Reise ins Herz der deutschen Finsternis

ICE
Sebastian Terfloth User:Sese_Ingolstadt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Szenen eines Wochenendes voller Verrückter, Unfähiger und Vernebelter.

Am Tag des AfD-Parteitages in Erfurt trat ich eine Reise quer durch die Republik an. Es war ein Samstag, eine Herzensangelegenheit – keine Romanze! – ließ mich nach Dessau pilgern. Für einen Nachmittag und eine Nacht. An sich mag ich solche Strapazen nicht, sich für ein Wochenende der Qual auszusetzen, dieses Land zu durchqueren. Aber da es um etwas Zwischenmenschliches ging, das wir wichtig war, trat ich den Weg an. Zielbahnhof Leipzig – dort mit der S-Bahn weiter nach Dessau. Zwischenstation: Erfurt.

Der Zug füllte sich schon am Frankfurter Hauptbahnhof mit allerlei Kuriositäten. Neben grünen Flaggen – die Farbe arabischer Theokratien wie postökologischer Parteigänger hierzulande – flatterten am Bahnsteig. Manch einer hatte selbstgebastelte Schilder bei sich. Weitere Menschen, die sich in Regenbogenfarben hüllten, stiegen in Aschaffenburg und Würzburg hinzu. Unsere Demokratie aktiviert nicht schlecht, musste man konstatieren. In Aschaffenburg gesellten sich dann zwei junge Herren in mein Separee. Grußlos – kulturlos, so würde man als Spießer feststellen. Vermutlich bin ich also einer.

Psychosen und andere Unanständigkeiten

Der eine sah wie ein Pirat aus, dem sie das Schiff unter dem Arsch weggezogen haben. Ganz in Schwarz mit einem Blumenstrauß sich bestätigender Klischees. Sein Haupt krönte ein Tuch – in bunten Farben, versteht sich. Flitter auf seinem Oberteil. Der andere Junge, ein hagerer Typ ohne kinnbetonten Übergang von Gesicht zu Hals, zierte seinen Leib mit einem T-Shirt, auf den in goldenen Lettern »Antifaschist« prangte. Frevlerische Gedanken kamen hoch: Wenn das die sind, die dagegenstehen, könnte man die Tore auch gleich weit öffnen. Ich lauschte nur zögerlich ihrer Worte, denn ich saß an einem Artikel über die Demokratiegefährdung, die von der Deutschen Bahn ausgehe – erschienen ist er übrigens mittlerweile hier. Wir saßen also im Bauch eines Gefährtes, dass von einem Mobilkonzern betreut wird, der die Stabilität im Lande ins Wanken gebracht hat, wie nur wenig anderes sonst – und die Demokratiesanitäter hatten selbstverständlich keinen Schimmer vom demokratiegefährdenden Bahnbetrieb.

Die jungen Herren erzählten was von ihrer Wut auf die Rechten, irgendwas Unausgegorenes, das man in den postpubertären Jahren zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte von sich gab – wenn auch mit anderem Sachbezug. Ungefähr so klangen auch wir in den Neunzigerjahren, nur dass wir nicht unseren Hass auf Rechte kaprizierten, sondern auf die Phänomene der damaligen Spaßgesellschaft: Wir waren zornige junge Kerle, waren – entschuldigen Sie meine Offenheit – notorisch untervögelt und frönten unserer Wut auf Techno, Lederhosen und doofe Nachbarn, die wir für ausgemachte Nazis hielten. Die Spaßgesellschaft, so wurde mir schlagartig klar, als ich mit halbem Ohr diesen Recken lauschte, ist noch gar nicht vorüber – sie hat sich neue Erscheinungsformen gesucht und gefunden. Die Objekte der Verachtung sind heute andere, auch die Getränke, die man reicht, wurden ausgewechselt. Der eine trank Buttermilch, der andere Saft. Wir bevorzugten damals Bier – ich bin bayerisch sozialisiert –, vielleicht obendrauf auch mal Schnaps. Wir wären niemals nüchtern zu Demonstrationen gefahren. Aber das spricht sicherlich nicht für meine Generation. Spricht es denn für die Demokratieretter von heute? Ist die Lebensverneinung, die ich bei dieser Enthaltsamkeit immer wittere, ein guter Leumund für die besten Absichten, die zu hegen man in diesem Lager vorgibt?

