So wie eine Linke fehlt, so mangelt es auch an einem Konservatismus

Konservative Symbolbild
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt.

Brauchen wir noch einen Konservatismus? Oder kann er weg?

Hurra, endlich wieder ein Konservativer! Einer, der die Union wieder zu ihren Traditionen zurückführt. So klang das, als Friedrich Merz vom schwarzen Felsen herabstieg, um in den Niederungen deutscher Parteienpolitik erneut Fuß zu fassen. 2018 erfolgte diese Rückkehr dieses konservativen Messias. Er sollte die Zeiten der angeblich sozialdemokratisierten Bundeskanzlerin beenden – was die Frau sicher nie war, sie saß nur allerlei aus, was ihr lästig erschien und so hatte man einfach keine Vorstellung davon, für was sie inhaltlich tatsächlich steht. Dass sie in ihren späten Jahren dann dem Wahrheitskomplex auf dem Leim ging – um Norbert Häring zu zitieren, mit dem morgen übrigens ein Interview an dieser Stelle erscheint –, ist auch nicht als sozialdemokratisch oder gar links zu bewerten, sondern war Ausdruck ihrer Orientierungslosigkeit.

Mit einem hatten die Berichterstatter damals aber tatsächlich recht: Angela Merkel war keine Konservative. Friedrich Merz allerdings auch nicht. Sein Weltbild bestand schon früh aus Reformen, Verändern und Umwälzen; zur Zeit der Agenda 2010 machte er klar, dass die Mobilisierung der trägen Massen nicht weit genug führe: Arbeitslose müssten aktiviert werden, die totale Flexibilität sei nun gefordert – wenn nötig, müsse man verlangen, dass die Betroffenen sich selbst aus ihrem altbekannten Umfeld herausnehmen, um fernab von Heimat, Familien und Freunden berufliches Niedrigjob-Glück zu finden. Tradition, Erhaltenswertes, ein Bekenntnis zu familiären Strukturen: Fehlanzeige bei Merz! Letztlich immer gewesen – auch heute klingt er nicht wie jemand, der bedächtig im Sinne des Erhalts agiert, sondern der mit »raschen Entschlüssen zu Tausenden elend macht«.

Evolution statt Bilderstürmerei

Das ist eine Formulierung des britischen Philosophen Edmund Burke (1729 – 1797). Der verurteilte einst die Französische Revolution, ganz besonders deren Antrieb, die Gesellschaft auf Teufel komm raus zu verändern und neu auszurichten – das ging so weit, dass man kurzzeitig sogar eine neue Woche mit zehn Tagen einführte. Wer sich an den alten Wochentakt hielt, outete sich als Anhänger des Ancien Regime und galt schnell als suspekt – man lebte im Angesicht des Fallbeiles gefährlich. »Wut und Verblendung können in einer Stunde mehr niederreißen«, so schrieb Burke, »als Klugheit, Überlegung und weise Vorsicht in hundert Jahren aufzubauen imstande sind.« Einer konservativen Weltsicht komme daher eine dringliche Rücksichtnahme zu – zumal »wenn die Gegenstände unsrer Zerstörung und unsrer Schöpfung nicht Holz und Stein, sondern empfindsame Wesen sind, die wir durch rasche und unüberlegte Entschlüsse zu Tausenden elend machen können.«

Burke zeichnet hier die Trennlinie zwischen denen, die sich im progressiven Eifer zu schnellstmöglichen Veränderungen hinreißen lassen, die sie zuweilen radikal übers Knie brechen – und zwischen einer Haltung, die nicht völlig verschlossen ist gegenüber Anpassungen, die aber Rücksichten nehmen möchte auf Konventionen, Traditionen, auf Kultur und historisch-universelle Werte, um das Gefüge und die Ordnung nicht völlig ins Chaos zu überführen und zu sprengen. Das kommt uns Zeitgenossen sicherlich an der einen oder anderen Stelle bekannt vor. Der Konservative strebt eine Evolution der Entwicklungen an – der revolutionäre Geist widerstrebt ihm. Friedrich Merz war diesem Sinne nach immer Gegenspieler konservativer Wertvorstellungen – als Wirtschaftsliberaler gab er gerne den Atomisierer der Verhältnisse, dem nichts heilig schien, wenn es nur der Liberalisierung der Arbeitsmärkte diente und den Sozialstaat schadete.

Konservatismus – das ist ein Wort, das in den politischen Debatten unserer Zeit allzu oft missverstanden, verzerrt oder vorschnell verworfen und mittlerweile geradezu pathologisiert wird. Man spricht von ihm mit einem Ton, der zwischen Skepsis und Spott schwankt, als handele es sich um ein Relikt vergangener Tage, um einen müden Reflex aus einer längst verstrichenen Zeit, die doch bitte jetzt keinesfalls zu einer Neuauflage kommen sollte. Denn er hemmt die Debatten, klammert sich an Vorstellungen, die man doch endlich mal ablegen sollte. Konservatismus wird als der Fortschrittsverweigerer schlechthin begriffen – als Blockierer, der an den Wertvorstellungen haftet, die die Großeltern auch schon so ähnlich pflegten. Am Ende sind es gar christliche Werte, die den Konservativen umtreiben und die ihm zu einem Wesen von gestern degradieren. Der Konservative muss daher mindestens ein Rechter sein – was er im politischen Koordinatensystem zwar ist, was als Vorwurf aber was ganz Anderes meint: nämlich eine Stigmatisierung. Doch der Konservatismus ist nicht das Gegenteil des Fortschritts – er ist dessen notwendiger Widerpart.

