Heute noch Widerstand, morgen schon Gefolgschaft

Nie wieder ist jetzt
Stephan Sprinz, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Wird Deutschland ein Land im dauernden Widerstand gegen die AfD? Wohl eher nicht. Die, die heute gegen sie aufstehen, könnten morgen schon deren Unterstützer sein.

Sachsen-Anhalt ist ein geächtetes Land. Nun liest man, dass auch der Tourismus rückläufig sei – Reisen in dieses ostdeutsche Bundesland seien storniert worden. Vermutlich haben sich einige Hoteliers bei der Presse gemeldet und von Rückziehern berichtet – aber wie repräsentativ wäre das? Lassen wir das mal so stehen. Nichts Genaueres weiß man nicht. Was denn nun zutrifft oder nicht, dürfte ohnehin nicht von Belang sein. Schließlich geht es in erster Linie um die Ächtung Sachsen-Anhalts – es soll wissen, was es da angestellt hat bei der letzten Landtagswahl. Fast 44 Prozent hatten die AfD gewählt. Und da ist es recht und billig, dass der Rest der Republik diesen Leuten mal eine Ansage macht.

Daran muss nichts Wahres sein – nichts Nachvollziehbares. Zunächst mal ist das eine Kampagne, die Simulation eines medialen Widerstandes, ganz so wie seit bald drei Jahren eine allgemeine Ablehnung der Partei auf Deutschlands Straßen simuliert wird – wobei »simuliert« nun wirklich nicht ganz zutreffend ist. Choreographiert – das trifft es besser. Natürlich mögen viele Menschen in diesem Land diese Partei nicht – dafür kann man selbstverständlich auch Gründe finden. Die zentrale Frage war, seitdem es im Januar 2024 zu Demonstrationen gegen rechts kam – Aufhänger war der Correctiv-Bericht zur sogenannten »Potsdamer Konferenz«, die sich als nicht ganz zutreffend erwiesen –, ob dieser Protest überhaupt eine Massenbasis gefunden hätte, wenn steuergeldfinanzierte Nichtregierungsorganisationen sie nicht aufgegriffen und gesteuert hätten.

Wahlkampfhelfer Merz

Die Thesen zum gesteuerten Widerstand sind hinlänglich bekannt – da hat sich ein Sektor gebildet, der von der Regierung abhängig ist und der – indem er gegen eine Oppositionspartei protestiert – der Regierung willfährig zur Hand geht. Funktioniert hat diese Taktik, so muss man wohl sagen, nun wahrlich nicht. Sie und die Brandmauer haben die AfD sukzessive gestärkt; das Unauthentische der Proteste stach wohl vielen ins Auge. Ein Großteil der Bevölkerung spürte, dass da etwas nicht nur choreographiert, sondern auch inszeniert war – und noch immer ist. Und sieht man sich die aktuellen Proteste gegen die AfD an, bei denen auch Männer in sexy Hundemasken ihre politische Haltung herausbellen, dann fragt man sich schon, ob hier nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Muss man nun erwarten, dass diese Leute, die schon seit Jahren – und noch immer – gegen die AfD marschieren, im Dauerwiderstand bleiben? Auch dann, wenn die AfD früher oder später Teil einer Regierung wird? Darauf scheint auf den ersten Blick alles hinzudeuten, denn das politische Establishment von Union und Sozialdemokratie macht weiter wie zuvor – der Bundeskanzler geht medial auf Prince-Charming-Tour, was heißt: Er gibt sich kämpferisch, hadert ausnahmsweise mal nicht weinerlich mit seinem Schicksal als geschundener Regierungschef – ist aber dabei überheblich wie eh und je. Nun ja, keiner kann aus seiner Haut. Und es ist ja auch nicht so, dass dieser Friedrich Merz einst ein charmanter Liebling aller Schwiegermütter war. Er galt stets als abgehoben und wenig sympathisch, ein ziemlich speziell – anders gesagt: Merz blieb sich treu. Alles was gerade geschieht, spielt der AfD weiter in die Hände – die praktizierte Regierungspolitik ist der Geburtshelfer einer wachsenden AfD, sie macht sie zur Regierungsoption. Die Proteste auf der Straße ändern daran gar nichts. Sie sind das Feigenblatt eines Systems, in dem Widerworte längst berufsgefährdend sind – in dem Aufsässigkeit mit sozialer Ächtung gestraft wird, und der Kanzler sagt selbst auf seiner Prince-Charming-Tour, dass ihm »keiner mit Free Speech kommen müsse«, die sozialen Netzwerke gehören aus seiner Sicht reguliert.

Da war er wieder, der Wahlkampfhelfer Merz, der der AfD einige Prozentpunkte hinter dem Komma in den Warenkorb legt. Einfach nur, weil er so weitermacht, als sei kaum was gewesen. Merz bleibt auf Kurs – am Sonntag will er das Präsidium seiner Partei penetrieren. »Vertrauensfrage«: So hat man das den Medien vermittelt. Sein Motto lautet nun: Ganz oder gar nicht – treue Gefolgschaft oder Aus, Ende, Schluss. Wer nicht mit ihm ist, ist gegen ihn. Sollte es für ihn am Sonntag klappen, ändert es nichts daran, dass Merz politisch betrachtet ein toter Mann ist. Hoffen darf man nur, dass er sein politisches Ableben nicht dadurch retten möchte, das Ableben unserer jungen Leute zu organisieren. Schwache Regierungen haben einen Hang dazu, ihre Schwäche in Kampfhandlungen zu exportieren.

