
Sie haben Polohemden im Schrank? Werfen Sie sie schnell weg, wenn Sie politisch nicht falsch verortet werden wollen. Eine Glosse.
Die positive Nachricht vorneweg: Das Folgende ereignete sich im benachbarten Österreich – es hätte ganz genau so auch bei uns stattfinden können. Tröstlich ist an der Causa jedoch, dass nicht nur hierzulande ein übergeschnapptes Klima herrscht, sondern eben auch bei den Nachbarn. Alles andere daran ist beklemmend – und teuer. Den österreichischen Steuerzahler hat die Erkenntnis der Professorin und Modeforscherin Elke Gaugele aus Wien um die 400.000 Euro gekostet. Ihr wissenschaftliches Forschungsergebnis ist bahnbrechend: Blümchenkleider, Polohemden und Hoodies seien der gewandete Ausdruck von Rechtsextremismus. Wer derlei Kleidungsstücke trage, könnte mit erhöhter Wahrscheinlichkeit jemand sein, der »rechts« stehe – was genau mit dem Begriff des Rechten gemeint sein könnte, wird nach guter alter Meinungskorridormanier selbstverständlich nicht gelüftet.
Nazimoden 2026
Vor bald zwei Jahren erfuhr man in Deutschland, dass Einstecktücher und Perlenkette – Accessoires, wie sie AfD-Vorsitzende Alice Weidel trägt – einen tiefen Blick in die Hinrichtungsstätte Plötzensee erlaube. Die Regisseurin Christina Friedrich äußerte sich damals in der taz so. Und ja, es gab wohl einen Redakteur, der das für eine konsistente Äußerung hielt, die unbedingt das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollte. In Plötzensee rechnete die Nationalsozialisten auf bestialische Art und Weise mit ihren Gegnern ab. Etliche, die in das Attentat vom 20. Juli 1944 verwickelt waren, sollten dort »wie Schlachtvieh« aufgehängt werden – so lautete der Führerbefehl. Ein Kamerateam soll die grausige Hinrichtung aufgenommen haben. Ob Hitler die Bilder je gesehen hat, weiß niemand zu berichten. Wie die erwähnte Filmschaffende damals auf diese Konnotation zwischen Perlenkette und Hinrichtung, zwischen Einstecktuch und Plötzensee kam, lässt sich hier nicht klären – womöglich braucht diese Implikationsmeisterleistung auch eher fachmännische Betreuung als küchenpsychologisches Ereifern.
Nun also Polohemden, Blümchenkleider und Kapuzenpullover. Die Modeforscherin denkt dabei nicht gleich an Plötzensee – immerhin noch eine positive Nachricht also. Aber an Rechtsextreme denkt sie wohl. Der Schluss liegt auch nahe, denn im Grunde lässt sich ein Rechtsextremer auch an folgenden Klamotten erkennen: Socken, Unterhosen und Kniestrümpfe. Ferner kommen dazu: Boxershorts, Slips, Feinrippunterwäsche, Achselshirts, T-Shirts, Sweatshirts, Rollkragenpullover, Troyer, Cardigans, Westen, Fleecejacken und Trenchcoats. Viele Rechtsextreme kleiden sich auch mit Mänteln, Sakkos, Smokings, Hemden mit und Hemden ohne Kragen, Holzfällerhemden, Trachtenhemden, Jeans, Schlaghosen, Cargohosen, Faltenröcken, Miniröcken, Sommerkleidern und Jogginganzügen. An den Füßen geht es auch rechtsextrem zu: Hausschuhe, Sandalen, Espadrilles, Mokassins, Halbschuhe, Gummistiefel, Wanderschuhe und Turnschuhe weisen darauf hin. Nicht zu vergessen: Schiebermützen, Baseballcaps, Sonnenhüte, Strohhüte, Zipfelmützen, Schals, Halstücher, Krawatten, Fliegen, Hosenträger, Gürtel, Handschuhe und Fäustlinge.
Manchmal sind Rechtsextreme auch komplett nackt oder tragen genitalbetonte Badehosen. Außerdem extrem rechtsextrem: Stützstrümpfe, Gebisse, Hörgeräte und Brillengestelle. Umstandskleider liegen bei Rechtsextreminnen im Trend. Bei Tische stecken diese Leute sich Servietten in den Hemdkragen, stochern mit Gabeln im Essen herum, nutzen Messer oder Löffel und führen hin und wieder auch ein Glas an den Mund. Wenn Sie jemanden sehen, der einen Mund im Gesicht trägt, könnte es ein Rechtsextremer sein! Anders gesagt: Diese Rechtsextremen sind wahrlich überall!
