German Propaganda

Toskana
Martin Falbisoner, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was in Deutschland als Kampf gegen russische Propaganda gilt, sieht man im Ausland mitunter ganz anders: als deutsche Propaganda.

Ich heiße Valeri Schiller und ich habe drei Kinder – und die Jüngste ist gerade ein Jahr alt. Da ich noch nie Elternzeit genommen hatte, dachte ich, ich sollte die Gelegenheit nun doch mal nutzen. Ich fragte also meinen Arbeitgeber. Und er sagte ja – so nahm ich mir zwei Monate Zeit für die Familie.

Zwei Monate. Ganze zwei Monate. Wir beschlossen, davon mindestens fünf Wochen in Italien zu verbringen. Geplant – getan.

Wir fuhren mit dem Auto von Berlin nach Italien, in die Gegend zwischen der Emilia-Romagna und der Toskana. Durch die wunderschönen Berglandschaften der Schweiz, über den San-Bernardino-Pass. Es war großartig.

Klare Luft, Berge – und vor allem eine Landschaft, die kaum weiter von Politik entfernt sein konnte. Genau das, was meine Frau mir als jemandem verschrieben hatte, der viel zu viel mit Nachrichten arbeitet. Fünf Wochen lang war ich immer wieder am Meer, an idyllischen Bergflüssen – und natürlich auch beim Angeln.

Russen sind auch nur Italiener

Eines Tages kam ich beim Angeln mit einem Einheimischen ins Gespräch. Wir unterhielten uns über das Leben, dies und das eben. Ziemlich schnell kamen wir allerdings vom Angeln auf die Politik. Über den russisch-ukrainischen Konflikt und die Rolle des Westens daran. Und dass Deutschland wieder wie ein Musterschüler immer das Beste sein wollen, auch wenn es um Krieg geht.

Er erfuhr, dass ich in der Sowjetunion geboren wurde, und erzählte mir, dass er mehrmals in Russland gewesen sei, zuletzt 2011. Es habe ihm dort sehr gut gefallen.

Ich erklärte ihm, dass ich zur Hälfte Deutscher und zur Hälfte Russe bin und dass diese seltsame, aber zugleich sehr starke Verbindung zwischen Russland und Deutschland immer ein Teil von mir bleiben wird. Außerdem erzählte ich ihm, dass meine Frau Russin sei.

Über diese Nachricht freute er sich aus irgendeinem Grund ganz besonders.

Mit großer Begeisterung erzählte er mir von seinen linken politischen Ansichten, von seiner Sympathie für die Russen und davon, dass die Russen im Grunde Italiener seien – nur dass sie aus irgendeinem nicht mehr nachvollziehbaren Grund Russisch sprechen.

Als meine Frau dazukam, machte er ihr ausgiebig Komplimente, erzählte ihr von Russland und von diesem und jenem. Kurz gesagt: Die diplomatischen Beziehungen zwischen unserer Familie und Italien waren auf dem höchsten Niveau.

Nur eines fiel mir jedes Mal auf, wenn er mich sah: Sein Gesicht veränderte sich ein wenig. Eine leichte Stirnrunzeln erschien. Gegen Ende des Angelausflugs fragte ich ihn daher schließlich: Warum ziehst du eigentlich jedes Mal so ein finsteres Gesicht, wenn du mich siehst? Er antwortete ganz ruhig: Wir mögen die Deutschen hier nicht besonders. Aber das betrifft dich nicht. Du bist ja nur zur Hälfte Deutscher.

Herrliche Informationsabstinenz

Und dann sagte er ungefähr Folgendes: „Das italienische Volk liebt Russland, die Russen schätzt man auch sehr – und alles andere ist German Propaganda.

Damals nahm ich das mit Humor und diskutierte nicht weiter. Während dieser fünf Wochen vermied ich Nachrichten so gut es ging und schaute praktisch nicht in die sozialen Netzwerke. Und ich muss sagen: Es funktionierte erstaunlich gut. Eine regelrechte Informationsabstinenz ließ mich zur Ruhe kommen.

Offenbar kann man mehrere Wochen leben, ohne zu wissen, wer heute wen beschuldigt hat und welche diplomatische Brücke als Nächstes abgebrochen werden soll.

Doch Mitte August kehrte ich nach Berlin zurück. Und plötzlich holte mich die Realität wieder ein. Angesichts der erneuten Eskalation musste ich wieder an den Satz vom Angelausflug denken: German Propaganda.

Und heute (es ist der 1. September 2026) hörte ich bereits die nächste bemerkenswerte Geschichte: Offenbar sollen die Drohnen, die in der Gegend des Leipziger Flughafens gefunden wurden, russischer Herkunft gewesen sein. Die vollständigen Beweise dafür wurden der Öffentlichkeit jedoch nicht vorgelegt.

Nun wird erneut über die Schließung des Russischen Hauses in Berlin diskutiert. Wenn man unsere Politiker fragt, sollte es ohnehin schon seit Längerem geschlossen sein.

Bei mir entsteht zunehmend das ungute Gefühl, dass solche Geschichten, wie Drohnen am Leipziger Flughafen manchmal erstaunlich passend auftauchen – genau dann, wenn eine weitere Verschärfung des politischen Drucks erklärt werden müsste.

Dabei glauben viele Menschen diese Geschichte schlicht nicht. Ich übrigens auch nicht.

Es gibt auch andere Deutsche

Wie gesagt: Ich bin Vater von drei Kindern. Zwei von ihnen besitzen ebenfalls die russische Staatsbürgerschaft. Deshalb beobachte ich die aktuellen Entwicklungen immer aufmerksamer.

Und immer häufiger muss ich an die Worte einiger meiner russischsprachigen Bekannten denken, die mir schon vor einigen Jahren gesagt haben, sie fühlten sich im heutigen Deutschland ungefähr so, wie sich Juden im Deutschland des Jahres 1933 gefühlt hätten.

Damals habe ich natürlich geantwortet: „Ihr seid doch verrückt. So ist das überhaupt nicht. Ihr übertreibt, werdet zu emotional und geht mit euren Vergleichen viel zu weit.“

Heute kann ich das nicht mehr ganz so selbstbewusst sagen. Und vielleicht ist das Unangenehmste daran nicht einmal das, was gerade passiert. Das Unangenehmste ist der Gedanke daran, was später einmal in den Geschichtsbüchern stehen wird. Denn im Nachhinein ist Geschichte immer erstaunlich leicht zu verstehen. Wenn man das Ende bereits kennt, scheint plötzlich alles offensichtlich:

Hier war der Wendepunkt. Hier begann die Eskalation. Hier hätten die Menschen erkennen müssen, was gerade passiert. Nur gibt es ein Problem: Wir leben nicht am Ende eines Geschichtsbuches. Wir leben irgendwo in der Mitte eines Kapitels. Bei mir hinterlässt das das Gefühl, dass es am Ende wieder der deutsche Michel sein wird, der die ganze Wucht des Konflikts austragen muss.

PS: Und deswegen gehe ich mit meiner Familie morgen, am 4. September um 18:00 Uhr, auf die Demo vor dem Russischen Haus in Berlin. Wir wollen zeigen, dass es auch andere Deutsche gibt, die die Freundschaft mit Russland nicht leichtfertig aufs Spiel setzen wollen und die diese Eskalation und den zunehmenden Militarismus nicht unterstützen. Und dass wir kein Teil dieser German Propaganda sind.

Valeri Schiller

Valeri Schiller wurde 1975 in der Sowjetunion, auf dem Gebiet des heutigen Kasachstan, als Sohn eines Deutschen und einer Russin geboren. Mit dem Ende der Sowjetunion wanderte er gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland aus. Er studierte Audio Engineering und Digitalisierung in Köln und Berlin und wurde in den 2000er-Jahren mehrfach für seine kreative Arbeit ausgezeichnet, unter anderem 2006 mit dem Volkswagen Sound Foundation Preis. Seit 2015 ist er in der Medienbranche tätig – mit Schwerpunkt auf digitalen Formaten und Video. Seine Videoformate und Reportagen erscheinen regelmäßig in der deutschen Medienlandschaft.
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49 Kommentare

  1. VW Absatz:

    – China weg
    – Russland weg
    – USA weg
    – Italien …

    Nun baut man Panzer … und fragt nicht wieso, warum ….

