Seid bereit!

ChristianSW, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie wir uns vorbereiten sollen, welche Vorsorge jetzt sinnvoll ist: Darüber informiert uns das politische Panikorchester täglich. Dabei wird die eigentliche Frage der Stunde geflissentlich übergangen: Wie kann man die Katastrophe verhindern?

Mögen Sie Sauerkraut? Ich hoffe doch, ist gesund. Und hat auch politisch seinen Mehr- und Nährwert. Wenn eine Ihrer Bundesbehörden Sie mal wieder als Kartoffel bezeichnet, könnten Sie mit diesem historisch viel bedeutsameren eponymen Gemüse antworten: Kraut, bitte, wenn dann Kraut! Das hält sich ja auch viel länger, womit wir beim Thema wären.

Dank Putin und seinem Angriff auf die Ukraine wird neuerdings ohne mit der Wimper zu zucken zum Notvorrat für die gesamte Bevölkerung geraten. Die Innenministerin tut es, diverse Katastrophenbeauftragte tun es und dann tun es selbstverständlich auch ein paar Experten. Trinkwasser solle man lagern, Getreideprodukte, Nudeln, Reis, dazu Volleipulver und Konserven von Gemüse, Fleisch und Hülsenfrüchten. Garniert mit einem Campingkocher und zu guter Letzt: ein Satz Kerzen. Das alles soll für gute zehn Tage reichen, länger hält man die Nachbarn im Bunker wohl sowieso nicht aus.

Ach ja, die Prepper!

Das sind Sprüche, sollte man meinen, die selbst nur in Dosenform überleben konnten. Luftdicht verpackte Gedanken aus einer längst vergangenen Zeit aberwitziger Planspiele, als man sich in den Generalstäben von Ost und West eine Welt jenseits der atomaren Vernichtung zusammenrechnete. Ohne Grinsen kann sich das heute keiner mehr anschauen. Aber unsere Experten, die lachen gar nicht, wenn sie das sagen. Es wird also ernst?

Stutzig wird man trotzdem kurz: War da nicht was? War da nicht wer? Diese Typen mit massig Vorräten im gut ausgebauten Keller, Schutzausrüstung in der Garage und dem Funkgerät griffbereit neben der Proustausgabe (Scherz! Die lesen »Desaster«)? Schließlich – na, wenn schon – vielleicht auch gleich irgendwas Kleinkalibriges im Kleiderschrank? Allzeit bereit, so eine Art Pfandfinder des Weltendes?

Genau: die Prepper! So hießen die. Und im freshen Deutschlandfunk Nova heißt es nun »prepare to prep«. Da müssten diese Leute doch irgendwie rehabilitiert werden. Schon wieder so Schwurbler, die richtig lagen, oder nicht?

Bevor wir jetzt alle die Aluhüte basteln, lieber kurz durchatmen. Denn es wäre natürlich auch das Umgekehrte denkbar: Dass diese Prepper sehr wohl verängstigte, von apokalyptischen Narrativen getriebene Wirrköpfe sind, die ihre Hilflosigkeit mit einer regressiv-virilen Vorsorgemanie kompensieren. Dass das einer der vielen zweifelhaften Wege ist, die Komplexität der Gegenwart irgendwie noch in den Griff zu kriegen: Die Einheit der Gesellschaft wenigstens im Angesicht ihrer Vernichtung.

Man übergeht die Frage, mit welchen Mitteln man diese Katastrophen verhindern könnte

Wenn aber nun auch die Bundesregierung, kaum droht Corona etwas zu verklingen, die nächste Panikgranate in die Medien schleudert, den Russen kommen sieht, die Bunker entstaubt, die Sirenen heulen lässt, tja, dann dürfen wir uns überlegen, ob nicht auch hier irgendetwas kompensiert wird, abgeleitet und abgelenkt.