Der rechtsextreme Mantel des Schweigens
Das muss freilich auch die besagte Modeforscherin bemerkt haben, weswegen sie noch einen Puffer für ihre These einbaute: »rechtsextreme Mode sei parasitär«. Die Trendsetter von rechts kopierten das, was Linke oder die Mitte trage – sie schaue sich ab, was sich in anderen politischen Lagern übergeworfen wird, und täten es dem politischen Kontrahenten gleich. Deswegen tragen Rechtsextreme jetzt Hoodies, die man sonst als Tracht im Antifa-Block gesehen hat – Rechtsextreme schlüpfen folglich in eine andere Rolle, versteckten sich so im Schafspelz, der wiederum durchaus aus Synthetik sein kann. Wenn Ihnen eine Person in Badehosen begegnet, dann sollten Sie in Habachtstellung gehen: Es könnte ein Rechter sein, der auf links macht – echte Linksträger erkennen Sie … ja, woran eigentlich?
Wir leben wahrlich in absurden Zeiten mit noch viel absurderen Theorieansätzen, die mehr über die Vertreter dieser »Wissenschaftlichkeit« verraten als über die Gegenstände ihrer Betrachtung. Das Böse ist bekanntlich banal – es kleidet sich, wie sich alle Welt kleidet. Die Nationalsozialisten wünschten sich einst, neben jenen unsäglichen Gruß, auch einen guten Morgen. Wollen wir nicht beginnen, diese Form der Freundlichkeit abzuräumen, weil die Niederträchtigen dieselbe anbrachten? Die Banalität des Bösen, man könnte es auch so lesen, findet sich in »Forschungsergebnissen« wie diesen wieder. Es ist die akademische Perfidie, die in schierer Banalität Unfug verbreitet, der nur ein Motiv zu haben scheint: Die Gesellschaft einnebeln und mit Fantasiethesen ein Klima schaffen, in dem keiner mehr weiß, was wahr und unwahr oder wichtig und unwichtig ist.
Wer in Polohemden den Rechtsextremismus entdeckt, wird ihn irgendwann auch in Espadrilles, Lesebrillen oder Kaffeetassen finden. Ja, der will früher oder später jeden zum Rechtsextremisten erklären und seinen persönlichen Wahn an der Gesellschaft austoben – selbstverständlich gutdotiert von Steuergeldern. Totalitäres Denken fängt ganz offenbar nicht mit der Präsenz von Uniformen an, sondern im Nachdenken darüber, was ich morgen noch anziehen darf und was besser nicht, um nicht von Modeforscherinnen politisch verortet werden zu können. Die Akademie der Künste in Wien täte gut daran, den Mantel des Schweigens über ihre Professorin zu hüllen – aber Mäntel, so muss man im Zweifelsfalle fast annehmen, gehören zur rechtsextremen Garderobe.





Oh Gott, Hilfe, meine Familie und ich sind allesamt rechtsextrem!! Was soll ich bloß machen?? Würde Ganzkörper-Tätowieren den Bann brechen?? Wer kann helfen?? 😱🙃🤣
Bei Polohemden bleibt der Kragen STEIFER als bei labbrigen T- Shirts. Könnte wieder zu metoo führen, wenn Mann so rumläuft. Fachfrage: muss man die auf links fasch.. waschen?
Wieder ein Glückwunsch fällig an RDL, diesmal für fehlerfrei und für von vorn bis hinten sauber formuliert.
Ansonsten, Frau Professorin müssen auch die Miete zusammenkriegen. Also soll ein Thema her, das nicht von anderen schon totgeritten worden ist. Wer will’s ihr verdenken?
Es gibt den hinreichenden Verdacht, dass
die Frau Professorinn eine Deutsche ist. Das würde einiges erklären
So, so, das ist also wichtig in diesen Zeiten zwischen Gaza, Hormuz und Kiew.
Davon, was „rechts“ oder „rechtsextrem“ ist allerdings habe ich doch eine ganz gute Vorstellung. Auch wenn das heutzutage nicht mehr beliebt ist, ist ja alles ein Einheitsbrei und die Umwertung aller Werte ist up to date, Lechz und Rinks sozusagen.
Ich möchte mal folgenden Gedankenansatz zur Diskussion stellen:
Was bewirkt Wokeness?
Wokeness behauptet z.B. dass es keinen Rassismus gegen Weiße gäbe und findet Gruppierungen wie „Black Lives Matters“ toll.
Black lives matters.
Also „weißes Leben“ nicht?
Gleichzeitig „cancelt“ man alles, was auch nachfolgenden Generationen beweisen könnte, dass es mal fiesen weißen Rassismus gab und canceln heißt: Man zerstört es. Auch physisch.
Die kippen z.B. irgendwelche Kolonialherrendenkmäler um und glauben, sie täten damit was ganz was Tolles.
Aber.
Ist das nicht viel eher Beweismittelvernichtung?
Am Ende bleibt nämlich übrig: Black Lives Matters. Diese bösen Rassisten, oder? Und Weiße übrigens als ewiges Opfer. Das Gegenteil lässt sich nämlich dann nicht mehr beweisen.
Sehr schlau.
Wir haben beispielhaft in der Ukraine erlebt, wie man Vorgeschichten einfach ignoriert. Putin ist im Februar 2022 aufgewacht und dachte sich, dass heute ein guter Tag wäre, um die Ukraine zu überfallen. Vorgeschichte? Gibt es keine.
Es wird auch keine Vorgeschichte in Hinblick auf Rassismus mehr geben, wenn die Wokies fertig sind mit canceln. Dann bleibt nur noch der schwarze Rassismus gegen Weiße übrig.
Hat irgendwer das Gefühl, Wokeness wäre eine Graswurzelbewegung? Also ich nicht.
Und warum behauptet man plötzlich, im Grunde jeder wäre ein „Rechter“ (womit „Nazi“ impliziert werden soll)?
Was bewirkt man damit?
Okay. Jeglichem weitergehenden Geschichtswissen abholde Linke fühlen sich damit als Auswählte, wenn alles um sie herum plötzlich „Nazi“ ist. So billig ist man noch nie Widerstandskämpfer geworden, Sophie Scholl würde erblassen vor Neid, wenn sie noch erblassen könnte.
Erblassen. Mhm. Die war weiß. Und Blümchenkleider hat sie vermutlich auch getragen. Ich sags ja nur.
Egal.
Wokeness bewirkt: Spaltung durch so tolle Unterscheidungsmerkmale wie Hautfarben (gemeinhin Rassismus genannt), sexuelle Orientierung (ich vermute, wenn ein woker Geschlechterforscher forschen würde, dann käme raus, dass Heterosexualität auch „rechts“ ist), Geschlecht (Männer sind definitiv „rechts“, da können führende Politikerinnen nach Krieg schreien wie sie wollen: Ach ja, Pazismus dürfte inzwischen auch „rechts“ sein. Als in der Schule drankam, dass das Schrecklichste an den Nazis ihr Pazifismus gewesen ist, war ich wohl gerade Kreide holen), Migranten (nicht Nazi), „Bio“deutsche (schon) usw.
Was bewirkt das?
Das bewirkt, dass sich irgendwann alle sagen: Mir doch wurscht, dann bin ich halt rechts, rechtsextrem, Nazi oder was auch immer. ES IST MIR EGAL. Es ist nur ein Etikett.
Dann sind wir halt alle Transnazis, oder?
Und dann kommen die echten Nazis, bei denen sich solche Linken die AfD zurückwünschen werden und die Leute, die diese Linken als nützliche Idioten gebraucht haben, sich lächelnd mit Champagner zuprosten, während die nützlichen Idioten noch einen kurzen Moment haben, in dem sie sich freuen können, immer recht gehabt zu haben, weil ja nun alles Nazi ist.
Na herzlichen Glückwunsch. Das Ganze nennt man „selbsterfüllende Prophezeiung“. Was man wüsste, wenn man Bildung nicht für heteronormativen rechten Stuß halten und eigentlich generell mit einer Passt-schon-Mentalität durchs Leben gehen würde (die natürlich nur für einen selbst gilt, nie für andere).
Tja. Wenn man wirklich alles „Dekonstruieren“ muss, dann kommen irgendwann welche und konstruieren wieder. Die politische Linke hat sich also faktisch politischer Waldbrand betätigt, den andere gelegt haben, um aus einem Naturschutzgebiet Bauland zu machen.
Ich wiederhole mich: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!