Gegen Ende unseres Aufeinandertreffens, irgendwo zwischen thüringischen Feldern, spürte ich gelegentliche Blicke auf mich gerichtet. Gottlob, ich glaube nicht, dass sie mich kannten – so bekannt bin ich zum Glück auch gar nicht, das fehlte mir auch noch. Nein, die wollten, dass ich sehe, wie engagiert sie sind. Brauchten sie Zuspruch? Oder ein Lob? Ein bisschen Kopfgetätschel? Ich interpretierte die Blicke als den Versuch, eine dankbare Reaktion von mir zu erwirken. »Danke, dass ihr für mich auf die Straße geht, Jungs.« Wenn ich diesen Satz ausgesprochen hätte, wären sie vermutlich selig gewesen – aber ich schwieg. Was letztlich besser war, denn hätte ich sie als »Jungs« angesprochen, wer weiß wohin das Gespräch abgebogen wäre. Unter Umständen hätten sie den Schaffner dazugeholt, um eine sexistische Bemerkung aktenkundig zu machen. Die jungen Wesen entstiegen planmäßig in Erfurt dem Zug, in vollem Regenbogenornat – sie hatten es sich während ihrer Gespräche angelegt. Schlachtenbummler nannte man solche Herrschaften mal. Aficionados. Fans. Hooligans? In der thüringischen Metropole dann der Zustieg eines weiblichen Junggesellenabschiedes – Sekt in der Hand, vulgär angezogen, laut und quietschend.

Verhaltensauffälligkeiten

Die erste riss die Tür meines Separees auf, ich müsse nun den Platz räumen, teilte man mir barsch mit. Das tat ich nicht, ich hatte den Sitz schließlich reserviert. Wie käme ich denn dazu? Da ich der Anweisung nicht Folge leistete, blieb man provokativ in der Tür stehen, versuchte mehrmals mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich pflanzte mit Kopfhörer in die Ohrmuschel. Mit derart unsympathischen Menschen, die noch nicht mal in der Lage sind, zunächst mal zu grüßen, bevor sie Anordnungen erteilen, möchte ich kein vertiefendes Gespräch führen müssen. Spießer halt – ich habe es Ihnen doch gesagt. Sie nahmen dann das benachbarte Separee in Beschlag und erfüllten fortan den gesamten Waggon mit Gegacker und Gekreische. Dumme Gänse: So sagte man früher zu solchen Ansammlungen von Frauen – man ahnt, woher diese Metapher kam, das Geschnatter war jedenfalls unüberhörbar. Wann hat das begonnen, dass man so gar keine Rücksicht mehr auf den Nächsten nimmt, sich in den Mittelpunkt zu drängen als eine Art von Menschenrecht zu deklarieren?

Und wie kann das sein, dass schon wieder verhaltensauffällige Leute zusteigen konnten? Früher hätte man es als Pech erachtet, wenn man sein Abteil mit psychisch Verhaltensauffälligen teilen musste – als ein Riesenpech hätte es hingegen zu anderen Zeiten gegolten, wenn man zweimal mit so einer Gruppe zu tun bekam während einer Reise. In der zeitgenössischen Bundesrepublik sind solche Aufeinandertreffen – auch in dieser Häufung – einfach nur zwangsläufig, man kann ihnen gar nicht entkommen. Ich bin katholisch sozialisiert worden, meine Eltern waren Arbeiter, bestenfalls Kleinbürger – meine Oma eine bibelfeste Frau, mit der ich in manchem Clinch lag, die mir heute aber fehlt, weil sie etwas in sich trug, was heute kaum mehr zu finden ist: Anstand, Aufrichtigkeit, Güte, schlicht Menschlichkeit. Eines haben mir »meine Leute« mit auf den Weg gegeben: In Gesellschaft mit anderen Menschen hält man sich zurück, man grüßt, führt auch gerne Gespräche – aber man drängt sich nicht auf, macht den öffentlichen Raum nicht zu seinem persönlichen Kreissaal, gackert nicht lauthals herum, sondern bleibt angemessen ruhig und nötigt dem Nächsten nicht sein Wesen auf. Altmodisch, gell? Es muss natürlich kein Schweigen herrschen wie in einer japanischen S-Bahn, aber Rücksichtnahme ist und bleibt alternativlos.