Man kann Mensch und Gesellschaft nicht auf Null stellen

Es gehört zu den großen Irrtümern unserer Epoche, zu glauben, Geschichte sei ein geradliniger Prozess, der unaufhaltsam auf ein Ziel zustrebt – unserer Aufgabe käme es daher irrtümlicherweise zu, diesen Prozess noch zu beschleunigen. Und dies gegen alle Widerstände, die sich in Form widerspenstiger Zeitgenossen auftun. Diese Vorstellung zeugt von großer Naivität, denn Veränderungen müssen sukzessive akzeptiert werden – man kann sie nicht gegen eine Bevölkerung durchsetzen, die in weiten Teilen konservativ empfindet. Konservativ dem Sinne nach, dass sie nicht wollen, dass sich ihr Leben täglich so sehr verändert, dass sie die Orientierung verlieren – so einen Impuls verspüren selbst die größten Progressiven zuweilen. Der Konservatismus erinnert daran, dass nicht alles, was neu ist, auch gut sein muss – und dass nicht alles, was alt ist, als überholt gilt. Er löst die geschichtlichen Bande nicht auf, die andere Denkrichtungen gerne ausblenden – der Konservative weiß, dass Mensch und Gesellschaft Produkte einer Entwicklung sind. Man kann nicht einfach auf die Tara-Taste drücken und alles auf Null stellen – der Mensch ist, was er ist, er ist nicht ideologisch erziehbar, man muss ihn als Mangelwesen mit teils herausragenden Charaktereigenschaften begreifen und akzeptieren.

Der Konservative ist überhaupt kein Feind der Veränderung. Er ist viel eher ihr kritischer Begleiter. Er fragt: Was gewinnen wir? Und bevor wir das klären: was könnte uns das kosten? Nicht unbedingt finanziell, sondern als Menschen, Familien, als Gesellschaften? Diese zweite Frage wird in einer Welt, die vom »Fortschrittsglauben« – was immer man im Moment als Fortschritt feiert, es sind ja weniger Technologien als Befindlichkeitsideologien – berauscht ist, allzu selten gestellt. Jede Veränderung hat ihren Preis. Wer ihn nicht kennt oder nicht kennen will, handelt verantwortungslos.

Man hat den Konservativen oft vorgeworfen, sie klammerten sich an das Gestern. Doch dieser Vorwurf verkennt das Wesen des Konservatismus. Es geht nicht – oder nicht nur – um Nostalgie, sondern um Verantwortung. Wer bewahren will, tut dies nicht aus sentimentaler Verklärung, sondern aus der Einsicht heraus, dass das Bestehende einen Wert besitzt, der sich nicht immer sofort erschließt – es hat sich so entwickelt, weil es vernünftige Aspekte in sich trägt. Der Konservative ist kein Vergangenheitsagent, sondern ein Anwalt der Kontinuität. Gerade in Zeiten tiefgreifender Umbrüche zeigt sich die Bedeutung konservativen Denkens. Wenn gesellschaftliche Gewissheiten ins Wanken geraten und ganze Gemeinwesen in Orientierungslosigkeit stürzen, wenn politische Systeme deshalb unter Druck kommen, dann braucht es Stimmen, die nicht in die Kakophonie widerspruchsloser Begeisterung untergehen. Stimmen, die warnen und mahnen und darlegen, dass Veränderung kein Wert an sich ist – und wenn sie erfolgt, so schrittweise, verträglich und nachvollziehbar. Der Wandel sollte sich organisch vollziehen – nicht aus Basis eines Bildersturms oder der teils tyrannischen Launen des Zeitgeistes.

Die menschliche Unzulänglichkeit

Der Zeitgeist ist ein launisches und oft übelgelauntes Wesen. Wer, wenn nicht wir Zeitgenossen, wüssten das besser? Was man uns heute als Wahrheit und Wirklichkeit nahelegt, gilt vielleicht schon morgen als überkommen oder – schlimmer noch – als geradezu kriminell. Nun ist der Konservative ja nicht immun gegen solche Irrtümer, da er aber gemeinhin weniger anfällig für Moden und Trends ist, geht er vielleicht nicht so schnell in die Falle, wie Vertreter anderer Denkschulen, die ganz offensichtlich einen Pakt mit der Gegenwart geschlossen haben. So ein Arrangement kennt der Konservative nicht, denn er schämt sich nicht, auch noch ein wenig im Gestern verfangen zu sein – anders als Progressive, denen das Gestern geradezu ein Graus ist. Wir erleben das aktuell: ein Feldzug gegen alles, was einst war, hat weite Teile der Gesellschaft erfasst. Die Gnade der späten Geburt macht diese Zeitgeistkrieger nicht etwa demütig, sondern überheblich.

In diesem Sinne ist der Konservatismus auch eine Form der intellektuellen Bescheidenheit. Er erkennt die Grenzen menschlichen Wissens und der menschlichen Möglichkeiten an. Er weiß, dass wir nicht alles planen, nicht alles kontrollieren können und dass Bertolt Brechts Worte zur menschlichen Unzulänglichkeit zutreffen: »Ja, mach nur einen Plan! / Sei nur ein großes Licht! / Und mach dann noch ’nen zweiten Plan / Gehn tun sie beide nicht.« Konservativ zu sein bedeutet auch, nicht alles umsetzen zu wollen, nur weil man glaubt es umsetzen zu können – der Verzicht gehört ein Stück weit zu dieser Haltung, denn die Unterlassung und Mäßigung kann tugendhafter sein, als der Aktivismus, der Drang etwas zu tun, um etwas getan zu haben – oft geschieht das ja ohne Reflexion, sondern nur aus dem Impuls heraus, »ein Zeichen zu setzen«.