Einer der verlässlichsten Wege Angst zu schüren ist, in aller Seelenruhe Vorbereitungen zu treffen, als ob das Befürchtete längst Realität wäre: Der sammelt Konserven, er wird seine Gründe haben. Und erst recht, wenn die Regierung die (damals schon – je nach Perspektive – zynischen oder drolligen) Atombunker entmottet. Die Gefahr scheint real. Zusammen mit der lächerlich rassistischen Propaganda vom bestialischen Russen unter dem irren Putin entsteht da ein Geflecht von Suggestionen, dem man sich wohl nur mit der Vernunft eines Unbeugsamen entziehen kann: Die spinnen, die Deutschen!

Ein Lob der Sorglosigkeit also? Das ganze Gegenteil: Skrupulöse Risikoanalyse ist angesagt, genaue Prüfung der Konstellationen, Bedingungen und Wahrscheinlichkeiten, die dieses oder jenes Ereignis beeinflussen. Aber, das wird man dann merken, das geht nicht, ohne eine nicht minder präzise Verständigung über die eigenen Ziele, Absichten und Interessen. Um welchen Preis und wie etwas zu verhindern oder zu ertragen ist, das kann man nur sagen, wenn man weiß, was es einem Wert ist.

Dass nukleare Erstschläge im Allgemeinen nicht sehr beliebt sind, ist bekannt. Aber wer darum gleich die Wassertornister füllt, übergeht die Frage, mit welchen Mitteln man diese Katastrophen verhindern könnte: ob es klug ist, eine Atommacht im Namen des (tausende Kilometer entfernten) großen Bruders zu reizen, einen Stellvertreterkrieg mit Geld, Waffen und jede Menge Geheimdienst anzuheizen und nach Möglichkeit in die Länge zu ziehen, dabei die eigene Energieversorgung in historisch einmaliger Weise aufs Spiel zu setzen und nur durch Heuchelei und in jeder Hinsicht schmutzige Deals (hoffentlich?) halbwegs wieder zu sichern. Und überhaupt: ob es lohnt, sich an einer expansiven NATO-Politik zu beteiligen, die seit den 90ern für Europa (und man müsste sich dann fragen, ob man als Europäer auch europäische Interessen haben sollte) außer der Verwicklung in illegale Angriffskriege und Profite für Rüstungskonzerne nicht viel erbracht hat.

Paternalismus, Panikmache, Entmündigung und jede Menge Wendigkeit

All das muss man sich fragen und nicht nur sich, sondern auch seinen Nachbarn: Was wollen wir? Wollen wir explodierende Gaspreise und umweltschädliche Alternativen? Wollen wir womöglich frieren und unseren Arbeitsplatz verlieren für Sanktionen, deren Wirksamkeit bislang nicht überzeugend dargelegt wurde? Wollen wir Jahrzehnte der Abrüstungsbemühungen hinter uns lassen (den letzten wichtigen Vertrag haben einseitig die USA aufgekündigt) und wieder in eine militärische Eskalation eintreten? All das muss man sich fragen, bevor man sich der von der Regierung angebotenen Panik in die Arme wirft.

Und das Volk, ja, das sollte man auch fragen: Dass Entscheidungen dieser Tragweite getroffen wurden, ohne dass eine Volksabstimmung auch nur erwogen wurde, zeigt die Richtung unserer Zeitenwende: Paternalismus, Panikmache, Entmündigung und jede Menge Wendigkeit.

All das zeigt aber auch, dass nicht allein die Massen Angst haben. Eine Regierung, die Grundstürzendes als Selbstverständlichkeit verkündet, die ahnt wohl schon, wie ihr Volk reagieren würde, wenn man es ernsthaft befragte. Angst, heißt es jetzt so oft, sei kein guter Ratgeber. Durchaus nicht. Aber ein bisschen Angst vor unseren Ratgebern, das wäre schon gesund. Wie Sauerkraut, gern auch mit Kartoffeln. Bon appétit!