    Am Ende fliegen Raketen … nicht erst nach 4 oder 5 Jahren Krieg. Nein. Die kommen zuerst und dann bleibt auch nichts mehr … es wird kein Krieg wie vorher sein.

    Aber was weiss ich schon …

    1. Immerhin sorgt man dafür, dass es den Aktionären der Volkswaffen AG bis zum bitteren Ende an nichts mangelt. Diese müssen nur noch darauf achten, dass sie den rechtzeitigen Absprung nicht verpassen, um sich in den Off-Shore-Paradiesen zu ihrem steueroptimierten Vermögen zu gesellen und das erneute Abschlachten in Europa aus genüsslicher Distanz betrachten zu können.

  2. Früher gab es schon »German Angst«, jetzt gibt es auch »German Propaganda«. Was soll’s, warum auch nicht.
    Kurz dachte ich, die armen Italiener werden auch immer weiter anglifiziert, doch dann wurde mir klar, dass wir den Altitalienern (sprich Lateinern oder Römern) auch ganz viele tolle Worte zu verdanken haben und noch vieles mehr.

    Also bleibe ich dabei, es gibt den internationalen Armleuchter und es gibt ihn überall. Und das ist nicht als Disneyfizierung gemeint.

    1. > Früher gab es schon »German Angst«, jetzt gibt es auch »German Propaganda«.

      German Angst, ja das waren noch Zeiten.

      Nach meiner Wahrnehmung gab es ab dem 2+4-Vertrag in den 90ern German Erwachen. 1999 dann die Teilnahmen am Kosovo-Angriffskrieg, 2001 am Afghanistan-Angriffskrieg. Als Putins Chodorkowski auf die Zehen trat, gab es wieder den German Kieker auf Russland. Immer deutlicher, als die Grünen anfingen gegen Gas zu sein und mit Abhängigkeit von Russland argumentierten.

      2008 dann German Dominanz gegen die Leistungsverweigerer im Euro. Besonders Griechenland, dessen demokratisch gewählt Regierung mittels Drohungen, die Staatspleite herbeizuführen, geknebelt und in die Knie gezwungen wurde. Souveränität? Kein Punkt, der verhandelt wird, wenn German Ich-sag-euch-wo’s-langgeht am Drücker ist.

      Die Siegeslaune nach dem Kiew-Putsch 2014 hielt nur kurz, weil sofort der Krim-Putsch folgte, dann das Referendum und der Anschluss an Russland. Die EU rächte sich mit den Krim-Sanktionen. Die Anti-Terroroperation und die acht Jahre Donbass-Angriffskrieg waren kein Problem, schließlich ging’s darum, die Nato-Verweigerer klein zu schießen.

      Russland konnte noch reden und mit Merkel telefonieren, aber Verhandlungen über gemeinsame Sicherheit wurden ausgeschlossen. Frankreich und Deutschland passte das nicht, aber – wie sag ich’s – die Freundschaft mit den USA wog schwerer.

      Zu Beginn des russischen Angriffskriegs gab’s dann mit Scholz noch etwas German Kleinmütigkeit, aber schon mit Baerbock, Habeck und schließlich Merz und Wadephul sind wir wieder bei German Großmannsucht und beginnender Großmäuligkeit angekommen, die der der Engländer oder Franzosen um fast nichts nachsteht.

      German Angst gibt’s erst wieder, nachdem uns die Zeitenwende wieder in die Katastrophe geführt hat.

  3. Und immer häufiger muss ich an die Worte einiger meiner russischsprachigen Bekannten denken, die mir schon vor einigen Jahren gesagt haben, sie fühlten sich im heutigen Deutschland ungefähr so, wie sich Juden im Deutschland des Jahres 1933 gefühlt hätten.

    Fr. Strack-Zimmermann hat dazu ja auch schon etwas kundgetan.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=155722
    So in etwa .. „Russen aus dem Land werfen und Vermögen einziehen“

    Nein, Kriegstreiber aus dem Land werfen!

    1. Die ukrainische Armee nimmt wirklich jeden. Sollen doch die Strack-Zimmermanns, Hofreiters, Merzens, Wadephuls usw. usf. doch mit gutem Beispiel voranmarschieren und dem Putin zeigen wo der Bartel den Most holt. Wollen sie nicht? Dann sollen sie still schweigen.

  4. Ich möchte darauf hinweisen das ich im beruflichen sowie privaten Umfeld von russischstämmigen /Deutschrussen erfahren habe die lediglich wegen ihrer Person als russischsprachige hier in der BRD diskriminiert wurden.

    Dabei bräuchte man das alles nicht und wir hätten alle genug Arbeit, Energie und weniger Probleme.

    Das ist alles reine Manipulation.

    Ich hätte damals in der Schule Niemals gedacht das der Untertan zeitlich wieder aktuell sein wird.

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/heinrich-manns-roman-der-untertan-nach-oben-buckeln-nach-100.html

    In Deutschland 2026…

    Aber es erklärt vieles.

    Gott sei Dank kann man dieses Land verlassen….

    Nach einer Ausbildung, abgeschlossenen Studium, etc…

    1. Danke für das Beispiel der beschriebenen German Propaganda.

      Ich habe ebenfalls Freunde im Ausland (Slowakei, Schweden, Argentinien). Und die bestätigen die Aussagen des Autoren. Schon seltsam, nicht wahr? Wie gut, dass Sie in Ihrer deutschen Blase so etwas nicht mitbekommen (oder bewusst ignorieren).

  5. Es tut mir Leid, dass Russen hier allgemein verteufelt werden. Ich habe während meiner Zeit in Russland (1989 Moskau und Wolgograd, 2016 Kaliningrad, Pankow, St. Petersburg, Tower, Moskau und Smolensk) keine Aversionen von Russen gegenüber Deutschen erlebt.

    1. Ich auch nicht, wobei ich vermute, dass das jetzt vorbei ist.

      Ilja Ehrenburg, jüdischer sowjetischer Schriftsteller und im Krieg propagandistisch und journalistisch tätig, beschrieb in seinen Memoiren, dass mit dem Beginn des Krieges bei den sowjetischen Soldaten die Phantasie herrschte, auf der anderen Seite kämpfen fehlgeleitete Klassenbrüder.

      Anders als die Mehrheit der Bundesbürger wissen die Russen, wie wir bei ihnen gehaust haben. Dass sie bereit waren, uns zu verzeihen und sogar der Wiederherstellung des einheitlichen Deutschlands zustimmten, ist geradezu ein Wunder aber wahrscheinlich ein großer politischer Fehler.
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihn wiederholen.

      1. Wenn es diesen Krieg wirklich geben sollte, und wenn von Deutschland dann noch etwas übrig sein sollte, dann wünsche ich mir, dass Russland mindestens 200 Jahre als Besatzungsmacht hierbleibt, denn wir sehen es ja, alle 80 – 100 Jahre kommt die N.-Brut wieder hoch…..
        Deutschland muss komplett entnazifiziert werden.

  6. Sehr interessanter Artikel.
    Ich habe ebenfalls den Eindruck, dass man im Ausland (Italien und Frankreich) über die fadenscheinig-paranoiden und allzu offensichtlich-einfältigen Manipulationsversuche der deutschen öffentlichen Meinung den Kopf schüttelt.
    Nicht, dass es solche Versuche dort nicht auch gäbe, aber die Leute nehmen es weniger ernst und sehen ihre Regierungen ohnehin kritischer.
    Hier dagegen reibt man sich noch erstaunt die Augen über die schamlose Art, wie man hier für dumm verkauft werden soll.
    Inzwischen sollte es auch der Unbedarfteste gemerkt haben, was hier läuft.

    1. Wundere mich aber schon, was die Eidgenossen und die AlpenOoost-Bewohner auf 3sat wie auch die Franzmänner auf arte alles. nicht nur hinzunehmen bereit sind von uns, den Hunnen, wie uns unsere ‚allerbesten Freunde‘ die Engländer liebkosend nennen. Nein, sie nehmen die teutonischen Verlautbarungen nicht nur gerne hin, sie verinnerlichen sie auch und verlautbaren sie selbst in ihren news-Sendungen, übertragen sie auch noch gleich auf ihre Kreuzlmacherei, pro Kickl und Marine in vorauseilendem Gehorsam. Donnerlütt!

    2. Ich habe ernsthafte Zweifel daran, dass der durchschnittliche Franzose oder Italiener über die anti-russischen Manipulationsversuche der deutschen Medien Bescheid weiss oder sich dafür interessiert. Ich weiss jedenfalls nicht, ob die italienischen MSM genauso manipulativ sind wie Deutschen, dazu müsste ich ja zumindest schon mal Italienisch beherrschen.

      Und ich habe auch ernsthafte Zweifel, ob alle oder die meisten Italiener ticken wie der Herr aus dem Artikel. Welche Macht die Massenmedien über die Bevölkerung haben – egal in welchem Land – hat sich ja bei Corona gezeigt.

      Ich bezweifle ebenso, dass der durchschnittliche Deutsche etwas gegen den durchschnittlichen Russen hat. Aber die Propaganda bewirkt natürlich, dass viele sich nicht mehr trauen, etwas Positives über Russland zu sagen. Vor 5 Jahren trauten sich auch viele nicht, das offizielle Corona-ist-ein-Horrovirus-Narrativ anzuzweifeln. Angeblich sollen jetzt 56% aller Deutschen Russland als Bedrohung empfinden. Auch diese Zahl zweifle ich an. Heutzutage ist es nicht schick, als Putinversteher zu gelten, da hält man sich lieber zurück.

      1. Ich bin Deutscher und lebe – mit einer Unterbrechung von sechs Jahren – seit 2008 in Italien. Italienische MSM lügen/lassen weg/verdrehen – wenn man es es überhaupt so pauschal sagen kann – m.E. etwas weniger dreist als deutsche, es gibt große Zeitungen, die regelmäßig nicht nur eine Sicht darstellen. Das liegt m.E. vor allem an zwei Dingen: ich habe von Italien aus (und also nur in deutschen online-Medien) ab 2010 und besonders krass dann ab 2014 hinsichtlich Ukraine/Russland eine Hinwendung zu beinahe totaler medialer Einseitigkeit erlebt. In Italien dagegen konnte (und kann man) man noch sehr viel länger Artikel lesen, die der russischen Sicht der Dinge einen gewissen – manchmal großen – Raum lassen. Italiener konnten sich daher sehr viel länger ohne die typischen Propaganda-Wirkungen eine Meinung bilden und würden allzu plumpe Steuerungsversuche wohl ablehnen.

        Der zweite Grund – und dies konnte man in für mich unglaublicher Weise während Corona sehen, wo es viele, viele „Impf-Verweigerer“ in meiner italienischen Nachbarschaft gab – liegt in der Tasache, dass Italiener sehr viel mehr als Deutsche sich über den Familienverband definieren, weniger als durch Regeln definierte Gesellschaft und seit jeher – in krassem Gegensatz zum „Deutschen“ (wieder ein schlimme Verallgemeinerung) ihren Regierungen und überhaupt jeder „Staatsgewalt“ – und spätestens seit Berlusconi auch den Medien – nicht sehr weit über den Weg trauen (dass sie trotzdem praktisch 24 Stunden am Tag den Fernseher laufen lassen und Sätze haüfig mit „la TV ha detto…“ beginnen, zeigt nur, dass auch Italiener oft widersprüchliche Menschen sind).
        Zwar kann man auch hier bisweilen regelkonforme Uniformität entdecken (z.B. wurde das Rauchverbot in Kneipen unglaublich strikt durchgezogen), das hat aber meist dort seine Grenze, wo Menschlichkeit (auf Dauer) verletzt wird (und – sagen wir es offen: Italiener lieben es, Verbote zu umgehen, das scheint fast ein Sport zu sein. Nicht umsonst heißt es im Zug auf Deutsch: „Es ist verboten, sich aus dem Fenster zu lehnen“, auf Italienisch aber: „E pericoloso sporgersi“ – es ist gefährlich….).
        Hier (auch in kleinen Dörfern) laufen die Leute wie selbstverständlich mit Palästinenserschals herum und hängen (bisweilen) Sowjet- und Russlandflaggen aus den Fenstern, wobei ersteres auch mit einer feineren Wahrnehmung sowie mehr Anteilnahme und Verantwortungsbewusstsein für alle Schwächeren und letzteres mit dem seit immer schon sehr viel entspannteren Verhältnis zum Kommunismus (s. Don Camillo und Peppone) erklärt werden kann.

    3. @Rob

      Wenn man Macrons Aktivitäten gegen Russland betrachtet, dann fällt es schwer zu glauben, dass man im Ausland (Italien und Frankreich) über die fadenscheinig-paranoiden und allzu offensichtlich-einfältigen Manipulationsversuche der deutschen öffentlichen Meinung den Kopf schüttelt.

  7. „…sie fühlten sich im heutigen Deutschland ungefähr so, wie sich Juden im Deutschland des Jahres 1933 gefühlt hätten.“

    Wirklich, Herr Schiller? Oder fühlten sie sich vielleicht eher so wie die Deutschen in der Sowjetunion Ende der 1930er- und 1940er-Jahre?

    Jene Deutschen, die seit Generationen in Russland lebten, die mit dem Nationalsozialismus rein gar nichts zu tun hatten — und die vom stalinistischen Regime trotzdem präventiv und pauschal zu „inneren Feinden“ erklärt wurden. Jene Menschen, die Opfer der NKWD-Operationen wurden, ihre Heimat verloren und massenhaft in die kasachische Steppe deportiert wurden, wo schlichtes Überleben unter Aufsicht auf dem Programm stand. Eine Geschichte, die der Vergangenheit Ihrer eigenen Familie in Kasachstan vermutlich um einiges näher steht als das Jahr 1933.

    Es bleibt schließlich eine ganz eigene Absurdität: Viele dieser Spätaussiedler kamen genau deshalb nach Deutschland, weil ihre Vorfahren einst unter der Willkür Moskaus litten. Dass ausgerechnet heute manche von ihnen eine umso glühendere Loyalität zu ebenjenem Kreml an den Tag legen (der wohlgemerkt nicht in Kasachstan sitzt), verleiht der Sache eine doppelte Ironie.

    Und wer es schafft, einen ellenlangen Text über angeblichen „Russenhass“ zu verfassen, dabei aber mit keinem einzigen Wort erwähnt, dass genau dieses Russland seit Jahren einen blutigen Eroberungskrieg mitten in Europa führt — was erst recht zu den Spannungen führt —, der sollte ausgerechnet der „German Propaganda“ nicht die Lektionen erteilen wollen.

    Oder wie man in Ihrem geliebten Russland so schön sagt: „Вот чья бы корова мычала…“

    1. Ja, in den USA hat man einfach so Japaner interniert.

      Ausländer wurden in Deutschland damals einfach umgebracht!

      Voll schlimm was den Deutschen widerfahren ist.

      Aber so ist das mit Nazis.

      Feige, gegen Kinder, Frauen und Alte grosse Fresse, zu feige sich zu stellen und am Ende rumheulen das man bestraft wird, weil… Man ist ja Deutsch.

      Wie sagte mal ein klüger Mann. Moralisch Schwachs*nnige.

    2. Jene Deutschen, die seit Generationen in Russland lebten, die mit dem Nationalsozialismus rein gar nichts zu tun hatten — und die vom stalinistischen Regime trotzdem präventiv und pauschal zu „inneren Feinden“ erklärt wurden.

      Als Russland Deutscher, deren eigene Familie deportiert wurde, kann ich das so nicht stehen lassen. Diese Aussage ist historisch und juristisch unzutreffend. Weder der berüchtigte Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 „Über die Umsiedlung der Deutschen, die in den Wolgagebieten leben“, noch andere offizielle Regierungsdokumente jener Zeit enthielten den rechtlichen oder politischen Begriff „innerer Feind“ (внутренний враг) in Bezug auf die gesamte deutsche Volksgruppe. Im Originaltext des Erlasses vom 28. August 1941 wird der Begriff „innerer Feind“ an keiner Stelle verwendet. Stattdessen nutzte die Führung unter Stalin folgende Formulierung: Das Dokument behauptete, dass sich unter der Bevölkerung „Tausende und Zehntausende von Diversanten und Spionen“ befänden. Da die Bevölkerung dies nicht gemeldet habe, wurde der gesamten Volksgruppe vorgeworfen, sie „verberge in ihrer Mitte Feinde des sowjetischen Volkes und der Sowjetmacht“. Der Erlass definierte die Russlanddeutschen somit formal nicht selbst als die Feinde, sondern beschuldigte sie der kollektiven Mittäterschaft und Begünstigung („Verbergen von Feinden“). Dies ist ein feiner, aber juristisch entscheidender Unterschied in der Rhetorik des Staatsapparates.

      Es bleibt schließlich eine ganz eigene Absurdität: Viele dieser Spätaussiedler kamen genau deshalb nach Deutschland, weil ihre Vorfahren einst unter der Willkür Moskaus litten.

      Auch das ist eine höchst fragwürdige Spekulation. Als meine Familie nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Deutschland immigrierte, war das Leiden unter Willkür Moskaus zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen. Wie auch bei keiner anderen Deutschen Familien die wir kannten. Ich habe das überhaupt noch nie von einem Russlanddeutschen gehört, dass dies der Grund für Migration nach Deutschland gewesen ist. Die Deutschen wurden zu diesem Zeitpunkt schon längst rehabilitiert. Bereits in den 50ger Jahren wurden ihre Rechte weitestgehend und in den 60ger Jahren vollständig widerhergestellt. Die meisten von ihnen durchliefen danach einen Prozess der umfassenden Integration bis hin zu vollständigen Assimilation. Viele sprachen nicht einmal mehr Deutsch. Ende der 1980ger Anfang der 1990ger Jahre sprachen nur noch die wenigstens von Ihnen Deutsch, hauptsächlich nur noch die Opas und Omas wenn sie miteinander gestritten haben. Alle anderen unterschieden sich gar nicht mehr von den Russen, und ihre Deutsche Herkunft war für sie nicht mehr als reine Formalität.

      Für allermeisten, wenn nicht für Alle sogar, war der dominierende Grund für Migration die Flucht vor dem wirtschaftlichen Elend welches über die Trümmer der Sowjetunion in den 1990ger Jahren hereinbrach. Das Leben in Russland oder auch in Kasachstan in den 1990ger Jahren war eine Survival Challenge. Und darüber hinaus natürlich die verfügbare Gelegenheit. Es gab damals unter Helmut Kohl ein Rückführungsprogramm in dessen Rahmen Russland-Deutsche eine Gelegenheit bekamen dem Elend zu entkommen und in ein funktionierendes Land umzusiedeln, wo ihre Kinder eine Zukunftsperspektive hatten. Damals war Jeder Strohhalm der sich anbot dem Elend zu entkommen eine willkommene Gelegenheit, nicht nur für die Russland Deutschen. Auch viele Russen jüdischer Abstammung nutzten ihre Herkunft als Gelegenheit nach Israel auszuwandern, wo es auch ein Rückführungsprogramm gab. Den Russland-Deutschen war noch nicht einmal wichtig welches Land das sein würde. Alles war besser in den 1990ger Jahren als in Russland oder Kasachstan zu bleiben. Dass ihre Urgroßeltern unter Stalin zwangsumgesiedelt wurden, spielte dabei überhaupt keine Rolle.

      Die Meisten Russland Deutschen bemühten sich stark sich in Deutschland zu integrieren, stießen dabei aber auch oft auf Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihren Migrationshintergrunds. Der Satz „In Russland waren wir Deutsche, hier sind wir Russen“ ist zu einer Volksweisheit unter Spätaussiedlern geworden. Er beschreibt das Identitätsdelta von Hunderttausenden Betroffenen: In der UdSSR wurden sie wegen ihrer Herkunft als „Deutsche“ ausgegrenzt, nach ihrer Auswanderung in die Bundesrepublik wurden sie von den Einheimischen jedoch nur als „die Russen“ wahrgenommen. Obwohl sie ethnisch gesehen eigentlich Deutsche waren. Viele Musiker haben dieses bittere Gefühl der Heimatlosigkeit in ihren Liedern verarbeitet.

      Inzwischen sind die Meisten von Ihnen wieder zurück nach Russland migriert. Meine Familie eingeschlossen. Der Grund für diese Rückmigration ist hauptsächlich mit Diskriminierung und Ausgrenzung verbunden. Dies wurde besonders schlimm zunächst ab Jahr 2014 und absolut unerträglich ab 2022. Was mich persönlich betrifft wurden meine Kinder, die in Deutschland geboren waren und die zuvor noch nie in Russland gewesen waren, in der Schule wegen der vermeintlich russischen Herkunft massiv gemobbt wurden bis hin zu Morddrohungen und Telefonterror und wir auch weder von die Schule noch die Behörden dabei ernst genommen wurden und die einzige Erklärung dafür war die zu dieser Zeit bereits allgegenwärtige Russophobie. Ja wir haben uns in der Tat ein wenig wie die Juden in den 1930ger Jahren in Deutschland gefühlt, auch wenn es vielleicht etwas übertrieben wäre. Wir hatten aber dieses Gefühl gehasst zu werden, nur weil wir in Russland geboren waren und jetzt an allem Schuld waren.

      1. “ Ja wir haben uns in der Tat ein wenig wie die Juden in den 1930ger Jahren in Deutschland gefühlt..“

        Und nicht wie Juden im Zarenreich, in der Sowjetunion und in Putinrussland?

        „Wir sehen einen wachsenden Antisemitismus, während Russland zu einer neuen Art von Sowjetunion zurückkehrt und Schritt für Schritt der Eiserne Vorhang wieder fällt. Deshalb glaube ich, dass die beste Option für russische Juden darin besteht zu gehen. Wenn wir auf die russische Geschichte zurückblicken, sah man, wann immer das politische System in Gefahr war, dass die Regierung versuchte, die Wut und Unzufriedenheit der Massen auf die jüdische Gemeinde umzulenken. Wir haben das in zaristischen Zeiten und am Ende des stalinistischen Regimes gesehen.“ (Pinchas Goldschmidt, 2022)

        1. Ach ja dieser Mann. Der war empört über den Ukrainekrieg und flüchtete als einer der Ersten. Als man ihn verwundert bei einem Interview fragte ob er denn Beispiele nennen konnte, ist er dieser direkten Frage ausgewichen und argumentierte 1. der Eiserne Vorhang würde sich senken. 2. Deswegen sei es für Russische Staatsbürger ein Visum in Europa zu bekommen. Und er glaubte, dass man bald Niemanden aus dem Land lassen und die Juden zum Kriegsdienst zwingen würde. Das waren seine Argumente auf die Frage ob er Beispiele nennen konnte.
          Nun den eisernen Vorhang senkt ja nicht Russland, sondern EU. Und das ist auch der Grund warum man als russischer Staatsbürger schwieriger ein europäisches Visum bekommt. Schließlich stellt ja nicht Russland europäische Visen aus. Und seine Befürchtung, dass man bald Niemanden rauslassen würde und Juden zum Kriegsdienst zwingen würde bewahrheitete sich bis heute auch nicht.
          Der ist trotzdem „für Alle Fälle“ in die EU geflüchtet. Wo er dann später plötzlich wachsenden Antisemitismus in Europa entdeckte. Den Krieg in Gaza unterstützte er aber ohne wenn und aber.

        2. Und nicht wie Juden im Zarenreich, in der Sowjetunion und in Putinrussland?

          „Wir sehen einen wachsenden Antisemitismus, während Russland zu einer neuen Art von Sowjetunion zurückkehrt und Schritt für Schritt der Eiserne Vorhang wieder fällt. Deshalb glaube ich, dass die beste Option für russische Juden darin besteht zu gehen.“

          LOL. Ist doch keiner mehr da! Bei der letzten russ. Volkszählung gaben nur 82.000 Bürger der RF ihre Nationalität als „jüdisch“ an. (Vor allem) Israel hat den pool der russischen Juden fast völlig ausgeschöpft.