Es wäre falsch, den Konservatismus als rein politische Haltung zu verstehen. Er ist mehr als das. Er ist eine kulturelle, ja eine existenzielle Haltung. Eine Lebensform, die in Theorie – nicht immer in der Praxis, der Mensch ist schließlich fehlbar – demütig ist und die diese Demut als Eigenschaft betrachtet, die die Gesellschaft nicht lähmt, sondern voranbringt und zu einem hoffentlich besseren Ort werden lässt. In einer Zeit, die vom Lärm der Meinungen erfüllt ist, klingt der konservative Ton sehr viel weniger nach Aufbruch in ein gelobtes Land. Dabei hat der Konservatismus nicht immer recht – das hat niemand –, er bietet eine Perspektive an, die leider zu oft fehlt. Natürlich müssen auch Traditionen manchmal korrigiert und angepasst werden – nicht alles Überlieferte ist gerecht. Der zelotische Eifer ist unter konservativen Gesichtspunkten aber kein zielführendes Vorgehen und widerspricht der menschlichen Natur.

Es gibt nur noch Liberalismus überall

Was davon findet sich heute in der politischen Landschaft wieder? Welcher politische Akteur weist auch nur in Ansätzen eine solche Haltung zum Zeitgeschehen auf? Die Union ist längst zu einer schlichten Partei unbeseelter Real- und Machtpolitik geworden – ein Stück weit war sie das freilich schon immer, wenngleich man ihr attestieren muss, in früherer Zeit durchaus noch konservative Denker in ihren Reihen begrüßt zu haben. Der »heutige Konservatismus« hat nichts von diesen Werten im Bestand – schlicht, weil er kein Konservatismus ist, genauso wie die Linke nicht links und die Sozialdemokratie nicht sozialdemokratisch sind. Wir haben es mit einer völligen Aushöhlung aller Denkrichtungen zu tun, die sich das alte Label behalten haben, die aber vollkommen entkernt wurden. Teils auch gekapert.

Die, die sich heute noch als Konservative ansprechen lassen – und es nicht sind –, erklären den Bürgern fortwährend, dass die Menschen umdenken müssen, ein neues Bewusstsein brauchen – dass die Conditio humana allerdings kaum veränderbar ist: Konservative wüssten das und verlangen nicht nach einem neuen Menschentypus. Dass nicht jeder tun und lassen kann, was er will, dass Gemeinwesen nicht liberale Beliebigkeit, sondern Beständigkeit und Verlässlichkeit benötigen, um lebenswert zu bleiben: Konservative sollten das wissen. Und diese ständige Staatsverdrossenheit, wenn es mal wieder heißt, der Staat müsse abspecken: Das passt nicht zu Menschen, die aus konservativer Haltung heraus verstehen, dass der Staat ein Ordnungsinstrument ist und sein muss, um das Zusammenleben zu arrangieren.

Oft liest man, wie sehr eine schlagkräftige und aufrichtige Linke im politischen Diskurs fehle. Und ja, das ist eine Wahrheit, der man nichts entgegensetzen kann. Sie fehlt tatsächlich! Was jedoch auch fehlt: Ein Konservatismus, der den Namen verdient und der versucht, auch politisch Einfluss zu nehmen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten den Liberalen das Feld überlassen – sie sind überall, in allen Parteien und Organisationen, in den Medien und im Kulturbetrieb, sie sind die Vertreter der letzten Denkschule, die überhaupt noch im Diskurs vorkommt. Dass die FDP kein Bein mehr auf den Boden bekommt, liegt einfach auch daran, dass der Liberalismus von Union über Sozialdemokraten bis hin zu den Linken und der AfD, etabliert ist. Er ist überall! Wozu benötigt man da noch eine dezidiert liberale Partei? Wir haben uns so an die liberale Weltanschauung gewöhnt, man vergisst fast, dass innerhalb der Gesellschaft mehr Denkarten vorherrschen, es gibt noch immer Linke wie Konservative – Denkarten, die im politischen Ringen keine Berücksichtigung mehr finden und die doch viele Aspekte böten, die bei den Liberalen kaum Raum einnehmen. Eine Regierungsform, die um Kompromisse ringen muss, braucht den Facettenreichtum komplexer Sachverhalte, um zu haltbaren Entscheidungen zu kommen.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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28 Kommentare

  1. ‚Konservativ‘ und ‚links‘ muss übrigens kein Widerspruch sein. Angesichts eines alles einreißenden Liberalismus sogar ganz im Gegenteil.

    1. Was die google-KI über Liberalismus sagt:

      Der Liberalismus ist eine politische Weltanschauung und Philosophie, die die Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Individuums in den Mittelpunkt stellt. Er entstand als Gegenbewegung zum Absolutismus, fordert die Beschränkung staatlicher Macht auf ein Minimum (Nachtwächterstaat) und schützt Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Eigentum und freien Wettbewerb.

      Mit der Meinungsfreiheit sieht es zwar nicht mehr so gut aus, aber ansonsten stimmt es: Der Kern des Liberalismus ist der Bezug auf den Einzelnen und dessen Freiheit. Kollektive gesellschaftliche Interessen werden als Zwänge wahrgenommen und abgelehnt, was auch Anarchisten und Libertäre aufgreifen.