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20 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag!
    So oder so wundere ich mich allerdings beinahe täglich mehr und mehr darüber, dass die Menschen eben eher KEINE Angst haben trotz all der desaströsen Dinge um sie herum, die man unter den Begriff der Zeitenwende subsumieren kann…….; und alldem, was aus dieser Zeitenwende notwendig resultiert. Vom völlig kaputten Planeten will ich hier gar nicht sprechen….
    Und manchmal ist Angst eben DOCH ein guter Ratgeber!
    Was machen all die, die KEINE Angst haben? Wenn die Katastrophe hier ankommt!? Kämpfen z.B.???? Gegen was? Warum? Für wen oder was? Oder das gehortete Sauerkraut aus der Dose genüsslich im Keller verzehren?
    Ich frage mich, ob hier nicht WEGLAUFEN deutlich gesünder wäre. Ganz feige. Und ganz ohne Sauerkraut.

    1. Weglaufen muss man sich erstmal „leisten“ können.

      Das hört man seid vielen Jahren, wenn man in ein unvoreingenommes Gespräch mit geflüchteten Menschen kommt. Meistens kommen diese aus der Mittelschicht.

      Und wer im Moment mit wachen Auge die vielen teuren Fluchthilfen (Autos) mit ukrainischen Kennzeichen sieht, weiß auch, dass die wirklich hilfsbedürftigen hier wohl nur selten ankommen.

      Um es klar zu stellen, ich bin für die Aufnahme und Hilfestellung aller Kriegsflüchtlinge/ Verfolgter. Aber auch dort bin ich gegen eine „Zwei-Klassen_Gesellschaft“. Und bezahlen sollen die Kosten für diese vertriebenen Menschen die Verursachen (und damit meine ich nicht Putin).

    2. Weglaufen? Die Frage ist, wohin. Uruguay muss man sich leisten können. Den Kontinent wird man wohl verlassen müssen, angesichts der Gefahr, dass zumindest Europa in den Krieg hineingezogen werden können, so wie die EU und die osteuropäischen Staaten, Litauen ganz besonders, sich aufblasen. Die USA liefern bestenfalls Waffen, so lange das Land selbst nicht betroffen ist. Die schauen zu, wie hier die Wirtschaft zusammenbricht, wegen der Sanktionen, die insbesondere von ihnen und denen, die ganz eng mit ihnen sein wollen und auf sie hoffen, gewünscht wurden. Das geht nicht gut für uns, die Folgen sind wahrscheinlich jetzt schon irreversibel, weil man den Mund so voll genommen hat.

  2. Eine Weisheit besagt: „Einen Brunnen sollte man bauen, bevor man durstig wird.“
    Dafür bedarf es eigener handwerklicher Fähigkeiten, geistiger und körperlicher Fitness und der Glaubensgrundsatz:
    „Hilf dir selbst, dann hilf dir Gott, denn von oben hat man im Ernstfall nichts, aber auch gar nichts, zu erwarten.

      1. Mit „oben“ kann man beide meinen.

        Aber selbstverständlich gestehe ich jeden „seinen Glauben zu seinen Gott“ zu, so lange er dadurch keine gravierende Nachteile für einzelne oder viele Menschen entstehen.

  3. Seit 1993 wartete ich darauf, daß sich der Kapitalismus zu Tode triumphiert. 2008 dachte ich, es ist soweit. Jetzt müssen sie die Binnenwirtschaft stärken, das Casino macht zu. Pustekuchen.

    Stattdessen werden die Pläne immer irrer und wahnwitzigen. China und Russland scheinen auch mittenmang beim großen Neustart und ze forss industrial revoluschon dabei zu sein.
    Renaissance, Aufklärung, Positivismus der Hölle.

    Inzwischen warte ich nur noch darauf, dass die Ziegen auf dem Capitol grasen.

    1. Der Kapitalismus wird ganz sicher nicht enden… Krieg und die anderen Krisen werden möglicherweise die Welt Bevölkerung dezimieren.
      Bei näherer Betrachtung, keine schlechte Sache, oder? Solnage es einen nicht selber trifft?

      Aber Kapitalismus? Ich weiss nicht… wieviele Menschen kennst du denn die nicht habgierig sind? Reichen die denn, um den Kapitalismus zu benden?

