Mensch bleiben!

Maskenpflicht, Hamburg
Hinnerk11, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ist der blanke Hohn und die gelebte Schadenfreude gegen solche statthaft, die sich in den Corona-Jahren über Impfverweigerer ereiferten? Offenbar ist Unmenschlichkeit auf allen Seiten zur Normalität geworden.

Neulich erreichte mich die Nachricht eines Freundes: Der Bürgermeister seiner kleinen Gemeinde sei gestorben – gerade einmal 57 Jahre alt wurde er. Der Mann habe sich während der dunklen Jahre virologischer Großmannssucht als ein Verfechter und strikter Freund der Maßnahmen erwiesen. Der war doch ganz sicher geimpft? Na aber ganz sicher! Wer, wenn nicht einer wie er? Aus der Nachricht meines Freundes, der mir dies sicherlich nicht mit böser Absicht mitteilte, drängt sich der Eindruck auf: Der verstorbene Bürgermeister hat mitgemacht, sich ein Serum verabreichen lassen — und nun starb er viel zu früh. Sowas kommt von sowas. Ist doch klar, oder?

Nein, das ist es nicht. Menschen starben zu allen Zeiten auch schon viel zu früh. Manche fielen wie aus dem Nichts um und waren tot. Andere bekamen schon in jungen Jahren eine ungünstige Krebsdiagnose. Oder man diagnostizierte eine andere schwere Krankheit. Bevor es Corona gab, starben Menschen in allen möglichen Altersphasen. Es war nie anders. Ich kann freilich nicht ausschließen, dass der Tod jenes Bürgermeisters etwas mit der Verabreichung von mRNA-Stoffen zu tun hat – verifizieren kann ich es ebenso wenig. Hier böte es sich an, nicht zu forsch vorzugehen, denn Spekulation auf Kosten eines Toten (oder Kranken) ist nicht nur unhaltbar – sie ist pietätlos. Und überdies schrecklich selbstgerecht. Zuletzt spottete die coronakritische Blase über einen Komiker, der öffentlich machte, aktuell gegen einen Tumor anzukämpfen. Grund des Spottes: Er hatte einst gegen Ungeimpfte Stimmung gemacht.

Geschieht es dem Tumorerkrankten recht?

Der Name des Mannes: Torsten Sträter. Er ist Comedian mit eigener Sendung in der ARD. Sie trägt schlicht seinen Namen. Dort talkt er mit Gästen und versucht, sein Publikum zum Lachen zu bringen. Sträter ist erfolgreich. Dies ist einigermaßen überraschend, denn sein Humor kennt lediglich seichte Tiefen – er setzt gerne künstliche Sprechpausen und philosophiert über Nonsens, in die Stille seiner Sprechunterbrechungen hineinhorchend, ob man ihm das als große Einordnung der Welt durchgehen lässt. Sträter ist das Gewächs eines Zeitgeistes, der sich dazu entschlossen hat, die lahme Durchschnittlichkeit zu einer Meisterleistung zu verklären. Den Zeitgeist hat der Mann dann auch tatsächlich aufgesogen, wie man in jenen Jahren sah, als der mündige Bürger wie nie zuvor in der Geschichte dieses Landes zu einem Mündelbürger degradiert wurde

»Ich bin geimpft. Drei Mal. Und ich hab ne Nadel-Phobie, ihr Affen.« So ließ er sich im November 2021 im Zuge einer Impfkampagne bei Twitter aus. Die Aussage spiegelt zunächst genau die Art von Humor, die Sträter bei seinen Auftritten zelebriert. Es scheint in irgendeinem humoristischen Kosmos witzig zu sein, wenn ein Mensch, der sich vor Spritzen fürchtet, dennoch mal mit einer Spritze »behandeln« lässt, während es solche, die eine solche Angst vermutlich nicht kennen, davor zurückscheuen. Damals erntete er natürlich die Wut derer, die nicht mitzogen. Die »Affen«, die er anspricht, muss man im Kontext der damaligen Jahre sehen: Kritische Bürger wurden entmenschlicht, man verortete sie im Tierischen, verglich sie auch schon mal mit Ratten. Und weil Tiere an sich auch nichts dafürkönnen, konnte schon mal der lästige Blinddarm herhalten, um Impfunwillige zu etwas zu erklären, was ein Chirurg doch bitte aus dem Unterbauch herausschälen sollte. Sträters damaliges Statement wurde als Ausdruck seiner Systemkonformität begriffen. Doch seine Karriere konnte das nicht aufhalten – seine Sendung ist auf seinem Haussender weiterhin gesetzt.

Der Comedian äußerte einmal, dass er in seinem Leben bereits Erfahrungen mit Depressionen gemacht habe. Da er zuletzt alle seine Auftritte abgesagt hatte, wurde öffentlich gemunkelt, dass Sträter eine depressive Phase durchleide. Sträter stellte das schnell richtig: Es sei »dummerweise ein Tumor«. Da er etliche Arzttermine habe, müsse er nun beruflich kürzertreten. Prompt reagierten jene, die damals »als Affen« gemeint waren – die coronakritische Blase fiel in den Netzwerken über den Tumorerkrankten her, brachte seine schändliche Aussage aus dem November 2021 nochmal aufs Tapet. Was wollte man damit ausdrücken? Dass es Sträter recht geschähe und dass er sich dieses Schicksal verdient habe? Oder dass der Tumor ein Ergebnis der Impfung sei? Ganz gleich, welche Absicht hinter den Reaktionen auf die Bekanntgabe der Erkrankung stand: Man spürte deutlich, wie sich da die Schadenfreude Bahn brach – und wie Hohn und Spott ausgegossen wurden. Oft kommentierten die User noch nicht mal gesondert; sie riefen einfach nochmal Sträters »Affen«-Aussage auf und blieben stumm. Auch das war eine Botschaft: Jetzt hast du es, Sträter, du Affe!