Heute noch dagegen, morgen schon dafür

Es gäbe da eine Vorstufe, die ist nicht ganz so dramatisch wie ein Krieg. Spannungsfall nennt sich diese Ausflucht. Der totale Notstand. Schwierig zu sagen, was in einem solchen Spannungsfall wie organisiert werden darf. Die Regierung hätte starken Einfluss auf Individuen und Wirtschaft, sie kann dann bis ins Private hinein das Leben der Betroffenen steuern – die Wehrpflicht wäre selbstverständlich sofort umzusetzen. Kann die Regierung Wahlen verzögern? Journalisten ins Handwerk pfuschen? Dazu findet sich auch nach langen Recherchen wenig Ergiebiges. Keiner weiß genau, was dann geschieht. Aber wir haben eines gelernt, als dieses Land 2020 in einen ersten Notstand ging: Zunächst mal wird ausprobiert, wie weit man gehen kann – wenn im Nachhinein die Justiz erklärt, dass da was nicht zulässig war, verneigen sich die Verantwortlichen demutsvoll – nicht zu tief, nur andeutungsweise – und machen einfach weiter. Die Tatsachen des Notstandes werden wohl während des Notstandes geschaffen. Womöglich erlaubte der Spannungsfall, dass Merz nicht mehr dauernd Wahlkampf für die Konkurrenz der AfD machen müsste, indem man in so einem Szenario ein Parteiverbot forciert – immerhin: die AfD gilt als russlandfreundlich, sie wäre damit Gefährderin, zum Schutz der Bevölkerung wäre dann ein Verbot unter ganz anderen Vorzeichen vorstellbar. (Unter Umständen ist die Medienkampagne, die die AfD dauernd als »Russlandknechte« tituliert, auch schon mit gewissen Kalkül eingefädelt worden.) Zerreißt der Spannungsfall das Land? Vielleicht – aber die Wehr, die dann im Inneren einsetzbar ist, könnte ja aushelfen. Spannend, dieser Spannungsfall.

Sollte die Zeit nicht mehr reichen, die AfD nun doch Machtoption werden – und das auch in anderen Bundesländern, nicht nur in Sachsen-Anhalt –, dann gäbe es doch immer noch die Straße, die diesen Schergen die Hölle heiß macht, oder nicht? Davon kann man nicht ausgehen, denn die neuen Herren werden die Vorfeldorganisationen, die besagten NGOs, nicht einfach abschaffen – zu verlockend ist das Angebot, sich nützliche Helfer bei der Formung und Prägung des kollektiven Denkapparates bei Laune zu halten. Bewusstseinsindustrie auf Steuerzahlerbasis: Da kann keine Partei kalt bleiben. Und eine Masse, die sich plump in jede Manipulationsfalle begibt, die man ihr vor der Nase aufstellt, scheint es ja zu geben. Das bewies der Corona-Komplex, das beweist der Umgang mit der Ukraine ebenso, wie all die NSDAP-Vergleiche der letzten Zeit. In diesem Lande sind die Prinzipien der Propaganda nicht allgemein bekannt – man glaubt, es gäbe sie nur in Bananenrepubliken oder sie würde von denen betrieben, die der Regierung und damit den Menschen schaden wollten.

Wenn die AfD das klug anstellt, wenn sie den Apparat, den die »Guten« ihr geschaffen haben in ihrem Wahn, Bürger erziehen zu wollen, dann wird sie als Regierungspartei eine Straße vorfinden, die ihr dienlich sein kann. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass es dieselben NGOs sein werden, die es heute gibt und dieselben Köpfe sein werden – dann vielleicht ohne Hundemaske –, die sich ihr verpflichtet fühlen. Das mag heute absurd klingen. Die Festigkeit politischer Überzeugungen wird jedoch gemeinhin überschätzt. Menschen hängen weitaus mehr an Milieus und Institutionen, an Arbeitsplätzen und gesellschaftlicher Anerkennung. Es geht schon heute nicht um Überzeugung, sondern darum, auf der richtigen Seite stehen zu wollen – wenn die Falschen auf der richtigen Seite stehen, dann will man eben das Falsche, aber aus der Warte der richtigen Positionierung. Das klingt paradoxer, als es in der Tat ist. Die politische Überzeugung, die sich seit einigen Jahren in regierungsnahen Protesten zeigt, ist eine Identität – kein überzeugtes Bekenntnis. Und wie wir wissen: Identitäten kann man abstreifen wie Socken.

Die richtige Seite als Identität

Diese in den Zeilen zuvor in Aussicht gestellte Wendung mag – entschuldigen Sie die Wiederholung – paradox anmuten. Einen Aspekt sollte man dabei allerdings berücksichtigen: Die Betroffenen müssen diese Wendung gar nicht als solche begreifen. Menschen richten sich ihre wechselnden Positionen und Ansichten fast immer so ein, dass sie es in ein gleichbleibendes Selbstbild einfügen können. Unanständiges von heute ist morgen schon eine Notwendigkeit, ohne dass man den Bruch überhaupt zur Kenntnis nehmen müsste. Beispiele hierfür gibt es genug. Erinnert sei nur mal an jene, die heute für Krieg werben, während sie gestern noch Verfechter pazifistischer Ansichten waren. Konfrontiert man sie mit dem Bruch, dann sehen sie den oftmals nicht – dabei hilfreich ist ein Narrativ, dass erklärt, warum man nicht gebrochen hat mit der früheren Position, sondern sie nur weiterentwickeln musste. Warum sollten die, die jetzt gegen die AfD, die »gegen rechts« sind, nicht morgen auch gratismutig darlegen können, dass sie jetzt zwar keine Probleme mehr mit dieser Partei haben, dass sie aber nicht abgerückt seien von ihrer Position, die sie schon immer vertraten? Irrationalität: Der Markenkern politischer Verrenkungen – es war nie anders.

Widersprechen sich Verhalten und Selbstbild, entsteht eine Spannung, die irgendwie beseitigt werden muss. Meist wird dafür nicht das Selbstbild geopfert. Wer sich gestern für mutig, anständig und demokratisch hielt, möchte es auch am nächsten Tag noch sein. Also verändert sich die Interpretation dessen, was mutig, anständig und demokratisch bedeuten könnte. Die kognitive Dissonanz funktioniert auf diese Weise. Der Mensch ist ein hochgradig anpassungsfähiges Wesen. Er kann in der Wüste und am Nordpol leben – und auch mental ist er flexibel aufgestellt. So wechselt er Seiten und bringt es fertig, den Seitenwechsel auszublenden – ja, genauer: er kann erklären, weswegen er auf derselben Seite steht wie einst, obgleich er es nicht mehr tut. Wenn sich die Peer-Group langsam umpositioniert – unter freundlicher Mithilfe prägender Vorfeldorganisationen –, dann passt sich der Einzelne schrittweise dem Umfeld an. Nur wenige werden monieren, dass das Verrat sei. Die große Masse bleibt formbar.

Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass eine Bundesrepublik, die tatsächlich in einer möglichen Zukunft von der AfD regiert wird, zu einem Brennpunkt wird – zu einem Land, in dem massiv gegen diese Regierung demonstriert wird. Am Ende möchten die, die nun schon jahrelang beweisen, dass sie gerne auf der richtigen Seite stehen, auch dann richtig positioniert sein, wenn es zu einem Machtwechsel kommt. Der Gratismut wird nicht verschwinden, wenn sich die politischen Verhältnisse ändern. Er wird sich lediglich eine neue Richtung suchen. Übrigens wird es diese Entwicklung auch andersherum geben.

Roberto De Lapuente

Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
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40 Kommentare

  1. Kognitive Dissonanz setzt immerhin gewisse kognitive Fähigkeiten voraus.
    Für die Mehrzahl derer, die ihren Seitenwechsel jederzeit gratismutig verklären zu können schon bewiesen haben und in ihrem nicht unwahrscheinlichen, beschriebenen Szenario noch beweisen werden, reicht es vollkommen aus, ihr Verhalten gewöhnlichen Opportunismus zu nennen.
    Also etwas, was hierzulande durchaus als seit Jahrzehnten gut eingeübte parteiübergreifende Grundhaltung, wenn nicht gar konstituierendes Charakteristikum von Demokratie hiesiger Provenienz auszumachen ist.

  2. Nein, dieser Widerstand ist nicht simuliert/inszeniert/choreografiert, er ist echt. Die Beutegemeinschaft organisiert und bezahlt ihn. Da sind echte Menschen mit physischer Kraft auf den Straßen. Angezündete Autos sind echt. Die Hammerbande war echt. Und wieviele davon gibt es noch? Gekaufte Loyalität hat aber Grenzen. Vor allem, weil das Vorfeld der böhsen Alternative den Charakter einer Graswurzelbewegung hat. Die Beendigung der Finanzierung des Widerstandes wird gewaltige Geldmittel freisetzen, so daß ein brutaler Doppeleffekt erwartet werden kann: Genickbruch für den gekauften Widerstand und sofortige Finanzierbarkeit für das Abstellen jedweder Mißstände. Wenn man sich überlegt, was 10.000 oder 100.000 Euro, die nicht an ein Vereinslokal der Antifa überwiesen werden, bei der materiellen und ideellen Sanierung eines Kindergartens oder einer Schule bewegen können. Und selbst in einem wirtschaftlich schwachen Bundesland wie SA sind das 3stellige Millionenbeträge jedes Jahr. Aber das dauert noch, der Wille zur Veränderung hat erst 43,8%.

    1. Der Gysi hat vor einiger Zeit mal den durchaus intelligenten Einwurf gebracht, dass das Einsparen einer Geldmenge bei Gruppe X überhaupt nicht dazu führt, dass dies Geldmenge dann für Y verfügbar gemacht wird.

      Auf Deutsch: Nur weil den Asylanten die Stütze gestrichen wird bedeutet nicht, dass die restlichen Sozialhilfeempfänger auch nur einen Euro mehr bekommen.

      Das ist übrigens eine Erkenntnis, die sich wie ein roter Faden durch die Politik zieht. Leider verstehen das die meisten nicht.

  3. Entscheidend für das Fallen der Brandmauer wird sein, wie sich die AfD zum Atlantizismus verhält. Das ist die Gretchenfrage. Alles andere ist weniger wichtig und wird akzeptiert werden. Wir gehören halt zum transatlantischen Regime, entsprechend zwingend ist das Bekenntnis zu den USA.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich ein AfD-Verteidigungsminister beim US-Kriegsminister ganz ähnlich verhält wie der aktuelle von der SPD. Von daher ist also überhaupt kein Problem zu erkennen. Ein Weiterso ist garantiert – auch mit AfD.

      1. Jetzt sind sogar Trump und Bibi Potentaten.
        Zugegebenermaßen aber Potentaten, mit denen sich unsere rechtsextreme Regierung susgezeichnet versteht. Die verkörpern anscheinend die gleichen Werte.

      1. In Bezug zum Russenhass und zu US-Hörigkeit gibt es halt einen Unterschied von Ost- und West-AfD. Aber zuletzt setzen sich ja immer die Wessis durch und es bleibt alles beim Alten. Da dürfte die nächste Spaltung der AfD bereits vorprogrammiert sein.

    1. garno: Eine deutsche Regierung die sich gegen die USA wendet, wird es ohne russische Hilfe
      nicht geben. Was allerdinhs nach dieser russischen Hilfe überhaupt noch von Deutschland
      übrig bleibt ist eine andere Sache. Was ohne diese Hilfe von einer Anti US-Regierung nach
      kurzer Zeit übrig bleibt, sieht man an Argentinien oder dem Irak, oder Lybien oder………

      1. Unmöglich ist es nicht – jetzt wo die Multipolarität langsam sichtbare Züge annimmt (die Türkei schaff es ja auch). Nur ist dafür erhebliche Staatskunst und Diplomatie erforderlich, was man von unseren Atlantiker-Lakeien nicht erwarten kann.

  4. Unser Land hat nur dann eine Zukunft, wenn wir alle Feindbilder möglichst schnell überwinden.

    Im Inneren führt das Feindbild AfD und die daraus resultierenden Aktivitäten, wie „Kampf gegen Rechts“, „Omas gegen Rechts“, … und die „Brandmauer“ zu einer tiefen Spaltung unserer Gesellschaft, die letztlich in Unregierbarkeit, vielleicht sogar Bürgerkrieg münden wird.

    Im Äußeren führt das immer fanatischer gepflegte Feindbild Russland (das bereits dazu geführt hat, dass mit deutscher Waffentechnik aus der Ukraine heraus Kampfdrohnen und Marschflugkörper nach Russland hinein geschossen werden)
    unweigerlich in den Krieg mit Russland, der angesichts der nuklearen Überlegenheit Russlands nur mit der Vernichtung Deutschlands enden kann.

    Es müssen alle Kräfte gebündelt werden, um die massiven Probleme im Inneren (Infrastruktur, Energie, massive Wirtschaftsprobleme, schwindende Bildung) anzugehen.
    Ebenso gilt es alle Kräfte zu bündeln, um einen Krieg mit Russland zu VERHINDERN und wieder normale diplomatische Beziehungen zu Russland herzustellen.

    Es ist eine Minute vor 12 !

      1. Tut mir Leid, aber das sind nun mal die Perspektiven bei einem Krieg mit Russland.
        Während des kalten Krieges wäre kein deutscher Politiker jemals auf die Idee gekommen, in Deutschland produzierte Kampfdrohnen oder Marschflugkörper aus einem Drittstaat heraus Richtung Kreml abfeuern zu lassen. Und dies aus gutem Grund.

        Heute gefallen sich unsere Regierungspolitiker in markigen größenwahnsinnigen Reden und Drohgebärden gegen Russland.
        Wie gefährlich die Lage inzwischen ist und was Deutschland dabei zu erwarten hat, das können sie z.B. aus den Interviews mit Deutschlands ehemals höchstem Nato-General a.d. Harald Kujat erfahren. Sie finden diese Interviews auf youtube.

        Die Alternative, die sich stellt, ist ganz einfach:
        Entweder im Frieden mit Russland leben, oder im Krieg mit Russland sterben.
        Wir können es uns aussuchen.
        Und Frieden mit Russland wäre relativ einfach zu haben, zumindest für Deutschland.
        Man müsste nur zurück, zu dem respektvollen Umgang Deutschlands mit Russland (Sowjetunion), den es während des gesamten kalten Krieges gab und auch noch danach, z.B. unter dem Kanzler Schröder.

        1. Respektvoller Umgang des Adenauer-Staates mit der Sowjetunion.

          Lach.

          Ich kann ja Wochenschauen von April 1945 nicht von solchen aus 1949 auseinanderhalten. zumindest nicht vom Tonfall her.

          1. Respekt heisst nicht, dass man das Gegenüber gut findet.
            Natürlich gab es jede Menge antikommunistische Propaganda.

            Aber es gab zumindest einen Respekt, wie gegenüber einem Grizzly Bär.
            Respekt vor der militärischen Stärke der UDSSR, ihrer Atomwaffen,
            so dass keine in Deutschland produzierten Waffen auf den Kreml abgeschosen wurden.
            Damals wusste man eben noch, dass man sich besser nicht mit einer Atommacht anlegt.
            Hiroshima und Nagasaki waren noch in Erinnerung,

            Deutschland hatte gegenüber der UDSSR 1945 kapituliert.
            Daran hat Adenauer nie gerüttelt.
            Und er reiste nach Moskau, wo er um die Freilassung der letzten
            deutschen Kriegsgefangenen gebeten hat.
            Ein Onkel von mir war unter diesen Spätheimkehrern.

        2. coroner: Leider muß ich ihnen bezüglich einer freien Wahl Deutschlands auf Frieden
          widersprechen. Was auch außerpolitisch und auch im gewissen Maße innenpolitisch
          in Deutschland geschieht, wird uns von den USA vorgegeben. Im kalten Krieg durften
          wir nicht gegen Russland agieren, weil die USA Angest vor einem Atomkrieg hatten,
          der ja durch die Kubakriese schon sehr nah war. Die Ammis schicken jetzt das westliche
          Europa gegen Russland vor, in der Hoffnung, dass sie auf ihrer „Insel“ nichts von einem
          Krieg mitbekommen. Viele US Millitärs wissen, dass das so nicht geschehen wird. Im
          Moment ist die US Regierung völlig entsetzt, dass Russland den Iranern mit Zieldaten
          und Waffen hilft. Daher wohl auch die Gespräche der CIA und mit Kuschner und Witkoff.
          Sie scheinen aber vergessen zu haben, dass sie das Gleiche seit 4 Jahren mit der Ukraine
          machen. Im Moment bekommen sie zwar nicht im eigenen Land, aber bei ihren wichtigen
          Basen zu spüren, was richtige Waffen anrichten können, die präziese gelenkt werden.
          Das gab es vorher noch nicht.

          1. @inninör:
            Jedes Land besitzt genau soviel Unabhängigkeit, wie sich seine Regierung getraut, sich heraus zu nehmen.
            Wenn eine Regierung wie die Deutsche, sich in vorauseilendem Gehorsam den USA vollkommen unterwirft, dann kann es natürlich keine Unabhängigkeit geben.

            Das Problem ist, dass alle unsere sog. „Eliten“ in Politik, Medien und Kultur durch die transatlantischen Denkschulen der USA gegangen sind und nicht die geringste Intention haben, eine eigenständige deutsche Politik zu machen.
            Ich erinnere mich da an eine Artikelserie der Nachdenkseiten: „Die Vereinnahmung der Eliten“.

            Meiner Einschätzung nach wäre eine Politik der Verständigung mit Russland möglich, würde auf jeden Fall Unterstützung aus Russland erfahren. Warum soll eine deutsche Regierung, die den Mut dazu besitzt, nicht eine ähnliche Politik machen können, wie unser Ex-Kanzler Schröder?

            Allerdings müsste man mit Reaktionen der Nato-„Verbündeten“ rechnen. Die haben uns schon einmal die Energie-Infrastruktur weggesprengt. Und das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, auch für zukünftige deutsche Regierungen. Es gäbe wohl auf jeden Fall harte Wirtschaftssanktionen.
            Solch ein Schritt in Richtung Souveränität und Unabhängigkeit/Neutralität würde jedenfalls auf härtesten Widerstand aller Nato-Staaten und der EU stoßen. Man würde dabei aber sehen, wo die wahren Feinde Deutschlands stehen. Allerdings hätte wohl keine unserer politischen Figuren den Willen und das Format, so etwas durchzustehen.

            Während des kalten Krieges gab es sog. bolckfreie Länder. Ob das heute, im Konflikt des Westens mit Russland und China auch möglich ist, ist eine hochinteressante Frage.
            Man wird es allerdings nie herausfinden, wenn man es nicht versucht.

        3. @Coroner

          Ich finde, dass Sie hier einen guten Artikel geschrieben haben.
          Die Lust am Feindbildaufbau ist kaum noch erträglich.

          Leider regnet es aber – bildlich gesprochen – nicht Hirn vom Himmel und auf die Köpfe derjenigen,
          die das besonders nötig hätten, schon gar nicht, sodass zu befürchten steht,
          dass es genau so weitergehen wird, wie es nicht weitergehen darf.

      2. @Theo Wenn man sich intensiver mit der deutschen Geschichte seit 1900 beschäftigt hat (und das sog. „Dritte Reich“ nicht als „Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte bezeichnet“ wie der AfD-Politiker Alexander Gauland), dann stellt sich irgendwann die Frage, wie es denn passieren konnte, dass am Ende der Demokratie der Weimarer Republik und 15 Jahre nach dem Ersten Weltkrieges 43,9 Prozent der deutschen Wähler ihren eigenen Diktator gewählt haben, obwohl es damals kritische Bürger gab: Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg, um dann 6 Jahre und ein paar Monate später den Zweiten Weltkrieg anzufangen, von 1939 bis 1945 Millionen Menschen zu ermorden und Deutschland in Schutt und Asche zu legen.

        Der Widerstand gegen das braune Regime war von 1933 bis 1945 zweifelsohne schwieriger, weil tödlicher als vor 1933. Der Blutrichter Roland Freisler war nicht der einzige braune Richter, der Pazifisten und Regimekritiker zum Tode verurteilt hat.

        Bleibt die Frage: Warum ist das demokratische Kind 👶 der Weimarer Republik in den Brunnen der Diktatur 🕳️ gefallen und könnte sich das wiederholen❓ Und meine Antwort ist inzwischen eindeutig: Ja, das könnte sich jederzeit wiederholen.

        Nach 1945 hatte nicht nur die Mehrheit der deutschen Bürger, auch die meisten Politiker hatten die Nase voll vom Krieg. Der erste Bundeswirtschaftsminister der BRD, ein CDU-Politiker (kleiner Gag), der den ökonomischen, sozialen und demokratischen Niedergang der Weimarer Republik miterlebt hatte, wollte in West-Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg „Wohlstand für Alle“ schaffen und ein Bundeskanzler der SPD mit dem Namen Willy Brandt 1970 „mehr Demokratie wagen“.

        2026 haben wir einen CDU-Kanzler Friedrich Merz, der vor rund 20 Jahren ein Buch veröffentlicht hat: „Mehr Kapitalismus wagen“. Dieser CDU-Kanzler „spart“ bei den Arbeitslosen, den Obdachlosen, den Geringverdienern, der Mittelschicht, den Rentnern, den Kranken, der öffentlichen Gesundheitsversorgung, den Behinderten, der Kultur, den Schulen, der Bildung usw. und macht einen riesigen Berg Schulden aka „Sondervermögen“, um die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas hochzurüsten.
        2026 haben wir einen SPD-Minister, der Deutschland „kriegstüchtig“ machen und mehr Krieg wagen will.
        2026 haben wir Journalisten der FAZ, die fragen, was man tun könne, um mehr Russen bzw. russische Soldaten zu töten.
        2026 werden in diesem „demokratischen Rechtstaat“ kritische Bürger wie Hussein Doğru ohne offizielle Anklage, ohne öffentliche Verhandlung und ohne rechtskäftiges Urteil par ordre de mufti via EU-Dekret wie im Mittelalter für vogelfrei erklärt, um sie mundtot zu machen. Das wäre vor 20, 30 und 50 Jahren in diesem Land unvorstellbar gewesen.

        Und wo ist nun 2026 der breite Widerstand gegen diese demokratiefeindliche, asoziale und „kriegstüchtige“ Politik, wenn man einmal von einzelnen kritischen Stimmen wie Patrik Baab, Sarah Wagenknecht, Fabio De Masi, Daniele Ganser, Jonas Tögel, Sevim Dağdelen, Oskar Lafontaine, Harald Kujat, Gabriele Krone-Schmalz, Klaus von Dohnanyi und ein paar anderen absieht?

        Mehr Namen fallen mir nämlich spontan nicht ein und ein paar davon sind schon über 70 bzw. 80 Jahre alt. Sogar die meisten Kabarettisten machen einen großen Bogen um den Ukraine-Krieg und die Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen. Die Ausnahme wäre Lisa Fitz, aber auch die ist schon über 70 Jahre alt.

        Demgegenüber steht eine Heerschar opportunistischer Journalisten und nato-olivgrüner Kriegstreiber von der ARD über BILD, FAZ, RTL, SZ bis zum ZETT-DE-EFF und „kriegstüchtiger“ Politiker bei FDP, SPD, den Grünen und der CDU/CSU.

        1. Wahre Worte!
          Vielen Dank.

          Während unsere Regierungsparteien die AfD als Schreckensbild aufbauen,
          betreiben sie selbst hinter dem vorgehaltenen Schreckensbild den Abbau
          unserer demokratischen Rechte, die Demontage des Rechtsstaats, plündern die Bevölkerung finanziell aus und treiben uns erneut in einen Krieg mit Russland.

          Damit will ich nicht für die AfD sprechen, aber ich sehe in den Regierungsparteien derzeit die größere Gefahr.
          Die Veranstaltung der ESN im EU Parlament mit Frau Mendel war jedenfalls ein Lictblick.
          https://www.youtube.com/watch?v=CDK6VVZaf18

  5. Die, die heute gegen sie aufstehen, könnten morgen schon deren Unterstützer sein.

    Ui, das kommt mir bekannt vor, klingt nach Corona: „Die, die heute Masken tragen und Hände waschen, könnten morgen schon ansteckend sein.“ Dazu zwei Fragen: 1) Wo geht es zur AFD-Impfung, bitte? 2) Sind Diskursunfähigkeit und »Spannungsfall« demokratische Kollateralschäden?

    Hier mal ein paar (nicht ganz ernst gemeinte) Antithesen zum Artikel:

    Nun liest man, dass auch der Tourismus rückläufig sei

    Weil der Sprit so teuer ist, dass inzwischen auch Sachsen-Anhalt mit dem Auto unerreichbar ist, nicht nur die Algarve.

    Sachsen-Anhalt ist ein geächtetes Land.

    Bei manchen ist es ein geachtetes Land. Manchmal machen zwei Punkte den Unterschied, manchmal die »Perspektive«.

    Choreographiert – das trifft es besser.

    Das ist richtig diagnostiziert. Woran liegt es? Wird in diesem Land zu wenig getanzt und zu viel marschiert? Vielleicht?

    …ob hier nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt.

    Es gibt die verbreitete Ansicht, dass das bei jedem männlichen Säugetier so sei, aber niemand würde das als „Analyse“ oder „wissenschaftlich begründet“ bezeichnen.

    dass ihm [Merz] »keiner mit Free Speech kommen müsse«

    Da hat Merz recht, es wird sehnlichst erwartet, dass das endlich auf ihn selbst angewendet wird. Es kann doch nicht sein, dass ein eingeblackrockter Bundeskanzler alles heraus plappert, was ihm innerhalb seines Bierdeckelhorizonts auf die Zunge fällt.

    ——–

    @RdL,
    jetzt mal ohne unernste Antithesen: Mit Ihrer »kognitiven Dissonanz« beschreiben Sie treffend das altbekannte „Frosch im langsam erhitzenden Kochtopf“-Phänomen. Eskalierender Massenprotest war hierzulande allerdings nie Volksport *, dazu braucht es schon gesellschaftliche Katastrophen in der Breite, bzw. in der „Mitte“. Aber auch woanders ist der Wendehals oder auch „psychisch selbstkonfektionierte Opportunist“ weit verbreitet.
    Also wäre nun nicht der Moment, sich genau anzusehen, was die AFD in Sachsen-Anhalt fabrizieren wird, und eine genaue Analyse der Fabrikate und deren Folgen abzuliefern, statt sich bei der »Inszenierung«, Show oder dem Gewese drumherum aufzuhalten?

    PS: Es freut mich, dass Sie sich des pochierten »B«-Wortes enthalten haben.

    * Bitte nicht mit Leipzig-1989 werfen.

  6. „Die, die heute gegen sie aufstehen, könnten morgen schon deren Unterstützer sein.“

    oder …
    Die, die heute gegen sie aufstehen, könnten morgen schon an der Ostfront verrecken?

    Wer Kriegsparteien unterstützt und keinen Widerstand leistet hat auch nichts BESSERES verdient.
    D. h. jetzt nicht er sollte die transatlantische AFD wählen sondern den Frieden als oberste Priorität sehen und danach handeln.

    1. Otto0815: Dann fage ich Sie doch einmal, wie wir denn einen Frieden erhalten können.
      Sie haben die Situation in der sich Deutschland deit 81 Jahren befindet wohl immer noch
      nicht verinnerlicht. Wir sind Kriegsverlierer und 100% ige Vasallen der USA. Die stationiert
      hier in Deutschland Angriffsatomwaffen und wir müssen !! das akzeptieren. Haben Sie gestern
      nicht gesehen wie Pistolius, wie auch schon alle unsere Politiker zuvor, vor den Ammit mit dem
      Schwanz gewedelt hat, als er die Vertäge für weitere Waffen von den Ammis unterschrieben hat.
      Der Herr Obergefreite macht einen Waffendeal. Als Kaufmann und Hauptgefreiter wäre ich bestimmt
      besser dafür geignet. Dann hääte man aber meine Hand zur Unterschrift führen müssen.

  7. Wir müssen einfach diese 1% zusammen mit ihrer Funktionselite und allen kapitalistischen Strukturen beseitigen, die Religionen loswerden und uns eine humane Geburtenregelung einfallen lassen.
    Dann, aber nur dann haben wir eine Chance.

  8. Selbst wenn die afd den Fachismus wieder einführte, müsste sie die Bevölkerung dazu nicht konditionieren… Corona hat gezeigt, dass alles dafür nötige in der Bevölkerungsmehrheit noch da ist!

  9. siehe die rot-grün infizierte NGO Campact, die „gefährliche Empörungsmedien“ wie die Nachdenkseiten an den Pranger stellt und zum Boycott aufruft

    ich verfolge nur noch mit Interesse, was in den USA abgeht (sowas wie No King rallies wären hier undenkbar – wohl ne Mentalitätsfrage von wegen der deutsche Untertan…)

  10. In Mecklenburg-Vorpommern kündigt sich der nächste AFD Sieg an. Für unsere „Christdemokraten“ sind 7-8 % vorausgesagt. Das liegt natürlich nicht daran daß ihre Politik unterirdisch schlecht ist, sondern an den blöden Wählern die es einfach nicht einsehen wollen. Natürlich werden die „nie wieder ist jetzt“ Brüller langsam verschwinden. 2020 als tatsächlich „nie wieder ist jetzt“ war, waren sie auch nicht da. Jede Kampagne verläuft sich irgendwann. Wo sind eigentlich die Fridays for future geblieben? Auch die Ommas gegen rechts werden ein neues Betätigungsfeld finden.
    Übrigens, wer eine rechtsradikale Regierung will, muß ich nicht die AFD wählen. Da gibt es eine große Auswahl.

  11. Der Totschläger „kognitive Dissonanz’ in allen Ehren, wunderbar – mit einem fürs einfache Volk unbekannten Fremdwort kann man ihm alles verkaufen, wie ja auch gerade Hybrides soooo en vogue ist. Des RdL’s Ansatz, um nicht Theorie wenn nicht gar mit der Vorsilbe ‚Verschwörungs‘ mag ja für ihn schlüssig sein. Aber auch Nebelwerfer sind schlüssig! Hat er ihn Italien alias Neu-Rom vergessen? Hieß es nicht neulich gerade, die längste Regierung seit gefühlt den Iden des März? Blondinen aller europäischen Länder vereinigt euch? Die Uschi, die Kaja, die Gianna und wie sie alle heißen mögen? In Hellas dereinst, wären das die Erinnyen gewesen, Medusa und die ihren. Vergessen was vorher war, die Salvinis, die Berlusconis etc. pp. Was haben die Premiums-Qualitätsmedien nicht nur hierzulande hergezogen, über diese rechtsextreme Brut. Und heuer? Über allen Wipfeln ist Ruh’! Nur noch Meloni, in Brüssel, in NYC-Eastriver, am Potomac, im Oval-Office – gefühlt überall freudigst begrüßt mit Bussi-Bussi, Gekichere, immer für einen scherzhaften Klapps zu haben. Nix mehr ‚Mussolini‘, nichts mehr ‚Faschismo‘. Wenn das mal nicht die Generalprobe sein dürfte für Gallia und Germanica, Espania nicht zu vergessen.

    Es erinnert sich ja auch niemand an den Frühling von vor 12 Jahren. Illustre Reisetätigkeit West nach Ost – was lange für unsere ‚üblichen Verdächtigen‘ nur ein Gähnen auslöste. Und dann – Biden als Vize, N(e)Uland als Vize-AM, Wester-Welle, Guido, selbst der Frühstücksdirektor aus unserer Pension zur schönen Aussicht – alle bewaffnet mit Cookie-Tüten auf dem MyDahn äh Maidan. Der damalige Bundespastor äh Bundespräse schon zwei Jahre zuvor mit Entsetzen sich distanziert vom Nebeneinanderseitzen auf Ehrentribünen vor fussballtretenden Buben. Ein bis kurz vor knapp hochgelobtes – wg. NSU et al – Mitglied des Hohen Hauses, brutalstmöglich vertrieben aus Amt und Partei. Weswegen? Wegen Bildchen halbnackter Buben, von einem kanadischen ‚Versandhandel‘ namens – man fasst es nicht – ‚Azov‘ (keine VT, Wiki-Wissen). Und nicht lange hinterher, der Skandal in eben diesem Kanada, gesichert Rechtsextremes aus dem Land der Schwarzen Erde. – mit Beifall überhäuft Annexion, auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Gleichen.

    Soll ich weitermachen? Denke, das reicht allmählich, oder! Die ganzen Nebengeräusche, die es sonst noch so zu vermelden gäbe aus dem gleichen Zeitraum, ‚Bürgerkriege‘ in Syrien – zum Ende ein Kopfabschneider vom 9/11-Kampfverband an des Bluthenkers Assad Stelle, klar, das mußte einfach mal sein. Libyen, diesem ‚Sausack Gaddafi‘ das Bajonett rücklings verpassen zu lassen um dann groß verlautbaren zu können „We came, we Saw, he died“, nun gut, war ja auch nur ein Probe für allerlei … und, und, und … Ja, hört das denn nie auf, Sieht nicht so aus. Allein in diesem Jahr – von Beginn an – wären wir nicht schwerhörig, eher wohl taub – wenn das nicht der
    Donald, sondern Zar Wlad gewesen wäre, der einen verhassten Nachbar einfach mal so kidnappt nebst Ehefrau. Und noch mal was von ihm gehört. Nö, stattdessen gab es andere Zeitvertreibe, Mädchenschulen platt machen, Religions- und Staatsführen Wegbomben … und, und, und … zum Zweiten.

    In einem Artikel von heute auf Counterpunch (USA) doch tatsächlich eine zwar nicht vollständige aber entsetzliche.Auflistung aller Heldentaten – bis hin zur willentlichen Zertrümmerung von Law&Order -höchstdemokratisch und rechtsstaatlich – im eigenen Land des Trumpelstilzes. Und, passiert da endlich mal was. Nö, wieso? (https://www.counterpunch.org/2026/09/17/osama-bin-laden-won/). Isses nich lustig? Ausgerechnet … Dass „er“ nicht gleich das ganze Weiße Haus abgerissen hat, damit er es nicht allzu weit zum nächsten Golfplatz in seinen letzten zwei Jahren? Nur zwei Jahre, der schafft es auch noch, dass der Kongress ihm zuliebe die geile US-Verfassung einplaniert.

    Nein, mit Verlaub Herr De Lapuente. Unser Problem mit den Blauen sollten wir tunlichst gleich mal vergessen. Viel schlimmer als es jetzt schon ist, kann’s gar nicht werden. Da gibt es bestimmt andere Entwicklungen, deren wir harren sollten. Schaun’mermal! Nicht nur in Meckpomm oder im Bärenland und in der Bärenstadt stehen Wahlen an. Warum aber es ausgerechnet im blau-weißen Todesstreifen demnächst Wahlen gibt, erschließt sich mir nicht so ganz. Sollte da nicht einmal diesem Hotzplotz der finale Prozess gemacht werden. Jetzt wo nicht nur der Milosevic sondern auch der Mladic das Zeitliche segnen durfte, sollte doch genug Platz sein rund um Den Haag.

  12. ….
    Das politische Establishment aus cdu/csU
    und sPD macht weiter wie zuvor, als ob nichts geschehen wäre . ….