  4. Danke an Kay Preuß.

    Ich oute mich hier auch mal als „Prepper“ (dies seid ein paar Jahren). Warum? Weil ich es kann (Haus und entsprechend Platz) und weil ich schon seid Jahren kein 100% Vertrauen in die Versorgungssicherheit bei Strom habe. Da ich Kinder habe und für diese Verantwortung kann ich mir es nicht leisten, ohne Vorsorge in eine mehrtägigen Stromausfall zu geraten.

    Sollte hier in Deutschland oder einer größeren Region z.B. Mitteldeutschland mal komplett der Strom ausfallen, dann ist ein wieder hochfahren ein sehr komplizierter Prozess, welcher sich über mehrere
    Tage hinzieht. Bei Problemen könnte es auch schnell länger dauern. Vor so einem Stromausfall standen wir in Europa schon ein paar Mal, also so ein „großer Spinner oder neuzeitlich Verschwörungstheoretiker“ bin ich gar nicht.

    Wer sich mit dem Thema „möglicher Stromausfall“ kann schnell ein paar schlaflose Nächte sich einhandeln, wenn man sich die Qualität unserer Politiker und deren Entscheidungen anschaut. Die europäische Stromsituation, ausgelöst durch politische Fehlentscheidungen oder nicht handeln, ist seid Jahren immer wieder „sehr angespannt“ und damals gab es noch keine selbstverschuldete Energiekriese durch selbstauferlegte Sanktionen. Ergo ist „preppern“ im Jahr 2022 eine Sache der Vernunft ( und leider auch der Möglichkeiten).

    Über einen Krieg mit Russland sprechen wir hier noch gar nicht. Da hilft wohl auch kein „preppern“ mehr. Dann hilft vielleicht doch nur „Gott“. (Siehe Beitrag oben.)

  5. Ich denke die Frage wie es zu verhindern ist, sieht den ernst der Lage nicht. Ich würde Russland, gerne Putin, bei Seite schieben und dann die verbleibenden Freunde betrachten. Die Widersprüche, die hier schwellen, werden massiv unterdrückt. Wie oft auf der Seite gesagt, es geht um Wirtschaft und deren Interessen. Deutsche Interessen würde es guttun, wenn sich der Handel mit Iran und Russland entwickeln könnte. Solvente Staaten, die viel der Güter bräuchten, die Deutschland herstellt. Wer will das nicht? Was ist dessen Interesse?
    Sauerkraut ist gut als Beispiel, englische Seeleute wurden gepeitscht, wenn sie kein Sauerkraut gegessen haben, wirkte Skorbut entgegen.
    Die Widersprüche gibt es nicht nur national, sondern auch europaweit sowie weltweit. Globalisierung war das Zauberwort. Arbeitsteilung über die ganze Welt, was jetzt zur Abhängigkeit geworden ist und schlecht.
    Welchen von den ganzen zu erwartenden Katastrophen? Für mich ist es ja schon eine Katastrophe das keine Hühner und Karnickel gehalten werden sollen, zumindest nicht erwähnt. Ein bisschen Holz wäre auch nicht schlecht.
    Mit 73 Jahren ist das ganze nicht unbekannt. Selbst das Waschen in einer Zinkwanne, drei Kinder im selben Wasser.
    Da ist es müßig die Frage zu stellen
    „Man übergeht die Frage, mit welchen Mitteln man diese Katastrophen verhindern könnte“
    Wer ist man und sind „wir“ nicht schon mittendrin in der Katastrophe? Es ist doch wie der Tenor des Artikels, wie komme ich da durch und nicht wie verhindere ich es.
    „Dass nukleare Erstschläge im Allgemeinen nicht sehr beliebt sind, ist bekannt.“ Da gibt es jedoch schleichende Erstschläge.
    https://www.heise.de/tp/features/Frankreichs-Atomkraftwerke-Probleme-wegen-Hitze-7181896.html
    nicht überlesen das Russland Frankreich Brennstäbe liefert, was auch eingestellt werden könnte, da muss noch nicht einmal ein Kraftwerk havarieren.
    Interessant die Frage: „All das muss man sich fragen und nicht nur sich, sondern auch seinen Nachbarn: Was wollen wir? Wollen wir explodierende Gaspreise und umweltschädliche Alternativen? Wollen wir womöglich frieren und unseren Arbeitsplatz verlieren für Sanktionen, deren Wirksamkeit bislang nicht überzeugend dargelegt wurde?“
    Wäre denn alles in Ordnung, wenn die Sanktionen bei Russland wirkten wie gehofft und nicht bei einem selbst was überrascht hat.
    Der Arbeitsplatz ist auch gefährdet, wenn alles wie gewollt passiert wäre, wer wollte es und wen kümmert es am wenigsten? Speichellecker Deutschland vorne mit dabei.
    Ich denke, es wird wie gehabt weitergehen, die Zeit ist noch nicht reif. Es wird zu viel noch weggelogen und am ökonomischen System der Guten weiter festgehalten. Auch ist die Moral eingenordet, Ukraine, dramatischer Völkermord, deshalb alle aufnehmen die kommen. Mittelmeer Flüchtlinge wg. Hunger sind rechtswidrige Verbrecher, die es verdienen, zu ersaufen oder ersäuft zu werden.