Menschliche Größe und unmenschliche Kleingeister

Die Zahlen der Krebserkrankungen stagnieren. Für die Jahre 2024 und 2025 gibt es nach wie vor keine abgeschlossenen Statistiken. Man schätzt jedoch für diese Jahre jeweils etwa 530.000 Diagnosen. Zwar häuften sich schon recht bald nach der Gabe des sogenannten Impfstoffes Krebserkrankungen, die oft schnell wieder abgeklungen sind — »Turbokrebs« genannt. Es bleibt jedoch strittig, ob die Anzahl der Diagnosen seit dem Ende der Pandemie angestiegen ist oder nicht. Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, hätten wir es mit einer statistischen Größe zu tun, die rein gar nichts über den Einzelfall aussagt – anders gesagt: Heute auftretende Erkrankungen — ob bei Komikern oder wirklich lustigen Leuten ist dabei einerlei – lassen sich nicht statistisch erklären, sondern nur medizinisch. Ein Patient prüft ihm Regelfall nicht, ob die Statistik zu seiner Krankheit steigt oder stabil bleibt. Was hätte jemand, der sich krankheitsbedingt vor dem Tod fürchtet, von so einer Maßnahme? Weiß er dann, dass sich auch noch andere vor dem Tod fürchten? Tun wir das nicht alle? Und übrigens: schon bevor man mRNA in Körper jagte, erkrankten Menschen hin und wieder. Oder – wie am Anfang dieses Artikels eingeleitet – sie starben überraschend. Das war nie anders. Das wird wohl immer so bleiben.

So an seine Situation heranzugehen, bringt einem Patienten im Regelfall wenig ein – er will geheilt werden. Schuldfragen zu klären, Statistiken heranzuziehen: Das ist keine Therapie. Sich auf jemanden zu stürzen, weil er in seinem Vorleben einen bösen Fehler gemacht hat – sei’s drum, ob er ihn einsieht! –, seiner Schadenfreude Ausdruck zu verleihen, es dem Kranken zu gönnen, dass er krank ist: wie kleinkariert kann man eigentlich sein? Wie tief kann ein Mensch doch sinken! Muss man Anteilnahme äußern? Natürlich nicht! Jeden Tag erkranken Menschen an Krebs, ohne dass man sich dazu genötigt fühlt, völlig betroffen durch seinen Alltag zu stolpern. Das ist Normalität. Unschön – sicher! Dramatisch –aber natürlich! Und dennoch Teil unserer menschlichen Existenz. Jeden Moment kann uns das Schicksal ereilen. In jedem Augenblick ist unser Ende angelegt – von heute auf morgen kann sich alles durch eine böse Diagnose ändern. Schlimmer noch: von einer Sekunde auf die andere! Dies muss einen ja nicht dauerhaft traurig stimmen. Aber wenn uns dann jemand begegnet, dem das Schicksal nicht gut mitspielt, dann gehört es zur menschlichen Größe, sich in jemanden hineinfühlen zu können und – so wir ihn nicht sonderlich mögen – zu nicken und zu schweigen.

Sträter hätte damals auch schweigen sollen – natürlich! Er hat genau diese Fähigkeit sausen lassen, sich empathisch in die Lage von Menschen zu versetzen, die sich fürchteten – nicht vor der Nadel, wie er in seinem Statement kokett mitteilte, sondern vor den Konsequenzen und dem Ungewissen aufgrund mangelnder Studienlage. Aber Gleiches mit Gleichen vergelten? Und dann erklären sie nebenher auch noch Krankheit zur Schuld, so wie es damals die schlimmsten Zero-Covid-Fanatiker während jener Jahre taten, als sie diejenigen, die an der grassierenden Grippe erkrankten, zu Gefährdern erklärten, die nur deshalb erkrankten, weil sie die Maßnahmen wohl nicht eingehalten hätten. Das erinnert an das Mittelalter, als Erkrankungen als Bestrafung für ein sündhaftes Leben galten. Und nun händeln es die, die damals zu Schuldigen erklärt wurden, nicht so viel anders, wenn sie Sträter nahebringen wollen, dass sowas von sowas komme. Man sieht also, das Leben nach diesem Bruch, den man uns politisch verordnete, ist nicht einfach. Corona hat uns alle ein Stück unmenschlicher gemacht.

Wer gut sein will, lässt leiden

Ich kann freilich an dieser Stelle nur für mich sprechen, aber viele Leidensgenossen von damals — ungeimpft und widerwillig –, mit denen ich spreche, berichten mir von ganz ähnlichen Erfahrungen im Umgang mit Menschen, die sie neu — das heißt: erst nach Corona – kennengelernt haben. Eine bange Frage drängt sich nach einer Weile neuer Bekanntschaften nämlich auf: Wie war denn der neue Nachbar damals unterwegs? Hat er wohl mitgemacht? Findet er es heute noch richtig? Und dann die Gretchenfrage: Will man das alles eigentlich im Nachgang noch wissen? Denn nachdem man Antworten in Erfahrung gebracht hat, die einem nicht zusagen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man die zarten Beziehungsbande, die sich entwickelt haben mögen, dezent einschlafen lässt. Bekanntschaften zu machen ist in der Zeit danach nicht schwieriger geworden – aber sie auszuhalten, wenn sich beider Vergangenheiten nicht gleichen, ist ungleich komplizierter als einst.

Natürlich kann jeder seine Kontakte sofort abbrechen, wenn einem nicht gefällt, was er über den anderen zur damaligen Zeit erfährt. Dann spricht man mit dem neuen Nachbarn eben kein Wort mehr – oder meidet den jüngst dazugekommenen Arbeitskollegen. Aber ich weiß nicht, ob man diesen Weg gesund übersteht. Denn schließlich verursacht er das leidige Gefühl der Bitterkeit. Ein namhafter Politiker, der hier aber nicht namentlich erwähnt werden soll – seinen Namen kann man wirklich nicht mehr hören –, hat einmal festgehalten, dass wir uns alle viel zu verzeihen haben werden. Ihm stand es nicht zu, eine solche Aussage zu machen, denn wenn, dann hätte man ihm etwas verzeihen müssen. Wobei Verzeihen eine schöne und christliche Tugend ist, die zu gewähren jedoch für Verantwortliche zweitrangig sein sollte. Es müsste in einer besseren Welt bei denjenigen um Sühne gehen, um strafrechtliche Einordnung und – falls ein Machtmissbrauch nachgewiesen werden kann – um Strafe. Wie dem auch sei: jener Politiker lag nicht ganz falsch.