Die gute Nachricht dieser Hinfahrt nach Dessau: Die Bahn war pünktlich, alles vollkommen nach Plan. Man sagt mir manchmal nach, dass ich destruktiv sei. Das stimmt zwar nicht, lasse ich aber als falsche Wahrnehmung meiner Person gelten. Heute will ich jedoch auch mal etwas Positives, ja Konstruktives vom Stapel lassen: Wenn die Bahn pünktlich fährt, dann ist sie das wunderbarste Fortbewegungsmittel, das man sich hienieden denken kann. Schöner als Porsche zu fahren, in den ich ohnehin kaum hineinpassen dürfte. Dass es dann eher selten wunderbar abläuft, dafür kann ich nichts.

Drei Stunden Ewigkeit

Die Stunden in Dessau verrannen schnell. Wie das so ist, wenn man sich wohlfühlt und mit Menschen beisammensitzt, die einem nahe sind. Die Ostdeutschen, auf die man traf – und man traf auf wenige, Dessau scheint aus viel Leerstand zu bestehen –, erwiesen sich als freundliche Zeitgenossen. Was wäre nur aus diesem Land für ein total hoffnungsloser Ort geworden, hätten wir die Ossis nicht unter uns? In Frankfurt kommen die wenigsten Leute auf die Idee, einfach mal ein Gespräch mit jemanden zu beginnen. Wer es tut, der gilt als verdächtig. Oder geisteskrank. Kaum in Leipzig, bei einer Bratwurst, war ich in ein Gespräch mit einem Bahnmitarbeiter verwickelt. Es ging um die Hitze, nichts Weltbewegendes – aber immerhin menschliche Interaktion. So traurig das klingen mag: Ich bin dankbar für solche kurzen Episoden, denn sie zeigen, dass eine andere Gesellschaft noch immer möglich wäre. Eine, in der man seinen Nächsten wahrnimmt, ihn menschlich behandelt. Sind wir also schon so weit, dass man wegen solcher Selbstverständlichkeiten Dankbarkeit empfinden muss?

Rückfahrt am Sonntag. Dieselbe Strecke zurück, ICE ab Leipzig, von Dessau aus mit der Regionalbahn in die Sachsenmetropole. Nach Bitterfeld blieben wir liegen. Weichenstörung. Später hieß es, jemand habe die Starkstromkabel gestohlen. Nach über eine Stunde erklärte die Schaffnerin, dass gleich jemand von der Technik käme, um sich die Situation anzusehen. Wir standen also eine Stunde und mehr herum, ohne dass überhaupt etwas passiert war. Ist ja nur meine Lebenszeit, die verrinnt. Senk ju, Deutsche Bahn. Fast drei Stunden wurden es am Ende; Normalität in diesem Lande, sofern man sich traut, die eigenen Gefilde hinter sich zu lassen. »Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher«, so der französische Philosoph Blaise Pascal einst, »dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.« Für das Deutschland dieser Zeit trifft das mehr denn je zu. Wer sich in einen Zug begibt, kalkuliert das eigene Unglück mit ein. Der weiß, dass seine frohe Grundstimmung irgendwo auf der Strecke bleiben könnte wie das Häuflein, das früher von der Bahn-Toilette auf die Gleise klatschte.