  6. Hm, hier lese ich tatsächlich unter den Kommentaren ein paar gute statements, die vor allem auch mit dem Beitrag zu tun haben!!!! Ja, das war eine etwas zynische Anmerkung………

    Was das Weglaufen angeht: ja, den Kontinent muss man allemal verlassen. Zumal in unmittelbarer Nähe von D die Kriegslust ja besonders ausgeprägt ist, wie z.B. in Polen, Litauen etc., siehe oben. Europa ist halt mittendrin in dem ganzen………, ja, wie soll man das eigentlich nennen???!!???

    Und ja. Die Folgen des ganzen Wahnsinns sind m.E. wirklich irreversibel. Unmöglich, dass irgendein Land, das nun einen auf Kriegsvorbereitung, Aufrüstung, alle gegen Russland (Putin?) und all diese verheerenden Vorhaben und deren konsequente Umsetzung macht, zurückrudert, eine falsche Sichtweise eingesteht, den Kurs ändert……, Völlig unvorstellbar.

    Und ich finde sehr wohl, dass der obige Beitrag die Frage stellt, wie man all das verhindern kann. Es geht ja um die Frage, was wir eigentlich wollen und was NICHT!!
    Aber a): wer ist WIR? Und b) was soll man tun? ICH weiß es wirklich nicht. Ich werde auf keinen Fall Vorräte anlegen (Sauerkraut). Und bitte: es ist doch der absolute Hammer, dass dies von Regierungsseite, von irgendwelchen „Experten“ und wem auch immer sonst noch angeraten wird!!!!!! Was bedeutet das denn letztendlich? Was kann man denn da noch tun außer rechtzeitig wegzulaufen???!

    1. Das eigentliche Problem hast du vergessen zu erwähnen und es ist auch der grösste Grund sich zu verzeihen.

      Deutschland ist eines der länedr mit dem höchsten bildungsstand. Und trotzdem ist zu einem Land verblödet worden in dem Leute Politiker wählen nur weil sie sich „Grün“ auf Fahne schreiben. Dann aber an der Macht angekommen gegen das Volk regieren und „moralische“ Kriege führen.
      Was lässt das für die Zukunft erhoffen?
      Noch dazu wenn in Meinungsumfragen lesen, dass nicht mal die Hälfte, nur 45%, ein Problem damit hat, dass die Sanktionen nicht „dem Feind“, sondern ihnen selber massiv schaden.

      Wie man in so einem Land selbst jetzt noch leben bleiben kann, ist mir ein Rätsel.