      1. @garno
        „Kollektive gesellschaftliche Interessen werden als Zwänge wahrgenommen und abgelehnt“
        = Teile und herrsche“

        „was auch Anarchisten aufgreifen“
        = Quatsch

      2. Dieser Minimal-Liberalismus kann nur als spiegelbildlicher Gegenpart zum Absolutismus verstanden werden. Als reine Staatsform ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Absolutismus.

        @Artikel: Dass die FDP kein Bein mehr auf den Boden bekommt, liegt einfach auch daran, dass der Liberalismus von Union über Sozialdemokraten bis hin zu den Linken und der AfD, etabliert ist. …

        Da würde ich noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass die Parteien heute nicht mehr ihre Programme nach inneren Überzeugungen zusammenstellen und dann im innerparteilichen Klärungsprozess ausarbeiten und dann fixieren, sondern, dass sie komplett neoliberal nach äußeren Maßgaben, die hauptsächlich von den Medien vorgegeben werden, funktionieren. Es gibt dann allenfalls noch Geschmacksrichtungen, die sie beisteuern dürfen.

        Wenn die SPD sich mal mit sozialdemokratischen Ideen aufs Parkett traut, wird sie entweder sofort, krankenhausreif geschossen, weil sie anders als früher, als auch die Hauptmedien noch diverser waren, keine öffentlichen Verteidiger mehr hat, oder die Konzepte werden ihm andauernden Glattschleifungsprozess der Diskursräume auf unbedeutendes reduziert. Die eristische Dialektik, die dazu benutzt werden darf, demonstriert fast allabendlich Markus Lanz. Wie überall im TV, ergänzt er sie durch zahlenmäßige Überlegenheit und repressive Moderation, wenn ein Kandidat anfängt, widerständig zu sprechen.

        Die resultierende Gleichmachung geht von den Hauptmedien aus. Die FDP ist nach der Westerwelle-Kur, wo sie alle höheren liberalen Funktionen, die sie vom Neoliberalismus unterscheidet, verloren hat, im Vergleich zur sie umgebenden Parteien-Atmosphäre ohne inneren Druck und gibt ein gänzlich kraftloses, heißt, nutzloses Bild ab.

      3. garno, maximal verkürzt und dann noch KI Agitprop. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Deshalb:

        6.2 Demokratie im Liberalismus: Elitenkonkurrenz, Verachtung des Volkes und Zuschauerdemokratie

        Indem der Liberalismus einen vorkapitalistischen Freiheitsbegriff auf neuartige kapitalistische Machtverhältnisse übertrug, für deren Begrenzung dieser Freiheitsbegriff gleichsam blind war, konnte er sich zur »liberalen Demokratie« wandeln, also zu einer Form von Demokratie, die dem Bereich der Wirtschaft von demokratischer Kontrolle ausklammert und somit kapitalistische Macht von jeder außerökonomischen Beschränkung befreit. Dabei wird die traditionelle Leitidee von Demokratie als radikale Vergesellschaftung von Herrschaft durch einen neuartigen Begriff von Demokratie ersetzt, der das ursprüngliche Konzept entleert und damit den mit ihm ursprünglich verbundenen Intentionen eines zivilisatorischen Schutzbalkens gegen eine Macht des Stärkeren zuwiderläuft. Mehr noch: »Charakteristisch für den Umgang der liberalen Demokratie mit dieser neuen Machtsphäre ist nicht, sie zu kontrollieren, sondern sie zu befreien.« Liberale Demokratie bedeutet eine höchst eingeschränkte Demokratie, da der Einfluss des Volkes konstitutionell eng begrenzt wird und zentrale Bereiche der Gesellschaft jeder demokratischen Willensbildung und Gestaltung entzogen sind. Durch den Liberalismus wurde die Bedeutung von ›Demokratie‹ neu gefasst als Sicherung »staatsfreier Zonen der Privatautonomie« für Besitzbürger sowie die Bereitstellung freier Wahlen von politischen Interessenvertretern aus einem vorgegebenen Elitenspektrum. Ellen Meiksins Wood stellt fest: »Die Demokratie ist vom Liberalismus übernommen worden.« Diese Verkürzung, Entleerung und Verzerrung des Demokratiebegriffs unter dem Einfluss von Liberalismus und Kapitalismus sind so tief im kollektivern Denken verankert worden, dass heute mit dem Wort ›Demokratie‹ fast nur noch die bürgerlichen Freiheiten – wie Schutz der Privatsphäre und des Privateigentums, Meinungsfreiheit, Presse- und Versammlungsfreiheit sowie Schutz und Anerkennung gesellschaftlicher, insbesondere diskriminierter Partikulargruppen – verbunden werden. Folglich erscheint heute der Ausdruck »liberale Demokratie« den meisten nahezu als Pleonasmus, während er de facto ein Widerspruch in sich ist.
        (…)
        Inhaltliche Unbestimmtheit und innere Widersprüche des Liberalismus