135,8 Millionen Fernverkehrsreisende hatte die Deutsche Bahn im letzten Jahr. Die Reiseunpünktlichkeit aller Fernzüge lag im selben Zeitraum bei 34,5 Prozent – gemeint sind damit Züge, die weniger als 15 Minuten Verspätung hatten. Wer mit 14-minütiger Verspätung an sein Ziel gelangt, der galt und gilt noch immer als pünktlich. Man könnte überschlagen und festhalten: Knapp 47 Millionen Fernverkehrsreisende sind im Jahr 2025 zu spät an ihren Zielort gelangt. Bei 15 Minuten Verspätung ergeben sich ungefähr 700 Millionen Fahrgastverspätungsminuten – umgerechnet sind das 1.330 Jahre an Verspätung, die die Deutsche Bahn in einem Jahr erzeugt. Und das ist a) konservativ gerechnet, denn vermutlich verspäten sich viele Fahrgäste sehr viel mehr – und b) reden wir hier nur von Fernverkehrsreisenden. Im Nahverkehr dürfte die Situation nicht sonderlich besser ausfallen. Es gab in Michael Endes Momo die sogenannten grauen Herren, die die Menschen um ihre Zeit bringen. War das eine Analogie auf die Deutsche Bahn, die es schafft, aus einem Jahr Tausende Jahre zu destillieren? Diese Zeiträuber genieren sich auch gar nicht mehr, sie bitten täglich hunderttausendfach um Verständnis – und die Fahrgäste, immerhin auch Bürger, nehmen es geduldig hin. Sag noch einer, die Deutschen sind kein geduldiges, kein sanftes Volk!

Bückbürger im Bistro

In dem ICE, den ich alternativ nehmen musste und von dem ich wusste, dass er einer Sardinenbüchse auf Gleissträngen gleichen würde, wurde ich mit der Sanftmut deutschen Bückbürgertums konfrontiert. Ich pendelte mich auf Höhe des Bordbistros ein, weil ich ahnte, dass ich in der zweiten Klasse auf dem Flur stehen oder sitzen müsste. Im Bistro musste man immer mal wieder einen Kaffee ordern, um eine Sitzberechtigung zu haben. Ich platzierte mich an einem Tisch mit drei Herren – einer davon Franzose. Nach einer Weile war die Schicksalsgemeinschaft beschlossen und wir plauschten. Der Franzose wollte über den Klimawandel sprechen, was keinen so richtig anmachte. Was interessiert mich der Klimawandel, ich hatte Bahnschwierigkeiten. Die anderen beiden waren digitale Nomaden, nicht mehr ganz jung. Dass sie von überall arbeiten können, betonten sie mir eine Spur zu häufig. War das Aufschneiderei oder ein Hilferuf? An sich seien sie zwar genervt von der Bahn, aber wir müssten doch froh sein, so konnte man ihren Ausführungen entnehmen, dass es sie so noch gibt. Einer von beiden erzählte von einem Afrikaaufenthalt. Damals sei er mit einem Bus gereist, der aber nicht am eigentlichen Ziel ankam, weil alle Reisenden gerne woanders hinwollten, worauf der Fahrer den Ankunftsort wechselte. Wenigstens würde die Bahn noch ihre Ziele einhalten, erklärte der Mann nun. Was für eine Bückbürgerei! Wie klein kann man sich eigentlich als Staatsbürger machen, dass man solche Vergleiche zieht und sich darüber auch noch glücklich schätzt? Gott im Himmel, was für traurige Gesellen!

Dem anderen fehlte neulich Strom – er war Leidtragender des Anschlages der Vulkan-Gruppe in Berlin. Fünf Tage ohne Saft blieb er. Also quartierte er sich in einem Hotel ein, die Rechnung übernehme die Versicherung. Es sei ihm gegönnt. Als ich anmerkte, dass diese Mittel nicht jeder habe, er als Vermögensberater – er thematisierte seinen Beruf zuvor kurz – habe da natürlich Vorteile, guckte er erst bedröppelt, dann hatte er aber einen Ansatz gefunden, sich zu erklären. So wild das gar nicht, wusste er nun, denn in Berlin hätten Hotels Sonderangebote für Betroffene eingeführt. Man hätte Zimmer für 80 Euro die Nacht haben können – in Häusern, die sonst vielleicht 300 Euro nähmen. Das ist großzügig von den Hoteliers, aber 80 Euro ist für viele in diesem Land trotzdem eine Menge Geld. Bückbürger wissen davon nichts, sie sind gezielt desinformiert und strotzen vor einer Haltung, die irgendwie ein Gemisch aus Überheblichkeit, Unkenntnis und gleichzeitiger Unterwürfigkeit ausmacht. Auch Thema: Veganismus. Der eine habe mal ein Jahr so gelebt, nicht weil er kein Fleisch möge, sondern weil es halt chic war – er sagte es so nicht, aber man spürte, der Mann ist orientierungslos im Leben, da gibt es nicht mal beim Essen Grundprinzipien. Er hörte mit dem veganen Schmu auf, als ihm ein Gastgeber Fleisch vorsetzte. Warum sagt man eigentlich Lauch zu gewissen Männern?