  7. Es ist nie falsch vorbereitet zu sein. Aber was heißt vorbereitet? Dosen und Klopapier zu lagern ist dabei nur eine kurzfristige Lösung. Das Wissen, wie Lebensmittel über den Winter gebracht werden können, wie das mit Saatgut funktioniert und welche Pflanzen überhaupt essbar sind, halte ich persönlich für nachhaltiger. Denn jeder Vorrat ist irgendwann verbraucht. Geht der Strom langfristig aus, dann wird die Welt eine andere sein, selbst wenn der Strom wieder da sein sollte. Inzwischen gehen einige Experten davon aus, das der Strom bis zu 6 Monate nicht mehr aus der Steckdose kommt. Was das in einem Winter bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
    Diese Entwicklung war absehbar, schon lange vor Corona oder der Ukraine waren die Prepper nach Aussage der Politik rechte Spinner, aber es gab sie und sie wurden immer zahlreicher. Niemand hat sich gefragt, weshalb es immer mehr wurden. Weshalb es immer mehr Menschen gab, die der Politik nicht mehr vertraut haben. Es ist also ein langfirstiges Politikversagen, da es eigentlich die Hauptaufgabe der Politik ist, genau solche Versorgungsprobleme, -ängste zu beseitigen, bzw. erst gar entstehen zu lassen.

    1. Vor 3 Jahren galten Menschen die Versorgungsprobleme bei der Stromversorgung oder noch „kruser“ Gasversorgung als „Verschwörungstheoretiker“ und konnten nur „rechts“ sein. Heute stellt sich heraus, dass diese Politiker und Journalisten damals und eigentlich bis heute „Verschwörungstheorien“ verbreiten.

      Heutige Nachricht aus Russland:
      „Der russische Gasenergiekonzern Gazprom hat erklärt, mindestens einem europäischen Großkunden kein Erdgas mehr liefern zu können, wie Reuters berichtet. Als Grund nannte das Unternehmen „höhere Gewalt“. Gazprom könne seine Lieferverpflichtungen aufgrund „außergewöhnlicher“ Umstände, die außerhalb seiner Kontrolle liegen, nicht nachkommen, heiße es in einem Schreiben. Dies gelte rückwirkend für die Lieferungen ab dem 14. Juni durch die Pipeline Nord Stream 1. Das Unternehmen selbst gab zunächst keinen Kommentar ab.“

      Welcher Kunde kann seine Kunden nicht mehr beliefern?

      „Der russische Gaskonzern Gazprom hat ausgebliebene Gaslieferungen gegenüber seinem Kunden Uniper mit höherer Gewalt begründet. Uniper habe ein Schreiben von Gazprom Export erhalten, sagte ein Sprecher des Energieversorgers der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montagnachmittag in Düsseldorf. Gazprom Export ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des russischen Staatskonzerns.
      In dem Schreiben habe Gazprom Export rückwirkend „Force Majeure“ (deutsch: Höhere Gewalt) für die bisherigen und aktuellen Fehlmengen bei den Gaslieferungen geltend macht. Uniper hält dies dem Sprecher zufolge jedoch für nicht gerechtfertigt und hat diesen Anspruch formell zurückgewiesen.“

      Was jetzt auf uns zu kommen kann, kann sich jeder nach seiner eigenen Phantasie ausmalen.

      Ist es Zufall, dass es als nächsten Kunden ein FINNISCHES Unternehmen (NATO-Beitritt??) trifft, welches der größte Gasanbieter in DEUTSCHLAND (größter Ukraine Unterstützer in der EU mit eskalierenden Politikern an der Spitze) ist? Ist das wieder eine VT von einem Verschwörungstheoretiker?

    2. Das stimmt zwar, aber es gibt einfach viel zu viele Unwägbarkeiten.
      Seit Corona wissen wir, dass die US Regierung seit Jahren im Ausland biologische „Gain of Funktion“ Forschung an Viren finanziert. Dass das die Russen und Chinesen auch tun, darf man annehmen. Sollten die USA ein Interesse daran haben den Krieg auszuweiten, werden sie es tun, ohne jemand in Europa zu fragen. Was dann passiert kann keiner vorhersagen. Und nicht vergessen! Die USA sind die einzigen, die die Macht haben den Kriegsverlauf zu bestimmen! Und wie deren Denken abläuft haben wir ja in den letzten 70 Jahren gesehen….
      Selbst wenn der Krieg nicht nach West-Europa ausgeweitet wird… das Deutschland der nächsten Jahre möchte ich nicht mal besuchen.