Verzeihen ist vielleicht ein zu starkes Wort. Aber manchmal braucht es Vergessen – und etwas Gelassenheit. Nicht wenn es darum geht, das strukturelle und systematische Versagen anzusprechen und die Erinnerung daran aufrechtzuerhalten. Aber im Umgang mit Menschen kann nur die Bereitschaft dazu, selbst nicht so unmenschlich zu werden wie jene, die man anprangert, das gesellschaftliche Klima entgiften. Wie oft warf man zuletzt den Grünen, den Woken und den Linken vor, sie würden im Glauben, zu den Guten zu gehören, jede Schweinerei gegen Andersdenkende mitmachen oder gar initiieren. Da gehe ich mit. Aber eines sollte man auf der Seite regierungskritischer Menschen nie vergessen: Dieses Modell vermeintlichen Gutseins sollte man nicht kopieren. Wer sich zu gut fühlt, verliert die Bodenhaftung. Und das führt unweigerlich ins eigene und ins gesellschaftliche Unglück.

Dieser Artikel erschien erstmals unter anderem Titel bei Manova.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
Mehr Beiträge von Roberto De Lapuente →

Ähnliche Beiträge:

43 Kommentare

  1. Das Bild ist typisch Deutschland. Abgebildet ist ein Afrikaner und beschriftet in Denglisch. Ich habe übrigens in der gesamten Coronazeit ca. 10x eine Maske auf gehabt, ansonsten alles ohne gemacht. Am lustigsten fand ich es immer in Tankstellen, wo sie mich dann belehren wollten. Ich habe dann nur gesagt „ich habe bei Ihnen getankt, wollen Sie das Geld jetzt haben oder nicht?“ Sie entschieden sich immer für´s Geld.

    1. Was ich damit sagen will, viele haben den Quatsch ohne Not einfach mitgemacht. Berufsmäßig muß ich manchmal eine Staubmaske tragen, bäh so ein Scheiß, man ist jedes Mal froh, wenn man sie wieder absetzen kann, mit Schwitzwasser drin.

    2. Ich gehe mal davon aus, dass dein Leben während der Fakepandemie nicht nur aus der Befüllung deines Autos mit Benzin bestand. Da würde ich gerne mal wissen wie lustig sich dein übriges Maskenloses Leben damal gestaltete, in und an den unzähligen Maskenpflichtigen öffentlichen und privaten Orten.

      1. Da gibt es nicht viel zu berichten, meine Frau und ich haben weiter gelebt wie bisher. Das Problem waren immer nur die anderen, z. B. als bei einem Todesfall in der Verwandtschaft die Angehörigen die Trauerfeier den Coronamaßnahmen unterworfen haben (Begrenzung der Anzahl der Personen usw.) Natürlich war die Situation bedrückend, aber wir waren im Prinzip zu träge, all diesen Quatsch mitzumachen, wir haben uns nie testen lassen, impfen erst recht nicht (wir haben eine Ärztin in der Familie, die sich auch nicht impfen ließ) Als um uns herum etliche Leute mit Impfnebenwirkungen zu kämpfen hatten, bestärkte das uns in unserer Einstellung. Einer, mit dem ich beruflich zu tun hatte, ist sogar an der Impfung gestorben, mit 40 Jahren. Bei einem Familientreffen, bei dem meine Frau und ich die einzigen Ungeimpften waren, wurden wir angesteckt. Dann nochmals bei anderen Kontakten, wo alle geimpft waren. Wir waren dann ziemlich bedient. Als Ungeimpfter wurde die Luft dann allerdings dünn, als man in Läden nicht mehr rein kam. Bei KIK habe ich mir Kleidung gekauft, die hat mir die Verkäuferin raus vor die Tür gebracht, ich habe die quasi draußen neben meinem Auto anprobiert und dann bezahlt. am Ende der Coronazeit waren wir auf Anti-Impfzwang-Demos, wo uns Antifa-Fotografen mit Teleobjektiven abgelichtet haben, und ab 24.02.22 standen Gegendemonstranten mit ukrainischen Staatsflaggen da und haben uns als sonstwas beschimpft. Man konnte viel lernen und begreifen über seine Mitmenschen in dieser Zeit. Die Plandemie lebte vom Mitmachen.

        1. Alles nicht lustig.
          Ich könnte ein Buch schreiben darüber. Von angestellten Furien und Kapos im Supermarkt (grotesk-komisch), bis zum frühmorgendlichen Überfall eines 5 köpfigen und bewaffneten LKA-Kommandos im Morgengrauen, noch Ende 2022. Aber auch unterwegs und auf Reisen, ein riesiges Füllhorn bizarrer Eindrücke und Beispiele was ein nicht nur durch Angst und Panik niedergeschmetterter Verstand so alles anrichten kann. Da hat sich am amtlich beglaubigten Volksfeind auch viel untertänig-böse Lust ausgetobt.
          Nicht nur bei Komikern im staatlichen Volksempfänger.
          Danke für deine Antwort.

  2. Verzeihen, vergessen, späte Einsichten oder gar Mitgefühl sind unmöglich, weil jeder, egal ob „für Corona“ oder „gegen Corona“, seiner Sache so sicher ist, unbeirrbar, über alles Bescheid weiß, keinerlei Zweifel hat.
    Unklare Datenlagen? Unbekannte Unbekannte? Komplexe Lage?
    Von wegen, ich habs immer gewusst, ich habe Recht, schon immer, seit 1974.
    Der Glaube steht fest und wankt nicht.
    Die Diktatur der absolut Mittelmäßigen, mit ihren zwei unversöhnlichen radikalen Flügeln, hat den Laden fest im Griff.

  3. „Neulich erreichte mich die Nachricht eines Freundes: Der Bürgermeister seiner kleinen Gemeinde sei gestorben – gerade einmal 57 Jahre alt wurde er. Der Mann habe sich während der dunklen Jahre virologischer Großmannssucht als ein Verfechter und strikter Freund der Maßnahmen erwiesen. Der war doch ganz sicher geimpft? Na aber ganz sicher! Wer, wenn nicht einer wie er? Aus der Nachricht meines Freundes, der mir dies sicherlich nicht mit böser Absicht mitteilte, drängt sich der Eindruck auf: Der verstorbene Bürgermeister hat mitgemacht, sich ein Serum verabreichen lassen — und nun starb er viel zu früh. Sowas kommt von sowas. Ist doch klar, oder?“

    Hat da der Autor die statistischen Eigenschaften von Natur/Evolution und insbesondere von Seuchen nicht begriffen?