Ich war heilfroh, dass der ICE dann doch irgendwann am Frankfurter Hauptbahnhof ankam. Auf dem Bahngleis stand dann noch ein Pulk von Regenbogenbeschmückten herum – Hinterlassenschaften des Erfurter Spektakels, so nehme ich an. Im Bistro trank ich, um sitzen zu dürfen, drei Kaffee. Mir brummte der Kopf, mein Herz raste – man steckt manches nicht mehr so leicht weg. Aber war es der Kaffee, der mich so unruhig werden ließ? Oder die Erkenntnis, dass ich an diesem Wochenende eine Reise ins Herz der deutschen Finsternis getan hatte? Anders als Marlow in Joseph Conrads Roman »Herz der Finsternis«, traf ich nicht auf Kurtz, aber wohl auf viele seltsame Kreaturen, die nicht mehr ganz rund zu laufen schienen. Ich wusste es vorher schon, aber ließ es mir auf meiner Reise bestätigen: Deutschland ist ein Irrenhaus, ein Ort voller Untauglichkeiten und Unzurechnungsfähigkeiten. Das Verrückte hat hier seine Heimat. Und eines scheint mir gewisser denn je: Dieses Land besteht aus Irren und Unfähigen. Und es ist lediglich noch nicht sicher, wer am Ende gewinnen wird.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
Mehr Beiträge von Roberto De Lapuente →

Ähnliche Beiträge:

2 Kommentare

  1. Ich bin beruflich gezwungen oft zureisen (mit dem Zug) und kann aus langjähriger Erfahrung nur bestätigen was Sie schreiben. Es hat in den letzten Jahren eindeutig einen kulturellen und geistigen Niedergang in weiten Teilen der Bevölkerung gegeben.
    Ich würde das aber nicht auf das Bahnerlebnis beschränken. Es scheint mir, soweit man das aus den Nachrichten beurteilen kann, eine allgemeine Tendenz in der Menschheit zu sein. Die Perspektive ist aber eventuell zu kurz. Über längere Zeiträume gibt es da vermutliche wellenförmige verlaufende Entwicklungen und wir sind gerade auf dem Weg in ein Wellental (das letzte und endgültige vielleicht ?)
    Es gibt ja die Meinung, die Menschheit werde ihre Probleme nicht aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen Gründen nicht lösen können, sondern weil es schlicht nicht mehr genug Vernünftige gibt, die rational und sinnvoll handeln können. Alle die Verwerfungen in der Politik sind lediglich Symptom dieses allgemeinen Abgleitens in Wahn und Verblödung.
    Danke für das Zitat !

  2. Meine Geografie-Welt kam kurzzeitig ins Wanken …

    „Der Zug füllte sich schon am Frankfurter Hauptbahnhof … stiegen in Aschaffenburg und Würzburg hinzu.“

    … bis ich diese Meldung fand:

    Frankfurt–Fulda–Erfurt–Leipzig–Dresden. Die Züge werden zwischen Frankfurt und Erfurt über Aschaffenburg und Würzburg umgeleitet.

    (ja, man kann auch von Frankfurt über Wiesbaden nach Hanau fahren, hätte mein Mathelehrer früher gesagt, wenn der Lösungsweg ein wenig komplizierter gestaltet war)

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen