesem Grunde gar nicht so erstaunlich. Andere Gründe kommen natürlich noch hinzu.
Zitat: „Die fehlende Beherrschung der deutschen Sprache im Alltag birgt nicht nur Probleme – es ist viel mehr ein Skandal, dass es trotz integrativer Bemühungen noch immer so ist, dass eine ganze Reihe von Menschen im Lande lebt, die weiterhin kaum des Deutschen mächtig sind.“
Mein Kompliment und spreche äußerst selten Komplimente aus. Es gab mal eine Pastorentochter und „christlich“ konservative Kanzlerin aus dem Osten, formerly known as „DDR“, die „Heilige Angela“ von der CDU und die sagte: „Wir schaffen das.“ als 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen.
Wie wir das schaffen, das hat die „Heilige Angela“ nicht gesagt, denn das ist den Konservativen auch vollkommen egal. Das regelt nämlich der „Heilige Markus“, das ist der CEO, der Vorstandsvorsitzende, der „freien“ Marktwirtschaft und wie das der Markt regelt, das ist auch dem Heiligen Markus vollkommen egal. Wichtig für den „Heiligen Markus“ ist, dass er auf Kosten der Allgemeinheit genug Geld bekommt, damit er sich jeden Tag 2.000 Semmeln mit Leberkäs und eine Maß Bier leisten kann.
Sprache ist das Fundament jeder ökonomischen, sozialen, kulturellen, demokratischen und gesellschaftlichen Integration. Wenn man das dem „Markt“ überlässt, dann darf man sich nicht wundern, wenn das nicht funktioniert. Der Markt ist weder sozial gerecht noch demokratisch. Die Monopoly-Marktwirtschaft ist nicht einmal ökonomisch effizient, obwohl das die Mehrheit der hohen Priester der Marktwirtschaft, die sich selbst als „Wirtschaftsweise“ bzw. „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ bezeichnen, seit Jahrzehnten behauptet.
Ausnahmen bestätigen die Regel wie migrantische Professorinnen mit eigener „Quassel-Show“ im ÖRR oder migrantische NATO-olivgrüne Ministerpräsidenten. Warum fallen mir jetzt die Namen Mai Thi Nguyen-Kim und Cem Özdemir ein? Das sind Beispiele für Migrantinnen und Migranten, die angepasster und deutscher sind als die meisten Deutschen, die seit 20 Generationen in Deutschland wohnen, arbeiten und Kinder gezeugt haben.
Fragen Sie nicht ARD, RTL, TELE5, PRO7 und ZDF. Da bekommen Sie auf diese Fragen keine Antworten, weil diese Fragen dort überhaupt nicht gestellt werden. „Mit dem Zweiten sieht man besser“ war mal ein Werbe-Slogan des ZDF. Treffender ist: Mit der ARD sieht man nur die Hälfte, mit dem ZDF wird man blind und mit RTL vermindert sich die Anzahl der Gehirnzellen und Synapsen. Die Krönung kommt noch und das sind die „Journalisten“ von WELT, BILD und FAZ. Die sagen: Schuld daran ist der Russe.
Noch Fragen Hauser? Nein Kienzle. Wo Sie Recht haben, da haben Sie Recht.
Herr de Lapuente hat im großen und ganzen Recht.
Ein paar zusätzliche Anmerkungen:
1. Es geht immer auch ums Geld. Wenn ich massenhaft Touristen für drei oder vier Wochen ins Land hole, muss ich mich auch darauf einstellen. Da kann ich nicht erwarten, dass die die Landessprache sprechen.
2. Touristen kommen aus „reichen“ Ländern, haben Geld und benehmen sich – in der Regel. Wenn nicht, müssen sie und können auch Strafe zahlen. Ein Bulgare bekäme sicher keine Strafmilderung wenn er daraufhinweist, dass er beispielsweise das Wort „Lichtraumprofil“ auf einem deutschen Verkehrsschild nicht verstanden hat. Oder ein Pole die Warnung auf spanische Straßen „Curva peligrosa“ gröblichst mißverstanden hat.
3. Ich wohne in Spanien 800m vom Mittelmeerstrand entfernt, umgeben von Residenten aus allen möglichen EU-Ländern. Es gibt hier zig deutsche und englische Zeitungen, auch französische, russische und chinesiche. Privatärzte und – kliniken aller Nationalitäten. Man kann hier problemlos leben ohne ein Wort Spanisch zu sprechen. Selbst die Kellner sind sehr sprachbegabt.
4. Eine Ausnahme sind teilweise die autonomen Gebiete mit Regionalsprache. Katalonien zum Beispiel hat drei Amtssprachen: Spanisch, Katalan und Aranesisch. Laut Verfassung hat jeder Spanier die Pflicht, Spanisch zu verstehen. Die Mehrzahl der Katalanen ist muttersprachlich Spanisch.
Trotzdem kann es beinah nutzlos sein, Spanisch zu sprechen. Ich war am Wochenende zu einem Jugendfußballturnier in LLoret de Mar in Katalonien. Fast alle Schilder waren in Katalan und Englisch. Spanisch ist bei den sepratistischen Lokalfürsten so beliebt wie Russisch bei Selenskyi und seinen faschistischen Milizen. Es passiert sogar, dass die Kommunikation von diesen Sprachdiktatoren beendet wird, wenn ich auf – akzent-belastetem aber flüssigem – Spanisch sage, dass mein Englisch noch schlechter sei als mein Spanisch. Deren Englisch ist häufig unverständlich, aber das kann ich ja nicht so sagen.
5. Spannien will illegale Einwanderer einbürgern. Hier an der Küste findet man bei angestellten Bauarbeitern und Kellnern einen nicht unbeträchtlichen Anteil von Lateinamerikanern. Die sprechen häufig für mich verständlicheres Spanisch als die Einheimischen. Die haben auch „unsere“ Kultur, die wären kein Problem. Die Einbürgerung à la BRD in ganz Europa wäre jedoch eine Katastrophe.
Es gäbe noch mehr zu sagen. Aber die Sonne scheint und ich will den Tag genießen, schließlich bin ich nur wegen des warmen Klimas und nicht wegen des Sprachkonfliktes vor 30 Jahren nach Spanien gezogen.
„…wenn er daraufhinweist, dass er beispielsweise das Wort „Lichtraumprofil“ auf einem deutschen Verkehrsschild nicht verstanden hat…“
Stehen auf herkömmlichen dt. Verkehrsschildern Wörter wie Lichtraumprofil?
Muss offensichtlich ein Bulgare sein.
„Man kann hier problemlos leben ohne ein Wort Spanisch zu sprechen. Selbst die Kellner sind sehr sprachbegabt…“
Wie erfreulich, dass sich die Bewohner eines Landes Fremden anpassen (müssen).
„…schließlich bin ich nur wegen des warmen Klimas und nicht wegen des Sprachkonfliktes vor 30 Jahren nach Spanien gezogen.“
Dann sollte man sich nach drei Jahrzehnten auch jeden Kommentares enthalten, und sich ausschließlich auf sein selbst gewähltes Paradies beschränken.
„…einen nicht unbeträchtlichen Anteil von Lateinamerikanern. Die sprechen häufig für mich verständlicheres Spanisch als die Einheimischen.“
Sag‘ bloß; ein nicht unerheblicher Teil der Lateinamerikaner musste mühsam von Lateinamerikanisch auf Spanisch umlernen, damit er in Spanien verstanden wird. So geht’s auch. Respekt.
@ ach so
Du fragst: „Stehen auf herkömmlichen dt. Verkehrsschildern Wörter wie Lichtraumprofil?“ JA, so isses!
Gehe mal auf das deutschsprachige Wikipedia und gib das Wort „Lichtraumprofil“ ein. Blättere weiter nach unten und da findest du ein Foto auf dem ein dreieckiges Warnschild (weißes Feld, roter Rand und Ausrufungszeichen in der Mitte) zu sehen ist und darunter steht: „Eingeschränktes Lichtraumprofil“. So kenne ich es auch von deutschen Straßen.