        Jenseits des individualistischen Freiheitsbegriffs des Liberalismus und den damit verbundenen Abwehrrechten gegen den Staat haftet dem Liberalismus seit je eine inhaltliche Unbestimmtheit an, da er sich in erster Linie als gegen etwas gerichtet versteht. Diese inhaltliche Unbestimmtheit überträgt sich auch auf die Ideologie der politischen Mitte. »Diese Mitte ist natürlich«, wie Wallerstein zutreffend bemerkt, »eine politische Abstraktion und ein rhetorischer Kunstgriff, denn man kann sich selbst immer in die Mitte rücken, indem man die Extreme entsprechend definiert, und die Liberalen machten dies zu ihrer grundlegenden politischen Strategie.«
        (…)
        Zugleich erlaubte die inhaltliche Unbestimmtheit des Liberalismus durch eine geeignete Bestimmung der Gruppen, die als Träger von Freiheitsrechten anzusehen seien, mühelos extremste Formen von Freiheitsbeschränkungen zu rechtfertigen.
        (…)
        Der Ökonom Thomas Piketty weist besonders mit Blick auf den Neoliberalismus noch einmal auf die »tiefe Übereinstimmung« von »sklavenhalterischen, kolonialistischen und rassistischen Ideologien« mit der »proprietaristischen [das heißt auf einer Sakralisierung des Eigentums] und hyper-kapitalistischen Ideologie« hin.
        (…)
        ›Universell‹ an der Logik des Liberalismus ist also lediglich die Rechtfertigung von Herrschaft der Besitzenden über die Besitzlosen. Mithilfe des Konzepts der »repräsentativen Demokratie« ließ sich eine solche Ideologie in wirkungsvoller Weise demokratisch verbrämen.
        Durch seine Fokussierung auf Konkurrenz und meritokratische Auslese konnte der Liberalismus auch sozialdarwinistische und sozialrassistische Positionen in sein ideologisches Gerüst ›universeller‹ Rechte integrieren. Reinhard Kühnl bemerkt zu dieser ideologischen Flexibilitätdes Liberalismus:

        »Mit dieser Wendung des Liberalismus zum Sozialdarwinismus war Gewalt als Mittel zur Lösung der Probleme menschlichen Zusammenlebens legitimiert, war der imperialistische Krieg ebenso gerechtfertigt wie die wirtschaftliche Ausbeutung und die politische Diktatur. Hier ist der Punkt wo der Faschismus anknüpfen konnte.«

        Der mit dem Kapitalismus verflochtene Liberalismus hat also vielfältige Berührungspunkte – ideologische wie auch hinsichtlich seiner politischen Praktiken – zu Positionen im rechten Teil des politischen Spektrums, die man bezogen auf den Referenzpunkt einer egalitären Demokratie als extremistisch anshen muss.
        (Rainer Mausfeld, Hybris und Nemesis – Wie uns die Entzivilisierung von Macht in den Abgrund führt – Einsichten aus 5000 Jahren, S. 391/392,400, 401, 402)

        Ich zieh dir nochmal raus wo wir jetzt sind:

        »Mit dieser Wendung des Liberalismus zum Sozialdarwinismus war Gewalt als Mittel zur Lösung der Probleme menschlichen Zusammenlebens legitimiert, war der imperialistische Krieg ebenso gerechtfertigt wie die wirtschaftliche Ausbeutung und die politische Diktatur. Hier ist der Punkt wo der Faschismus anknüpfen konnte.«

        Hannah Arendt unterschied zwischen Diktatur und totalitärer Diktatur und dann sind wir noch näher. ‚Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?‘ Paradebsp. für den Totalitarismus sind Faschismus und Stalinismus.

        Individualismus und Kollektivismus sind doch bei euch nur hohle Phrasen, hinter denen ihr eure diktatorischen Konzepte versteckt. Wozu betreibt ihr die Kollekte?

        Rhetorik, denn so geheim ist das nämlich nicht.

        Phrasendrescherei und Beschäftigungstherapie, ein zwei Sätze in den Äther gerülpst, unter denen sich jeder denken kann was er will. Nach dem Kreuzchen machen, gibt auch Länder da wird überhaupt keins gemacht, interessiert ohnehin nicht mehr was gerülpst wurde.

      4. Das Problem ist wie so oft der unterschied zwischen Theorie und Praxis. All diese Freiheitsrechte klingen gut, man muß sich aber leisten können, sie in Anspruch zu nehmen, statt sich anderen anzudienen, um von denen Lohn für defacto Sklavenarbeit zu erhalten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. So entscheidet allein der Besitz an Geld und Gut über den Stand innerhalb einer „liberalen“ Gesellschaft, nicht der „Wert“ als Mensch an sich.

        Der Feudalismus als Erbadel von Familien von Königs Gnaden wurde ersetzt durch den „Geldadel“. Sonst blieb fast alles beim Alten.

    2. Da bin ich ganz bei Ihnen. So habe ich es immer gesehen. Für mich war die Linkspartei in ihren frühen Jahren eine durchaus konservative Partei – immerhin wollte sie die Errungenschaft des sozialen Friedens bewahren, sprich: den Sozialstaat erhalten, wo andere dessen Auflösung im Sinn hatten. Letztlich war dieses konservative Portfolio das, was die Linkspartei damals für mich attraktiv machte.

  2. Dem Autor ist hier ein kleines Kunststück gelungen: Er kritisiert das allgegenwärtige Liberale (oder was man dafür hält) aus liberaler Sicht, nämlich aus seinen eigenen liberalen Idealen heraus.

  3. In einer Demokratie braucht es alle Parteien ausser die, die so extrem sind, dass sie die Demokratie bekämpfen. Selbstverständlich gehören die demokratische Linke wie auch die Konservativen dazu.

    Anders als der Autor es darstellt, ist der Liberalismus tot. Mausetot. Das Aufzwingen eines Gentechnik-Experiments ist genauso antiliberal wie das Verfolgen von politisch Andersdenkenden mit Hausdurchsuchungen, Debanking und Reichsacht. Auch das Unterwerfen unter Tech-Konzerne oder unter korporativistische internationale Organisationen ist antiliberal. Liberale unterwerfen sich nicht. Sie wollen Citoyen sein und nicht Untertanen.

    Die Interpretation von SPD und Grünen als “Linksliberalen” ist dem Trugschluss geschuldet, den diese Betroffenen selbst aus ihrer widersprüchlichen Ideologie ziehen. Sie glauben, linksliberal zu sein, weil sie progressiv sind. Faschismus ist jedoch immer eine progressive Ideologie, und nichts daran ist liberal. Vergleicht man den klassischen Faschismus eines Mussolini mit der Ideologie beispielsweise der Grünen, so stimmen jene Ideologien in den meisten Punkten überein: futuristisch, rücksichtslos, kriegsgeil, korporativistisch, totalitär. Allein beim Führerkult hapert es noch – Robert Heilemachen oder Annalena Baerbock sind zwar in ihrer Partei Säulenheilige (und vom intellektuellen Anspruch her sicher mit vielen Figuren klassisch-faschistischer Bewegung vergleichbar), im Falle Habecks sind sie auch gleich korrupt wie die klassischen Faschisten. Aber nicht einmal Baerbock trägt eine Uniform, wenn sie sich beim syrischen Al-Qaida-Terroristen pixeln lässt oder Russland den Krieg erklärt.

    Freuen wir uns darüber. Sobald die Grünen ihre Führer:innen gefunden haben, sind wir im atomkraftwerkslosen Atomkrieg.

    1. SPD und Grüne haben dieses Etikett, weil sie es mal waren, aber sie sind es nicht mehr. Gerade die Grünen mit ihrer einstigen Antikriegshaltung.

      Was den Führerglauben angeht… nunja… den gibt es sehr wohl. Das zeigen ja Debanking und Co. Sprich wer dem Führer widerspricht, betreibt Desinformation, ist Antisemit, Verschwörungstheoretiker, „rechts“, schädigt angeblich die Demokratie (deren Wesen ja die Vielfalt ist, nicht die Gleichschaltung, auch wenn man am Ende vll. auf einen gemeinsamen Nenner kommt) etc. pp. Es mag vielleicht nicht die EINE einzige Person geben, auf die man alles projezieren könnte (wobei Frau vdL schon ein guter Anwärter ist in ihrem rechtsextrem Hass auf Russland und beim Thema Völkermord (Gaza) keinerlei Widerspruch zu dulden)… Das Prinzip ist aber das Gleiche.

      Hitler war ja auch nur die Person, die im Rampenlicht stand. Diejenigen, die sich das erdacht, ausgeführt und davon profitiert haben, waren ja auch Andere. Mir fallen da vor allem Bänker und Rüstungsindustrielle ein. Aber auch innerhalb des Systems gibt es viele, die so ein faschistisches System toll finden, weil… dann können sie endlich auch mal zuschlagen, Macht ausüben, ihren Sadismus ausleben… Richter zum Beispiel. Man darf mMn nicht den Fehler machen, dass es eine einzige Person sei, die für all das verantwortlich zeichnet, die so ein System trägt. Sie mag wesentliche Züge des Systems vorgeben, aber viel bedeutender sind eigentlich jene, die dieses System am Ende umsetzen, nicht unbedingt weil sie von der vorgegebenen Marschrichtung so überzeugt sind, sondern weil ihnen gefällt, welche Macht ihnen das nun gibt.

      1. Den Grünen fehlt der Führerkult. Ihr Kult geht um Dinge: sie tanzen um das Lastenrad, das in der Praxis praktisch immer ein E-Bike ist. Da muss man nicht treten, sondern kann das Treten simulieren um Körperertüchtigung zu heucheln. Sie tanzen ums E-Auto, angetrieben von Windrädern, das in ihrer Praxis dann doch ein SUV auf kommunaler Ebene oder auf Bundesebene ein Oberklasse-Auto mit Fahrer ist. Allenfalls enthält ihr Kult noch die Islamverehrung, ihrem Wunsch nach einer firmen Religion entsprechend, und voller Lust am Heucheln, weil man doch gleichzeitig für den Buchstabensalat sein will. Kopftuchzwang und Pupplay in einem, das ist echte Diversity – oder das, was in ihrer realitätsablehnenden Ideologie dem gelebten Doppeldenk am nächsten kommt.

        Die SPD will das alles auch, verschwindet jetzt jedoch, der FDP nachfolgend.

        1. Der „Führerkult“ wird überbewertet, denn er ist etwa in Form von „Idolen“ in Sport und Kultur allgegenwärtig und scheint von allgemein menschlicher Natur zu sein.

  4. Was ich am Konservativismus sch… finde ist nicht der Konservativismus selbst, sondern dass einem diese Leute immer Vorschriften machen wollen. Wenn ich mir die Debatte zwischen den Wokisten und den Altkonservativen so ansehe… das sind BEIDES extremst konservative Positionen. Man glaubt immer nur weil etwas neu ist, sei es nicht konservativ. Das stimmt aber nicht. Konservativ wird es, wenn man das als Regel ausruft, an die sich alle zu halten haben. Dann wird im Grunde nur die eine, die alte konservative Regel durch eine neue ersetzt.