      Ich empfehle die Tagebücher Thomas Manns zu lesen. Er hat dort sehr gut die eigenen Erfahrungen beschrieben, wie das eigene Leben deformiert wird, wenn man mit dem Abhauen zu lange wartet. Je länger man wartet um so schwerer wird es und um so mehr Geld braucht man.

  8. Danke, ich habe ganz herzlich gelacht…. man muss den ganzen Absatz noch mal lesen um den Unsinn zu kapieren.

    „Aber wer darum gleich die Wassertornister füllt, übergeht die Frage, mit welchen Mitteln man diese Katastrophen verhindern könnte: ob es klug ist, eine Atommacht im Namen des (tausende Kilometer entfernten) großen Bruders zu reizen, einen Stellvertreterkrieg mit Geld, Waffen und jede Menge Geheimdienst anzuheizen und nach Möglichkeit in die Länge zu ziehen, dabei die eigene Energieversorgung in historisch einmaliger Weise aufs Spiel zu setzen und nur durch Heuchelei und in jeder Hinsicht schmutzige Deals (hoffentlich?) halbwegs wieder zu sichern. Und überhaupt: ob es lohnt, sich an einer expansiven NATO-Politik zu beteiligen, die seit den 90ern für Europa (und man müsste sich dann fragen, ob man als Europäer auch europäische Interessen haben sollte) außer der Verwicklung in illegale Angriffskriege und Profite für Rüstungskonzerne nicht viel erbracht hat.“

    Wer übergeht denn hier die Frage? Auf dieser Welt herrscht die Gewalt, und nur wer sich nicht dagegen auflehnt, kann zumindest eine Zeit lang in Ruhe das Leben geniessen. Wer solche von dir gestellten Fragen mal durchdacht hat, wird bei ausreichender Intelligenz dabei festgestellt haben, dass man dagegen so gar nicht sonderlich viel machen kann. Wer den Status Quo prinzipiell verändern will, der wird IMMER mit Gegengewalt niedergemacht. Wenn man versucht sie ihnen wegzunehmen werden die Leute die „die Welt besitzen“, ganz genauso reagieren wie du, wenn man dir deine paar tausend gesparten Euro wegnehmen will. Nämlich mit allen Mitteln! Der Unterschied ist der, dass Du keinerlei Macht hast etwas dran zu ändern. Das könntest selbst du eigentlich klar sehen, wenn du mal über die gegenwärtige Inflation und den Euro Absturz nachdenken würdest.
    Du (und ich auch) bist ein niemand, und es gibt welche die eben kein Niemand sind. Und damit hast den Grund für deine Feststellung: „Man übergeht die Frage, mit welchen Mitteln man diese Katastrophen verhindern könnte.“
    Wer will das schon wissen… die meisten sind zufrieden weil sie behaupten können, die anderen, der Putin, seien die Bösen.

    Und, Ja, es „wird neuerdings ohne mit der Wimper zu zucken zum Notvorrat für die gesamte Bevölkerung geraten.“ Vergleiche mal die Preise für Lebensmittel mit denen vor zwei, drei Monaten. da lohnen sich zehn Kilo Spaghetti und ein dutzend Dosen mit Tomaten. Die reichen bis „der Rzusse kommt“!
    Die Intelligenteren sind sowieso mit den Vorbereitungen zum Auswandern bereits fertig. Und das ist das Schöne, das mir so Freude macht. Je mehr einer besitzt, umso mehr wird er verlieren. Da kann man doch Gerechtigkeit durchscheinen sehen, oder? Häusle Besitzer kaufen sich Bücher aus denen man lernen kann, wie man auf den Blumenbeeten stattdessen Karotten und anderes anbaut…. und man grübelt darüber ob es sich noch lohnt Euro in Franken, oder gar den verhassten Doller wechseln, oder ob es dazu bereits zu spät ist. In solchen Zeiten wird sogar der böse, böse Doller, zu einem ganz bedeutenden Wert! Von der Ironie, dass das so läuft, obwohl man doch nur einen ganz, ganz moralischen Krieg führt, könnte man viel lernen.
    Lernen… wer will das schon… Autoren die solche Artikel schreiben, sicher nicht! Die werden im Normalfall aggressiv, wenn man die Löcher in ihrem Denken verspottet…
    So ist das halt wenn man eigentlich Angst hat, dass die Marmeladen Einkocher Recht haben könnten, weil wir ja möglicherweise vielleicht doch… nicht das Geringste gegen die da laufende Entwicklung tun könnten?