Warum ich deshalb ein Bulgare sein soll, verstehe ich nicht, aber danke, ich fühle mich befördert und geehrt.
Danke auch für die Belehrung, ich möge mich als Nicht-Spanier „jeden Kommentars enthalten.“ und ich möge mich „auf mein selbstgewähltes Paradies beschränken.“
Ich bin Bürger eines EU-Staates, habe hier in Spanien steuerpflichtig gearbeitet und habe lokal aktives und passives Wahlrecht hier im Ort, so wie jeder Spanier oder Bulgare es in München oder Wien hätte, würde er dort wohnen, sich anmelden und arbeiten. Das passive Wahlrecht ist also gesellschaftlich (nicht juristisch) durchaus als Pflicht zu verstehen, sich auch einzumischen und mitzumachen, letzteres habe ich u.a. bei einer freiwilligen Feuerwehr vor Ort getan.
Jetzt stellt mir deine kluge Belehrung natürlich vor ein Dilemma: Soll ich jetzt die Schnauze halten oder mich weier aktiv politisch betätigen, in D und in E? Oder überhaupt?
Auch auf den Hinweis, mir dies gängige Verkehrszeichen anzusehen, musste ich dennoch und bestätigend feststellen, dass nirgendwo das WORT „Lichtraumprofil“ steht!
Ergo mangels Sprachkenntnisse auch kein Problem darstellt – es sei denn, man ist mit der Bedeutung von Verkehrszeichen in fremden Ländern unvertraut.
Betrifft z.B auch Verkehrszeichen wie z.B
Absolutes Halteverbot, Überholverbot, Bahnübergang etc.
Da steht nirgends ein jeweilige WORT, sondern die Bedeutung muss einem auch ohne Sprachkenntnisse bekannt sein.
Und – ein Bulgare, den Sie anführten, wären nicht Sie, sondern ich, da mir noch nirgends die wörtliche Erklärung AUF einem Verkehrszeichen für die Bedeutung desselben untergekommen ist.
Von Beschilderungen für z.B. Richtungen, Abfahrten ö.ä. abgesehen.
Wie Sie jedoch den Bogen davon zu Ihrem Dilemma mit Ihrem politischen Engagement ziehen, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben.
@ ach so
Du fragst: „Stehen auf herkömmlichen dt. Verkehrsschildern Wörter wie Lichtraumprofil?“ JA, so isses!
Gehe mal auf das deutschsprachige Wikipedia und gib das Wort „Lichtraumprofil“ ein. Blättere weiter nach unten und da findest du ein Foto auf dem ein dreieckiges Warnschild (weißes Feld, roter Rand und Ausrufungszeichen in der Mitte) zu sehen ist und darunter steht: „Eingeschränktes Lichtraumprofil“. So kenne ich es auch von deutschen Straßen.
Warum ich deshalb ein Bulgare sein soll, verstehe ich nicht, aber danke, ich fühle mich befördert und geehrt.
Danke auch für die Belehrung, ich möge mich als Nicht-Spanier „jeden Kommentars enthalten.“ und ich möge mich „auf mein selbstgewähltes Paradies beschränken.“
Ich bin Bürger eines EU-Staates, habe hier in Spanien steuerpflichtig gearbeitet und habe lokal aktives und passives Wahlrecht hier im Ort, so wie jeder Spanier oder Bulgare es in München oder Wien hätte, würde er dort wohnen, sich anmelden und arbeiten. Das passive Wahlrecht ist also gesellschaftlich (nicht juristisch) durchaus als Pflicht zu verstehen, sich auch einzumischen und mitzumachen, letzteres habe ich u.a. bei einer freiwilligen Feuerwehr vor Ort getan.
Jetzt stellt mir deine kluge Belehrung natürlich vor ein Dilemma: Soll ich jetzt die Schnauze halten oder mich weier aktiv politisch betätigen, in D und in E? Oder überhaupt?
Welche Verhaltensregeln sind eigentlich in den Schwimmbädern einzuhalten? Dass ein Nichtschwimmer nicht in tiefes Wasser darf, ist selbstverständlich, andere Regeln kenne ich nicht obwohl deutsch meine Muttersprache ist.