          Und was das angebliche Leiden der Juden in der SU anbetrifft, so trifft genau das Gegenteil zu. Laut den zwei jüdisch-russischen Historikern Kirpichenok und Magid hatten über 50% der sowjetischen Juden am Ende der SU einen Hochschulabschluss (und arbeiteten in entsprechend qualifizierten Berufen).
          So etwas wird’s natürlich kaum noch einmal geben. In Israel arbeiten die russischstämmigen Neubürger auf der Baustelle.

      2. Faktencheck mit der chinesischen KI:

        Die genaue Zahl der Russlanddeutschen, die nach ihrer Auswanderung nach Deutschland wieder dauerhaft nach Russland zurückgekehrt sind, ist statistisch nicht präzise erfasst. Die verfügbaren Daten und Schätzungen geben aber ein klares Bild:

        · Hauptwelle nach Deutschland (1980er–2000er): Seit Mitte der 1980er Jahre wanderten etwa 2,3 bis 2,7 Millionen (Spät-)Aussiedler und ihre Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland aus. Der Höhepunkt lag in den 1990er Jahren, mit über 400.000 Anträgen allein in den Spitzenjahren.
        · Rückkehrerzahlen: Die offiziellen Zahlen des russischen Innenministeriums zeigen, dass die tatsächliche Rückwanderung im Vergleich zur Auswanderungswelle vergleichsweise gering ist:
        · 2022 (Krisenjahr): 64.800 Übersiedler nach Russland (gesamt, nicht nur aus D).
        · 2024: Nur 31.700 Gesamtübersiedler; davon kamen 700 direkt aus Deutschland.
        · Langfristig: Seit 2006 nutzten insgesamt über 1,2 Mio. Menschen das russische Rückkehrprogramm – die allermeisten kamen jedoch aus GUS-Staaten wie Kasachstan, nicht aus Deutschland.
        · Potenzial vs. Realität: Eine Umfrage des Verbands „Einheit“ sprach einmal von bis zu 500.000 Ausreisewilligen. Diese Schätzung ist jedoch eine unbestätigte Hochrechnung und spiegelt nicht die tatsächliche, deutlich niedrigere Zahl der jährlichen Rückkehrer wider.

        Zusammengefasst: Es gab keine große zweite Auswanderungswelle zurück nach Russland. Die große Masse der Russlanddeutschen ist in Deutschland geblieben. Die jährliche Rückkehrerzahl liegt aktuell nur im niedrigen vierstelligen Bereich.

        Was hier der russische PR-Forist möglicherweise in seiner Blase erlebt, oder besser erlebt haben will, damit es besser zu seiner üblichen PR-Scheinwelt passt lässt sich empirisch nicht nachvollziehen.
        Und wer würde heute noch in ein imperialistisches Russland seine Kinder bringen um sie dann auf Putins Schlachtfeldern zu opfern?

        1. @Ottonono ⚠️ „Und wer würde heute noch in ein imperialistisches Russland seine Kinder bringen um sie dann auf Putins Schlachtfeldern zu opfern?“

          Hat das auch die „chinesische KI“ gesagt? Daran hat meinereiner aber begründete Zweifel. Die Künstliche Intelligenz macht Fehler, sie halluziniert, sie kann (bislang) nur auf Daten zugreifen, die öffentlich zugänglich und nicht top secret sind, und sie liefert selbstverständlich nur Ergebnisse innerhalb des Rahmens, der von ihren Entwicklern/Eigentümern vorgegeben wurde.

          Aber die KI würde nie vom „imperialistischen Russland“ sprechen. Das machen nur

          ▸BIO-Rüstungslobbyisten,
          ▸die menschlichen Fans von Friedrich Merz und
          ▸die menschlichen Fans von Boris, dem „Kriegstüchtigen“,
          ▸die medialen BIO-Agitatoren der NATO und
          ▸andere Bürger, die in Deutschland wertewestliche Propaganda 📢 verbreiten.

          Nur so am Rande:
          Wussten Sie, dass die „pazifistischen“ USA im Jahr 2025 das 5 bis 6fache 💰💰💰 💰💰 (💰) für das Militär und die Rüstung ausgegeben haben im Vergleich zum „imperialistischen Russland“💰?

          Wussten Sie, dass die „pazifistischen“ USA 11 Flugzeugträger haben und das „imperialistische Russland“ nur einen einzigen? (Manche sagen, es wären nur 10 FT einsatzbereit, aber das ändert auch nicht viel.)

          Wussten Sie, dass die „pazifistischen“ USA ungefähr doppelt so viele Kampflugzeuge haben wie das „imperialistische Russland“?

          Wussten Sie, dass die „pazifistischen“ USA weltweit fast 130 Militärbasen unterhalten und das „imperialistische Russland“ nur eine Handvoll?

          Nur bei den Nuklearwaffen ☢️🚀 gibt es ein Patt (= Unentschieden bzw. ein Gleichgewicht der Kräfte). Und das ist der Grund dafür, warum die NATO und die „pazifistischen“ USA keinen direkten Krieg mit dem „imperialistischen Russland“ anfangen und führen, sondern die „aufgeklärten“ Deutschen und „klugen“ Europäern einen konventionellen Krieg in der Ukraine führen lassen und sie dafür auch noch bezahlen lassen📄💳. So dumm ist keine Künstliche intelligenz.

          1. @DIRTY OPERATING SYSTEM bitte mitdenken.

            Im letzten Absatz beginne ich mit „Was hier der russische PR-Forist möglicherweise in seiner Blase erlebt, …“. Das ist doch wirklich für jeden erkennbar nicht mehr von der KI geschrieben.

            Zum anderen gibt es zur Zeit kein Land auf der Welt, dass seine eigenen Bürger zu Hunderttausenden in einem Krieg für die Allmachtsfantasien seines Diktators/Zaren/Autokraten verheizt. Das ist einzig und allein Russland, für ein paar qm und den Eintrag in die Geschichtsbücher für Putin. Und gerade die Einwanderer waren immer die bevorzugte Wahl für Neurekrutierungen in allen Ländern der Welt, das begann schon im alten Rom.

          2. Und was hat das alles mit den falschen Angaben zu tun, dass die Russlanddeutschen wieder in Massen nach Russland zurück strömen.
            Thema verfehlt.

    3. Nun ja, zu den Russlanddeutschen und ihrer Vergangenheit in den kasachischen Steppen sag ich mal nichts, darüber habe ich mich noch nicht informiert, um hier eine Meinung abzugeben.
      Aber was ich weiß ist, dass es schwachsinnig, ja – schwachsinnig ist, von einem „blutigen russischen Eroberungskrieg“ mitten in Europa zu schwafeln. Es ist ein Krieg wie jeder andere, zum Beispiel der der NATO in Ex-Jugoslawien, der mindestens genauso blutig war qualitativ gesehen natürlich. War ja auch nur der Zwergstaat Serbien, den sich die NATO als Ziel ausgesucht hatte. Zum anderen ist das Wort „Eroberungskrieg“ natürlich geistiger Tiefflug. Ich würde ihm eher eine übliche NATO-Bezeichnung geben, z.B. „Restore Freedom“, oder „Fast Retaliation“, oder „Enduring Freedom“ für die zu befreiende ostukrainische Bevölkerung.
      Genau das, was die NATO seit den 90ern des letzten Jahrhunderts ebenfalls weltweit tut. Länder mit Krieg überziehen, einmarschieren, Marionettenregierung installieren, andere den Dreck danach wegkehren lassen oder noch besser: das Land nicht nur in Schutt und Asche gelegt zu haben, sondern auch noch ins Chaos versinken lassen und Terroristen zur Macht verhelfen.

    4. Lieber Ron,

      vielen Dank für deinen Brief. Es hat mich gefreut zu erfahren, dass mein Artikel dich dazu angeregt hat, deine Gedanken zu teilen.

      Ich möchte jedoch einige Punkte kurz klarstellen. Der Ausdruck „German-Propaganda“ ist ein Zitat eines italienischen Fischers und nicht meine eigene Aussage. Außerdem habe ich nie gesagt, dass ich mich so fühle, wie sich Juden im Jahr 1933 gefühlt haben. Solche Vergleiche wurden von einigen meiner russischsprachigen Bekannten angestellt.
      Was die Deportation der Sowjetdeutschen betrifft, halte ich es für wichtig, den historischen Kontext zu berücksichtigen. Die Ideologie des Dritten Reiches schuf eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens, deren Folgen sich leider für viele Menschen, darunter auch für die Sowjetdeutschen, als tragisch erwiesen.
      Mir geht es in dem Artikel vor allem nicht darum, nach Schuldigen zu suchen. Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie wir verhindern können, dass sich solches Unrecht und solche Barbarei wiederholen. Ich wünsche mir einfach, dass weder Deutsche noch Russen oder irgendein anderes Volk zum Ziel von Hass und Feindseligkeit werden. MfG V.Schiller

    5. Die einen machen diese Erfahrung hier, die anderen dort: dass es so etwas in der Sowjetunion auch gab, macht es hier in D nicht besser.

      „einen blutigen Eroberungskrieg….“ ist das Geschichtsrevisionismus, Ignoranz oder Unverständnis gegenüber der aktuellen Situation?

      „angeblichen „Russenhass“: leben sie in einer Parallelwelt?

  8. https://www.berliner-zeitung.de/article/offener-brief-von-natascha-wodin-an-die-faz-aus-den-glutnestern-ein-flaechenbrand-10323342Natascha Wodin, Tochter von russischen und ukrainischen Zwangsarbeitern hat einen offenen Brief geschrieben, in dem sie auch anführt, dass die Stimmungsmache gegen alles Russische sie fatal an ihre Kindheit im Nachkriegsdeutschland erinnert, in der ihr u.a. eingetrichtert wurde, dass die Russen die Deutschen überfallen hätten. (Das schrieb sie in ihrem autobiographischen Buch) und sie allen möglichen Anfeindungen und Prügel von Mitschülern ausgesetzt war wegen ihrer Herkunft.

  9. Nicht wenige Juden, die im Ersten Weltkrieg noch für ⬛⬜🟥 Deutschland und den Kaiser 👑 gekämpft hatten, konnten oder wollten sich 1933 vorstellen, wozu der anständige, ordentliche, pflichtbewusste und karrierebewusste deutsche Michel fähig ist.

    Der Erfinder der „Gnade der späten Geburt“, der 2017 verstorbene ehemalige CDU-Politiker Helmut Kohl und von 1.10.1982 bis 27.10.1998 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland 🇩🇪 beschönigte die braune 💩 Nazi-Partei 1983 vor Offizieren der Bundeswehr in Koblenz mit folgenden Worten:

    „Der Opa sollte dem Enkel einmal erklären, warum er damals in die (Nazi-)Partei eingetreten ist. Weil er vielleicht in Koblenz Amtmann werden wollte. Heute treten ja auch viele in eine Partei ein, um etwas zu werden.“ (Der Spiegel vom 10. Januar 1983, zit. nach „Goldene Worte von Kanzler Kohl“, Steidl-Verlag 1994).

    Propaganda ist nur ein Mittel der herrschenden Regierung, die Bürger ideologisch in eine bestimmte Richtung zu lenken: ⇗ ⇐ ⇘ ⇙ ⇖ ⇒ ⇑ ⇖ ⇓ Es geht immer um die Karriere 👔 💼📈 💰 und für die Karriere tun die meisten Deutschen fast alles. Da wurden am Ende der Weimarer Republik 1933 aus vielen Deutschen stramme 🫡 💩 Nazis. Nach 1945 kreuzten sie dann im Fragebogen zur „Entnazifizierung“ die Frage: Waren Sie ein Nazi? mit NEIN ❎ an und schwuppdiwupp und mit etwas Waschmittel der Marke Persil 🧼 🫧 🧺 wurden aus den ehemaligen Nazis wieder saubere „Demokraten“.

    Daran hat sich 2026 nichts geändert. Schon Heinrich Mann wusste, dass der typische Deutsche ein opportunistischer und karrieregeiler „Untertan“ ist. Diese geniale Charakterstudie verpackt in einem Roman ist inzwischen über 100 Jahre alt.

  10. Ein halber Russe, der Schiller, unser Valeri? Herrschaftszeiten, da bin ich aber mehr als neidisch. Wer kennt ihn nicht, den ersten Satz aus Julius C. „De Bello Gallico“ – der ersten so richtig aktenkundig gewordenen Kriegstüchtigkeit: „„Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.“ Nun gut, unser Autor ist also gebürtiger ‚Russe‘, wäre eigentlich zwischenzeitlich zum ‚Kasachen‘ ohne jegliches weitere Zutun mutiert, wurde aber wg. Umzugs ins gerade wiedervereinigte Börlynn flugs zum Neu-Halb-Deutschen!.
    Dass die 100%-Deutschen mit den 50%-Deutschen so ihre Probleme haben – im Besonderen jene, die des Schreibens auch noch mächtig sind – nicht unbedingt so beliebt, auch nicht besonders gut angesehen waren und sind. Nun spätestens nach Inkenntnisnahme des Sachverhalts, dass Italiener den Russen als – fast blutsverwandte – Italiener wähnen, eben meist nur nicht des Neu-Römisch fähig und mächtig, sind mir die Italiieniker irgendwie noch sympathischer. Waren sie das doch schon länger, genau genommen spätestens seit ich die ersten Zeilen eines Buches bzw. zweier Bücher – das eine namens „Blut“, das andere namens „Haut“ zu lesen bekam, früh gen Ende meiner Adoleszenz, also gerade noch rechtzeitig. Insofern den Sachsen ihr Deutschtum nicht abgesprochen wird, kann der Halb-Italiener Curzio wegen seines sächsischen Migranten-Vaters auch als Halb-Deutscher genordet werden. Ob er – der Kurt – sich deshalb auch seinen Schriftsteller-Namen Malaparte – den schlechte(re)n Teil – erwählt haben dürfte, man weiß es nicht.
    Wenn man’s aber so richtig bedenkt, war Klein-Kurt’chen Schuckert so ziemlich von Beginn seiner Karriere an im Team ‚da sua Madre‘. Seine Jugendsünden sollte man vor allem im Großdeutschland aller Zeiten stets als nicht ‚besonders‘ vorhalten. Klar zuerst waren sie für ihn karrierefördernd, was Parteifreundschaften ja immer sind. Seine Bekanntschaft mit einem gewissen Benito M. von dereinst sollte ihm allerdings nicht nur fast den Job kosten, sondern womöglich auch das Leben. Obwohl … so genau weiß man’s ja nicht. Wo doch nur wenige Jährchen nach seiner Ersatzstrafe für ungebührliches Verhalten auf vielfachen Wunsch von Joseph G. , dem Propagandaminister via Freund ‚Dolf – ein längerer Aufenthalt auf einsamer, ablegener Insel (Lipari), einziger Partner wohl Straßenköter Phoebe – ausgerechnet der eigene Schwiegersohn und Außenminister – von gleicher Warte aus gefordert – vom Leben in den Tod befördert wurde, rücklings auf dem Stuhl harrend.
    Als Kriegsberichtserstatter in Alpiniuniform nebst Federnbewehrtem Helm bekam Curzio M. Gelegenheit, den Einzug der damaligen Barbarossa-NATO an der Südflanke zu begleiten. Seine wahrlich offenbarenden Beobachtungen und Erkenntnisse – vom Judenpogrom zu Rumänien bis zu allerlei nachdenklich stimmenden Verrichtungen deutscher Spezialtruppen (Sog. Sondereinheiten von Polizei und …) hinter der Grenze – beim Russ’ also – oft durfte man solcherlei dummes Zeug seinerzeit bis eigentlich heute nicht zu lesen bekommen. Weshalb dann auch gleich der Klumpfuss zu Börlynn den bereits erwähnten Einspruch erhob und besagte Verbannung angesagt war. Nun denn, nach Lipari und gutem Zuspruch von Benito bei Dolf durfte unser Curzio seinen früheren Job wieder aufnehmen. Aber nicht an der Süd- sondern an der Nordflanke, an der Grenze zu Finnland. Jetzt, vorsichtiger geworden, noch einmal würde Benito bestimmt nicht umhin kommen können … war unser Halbblutsbruder vom deutschen Landser zurückhaltender geworden in seinen Verlautbarungen. Sogar so weit, dass er dann auch für das Stücken zwischen Nord- und Süd in Barbarossaland berichterstatten durfte. Sein Werk und Bestseller später namens ‚Kaputt‘ wusste dann auch vornehmlich Diverses zu vermelden, was er bisher vor seinem Wechsel auf die Gegenseite verschwiegen hatte, vom Tun der Wehrmacht etc.pp. 1944 war’s dann soweit, bei seiner Berichterstattung konnte er dann – sehr mitteilsam auch sie – seine profunden Erzählungen mit und über die US-boys vor Ort in Italien Süd wie Nord erweitern.

    Im Neu-amerikanischen Rest-Westeuropa inkl. dem reduzierten, dem ehemaligen Großdeutschland, war er dann lange Zeit nicht wohlgelitten. Der Deutsche an sich hatte schon so seine Gründe, war er doch nie so richtig gut weg- oder davongekommen bei Malaparte. Der einfache Bürger eigentlich schon. Aber so manche als subtile Mär verunglimpfte Geschichte wurde ihm ganzheitlich&nachhaltig erst einmal als Kaugummi an den Kittel geklebt. Ein Beispiel gefällig? Nun, selbst der einzig wahre Held aus dem zwölf Jahre dauernden 1000Jahre-Reich – ein gewisser Schmeling, Max – sei ihm mal bei einem Gast-Gala-Essen beim Polen-Gouverneur untergekommen und der Boxheld sei ihm da nicht zu seinem Besten aufgefallen. So schrieb jedenfalls Malaparte später dann, was natürlich völlig gegen seine landsmannschaftlichen Verbindungen verstoßen mußte.

    Nun, näher als in der Südschweiz und vielleicht Ostfrankreich sollte ihm Südwestdeutschland – Sachsen schon gar nicht – bis zu seinem Tode anno 1955 nicht mehr kommen. Seiner nicht mehr habhaft und nachtragend wie man immer war, setzte es dann auch gleich Justiziables. Gegen sein Werk Kaputt, gegen den verlegenden einzig doch noch wohlwollenden Mini-Verlag. Das Schandwerk sollte einfach nicht der Allgemeinheit mehr zugeführt werden können. Eine – eine dumme wie üblich – Ausrede hatte man vor den immer bereitwilligen Robenträgern, ein Amtsträger aus früheren Zeiten fühlte sich bei seiner Erwähnung in ‚Kaputt‘ alles andere als gebauchpinselt. Na ja, da auch ich das Werk und sogar auf deutsch zu lesen bekam, belegt ja wohl wie der Gerichtsbeschluss irgendwie auszugehen hatte.:
    Was weiß denn Google-/Meta-Ki über all das zu berichten? Da hieß es gerade eben noch, auf deutsch zumindest wie folgt:
    Themen: Der Roman schildert auf grelle und überbordende Weise die Schrecken des Krieges, darunter das Warschauer Ghetto, das Pogrom von Iași und den moralischen Untergang der europäischen Oberschicht und des diplomatischen Corps.
    Titel: Der Name „Kaputt“ symbolisiert den Zustand des zerstörten und moralisch ruinierten Europas unter dem Faschismus.

    Veröffentlichung: Die Erstausgabe erschien 1944 in Italien (Neapel). Die deutsche Übersetzung von Hellmut Ludwig wurde 1951 im Stahlberg Verlag veröffentlicht.

    Rechtsstreit: Nach der deutschen Veröffentlichung klagte der ehemalige deutsche Diplomat Gustaf Braun von Stumm wegen der Darstellung von Figuren im Buch, was zu einem gerichtlichen Vergleich führte.

    Leicht zu erkennen, warum ich die ganze causa Malaparte, Curzio – auf Wiki ausführlich abgehandelt übrigens – hier so detailiert noch mal aufgerissen habe. Unser Schiller, Valeri sollte – wenn er es nicht selbst schon weiß – erfahren, was ihm denn so alles als Halb-Deutschem zu schwanen hat. Also aufgepasst, zukünftig etwas zurückhaltender agieren und keinesfalls etwas gegen Großdeutschland verlautbaren. Sonst …

  11. Der Autor kündigte in dem Artikel an, an einer politischen Demonstration teilzunehmen, die die Regierungspolitik kritisiert. Dabei ist anzumerken, dass eine ähnliche Demonstration in Russland – dessen freundschaftliche Beziehungen dem Autor so am Herzen liegen – nicht stattfinden könnte.

    1. @Roman Das ist kein rationales Argument, das ist Rabulistik 🎭 und wertewestliche Propaganda📢.

      In Deutschland ist die Todesstrafe verfassungsrechtlich verboten: Artikel 102 Grundgesetz (GG): „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“ Auch das ist ein Ergebnis des „glorreichen“ Dritten Reiches von 1933 bis 1945, das von dem Ex-CDU-Politiker, Gründungsmitglied, „Ehrenvorsitzenden“ der 🔷 AfD und Fachmann für Vogelkunde, Alexander Gauland, als 🐦💩“Vogelschiss in über 1.000 Jahre erfolgreicher deutscher Geschichte“ relativiert, verharmlost und beschönigt wird.

      Würden Sie dann ebenfalls auf diese Weise „argumentieren“, wenn in Deutschland Menschen gegen die Todesstrafe demonstrieren würden, die es in einigen Bundesstaaten der USA gibt. Stand 2026 sind dies 27 von 50 Bundesstaaten. Zusätzlich gibt es die Todesstrafe auf Bundesebene und beim US-Militär. 2025 wurden in den USA 47 Menschen durch die Todesstrafe hingerichtet (Quelle: Death Penalty Information Center, DPI).

      Oder wollen Sie behaupten, dass die USA kein

      ➤ „demokratischer“
      ➤ „freiheitlicher“
      ➤ „kultivierter“
      ➤ „aufgeklärter“
      ➤ „pluralistischer“
      ➤ „liberaler“
      ➤ „toleranter“
      ➤ „weltoffener“
      ➤ „friedlicher“ und
      ➤ „zivilisierter“

      Staat sind ❓ Es gibt sogar viele deutsche Politiker (vor allem bei der CDU/CSU, de SPD, der FDP und den Grünen) und deutsche Journalisten (vor allem bei der FAZ), die von den USA geradezu begeistert sind. Auch die blaue Alice von der blauen AfD ist ein Fan des US-Multimilliardärs Elon „Tesla“ Musk.

      Oder bin ich jetzt ein Feind des „Wertewestens“, wenn ich die „freiheitlich-demokratische“ Grundordnung der USA hinterfragen und kritisieren würde?

    2. Ach, ist das so? Wirklich?

      Allerdings dürfte in Russland auch das Verständnis der Massnahme auf viel grössere Akzeptanz und Zustimmung stossen, als in Deutschland.
      Denn hier in D ist es offensichtlich ein geplanter politischer antirussischer Akt ohne jegliche argumentative Grundlage, während es in Russland ein Akt der Gegenwehr ist.

      Insofern stellt sich die Frage, ob es in Russland solche Demonstrationen überhaupt gäbe.

      Aber keine Bange: wären statt der vielleicht 100 oder 2-300 Demonstranten in Berlin 1000e gekommen, hätte die Politik garantiert „Gegenmassnahmen“ eingeleitet, wir brauchen uns nur an den sogenannten „Reichstagssturm“ in der Coronazeit zu erinnern: eine wunderhübsche Propagandademonstration zur Ablenkung von einer Anti-Corona-Demo nebenan, auf der 10- oder 100.000e waren.
      Oder die Polizei hätte wahllos Menschen verhaftet, weil wir hier so eine tolle „Freiheit“, und vor allem „Meinungsfreiheit“ haben.

      1. „Die Bewunderung für das heutige Russland ist das Ergebnis eines tiefen Pessimismus gegenüber der westlichen Gesellschaft. Es ist der Wunsch, an einen Ort zu glauben, an dem die Tugend gesiegt hat, gepaart mit einer totalen Unwissenheit darüber, was dort tatsächlich passiert.“

        G. Orwell

      2. hrer Interpretation zufolge genießt jede Regierungsmaßnahme in Russland, wie etwa die Schließung des Goethe-Instituts, die „Akzeptanz und Zustimmung“ der Bevölkerung. Wenn es keine öffentlichen Proteste gegen die Regierung gibt, liegt das nicht an brutaler Verfolgung, sondern allein an dieser „Akzeptanz und Zustimmung“.

        Und die Antikriegsbewegung existiert nicht aufgrund von siebenjährigen Haftstrafen für die „Diskreditierung des Einsatzes der Armee“,, sondern eben aufgrund dieser „Akzeptanz und Zustimmung“.

        1. Stellen Sie sich mal vor: Russland ist nicht Deutschland, es hat eigene Gesetze (so wie übrigens ganz viele Länder), vermutlich hängt das mit seiner Geschichte zusammen, die nicht der deutschen entspricht.
          Menschen, die das völlig unerträglich finden, werden nicht gehindert, Russland zu verlassen. Sofern sie keine Gesetze verletzen (und natürlich mag das – wie in D auch, ich lege Ihnen da nur einmal den Paragraphen zur Volksverhetzung und seine richterlichen Auslegungen der letzten Jahre ans Herz – interpretierbar sein), dürfen sie auch dagegen demonstrieren, sich im Fernsehen darüber echauffieren oder eine der Parteien wählen, die nicht mit der Regierung einverstanden sind. Ich habe auch noch von keinem russischen Journalisten gehört, dem – ohne Anklage, Beweisaufnahme und Gerichtsverhandlung – die Lebensgrundlagen wegsanktioniert wurden von einer „Gerichtsbarkeit“, die es eigentlich gar nicht gibt und gegen die man sich so gut wie gar nicht wehren kann.
          Ich will Russland nicht in Schutz nehmen oder besser machen, als es ist. Ich weiß auch, dass eigene (deutsche/europäische) Verfehlungen die russischen nicht entschuldbar machen. Aber Sie sollten etwas kritischer sein, bevor Sie dieses Kindergarten-Russland-Bashing glauben oder gar weiterverbreiten.

    3. Um das wirklich vergleichen zu können („Regierungspolitik kritisieren“ ist ein wenig allgemein, oder?), müsste die russische Regierung z.B. sagen: „Aufgrund der Datenerstellung, -analyse, -weitergabe bzw -verarbeitung, die teilweise in Wiesbaden erfolgt, wird die Ukraine in die Lage verstetzt, Ziele in Russland anzugreifen. Wir schließen daher die deutsche Botschaft und das Goethe-Institut.“ Der Beweis für das Behauptete müsste zudem ausbleiben.
      Sehen Sie sich mal ein wenig im Internet um, da sprechen sehr viele Leute, die dort leben (teilweise aus der Schweiz oder anderen westeuropäischen Ländern) darüber, was in Russland verboten ist und was nicht und warum. Vielleicht hilft Ihnen das weiter.

      1. Die in meinem Kommentar erwähnte „ähnliche Demonstration“ ist nicht „ein wenig allgemein“. Ich meine konkret eine Demonstration im Zentrum der Hauptstadt gegen die Entscheidung der Regierung, das Goethe-Institut zu schließen. Ich wiederhole meinen Punkt: „Dabei ist anzumerken, dass eine ähnliche Demonstration in Russland – dessen freundschaftliche Beziehungen dem Autor so am Herzen liegen – nicht stattfinden könnte.“
        Ich habe den Nachrichtenbericht über die Berliner Demonstration gegen die Schließung des russischen Kulturzentrums gelesen. Dort waren Slogans wie „Frieden jetzt“ und „Stoppt den Krieg gegen Russland“ zu sehen. Der Autor und seine Familie, zu der auch russische Staatsbürger gehören, sind in der Lage, von der deutschen Regierung „Frieden jetzt“ und „Stoppt den Krieg gegen Russland “ zu fordern, sind aber erstaunlicherweise sprachlos und fordern von der russischen Regierung nichts.

        1. Die Schließung des Goethe-Instituts ist eine – halbwegs symmetrische – Reaktion auf eine Beschuldigung, die durch nichts, aber rein gar nichts bewiesen wird, plus darauf folgender Sanktionen, u.a. der Schließung der Vertretungen, etwas, das es während des gesamten Kalten Krieges und der Nach-Sowjet-Ära niemals gegeben hat, also eine (bisher) eher schwache Reaktion auf völlig überzogene „Bestrafungen“ (Deutschland ist immerhin mittlerweile für zig Hunderte toter Zivilisten in Russland mit verantwortlich, haben Sie das einmal bedacht?). Selbst Regierungsvertreter und der Botschafter sagen, dass ihnen die Schließung wie überhaupt der Abbruch der sonst guten Beziehungen zu D leid tun (sehen Sie sich das Interview von Ben Berndt dazu an). Die Russen werden dagegen protestieren – aber anders, als Sie das meinen, sie werden nämlich wahrscheinlich langsam ein härtere Gangart fordern, das kann man aus den letzten Umfragen schließen. In Russland ist es während der SMO verboten, die Armee zu diskreditieren, außerdem verstehen/glauben die Russen in der Mehrheit, dass den Ausbruch des Krieges und vor allem seine Fortführung und immer größere Brutalität nicht in erster Linie ihre Regierung zu verantworten hat. Wenn Sie daraus ableiten wollen, dass dort alle, die anderer Meinung sind, „brutal verfolgt“ werden, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Auf Ihren letzten Satz gibt es eigentlich nur eine Antwort: Istanbul 2022.
          Da hier nur 5 Posts zugelassen sind, ist eine weitere Unterhaltung zwecklos, aber versuchen Sie wenigstens einmal (wenn Sie denn schon bei Overton gelandet sind) selbst zu recherchieren und zu denken und machen Sie´s gut.

  12. Die Geschichte eines Russlanddeutschen / Halbrussen, der vor vor kurzem einen Erkenntnisprozess hatte, den viele andere in D auch durchlaufen, oder schon vor 10, 20, 30 oder mehr Jahren durchlaufen haben.

    Irgendwann werden es die in Deutschland lebenden Russen, Russlanddeutschen, ehemaligen Bürger der Sowjetunion merken, dass…. da gibt es ein Buch mit dem Titel „Damals war es Friedrich“.
    Zitat aus dem Text:
    „Und immer häufiger muss ich an die Worte einiger meiner russischsprachigen Bekannten denken, die mir schon vor einigen Jahren gesagt haben, sie fühlten sich im heutigen Deutschland ungefähr so, wie sich Juden im Deutschland des Jahres 1933 gefühlt hätten.“

    Der offen grassierende Rassismus seitens der Politik (und anderer Einrichtungen) gegen Russen u.ä. (s.v.) ist schon seit mindestens 2022 zu sehen, und dabei ist Rassismus in Deutschland eigentlich verboten, denn wir sind ja „die Guten“, eine „offene, pluralistische Gesellschaft“, „woke und bunt“, und haben „unsere Demokratie“,
    nur gegenüber den hier lebenden Russen und russland- / sowjetunionstämmigen gilt das immer weniger…..

  13. Propaganda ist kein einheitlicher Befund, Propaganda wird durch gewisse Institutionen verbreitet !
    Diese psychologischen Instrumente, wurden, als Beispiel, in den ‚1960‘ Jahren mit Bombenteppichen in Staaten überzogen, das eine Ideologie gebranntmarkt wurde.,um den politischen Feind Volkswirksam zu branntmarken. Diese libertären Kräfte, hatten ihren Krieg über ihr bestehendes System damit vollzogen.
    Heute stehen wir vor der gleichen Situation der propagierten Situation.
    Die heutige Situation ist die gleiche wie damals, das Kapital will herrschen, ob nu durch andere führenden Staaten, ist egal, da das Kapital regiert.
    Doof dööfer Dudenhöfer.
    Nationalismus und ihre Herkunft, ist ein absurdes Unterfangen, da niemand wirklich aus einem Stamm, entsprungen ist.

  14. ist ja ne nette Geschichte aber auf Italienisch heißt es „Propaganda tedesca“
    .
    Ob deswegen der Italiener den Valeri
    manchmal finster angeguckt hat ?

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