  9. Die Argumentation erschließt sich mir nicht. Gerade Prepper haben in gewisser Weise über ihre autarke Lebensweise ein Stück Verantwortung über ihr Leben zurückgewonnen und das spricht auch für eine charakterliche Integrität, unbeirrt von aller Verspottung einfach seine Beobachtungsgabe und den gesunden Menschenverstand zu benutzen. Der Staat verliert seine fürsorgliche (dabei immer erpresserische) Funktion und gibt sich mittlerweile keine Mühe mehr, zu verschleiern, ihm ginge es noch um Interessenausgleich. Für ärmere Bevölkerungsschichten, die ihre Armut nicht erkannten, viele Entwicklungen nicht rechtzeitig(!) erahnen konnten, keine Mittel zur Vorsorge haben und sich auf den Staat verlassen mussten, kommen zu allererst harte Zeiten zu. Aber in einem Katastrophenfall wird auch der Rest wie bei einer Lawine nachrutschen.

    In einem kriminellen Staat mit folgsamen und damit ebenso kriminellen Bürgern werden die Armen die ersten Gesetzlosen sein, die selbst oder besonders den Preppern oder Landwirten das Gemüse aus den Gärten ziehen und ihre zähnefletschenden Wachhunde vergiften werden. Moral, Menschlichkeit, Gnade und Gerechtigkeit kann man wohl nur in den seltensten Fällen erwarten, wenn es den Kampf um das eigene Überleben betrifft. Und Deutschland ist ein dicht besiedeltes Land. Es würde ein Massaker. Eine Flucht in die BRICS-Staaten ist sicher vernünftiger, sofern man es sich leisten kann und Fähigkeiten mitbringt, für die sich diese Staaten interessieren könnten. Aber auch hier wird bereits in dieser unheilvollen Zeit nicht jeder Flüchtling (erst Recht nicht aus den NATO-Ländern) mit Kusshand empfangen und langfristig wüsste zumindest ich nicht, was diese Länder politisch wirklich vorhaben.

    Also darauf ankommen lassen werden selbst die Prepper solche Situationen nicht. In meinen Augen hilft nur ein vorzeitiger Aufstand in den NATO-Ländern (vor allem gegen die Gated Communities), der nur vernetzt und synchron erfolgen kann. Aber in unserer Wohlstands- und Demokratiesimulation sind wir, bis auf viel zu wenige Ausnahmen, wohl mittlerweile zu desorganisiert / uneinig, verweichlicht und haben uns „für ein gutes Zusammenleben“ freiwillig entmündigen und entwaffnen lassen. Gerade im Internet tendiert man oft zu Großmäuligkeit zur Kompensation der eigenen Ohnmacht.

    PS. Ich benutze oft das Wort „wir“, meine natürlich aber nicht alle.

  10. Sauerkraut ist überhaupt nicht Spießig, sondern ein gutes Wintergemüse. Man denke nur an die Kimchi Steingut-Krüge im Ländlichen Korea. Aber wer baut schon Kartoffeln für den Eigenbedarf an, da kann man auch erste Erfahrungen sammeln um sich mal eine Vorstellung zu verschaffen wie daß gemeint ist von der Hand in den Mund. Vorausgesetzt es ist auch, überhaupt die Anbaufläche vorhanden.

    Danke für den Artikel

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