    Am augenfälligsten ist das in Britannien:
    Völlig egal, wer dort regiert, ob „Konser – vative“ oder „Sozialdemokraten“ sie fah-
    ren die gleiche Politik. Absurder geht es nicht

  13. Erstmal verstehe ich das. Hier haben Nazis regiert und seither will man in D nichts sehen, was auch nur entfernt nach ihnen riecht. Sie haben jetzt Erfolge, wie in allen anderen europäischen Ländern auch. Nur ist da ein Unterschied: die schweizer und die französische Rechte sehen sich im Widerstand gegen die Nazis, traditionell. Aber deutsche Rechtsparteien eben nicht. Alle sind nach und nach ins Nazitum gekippt. Der Nichtnazi ist in D einfach nur ein Langweiler. Bei der AfD nicht? Man sieht sie eben nicht, weil ein Verbotsverfahren droht. Aber da sind sie schon. Was die von sich geben, wenn das Vwrfahren vom Tisch ist? Macht euch auf etwas gefasst.
    Sie punkten bei der Ukrainefrage und der Migration. Zurecht, wie ich zugeben muss. Und die kritische Presse ist inzwischen eindeutig rechts. Die Linke ist lammfromm.
    Die Brandmauer bewirkt, dass die AfD nie richtig angegriffen wird. Es wird Faschismus gebrüllt, aber was ist damit, dass die AfD wie alle Rechtspopulisten im Geld der Fossil- und Atomindustrie schwimmt? Dass sie knallharten Manchesterkapitalismus fordert? Und ja, dass sie die Stimmen der Coronaschwurbler mitnehmen will.
    Da war über Monate eine Gegendemo gegen ihren Parteitag in Erfurt geplant. Da aber war keiner und keine in der Lage, eine Rede zu halten und zu erklären, wieso man da ist. Argumentatives Totalversagen. Tja, dann gewinnt die AfD eben.

    1. […] Coronaschwurbler […]

      Argumentatives Totalversagen.

      q.e.d.
      Wer mit solcher Hartnäckigkeit Andersmeinende als Schwurbler abstempelt, ist ein argumentativer Totalversager.

      Tja, dann gewinnt die AfD eben.

      Genau. Und die Arthur_Cs dieser Welt begreifen ihren eigenen Beitrag dazu nicht. Die sich so selbst sehenden „Guten“ sind in Wirklichkeit nur die Selbstgerechten.

  14. Ich kenne ein spannendes Buch: Klaus Mann: „Mephisto“

    Ich sehe durchaus Parallelen – vieleicht sehe nur ich das so, kann sein, vieleicht auch Andere (das wäre wünschenswert).

    Der Autor schreibt:

    „`
    Ich bin genötigt feierlich zu erklären: Mir lag _nicht_ daran, die Geschichte eines bestimmten Menchen zu erzählen, als ich „Mepisto, Roman einer Karriere“ schrieb. Mir lag daran, einen _Typus_ darzustellen und mit ihm die verschiedenen Milieus (mein Roman spielt keineswegs nur im „braunen“), die soziologischen und geistigen Voraussetzungen, die einen solchen Aufstieg erst möglich machten … Mein Mephisto ist nicht dieser oder jener. In ihm fließen vielerlei „Züge“ zusammen. Hier handelt es sich um kein „Portrait“, sondern um einen symbolischen Typus – der Leser wird beurteilen, ob auch um einen lebensvollen, dichterisch geschauten und gestalteten Menschen
    „`

    1. @ efem- gut getroffen!
      Der Teufel gewinnt an Macht, wenn es an das Eingemachte geht! Der Mensch kann noch so tolerant, sozial und offen für alles und jeden sein aber sobald auf der Abrechnung erkennbar wird. “ du musst bezahlen ,Verzichten und teilen, negatives aushalten und trotzdem solidarisch sein ist es vorbei mit all dem guten Willen. Der größte Teufel ist und bleibt Gier , gepaart mit Egoismus!

  15. Eine, wie ich finde, treffende Beschreibung des deutschen (Un-)Gutmenschen, Super(doppel)moralisten und opportunistischen Spießers mit Gratismut. So wie es beschrieben wird, wird es kommen. Da werden die Haltungen und Identitäten, die nur modische Posen sind, einfach gewechselt, wie (hoffentlich😁) die Unterhosen. Hinterher, wenn es das diesmal gibt, wird man wieder von nichts gewusst haben, von Teufel verführt worden sein und überhaupt nur Opfer gewesen sein – und natürlich schon immer „gegen was auch immer“ gewesen sein. Die Mehrheit ist leider formbar, nur eine Minderheit sieht.

  16. „Reisen in dieses ostdeutsche Bundesland seien storniert worden. “

    Dabei ist es doch gerade interessant, dieses Land zu besuchen, die Stimmung wahrzunehmen, mit Leuten zu diskutieren die es wagen sich gegen den herrschaftlich medial vorgegebenen Trend zu stellen.

    Mein nächste Reise geht nach Magdeburg. Ein Hotelier mit Stornierungen möge sich gerne melden. (Man könnte ja etwas über den Preis reden 😉 )

  17. 1989 wurde für diese Leute, die ihre „Identität“ damals um 180 Grad gewendet hatten, der Begriff „Wendehälse“ geprägt.
    Er ist nach wie vor hochaktuell, weil Menschen sich in Punkto Anpassungsfähigkeit nicht ändern, wie der Autor treffend beschrieben hat.

  18. Die Geschichte zeigt . . .

    . . . was aus solchen Parolen wird, wenn es um’s Überleben geht !
    Die Arbeiter der ehemaligen Autobauer werden brav ihre „unnützen LEOPARD 2/8“ zusammenschrauben.
    Ärzte und Pflegepersonal werden sich in den „Dienst der Sache“ stellen . . .
    Die Gesellschaft, also das Volk, wird Zähne knirschend mitmachen und das Maul halten, immer in der Hoffnung, es wird nicht so schlimm werden, weil auch „DUMMKÖPFE“ einsichtig sein könnten !

    Nur wer diese KRIEGSGEILEN-PARTEIEN gewählt hat, wird einen Teufel tun und etwas unternehmen.
    GÖTZ ALY schrieb in seinem letzten Buch :
    “ Allein dagegen zu sein reicht nicht . . . !“

    Es wäre zu überlegen, ob ein Generalstreik diesen Wahnsinn noch aufhalten kann !

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