Und müssen auch Engländer oder Franzosen Deutschkenntnisse nachweisen, die ein deutsches Schwimmbad besuchen wollen, oder gilt das nur für Araber?
@henio
1. Wie viele Engländer und Franzosen besuchen derzeit ein Strandbad in Halle an der Saale?
2. Die meisten Engländer wissen, wie man sich an einem Strandbad in England und die meisten Franzosen wissen, wie man sich an einem Strandbad in Frankreich verhalten muss. Es gibt allerdings auch Engländer und Franzosen, die das nicht wissen. Vor allem wissen sie es offenkundig dann nicht, wenn sie in Mallorca, Spanien, Italien usw. Urlaub machen und dann gröllend die Sau raus lassen.
Die Probleme betreffen ja nicht nur die Baderegeln. Bedenklich wird es auch wenn bspw. Anweisungen der Feuerwehr beim Wohnungsbrand nicht verstanden werden oder ein Notruf abgesetzt werden muß, weil Oma einen Herzkasper hat.
Wie ist das eigentlich losgegangen? Die frühen Grünen wollten für Migranten die Möglichkeit schaffen, dass auch in ihrer Muttersprache unterrichtet wird. Auch, nebenher. Damals kein Problem, deutsch lenten sie trotzdem. Insbesondere das Fernsehen war durchweg deutsch. Das hat sich nun geändert, jede Ethnie kann inzwischen unzählige Programme in ihrer Muttersprache hören. Das hat nun dazu geführt, dass viele überhaupt nicht mehr deutsch können. Dass sich Parallelgesellschaften bilden, die jede Integration verunmöglichen. Unterricht ist auf diese Weise unmöglich. Das ist proaktive AfD-Fütterung.
Denn der Staat müsste, um das abzustellen, fordernd auf die Migranten zugehen. Was sofort, auch bei allerkleinsten Anlässen, Grund zu bundesweiter Empörung ist.
Die Empörten sollten mal überlegen, was sie da tun.
Keiner hätte Herrn Nobel davon abhalten, Gästen, die die Anordnungen des Schwimmpersonals missachten, den Besuch des Strandbades künftig zu verbieten. Diesen Weg ist Herr Nobel allerdings nicht gegangen. Er hat pauschal die deutsche Sprache zum Einlasskriterium erhoben. Wie bitte prüft er diese, auf qelxgem Sprachniveau und bei wem? Sieht man die Sprache dem Aussehen eines Menschen an?
An dieser Stelle wird die Sicherheit zum vorgeschobenen rassistischen Argument.
Und wie die Rechtsabteilung der Stadt hinwies, hat Herr Nobel, auch als Pächter des kommunalen Grundstücks, keinerlei rechtliche Befugnis für eine solche selektive Eintrittsregel. Mit Hilfe der Stadt hat man mittlerweile einen anderen, nicht ausgrenzenden Weg gefunden.
Ansonsten ein typischer RdL Artikel, was interessieren den Autor die journalistisch relevanten Fakten? Alles wird solange hingedreht, umgebogen und an den Haaren herbeigezogen, bis sich das eigene Vorturteil im Artikel wiederfindet. Der journalistische Gehalt ist da aber schon lange verschwunden.
Der Artikel trifft einen wunden Punkt. Deutschkenntnisse sind keine Frage von „Leitkultur“-Folklore, sondern schlicht eine Voraussetzung für Alltag, Sicherheit und Selbstständigkeit.
Wenn ein Bademeister Anweisungen gibt, wenn ein Arzt etwas erklärt, wenn eine Behörde etwas mitteilt oder wenn in der Schule kommuniziert werden muss, dann geht es nicht um Symbolpolitik, sondern um ganz praktische Verständigung. Wer dauerhaft in Deutschland lebt, muss sich hier verständigen können. Die gemeinsame Alltagssprache dieses Landes ist nun einmal Deutsch.