  4. > Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, hätten wir es mit einer statistischen Größe zu tun, die rein gar nichts über den Einzelfall aussagt

    Das ist richtig. Richtig ist aber auch es gab in den Impfjahren eine signifikante Übersterblichkeit. Zu sehen zb auf dem YT Kanal von Herrn Homburg.

    > Ich bin geimpft. Drei Mal. Und ich hab ne Nadel-Phobie, ihr Affen.

    ..nebst anderen Tieren. Ja es ist pietätlos sich jetzt über ihn lustig zu machen. Aber genau diese Leute haben damals mitgemacht die Impfkritiker an die Grenzen ihres Lebensunterhaltes zu bringen. Wer kann es denen verdenken?

    > Verzeihen ist vielleicht ein zu starkes Wort. Aber manchmal braucht es Vergessen – und etwas Gelassenheit.

    Nicht wenn es um Menschenleben geht. Nicht ohne Grund verjähren einige Straftaten nie. Wir reden hier nicht von fahrlässig, wir reden von vorsätzlich. Laut den RKI Files war alles damals bereits bekannt.

    Wer jetzt auf Vergessen pocht, ignoriert die Schwere des Vorfalls.

    1. > „Wer jetzt auf Vergessen pocht, ignoriert die Schwere des Vorfalls.“

      Und nicht nur das. Der vergisst auch, dass es Menschen gibt, denen man übel mitgespielt hat und die heute noch darunter leiden. So wie Ulrike Guérot, über die gerade gestern ein schöner Artikel auf den Nachdenkseiten erschienen ist. Und was ist mit den sanktionierten Journalisten und was ist mit Jaques Baud? Solange diese Menschen nicht voll rehabilitiert sind, solange es kein Urteil gibt, das diese schändliche Praxis untersagt, kann es kein Verzeihen und darf es, schon garnicht, ein Vergessen geben.

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=150091

    2. > Nicht wenn es um Menschenleben geht. Nicht ohne Grund verjähren einige Straftaten nie. Wir reden hier nicht von fahrlässig, wir reden von vorsätzlich. Laut den RKI Files war alles damals bereits bekannt.

      > Wer jetzt auf Vergessen pocht, ignoriert die Schwere des Vorfalls.

      Ganz genau.

      1. Genau das wollen die verantwortlichen Entscheidet doch damit sie weitermachen können wie biaher. Kennt man doch eigentlich als Deutscher? Da wurde nach dem Krieg auch alles unter den Teppich gekehrt, und man machte weiter wie bisher.

  5. „Sowas kommt von sowas“ soll also genau so schlimm sein wie „Oma-Mörder“?
    Eine wirklich seltsame Art der Reinwaschung einfach die anderen so zu beschmutzen, dass alle wieder gleich „sauber“ sind.

  6. Ich habe während der Corona-Zeit etwas erlebt, das mich bis heute beschäftigt. Nicht nur von der Seite der Maßnahmenbefürworter, die Kritiker oft genug als verantwortungslose Spinner, Egoisten oder Schlimmeres abgetan haben. Sondern auch von manchen Coronakritikern selbst.

    Weil ich geimpft war und später an Krebs erkrankte, kamen einige sofort mit dem Reflex: selbst schuld.

    Das ist ein Satz, den man nicht vergisst.

    Ich war nie ein blinder Anhänger der Coronapolitik. Im Gegenteil. Viele Maßnahmen hielt ich für vollkommen überzogen. Die Ausgrenzung, der moralische Druck, die gesellschaftliche Spaltung und erst recht die drohende Impfpflicht waren für viele Menschen nicht folgenlos. Da wurde massiv Vertrauen zerstört. Und bis heute wird zu wenig ehrlich aufgearbeitet, was damals politisch, medial und gesellschaftlich angerichtet wurde.

    Trotzdem hatte ich mich impfen lassen.

    Nicht, weil ich jede Regierungsentscheidung überzeugend fand. Nicht, weil ich Andersdenkende verachtet hätte. Sondern weil ich meiner Mutter vertraute, die jahrzehntelang in einem medizinischen Beruf gearbeitet hatte. Ich dachte: Sie kennt sich aus. Also habe ich diese Entscheidung getroffen.

    Ich selbst hatte keine dramatischen Nebenwirkungen. Ein paar Tage Hirnnebel, dann war es vorbei. Später habe ich bei einem Freund gesehen, dass es auch ganz anders laufen kann. Herzmuskelentzündung. Und er kämpft bis heute mit den Folgen.

    Das hat meinen Blick verändert.

    Heute würde ich mich nicht mehr gegen Corona impfen lassen. Nicht aus Trotz. Nicht aus Ideologie. Sondern weil ich nach allem, was ich erlebt und gesehen habe, diese Risikoabwägung für mich anders treffen würde.

    Bei einer Impfung gegen Krebs sähe das wieder anders aus. Auch mein Krebsmedikament ist im Prinzip experimentell. Aber genau darum geht es: Es ist meine Wahl. Meine Krankheit. Mein Körper. Mein Risiko. Meine Abwägung.

    Und hier liegt der entscheidende Punkt: Man kann über Nutzen, Risiken, Nebenwirkungen, Druck, politische Verantwortung und medizinische Irrtümer streiten. Man muss sogar darüber streiten. Aber man sollte aufhören, Krankheit als moralisches Urteil zu behandeln.

    Ein Tumor ist keine Quittung.

    Eine Herzmuskelentzündung ist kein politischer Punktgewinn.

    Ein Impfschaden ist keine Trophäe für Coronakritiker.

    Und eine Krebserkrankung eines Geimpften ist kein Beweis für die eigene Weltsicht.

    Ob die Coronaimpfung irgendeinen Anteil an meiner Krebserkrankung hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach allem, was ich weiß, deutet vieles eher nicht darauf hin. Ich werde mir also keine Gewissheit basteln, nur weil sie in ein bestimmtes Weltbild passt.

    Genau das erwarte ich aber auch von anderen.

    Ich möchte keine Gesellschaft, in der Menschen nach einer Diagnose erst einmal politisch sortiert werden. Geimpft? Ungeimpft? Maßnahmenkritiker? Regierungstreu? Selber schuld? Opfer? Beweisstück?