    Ein Beispiel: meine ältere Schwester macht gerne Dinge, die man dem Klischee nach als Frauenaktivitäten betrachten kann. Zumindest eine Zeitlang hat sie gerne genäht, gestrickt und so’n Zeug halt. Eine Freundin hat dann mal zu ihr gesagt – so nach dem Motto „man sei doch jetzt emanzipiert“ – „das kannst Du in der heutigen Zeit aber nicht mehr machen. Das geht nicht.

    Da frage ich mich: was genau beinhaltet eigentlich das Wort Emanzipation? Was bedeutet es?

    Das bedeutet doch nicht, dass man alte Dinge nicht mehr machen darf. Emanzipation bedeutet doch, dass man nun die Freiheit hat auszuwählen, was einem liegt und Spaß macht, ohne dass einem wer Äußeres Vorschriften dazu macht, machen kann. Speziell auf das angesprochene Thema bezogen bedeutet das: als Frau kann ich heute frei auswählen, ob ich in der Autowerkstatt arbeiten oder einem Beruf nachgehen möchte, der dem Klischee nach eher zu Frauen passt.

    Genauso mit dem Gendern… die Altkonservativen rasten aus, wenn jemand gendert, die Anderen, die neuen, die woken Konservativen rasten aus, wenn man es nicht macht. Unterm Strich ist Beides das Gleiche. Ich will mir von niemandem vorschreiben lassen zu gendern. Ich will aber auch niemand Anderem vorschreiben es nicht zu tun. Das Einzige, was mir an diesem Gegendere inzwischen nicht mehr gefällt, ist die Aussage, die darin mitschwingt „man sei was Besseres“, man sei quasi moralisch Anderen überlegen. Und das mag ich nicht. Deswegen lehne ich es tendenziell ab. Wenn diese mitschwingende Aussage nicht wäre, hätte ich überhaupt kein Problem damit.

    Anderes Beispiel: die 68er Bewegung galt als sehr rebellisch. Man sagt ihr unter anderem die „sexuelle Befreiung“ nach. Dann gab es aber diesen Satz „wer zweimal mit derselben pennt, gehört bereits zum Establishment“… Wie gesagt… die eine Regel nur durch eine andere auszutauschen, das ist für mich keine Befreiung. Das ist unterm Strich exakt das Gleiche, einfach nur in einem neuen Gewandt.

    Ich hab von daher nichts gegen eine – wenn man es so nennen mag – konservative Lebenseinstellung, wenn man nicht hingeht und diese anderen einzutrichtern und aufzuzwingen versucht, sagt, dass Andere nach dem gleichen Lebensmodell leben müssen oder man verurteilt sie.

    Beispiel: ich hab nichts dagegen, wenn jemand für sich entscheidet „ich möchte nicht vor der Ehe mit meinem Partner intim werden“. Ob ich das für mich genauso sehe, ob das für mich eine Option wäre, das steht auf einem anderen Blatt. Kurz… jemand kann diese Entscheidung treffen, solange er mich nicht dazu zwingt sie für mich zu übernehmen.

    1. @Richard
      „Dann gab es aber diesen Satz „wer zweimal mit derselben pennt, gehört bereits zum Establishment“… Wie gesagt… die eine Regel nur durch eine andere auszutauschen, das ist für mich keine Befreiung. Das ist unterm Strich exakt das Gleiche, einfach nur in einem neuen Gewandt.“

      „Kind und Kegel kennt die Regel , gevögelt werden ist nicht schwer, selber vögeln aber sehr. Treulich zur Hand das Vaterland, Praktikant Sie sind erkannt“ 🙂
      (Guru Guru – https://www.youtube.com/watch?v=DrpWBvIpvmM&list=RDDrpWBvIpvmM&start_radio=1 )

    2. Ich möchte mit meinem Kommentar nicht Lapuente widersprechen. Ich denke das wird aber auch klar… Egal… Er spricht etwas sehr Richtiges und Wichtiges an.

      Man muss verstehen, was da betrieben wird. Das ist purer reiner Faschismus. Das zeigt sich in vielen Facetten, aber auch schon seit längerer Zeit. Ein Beispiel: in den 70ern gab es Bücher worin stand, dass man das Kind möglichst früh von der Mutter abnabeln müsse, was soviel bedeutete, dass es bloß nicht mit den Eltern in einem Bett schlafen dürfe und möglichst früh in ein eigenes Bett gehöre. Mit Verlaub. Das ist krank. Dem Kind die menschliche Wärme und Nähe vorzuenthalten, ja zu entziehen, das ist krank, Faschismus.

      Anderes Beispiel: die USA zerstören in ihren Kriegen immer wieder alte kulturelle Stätten. So haben die von den USA aufgebauten, bezahlten etc. Taliban in Afghanistan über 1000 Jahre alte in den Berg gemeißelte Skulpturen zerstört. Das passierte nicht nur in Afghanistan auch in anderen Ländern. Das Muster ist immer wieder gleich. Das mag zum Einen daran liegen, dass die USA in dieser Hinsicht selber nichts vorzuweisen haben, also in gewisser Weise eine Art Neid. Es dient aber vor allem einem Zweck: die Menschen zu entwurzeln, ihnen ihre Herkunft zu zerstören.

      Nächstes Beispiel: das Thema Gendern hatte ich schon, also mit der Brechstange versuchen Sprache zu verändern, die über Jahrhunderte so gewachsen ist (übrigens sagen Jugendliche „Bro“ oder „Alter“, auch wenn sie weibliche Artgenossen damit meinen; die halten sich an diesen neuen Genderwahnsinn diesbezüglich überhaupt nicht, ganz einfach, weil es Teil ihrer Kultur ist). In die gleiche Kerbe schlägt die Idee von den 12tsd. Geschlechtern. Der Politik geht es sukzessive darum die Menschen völlig kirre zu machen, ihnen alles zu nehmen, was sie ausmacht, worüber sie sich identifizieren, und damit meine ich nicht, dass sie diese Identifikation nutzen, um sich von anderen abzugrenzen, sich als etwas Besseres zu „identifizieren“. Das machen die Anderen, die Woken, die Feminist(inn)en. Die benutzen ihre Ideologie, um anderen Menschen einzureden schlechte Menschen zu sein.

      Im Grunde wird versucht zu zerstören, dass die Menschen sich aus sich selber heraus entwickeln, also die Basis von Selbstbewusstein vll. auch Selbstwert. Die Familie ist wesentlicher Bestandteil davon. Sie gibt einem dieses Fundament. Und genau deswegen ist das nicht gewollt. Sie wollen völlig paralysierte Menschen, die nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist, weil es psychisch kranke Sadisten sind, die die Gewalt lieben und so die totale Kontrolle über andere Menschen erlangen wollen, auch wollen, dass sie sich nicht mehr zur Wehr setzen können.

    3. Konservativ wird es, wenn man das als Regel ausruft, an die sich alle zu halten haben. Dann wird im Grunde nur die eine, die alte konservative Regel durch eine neue ersetzt.

      Du verwechselst hier konservativ und autoritär.

  5. Konservativ wird es, wenn man das als Regel ausruft, an die sich alle zu halten haben. Dann wird im Grunde nur die eine, die alte konservative Regel durch eine neue ersetzt.

    Du verwechselst hier konservativ und autoritär.

  6. „Es gehört zu den großen Irrtümern unserer Epoche, zu glauben, Geschichte sei ein geradliniger Prozess, der unaufhaltsam auf ein Ziel zustrebt –..“

    Geschichte ist KEIN irgendwie gearteter und verselbständigter Prozess wie Evolution, Photosynthese oder Karma, sondern sie wird ausschließlich durch Handlungen von Menschen oder durch deren Unterlassungen geschrieben.
    Mit genau den sich daraus ergebenden und unumkehrbaren Konsequenzen – im Kleinen wie Großen.

    Daran ändert auch die mehr als 30malige und inflationäre Wiederholung von „K(k)onservativ/er/ismus“ nichts.

    1. Geschichte ist KEIN irgendwie gearteter und verselbständigter Prozess wie Evolution, Photosynthese oder Karma, sondern sie wird ausschließlich durch Handlungen von Menschen oder durch deren Unterlassungen geschrieben.

      Das sollte man dann aber nicht mit der Realität verwechseln. Allgemein wird zwischen Geschichte und Vorgeschichte unterschieden. Danach ist Geschichte das, was Menschen über die Handlungen von Menschen aufgeschrieben haben.

      1. „Danach ist Geschichte das, was Menschen über die Handlungen von Menschen aufgeschrieben haben.“
        Ja – war meine Aussage.

        Archivierte Geschichte wird auch irgendwann das HEUTE sein. Universell gültig für die gesamte „Menschheitsgeschichte“.

        Vor- und Geschichte entsprechen diesbezüglich lediglich dem Ursache-/Wirkungsprinzip.

        Doch wenn auch Stand JETZT (den Abgrund direkt vor Augen) noch darüber diskutiert werden muss, dass die wahre Ursache „höhere Gewalt“ und/oder unbeeinflussbar ist, statt dass lediglich Handlungen/Unterlassungen Geschichte schreiben, dann sollten WIR* uns jedweden weiteren Gedanken ersparen und stattdessen dem Unausweichlichen demütig, wenn auch schuldlos entgegen sehen.

        *Bevor hier wieder über Nebensächlichkeiten diskutiert wird: das WIR bezieht sich auf den Homo sapiens als „friedliebende, freundliche, harmlose, sozial kompetente, zugewandte, vorausschauenden, intelligente etc.“ Spezies (auch außerhalb des permanent angeführten Kapitalismus ) – nicht die Ausnahmen von der Regel.

  7. > Dass sie in ihren späten Jahren dann dem Wahrheitskomplex auf dem Leim ging – um Norbert Häring zu zitieren, mit dem morgen übrigens ein Interview an dieser Stelle erscheint –, ist auch nicht als sozialdemokratisch oder gar links zu bewerten, sondern war Ausdruck ihrer Orientierungslosigkeit.

    So würde ichs nicht sagen. Ein Bundeskanzler sollte das machen was das beste fürs Land ist und nicht für seine Partei. Diesem Weg ist sie gefolgt. Das tragische dabei, sie hat sich später von einigen lauten Stimmen leiten lassen. Das zieht sich über ihren Nachfolger leider bis Merz fort. Möglicherweise ein Fall von Hybris.

  8. Es fehlt eine „Linke“ im Sinne von Anti-Autoritarismus, Denkfreiheit, Selbstbestimmung und Demokratie.

    Was wir haben ist eine dogmatische, marxistische, denkeinschränkende, spalterische, und großflächig unterwanderte und benutzte „Linke“, die die Drecksarbeit für die Büttel der Finanzoligarchie macht.

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