Dagegen steht allerdings noch ein zweites Problem: Es gibt inzwischen auch Milieus, gerade in Großstädten wie Berlin, in denen Deutsch nicht etwa nicht gesprochen werden kann, sondern offenbar gar nicht mehr gesprochen werden will. Man kennt die Berichte aus Lokalen und Cafés, in denen man mit Deutsch allein kaum noch weiterkommt, weil die Bedienung nur Englisch spricht. Juristisch mag das keine „Bedienungsverweigerung“ sein. Praktisch bedeutet es für Menschen, die nur Deutsch sprechen, aber genau das: Sie werden faktisch aus einem normalen Alltagsbereich ausgeschlossen – und das ausgerechnet in Deutschland, in der eigenen Hauptstadt.
Mehrsprachigkeit ist wunderbar. Niemand hat etwas dagegen, wenn Menschen zusätzlich Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch oder sonst eine Sprache sprechen. Aber eine gemeinsame Sprache muss es geben, sonst zerfällt der öffentliche Raum in lauter kleine Sprachinseln. Dann wird nicht die Gesellschaft weltoffener, sondern der Alltag schlicht dysfunktionaler.
Deutsch zu sprechen ist keine Zumutung. Es ist die Mindestvoraussetzung dafür, dass ein Zusammenleben überhaupt funktioniert.
@n.b
Gut geschrieben!
In der Tat ist die problemlose gemeinsame Verständigung im Alltag die absolute Grundvoraussetzung für jede weitergehende Integration. Das ist die Basis! Wenn es HIER schon mangelt – und Sie weisen ja ganz richtig darauf hin – dann ist auch auf anderen Feldern wenig Erfolg zu vermuten.
Sei es jetzt die Befolgung der Hausordnung, das Verhalten gegenüber anderen oder aber die Einfügung ins Arbeitsleben.
—
Von daher ist es gut und richtig zu demonstrieren, dass jemand, der den Spracherwerb ablehnt, NACHTEILE zu erleiden hat.
Und dass es sich bei den Badegästen in diesem Fall nicht um Touristen aus Norwegen oder Polen handeln dürfte, davon darf man getrost ausgehen.
@Klau-Die
Und Leute wie Sie versuchen mit Kleinkleckerkram und Peanuts von den grundlegenden und wesentlichen Problemen abzulenken, weil sie die real existierenden Probleme offenkundig nicht wahrhaben wollen. Es kann aber auch sein, dass Sie die Probleme sehen, Ihnen diese Probleme aber egal sind, weil in diesem Land inzwischen jeder rassistisch ist, wenn er die ungezügelte und unkontrollierte Migration hinterfragt, die Probleme problematisiert und kritisiert.
In diesem Land ist inzwischen auch jeder „Anti-Semit“, der fragt, was der Krieg der isrealischen Armee im Gaza mit Verteidigung zu tun hat.
Nicht erst seit 2015, sondern bereits vorher sind viele Flüchtlinge, Asylbewerber usw. nach Deutschland gekommen.
1. Das ist eine Tatsache oder wollen Sie das abstreiten?
2. Das kann man quantitativ begrenzen oder auch nicht.
3. Wenn man das nicht begrenzt, dann muss die Politik und die Regierung dafür sorgen, dass diese Leute die deutsche Sprache lernen und nicht umgekehrt. Man muss aber auch die Ressourcen dafür bereitstellen und mehr qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Eine Grundschullehrerin mit 30 Schülern, von denen 10 Deutsch, die anderen 20 aber fünf andere Sprachen sprechen, das funktioniert nicht. Aber diese Probleme blenden Sie aus und einer neoliberalen Regierung, die alles dem Markt überlässt, ist das egal.
Die Sprache ist das kulturelle, soziale und gesellschaftliche Fundament eines Landes. Ausnahme: In der Schweiz gibt es mehrere Sprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Aber wenn Sie nach Schweden auswandern würden, dann würden Sie auch nicht zu den Schweden sagen: Jetzt müsst ihr alle Deutsch lernen. Sie müssen Schwedisch lernen und sich an die Gesetze in Schweden halten oder etwa nicht? Wenn man in Schweden auf der Autobahn nur 110 km/h fahren darf, dann sagen Sie auch nicht: Aber in Deutschland darf ich mit meinem Ferrari auf der Autobahn 320 km fahren oder vielleicht doch?