    Nein.

    Ein kranker Mensch ist zuerst ein kranker Mensch.

    Das heißt nicht, dass man die Corona-Zeit vergessen soll. Im Gegenteil. Die Aufarbeitung ist notwendig. Die Ausgrenzung Ungeimpfter, der Druck auf Menschen, die Einschränkungen von Grundrechten, die Drohung einer Impfpflicht — all das gehört auf den Tisch. Ohne Schönreden. Ohne nachträgliches Wegducken. Ohne das übliche „man konnte es damals ja nicht besser wissen“, wenn genau das damals schon viele gesagt haben.

    Aber Aufarbeitung ist etwas anderes als Häme.

    Wer damals entmenschlicht wurde, darf wütend sein. Wer unter Druck gesetzt wurde, darf Klarheit verlangen. Wer Nebenwirkungen erlitten hat, verdient Anerkennung, Hilfe und keine bürokratische Vernebelung. Aber niemand gewinnt etwas, wenn aus erlittenem Unrecht neue Unmenschlichkeit wird.

    Ich weiß, wie verletzlich man wird, wenn Krankheit ins Leben einbricht. Man verliert nicht nur Gesundheit. Man verliert Selbstverständlichkeit. Plötzlich wird jeder Arzttermin, jeder Befund, jede Therapieentscheidung zu einer existenziellen Angelegenheit.

    Da braucht kein Mensch noch politische Schuldzuweisungen obendrauf.

    Ich kann die Coronapolitik kritisieren und trotzdem sagen: Wer über die Krankheit anderer spottet, hat den Kompass verloren.

    Ich kann die Impfung heute für mich ablehnen und trotzdem sagen: Nicht jeder Geimpfte war dumm, hörig oder selbst schuld.

    Ich kann Nebenwirkungen ernst nehmen und trotzdem sagen: Nicht jede spätere Erkrankung ist automatisch ein Impfschaden.

    Und ich kann eine schonungslose Aufarbeitung fordern, ohne einen Tumor zur Pointe zu machen.

    Vielleicht wäre das die Lehre, die wir aus dieser Zeit ziehen müssten: Nicht weniger Streit, sondern besseren Streit. Harter Streit in der Sache. Aber keine Freude am Leid.

    Denn wer Krankheit zur Abrechnung benutzt, macht am Ende genau das, was er den anderen vorwirft: Er sieht keinen Menschen mehr. Nur noch ein Lager. Nur noch ein Symbol. Nur noch einen Anlass, recht behalten zu wollen.

    Ich möchte nicht so leben.

    Ich möchte kritisch bleiben. Ich möchte widersprechen dürfen. Ich möchte Irrtümer benennen. Aber ich möchte dabei Mensch bleiben.

    Gerade dann, wenn es schwerfällt.

    1. Lieber Patient0,
      Was für ein herausragender Text! Danke. Der sollte sich nicht in den Kommentaren verstecken, sondern als Artikel erscheinen.

    2. Ich bin auch geimpft, OBWOHL ich wusste (aus dem größten medizinischen Fachjournal der Welt „The Lancet“, dass die „Impfung“ gar keine ist und „geimpfte“ gar nicht vor Ansteckung schützen.
      Das war von Anfang an bekannt !Es wurde wissentlich und absichtlich darüber gelogen !
      Das einzige, was die Impfung laut der kurzfristigen Studien versprach war, schwere Verläufe zu verhindern oder weniger schwer zu machen. Sonst nix.

      1. Und nicht mal das stimmte. Tatsächlich wurden mit der experimentellen modRNA-Technik ein riesiger Menschenversuch gemach, an dem heute Millionen weltweit leiden, ohne die Ursache zu kennen, weil die immer noch einTabu ist. Und das ohne Not, denn ohne Covid herunterzuspielen, war es eben nicht einmal im Ansatz die „tödliche Seuche“, als die es uns verkauft wurde.

      2. Wenn Sie wussten, daß die Spritze nicht wirkt wie beworben, warum haben Sie sich dann das gentechnische Präparat injizieren lassen? Springen Sie über jedes Stöckchen, welches man Ihnen hinhält? Hätten Sie und jeder andere der trotz begründeter Zweifel sich hat spritzen lassen, dies abgelehnt, wären sie nicht so weit mit ihrer Aktion gekommen. Statt murrend mitzumachen muss man NEIN sagen, sonst haben die Täter gewonnen. Denen ist egal ob man freiwillig mitmacht oder widerwillig. Hauptsache man folgt ihren Anweisungen.

    3. Vielen Dank für Ihren wirklich sehr gelungenen Beitrag! Zudem wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg bei Ihrem Kampf gegen die Krebserkrankung.

    4. Es tut mir sehr leid, dass Du krank bist. Ich hoffe sehr, Du wirst wieder ganz gesund!

      Niemand hat die Schäden verdient, die die Verbrecher mit ihrer Gentherapie verantworten, und von denen sie von vornherein wussten, dass sie und in welcher Dimension sie auftreten werden. Sie sind die Verbrecher.

      Dir wünsche ich gute Besserung!

    5. @n.b
      Vielen Dank für Ihren Post und ihre Offenheit!
      Sie haben vollkommen Recht.

      Ich wūnsche Ihnen von Herzen, dass Sie den Krebs überwinden.

  7. Sehr geehrter Herr De Lapuente, der letzte Absatz ihres Artikels zeigt: Sie haben offenkundig Herz, Verstand und Vernunft.

    Man kann das eine auch Empathie oder Mitgefühl nennen. Das andere betrifft die intellektuelle Fähigkeit, zu verstehen und logisch zu denken, um damit universelle Zusammenhänge der Wirklichkeit herstellen zu können, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen, die für alle Menschen gelten sollten, damit alle Menschen ein zufriedenstellendes Leben führen können. Man könnte das im weiteren Sinne als den Kantschen Imperativ bezeichnen:
    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

    Damit gehören Sie leider zu einer ganz kleinen Minderheit der Gesellschaft. Das war vor 2.000 Jahren so, es war im feudalen Mittelalter so und vor 100 Jahren. Im Dritten Reich nannte sie der Vorsitzende des VGH „Verräter“, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden daraus dann Widerstandskämpfer. Diese Menschen gibt es auch heute und es gibt sie in den USA, China, in Russland, Frankreich, Norwegen, Italien, GB, im Iran und in Deutschland.

    Die Mehrheit der Gesellschaft ist leider anders gestrickt. Die einen haben noch nie etwas von Kant gehört, andere wissen nicht, was Empathie ist oder verstehen den Inhalt nicht oder nicht mehr, weil die Sätze zu lang sind. Wenn es um die Ökonomie geht, die das materielle Leben bestimmt, zitiere ich diesen indischen Rechtsanwalt: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.“ Was für ein genialer Satz.

    Die Gier aber ist maß- und grenzenlos. Auch das war leider schon vor 2.000 Jahren so.

    Der geniale Kabarettist Volker Pispers brachte das tragische Dilemma der real existierenden Demokratie einmal folgendermaßen auf den Punkt: Es findet sich in der Demokratie offenkundig keine Mehrheit für eine Politik, von der 90 Prozent der Gesellschaft profitieren und die 10 Prozent, die inzwischen im Reichtum und Luxus leben, nicht ärmer werden.

    Wenn es für die Mehrheit ökonomisch nich mehr bergauf oder bergab geht und sie Angst vor der Zukunft hat, dann wählt die Mehrheit aber ganz offenkundig keine Politiker, die die Oligarchen, Plutokraten und „Superreichen“ in die Schranken weist. Immer mehr Menschen wählen eine „Alternative“, die in dem einen oder anderen Punkt die etablierten Parteien und die Regierung zurecht kritisiert. Was die Ökonomie und das soziale „Gedöns“ (Gerhard Schröder, SPD) angeht, ist das aber eine zutiefst neoliberale Partei. Hinter dem Neoliberalismus steht der Sozialdarwinismus: Nach unten treten und nach oben buckeln, und da wären wir dann beim „Untertan“ von Heinrich Mann, dieser genialen Charakterstudie über den typischen Deutschen des Kaiserreiches. Der Roman erschien vor über 100 Jahren und wer kann sich daran erinnern?

    1. Als ehemaliger Insasse der DDR habe ich früh gelernt, das es drei Methoden gibt, um mit dem Schwachsinn der Diktatur umzugehen.
      1. Mitmachen, mit der Herde mitblöken und sein Gewissen, sofern vorhanden, in den Tiefschlaf versetzen.
      2. Totaler Widerstand und die Konsequenzen, von sozialer Ausgrenzung, Zerstörung der Existenz, Inhaftierung….auf sich nehmen.
      3. So tun, als ob. Formal zustimmen, aber nie mitmachen. Das erfordert einen gewissen Schwejk‘ schen Stil. Und die Fähigkeit, die Mitläufer und Systemlinge als das zu sehen, was sie sind….
      Was „St.Corona“, die Schutzheilige der Geldwechsler, betrifft, sollte man sich fragen, wozu diente diese Inszenierung? Was sollte damit erreicht werden? Das ist wichtiger als jeden Opportunisten, Blockwart und Denunzianten zu demaskieren…

  8. > Vergessen – und etwas Gelassenheit
    das hoert sich ja gut an, aber
    wuerde man das auch bei andern, npch schlimmeren verbrechen gegen die menschlichkeit fordern?

    dagegen ist „haeme“ vielleicht doch zumindstens verstaendlich.

    1. Angesichts der Dimension der Verbrechen und der Vielzahl an Lügen, ist für mich derzeit Verzeihen oder Vergessen unmöglich. Zumal das Ganze ja nur ein Symptom unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems ist. Bei einer ehrlichen Aufarbeitung bestünde zumindest theoretisch die Möglichkeit über den kapitalistischen Tellerrand hinauszuschauen. Alles unter den Tisch zu kehren mit der Einsicht, wir wollen doch nicht so werden wie die, ist aus meiner Sicht nicht zielführend.
      Es geht eher um die Frage, wieviel innere Spannung man aushält, oder wie harmoniebedürftig man ist.
      Neuestes Beispiel der Verlogenheit: der Spiegel schreibt, dass jährlich 64 Milliarden für die Folgen von „Long Covid“ ausgegeben werden müssen. Genau das hatten viele Leute schon vor Beginn der Impfkampagne so befürchtet.
      Na? Steigt der Puls?

  9. Angesichts der Dimension der Verbrechen und der Vielzahl an Lügen, ist für mich derzeit Verzeihen oder Vergessen unmöglich. Zumal das Ganze ja nur ein Symptom unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems ist. Bei einer ehrlichen Aufarbeitung bestünde zumindest theoretisch die Möglichkeit über den kapitalistischen Tellerrand hinauszuschauen. Alles unter den Tisch zu kehren mit der Einsicht, wir wollen doch nicht so werden wie die, ist aus meiner Sicht nicht zielführend.
    Es geht eher um die Frage, wieviel innere Spannung man aushält, oder wie harmoniebedürftig man ist.
    Neuestes Beispiel der Verlogenheit: der Spiegel schreibt, dass jährlich 64 Milliarden für die Folgen von „Long Covid“ ausgegeben werden müssen. Genau das hatten viele Leute schon vor Beginn der Impfkampagne so befürchtet.
    Na? Steigt der Puls?