Das sind die journalistischen Fakten oder wollen Sie diese Fakten bestreiten?
Die Blauen von der AfD sagen: Macht alle Grenzen dicht und lasst keine Flüchtlinge, Asylbewerber mehr rein, dann gibt es in Deutschland keine Probleme mehr und alle leben im Paradies und die pseudo-linken regenbogenfarbenen und rosafarbenen Woken sagen: Macht die Grenzen auf, wir brauchen noch mehr Flüchtlinge und noch mehr Asylbewerber, das wird „supergeil“, „knorke“ und „mega-cool“, dann haben wir in Deutschland das Paradies.
Da freuen sich die Konservativ-Grünen-Liberalen-Sozialdemokraten der „bürgerlichen Mitte“, wenn sie die deutschen Geringverdiener gegen die zugewanderten Nochwenigerverdiener aufhetzen und die Miete für deutsche Normalverdiener erhöhen, weil draußen vor der Haustür 25 deutsche und 25 nichtdeutsche Bewerber(:+INNEN) stehen.
Ich bin gespannt auf Ihre Anwort(en). Wer von Fakten redet, der sollte aber nicht mit billiger Rabulistik daherkommen.
Ich entschuldige mich ausdrücklich für meine profane Schilderung, der dem Artikel zugrundeliegenden realen und überprüfbaren Fakten. Ich konnte alkerdings nicht ahnen, dass die geschilderte Realität auf einen nicht auflösbaren Widerspruch zu Ihrem großideologischen Welterklärungsansatz führt.
In diesem Sinne eine nochmalige Entschuldigung für das Behelligen mit den realen, halleschen Fakten aus dem Heidebad.
Ich warte ja auch schon seit einiger Zeit darauf, dass Herr Nobel die Vorgänge, die zu seiner drastischen, rechtswidrigen Entscheidung geführt haben konkreter als in den von ihm bisher angeführten, pauschalen Allgemeinplätzen schildert.
Vor vielen Jahren erlebt und bis heute prägend, ein Mann mittleren Alters und migrantischen Aussehens, der ins Freibad gestürmt kam und eine vielleicht 13 Jährige in unverständlicher Sprache beschimpft und übelst mit Fußtritten traktiert hat. Im ersten Moment vollkommen geschockt brachte ich den Vorgang im Nachhinein zur Anzeige, um zu erfahren, dass dies häufig vorkäme und die Ermittlungen stets ins Leere laufen.
Zwischenzeitlich an anderem Wohnort und anderem Badegewässer könnte ich dies ausschließen. Alle sind unbekleidet, etliche der Männer entsprechen dem gängigen Gay-Muster, andere tragen von Kopf bis Fuß die Tatoos der Teufelsanbeter. Die Hunde sind impossant, lebhaft und unrein sowieso.
Hier wird niemand hingehen, der mit alledem nicht klarkommt. Weder Einheimischer noch Zugewanderter. Hier gibt es auch keine Spanner, keine Anmache, keine gierigen Blicke. Dafür sorgen die energisch ausgesprochenen Platzverweise unserer Frauen im besten Alter. Allerdings hat mittlerweile auch der nichtmigrantische Nachwuchs ein zunehmendes Problem damit, sich in unbekümmerter Nacktheit am Badesee zu tümmeln. Ob dem bereits ein gewisser kultureller Austausch zugrunde liegt kann ich nicht einschätzen. Schade, viele der Alten leben schon nicht mehr und es kommen kaum mehr Junge hinterher.
Ich muss sagen: 9 von 10 Durchsagen in dem Schwimmbad, das ich besuche, verstehe ich als Deutsche ohne Hörfehler auch nicht.
Noch ein Versuch…
Je öfter man Artikel dieses Autors liest, desto deutlicher wird ein wiederkehrendes Muster. Das jeweilige Ereignis dient eigentlich nur als Eintrittskarte. Mal zum Strandbad, mal zum Parteitag der Linken. Es eröffnet den Text. Aber es bestimmt ihn nicht. Denn auf die Gegenstände und Personen, die behandelt werden, entwickeln diese Erörterungen überraschend wenig Neugier. Sie sind bloß Requisiten und Statisten. Schon nach wenigen Zeilen haben beide ihren Zweck erfüllt und verschwinden hinter etwas anderem: einer großen Erzählung über ein moralisch verirrtes Milieu, das die Wirklichkeit angeblich nicht mehr sehen will.