  10. Dieser Artikel tangiert einen persönlichen Fragenkomplex, der sich durch meine berufliche Tätigkeit ergab.
    Ich bin Pflegefachkraft mit 43 Berufsjahren, zwei Berufsausbildungen in dem Bereich und etliche Zusatzqualifikationen, von denen eine die Palliativpflege ist. Ich habe mehrere Jahre im Hospiz gearbeitet.
    Der vom Autor angeschnittene Komplex ist kompliziert.
    Wenn man mit Menschen kommuniziert, denen das Lebensende klar und bewusst vor Augen steht, kann man seltsame Dinge erleben. In einem Fall hatte ich die Finalpflege eines Mannes, an dessen linker Achsel die Blutgruppe tätowiert war, der eine buchstäblich höllische Angst hatte, im Jenseits gerichtet und für seine Verbrechen gestraft zu werden.
    Seine letzten Tage waren mit jener Furcht besetzt, die eine frühkindliche katholische Impfung bei entsprechendem Elternhaus hervorrufen kann, essentiell, Seelenqual.
    Der Mann stand wirklich in Russland an den Massengräbern und hat sie gefüllt! Persönlich! ….und er hat erzählt, detailliert, Details, die besonders belasten…..
    Das hörte ich mir mehrere Wochen an, Bezugspflege, ein Mann, wenig männliches Personal, also mein Pflege…..
    Das hat mich auch zu Hause nicht los gelassen, habe mit meiner Frau, auch vom Fach, stundenlang diskutiert, über Grenzen des Berufes, Ethik und überhaupt, wie geht man damit um?
    Ich habe mir klar gemacht, das ich weder sein Ankläger noch sein Richter bin, sondern der Pfleger, dessen Pflicht es ist, sein möglichstes zu tun, damit der Mensch so friedlich und ruhig wie irgend möglich sein Leben beenden kann.
    Es gibt einen Punkt, wo man nur noch Mensch ist, sein muss.
    Da gingen auch viele meiner Pflegeschüler mit konform, dann berichtete ich Ihnen über einen analogen Fall, aus meiner Psychiatriezeit, in der ich einen Patienten pflegte, der zweidrittel seiner Lebenszeit geschlossen in der Forensik verbrachte, dann zu uns in die Geronto-Psychiatrie kam, da er keine Gefahr mehr dar stellte, weil pflegebedürftig.
    Die Akte war verschlossen, wir benötigten einen Gerichtsbeschluß, heraus kam, der Mann hatte sich an Kindern vergangen und mindestens zwei ermordet……da war dann das Reizthema…..schon damals haben sich Kolleginnen strikt geweigert, den Mann zu pflegen, dessen Schmerzen gönnten sie ihm, bei den Schülern ähnlich in der Diskussion, gegen die Todesstrafe war man zwar, aber bei Solchen….das Übliche eben…..
    Ich machte meinen Standpunkt dann immer klar:
    Da liegt ein hilfloser Mensch, gequält von Schmerzen, gequält von Angst, wir können helfen, lindern, erleichtern….
    Da wir Profis sind, wird aus dem „können“ ein „müssen“….so einfach ist das.
    Im übrigen, sagte ich immer, ist es ein Gefühl des Anstands, von mir aus auch nur des „Was Du willst, das man Dir tu…..“,
    das man seinem Mitmenschen keine essentiellen, vernichtenden Krankheiten an den Hals wünscht oder darüber Genugtuung empfindet.
    Da hat der Autor völlig recht!

    1. Danke für Ihren Beitrag.
      Eben, man muss sich immer klar machen, ein Mensch ist immer mehr als das, was er verbrochen hat und aus den Nahtoderfahrungen weiß der, der es wissen möchte, dass der, der an der Schwelle des Todes steht, selbst sein schärfster Ankläger und Richter ist, denn dort erfährt er unmittelbar, wie jede seiner Taten, seien sie gut oder böse, auf den von dieser Tat betroffenen Menschen (und wahrscheinlich auch Tier und ‚Natur‘ im Allgemeinen) gewirkt und was sie an Qualen oder auch Freude verursacht hat.
      Jeder Mensch, der sich zu Grausamkeit, sei sie verbaler oder physischer Art, hinreißen lässt, beschädigt sich selbst.

  11. es wird eine Zeit kommen, in der man die mRNA-gedowngradeten von der Gesellschaft separieren MUSS um die Gesundheit der menschlichen Genetik zu erhalten – FaFo-Prinzip, andere sagen auch Karma dazu

    1. Bis diese Einsicht allgemein anerkannt sein wird, wird sich durch shedding und Körperflüssigkeitenaustausch die Spritze schon so weit ausgebreitet haben in der Bevölkerung, das es egal ist und die Menschheit mit den Folgen ihrer Dummheit wird leben müssen. Siehe Asbest, siehe Tabak rauchen, siehe Kunststoffe überall usw. usf. Trotz des vorhandenen Wissens über die Gefahren wird so lange geleugnet, klein geredet und vor sich her geschoben bis etwas unternommen wird, das es eigentlich auch egal ist.

  12. Als ehemaliger Insasse der DDR habe ich früh gelernt, das es drei Methoden gibt, um mit dem Schwachsinn der Diktatur umzugehen.
    1. Mitmachen, mit der Herde mitblöken und sein Gewissen, sofern vorhanden, in den Tiefschlaf versetzen.
    2. Totaler Widerstand und die Konsequenzen, von sozialer Ausgrenzung, Zerstörung der Existenz, Inhaftierung….auf sich nehmen.
    3. So tun, als ob. Formal zustimmen, aber nie mitmachen. Das erfordert einen gewissen Schwejk‘ schen Stil. Und die Fähigkeit, die Mitläufer und Systemlinge als das zu sehen, was sie sind….
    Was „St.Corona“, die Schutzheilige der Geldwechsler, betrifft, sollte man sich fragen, wozu diente diese Inszenierung? Was sollte damit erreicht werden? Das ist wichtiger als jeden Opportunisten, Blockwart und Denunzianten zu demaskieren…