Der Einzelfall wird hier zur Allegorie. Er hat seine Eigenständigkeit verloren und wird zum Baustein eines längst fertigen Weltbildes. Es wirkt fast, als suchte der Essay nicht nach Ereignissen, aus denen sich ein Urteil ergibt, sondern nach Ereignissen, die ein längst feststehendes Urteil illustrieren. Vielleicht erklärt das auch den eigentümlichen Ton solcher Beiträge. Sie sind weniger analytisch als inszenierend. Deswegen ähneln sie in Inhalt und Aufbau am Ende auch so auffallend den Leuten, die sie zu kritisieren suchen. Darum sind sie letztlich nicht weniger moralisch als die verfemte Gegenseite. Bei ihnen steht der Weltbild ebenfalls zuerst und die Wirklichkeit darf anschließend illustrieren.
Natürlich kann man sich köstlich über Leute mokieren, die beim Anblick eines Schildes schon »Rassismus!« rufen. Nicht weil es keinen Rassismus gäbe, sondern weil ein Urteil heute oft schneller kommt als die Wahrnehmung. Das moralische Etikett ersetzt jede Untersuchung. Ob bei Schweinsteiger, bei Rammstein oder bei Kachelmann. Man erklärt sich selbst zur guten Seite und hält das für Erkenntnis oder sogar für ausgesprochen duftes Denken. Das Wort wird zum Abzeichen der eigenen Tugend. Wer das Urteil schon gefunden hat, bevor er einen Fall genauer betrachtet, sucht jedoch keine Erkenntnis mehr, sondern Applaus.
Und auch dieser Text wirkt nicht sonderlich anders. Denn er hat mit dem Strandbad ebenso wenig zu tun wie seine Kritiker mit den Badegästen. Das Strandbad ist genauso Teil der Kulisse wie das Schild davor. Kaum wird der See betreten, verwandelt auch er sich in eine Bühne, auf der Parallelgesellschaften, Staatsversagen, Moral, falsche Toleranz, Integrationspolitik, Rassismusdebatten und der Zustand der Republik aufgeführt werden. Der konkrete Vorfall dient nur dazu, ein bereits fertiges Weltbild einzuleiten. Das Stück stand längst fest; der Badesee liefert lediglich die Requisiten für den ersten Akt.
Man sollte deshalb weniger auf die jeweiligen Behauptungen achten als auf ihre Inszenierung. So auch hier. Auffällig ist nämlich, wie sauber alle Figuren verteilt sind. Hier stehen die »Empörten«, dort der verantwortungsbewusste Betreiber, daneben die sprachlosen Migranten und im Hintergrund die versagenden Behörden. Menschen sucht man vergeblich mit der Lampe im Sonnenschein – man stößt nur auf dieselben Statisten in wechselnden Rollen. Jeder macht seinen kleinen Auftritt, jeder erfüllt exakt die Funktion, die das Argument verlangt. Das ist keine Beobachtung der Wirklichkeit, sondern ihre Dramatisierung. Der Text beschreibt seine Gegenstände nicht; er arrangiert sie. Er verteilt wieder Sympathien und Antipathien mit der Sorgfalt des eingeübten Regisseurs.
Dabei verrät der Artikel selbst, worum es ihm eigentlich geht. Sein eigentlicher Gegner sind nämlich nicht fehlende Sprachkenntnisse. Der wahre Gegner heißt »die Haltung«. Genauer: die falsche Haltung der anderen. Immer wieder kehrt er zu den Empörten, den Moralisten und den angeblich Blindgewordenen zurück. Die Sprache ist Anlass, nicht Gegenstand. Das eigentliche Thema lautet: »Ich sehe die Wirklichkeit, während andere sich in Illusionen eingerichtet haben.« So wird der Autor nicht nur zum Regisseur seiner Figuren, sondern auch seiner selbst.
Gerade an diesem Punkt sollte man misstrauisch werden. Denn auch der Anspruch auf Nüchternheit kann zur Pose werden. Es gibt Menschen, die ihre moralische Überlegenheit vor sich hertragen, und es gibt Menschen, die ihre angebliche Realitätsnähe wie einen Orden präsentieren. Der Unterschied ist kleiner, als beide Seiten glauben. Beide brauchen ein Publikum. Die einen möchten als die Guten erscheinen, die anderen als die Einzigen, die noch wirklich sehen. Beide leben davon, dass ihre Anhänger ihnen diese Rolle abnehmen.
Deshalb lohnen sich andere Fragen. Nicht nach der Richtigkeit des Gesagten, sondern nach seiner Funktion. Wem nützt eigentlich diese Erzählung? Wem verschafft sie Anerkennung? Wem gibt sie das angenehme Gefühl, endlich zu denjenigen zu gehören, die »es« noch sehen? Der Text liefert seinem Publikum weniger neue Erkenntnisse als die Bestätigung eines Selbstbildes. Kein Wunder, dass diese Geschichten auf viele hier so beruhigend wirkt. Sie verlangen keine neue Einsicht. Sie bestätigen eine vorhandene. Der Essay sagt seinen Lesern: „Ihr seid die Vernünftigen! Ihr habt euch den Blick auf die Wirklichkeit bewahrt. Die anderen sind Gefangene ihrer Ideologie.“ Das ist eine ausgesprochen schmeichelhafte Botschaft. Und sie kommt an.
In meinen Augen handelt dieser Beitrag überhaupt nicht von Integration oder ihrem Scheitern. Er handelt von Selbstvergewisserung. Man schreibt selten bloß über die Welt. Man schreibt fast immer auch an einem Bild von sich selbst. Hier entsteht das Bild eines Autors, der endlich ausspricht, was andere angeblich nicht mehr zu sagen wagen. Das Strandbad wie Pantisano liefern lediglich die Gelegenheit, diese Rolle erneut aufzuführen.
Sicher existieren Sprachprobleme. Sicher existieren Probleme mit Einwanderern. Sicher trägt die Politik Verantwortung dafür – oder trägt sie gerade nicht. Doch nichts davon hat mit diesen Artikeln im Kern zu tun. Sie drehen sich vornehmlich um sich selbst und führen das moralische Schauspiel der Gegenseite mit umgekehrten Vorzeichen auf. Wer Wirklichkeit aber ernst nimmt, erlaubt ihr zumindest, komplizierter zu sein als die eigene Erzählung.
Am Ende lässt sich dieses Lustspiel vielleicht so bündeln:
Die einen benötigen den Vorwurf des Rassismus, um ihre Tugend vorzuführen. Die anderen benötigen dafür den Vorwurf der falsch verstandenen Toleranz. Nicht im Moralisieren unterscheiden sich beide Lager, sondern nur in der Zielgruppe. Die einen verkaufen das gute Gewissen. Die anderen vermeintliche Nüchternheit. Beides hat seine Kundschaft. Doch beides nährt nicht. Es ist bloß Gewissheit zum Schnellverzehr.
Mag sein, die Intension eines Autors muss aber auch nicht weiters beschäftigen. Ich verwende die vorhandenen Requisiten und hänge an der Stelle mein eigenes Plakat auf.
Baderegeln darf man durchaus aus mehrsprachig verfassen, anstatt Ghettoisierung weiter zu fördern.
Ansonsten nichts gegen Sprachkurse. Aber wie Sozialarbeiter kosten die Geld, und so ein Gedöns wird ja gern weggespart.
Ich hab schon vor mehr als einer Dekade erfahren, dass es Regionen und nicht nur in den Großstädten gibt, wo keiner mehr auf meine auf Deutsch gestellten Fragen bspw. nach dem Weg nicht verstanden wurden.
Vieles wird auch im Übrigen gerade wegen der immanenten und sich auch immer weiter ausbreitenden deutschen Regelwut missverstanden.