  13. Am 29.04.2020 setzte in Deutschland die Maskenpflicht ein. Etwas das ich nie für möglich gehalten hätte. Dh am 27.04 konnte man noch ohne Maske einkaufen gehen, ab 29. nicht mehr. Inwiefern sich die Lage in diesen beiden Tagen geändert hatte, konnte mir niemand erklären. Ich betrat am 29. oder 30.4 dann einen Drogeriemarkt unmaskiert, weil ich zunächst gesagt hatte daß ich nicht mitmachen werde. Ich wurde von anderen, vor allem KundInnen (Frauen habe ich oft am militantesten erlebt) fast zusammengeschlagen. Daraufhin trug ich Maske, da ich nicht in der Verfassung war mir das regelmässig anzutun. Ich habe dann das Futter innen aus der Maske rausgeschnitten, da ich so besser atmen konnte und weniger Panik hatte, aber auch damit hatte ich einige Probleme und wurde aus Läden rausgeschmissen. Man sah leider von aussen daß das Futter rausgeschnitten war. Ich blieb dann auch ungespritzt, nachdem ich mich sorgfältigst über diese Injektionspräparate informiert hatte und wurde von Familienfeiern ausgeladen und/oder wüst beschimpft. Verzeihen kann ich das alles bis heute nicht, da ich ein nachtragender Mensch bin. Aber ich komme heute wieder im Leben klar und habe auf gewisse Art und Weise einen Haken an die Sache gemacht, auch wenn ich nicht verzeihen kann. Mit einigen in meiner Umgebung bin ich übereingekommen, daß das Thema eben ausgespart wird und das klappt ganz gut.
    Dennoch habe ich auch den widerlichsten Coronauten wie Niedecken, Schröder, Bosetti und Co nie eine Krebsdiagnose gewünscht. Damit würde ich mich ja auf das gleich gehässige Niveau begeben.
    Ich erinnere mal daran, daß es Vorschläge gab Unge“impfte“ von der medizinischen Versorgung abzuscheiden oder aus der Krankenkasse zu werfen.
    Ich sage mir heute einfach, daß die Leute ihre Gründe hatten, so zu reagieren wie sie eben reagiert haben. Vielleicht hatten sie tatsächlich Angst, vielleicht haben sie auch eine autoritäre oder faschistoide Ader.
    Ich habe ja auch Gründe für meine Reaktanz.
    Im Endeffekt bin ich froh, daß das alles passiert ist, denn paradoxerweise sind ja die Masken in dieser Zeit gefallen, obwohl sie real aufgesetzt würden.
    Ich werde deswegen künftige Krisen besser bewältigen können. Dafür bin ich dankbar.

  14. Wenn alle Menschen mehr Verstand, Empathie und Rücksicht walten liessen, und sich selbst nicht immer für den Nabel der Welt hielten, kämen wir mit einem Mindestmass an Gesetzen /Verboten aus.

  15. Aus den RKI-Files ist klar, dass die Pandemie-Maßnahmen von der Politik gewollt wurden, obwohl dem RKI klar war, dass die „Sklavenmasken“ keine Wirkung hatten. Von den Impfungen war bekannt, dass sie nur schaden und keinen Nutzen haben. Tests – witzlos.

    Ob es bei der Plandemie nur um Geld ging? Den Eindruck erwecken die Epstein-Files, wo die geplante Pandemie oft auftaucht. Aber warum wird dann eine Biowaffe als „Impfstoff“ verwendet?

    Auf jeden Fall steckt das NATO-Militär mit in der Pandemie. Aufklärern wie Reiner Füllmich oder Arno van Kessel (Niederlande) wurde übel mitgespielt. Van Kessel war monatelang in Einzelhaft im Gefängnis, Füllmich ist es immer noch. Da steckt der „Deep State“ tief mit drin.

    Auf jeden Fall wurden die Menschen übel gegeneinander aufgebracht, um Impfverweigerer an die Nadel zu bekommen. Und das war geplant und wurde geübt!

    Ich habe einiges an übler Behandlung erlebt und da reagiert man natürlich auch hämisch. Also: Manchen Fieslingen gönne ich ihre Giftspritze, obwohl mir klar ist, dass sie selbst Opfer einer böse ausgedachten Kampagne geworden sind. Was bei anderen Themen (z.B. Ukraine) ebenso ist.

    Aber es überwiegt natürlich das Mitleid mit den Kranken und den Angehörigen der Verstorbenen.

  16. Wir sprechen uns dann bei der nächsten “Pandemie”.

    Alle Corona-Gesetze sind noch in Kraft. Die Gain-of-Function-Forschung wird weiter betrieben. Die Massenmedien haben nichts geändert. Allein, die Zensurgesetze werden immer schärfer.

    Lieber Roberto, wir sprechen uns dann in der nächsten “Pandemie”. Bin gespannt, was Du dann zu denjenigen sagst, die wieder mitmachen. Mal schauen, ob es Dir dann auffällt, wo das Problem liegt.

    1. Werden wir. Ich lehne mich dagegen auf, nicht mehr menschlich sein zu sollen – das war auch mein Antrieb während jener Jahre.

  17. Vor dem Vergessen kommt das Verzeihen. Vor dem Verzeihen kommt das Entschuldigen. Vor dem Entschuldigen kommt das Eingestehen. Vor dem Eingestehen kommt das Einsehen.

    Wir sind nicht mal beim Einsehen bisher.

    1. Gut zusammengefaßt!

      Nur eine sprachliche Korrektur (auch weil dieser Fehler zur Gewohnheit geworden ist) sei mir gestattet:

      Man kann SICH nicht entschuldigen! Man kann nur als Schädiger den Geschädigten um Verzeihung/Entschuldigung BITTEN. Entschuldigen/Verzeihen ist dann das Privileg (nicht die Pflicht!) des Geschädigten.

      Aber die Arroganz der Schädiger ist ja leider grenzenlos. Allein Jens Spahns Buchtitel!:

      „Wir werden einander viel zu verzeihen haben“.

      Ich wüsste nicht, was er mir verzeihen sollte? Und umgekehrt hat er noch nicht mal seine Verbrechen eingesehen, geschweige denn dafür um Verzeihung gebeten…

    2. Vor dem Vergessen kommt das Verzeihen. Naja ehrlich gesagt fordert der Autor ja auch kein Vergessen, sondern eine Amnesie(nicht Amnestie!);)

  18. Kommetare verschwinden spurlos seit Beginn der Regelungen.
    Kann man vielleicht Fachleute daran setzen, ist die Müllabfuhr billiger?
    Das ist nicht gegen die Müllabfuhr gerichtet!

  19. Endlich kann ich wieder mit Freude und Gelassenheit Grönemeyer, BAP, die Ärzte, die Toten Hosen, Rage Against The Machine etc. hören, im Berghain tanzen und Chomsky lesen…

    Spaß beiseite: C war nun einmal eine De-Maskierung, insbesondere des Kulturbetriebs, und daran lässt sich nichts mehr ändern. Dennoch, gute Artikel und schönes Motto – wir alle setzen uns mit gewissen Unausweichlichkeiten auseinander, ob bewusst oder unbewusst.

  20. …und dann erklären sie nebenher Krank-heit zur Schuld………. Machte das die r.k. Kirche nicht jahrhundertelang ? Und us
    Evangelikale bis heute? Der Herr mache
    die Seinen reich und schön, und die Ande
    ren arm, hässlich und krank ?

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 3 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen